(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Verhaltenstherapie bei transsexuellen Kindern?

…… oder: der Doktor mit der Hundeleine……..

Auch wenn das Thema noch so ärgerlich ist, versuche ich mich diesmal nicht aufzuregen sondern der Fratze des Irrsinns mit einem Lächeln zu begegnen – man verzeih mir also einen allfällig überbordenden Zynismus, es handelt sich dabei nur um psycho-hygienische Selbstverteidigung………..

Es sei noch angemerkt, dass sich dieser Beitrag nicht gegen nachfolgend genannten “Experten” richtet, er resp. sein Zitat stehen nur als Fallbeispiel stellvertretend für die Zunft der Verhaltenstherapierer.

Via ATME kam ich an ein Zitat aus einem Buch eines Hirnwäsche-Spezialisten namens Klaus Beier von der Berliner Charite. In seinem Buch “Sexualmedizin” erklärt er, wie Kinder mit sogenannter “Geschlechtsidentitätsstörung” von ihrer “geistigen Verwirrung” geheilt werden können. Die Methoden für diese Hirnwäsche sind jedem Hundebesitzer bekannt. In einer Zeit, in der man Kinder nicht mehr einfach mit Elektroschocks zappeln lassen darf und Waterboarding leider nur in Guantamo erlaubt ist, ist psychologische Konditionierung scheinbar das einzige Mittel um Kinder umzuprogrammieren.

Wenn die geforderten diagnostischen Kriterien erfüllt sind, sollte die Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter möglichst früh behandelt werden. [...] Ein Therapeut gleichen Geschlechts, der zugleich Rollenmodellcharakter bekommt, sollte eingesetzt werden. Die Therapie bezieht sich auf gemeinsame Spiel- (Zeichen-, Gesprächs-)aktivität, wobei geschlechtskonforme Verhaltensangebote gemacht und adäquate Verhaltensweisen belohnt werden (z.B. durch modifizierte token economy). Geschlechtsatypische Verhaltensweisen werden nicht beachtet bzw. – beiläufig – unterbunden (jedoch nicht sanktioniert).

(Klaus Beier – Sexualmedizin)

Der in Klammer gesetzte Hinweis (jedoch nicht sanktioniert) versucht darüber hinwegzutäuschen, dass Nichtbeachtung selbstverständlich eine Sanktion ist, mittels derer jemand konditioniert werden soll. Es stellen sich hier einige Fragen:

  1. Was sind geschlechtskonforme Verhaltensweisen, wer bestimmt welche das sind und warum darf ein Mensch keine Verhaltensweisen haben, die als nicht-geschlechtskonform klassifiziert wurden?
  2. Transsexuelle Kinder leiden in höchsten Grad dadurch, dass ihre Verhaltensweisen als nicht-geschlechtskonform betrachtet werden und sie damit Spott und Hohn ernten. Dieses Leiden soll also seitens der Psychologen noch verstärkt werden. Aber wenn ein Kind sogar Spott und Hohn in Kauf nimmt resp. es selbst unter diesen Umständen nicht vermeiden kann, wie kommt dann so ein Hirnprogrammierer auf die Idee, er könne mit Nichtbeachtung mehr leisten?
  3. Wenn so ein Psychologie-Konditionierer dem gesellschaftlichen Druck noch einen draufsetzen will und das Kind noch mehr unter Druck setzen möchte, wäre es da nicht angebrachter, Kinder mittels Waterboarding zu brechen? In Guantamo wurde das mehr oder weniger erfolgreich praktiziert und da Menschenrechte für die Psychiatrie noch nie bindend waren, wäre das sicher eine effizientere Methode als solche Kinderspiele.

Wohlgemerkt, wir reden hier nicht über Kinder, die einfach etwas inadäquate Verhaltensweisen haben, dieser Hirnwäscher redet von Menschen mit einer “Geschlechtsidentitätsstörung”, also von Menschen, deren anatomische Hirnstruktur nicht ihren Genitalien entspricht. Das einzige was er damit erreicht, ist dass Betroffene ihr Innerstes noch besser verdrängen können, er versucht die Selbstverleugnung zu perfektionieren bis hin zur Selbstaufgabe. Was damit erreicht wird, ist die Schaffung von Wesenskrüppeln, denen es in Zukunft noch viel schwerer fallen wird, sich selbst zu entfalten und entwickeln.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass diese Kinder niemandem etwas angetan haben, sie sind für niemanden eine Bedrohung, sie tun nur das, was ihre Seele von ihnen fordert, sie versuchen nur, sie selbst zu sein. Das soll unterbunden werden – warum, weiss niemand, es muss einfach getan werden – auf Teufel komm raus.

