(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Vom Verliebtsein träumen

Träume sind manchmal erstaunlich gefühlsintensiv und realistisch. Bei mir ist das selten, ich kann mich selten an Träume erinnern und wenn, dann sind es meist kurze Sequenzen ohne grosse emotionale Beteiligung. Ausnahme sind gelegentliche Albträume oder viel seltener Träume, in denen es um Liebe geht. Letzteres ist mir diese Nacht wieder mal passiert und es war so intensiv, dass ich am morgen ziemlich verwirrt aufwachte…. und bedauerte, aufgewacht zu sein.

Ich weiss nicht, wer dieses zierliche und zuckersüsse Mädel war resp darstellen sollte und ich werde es auch nie erfahren. Eine Rolle spielt es nicht, es war ein Traum und sie verschwand im Nebel des Aufwachens, so wie auch im Wachsein nichts da ist, was Liebe schenkt und Liebe annimmt.

Es war seltsam, es war ein sehr langer Traum von dem ich die “Story” nicht weiss, aber wir waren uns immer wieder nah, immer wieder gab es diese Blicke die tief in die Seele eindrangen. Immer öfters berührten sich unsere Hände wenn wir nebeneinander waren, nicht leidenschaftlich sondern scheu, verletzlich, verliebt, so wie es bei zwei verliebten Teenagern halt vor sich geht. Wir waren nah und doch irgendwie unnahbar, ich wünschte mir nichts mehr als dass sich unsere Lippen berührten, sanft, zärtlich, scheu. Auf den Kuss hoffte ich vergebens, doch gab es mehrere Momente, in denen wir einander gegenüber standen und uns liebevoll umarmten. Es war ein sich nähern fern jeglicher Begierde und Leidenschaft, es war pures Verliebtsein, das uns immer näher zu einander führte.

Das Aufwachen war grausam und verwirrend. Ich konnte ihre Hände noch spüren, die meine Hände festhalten – nicht fest genug um mich im Traum zu halten. Was gäbe ich nicht alles um sie noch einmal zu umarmen und was gäbe ich erst Recht für diesen zärtlichen Kuss, der mir nicht mal im Traum vergönnt war.

Auch wenn ich eine Vermutung habe, wem dieser Traum gewidmet ist, ich werde nie erfahren wer sie ist…. und wenn sie wirklich “sie” ist, will ich es auch nicht erfahren, weil wir uns in der Realität noch viel unnahbarer sind als im Traum. Was bleibt – einmal mehr – ist weiter zu träumen und zu hoffen, dass mir wenigstens im Traum wieder mal dieses alles durchdringende Verliebtsein geschenkt wird.

Nun bist Du fort
Und noch frag ich mich,
Ob ich wache oder nicht.
In traumverhang`nen Augenblicken sehe ich
Dich doch nur schemenhaft vor mir.
(Illuminate – Über Deinen Schlaf)

Update 13:30
Ich hab meiner Freundin Bea *wink* via Mail von diesem Traum erzählt und sie hat nun geantwortet und in ihrem Mail die Frage aufgeworfen, ob das Mädel im Traum ich selbst gewesen sein könnte. Eine scheue Annäherung an das Mädel in mir selbst? Könnte irgendwie sein, darüber lohnt es sich nachzudenken. Vorerst tendiere ich aber eher dazu anzunehmen, dass die Lady im Traum bildhafter Ausdruck meiner Sehnsucht ist. Ob ich sie eines Nachts wieder treffe?


 

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