(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Psychopathologisierung von Transsexuellen geht weiter und noch weiter

Transsexuelle Menschen werden in dieser Gesellschaft als psychisch gestört betrachtet, man darf sie ausgrenzen, verspotten, diskriminieren und ab und zu auch mal todschlagen. Grundlage dieses Denkens ist der medizinische Irrtum, dass Transsexualität eine Persönlichkeitsstörung sei. Jahrzehntelang hat man aufgrund dieser Fehleinschätzung Transsexuelle zwangstherapiert, versuchte sie mittels Verhaltenstherapie, Elektroschocks und sonstigen lustigen Errungenschaften der modernen Psychiatrie weichzukochen – ohne Erfolg. Bis zum heuten Tag ist es nicht einmal gelungen, die Geschlechtsidentität eines Menschen zu ändern. Schon zu Beginn der Transsexualitätsforschung gab es nahmhafte Stimmen, die den Standpunkt vertraten, dass Transsexualität biologische Ursachen haben könnte. Aber wer einmal im Mahlwerk der Psychiatrie landet, wird von dort nicht mehr freigelassen, niemals.

Die Forschung des letzten Jahrzehnts hat diesen Irrtum entlarvt. Man entdeckte, dass die anatomische Hirn-Struktur von transsexuellen Frauen mit der von “biologisch korrekten Frauen” übereinstimmt. Man fand verschiedene genetische Marker, die bei Transsexuellen gehäuft vorkommen. Kürzlich las ich eine Studie, welche die Forschungsresultate der letzten zehn Jahre zusammenfasste. Daraus resultiert klar, dass Transsexualität biologische Ursachen hat, vermutlich verursacht durch hormonelle Veränderungen im Mutterleib und genetischen Faktoren. Selbst in der psychosozialen Abteilung des Zürcher Universitätsspitals, an dem ich behandelt und “diagnostiziert” wurde, bestätigte man mir mehrmals, dass sie dort nicht mehr von einer psychischen Störung ausgehen sondern eindeutig biologische Ursachen hinter dem Phänomen Transsexualismus stehen.

All das bewog mich dazu, zu hoffen und zu glauben, dass die internationalen Diagnosebibeln DSM und ICD endlich geändert werden und Transsexualismus nicht mehr unter psychischen Störungen aufgelistet wird sondern irgendwo im Bereich von biologischen Erkrankungen/Veränderungen. Aber die Sektierer der Psychiatrie scheinen einen Narren an uns Transsexuellen gefressen haben, sie wollen uns einfach nicht aus ihren Fittichen entlassen, zumindest macht es diesen Anschein, wenn ich die neuste Entwicklung betrachte.

Während Transsexualität im ICD-10 unter Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen eingereiht ist, zusammen mit Schizophrenie und anderen Erkrankungen, genaugenommen in der Gruppe F64 zusammen mit Transvestitismus, wird Transsexualität nach DSM-IV unter 302.6 als “Gender Identity Disorder” klassifiziert, also eine “Störung der Geschlechtsidentität”.

Spätestens seit man von den bioligischen Ursachen von Transsexualität weiss, müsste Transsexualität aus dem DSM gestrichen werden, weil DSM nur psychische Störungen auflistet. Aber die APA (American Psychiatric Association) hat sich in so zwangsneurotischer Weise an uns festgebissen, dass dort offenbar kollektive Faktenresistenz ausgebrochen ist.

Dieser Tage wurde der erste Entwurf für DSM-V veröffentlicht und aller Fakten zum Trotz wird Transsexualität nachwievor dort eingereiht. Als ob das nicht genug wäre, wurde nun auch Intersexualität in diese Region einsortiert – das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen. Intersexuelle (Zwitter) kommen mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt und werden in der Regel zwecks Geschlechterkonformität mit dem Skalpell kastriert und umgeformt, was an sich schwerste Menschenrechtsverletzung ist. Was für eine psychische Störung soll das denn sein, die bewirkt, dass ein Embryo sich teilweise ins falsche Geschlecht entwickelt? Ich weiss nicht, wie verblödet man sein muss, um auf so eine Idee zu kommen, es ist einfach der Gipfel der Absurdität. Vielleicht haben diese amerikanischen Psychiater zuviele Transsex-Filme geschaut und möchten jetzt alles was geschlechtlich nicht eindeutig ist, in ihren Händen haben, ich weiss es nicht. Aber so eine groteske Form des Fehldenkens gehört offensichtlich dringendst psychiatrisch behandelt. Vielleicht helfen denen ja ein paar kräftige Elektroschocks oder etwas Verhaltenstherapie, auf jeden Fall ist so eine abnorme Denkweise schwer pathologisch.

Die Überarbeitung von DSM-V hat zwar auch Verbesserungen gebracht, vorallem für Kinder die nicht den gesellschaftlichen Geschlechternormen entsprechen. Es braucht nun etwas mehr um diese zu pathologisieren und so bleibt die Hoffnung, dass Kinder zukünftig nicht mehr ganz so schnell in Schablonen gepresst werden und zugunsten geschlechtlicher Eindeutigkeit von psychotischen Psychiatern zwangstherapiert werden. Es gibt nunmal Jungs die weibliche Seiten haben und umgekehrt. Diese “zweite Seite” eines Menschen zu unterdrücken ist einmal mehr eine schwere Menschenrechtsverletzung, die ein Individuum zugunsten der Konformität verkrüppelt.

Für mich als Transsexuelle bleibt der wichtigste Punkt ausgelassen. Ungeachtet der nachgewiesenen biologischen und genetischen Ursachen von Transsexualität gelten wir für die Sektierer der Psychiatrie weiterhin als geistesgestörte Männer, die “den starken Wunsch verspüren, dem ‘zugewiesenen’ Geschlecht anzugehören”. Würde es sich bei Transsexualität um einen Wunsch handeln, wäre es ein medizinisches Wunder, dass dieser Wunsch sowohl DNA als auch die anatomische Hirnstruktur verändern kann.

Die Chance wurde einmal mehr vertan, transsexuellen Menschen die Menschenwürde zukommen zu lassen, die uns gemäss internationalen Menschenrechten zustehen würde. Die Psychopathologisierung wird weiterhin ad-absurdum getrieben und die Gesellschaft weiterhin in diesem Irrtum belassen. Ausgrenzung bis hin zur Verachtung werden weiterhin unser täglicher Begleiter sein und auch dieses Jahr werden wieder eine Hundertschaft Transgender Opfer von Hate-Crimes – weil eine psychiatrische Elite sich über Fakten hinwegsetzt und nicht eingestehen will, dass sie jahrzehntelang Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

Solange transsexuelle Menschen weiterhin zusammen mit Pädophilen, Exhibitionisten, Sadomasochisten u.s.w. in einer Schachtel namens Sexual and Gender Identity Disorders einsortiert werden, wird die jahrzehntelange Stigmatisierung von Menschen mit einer biologischen Andersartigkeit weiterhin betoniert und wir zahlen weiterhin den Preis für diese akademische Ignoranz, im Alltag, bei der Jobsuche, im Freundeskreis – so bleiben wir weiterhin wider aller Fakten die Gestörten, die wir nie waren.

UPDATE 23:47…… Ich glaubs nicht, wenn das kein Trost ist für dieses Ärgernis, soeben erfahre ich, dass in Frankreich Transsexualität nicht mehr als Geisteskrankheit gilt *jubel*

Mehr zum Thema DSM-V:
ATME – Ausweitung der Pathologisierung verhindern
BadHairDays-Blog: DSM-V Entwurf
Questioning Transphobia: DSM-V Draft
Cuban Multidisciplinary Society for Sexuality Studies: Statement on depathologisation of transsexualism

Entwurf DSM-V 302.85 Gender Identity Disorder in Adolescents or Adults
Entwurf DSM-V 302.6 Gender Identity Disorder in Children

UPDATE 16. April 2010
Es gibt eine Online-Petition in der man sich gegen die Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen aussprechen kann, bitte unterzeichnet diese Petition um ein Zeichen zu setzen.
TELL THE APA ABOUT TRANSSEXUALISM


 

32 Reaktionen zu “Psychopathologisierung von Transsexuellen geht weiter und noch weiter”

  1. Kim

    Nur eine kleine Anmerkung… Transsexualität selbst gibt es im DSM seit den 90ern nicht mehr. Seit dieser Zeit werden transsexuelle Menschen nur noch als “gender identity disordered” aufgeführt, also als Menschen, die ein Problem damit haben, ihre zugewiesene Geschlechtsrolle zu erfüllen.

