(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

SternTV – Im falschen Körper geboren: Wie aus Tim Kim wurde

Ich habe hier ja schon mal kurz über Kim Petras berichtet. Ein zuckersüsses Mädchen, das im falschen Körper geboren wurde. Aber im Gegensatz zu vielen Anderen war es ihr vergönnt, schon vor der Pupertät geschlechgsangleichende Massnahmen einzuleiten und so blieben ihr die Folgen der pupertären Veränderungen erspart.

Heute Abend bringt Stern-TV um 22:15 auf RTL eine Dokumentation über sie mit dem Titel: “Im falschen Körper geboren: Wie aus Tim Kim wurde“. Ob die Doku gut ist, kann ich noch nicht beurteilen. Aber sie selbst ist ein Klasse-Mädel und ich freue mich, mehr über sie zu erfahren.

Wer es verpasst, eine Wiederholung gibt es am Samstag 30.1. um 3:45.

In der Doku-Beschreibung auf stern.de steht jedenfalls nebst eher unkorrekten Sachen etwas, was doch vielversprechend klingt, zumindest wenn man’s vergleicht mit dem Schmarrn, den Medien sonst so über das Thema schreiben:

Die Ursachen für das Entstehen von Transsexualität sind nicht hinreichend geklärt. Ausschließlich psychische oder soziale Ursachen werden inzwischen ausgeschlossen. Möglicherweise sind vorgeburtliche Hormonstörungen ein Auslöser. Die meisten Transsexuellen berichten, das Gefühl, im falschen Körper zu stecken, von frühester Kindheit an gehabt zu haben – und nicht etwa erst mit Beginn der Pubertät.

Mehr über Kim Petras ist hier zu finden:
Kim Petras Homepage
Kims Petras YouTube Videos

Nachtrag – eine persönliche Bewertung
Naja, es kam wie ich angenommen habe, dass es kommen muss. Kurz gefasst würde ich es so formulieren. Wäre Kim und ihre Familie nicht dabei gewesen, wäre die ganze Doku eine Kiste voll Desinformation und ein Zeugnis für die Ignoranz des Menschen.

Sowohl Mauch als auch die Dame die in der Reportage alles moderiert hat, haben so ziemlich alle Kapitalfehler gemacht. Sätze wie: Kim war früher ein Junge – ER blabla – Geschlechtsumwandlung – jetzt ist sie ganz Frau…… das Ganze war einfach frei von jeglichem Verständnis. Kim war nie ein Junge, sie hatte nur einen männlich geformten Körper. Deshalb war sie nie ein “er”. Ein Geschlecht kann man nicht umwandeln, man kann nur den fehlentwickelten Körper dem Selbst angleichen. Und ein Mann kann keine Frau werden, unmöglich, es kann nur eine Frau, die schon immer weiblich war, das Äussere dem Inneren angleichen.

Interessant war auch, dass diese Zwei konsequent in einer männlichen Form von Kim gesprochen haben, wenn es um die Vergangenheit ging. Ihre Eltern und ihre Schwester hingegen sprachen von “ihr”, von Kim, selbst wenn sie von einer Zeit sprachen, in der sie noch glaubten, einen Jungen zu haben. Auch ihre Freundinnen waren eindrücklich, es war offensichtlich, dass sie in Kim ein Mädchen sehen, sie so behandeln und respektieren, weil sie spüren, dass sie ein Mädel vor sich haben.

Auch der “Spezialist für transsexuelle Kinder” zeigte eine Denkweise, die wirklich merkwürdig war. Es ist lobenswert, dass er Kim geholfen hat, da wo ihr niemand helfen wollte. Aber wenn er beispielsweise sagt, dass die meisten transsexuellen Frauen eine homosexuelle Orientierung entwickeln, dann frage ich mich weshalb er so jemandem hilft, wenn er doch nichts begriffen hat. Wenn eine transsexuelle Frau eine Frau ist – und davon scheint er auszugehen, sonst würde er sie nicht medizinisch behandeln – dann kann diese Frau nicht homosexuell sein, sie kann höchstens lesbisch sein. Wenn er von einer “homosexuellen Frau” redet, erweckt er den Eindruck, dass er sie für einen Mann hält. Es scheint für Fachleute extrem schwierig zu sein, sich von dieser Denkwelt zu verabschieden. Wenn eine (transsexuelle) Frau auf Männer steht, dann ist sie heterosexuell. Wenn sie wie ich auf Frauen steht, ist sie lesbisch. Solche Aussagen zeigen m.E., dass er ihr zwar hilft, weil er die Notwendigkeit einer Behandlung sieht, dass er aber nicht verstanden hat, wo das Problem liegt und dass er noch immer in einer Denkwelt gefangen ist, nach der er selbst gar nicht mehr praktiziert.

