(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Reduzierter Dienst – Zeit für Besinnung

Es ist wirklich höchste Zeit, dass ich endlich das tue, was ich schon länger zu tun gedenke aber doch nicht wirklich tu – mich etwas zurückzuziehen und mir Ruhe gönnen. Die letzten zwei Jahre waren aufreibend, es gab viel zu viel Ärgerliches, vorallem wenn ich in die grosse weite Welt hinaus schaute. Und die GaOp hat mich weiter geschwächt, glücklich gemacht aber doch geschwächt.

Dass ich nicht die ganze Welt verändern kann, ist mir klar, aber es braucht Menschen die sich gegen Unrecht auflehnen und es braucht Menschen die aufrütteln und aufklären. Ohne Martin Luther King würden die Schwarzen Amerikas heute noch in Ketten liegen, ohne Harvey Milk wären Homosexuelle immer noch massiv bedroht, ohne Gandhi wäre Indien heute noch von England kolonisiert. Und es brauchte nicht nur diese Vorläufer sondern auch die Unzähligen, die mithalfen und die gemeinsam schlussendlich die Welt veränderten. So wie Greenpeace nichts ist ohne die vielen AktivistInnen, so sind auch Menschenrechtsorganisationen nichts ohne viele die ihnen die Schlagkraft geben.

Es war mir seit je her ein Drang, ebendies zu tun, weil ich einfach nicht die Augen verschliessen kann vor Unrecht und weil ich nicht nur die Faust im Sack machen kann (ich trag eh nur Röcke, da geht das nicht ;-) Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, auch in Zukunft meinen Teil dazu zu tun. Aber wie bereits vor einigen Monaten mal klug geschrieben – ich muss meine Kräfte einteilen und mir gut überlegen, wo ich wieviel Energie reinstecke. Das habe ich mir damals vorgenommen, eine Weile lang auch gemacht, aber ich rutsch da wieder rein und muss jetzt die Bremse ziehen.

Ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, in den nächsten Monaten erst mal innerlich Pause zu machen, wieder zu Kräften zu kommen und vorallem mir klar werden, was ich in Zukunft noch tun soll in diese Richtung. Bis dahin werde ich versuchen, meine Nase aus all meinen News- und Medien-Kanälen rauszuhalten. Und das neue Blog wird auch erst mal auf Eis gelegt und das Bearbeiten des Buchs vom letztjährigen eilt auch nicht. Ich muss versuchen, die Welt in nächster Zeit mal so gestört hinnehmen wie sie ist. Hier im Blog werde ich vorallem über Alltagsgeschichten schreiben, was halt so in das Tagebuch reingehört. Alles Andere muss jetzt waren, nun kommt erst mal die Zeit der Besinnung.

Es ist ein guter Zeitpunkt für einen neuen Wind, übermorgen kommt Juliet bis Montag Abend zu mir und am Samstag haben wir unsere Party, es stehen also ein paar wunderschöne Tage vor mir und die möchte ich geniessen und gaaaaaanz viel kuscheln :-)


 

6 Reaktionen zu “Reduzierter Dienst – Zeit für Besinnung”

  1. Inka

    Oh, wie schade! Aber ich kann das gut nachvollziehen, dass Du erst einmal etwas Ruhe brauchst.
    Alles Gute und viel Spaß bei der Party!
    Liebe Grüße
    Inka

  2. Morag

    Liebe Diana.

    Eine weise Entscheidung…auch die größte Kriegerin braucht hin und wieder eine Zeit der inneren Einkehr, um sich zu erholen und neue Kräfte zu schöpfen.

    In diesem Sinne: genieß die kommenden Tage und die Party und fühl Dich gedrückt, Morag

  3. starshine

    liebe diana

    ich fnde das echt grossartig, genau das musst du jetzt tun, wirklich!!! ich gratuliere dir zu diesem entschluss und wünsche dir von herzen das du dies auch schaffst!!! gönn dir zeit und ruhe, gönn dir spass und eine gewisse leichtigkeit…für dich und geniesse es!!!!
    du hast in vielen punkten absolut recht, und auch ich bin deiner meinung das man die augen nicht verschliessen darf und was tun muss, das weisst du! aber momentan solltest du dich auf dich konzentrieren und dir gutes tun!!!
    in diesem sinne, toi toi toi!
    freu mich sehr auf deine party und das ich endlichmal deine juliet kennenlernen darf!
    riesen umarmung

  4. Diana

    @Inka: das ist nicht schade, das ist gut so, denn wenn ich mir jetzt Sorge halte, dann kann ich auch in Zukunft noch genug kämpfen ;-)

    @Morag: eigentlich weiss ich es ja schon zu Genüge, dass man gerade als Kriegerin Pausen braucht, aber wenn man soviel Säbelrasseln hört rund um sich rum, brauchts sehr viel Vernunft um sich das auch zu gönnen. Sei auch gedrückt, Du hattest ja gestern Deinen grossen Tag, stimmts?

    @Starshine: wir müssen einfach mehr Ladies-Nights machen, damit ich nicht immer soviel Unfug treib :o) Ich freu mich mega, dass Du kommen kannst, nun lernst Du mein Schatzi endlich mal richtig kennen :-)

  5. Morag

    @Diana:
    Ja, die Balance zu finden (und dann zu halten) ist manchmal furchtbar schwer, weils halt wirklich an endlos vielen Stellen brennt und jede Antwort neue Fragen nach sich zieht. Und lernen loszulassen (auch wenn es nur vorrübergehend ist), ist eine der schwersten Aufgaben-die Erfahrung mache ich auch gerade.
    Mein “großer Tag” war nicht der 1.2., sondern der 2.1. ;-D. Ein Monat ist rum, aber darüber an anderer Stelle mehr…

  6. Diana

    @Morag: bin halt n’verdrehtes Ding, umso mehr freu ich mich auf Deine Erfahrungen :-)

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