  2. Diana

    Das stimmt natürlich, ist aber meines Erachtens noch viel schlimmer. Transsexualität würde nach meinem Verständnis bedeuten, dass das biologische Geschlecht (sex) quer liegt. Mit dem Begriff “gender identity disorder” wird gesagt, dass die Identität defekt ist. Egal wie man es nennt, wir sind damit gemeint und nach heutigem Stand des Wissens ist es absurd, uns dort reinzustecken. So gesehen ist für uns das einzig positive an DSM-V, dass man es nun “gender incongruence” nennt, das heisst wenn mein englisch mich nicht trügt, dass irgendwo im Geschlechtsbereich eine Nichtübereinstimmung existiert, das lässt offen, was denn auf den Kopf gestellt ist.

  3. Kim

    “…das lässt offen, was denn auf den Kopf gestellt ist.” – nicht ganz, da diese Formulierungen ja im DSM stehen, und DSM heisst ja auf deutsch “Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen”.

  4. Diana

    stimmt auch wieder, deshalb sagte ich auch, dass TS aus dem DSM gestrichen werden muss, das gehört da genauso wenig rein wie eine Blasenentzündung……. trotzdem klingt Incongruence besser als Identity-Disorder.

    ich denk, die Psycho-Sektierer können und wollen nur kleine Schritte machen, andernfalls würden sie ja zugeben, dass sie jahrzehntelang falsch lagen und Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Wenn sie mit jeder Ausgabe etwas dezenter werden, fliegt TS vielleicht im Jahr 2390 aus DSM raus *zynischgrinst*

  5. Sabrina Schwanczar

    Dass die sexuelle Partnerorientierung und die Passung dazu, die sexuelle Identität, körperlich festgelegt sind – und demzufolge die angeblich Transsexuellen eben gerade keine Transsexuellen sind sondern eine Ausprägung von Zwittrigkeit (Fachbegriff Intersexualität) vorliegt – weiss man aus Versuchen an Angehörigen anderer Arten seit ca. 100 Jahren, aus Untersuchungen am Menschen seit Spätestens den 1960er Jahren.

    Ich habe dazu auf Wikipedia – Seite Transsexualität, Diskussion, Archiv 2009 – eine kleine Ausarbeitung gemacht, die ich als nachfolgenden Beitrag hier mit bringe.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Transsexualit%C3%A4t/Archiv_2009

    Weiter habe ich die Leute, die mich als transsexuell verleumdet und systematisch misshandelt haben verklagt. In meiner Stellungnahme auf das Gutachten des Prof. Pfäfflin gehe ich ebenfalls ausführlich auf die körperliche Festlegung der sexuellen Identität ein und bringe zahlreiche Fachliteratur.

    Diese Stellungnahme findet sich unter:

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/11/08/Transsexuelle-verklagt-Arzte-wegen-uneingewilligter-Penisamputation

    Einführende Bemerkungen dazu unter:

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/11/20/Nachtrag-zum-Prozess-von-Sabrina-Schwanczar

    Die Stellung der “Diagnose” “Transsexualität” ist behandlungsfehlerhaft. Die korrekte Diagnose lautet Intersexualität. Oft werden die entsprechenden Befunde auch erhoben, aber den Betroffenen vorenthalten.

    Ferner stammt die älteste mir bekannte Literaturstelle, in der eine Genital-Op unter Schaffung einer sensiblen Klitoris unter Verwendung der Glans (Eichel) mit Erhalt des diese versorgenden Gefäss-Nervenbuendels dargestellt wird, aus dem Jahre 1961. Spätestens Anfang der 1980er Jahre war die einfache Penisamputation unter Beseitigung der Glans veraltet und damit behandlungsfehlerhaft.

    Und – für eine Verzögerung der Hormontherapie gibt es keinerlei medizinische Grundlage. Durch deren Verzögerung fortschreitende Vermännlichungserscheinungen wie z.B. Glatzebildung sind nichts anderes als vorsätzliche Körperverletzung.

    mfG
    Sabrina Schwanczar

  6. Sabrina Schwanczar

    Auszug aus Beitrag auf Wikipedia
    Seite Transsexualität, Diskussion, Archiv 2009:

    Dieser Artikel ist nicht neutral und verletzt die Wikipedia Richtlinien
    ….

    Dieser Artikel zum Thema “Transsexualität” stellt eben gerade nicht die “aktuelle Situation dar, wie sie der Fachliteratur und einer fundierten, fachlich belegten Kritik an der Lehrmeinung entspricht.”

    Es ist seit spätestens Anfangs der 1960er Jahre wissenschaftlich gesichert, dass die angeblich “Transsexuellen” in Wirklichkeit das sind, was auf den ersten Blick festgestellt werden kann – eine Kombination aus männlichen und weiblichen Eigenschaften in einer Person, also körperliche Zwitter. Oftmals ist noch viel mehr dem Gegengeschlecht entsprechend entwickelt. Aus Versuchen an Angehörigen anderer Arten weiß man das seit ca. 100 Jahren. Ich hatte zwei wesentliche Studien, die nicht durch Gegenstudien widerlegt werden konnten, genannt:

    * Imperato-McGinley, J., Peterson, RE., Gautier, T., and Sturla, E.: Androgens and the evolution of male-gender Identity among male pseudohermaphrodites with 5alpha-reductase deficiency. N. Engl. J. Med. 300, 1233-1237, 1979

    * Lindner, Rolf: Untersuchungen zur Bedeutung partieller 21-Hydroxylase- und 3beta-Hydroxysteroiddehydrogenasedefizienzen für die Ätiogenese von Formen psychischer Intersexualität. Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 1996 (mit zahlreichen weiteren Nachweisen)

    Es gibt mittlerweile eine sehr große Fülle an Studien, die das Vorliegen von Zwittrigkeit bei angeblich “Transsexuellen” auf den verschiedensten Ebenen nachwiesen: z.B. Hormonelle Abweichungen, Genetische Abweichungen, Anatomische Abweichung der Bereiche des Gehirns, die die sexuelle Identität bestimmen, fMRT-Untersuchung des Gehirns, mit diesen körperlichen Befunden korrelierende psychologische Untersuchungen.

    Dazu kommt, dass es keine einzige Studie gibt, die erfolgreiche Umpol-Psychotherapie nachweisen konnte. Einzelfallberichte, z.B. von Meyenburg wiederholt publiziert, hielten, soweit einer Überprüfüng zugänglich, dieser nicht stand.

    Das sind nunmal die wissenschaftlichen Fakten.

    Ich kenne ja nun die Literatur, speziell die aus dem Umfeld der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) und von Pfäfflin sehr gut. Diese Leute haben in mehr als fünf Jahrzehnten keinen einzigen Beweis für ihre These der “Geschlechtsidentitätsstörung” erbracht. Es ist deshalb sehr fahrlässig, diese Position trotzdem hier als Stand der Wissenschaft darzustellen.

    Und was Pfäfflin betrifft – er bringt in seinem auf dieser Seite angeführten Buch mit dem entlarvenden Titel:

    Friedemann Pfäfflin: Transsexualität. Beiträge zur Psychopathologie, Psychodynamik und zum Verlauf. Stuttgart 1993: Enke

    ein klinisches Beispiel, in welchem er darstellt, wie er systematisch eine angeblich “transsexuelle” Person in eine suizidale Situation hineinführt. In einer Fußnote erfährt man dann, dass diese angeblich “transsexuelle” Person äußerlich sichtbare körperliche Merkmale von Zwittrigkeit aufweist.

    Und was die Seriösität der WHO International Classification of Diseases (ICD) betrifft, so sei der Hinweis gestattet, dass in den ICD 9, die erst in der zweiten Hälfte der 90er Jahre in Deutschland behördlich durch die ICD 10 ersetzt worden sind, neben “Transsexualität” auch “Homosexualität” als psychische Störung bzw., wie man früher sagte, als “Geisteskrankheit” klassifiziert ist.

    – SabsLE 04:29, 22. Okt. 2009 (CEST)

    Na Klasse, ein 30 Jahre und ein 13 Jahre alter Aufsatz als Beleg für nicht mehr als eine Hypothese. Warum nicht auch gleich noch Dörner?

    Grüße –Eva K. ist böse 08:25, 22. Okt. 2009 (CEST)

    Gut, dann eben etwas ausführlicher:

    Dass die von mir gebrachten Arbeiten “nicht durch weitere Arbeiten verifiziert” wurden, ist eine Behauptung, die vom Umfeld der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung gebetsmühlenartig wiederholt wird. Diese Behauptund ist unzutreffend.

    Zweitens gibt es für die alternative These der “Geschlechtsidentitätsstörung” noch nicht einmal wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die diese gestützt werden könnte, geschweige denn verifiziert sein kann.