Erfreulich zu hören war dafür, dass seine Patienten ausnahmslos ihren Weg fortgesetzt haben und niemand diesen Schritt bereute. Auch diesbezüglich herrschen in der Gesellschaft völlig verzerrte Vorstellungen, auch wenn alle Fachleute davon berichten, dass es transsexuellen Frauen nach den geschlechtsangleichenden Massnahmen deutlich besser geht.

Aber – und das ist für mich der wichtigste Teil – den Zuschauern wurde durch Kim eine wundervolle, natürliche und sehr weibliche Frau gezeigt, der man ansieht, dass sie jetzt wirklich glücklich ist, die trotz aller Ausgrenzungen eine selbstbewusste Frau ist und die mit Sätzen wie “ich wusste schon immer, dass ich ein Mädchen bin” das sagte, was eigentlich die Fachleute und Reportagemacher hätten klarstellen sollen. Kim Petras ist für mich spätestens seit heute eine Botschafterin der transsexuellen Frauen. In ihr zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass eine transsexuelle Frau nichts anderes als eine ganz normale Frau ist, die eine transsexuelle Vergangenheit hat und dank der modernen Medizin ihren fehlentwickelten Körper dem Inneren angleichen konnte. Und das in einer Weise, die für jeden Zuschauer stimmig sein muss, in ihr findet man eine Authentizität, die mehr sagt als tausend kluge Worte der Fachleute, die hier einmal mehr ausblieben.

Doch, diese Reportage würde ich jederzeit weiter empfehlen, nicht weil sie gut gemacht war sondern weil Kim einfach eine absolut glaubwürdige Frau ist. Was für eine Wohltat, neuerdings von Frauen wie Kim Petras oder Amanda Simpson reprösentiert zu werden.

UPDATE 28.1.2010: Die Sendung scheint grossen Anklang zu finden. Obwohl ich bei Google zu diesem Thema keine gute Platzierung habe, hat sich der Traffic heute verdoppelt. Rund eine Hundertschaft landete hier auf der Suche nach Kim Petras Homepage. Ich werte das mal als Gutes Zeichen – eine so sympathische Frau wie Kim fördert das Verständnis und die Akzeptanz. Ich sag’s ja, Kim ist unsere Botschafterin – möge die Welt endlich begreifen, dass auch wir TransFrauen ganz normale Frauen sind, die wie alle anderen ein Recht auf ein glückliches Leben und gesellschaftliche Akzeptanz haben. Danke Kim!


 

14 Reaktionen zu “SternTV – Im falschen Körper geboren: Wie aus Tim Kim wurde”

  1. Morag

    Dem kann ich nur zustimmen-zumindest haben sie ab dem Zeitpunkt der Erkenntnis, daß Kim ein Mädchen ist, auf das “sie” umgeschaltet (und fehlerfrei, wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Das ist doch auch schon was, oder?

    In einem Punkt muß ich mir aber erlauben, Dir zu widersprechen: “homosexuell” bezeichnet im eigentlichen Sinn (und so wird es der “Spezialist” im Beitrag gemeint haben) sexuelle Neigungen oder Handlungen, die sich auf Angehörige des eigenen Geschlechts beziehen-ohne auf ein Geschlecht festgelegt zu sein. Das Wort ist eine ungeschickte Verbindung von Griechisch und Lateinisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t).

    ‘Tschuldigung, wenn ich Dir jetzt die Spezialistenschelte verhagelt habe ;-)

  2. Diana

    auch wenn ich gern Spezialisten schelte, aber da haste Recht, fachlich formuliert sind auch lesbische Frauen homosexuell. Trotzdem hätte er es anders formulieren müssen, weil im Volksmund diese Unterscheidung doch in den Köpfen ist. Er hat auch bei anderen Stellen diesen Eindruck erweckt, zumindest auf mich. Aber wie ich ja sagte, es ist toll, dass er ihr geholfen hat, das scheint keine Selbstverständlichkeit gewesen zu sein wegen ihres Alters.

    Aber es war schade, dass einmal mehr nicht darüber geredet wurde, dass Transsexualität biologische Ursachen hat. Nichts stigmatisiert uns so sehr wie die Vorstellung, wir hätten eine Persönlichkeitsstörung. Auf der Website von stern.de wird darüber geschrieben, es wäre so ein Erfolg gewesen, wenn das in der Sendung auch thematisiert worden wäre.

