(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Schubladisierendes Geschlechtsdenken

Bereits an anderer Stelle habe ich mich darüber ausgelassen, dass der moderne Mensch ein erschreckendes Schwarz-Weiss-Denken hat. Gerade in Geschlechsfragen hat diese Schubladisierung groteske Ausmasse angenommen. Es fällt einem kaum auf, aber wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, sieht man unzählige “ungeschriebene Gesetze”, die die Geschlechter in Zwangsjacken stecken:

  • Jungs weinen nicht
  • Mädels können nicht Fussball spielen
  • Jungs spielen nicht mit Puppen
  • Mädel interessieren sich nicht für Autos
  • Jungs sind muskulös, Mädels grazil

Die Liste liesse sich beliebig erweitern, es gibt tausend Dinge, die das eine Geschlecht muss während es das andere nicht darf. Ich will nicht abstreiten, dass es Geschlechterdifferenzen gibt, das ist so und soll so sein. Aber diese Differenzen sagen nur aus, dass Mädels/Jungs eher einen Hang haben, dies und das zu tun. Sie sagen keinesfalls aus, dass sie es müssen oder nicht können oder nicht dürfen. Aber in unseren Köpfen scheint das doch soweit betoniert zu sein, dass unser geschlechtspolitischer Normierungswahn teils bizarre Blüten treibt.

Über ein wirklich groteskes Beispiel berichtet heute 20 Minuten.

Nach einem Kinder-Fussballspiel drehten ein paar Mütter der unterlegenen Man(n)schaft komplett durch, weil zwei Mädels der Siegerman(n)schaft mehr Tore schossen als die anderen und weil diese zwei Mädels dann auch noch kurze Haare hatten, kam bei diesen Hirnakrobatinnen der Verdacht auf, dass diese gut fussballspielenden Mädels sicher Jungs seinen….. und man glaubt es kaum, sie forderten lauthals, diese zwei Mädels müssten die Hosen runterlassen um zu beweisen, dass sie echte Mädels sind. Abgesehen davon, dass dies eine strafrechtlich relevante Nötigung ist, zeigt es auch, wie verknorkst das menschliche Hirn in Geschlechterfragen ist.

Mich hat die Geschichte echt geschockt. Einerseits weil diese Mädels durch so ein hysterisches Affentheater ziemlich traumatisiert sein dürften und anderseits, weil es eben einmal mehr zeigt, dass wir in dieser Thematik extreme Scheuklappen tragen.

Und genau das macht das Leben von transsexuellen Kindern zur Hölle. Weil sie so ständig anecken, sich ständig unkorrekt verhalten, weil sie einfach nicht “artgerecht” sind. Das ist der Anfang von Ausgrenzungen und von Psychoterror – das ist der Anfang eines langen Leidensweges.

20-Minuten: 10-jährige Mädchen sollten Hosen runterlassen

Gender stereotypes are a prison
that keeps the whole of humanity locked up
(Diana)


 

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