    Deine Bemerkung, diese Studien seien ja schon 13 und 30 Jahre als, hilft nicht weiter. Die Realtivitätstheorie ist noch älter. Wenn in der Wissenschaft eine Sache erbracht und bewiesen ist, dann wird das in der Regel nicht aufgewärmt. Veröffentlichungsfähig in der wissenschaftlichen Literatur sind nur neue Erkenntnisse oder zusammenfassende Übersichtsarbeiten. Neu wäre zum Beispiel eine Widerlegung der oben angeführten Arbeit Lindners (1996).

    Zunächst die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie von Lindner:

    Hormonanalytische Untersuchungen brachten aufgeschlüsselt folgende Ergebnisse: Bei 8 von 20 (40%) Mann-zu-Frau Transsexuellen und bei 10 von 18 (56%) Frau-zu-Mann Transsexuellen, aber nur bei 1 von 25 (4%) der männlichen Kontrollen sowie 1 von 17 (6%) der weiblichen Kontrollen gab es Hinweise auf partielle 21-OHD ((21-Hydroxylasedefizienzen). Bei 14 von 39 (47%) Mann-zu-Frau Transsexuellen und bei 6 von 17 (35%) Frau-zu-Mann Transsexuellen, aber bei keiner einzigen der 23 männlichen und 16 weiblichen Kontrollen wurden hormonelle Auffälligkeiten festgestellt, die auf eine partielle 3beta-HSDD (3beta-Hydroxysteroiddehydrogenasedefizienz) hinweisen. Bei 36 (67%) von 54 hinsichtlich beider Enymdefizienzen untersuchten Probanden (einschließlich Homosexueller) gab es Hinweise auf mindestens eine der beiden partiellen Enzymdefizienzen. (Lindner 1996 Einleitung)

    Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Arbeit von Lindner, einer kontrollierten Studie, gab es den Versuch einer Widerlegung mittels einer weiteren Studie durch Krähner (1997):

    * Krähner, Robert (1997): Adrenale Enzymaktivitäten bei Patienten mit Transsexualismus. Erlangen, Nürnberg, Univ., Diss., 1998.

    Krähner musste ebenfalls bei zahlreichen Hormonwerten deutliche Abweichungen von heterosexuellen Kontrollgruppen zur Kenntnis nehmen, wie sie bei 21-Hydroxylase- oder 3beta-Hydroxysteroiddehydrogenasedefizienzen auftreten. Beispiel sind erhöhte Werte von DHEA-S, signifikant häufig bei sogenannten Frau-zu-Mann-”Transsexuellen” und Lesben. Bei sogenannten Mann-zu-Frau-”Transsexuellen” ist oft 17-OH-Preg signifikant von Kontrollgruppen abweichend.

    Bei mir selbst ist bei einer genetischen Untersuchung eine Deletion des sogenannten Pseudogens der 21-Hydroxylase festgestellt worden. 21-Hydroxylase ist ein Hormonumwandlungsprozeß im Körper. Das sogenannte Pseudogen steuert die Aktivität des Gens, über das die 21-hydroxylase abläuft, des Strukturgens. Ist nun die 21-Hydroxylase duch genetische Abweichungen beeinträchtigt, kommt es zu abweichenden Hormonspiegeln und damit wiederum zu einer abweichenden Entwicklung von hormonabhängigen körperlichen Merkmalen. Ist das Strukturgen gestört, kommt es zu schweren Ausprägungen von Zwittrigkeit, mit Entwicklung eines intersexuellen Genitals. Ist das Strukturgen von Hormonumwandlungsprozessen intakt und nur das Pseudogen gestört, kommt es in der Regel zu körperlich eher unauffälligen Ausprägungen von Zwittrigkeit, aber sehr oft zu Abweichungen bei der Entwicklung der Bereiche des Gehirns, die die sexuelle Identität bestimmen (bei “Transsexuellen”) oder die sexuelle Partnerorientierung (bei Homosexuellen).

    Das Scheitern jeglicher Versuche von Umpol-Psychotherapie korelliert mit diesen Erkenntnissen. Für die Annahme einer “psychischen Störung”, einer “Geschlechtsidentitätsstörung” lässt das alles überhaupt keinen Raum.

    Auch die von mir oben angeführte Studie von Imperato-McGinley et al. (1979) ist durch weitere Studien bestätigt worden.

    “Beim ausgeprägten 5-alpha-Reduktasemangel – nach der Autorin seiner Erstbeschreibung Imperato-McGinley-Syndrom genannt – wird zuwenig Testosteron in Dihydrotestosteron, das für die pränatale Ausbildung der männlichen äußeren Genitalien verantwortlich ist, umgewandelt. Infolgedessen werden bei genetisch männlichen Föten vorwiegend weibliche äußere Geschlechtsorgane gebildet. Bei der Geburt werden genetisch männliche Nachkommen als Mädchen angesehen und als solche erzogen. Mit Pubertätsbeginn wird von den abdominal oder inguinal vorhandenen Hoden vermehrt Testosteron synthetisiert und es kommt zu einer deutlichen Ausprägung männlicher äußerer Geschlechtsmerkmale. Parallel entwickeln die meisten betroffenen Individuen männliches Sexualverhalten, nehmen eine männliche Geschlechtsrolle und männliche Identität an und fühlen sich von Mädchen erotisiert, obwohl sie in einer weiblichen Rolle erzogen wurden (Imperato-McGinley et al. 1979).
    Dieses Experiment der Natur wurde im Tierversuch durch Behandlung mit 5alpha-Reduktasehemmern in der perinatalen Periode an Frettchen nachvollzogen. Die behandelten männlichen Tiere zeigten im Erwachsenenalter kein von den männlichen Kontrolltieren abweichendes Sexualverhalten (Baum et al. 1983).” (Lindner, 1996, S. 14-15)

    Krause (1999) führt weitere Studien an

    * Krause, Anja: Intersexualität im Kindesalter: Präzisierung der Diagnostik durch den Androgenresistenztest und Molekulargenetische Untersuchungen bei Pseudohermaphroditismus masculinus und Hermaphroditismus verus. Diss. Leipzig: Universität, 1999.

    “Studien in der Dominikanischen Republik (Iperato-McGinley et. Al. 1979), Brasilien (Mendonca et. Al. 1996), Mexiko (Mendez et al 1995) und Papua Neu-Guinea (Herdt und Davidson 1988) haben gezeigt, dass von den als Mädchen aufwachsenden Patienten mit 5α-Reduktasemangel postpubertär sehr häufig ein Geschlechtswechsel gewünscht und durchgeführt wird.” (Krause 1999, S. 39)

    Welcher Art wissenschaftlicher Argumentation sich diejenigen bedienen, denen eine körperlich festgelegte sexuelle Identität nicht in ihre therapeutische Vorstellung passt, erfährt man aus dem sich an vorstehendes Zitat anschließenden Satz:

    “Allerdings muß das erstens im Zusammenhang mit dem entsprechenden soziokulturellen Hintergrund gesehen werden (Sinnecker 1993a).” (Krause 1999, S. 39)

    Der soziokulturelle Hintergrund dürfte für den Rest der Bevölkerung der selbe sein. Warum dann nicht auch der Rest der Bevölkerung “postpubertär sehr häufig ein Geschlechtswechsel gewünscht” hat, erfährt man von Sinnecker nicht.

    Lindner (1996) stellt nicht nur seine eigene Studie dar, sondern liefert einen kleinen Überblick von bis dahin bekannten Studien. Ein Auszug soll hier gebracht werden:

    “Die geschlechtsspezifischen neuronalen und psychischen Funktionen des Gehirns unterscheiden sich durch 1. Die Form der Sezernierung des Luteinisierungshormon-Freisetzungshormons (tonisch oder zyklisch), 2. die Präferenz des sexuellen Partners und 3. Das Geschlechtsrollenverhalten und die Geschlechtsidentität.” (S. 12)

    “Mit der Aufklärung der Struktur des Luteinisierungshormon-Freisetzungshormons (LHRH) und seiner biologischen Aktivität zur Stimulierung des die Gonadenfunktion steuernden Luteinisierungshormons durch Schally et al. (1973) und der immunoreaktiven Darstellung des LHRH im Hypothalamus von Meerschweinchen durch Barry and Dubios (1973) war gesichert, dass der Hypothalamus das die geschlechtsspezifische Gonadenfunktion steuernde Zentrum enthält.” (S. 12, 1. Absatz)

    “Die geschlechtsspezifischen Dimorphismen der Zellkernvolumina im nucleus ventromediales hypothalami entsprachen nach frühpostnataler Kastration von Rattenmännchen bzw. nach frühpostnataler Androgenbehandlung von Rattenweibchen dem späteren heterotypischen Sexualverhalten und nicht dem Phänotyp (Dörner und Staudt 1969)” (S. 13 mitte)