  3. Diana

    hey Moment, Du hast mich reingelegt, ich sollte nicht am frühen morgen im halbwachen Zustand kommentieren.

    Dieser Fachmann sagte ja, dass sich die meisten TS homosexuell entwickeln, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Meisten Transfrauen führen später Beziehungen mit Männern, sind also hetero. Natürlich hast Du Recht, dass homosexuell lesbisch mit einschliesst, aber wenn er sich korrekt ausgedrückt hätte, hätte er sagen müssen, dass sich die meisten so wie Kim heterosexuell entwickeln.

  4. Kim

    “Wenn eine transsexuelle Frau eine Frau ist – und davon scheint er auszugehen, sonst würde er sie nicht medizinisch behandeln – dann kann diese Frau nicht homosexuell sein, sie kann höchstens lesbisch sein. Wenn er von einer “homosexuellen Frau” redet, erweckt er den Eindruck, dass er sie für einen Mann hält.”

    Transsexuelle Frauen gelten nach DSM und ICD lediglich als eine Steigerung homosexueller Männer, die sich dann Frauen nennen dürfen, wenn man ihnen mittels Hormonen bzw. OP einen neuen Körper verpasst hat. Diese Ansicht ist offizielle Ansicht auch des Herrn, der Kim betreut, ist er doch Teil der Sexologen-Kaste, die immer noch meint, transsexuelle Frauen wären “geschlechtsidentitätsgestörte biologische Männer”. Im englischen heisst das “gender identity disorder” – wobei GENDER sich auf das Verhalten bezieht und damit gemeint ist, dass eine Junge, der sich nicht wie sein Genital verhält (nach psychoanalytischer Theorie ist jeder Mensch identitätsgestört, der sich nicht verhält wie sein Genital) später entweder schwul wird, oder eben transsexuell. Ich habe lange gebraucht bis ich verstanden habe: Nach Lehrbüchern gibt es Transsexuelle Menschen als gegebene natürliche Geschlechtsvariante bis heute nicht.

    Zu SternTV hier ein kleiner Kommentar von mir:
    http://www.mut23.de/index.php?option=com_content&task=view&id=292

  5. Morag

    Soviel Heimtücke traust Du mir zu, daß ich Deinen Zustand vor der dritten Tasse Kaffee ausnutze ? ;-D *schmoll*

    Mir gings nur um die Klärung, daß zumindest fachlich gesehen “homosexuell” nix über das Geschlecht aussagt-auch wenn sich in der Öffentlichkeit wohl inzwischen irrigerweise die Begriffe “homosexueller Mann-lesbische Frau” einzubürgern scheinen-und da sind wir ja einer Meinung.

    Wie er das gemeint hat mit seiner Aussage, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn Deine Interpretation richtig ist, liegt er natürlich falsch-und Du darfst ihn in die Reihe der Tütü-Träger einreihen (für die Verdienste um Kim würde ich ihm aber den Rüschenbody ersparen) ;-D

  6. Kim

    “Anders als früher wird heute die frühe Manifestation der GIS und die sexuelle Orientierung auf Männer als zusammengehörend gesehen. Die früher beschriebene ‘Asexualität’ einer Untergruppe von MF-TS (Person und Ovesey 1974 a, Bentler 1976) könnte das Ergebnis eines Artefakts sein, etwa dadurch bedingt, dass die Patienten sexuelle Wünsche und Phantasien aus Angst davor verschwiegen, als homosexuell eingestuft zu werden.

    [...]

    Dies macht Sinn angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Jungen mit manifester GIS in der Kindheit später homosexuell und nur eine Minderheit transsexuell wird (Green 1987 a und b, Money und Russo 1979, Zucker und Bradley 1995). ”

    Sophinette Becker, Transsexualität – Geschlechtsidentitätsstörung in:
    Götz Kockott/Eva-Maria Fahrner (Hrsg) : Sexualstörungen. Thieme Verlag
    Stuttgart New York 2004, 153-201

  7. Kim

    Dazu auch unser aktueller Bericht: http://atme-ev.de/images/Menschenrechtstexte/menschenrechtsbericht-2009_komplett%20mit%20cover.pdf

  8. Diana

    @Kim: das Ganze ist mehr als paradox, wie auch im ATME Bericht zu lesen ist. Wäre eine transsexuelle Frau ein Mann, wäre jeder Arzt komplett irre, der geschlechtsangleichende Massnahmen einleitet. Heute in einer Zeit, in der wir wissen, dass Transfrauen ein weibliches Gehirn haben, ist das einfach nur noch abstrus.

