(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Osterweekend mit Juliet

Hach war das schön, nach zwei Monaten Julietlosigkeit endlich vier Tage lang aneinander kleben. Dieses Wochenende hat bestätigt, was eigentlich keine Bestätigung mehr braucht, wir Zwei passen zusammen wie Arsch auf Eimer :-) Wer mich kennt, weiss, dass ich eine extrem zärtlichkeitsbedürftige Partnerin brauche und dass diese einen komplett behämmerten Humor haben muss. In Beidem schlägt Juliet die kühnsten Erwartungen. Sie ist das zärtlichste Wesen das man sich vorstellen kann und sowas von bekloppt, das glaubt keine Sau :-) Meine Liebste hat hier in unserem gemeinsamen Blog bereits über dieses Wochenende geschrieben und eigentlich kann ich dem nix hinzufügen, wir klebten, kuschelten, knutschten und kicherten uns das Hirn weg. Aber ich hab Euch schliesslich aufgefordert, Bier und Popcorn einzukaufen, also will ich da mal nicht so sein. Somit heisst’s: hinsetzen, losknabbern und mitreisen………

Flug ins Traumland

Der Hinflug war ziemlich unspektakulär, das einzig Erzählenswerte war die Tatsache, dass dieser Swissflieger eine neuere Version war in der alles mit kleinen Bildschirmen gefüllt war, auf denen man die Sicherheitsanweisungen präsentiert bekam. *Grumbel*, dabei hab ich mich so auf das Synchronballet gefreut, wenn die Stewardessen mit so lustigen Bewegungen zeigen, wo Notausgänge sind und wie man das Sauerstoffdings benützt. Ich war bitter enttäuscht, dass mir diese Vorführung verweigert wurde. Aber dafür wurden unterwegs ständig so Sachen in den Bildschirmen angezeigt. Mal zeigte es eine Landkarte, auf der ich sah, dass der Flieger in die falsche Richtung flog, was mich arg verunsicherte, dann wurden Zahlen eingeblendet, wie hoch oder wie schnell wir fliegen. Ey die waren mit 850 kmH unterwegs, kann man sich kaum vorstellen. Etwas schockiert war ich, als die mit dem Essen kamen. Käse-Sandwich mit sonst nix drin. Kein Salami, kein Senf, keine Majo, kein Meerrettich, keine Butter, einfach nix ausser dieser olle Käse – Mäuse-Futter *grumbel*. Der Grenzübertritt verlief problemlos, trotz meines nicht mehr zum Gesicht passenden Ausweises. Aber weil wir ne halbe Stunde Verspätung hatten, war nix mit dem kurzen Einkaufsbummel in Hannover und so zog ich denn gleich weiter Richtung Bremen.

Ankunft im Trallalla-Land

In Bremen angekommen, traf ich dann mein Süssding endlich wieder, nach zwei idiotischen Monaten, mann war das surreal. Juliet wollte mich nicht so recht knutschen, sie fürchtet rote Lippen wie der Teufel das Weihwasser, ich sag ja, die hat n’Knall. Wir fuhren dann zusammen mit nem Bummlerzug weiter nach Delmenhorst und spazierten in mein neues Zuhause. Unterwegs kauften wir uns dann die ersten Freundschaftsringe und ich fand noch n’Rudel Schmuck, der irgendwie mitwollte. Zuhause angekommen, zogen wir uns gemütliche Klamotten an, bauten das Sofa zum Sofabett um, holten Bier und Knabberzeug und schmissen uns in die Horizontale, wo wir dann den Rest des Weekends verbrachten. Als die Farbe mal aus meinem Gesicht war, wollte die Kleine dann doch plötzlich knutschen, ist echt n’wählerisches Mädel, aber ich hab mich nicht beschwert sondern eifrig mitgemacht :-)

Suppenlose Suppe und ein ganz seltsames Paar

Der Freitag gehörte dann ganz uns, wir hatten gar nix zu tun und genau das machten wir, den gaaaaanzen Tag lang. Rumliegen, dummes Zeug reden, Katzen streicheln, uns streicheln, knutschen (uns, nicht die Katzen), TV gucken, weiter rumliegen und so weiter. Irgendwann war dann Hunger angesagt und wir machten die langersehnte suppenlose Suppe, mit der mich Juliet schon im Februar zuerst geschockt und dann beglückt hat. Diesmal hatte die Suppe aber auch Suppe drin, was mich irgendwie verunsicherte, aber sie war trotz Flüssigkeit gut wie immer. Davon könnt ich eimerweise in mich reinhauen.