    “Dörner et al. (1975) bewerteten den Nachweis eines bei homosexuellen Männern im Unterschied zu heterosexuellen Männern auslösbaren positiven Östrogenfeedbacks als Zeichen eines zumindest partiell weiblich organisierten Hypothalamus. Ähnliche Befunde lieferten transsexuelle Männer, die zusätzlich homosexuell waren. Bei transsexuellen Männern ohne homosexuelle Triebrichtung war der positive Östrogenfeedback wie bei heterosexuellen Männern nicht auslösbar (Rohde et al. 1986). Die Möglichkeit der Induktion eines positiven Östrogenfeedbacks bei männlichen Homosexuellen wurde von Gladue et al. (1984) bestätigt.” (S. 14)

    “Bei androgeninsensitiven männlichen Pseudohermaphroditen ist Testosteron aufgrund einer Androgenrezeptorstörung nicht wirksam. Betroffene Individuen haben von Kindheit an eine eindeutig weibliche Identität und besitzen ein ausgeprägt weibliches kognitives Leistungssprektrum (Money et al. 1984, Imperato-McGinley et al. 1991).” (S. 15)

    Die im letzten Zitat beschriebene Androgeninsensitivität wird auch als “testikuläre Feminisierung” bezeichnet. Die Androgene sind unwirksam. Die in den Hoden produzierten Östrogene bewirken eine Feminisierung, z.B. Brustbildung. Aber nun weitere Zitate aus Lindner (1996):

    “Aiman and Boyar (1982) beobachteten bei 7 von 13 Mann-zu-Frau Transsexuellen Spermiogenesestörungen, die nicht durch aktuelle Sexualhormonniveaus erklärbar waren, Die Autoren fanden jedoch Veränderungen der hypothalamischen-hypophysären Sexualhormonreaktivität bei diesen Patienten.” (S. 15 unten)

    “Futterweit et al. (1986) und Balen et al. (1993) wiesen bei hormonell unbehandelten transsexuellen Frauen eine hohe Prävalenz polyzystischer Ovarien und Zyklusstörungen nach. Ausgehend von der Hypothese der Ätiogenese eines hohen Anteils der Zyklusstörungen und des polyzystischen Ovarsyndroms infolge intrauteriner Defeminisierung der Gonadotropinsekretion (Dörner et al 1992) würden diese Befunde den in Tierversuchen durch Sexualhormonanwendung in der perinatalen sensiblen Prägungsphase induzierten Oligo- und Amenorrhoen entsprechen (Dörner 1976).” (Lindner 1996: 15 unten)

    “Als Experiment der Natur zum Nachweis der pränatal prägenden Wirkung des Testosterons auf die psychosexuelle Differenzierung können klassische 21-Hydroxylasedefizienzen bei weiblichen Individuen angesehen werden. Da beim klassischen, durch 21-Hydroxylasemangel hervorgerufenen AGS bei weiblichen Geburten eine postnatal und lebenslang notwendige Glukokortikoidbehandlung die adrenale Androgensekretion supprimiert, ist die psychosexuelle Entwicklung der weiblichen Individuen tatsächlich nur in der fetalen Phase von deutlich höheren Androgenmengen beeinflusst worden. Mehrere Arbeitsgruppen, die AGS-Patientinnen hinsichtlich ihrer psychosexuellen Entwicklung untersuchten, erhielten übereinstimmende Ergebnisse, die ein signifikant häufigeres Auftreten von männlichem Geschlechtsrollenverhalten in der Kindheit und Jugend sowie von Homosexualität und Störungen der Geschlechtsidentität im Erwachsenenalter nachwiesen (Money and Schwartz 1977, Erhardt ans Meyer-Bahlburg 1981, Money et al. 1984, Dittmann et al. 1992).” (Lindner 1996: 16-17)

    Eine aktuellere Studie ist:

    * Krause, Eva Renate (2007): Geschlechtsspezifische Differenzen der Hirnaktivität in der fMRT bei Normalprobanden im Vergleich mit transsexuellen Probanden. Diss. Essen, Universität Duisburg-Essen, 2007. Seiten 1-6, 40-42; Internet-Adresse: [1]

    Diese Dissertation stammt aus der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Duisburg-Essen, deren Direktor der Prof. Wolfgang Senf ist, welcher hier auch als 1. Gutachter dieser Dissertation zeichnet. Bereits in der Einleitung dieser Arbeit wird ausgeführt:

    “Morphologische und funktionelle Studien sowie psychologische Untersuchungen dokumentieren konstant geschlechtsdifferente Verhaltens- und Reaktionsweisen, die rechtfertigen, von Geschlechtsspezifität zu sprechen. U.a. bildgebende Studien aus medizinischen Forschungszweigen legen nahe, dass diese Unterschiede nicht durch Sozialisation oder psychologische Faktoren zu erklären sind, sondern eine im weitesten Sinne biologische Verankerung aufweisen. In dieser Arbeit werden entsprechende Ergebnisse v.a. aus neuroradiologischen Untersuchungen vorgestellt (vgl. Kap. 3).” (Krause 2007, S. 6)

    Im Kapitel 9 dieser Arbeit werden die Ergebnisse dieser Studie an “Mann-zu-Frau-Transsexuellen” im Vergleich zu Normalprobanden dargelegt:

    “Im Rahmen dieser Arbeit werden die Untersuchungsergebnisse der MzF-TS im erotischen Paradigma ausgewertet. Wie in der Gruppe der Normalprobanden (vgl. 8.1) zeigten sich bei Einsatz des erotischen Filmmaterials als Stimulus auch in der Gruppe der MzF-TS Aktivierungen im okzipitotemporalen, anterioren cingulären, medialen präfrontalen, prä- und postzentralen Kortex sowie in der Amygdala, entsprechend den vordefinierten ROI (s. Kap. 4). Es wurden mehrere vergleichende Gruppenanalysen durchgeführt. Männer zeigten im Vergleich mit den MzF-TS signifikant stärkere Aktivierungen im linken Thalamus, der linken Amygdala, dem anterioren Corpus callosum, dem linken superioren sowie dem medialen präfrontalen Kortex. Dieses Aktivierungsmuster entspricht demjenigen, das auch die vergleichende Statistik der Männer gegenüber den Frauen zeigte. (vgl. Tab. 8, Abb. 8) Im Vergleich zu den männlichen Probanden fanden sich bei den MzF-TS stärkere Aktivierungen im medialen temporalen und inferioren parietalen Kortex, wie sie auch die weiblichen im Vergleich mit den männlichen Normalprobanden aufwiesen. (vgl. Tab. 8, Abb. 8) Es gelten die gleichen Einschränkungen bezüglich der Signifikanz wie unter 8.1 erwähnt. Eine vergleichende Analyse von Frauen und MzF-TS zeigte in den ROI (vgl. auch Kap. 4. und 8.) keine hervorgehobenen Aktivierungsunterschiede.

    Abbildung und Tabelle verdeutlichen das wesentliche Ergebnis dieser Untersuchung: Männer zeigen im Vergleich mit MzF-TS ein ähnliches Aktivierungsmuster wie im Vergleich mit den Frauen. Sowohl Frauen als auch MzF-TS zeigen in den ROI im Gegensatz zu den Männern auf gleichem Signifikanzniveau keine spezifischen Aktivierungen. In der Stärke der sexuellen Erregung während der Betrachtung der erotischen Filmausschnitte wiesen die drei Gruppen keine signifikanten Unterschiede auf, vgl. 10.2.” (Krause 2007, S. 40-42)

    “In der vorliegenden Studie wurden 12 Männer, 12 Frauen und 12 Mann-zu-Frau-Transsexuelle mit funktioneller Magnetresonanztherapie (fMRT) untersucht.” (Krause 2007, S. 65)

    Die Größe der Stichprobe ist in Ordnung. Man benötigte noch nicht behandelte Patienten, um Ergebnisse zu erhalten, die nicht mit einer Behandlung in Zusammenhang gebracht werden können.

    Es gibt weiter Studien von Swaab et. al., welche die Gehirne toter “Transsexuller” untersucht haben. Danach waren die Bereiche des Gehirns, die die sexuelle Identität bestimmen, anatomisch dem Gegengeschlecht entsprechend ausgebildet. Bei diesen Studien wird die geringe Fallzahl kritisiert. Nur -wo sollen die vielen frischen Toten “Transsexuellen” herkommen, die man für größere Fallzahlen bräuchte:

    * Jiang-Ning Zhou*, Michel A. Hofman*, Louis J. G. Gooren† & Dick F. Swaab: A Sex Difference in the Human Brain and its Relation to Transsexuality. Nature 378, 68-70 (2 November 1995). Internet: [2]
    * Frank P. M. Kruijver, Jiang-Ning Zhou, Chris W. Pool, Michel A. Hofman, Louis J. G. Gooren and Dick F. Swaab: Male-to-Female Transsexuals Have Female Neuron Numbers in a Limbic Nucleus. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 85, No. 5 2034-2041. Internet: [3]

    Soweit zu den Studien.