    Der Unsinn dieser Denkweise zeigt sich dann, wenn eine Frau, die gemäss Ausweis eine Frau ist, eine Beziehung mit einem Mann führt und dann als homosexuell verstanden wird. Da krieg ich n’Knopf im Hirn.

    Wie ich im Blogbeitrag geschrieben habe, die Reportage selbst war einmal mehr pure Faktenresistenz, aber Kim selbst hat sich korrekt ausgedrückt und kam auch glaubwürdig rüber.

    Zumindest eines kam m.E. gut rüber. Der Weg, den transsexuelle Menschen gehen, ist der Richtige. Das mögen Fachleute in noch so skurile Worte kleiden, es war offensichtlich, dass dieser Frau durch diese Massnahmen geholfen wurde und es war auch gut spürbar, dass Kim das nicht einfach aus Spass macht sondern weil das Leben im falschen Geschlecht einfach unerträglich ist.

    @Morag: ok dann nehm ich ihn auf unsere Tütü Liste, das wird eine prächtige Parade ;-)

  9. Kim

    Ich hab gerade mal bei Stern Online einen Forumsbeitrag erstellt, mal sehen wann er weggelöscht wird…

    http://www.stern.de/foren/stern-tv-die-sendung/43828-im-falschen-koerper-geboren-wie-aus-tim-kim-wurde.html

  10. Kim

    Hab mal ein paar Kommentare gefunden, die genau wiedergeben, warum ich mich über diese “Geschlechtsumwandlungs”-Märchen so aufrege (aus diversen Foren):

    “Weil ich Geschlechtsumwandlungen nicht gutheisse, wie so viele andere auch nicht. Alles hat seinen Grund. ES hätte nur einen guten Therapeuten gebraucht.

    hat er eigentlich dann immer schon im sitzen gestrullert?

    Immer heisst es, vorallem bei Schönheitsop´s, die Leute sind krank. Brauchen keinen Chirurg sondern nen Psychologen. In dem Fall ist es genauso.

    geile boobs für ein kerl.

    ekelhaft, aber geiel irgendwie :D

    Entschuldige, aber ES wird ja nun NIE wirklich ein weibliches Wesen sein, auch wenn es von aussen so ausschaut. Die Menschen denken wirklich überall reinpfuschen zu können. Aber zu 100% wird es NIE klappen! Deswegen ES!

    Dass die KK sowas überhaupt zahlen wo es nicht um Leben und Tot geht, aber krebskranke Leute (wie meine Oma) einen Teil ihrer Therapie die notwendig ist um am Leben zu bleiben, auch noch selbst zahlen müssen, dann weiss ich echt nicht was hier schief läuft.

    Aber unterstützt nur weiter dieses System.

    und sagt sie das ihrem macker eigentlich mal, im sinne von “Hey, ich war übrigens mal ein Kerl.

    so kein bock auf ne künstliche muschi

    wenn man die vorgeschichte nicht kennt, geht sie eigentlich schon klar”

  11. Diana

    klingt nach Bild Lesern, ein weiteres Zeugnis dafür, dass dumme Menschen auch über Dinge reden und urteilen können, die ihren Verstand bei weitem überfordern.

    Seltsam, dass niemand bei der Operation eines Magengeschwürs von einer Magenumwandlung spricht. Wenns um Transsexualität geht, haben viele leider ein ganz dickes Brett vor dem Kopf. Gerade deshalb wäre es dringend nötig, dass Medien als Meinungsmacher endlich ihren Verstand benützen und sich über Dinge informieren, bevor sie schreiben.

    Auf jeden Fall sind so Kommentare so menschenverachtend, dass nichts über das Thema aussagen sondern nur über den Krankheitsgrad der Hirne derer, die so Dreck schreiben.

