(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transsexuelle Frau in Obamas Regierung

Soooooooooooooo genial, Obama hat eine transsexuelle Frau in die Regierung aufgenommen. Amanda Simpson gilt als hochqualifziert (so sind TwoSpirits halt), arbeitete bisher als Direktorin von “Raytheon Missile Systems” in Tucson und wird nun und wird nun technische Beraterin im Handelsministerium. Beim Amtsantritt sagte sie:

Als erste transsexuelle Regierungsbeauftragte hoffe ich, dass ich bald eine von Hunderten bin

(Amanda Simpson)

Nun denn, da hoffe ich mit, wenn Transsexuelle solche Posten einnehmen, wird das sicher auch das Image von uns allen verändern. Wer sich nachwievor am Mythos festbeisst, dass Transsexuelle eh alle im Rotlicht-Milieu arbeiten, dürfte da langsam in einen Argumentationsnotstand rutschen.

Aber natürlich gehen christliche Hassprediger Fundamentalisten bereits auf die Barrikaden und verschmutzen mit ihrem pervertierten Denken die Landschaft. Peter LaBarbera, Präsident einer rechtskonservativen Organisation namens «Americans for Truth», ereifert sich bereits öffentlich und fragt: “Wie weit soll diese Politik des homosexuellen Aktivismus gehen?”. Damit entlarvt sich einmal mehr eien christlicher Fanatiker und zeigt, dass er erstens dumm wie Brot ist, weil Transsexualität nichts mit Homosexualität zu tun hat und zweitens, weil er zeigt, dass er von der selbst gepredigten Nächstenliebe überhaupt nichts hält.

Schön an dieser Sache ist auch, dass 20minuten-Online diesen Artikel korrekt wiedergegeben hat, ohne hämischen Unterton oder beleidigende Wortwahl. Da können wir mal gespannt sein, wie derselbe Artikel im Blick erscheinen wird, es graut mir jetzt schon.

Ich werde mal die Medien im Auge behalten und hier allfällige Beiträge veröffentlichen:
20min: Erste Transexuelle in Obamas Regierung
Heute.At: Obama holt Transsexuelle in US-Regierung
Welt.de: Die Transsexuelle im Ministerium
Wienerzeitung: Simpson – Harter Kerl und zarte Frau

Auf Facebook entsteht soeben eine Unterstützungsgruppe, ich bin die 38. die mit von Partie ist :-)
Amanda Simpson Support Group

PS: jetzt erobern wir die Welt und wenn wir die Weltherrschaft an uns gerissen haben, verbieten wir Testosteron und Kopfsteinpflaster, jawoll :o)


 

14 Reaktionen zu “Transsexuelle Frau in Obamas Regierung”

  1. Morag

    Mr. Obama macht mir Angst-nicht nur mit seinen Ideen (die er ja leider nicht alle am Rest der immer noch recht rückständigen Amis vorbeibringt), nein, er stellt Leute schlicht nach Qualifikation (die Amanda ja wohl hat) ein.
    Wenn das mal gutgeht :-/

  2. Kim

    Ich bin jetzt mal fies… zwar freut es, dass Obama eine transsexuelle Frau unterstützt… dennoch habe ich mir für 2010 vorgenommen, dass ich ab sofort keine Frau mehr unterstützen werde, die glaubt, sie “wäre mal ein Mann gewesen” (Damit fallen in Deutschland schon einmal eine ganze Menge Menschen weg, die sich in lustigen Vereinen organisieren, die genau so einen Unsinn verbreiten). Ich bin mir da bei Amanda nicht sicher – es gibt Interviews und Zeitungsartikel, die in diese Richtung deuten… Menschen, die an Geschlechtsumwandlungen glauben, unterstützen eine Ideologie die ich nicht unterstützen werde: Die Kostruierbarkeit von Geschlecht anhand äusserer Faktoren wie Rollenerwartungen oder Körpermerkmale. Da ich weder Geschlechtssteroytpe mag, noch zu denen gehören, die körperliche Operationen für “geschlechtwandelnd” erachten (hatte ich erwähnt, dass ich Zwanhsoperationen z.B. von intersexuellen Menschen ablehne?), hängt für mich eine Unterstützung transsexueller Menschen ab, ob diese nun entweder an Geschlechtsumwandlungen glauben oder ob sie in der Lage sind ihr angeborenes Geschlecht als Teil der Vielfalt der Natur zu begreifen.

  3. Bad Hair Days

    Die Nachricht ist natürlich erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass das überhaupt Nachrichtenwert besitzt.

  4. Morag

    @Sarah: Klar, aber solange die westliche Gesellschaft nicht die erforderliche Toleranz erreicht hat, um etwa solche Nominierungsvorgänge einfach nur mit “…Obama hat eine neue Mitarbeiterin ernannt…” zu quittieren, wird es sie immer geben.