    Dass die körperliche Festlegung der sexuellen Identität und damit konsequenterweise auch die Tatsache, dass “Transsexuelle” in Wirklichkeit Zwitter sind, mittlerweile wissenschaftlich anerkannt ist, legt auch folgendes Zitat nahe:

    “”…vor nicht allzu langer Zeit war die Beschäftigung mit Geschlechtsunterschieden in der Psychatire, Neurologie und Psychologie weitestgehend verpönt. Beschäftigte man sich mit ihnen, schienen ihr Vorhandensein und ihre Richtung etwas Beliebiges an sich zu haben. Geschlechtsunterschiede durften nämlich nur Resultate der Sozialisation sein und galten daher grösstenteils als rein historisch-gesellschaftliche Produkte…

    Hier hat sich ein dramatischer Perspektivenwechsel in jüngster Vergangenheit zu ergeben. Es ist mittlerweile fast selbstverständlich anzunehmen, dass genetische (und nicht nur Gene auf dem Geschlechtschromosom) und frühe hormonelle Einflüsse die Struktur und Funtion weiblicher und männlicher Gehirne bedingen. Obwohl diese weiblichen und männlichen Gehirne ja nach geographischer und kultureller Situation ganz unterschiedliche Lebenswelten in sich aufnehmen, ist mittlerweile sicher, dass die neurobiologischen Grundlagen von Geschlechtsunterschieden auch zu transkulturelll stabilen Verhaltens- und Erlebensunterschieden führen…”

    Aus dem Geleitwort von “Gehirn und Geschlecht” (ISBN 978-3-540-71627-3) Ausgabe 2007 von Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie”

    Quelle:

    * Bad hair days. Eine Bloggerin in ihren “Haarigen Tagen” schreibt über die Hintergründe und die Politik rund um Transsexualität – und ab und zu über haarige Tage. [4]

    Und wenn bestimmte Interessengruppen, wie z.B. die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung, diese Studien nicht zur Kenntnis nehmen wollen, haben diese noch lange nicht das Recht, Menschen zu psychiatrisch kranken “Geschlechtsidentitätsgestörten” zu erklären. Denn dafür entbehrt es in der wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Literatur eines jeden Beweises.

    Ein neutraler Standpunkt darf sich nicht zum Mitgefangenen einer Sache machen. Aber genau dies geschieht leider auf der Wiki-Seite zur “Transsexualität”. Denn wenn Leute ohne Hintergrundwissen diese Seite lesen, bleibt hängen, dass “Transsexuelle” geschlechtsidentitätsgestörte psychisch Kranke sind.

    Das ist nicht neutral, sondern die Position einer bestimmten Klientel, die sich in Deutschland vor allem um die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) versammelt hat und in den USA vor allem im Umfeld der Harry Benjamin International Gender Dysphoria Association (HBIGDA), heute unter dem Namen World Professional Association für Transgender Healt (WPATH) agierend, zu finden ist. Zu dieser Klientel zählt auch der von Dir erwähnte Ray Blanchard, der mit der “Autogynophilie” eine neue Variante der Psychopathologisierung von “Transsexuellen” kreiert hat.

    – SabsLE 04:03, 23. Okt. 2009 (CEST)


    –Marcela Miniauge.gif 16:07, 5. Nov. 2009 (CET)

    dann nehm’ ich dazu auch noch mal Stellung

    Wenn Homosexualität keine Ursache hat, dann können Lesben und Schwule logischerweise genauso heterosexuell sein wie andere Menschen auch, oder sich doch bitte schön in Psychotherapie begeben. Das ist doch der Kern jener nach wie vor von der DGfS auch gegen Homosexuelle eingesetzten “Theorie”. Danach haben Homosexuelle dasselbe Recht, heterosexuell zu sein und alle damit verbundenen Rechte in Anspruch zu nehmen, wie alle anderen Heterosexuellen auch. Wo bleibt nach dieser Ideologie der DGfS dann noch die Diskriminierung?

    Das Bestreiten der Tatsache, dass eine sexuelle Identität körperlich festgelegt ist, zielt darauf ab, die sexuelle Identität der Betroffenen und damit die Betroffenen selbst gänzlich in Frage zu stellen und sie als Geschlechtsidentitätsgestörte zu psychopathologisieren und wie vorstehend beschrieben unter dem Deckmantel der Diagnostik zu entmündigen.

    Die Behauptung einer psychischen Geschlechtsidentität und die Aufrechterhaltung der Verleumdung von Menschen als transsexuell hat aber noch einen ganz anderen, sehr handfesten Grund:

    Mit der These von der rein psychischen durch Lernvorgänge geprägten Geschlechtsidentität wurden die frühzeitigen sexuellen Verstümmelungen an Zwittern mit Ausprägung eines intersexuellen Genitals gerechtfertigt. Basierend auf diesen von Pfäfflin, Becker, Kockott, Richter-Appelt und anderen gegen “Transsexuelle” in Stellung gebrachten “Theorien”, wurden Eltern mit dem Entzug des Sorgerechts bedroht, wenn sie einer frühzeitigen (vor dem vollendeten 2. Lebensjahr) Genital-Operation als Basis der gesunden psychischen Entwicklung einer eindeutigen Geschlechtsidentität nicht zustimmen wollten.

    Die Geschlechtszuweisung erfolgt dabei rein willkürlich unter genitalchirurgischem Aspekt, meistens zum weiblichen, weil dies chirurgisch einfacher ist.

    Stellt sich später heraus, dass die chirurgisch untermauerte, aufgezwungene willkürliche Geschlechtszuweisung falsch war, werden diese Zwitter zu “Transsexuellen”, also definitionsgemäß zu F64.0-Psychopathen erklärt. Nicht die Geschlechtszuweisung war falsch, sondern der Zwitter ist geisteskrank.

    Mittels der bei “Transsexualität” propagierten ZwangsPsychoDiagnostik und Zwangspsychotherapie werden diese Zwitter unter die Kontrolle der Ärzte gebracht, die Psychopathologisierung und Psychiatrisierung von genitalverstümmelten Zwittern abgesichert.

    Dann bring ich also mal über die auf der Seite “Transsexualität” ohne Sicherheitsabstand wiedergegebenen psychopathologischen Thesen hinaus ein weiteres Beispiel, wie von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) gezielt diese Zwitter, die die “Transsexuellen” in Wirklichkeit sind, diskreditiert werden:

    “Transsexuelle Wünsche können bei Personen mit ganz unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur auftreten. Man findet Transsexuelle mit einer vorwiegend neurotischen oder Borderline-Persönlichkeit, aber auch Personen mit einer Suchtstruktur genauso wie Schizophrene oder solche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.”

    Quelle:

    * Hertha Richter-Appelt, Verena Schönbucher, Katinka Schweizer: Transsexualität und Intersexualität. Zwei unterschiedliche Varianten der Geschlechtsentwicklung. In gynäkologie + geburtshilfe 1-2008, S. 24-26 [25].

    Nehmen Sie sich die vermeintlich wissenschaftlichen Schriften von Pfäfflin und co. vor und prüfen Sie das nach.

    Da ist bei dem als “Standards der Behandlung und Begutachtung von Transsexuellen” ausgegebenen Text schon einmal festzustellen, dass Literaturangaben fehlen.

    Bei anderen Literaturstellen, wie sie von Leuten wie Pfäfflin, Sophinette Becker, Götz Kockott, Richter-Appelt wiederholt verfasst wurden, werden sie feststellen, dass anstelle von Beweisen für die Behauptung einer Geisteskrankheit “Geschlechtsidentitätsstörung” und anderer psychopathologischer Unterstellungen immer nur Verweise auf andere Literaturstellen zu finden sind. Recherchiert man dann eine solche andere Literaturstelle nach, findet man sich erneut in der selben Situation wieder: man wird wiederum weiterverwiesen. Und so geht das Spielchen weiter. Statt irgendwelche Beweise zu bringen verweisen diese Fachleute immer nur gegenseitig auf sich selbst.

    Ein ganz krasses Beispiel dafür ist die Literaturstelle:

    * Pfäfflin [1990] Neuroendokrinologische Forschungsergebnisse und Sexualwissenschaft. Zeitschrit für Sexualforschung 3: 54-74

    Anstatt sich darin mit den Thesen von Prof. Dörner wissenschaftlich auseinander zu setzen, beispielsweise Unzulänglichkeiten von Studien zu analysieren, ist dieser Text der hilflose aber aggressiv im Imperativ vorgetragene Versuch, Dörner auf der “ideologiekritischen Ebene” (S. 65 oben) anzugreifen.

