(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Warum?

Schaut mich nicht an! Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind – für euch ein fremdes Wesen – vielleicht
Mit Augen und Ohren, einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand?
(Lacrimosa – Fassade 1)

Warum leben wir in einer Gesellschaft, die Andersartigkeit per Definition als falsch oder krank klassifiziert?

Warum zwingt uns unser modernes, rationales Denken dazu, nur noch in schwarz-weiss Kategorien zu denken und keine Grautöne mehr zuzulassen?

Warum wird ein Individuum nur dann toleriert, wenn es seine Individualität aufgibt und sich in eine dieser schwarz-weissen Schubladen stecken lässt?

Warum wird uns Selbstbestimmung zugesprochen, aber nicht zugelassen?

Warum ist der Druck zur Normalität so gross, dass ein Kind sich für ihren weiblichen Vater schämen muss, nur weil diese(r) weibliche Vater sich selbst ist?

Warum verwechselt der Mensch Andersartigkeit mit Abartigkeit?

Warum schafft Gott oder die Natur eine Frau in einem Männerkörper, wenn solche Wesen so untragbar sind für diese Welt?

Warum stellt uns das Leben soviele Fragen, auf die es keine Antwort gibt?

Vielleicht bin ich nur ein Mensch
Und vielleicht bin ich auch nur ein Argument
Vielleicht bin ich letztlich einer dieser Fragen
Deren Antwort sich die Blösse gibt ein fragend Mensch zu sein
(Lacrimosa – Fassade 3)


 

4 Reaktionen zu “Warum?”

  1. Clarissa

    erinnert mich ein wenig an meien gedankenausflug zu deinem Post “Der König und der vergiftete Brunnen (Dan Millman)” irgendwie ist die Europäische/Kaukasische sicht der Welt einfach Monocrom. Da lob ich mir die Asiastische sicht der Welt, die ist viel bunter. Und ich bin wirklich froh da viele meiner Freunde diese Multicolor sicht der Welt haben, selbst die die immer für etwas Spizig oder Konsavtiv eingestuft hab. Aber irgendwann tut sich auch was bei unserer rückständigen Gesellschaft, wenn man mal überlegt was mit der HGomosexuellen gemeinschaft war was die alles ertragen mussten. und jetzt ist es für fast niemanden mehr ein Problem wen man schwul/lesbisch ist. da kann man sogar Berliner Bürgermeister werden ^^. Also ich geb den Menschen noch etwas zeit und vielleicht werden Menschen wie wir in den nächsten jahr doch etwas mehr positiv behandelt.

  2. Diana

    etwas zynisch betrachtet, können wir froh sein, immerhin werden wir heutzutage nicht mehr mit “Elektroschocks” behandelt ;-) Aber vermutlich ist es schon so, dass die Welt irgendwann lernt, T-Girls so zu akzeptieren wie sie sind ohne sie als krank oder pervers zu stigmatisieren. Fragt sich nur, wie lange das noch geht, ich würde diesen Denkwechsel heute schon dringend brauchen. Wobei ich sagen muss, dass im persönlichen Umfeld viele sehr gut reagieren, wir sind da also auf einem guten Weg.

  3. Chrisi

    Sorry, aber wir werden es nicht mehr erleben, dass die Welt uns so akzeptiert wie wir sind. Damit das passiert, müsste sich der Mensch ändern und das wird so schnell nicht passieren. Denn wir sind anders und das Andere macht den Menschen Angst. Das ist vermutlich noch ein genetisches Überbleibsel aus der Steinzeit. Im Grunde müssten wir also nur lernen unsere “starke” Position auszunutzen.

  4. Diana

    man darf nur nicht schwarz-weiss sehen. Wie gesagt, es gab Zeiten, da wurden wir mit Elektroschocks behandelt, noch vor ein paar Jahren hätte ich nach dem Outing wohl den Job verloren. Heute mache ich die Erfahrung, dass viele Leute schon ein wenig über das Thema wissen und relativ offen mit unsereiner umgehen können. Das Denken verändert sich von Tag zu Tag und der Respekt gegenüber T-Girls wird weiter zunehmen, aber wir werden es sicher nicht mehr erleben, dass T-Girls einfach “ganz normal” sind.

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