(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Uni-Termin: Die offizielle Behandlung beginnt

Heute morgen fand der lang ersehnte Termin mit dem Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik statt – ab jetzt bin ich sozusagen universitär beglaubigte Trans-Frau :-) Ich werde nun bei der Endokrinologie für die Hormonbehandlung angemeldet, einen Termin für die Logopädie habe ich bereits und sie stellen für mich sogar einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme einer Laserbehandlung.

Einziger Haken an dieser Sache: Da die Endokrinologie chronisch ausgebucht ist, müsse ich damit rechnen, dass es etwa drei Monate geht, bis ich dort antanzen darf. Bis dahin habe ich auch mein Jahr Alltagstest durch, geschenkt wurde mir also faktisch nichts. Aber damit kann ich leben, ich bin seit Anfang Jahr Selbstversorgerin in Sachen Hormone und werde das auch noch drei Monate weiter machen können.

Wichtig für mich ist, dass nun offiziell die Behandlung anfängt. Aus meiner Sicht bin ich also nicht mehr in der Abklärungsphase sondern in der Behandlungsphase. Und das ist ein extrem gutes Gefühl. Aus einer Verdachtsdiagnose ist eine Diagnose geworden (das wurde nicht wörtlich so gesagt, fühlt sich für mich aber so an) und damit habe ich den zweiten von drei Meilensteinen überschritten. Anfang Jahr war der Beginn meines offiziellen Lebens als Frau, nun beginnt die offizielle Behandlung und in einem Jahr kommt der letzte Meilenstein, die geschlechtsangleichende Operation und daraus resultierend die Personenstandsänderung, also ein Ausweis in dem ich korrekt als Frau klassifiziert bin.

Wow, was für ein Gefühl, ich habe die Hälfte des Weges geschafft und könnte grad heulen vor lauter Freude. Voraussichtlich Ende 2010 dürfte die GaOp fällig sein, dann kann ich Jesus nachahmen und endlich sagen………
Es ist vollbracht :-)


 

12 Reaktionen zu “Uni-Termin: Die offizielle Behandlung beginnt”

  1. Juliet

    Komma rüber und lass Dich knuddeln, herzlichen Glückwunsch dazu !!!

  2. Bad Hair Days

    Gratuliere :-)

  3. Diana

    danke für die Glückwünsche, ich freu mich wirklich riesig, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es schneller soweit ist

  4. Juliet

    Das hätte ich Dir auch gewünscht, blöd, dass Du jetzt noch so lange auf den Termin bei der Endo warten musst. Vielleicht fällt ja ein anderer Termin weg und die können Dich vorziehen.

  5. Bad Hair Days

    Leeners ist leider für das Gegenteil bekannt. Manchmal werden die Termine innerhalb eines Tages schon mal von Drei Uhr Nachmittags auf Acht Uhr morgens verlegt.
    Die Monopolisierung der Behandlung in der Schweiz ist ein großes Problem. Man stelle sich vor, bei anderen medizinischen Problemen wird so gehandelt. Sie haben einen Beinbruch? In 3 Wochen ist ein OP Frei.

  6. Juliet

    Du, das ist hier aber nicht anders, wenn man so zum Arzt geht, wird erstmal gefragt “Haben sie einen Termin?” Nee, sorry, auf Kommando kann ich nicht krank werden und ich bin auch kein Hellseher “Mhm, ich glaub in drei Wochen krieg ich ne Grippe, ich mach schon mal nen Termin”.

  7. Diana

    @Sarah: es ist schon erschreckend, wie man uns teilweise hängen lässt, Dein Vergleich mit dem Beinbruch hat was. Das gilt ja auch für den Alltagstest. Man stelle sich vor, jemand kommt mit Krebs zum Arzt und der sagt, wir müssen eine Chemo machen, aber erst müssen wir wissen, ob Sie mit dem Haarausfall klar kommen, laufen Sie mal ein Jahr lang mit Glatze rum, falls Sie das hinkriegen, beginnen wir die Therapie.

    @Juliet: Bei Hausärzten klappt das hier recht gut, erst wenn man Spezialisten braucht, wirds mühsam

  8. Bad Hair Days

    Bei Leuten in unserem gehobenen Alter ist das zumindest von der zunehmenden Schädigung von Testosteron her noch einigermaßen verkraftbar, aber bei jungen Betroffenen (ab 16 ist in der Schweiz ja überhaupt erst das Diagnoseverfahren möglich) wird das ja auch noch gute zwei Jahre in Kauf genommen, während sich der Körper immer weiter verstümmelt (Entschuldigung, ich kann es nicht anders nennen). Und im deutschsprachigen Bereich wird völlig verkannt, wie wichtig Hormone für unser körperliches Wohlbefinden ist, weil das ganze ja als rein psychisches Problem (mit einer körperlichen Lösung?) verstanden wird.

    Über den deutschen Sonderweg werde ich wohl mal demnächst bloggen.

  9. Juliet

    Bei uns musste bei den Spezis auch Druck machen, die schieben einen auch gerne auf die Wartebank. Und wenn man einen Termin hat, muss man seeehr viel Zeit mitbringen, denn Termin heisst nur, dass man noch am selben Tag drankommt.

  10. Diana

    @Sarah: auf den deutschen Sonderweg bin ich gespannt, ich habe auch meine liebe Mühe mit dem hiesigen Verfahren. Aber kurzfristig kann ich es nicht ändern, also halte ich mich mehr oder weniger an die Spielregeln. Immerhin akzeptiert man meine Selbstmedikation. Aber wie Du sagst, gerade für junge TS ist so eine Verschleppung der Behandlung eine schwere Körperverletzung.

  11. Bad Hair Days

    Auweh, ich hab jetzt mit der Recherche für den Artikel begonnen und da gibt es extrem viel Material zu sichten. Aber ich kann schon mal eines verraten: Es waren drei Institute, die sich unter der Leitung der Psychanalytikerin (Freudianerin) Sophinette Becker an der Entwicklung der deutschen Behandlungsstandarts beteiligt haben. Der Leiter eines der Institute hat sich gleich im Anschluss daran mit einigen sinnvollen Argumenten dagegen aufgelehnt.

    Und wie gesagt, in Deutschland mit der freien Arztwahl werden die auch immer mehr untergraben, nur die (schweizer) Kompetenzzentren sehen sie als “Bibel”

  12. Diana

    das kann ich mir vorstellen, ich hab ja auch schon im Web über TS-Themen Sachen gesucht, gute Informationen sind wirklich schwer zu finden. Wir sind einfach ein zu kleiner Markt ;-)

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