    Diese Leute spekulieren darauf, dass kaum jemand sich die Zeit nimmt, die Literaturverweise, wenn sie denn angegeben sind, nachzuprüfen.

    Viele Grüße

    – SabsLE 04:51, 9. Nov. 2009 (CET)

    Diese einfache Penisamputation wurde 1982 “allgemein abgelehnt wird” (Schweiger 1982, S. 13), 1985 war sie dann völlig verlassen (Körber 1985, S. 37, 42a). Sie ist also spätestens ab Anfang der 80er Jahre als behandlungsfehlerhaft zu bewerten.

    * Schweiger, Monika (1982): Zur Chirurgie der Intersexualität. Diss. München: Ludwig Maximilians-Universität, 1982
    * Körber, Gertrud (1985): Das Adrenogenitale Syndrom aus kinderchirurgischer Sicht. Diss. Köln: Univ., 1985

    Die erste mir bekannte Literaturstelle, in der die Erhaltung der Eichel samt des sie versorgenden Gefäß-Nervenbündels als sensible Klitoris dargestellt ist, wurde 1961 publiziert:

    * Schmidt, M. A. (1961): Plastische Korrektur des äußeren Genitale bei einem männlichen Scheinzwitter. In: Langenbecks Archiv für klinische Chirurgie, Band 298. Berlin, Göttingen, Heidelberg: Springer-Verlag (1961), S. 977 ff.

    – SabsLE 16:31, 9. Nov. 2009 (CET)
    ——-

    noch ein Link

    * Interessensgemeinschaft Menschenrecht und Transsexualität (2007): Alternativbericht zum Sechsten Bericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW),

  7. Diana

    puh, während Du das hier kommentiert hast, habe ich es grad auf Wikipedia überflogen. Das ist ganz schön dicke Post, aber auch arg kompliziert für medizinisch nicht geschulte Menschen wie mich. Danke jedenfalls für den Text, Deine Argumentation klingt beim Überfliegen stichhaltig. Zu wünschen wäre, wenn jemand mal diese wissenschaftlichen Fakten so in einen Bericht verpacken könnte, dass Nichtmediziner verstehen was mit DHEA-S oder 5-alpha-Reduktasemangel und all den Fakten gemeint ist. Ich hab selber schon einiges zu dem Thema gelesen, versteh aber oft nur Bahnhof.

  8. Bad Hair Days

    5 Alpha ist ein genetischer Defekt, der die körpereigene Herstellung von DHT verhindert. Testosteron ist also im Körper, DHT nicht. Offensichtlich wird DHT zum “herstellen” der männlichen Sexualorgane benötigt, so dass Betroffene oft erstmal als Mädchen gesehen werden. In der Pubertät kommen allerdings die Dinge, die vom Testosteron angeregt werden, zum Tragen, und die Vermännlichung beginnt.

    Es gibt eine Studie, ob transsexuelle Frauen eventuell davon betroffen sind, was natürlich nicht zutraf. Sonst dürften wir keine kahlen Stellen am Kopf entwickeln ;-)

    Eine ähnliche Kondition ist 17-beta-hydroxysteroid dehydrogenase III deficiency, die einige transsexuelle Frauen Betreffen dürfte. Bei ihr wird von vornherein wenig Testosteron produziert.

  9. Diana

    @Sarah: danke für die Infos. Das Problem ist halt, dass man Nichtmedizinern kaum mit einfachen Worten erklären kann, dass wir aus wissenschaftlicher Sicht keinen an der Waffel haben sondern einfach etwas anders geformt sind. Gerade die Sache mit der weiblichen Gehirnstruktur ist ein erstaunliches Fakt, das den Mythos der Persönlichkeitsstörung als Lüge entlarvt. Aber erklär das mal mit einfachen Worten. In diesem Fall gehts noch einigermassen, aber all die restlichen Fakten lassen sich kaum erklären, ich versteh sie ja selber nicht wirklich.

  10. Sabrina Schwanczar

    Gib doch mal in die Internet-Suchmaske ein:

    “AWMF online – Leitlinie Störungen der Geschlechtsentwicklung”

    http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/027-022.htm

    In dieser Leitlinie befindet sich unter “Therapie” eine Tabelle, die Ursachen von Zwittrigkeit (Intersexualität) auflistet und dazu Angaben, inwieweit welche Geschlechtsidentität (Gefühlswelt, nicht “Rollen”) bei der jeweiligen Ursache auftritt.

    Die Ärzte wissen sehr genau, dass eine Geschlechtsidentität körperlich festgelegt ist und sich somit hinter einer angeblichen Transsexualität nichts anderes als eine äußerlich eher unauffällige Ausprägung von Zwittrigkeit verbirgt.

    MfG

  11. Sabrina Schwanczar

    Bei der Hydroxylase wird am Kohlenwasserstoffmolekül ein Wasserstoffatom durch eine OH-Gruppe ersetzt.

    Bei der 21-Hydroxylase (21-OHase) wird auf diese Weise
    Progesteron zu 11-Desoxykortikosteron und
    17alpha.Hydroxyprogesteron zu 11-Desoxykortisol
    umgebaut.

    Die 3beta-Hydroxysteroiddehydrogenase (3beta-HSD) ist ebenfalls ein biochemischer Vorgang, bei dem Verbindungen am Kohlenwasserstoffmolekül umgebaut werden. Dabei wird
    Pregnenolon zu Progesteron
    17alpha-Hydroxypregnenolon zu 17alpha-Hydroxyprogesteron (17-OHP) und
    Dehydroepiandrosteron (DHEA) zu Androstendion
    umgebaut.

    Quelle: Lindner 1996, Seiten 4 und 8

    Lindner, Rolf: Untersuchungen zur Bedeutung partieller 21-Hydroxylase- und 3beta-Hydroxysteroiddehydrogenasedefizienzen für die Ätiogenese von Formen psychischer Intersexualität. Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 1996

    Zu Hormonen ist noch folgende Literatur sehr informativ:

    Breckwoldt, Meinert: Diagnostik und Therapie von Androgenisierungs-erscheinungen bei der Frau. Berlin: Diesbach, 1992

    MfG

  12. Proxifilm

    Es gibt noch eine kleine viel interessantere Sache, nämlich die tolle Body Integrity Identity Disorder (BIID). Ein kleines Geschenk von Michael First, dem führenden Sachbearbeiter des DSM und WHO-Beraters in Sachen ICD Neuauflage 2014. BIID wird die neue “Alles Abschneide-Krankheit”, wenn die EU “GID” als menschenverachtende Diagnose verboten haben wird. Dann läßt sich mit BIID auch die Transsexualität wieder durch die Hintertür ins Psychogeschät hineintragen.
    First, Michael: Desire for amputation of a limb: paraphilia,
    psychosis, or a new type of identity disorder. Psychol Med. 2005
    Jun;35(6):919-28.
    Es gibt auch in Deutschland diverse Befürworter dieser Thesen. Alle kommen von den bekannten Unis mit Personen, die man schon kennt aus Frankfurt/M., Hamburg, Ulm.
    Jede politische Aktion gegen die weitere Stigmatisierung der Transsexualität sollte zugleich auf die neuen bevorstehenden Formen der Stigamatisierung mit der sogenannten Body Integrity Identity Disorder einhergehen. Sonst machen diese Psychos immer weiter.

  13. Diana

    @Proxifilm: es ist nichts Neues, dass man versucht, den Wunsch nach einer geschlechtsangleichenden Operation als selbstverletztendes Verhalten (SVV) zu verdrehen. Den Beweis dieser These sind uns ihre Anhänger aber bis heute schuldig geblieben und es widerspricht allen Fakten. Die Psychiatrie wird sicher jede Gelegenheit ergreifen, mit der sie hoffen, uns doch noch zurück zu gewinnen. Langfristig werden sie uns aber aufgeben müssen, weil wir erwiesenermassen nicht ihre Hilfe brauchen sondern die der Rekonstruktionschirurgie und der Endokrinologie.

  14. Sabrina Schwanczar

    Die “Diagnose” “Body Integrity Identity Disorder” wäre demnach den Ärzten Psychologen und Psychiatern zuzuschreiben.

    Diese verstümmeln Zwitter mit ausgeprägten intersexuellem Genitale in der frühen Kindheit.

    Diese setzen über die sogenannten “Standards der Behandlung und Begutachtung von Transsexuellen” und die Begutachtungsrichtlinie des MDS (MDK) die Genitaloperation bei “Transsexuellen” durch, in dem die Hormontherapie an die “Diagnose” “Transsexualität” gebunden wird und diese Diagnose wiederum an die Beibringung eines Wunsches nach Genital-Operation.”

    Wie den Begutachtungsrichtlinien zu entnehmen ist, kann sich bei einer Nichtbeibringung eines Genital-Operationswunsches die Diagnostik und damit der Beginn der Hormontherapie erheblich verzögern, da ja der Verdacht eines “Transvestitismus” ausgeschlossen werden müsse.