    Und diese Nachrichten können helfen, die Toleranz zu fördern. Gerade weil sie eben Transgender aus der “Schmuddelecke” rausholen und die Leute sie nun auch mit Begriffen wie “hochqualifiziert” (müssen sie ja nicht sein, aber sie können halt auch-wie alle anderen Gesellschaftsmitglieder eben) in Verbindung bringen.

  5. Diana

    @Morag: ich bin echt verblüfft, was Obama bereits alles hingekriegt hat. Klar kann er nicht alles verändern, er hat ja noch die Konservativen im Genick, aber es ist schon erstaunlich, wenn man ihn mit dem Texanischen Kriegstreuber vergleicht.

    @Kim: ich seh das nicht so schwarz-weiss. Klar ist es mir am liebsten, wenn eine Transfrau sich korrekt ausdrückt. Aber solange wir in gewissen Medien als “Transen” betitelt werden und die Leute glauben, Transsexuelle würden eh im Rotlichtmilieu arbeiten oder sich nach der Op umbringen, kann es nur hilfreich sein, wenn sie sehen, dass es sehr wohl sehr erfolgreiche TransFrauen gibt.

    Da fällt mir grad eine gute Formulierung ein, wenn ich meine Op hinter mir habe und ich von meiner Vergangenheit reden werde, sag ich am besten “als ich noch transsexuell war” :-)

    @Sarah: da hast Du natürlich Recht, es sollte gar kein Thema sein. Aber da man dieses T-Etikett ständig emporhebt, wenn es um Negativ-Schlagzeilen geht, dann ist es umso erfreulicher, wenn das T auch mal in positivem Licht gezeigt wird.

    Ich kenn ja nicht die ganze Welt, aber von den TransFrauen die ich kenne, sind viele erfolgreich. Aber wenn man Leute fragt, können sie sich das kaum vorstellen, dass wir ein ganz normales Leben führen können. Grad kürzlich war ja diese grusige Blick-Story von einer TransFrau die von einem Freier vergewaltigt und entführt wurde. So Bilder bleiben in den Köpfen, da ist es wichtig, dass die Leute wahrnehmen, dass es unter uns auch Regierungsmitglieder, Firmenbesitzerinnen oder Informatikerinnen gibt.

  6. Bad Hair Days

    http://aebrain.blogspot.com/2010/01/todays-battle-crucifixion-of-amanda.html

  7. Diana

    gruslig, aber so geht’s, wenn Hirnlosigkeit und religiöser Fanatismus sich kreuzen und wenn dann solche Leute auch noch in einem Haufen vereint sind

  8. Morag

    Aber Zoes Kommentar war doch klasse, oder? Lieber die nationale Sicherheit drangeben und jemanden einstellen, der PI=3 setzt, weils ja in der Bibel so steht :-)
    Fundamentalismus ist einfach brandgefährlich!

  9. Diana

    Zoes Kommentar ist schon ok, aber die Reaktionen darauf sind teils grässlich – wie immer, wenn Hirnlose denken, sie müssten auch über Dinge urteilen, die sie nicht verstehen

  10. Bad Hair Days

    Die Welt hat nun auch einen Artikel veröffentlich. Leider sehr Transphob:

    http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article5760156/Die-Transsexuelle-im-Ministerium.html

  11. pseudo

    @ Diana : dann glauben die Menschen aber du seist “geheilt” (also nicht in dem eigentlichen Sinne sondern du wärst eine Frau dei mal ein Mann “werden wollte”)

    Ich kann mir nicht helfen; zwar finde ich es durchaus Positiv wenn die Kompetenz eines Menschen im Vordergrund steht, aber irgendwie beschleicht mich ein sehr komisches Gefühl wenn von “trans” “war mal ein Mann” und ähnliches gesprochen wird.

    ICH persönlich würde es nicht wollen das man von mir iregndwie in eine solche Art spricht.
    Denn sobald eine “transexuelle” oder Intersexuelle _Vergangenheit bekannt wird, ist man nicht mehr der Mann oder eben die Frau der/die man ist.
    Und futsch ist all die schöne Sozialisierung und man bleibt zurück mit einen “narbigen” Körper, Penis oder Brustimplantate und ist noch müder als zuvor….

  12. Diana

    @Pseudo: klar wäre es schön, wenn das “trans” gar kein Thema wäre, sie ist eine Frau, mehr muss man nicht wissen. Trotzdem ist es für uns sehr hilfreich, wenn das schräge Bild von Transsexuellen so kontrastiert wird und die Leute sehen, dass eine Transfrau auch toll sein kann. Eine Frau, die eine transsexuelle Vergangenheit hat, sollte dazu genauso stehen wie eine, die mal einen Beinbruch hatte oder die Mandeln entfernt hat. Erst dann erreichen wir wirkliche Normalität.

  13. Alexandra

    Hallo Diana ich kenne in Hannover Deutschland sogar eine Transsexuelle die beim Deutschen Zoll war !
    Liebe Grüße die Alex

  14. Diana

    @Alexandra: na sowas gibt doch Mut :-)

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