  12. Kim

    Weisst du, eigentlich sagen diese Menschen, die wie Bildzeitungsleser klingen auch nicht viel anderes als das, was in den Büchern steht:

    “Denn nach wie vor ist spürbar, dass der Trans-Mann kein ‘wirklicher’ Mann und die Trans-Frau keine ‘wirkliche’ Frau ist”
    (aus einem Buch von Udo Rauchfleisch)

    “Bei den Wörtern Transvestismus und Transsexualismus hatte die Vorsilbe ‘Trans’ zwei Bedeutungen: Erstens bezeichnete sie den Übergang im Sinne von ‘transition’, wie man ihn für Transvestiten temporär und für Transsexuelle dauerhaft konzeptualisieren konnte, zweitens stand sie für die Transformation, d.h. die Geschlechtsumwandlung”

    “Die jüngsten werden als Kinder im Vorschulalter von ihren Eltern zur Behandlung gebracht, und seit dem Artikel in der ZEIT vom 27. Mai 2004, in dem von einem bzw. einer 13-Jährigen berichtet wurde, der/die mit einer gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung begann, wollen sie jetzt im Einverständnis mit ihren Eltern möglichst schon vor oder wenigstens bei Pubertätsbeginn operiert werden (vgl. Cohen-Kettenis/Pfäfflin 2003). Die Ältesten kommen nach einem langen Arbeitsleben, als Väter und Großväter, manchmal bereits im Ruhestand, wo sie glauben, sich nunmehr die Freiheit nehmen zu können, so zu leben, wie sie angeblich schon immer gefühlt haben.”
    (Friedemann Pfäfflin, Transsexuelles Begehren, 2008)

    “Unter Transsexualität versteht man ein Phänomen, dass Menschen einen biologisch völlig unauffälligen Körper haben, aber von sich aus das Gefühl haben im falschen Körper zu leben. Und ein biologischer Mann sagt, ich bin eine Frau und eine biologische Frau sagt, ich bin eigentlich ein Mann.”
    (Hertha Richter Appelt, 2008 im Deutschlandfunk)

  13. Diana

    Da hast Du natürlich Recht, das Volk steht am Schluss der Informationskette. Zuerst sind Fachleute, die sich nicht von ihrem Denkbild trennen können, eben nach dem Muster: ja sie ist eine Frau und wenn sie auf Männer steht, ist sie homosexuell. Dann kommen die Medien, die meist gar nix wissen und wenn, dann nur ebendiese Bilder der Fachleute und am Schluss dann die Leser.

    Trotzdem ist es für mich viel schockierender, was unter so Bildlesern und Konsorten zu finden ist. Nicht weil sie nichts wissen und trotzdem glauben, darüber urteilen zu können sondern wegen der abschätzigen Art. Es gibt auch Menschen die ich nicht verstehe, trotzdem mache ich mich nicht lustig über sie oder ziehe sie in den Dreck. Diese Form von Charakterlosigkeit findet man fast nur in den Leserspalten von Zeitungen, die von dummen Leuten für dumme Leute geschrieben wurden.

    Ich kann einigermassen damit leben, verkannt zu werden, aber wenn es beleidigend wird, hört es bei mir auf.

    Meine Ärzte an der Uni dürften auch nicht überall meiner Meinung sein, aber sie behandeln mich abgesehen von der Alltagstestfrage korrekt und ich fühle mich von ihnen nicht verarscht. Da erlebe ich ganz andere Welten als in solchen Kommentarspalten die Du oben zitiert hast.

  14. Heiner

    Ich bewundere Kim sehr;sie hatte das Glück,das sie die,die sie seelisch ist sehr früh sein durfte.
    Leider gibt es sehr viele transsexuelle Frauen,welche heirateten und Kinder zeugten und sich selbst seelisch kaputtmachten,weil sie ihre wahre Identität nicht leben durften.
    Manche wegen der eigenen Eltern oder aus eigener Scham,manche aus religiösen Gründen…
    Ich selbst weiß,wie weh es tut,wenn man nicht als der,der man ist leben darf.
    Spott bereits in der Schulzeit;dann später im Beruf…Ganz zu schweigen von den Belastungen und den Schuldgefühlen,welche ich hatte als transsexueller Mann.
    Heute nach 7 Jahren Testo sehe ich leider nur androgyn aus;hatte leider keine maskulinen Gesichtszüge;aber zum Glück eine tiefere Stimme;so dass es doch noch Menschen gibt,die mich in der männlichen Form anreden;so wie ich es ja auch möchte.
    Wenn alle transsexuellen Menschen so gut und so unauffällig wie die Kim aussehen dürften;dann wäre Transsexualität nicht so belastend;denn viel schlimmer als die Ops ist der Spott und die Verachtung der Gesellschaft..leider,traurig,aber auch im Jahre 2013 noch aktuell…wehe dem Menschen,der trans ist und so aussieht,das man seine Vergangenheit sieht,das tut verdammt weh..
    Liebe Kim Petras,Dir alles Liebe;Du schaffst sehr gut Deinen Weg!!!

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