Und so stellt sich mir noch eine letzte Frage: Wenn Kindsmisshandlung ein Straftatbestand ist, weshalb dürfen die Folterexperten Verhaltenstherapeuten der Psychologie-Sekte weiterhin frei herumlaufen? Weshalb darf man Kinder psychisch terrorisieren, aber verprügeln darf man sie nicht? Ganz ehrlich, wenn ich ein Kind wäre in den Fängen solcher “Experten” und die Wahl hätte, ich würde mich lieber täglich zehn Mal verprügeln lassen, als dass man mir das Hirn zu Brei therapiert.

Zugegeben, bei Hunden funktioniert diese Form der Konditionierung, aber kann und darf Hundedressur zum Massstab werden, wie wir Kindern ihr Ich-sein austreiben?

Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen,
was von selber aus mir heraus wollte.
Warum war das so schwer?
(Hermann Hesse, Demian)

Warum? Ganz einfach, weil unsere Gesellschaft Einheitlichkeit und Konformität um jeden Preis fordert – und weil es solche “Verhaltenstherapeuten” gibt, die als Handlanger dieser Gesellschaft die Säuberung durchführen…………….

Mehr zum Thema:
ATME: Transsexuelle und Intersexuelle – Opfer derselben Ideologie
Mut23: Der Fall Reimer
Mut23: Das Gehirn bestimmt das Geschlecht


 

7 Reaktionen zu “Verhaltenstherapie bei transsexuellen Kindern?”

  1. inka

    Hallo Diana,
    über den Beier von der Charité, der auch als Gutachter bei Gericht zugelassen ist, habe ich von Freundinnen aus Berlin schon die schlimmsten Geschichten gehört. Er ist in TS-Kreisen inzwischen ziemlich verhasst.
    In meinem Blog rege ich mich heute übrigens auch über eine Geschichte im Zusammenhang mit der Berliner Charité auf. Im Tagesspiegel war heute ein Bericht, in dem es um das Für und Wider einer frühzeitigen Geschlechtsangleichung schon im Kindesalter geht.
    Liebe Grüße
    Inka

  2. Christina

    Bei so etwas bekomme ich auch immer sofort eine absolute Wut. Gerade bei Kindern, von denen es ja auch so schön heißt, dass sie das wichtigste Gut der Gesellschaft sind. Aber vielleicht ist das auch nur eine rein egoistische Denkweise. Womöglich sind sie auch nur deswegen so wichtig, weil sie uns später einmal versorgen sollen. Allerdings möchte ich über diese These jetzt besser nicht nachdenken!

  3. Horst.Haupt

    Ich würde – ais neurowissenschaftlicher Sicht – statt von Hirnprogrammierung – eher von Neurosenprammierung sprechen. Lässt man transsexuelle Kinder in einem entspannten, gesundheitsförderlichen Feld aufwachsen, das ihren Weg unterstützt, lernen sie nahezu spielerisch-selbstverständlich und unverkrampft entsprechend ihrem Hirngeschlecht zu leben.
    Die ‘verhaltenstherapeutischen’ Konzepte (Token economy usw.) funktionieren übrigens nur beim Menschen nur kurzfristig als Dressurrezept – weil sie wesentliche neuropsychologische Gesetzmässigkeiten des menschlichen Lernens ausser Acht lassen. Nicht die positive ‘Verstärkung’ an sich führt weiter, sondern der unerwartete Erfolg in einem kooperativen Lernklima, das darauf gerichtet ist, den/die Andere sich entsprechend seinen / ihren Hirngegebenheiten (körperliche Situiertheit) entfalten und entwickeln zu lassen. Manfred Spitzer hat ja dazu viel geschrieben und gesagt – und nicht nur er. Auch Herr Beier (wie viele aus der Sexologenriege) positioniert sich fachlich mit Ansichten, die man vor ca. 25 Jahren vertreten hat. Willkommen in den achtzigern!