    Kriminalität ist das – Und es muss auch öffentlich so genannt werden.

  15. Diana

    @Sabrina: das Verrückte scheint mir, dass diese Fachleute es eigentlich gut meinen, sie gehen einfach von völlig veralteten Vorstellungen aus.

  16. Bad Hair Days

    Man sollte bei der ganzen Verschwörungstheorie vielleicht mal darauf achten, dass es die BIID-Betroffenen selbst waren, die auf einen Diagnoseschlüssel gedrängt haben.

    Vergleiche: http://www.biid-dach.org/

  17. Proxifilm

    Moment mal!
    1. Es gibt keine Organisation (Verein, o.Ä.), der für die Leute, die von einer angeblichen Krankheit namens “BIID” betroffen sind, itgendwelche demokratisch legitimierten Aussagen trifft.
    2. Unter den “Betroffenen”, die unter dieser angeblichen Krankheit leiden sollen, scheint es auch kein Interesse an einer solchen Organisation zu geben, da sie bisher ihre etwaigen Probleme seit Menschengedenken selbst gelöst haben.
    3. Von einer Verschwörungstheroie kann nicht die Rede sein, US-amerikanische Quellen (z.B. die Ausführungen eines Herrn Lawrence) belegen die Absicht sehr deutlich, die Psychodiagnose “GID” langfristig mit der Diagnose “BIID” zu ersetzen.
    4. Die Website “BIID-org.” wrd klar ersichtlich von einem Psychologen aus Norddeutschland herausgegeben und nicht, wie hier vermutet von “Betroffenen”, die angeblich unter einer Krankheit leiden mit dem Namen “BIID”.
    5. Richtig ist, dass es ältere und sehr alte Psychos sind, die die These vertreten, dass die angebliche Krankheit “BIID” mit “GID” vergleichbar sei. Dazu gehört eine in der Transszene bekante weibliche Schachtel von der Uni Frankfurt und eine “Psychotante”, die hier auch bekannt ist, von der Universität Hamburg.
    Gut wird dort gar nichts gemeint. Es geht löediglich darum, eine neue Kuh durch das Psychodorf zu treiben mit alen Scheuklappen, wenn das kein Anlass zur Sorge ist, dann ist psychiatrische Verdummung vielleicht schon politischer Standard in Deutschland. Schade drum!

  18. Claudia

    Die Arbeit von Dr. Lindner ist mir bekannt, da ich damals (mit Familie) der Hauptproband und Beweis für den 21-Hydroxylase-Defekt war.

  19. Diana

    @Claudia: kannst Du mehr darüber erzählen? Es wäre mega spannend, das aus erster Hand zu lesen.

  20. Claudia

    Das war für mich eine aufregende und sehr interessante Zeit.Über den Sonntagsclub kamen wir mit Herrn Lindner in Kontakt. Meine Frau kam auch mit, um zu wissen was mit mir los war.Das war 1992/94. Wir machten freiwillig bei den Tests mit, das hieß Blutabnahmen, auch von den 5 Kindern. Dr. Pfeiffer machte da auch mit (Humangenetik) Zwei Kinder haben den 21-Hydroxylase-Defekt geerbt. Auch habe ich damals den Prof. Dörner kennengelernt, ein sehr kluger und besonnener Mann, der es in der Wendezeit nicht leicht hatte. Da manche Westler den ehemaligen DDR-Forschern zu Unrecht mit Vorurteilen gegenüberstanden. Prof. Dörner hatte durch seine Forschungen bewirkt, daß in der DDR der Homosexuellen Paragraf gestrichen wurde. Wenn du mehr wissen willst, dann kann ich auch mehr berichten.

  21. Claudia

    Nachtrag: Die Tests wurden im Institut für experimentelle Endokrinologie der Humboldt-Universität Berlin (Charite) durchgeführt.

  22. Diana

    @Claudia: da werd ich fast neidisch, ich würde echt gerne solche möglichen Hintergründe abklären lassen, aber ich wüsste nicht wo ich mich da melden müsste. Aber gut, dass es Betroffene gibt, die solche Studien unterstützen.

  23. Claudia

    Der Dr. Pfeiffer war damals an den Tests beteiligt, vielleicht kannst du von ihm mehr erfahren. Ich gebe dir mal den Link.
    Lg Claudia
    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:2dIntZZiW6YJ:www.pdmg.de/kontakt.html+Dr.+Pfeifer+Berlin+%2B+Genetik&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=opera&source=www.google.de

  24. Claudia

    Zu einer glücklichen T-Frau gehören auch Kinder. Das ist nicht unmöglich, wenn man vor der Hormonbehandlung eine tolerante Partnerin findet, die sich auch Kinder wünscht. Da die Erziehung der Kinder mit neutraler Liebe sein soll, dürfte es nichts ausmachen, wenn der Papa weiblich ist. Es ist irre schön, mit den eigenen Kindern als Frau zur Mütterberatung zu gehen. Wenn die Jungen dann auch Kleider anziehen wollen, sollte man tolerant sein, ihnen aber erklären, daß Papa eine Ausnahme ist. Auch mit der Anrede als Frau , sollte man in der eigenen Familie tolerant sein und das “Papa” akzeptieren. Je natürlicher alles läuft, desto weniger seelische Probleme hat man auch selbst. Nicht umsonst sind intakte soziale Beziehungen, geprägt von Liebe und Toleranz lebenswichtig. Du kannst dabei nichts verlieren, außer den inneren Zwängen und Vorurteilen. Und genau das wollen wir doch alle.

  25. Diana

    @Claudia: ich finde zwar nicht, dass das Muttersein zwangsläufig zum Frausein dazu gehört, da empfinden nicht alle so. Aber wenn der Wunsch da ist, ist es grausam, wenn man derart gehindert ist in einer doch recht respektlosen Welt. Für Kinder wird das extrem schwierig, vorallem wenn sie es nach aussen vertreten müssen. Was das “Papa” anbelangt, das ist das Einzige, was ich nie ablegen kann und will, ich bin halt einfach eine weibliche Papa, was solls.

  26. Fiona-IS

    Hallo,
    die allgemeine Sach- und Fachkompetenz
    von diesem Blog bezüglich IS und TS ist wohl weit über dem allgemeinem Wissen üblicher Fach-Mediziner.

    (M)eine gestellte Aufgabe “Was bin ich, ich habe ein Gefühl … und 12 Seiten Bericht”.
    Die Ergebnisse waren:
    TV, TS, IS alles OK, männlich, weiblich.
    Und:
    Psychisch alles OK, sofort in Psychiatrie und ersts einmal drei Monate “Test-Einlieferung”.

    Für meinen Weg sehe ich die Mediziener nur noch “als Dienstleister, als Ausführende meiner Aufträge” nur in meinem Interesse. Lernfähige Mediziner kann man unterstützen.
    Weiterhin viel Erfolg
    LG Fiona

  27. Diana

    @Fiona: meine Kenntnisse über IS sind sehr bescheiden, umso erschreckender ist es, dass selbst meine Grundkenntnisse wohl so manche Medizyner überbieten würde. Das grosse Problem bei IS sind ja die Genitalverstümmlungen, da habe ich kaum einen Zugang ausser dass ich erschüttert bin zu hören, dass es Ärzte gibt, die solch einen Wahnsinn praktizieren. IS ist jedoch insofern für mich interessant, weil ich sehr viele Paralellen sehe, vorallem in der Frage, ob die Geschlechtszuweisung wirklich so einfach ist wie es diese Gesellschaft gerne hätte. Und damit verbunden stellt sich mir die Frage, ob TS nicht doch einfach eine Art von IS ist. Ich bin weit davon entfernt, das zu verstehen, aber mein Bauchgefühl geht stark in diese Richtung.

