(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transgender Day of Remembrance 2009

transgender-day-of-remembrance-2009Zum elften Mal findet heute der International Transgender Day of Remembrance statt, ein Tag an dem Transgender auf der ganzen Welt den Opfern transphober Gewaltverbrechen und Morde gedenken. Dieser Erinnerungstag geht zurück auf den Mord einer Transsexuellen namens Rita Hester, die im jahr 1998 ermordet wurde. Wie viele Hate-Crimes an Transgendern ist auch dieser Fall nie gelöst worden.

Anlässlich des Todes von Rita Hester wurde die Website Remembering Our Dead gegründet, in der die Transgender-Community ihrer Toten gedenkt. Es ist unerträglich, diese Auflistung zu betrachten.

Auch wenn das Phänomen von Hate-Crimes gegenüber Transgendern hier in der Schweiz (momentan) kein grosses Thema ist, sollten wir doch nicht vergessen, dass weiterhin Transgender ermordet werden nur um ihrer Wesensart willen.

Allein dieses Jahr wurden weltweit 95 Transgender ermordet, monatlich werden also 19 Transgender getötet, einfach weil sie sind wie sie sind. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das muss uns zu denken geben!

Ebenfalls darüber geschrieben:
Aktion Menschenrecht und Transsexualität e.V.
TgEu.org (Transgender Europe’s Trans Murder Monitoring Project)
Erlebnisse und Gedanken
Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
Bad Hair Days
Queer-o-mat
Frau mit Bart


 

9 Reaktionen zu “Transgender Day of Remembrance 2009”

  1. Juliet

    Es ist traurig und erschreckend zugleich, dass es Menschen gibt, die meinen, darüber entscheiden zu dürfen, wer ein Recht auf Leben hat und wer nicht.
    Warum schaffen es diese Menschen nicht, einfach dem aus Weg zu gehen, was sie so stört, was ist aus “Leben und leben lassen” geworden..

  2. Diana

    vorallem erschreckend ist es, weil es widerspiegelt, was die Gesellschaft von uns hält. Würde uns nicht der Mythos des Skurilen anhängen und würden wir dazu erzogen, Andersartigkeit nicht als fehlerhaft zu betrachten, dann gäbe es solche Auswüchse nicht.

    Albert Schweitzer sagte sinngemäss: “Die höchste Form von Ethik ist Ehrfurcht vor ALLEM Leben”. Das schloss für ihn auch jedes Tier und jede Pflanze mit ein. Verrückt, dass wir es nicht mal mit unseren eigenen Artgenossen hinkriegen.

  3. Juliet

    Das stimmt…
    Mich hat Andersartigkeit immer eher neugierig gemacht und bin da bisher noch nie mit auf die Schnauze gefallen.
    Anders heisst ja nicht falsch oder schlimm oder böse, aber krieg das mal in die Köpfe der Menschen.

  4. Morag

    Hallo Diana.

    Dann laß uns heute Abend dieses Tages gedenken-jedes ausgelöschte Menschenleben ist eins zuviel und es gibt eigentlich nichts, was das Opfern eines Menschenlebens wert ist (ich muß so stark differenzieren, weil ich auch Fleisch esse :-( ).

    Zu Deinem letzten Gedanken: der Homo Erectus (*) ist die einzige Tierart auf diesem Planeten, bei der die Männchen die Weibchen der eigenen Art sinnlos mißhandeln. Es gibt einige Arten, bei denen es bei der Paarung etwas ruppiger zugeht, aber die Verluste sind dort insgesamt ausgewogen zwischen den Geschlechtern.

    Viele Grüße, Morag

    PS:(*) ich weigere mich, angesichts der täglich zur schau gestellten Intoleranz, Dummheit und Kleingeistigkeit die offizielle Artbezeichnung zu verwenden-das “Sapiens” müssen wir uns erst noch verdienen.
    Davon ab trägt das Erectus auch die Testosterongesteuertheit der Gattung im Namen-bei mehr Frauen an der Macht würde der Planet wohl anders aussehen (abgesehen von deutlich mehr Schuhgeschäften ;-)).

