(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Tief beschmutzt und stolz im Herz

Ich war schon immer ein Wesen, das sehr intensiv empfindet und ebenso intensiv lebt. Mittelmässigkeit ist meines Erachtens ein Verzicht auf das Leben. So kann ich quietschvergnügt sein wegen ein paar neuen Schuhen, kann tief berührt sein durch einfühlsame Worte, kann in höchste Verzückung geraten wenn ich ein Eichhörnchen im Wald beobachte……. und genauso intensiv kann ich trauern, leiden und verzweifeln.

Es gibt immer wieder Tage, an denen meine Seele in Schutt und Asche gelegt wird, an denen ich in tausend Stücke zersplittere und im Spiegel nur noch ein fragendes Gesicht sehe.

Wenn es mich so umhaut und ich mich fühle als würde ich in Trümmern am Boden liegen, dann ist oft Musik die Medizin, die mich wieder auf die Beine stellt. Dass ich einen Hang zur Gothic-Band Lacrimosa habe, brauche ich den regelmässigen Lesern nicht mehr zu erklären, Zitate aus Lacrimosa-Texten ziehen sich wie ein rotes Band durch mein Blog. Aber es gibt ein Lied, das mir vorallem in so schweren Zeiten immer wieder auf die Beine hilft und die meine angeborene Renitenz immer wieder von Neuem entfacht, das mich trotzig aufstehen lässt, egal wie tief ich gefallen bin. Das Lied heisst “Stolzes Herz” und es kreuzt mein Leben in verschiedener Weise.

Einerseits ist es die “Selbstbeschreibung” am Anfang des Liedes aber vorallem auch der Refrain, in dem er singt, wie er “tief beschmutzt und stolz im Herz” ist. Heute hat mir Stoeps einen liebevollen Kommentar in mein Blog geschrieben und mir sogar einen Blogbeitrag in seinem eigenen Blog gewidmet…… und mich so daran erinnert, dass ich dieses Lied wieder mal hören sollte ;-)

Also, wenn ich wieder mal ganz down bin und nur noch mit Dark Sanctuary Videos und Ähnlichem aufwarte, dann macht Euch keine Sorgen, Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich früher oder später wieder “Stolzes Herz” hören werde ;-)

Zu fühlen um zu spühren
Meine Sinne, meine Seele
Mein Gewissen und mein Herz

Am Abgrund meines Lebens
Am Ende meiner Selbst
Gebrechlich tief im Innern
Und schwach nach aussen hin

Ist es schlecht? Und was ist gut?
Ist es krank? Und was heisst leben?
Nein! Es ist nur ehrlich, menschlich,
Und verflucht – Es ist doch nur die Wahrheit!

Im Auge der Gemeinheit – der Allgemeinheit
Schlicht verwerflich, transparent
Doch ist es tiefer, stärker und viel mehr

So ist der Mensch nur auf der Suche nach der Stärke
Nach der Lüge – blindem Wahn
Und der Oberflächlichkeit

Mit blutverschmierten Händen
Mit einer Träne im Gesicht
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick
Aufzustehen auch aus dem Dreck
Tief beschmutzt und stolz im Herz
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben

Sind meine Hände blind und stumm?
Sind meine Augen alt und schwach?
Ist mein Herz dem Blut erlegen?
Und bei allem doch nur ehrlich
Bin ich Mensch und bin ich Schmerz?
Bin ich die Träne und der Kuss zugleich?

Mit blutverschmierten Händen
Mit einer Träne im Gesicht
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick
Aufzustehen auch aus dem Dreck
Tief beschmutzt und stolz im Herz
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben

(Lacrimosa – Stolzes Herz)

PS: Das ist der 199. Blogbeitrag, für den Nächsten muss ich mir glaubs etwas ganz Spezielles einfallen lassen ;-)


 

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