  4. Diana

    @Inka: Ich kenne diesen “Experten” nicht, sein Zitat dient nur als Fallbeispiel. Aber ich habe kurz einen Text im Web von ihm überflogen und mir kam das nackte Grauen. Er scheint vom Mythos Geschlechtsidentitätsstörung so überzeugt zu sein wie ein Evangelikaler von der Wörtlichkeit der Bibel. Ihn als Gutachter zu haben dürfte arg strapazierend sein. Der Artikel im Tagesspiegel resp. Zeit.de war der Auslöser für diesen Beitrag, Kim hat ihn auf FB gepostet und nebenbei eben diesen Beier zitiert.

    @Christina: ich glaube weniger, dass diese Machenschaften der Rekrutierung späterer Patienten dient, ich halte es eher für fanatische Verblendung resp. sklavenhafter Dogmatismuswahn. Müsste eigentlich therapierbar sein ;-)

    @HorstHaupt: Guter Einwand, es ist wirklich eine Neurosenprogrammierung, man lernt durch Ablehnung des Ichs sich selbst zu unterdrücken. Bei mir brauchte es nicht mal Therapeuten, ich merkte schnell, dass ich Spott ernte, wenn ich mich mir selbst entsprechend verhalte. Kinder wollen sich anpassen, da ist der Weg zur Selbstverleugnung naheliegend. Wenn dann noch so Psychologen-Komiker kommen und diese Umstände gezielt erschweren, schafft man wirklich Krüppel. Dass solche “verhaltenstherapeutische Konzepte” nur eine oberflächliche Wirkung haben, glaube ich sofort, aber steter Tropfen höhlt den Stein und solche Konditionierung kann dazu führen, dass Betroffene jahrzehntelang in der Verdrängnung verharren und erst aus sich heraustreten, wenn die Folgeschäden enorm sind. Dann kommen dieselben Psychiater und diagnostizieren psychische Störungen als ursächlich für die Transsexualität. Spitzer sollte wirklich mehr gelesen werden in diesen Kreisen.

  5. Alexandra Galle

    “… Ganz ehrlich, wenn ich ein Kind wäre in den Fängen solcher “Experten” und die Wahl hätte, ich würde mich lieber täglich zehn Mal verprügeln lassen, als dass man mir das Hirn zu Brei therapiert …”

    Als Kind hat man mich ab 5,1/2 Jahre bis 17 Jahre, zu vier verschiedenen “Spezialisten” geschleppt, eine Wahl hatte ich nicht, von wegen; “ich würde mich lieber täglich zehn Mal verprügeln lassen, als dass man mir das Hirn zu Brei therapiert …”

    Das mit dem verprügeln hatte ich sowieso.

    Von was für Wahlentscheidungen redest Du da, für Kinder (für mich) gab es keine Wahlentscheidung. Einzig dem letzten “Medizinalrat” (Geiler Titel) in Herford, habe ich, um ihn loszuwerden, nach dem Maul geredet.

    Er schrieb später er sei wohl erfolgrech gewesen. Wie Unrecht er hatte shen wir heute.

    Alex..andra

  6. Frank

    @Alexandra: Danke für den Link auf den Artikel. Dein Passing auf dem Bild ist doch super!
    Was mich interessieren würde: Wo bekommt man bei Deiner Größe Frauenkleidung? Hast Du dann auch eine entsprechende Schuhgröße? Ich sehe zwar im Web den einen oder anderen Laden, aber die Auswahl scheint doch sehr mau zu sein…
    Hast Du inzwischen eine Arbeit? Ich wünsche Dir viel Erfolg und lass den Kopf nicht hängen!

  7. Diana

    @Alexandra: Ich sagte ja “wenn ich die Wahl hätte”, damit ist ja schon mal klar, dass man die Wahl eben nicht hat. Ich sage damit nur, dass Betroffene selbst herkömmliche körperliche Misshandlung in Kauf nehmen würden, wenn ihnen damit diese Verhaltenstherapien erspart würden. Das soll ausdrücken wie grausam das eigentlich ist.

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