  5. Diana

    Auch Gays haben eine lange Tradition, Opfer von Hate-Crimes zu werden. Dass man andere Menschen angreift oder gar tötet, nur weil man ihre Wesensart nicht versteht oder nicht gutheisst, entzieht sich definitiv meinem Verständnis, da hakt mein Hirn aus.

    Wir können den Menschen auch Homo Destructus nennen, das würd auch passen. Aber solang das Patriarchat noch Bestand hat, ist das mit dem Erectus ja auch passend :-)

  6. Juliet

    Es heisst doch, man soll ein Buch nicht nach seinem Äusseren beurteilen und auch in meiner Ausbildung hat man uns gesagt, wir sollen Menschen (Kunden) nicht nach ihrem Aussehen beurteilen, sondern alle gleich behandeln.
    Und auch in Beziehungskisten sagt man, der Charakter ist entscheidend.
    Ich weiss, ich wiederhole mich und Du hast es ja auch schon gesagt, ich kapier nicht, warum sich Menschen nicht die Mühe machen und mal genauer hinschauen, besser gesagt, hineinschauen. Dann würden sie vielleicht die Erfahrung machen, die ich gemacht habe:

    -unheimlich nette, sympatische, einfühlsame Wesen
    - kann man sich mit stundenlang über Gott und die Welt unterhalten
    - haben vielseitige Interessen
    - viele haben sehr ausgefallene Hobbies
    - Sind sehr kreativ oder haben ein besonderes Talent (wo mir schreiben und zeichnen am häufigsten aufgefallen ist)
    - sind treue Seelen

    Tja, bisher ist mir noch kein A…loch (Sorry) untergekommen.

  7. Diana

    Ich habe bisher auch die Erfahrung gemacht, dass Transgender oftmals sehr tiefgründige Menschen sind. Ich glaube, das kann gar nicht anders sein. Wer sich mit so Fragen beschäftigen muss, kann sich mit einfachen Antworten nicht zufrieden geben. Man muss lernen hinter den Vorhang zu blicken. Und gerade die Fähigkeit, sich in beide Geschlechter hineinzuversetzen, macht Transgender zu guten Gesprächspartnern und Ratgebern. Zumindest kann man es ein wenig zynisch so formulieren: Transgender haben genug positive Seiten, dass man sie nicht töten sollte.

  8. Clarissa

    mich bedrückt dieser termin immer wieder aufs neue, und ich hoffe jedes jahr vergebens das sich mal eine Null bei der opferstatistik zeigt. aber ich glaub nicht dass dies je der Fall sein wird.
    Der Mensch ist eben dumm und dummheit und intolleranz ist der beste Boden um die hässliche Blütte des hasses zum erblühen zu bringen.
    Teilweise hab ich echt angst um freunde nur weil ich weiß wie es enden kann. wen man auch überlegt wie schnell eine liebe nur wegen einem outing in hass umschlagen kann, verliere ich ab und an den glauben an die menschen.

    meine kerze brennt in der kirche zum gedenken. auch wen ich sonst nichts mit religon am hut hab.

    LG CLarissa

  9. Diana

    eigentlich ist der Mensch nicht wirklich dumm, er wäre sehr intelligent, aber er ist ignorant und grössenwahnsinnig. Schon Sokrates erkannte, dass das einzig wahre Wissen darin besteht, dass wir eigentlich nichts wissen. Dieses Wissen um unser Unwissen ist verloren gegangen und daraus resultierte eine unsägliche Arroganz und diese Arroganz ist das Fundament für diese Blüten des Hasses.

    Trotzdem dürfen wir uns nicht verrückt machen. Zumindest in unseren Breitengraden sind Hate-Crimes meines Wissens sehr selten. Wenn ich rausgehe, betrachte ich die Welt nicht als eine Schlangengrube und rechne mit Tod und Verdammnis. Es bleibt ein kleines Restrisiko, aber damit lässt sich genauso leben wie mit der Möglichkeit, von einem Auto überfahren zu werden. Ich habe nur sehr selten Angst vor Gewalt, ich fürchte viel mehr, an der Kälte dieser Welt irgendwann zu erfrieren.

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