  28. Jennifer Bergner

    Hallo,

    Leider ist es furchtbare Realität. Auch ich werde andauernd in die Psychiatrie eingewiesen, mit schädlichen Psychopharmaka voll gepumpt und schließlich in die geschlossene Psychiatrie eingesperrt.
    Ich leide an körperlichen Beschwerden. Behandelt werden die körperlichen Beschwerden nicht. Auch heute nach fünf Jahren folterähnlichen Behandlungen in vielen Psychiatrien (warum schreibe ich folterähnliche Behandlungen, das was da mit mir gemacht wurde ist die reinste Folter) ist ein Arztbesuch gefährlich für mich geworden. Ich leide sehr unter meinen körperlichen Beschwerden. Durch die Misshandlungen in den Psychiatrien habe ich nun zusätzlich posttraumatische Belastungsstörungen und generalisierte Angststörungen. Aus Erfahrung weis ich, gehe ich zum Arzt, braucht dieser nicht mal dreißig Sekunden um eine Diagnose meiner körperlichen Beschwerden zu stellen und veranlasst die Einweisung in die geschlossene Psychiatrie. Behandlung bekomme ich da nicht. Einsperren ist das Ziel. Diagnose Transsexuell schwere Persönlichkeitsstörungen, daraus Somatisierungsstörungen welch nicht behandelbar sind. Ich bin schwer misshandelt worden in den Psychiatrien. Hilfe benötige ich dennoch wegen meiner körperlichen Beschwerden. Ich bekomme keine Hilfe. Einige Psychiater haben Gutachten über mich erstellt. Diese empfehlen dringlichst die sofortige Unterbringung in ein Heim für psychisch Kranke, am besten ein geschlossenes Heim für psychisch Kranke. Da ich keine Kraft mehr zum Kämpfen habe, werden diese Psychiater ihr Ziel erreichen. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Die Psychiater haben eine größere Macht, als der Bundesgeneralstaatsanwalt. Ich war schon mal weggesperrt, beinahe für immer. Die Richterin folgte dem Gutachten des Psychiaters, denn der sei ja der Fachmann.
    Ich hatte Glück im Unglück. Ein anderer Psychiater lies mich aus der psychiatrischen Verwahrung. Nur Hilfe bekomme ich nicht und ich gehe daran zu Grunde. Die Folterungen habe ich nicht unbeschadet überstanden. Tod geschlagen wurde ich auch beinahe in einer Psychiatrie. Das Personal klatschte Beifall und war enttäuscht, weil ich am Leben geblieben bin. Die Täter bekamen eine Belohnung.

    Jennifer

  29. Fiona

    Hallo Diana, Hallo Jeniffer,

    Da ich mich nun seit etwa 2 Jahren mit “meinem” Thema IS auseinander setze wurde inzwischen mein gesamtes Leben von mir neu bewertet. Nahezu alle Probleme mit mir und den “richtigen” Menschen konnte ich lösen wie auch die Krankheiten und deren Auswirkungen.

    Ein global bekannter Prof. auf dem gebiet der Intersexualität gab mir sinngemäß diese wohl überlebenswichtigen Tipp: … dass ich mir von Medizinern nur Laborwerte holen soll und ggf. ergänzendes Fachwissen. Ich brauche nichts zu sagen und wenig fragen – denn die werden auch nichts Spezielles sagen. Das Fachwissen über IS sei einfach nicht vorhanden und es ist besser wenn ich mich selbst schlau mache dann kann ich auch besser damit umgehen. Hilfe kann ich keine erwarten aber jederzeit ihn anrufen oder mailen. SHGs helfen gut weiter dann erkenne ich dass es noch andere Menschen gibt.
    Aber es ist sehr schwer an dieses Fachwissen zu kommen – auch wenn ich einige Dissertationen durch arbeiten konnte. NADA und WADA können im Sport nur wenig weiter helfen und der Deutsche Sportbund macht es sich zu leicht.
    Man würde mich wohl in das “Doping-Messer” laufen lassen. Die wirklichen Zusammenhänge im Sinne von wenn das dann das und die entsprechenden Zusammenhänge und die Auswirkungen. Ich hab inzwischen etwa 12 “Fachbereiche” durch: Gynäkologie, Urologie, Psychologie, Psychiatrie, Neurologie, Humangenetik, Endokrinologie, Sportmedizin, Ärzte-Gremium der Krankenkasse, Innere Medizin und Hausarzt.

    Meziner-Story: Arztbesuch nach Grippe:
    Arzt: Tag, ich: Tag
    Arzt: Gesund, ich: Ja
    Arzt: Und? , ich: Überweisung bitte
    Arzt: Wohin? , ich Psychiatrie
    Arzt: Tip-tip-tip, Drucker: Brummklack
    Arzt: Bitte, ich: danke
    Arzt: und schönes Wochenende, ich: danke, auch schönes Wochenende.

    Ich: … dann fragte ich nach einem Werbekuli und sagte dass ich damit einen Smalltalk vorbereite.
    Arzt: Es fragen viele nach einem Kuli.
    Ich: wenn den Gesprächsanfang jemand gehört hätte dächte er wir wären wohl beide “Asperger Autisten” …

    Ja, ich sehe inzwischen alles etwas lockerer und versuche aus meinem Rest-Leben noch etwas zu machen.

    Gerne lese ich eure Texte was mich natürlich auch aufbaut. Ich bin nicht alleine mit solchen Themen und sehe inzwischen keine Unterschiede zwischen den Menschen.
    Denn alle sind irgendwie hormonell erkennbar oder genetisch zuordenbar.
    Und was ist ein impotenter Mann oder eine Frau die gerade die Pille nimmt? Oder ein 2,10 Meter-Basketball-Spieler? Oder ein stark behaarter kleinwüchsiger Südländer?
    Große Menschen des Nordens? Was ist Mann und was ist Frau? Was ist ein Zwitter und was sind die Übergänge zu den Zwittern? Wo stehen MzF und FzM oder gleichgeschlechtlich orientierte Menschen? Alle Menschen kann man einsortieren.

    Die soziale Trennung zu “Mann” oder zu “Frau” erklärte mir ein global bekannter Professor aus München sinngemäß so: “Frau – Vagina, Mann – Penis”.
    Meine Frage (unbeantwortet) und wenn man das jeweils abschneidet sind dann sind beide gleich –oder was sind sie dann geworden?
    Liebe Grüsse Fiona

  30. Diana

    @Jennifer: Es ist wirklich brutal, was Menschen teilweise angetan wird durch die Psychiatrie, mir fehlen da echt irgendwie die Worte.

    @Fiona: Deine Schlussfrage ist genal und entlarvend, spätestens da müsste auch einem Psychiater einleuchten, dass auch er nicht zum Weibchen würde, wenn man ihm sein Dingens abschnippeln würde – komisch, bei IS-Betroffenen soll das dann funktionieren – einfach pervers, dieses Denken.

  31. Fiona

    Während den letzten Jahren als ich mich mit dem Thema Geschlecht beschäftigte hat sich wohl auch mein Weltbild etwas verändert. Die Definition “das ist ein Mann” und “das ist eine Frau” erscheint mir fast schon lächerlich. Die Weltgemeinschaft hat inzwischen die Definition “Mann” und “Frau” neu definiert und auch erkannt dass das “soziale Geschlecht” nicht mit den Geschlechtsteilen zu tun hat. Das Geschlecht wird deshalb über eine langfristige (ich denke es sind zwei Jahre) Konzentration des “freien Testosterons” definiert. Bei NADA und WADA ist es völlig nomal dass es Transsexuelle Menschen gibt mit einem gegengeschlechtlichem Chromosomensatz. Und auch bei den intersexuellen Menschen ist das über die Konzentration des freien Testosterons geregelt. Wenn aber die Zellen das Andocken von DHT (3-5 x aktiverals Testosteron) verhindern oder einschränken steigt die Konzentration extrem an – so um da 20-fache des zu erwartenden Wertes. Nun DHT ist ein starkes Doping-Mittel (wenn es aufgenommen werden kann). Das ist jedoch das Thema bei Androgen-resistenz und nicht berücksichtigt. Besonders über den öffentlichen (Leistungs-) Sport sollte unsere Regierung die Menschen an das Thema hinführen und helfen das zu verstehen. Wir intersexuelle Menschen sind sehr aktiv in der Verbreitung von Wissen und Aufklärung der Menschen. Meiner meinung nach gehören natürlich aus die transsexuellen Menschen zur Gruppe der zwischengeschlechtlichen Menschen denn das Hirn steuert …
    Über die Menschenrechte sollte die Entscheidung der betroffenen Menschen so frü wie möglich in die richtigen Wege geleitet werden. Erst zu warten bis der Mensch mit seiner Pubertät “fertig” sit ist bereits ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Denn es ist ein Unterschied ob man ab 10/11 Jahren das richtige Geschlecht bekommt oder erst wenn man wegen zu wenig Testosteron bereits über 1,80 / 1,90 Meter geworden ist und Schuhgröße 46 hat.
    Übrigens man hat einen versprochenen Termin in der Klinik einfach von August auf den folgenden Februar verschoben …
    Wier schaffen das schon.
    Liebe Grüsse Fiona

  32. Diana

    @Fiona: ich denke auch, dass dieses skurile Weltbild irgendwann Vergangenheit ist, zumindest wenn wir am Ball bleiben. Denn von alleine bewegt sich die Welt nie. Immerhin haben wir unterdessen eine wissenschaftliche Indizienkette, mit der wir jeden Prozess gewinnen würden. Aberglauben scheitert früher oder später an der Realität, so wird es auch dem Penis=Mann-Mythos gehen.

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