Doofes blabla mit Knutsch verziert

Irgendwie isses schon gut, dass uns an so Tagen niemand sieht, ich glaub man würde uns mittels “führsorgerischem Freiheitsentzug” in die Klapse stecken und uns ganz viele bunte Pillen geben. Man muss sich das in etwa so vorstellen. Wir liegen da und gucken beide in den TV. Plötzlich drehte eine von uns den Kopf, klatscht der Anderen einen fetten Knutscher auf die Schnute und dreht den Kopf sofort wieder weg. Meist kommt dann von der Anderen ein Kommentar im Stil von: “Du bist sooooooo dooooooof” oder “albernes Weib Du”, worauf Beide wie irr rumkichern, was wiederum mit einem Knutscher belohnt wird. Oder plötzlich dreht eine den Kopf, pustet der Anderen ins Gesicht und sagt dann: “Ich war das nicht”, worauf die Andere natürlich wieder im Stil von “doofe Nuss” antwortet. Das mag für Aussenstehende nicht wirklich nach grosser Liebe klingen, aber glaubt mir, bei uns Zweien ist das Ausdruck tiefster Liebe :-)

Vier Katzen im Knuddelrausch

Im Februar war Tequila, die weibliche Katze, schon anhänglich wie blöd. Die liess sich von Anfang an von mir streicheln bis ihr fast der Pelz abfiel, die kann wie wir Zwei einfach nie genug haben. Aber die männliche Katze (nicht Kater, männliche Katze), war meist in Juliets Schlafzimmer und machte auf Eremit. Zwischendurch kommt Baileys mal raus, jammert laut und mitleiderweckend rum und sobald man ihn anfasst, meckert er genauso entschieden und marschiert wieder davon. Aber diesmal war alles anders. Der Kerl, der biologisch ja eigentlich Mädel wäre, klebte von Freitag an an unserer Seite und liess sich manchmal die längste Zeit streicheln. Das Ding war wie ausgetauscht und wir Beide wussten nicht, woran das liegt. Aber das Bild war prächtig, vier Katzen auf nem Sofa und alle kleben aneinander. Ey soviel Hände haste gar nicht, um soviel Viecher gleichzeitig zu bestreicheln.

Diana hat jetzt ne Schwiegermama

Am Samstag kam dann Juliets Mama, ich lernte also meine Schwiegermama kennen. Ich hatte schon Einiges von ihr gehört und mochte sie allein schon von Juliets Schilderungen her. Sie wiederum hatte schon einige meiner Texte gelesen und schon über Einiges darin gekichert. Sie besuchte uns mit ihrem Freund zusammen und wir plapperten bis in alle Nacht zusammen und am andern Tag ging die Plauderei bis vier Uhr weiter. Nun, nachdem ich sie kenne, kann ich nur eines sagen, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch wenn niemand so verrückt ist wie Juliet (ausser mir), ist doch gut erkennbar, woher sie ihren Humor hat. Als ich beispielsweise mal die Hand auf Juliets Bein legte, guckte sie rüber und meinte mit ernstem Ton und Grinsen im Gesicht: “Ich hab das gesehen!”. Auch ihr Freund/Mann ist ist toller Kerl, wir hatten jedenfalls alle Viere viel Spass zusammen und das Gespräch ging nie aus. Von Beiden fühlte ich mich angenommen, für mich fühlte es sich an als wären wir eine kleine Familie – sind wir ja auch :-) Ich freu mich jedenfalls schon darauf, die Zwei wieder mal zu sehen, da gibts noch viel zu Plaudern und zu Kichern. Am Sonntag übergab ich ihr noch ein Exemplar meines Blogtagebuchs und kurz darauf verschwand die Gute in der Küche und es ward still. Bis auf gelegentliche Kichereien, die zeigten, dass sie sich prächtig mit dem Buch amüsierte. Sie kriegte dann auch noch eine Widmung ins Buch im Stil von: “Für Bärbel, die Mutter der süssesten und verrücktesten Frau der Welt. Deine Schwiegertochter Diana” :-)

Abschied nach Katzenart

Nachdem wir den Rest des Sonntags und den Montag durch dasselbe taten wie sonst, rumliegen, knuddeln, blödeln, kam langsam der Abend und wir mussten uns damit abfinden, dass diese wunderschöne Zeit bald endet. Was dann kam, war echt strange. Als wir so auf dem Sofa lagen, klebten irgendwann alle Drei an mir wie angegossen. Juliet im linken Arm, Tequila auf meinem Bauch und Baileys der Eremit zu meiner Rechten. Sicher ne Stunde lang. Die Miezen waren sowas von anhänglich, dass für mich offensichtlich war, dass die Vierbeiner genau spürten, dass ich bald gehen muss und sie wollten Tante Diana einfach geniessen. Es war mega schön, von drei so süssen Viechern umgeben zu sein, wir waren eine richtige kleine Familie.

Rückreise erster Akt

Am Dienstag morgen früh hiess es dann Abschied nehmen. Nach üppigen drei Stunden Schlaf kämpften wir uns in den Halbwachzustand, tranken wie das ganze Weekend Capucino, dann gings los mit duschen, Gesichtsverzierung u.s.w. Noch vor Sieben standen wir am Bahnhof, fuhren zusammen los und kurz danach stieg Juliet aus um ackern zu gehen. Ich fuhr weiter, schlief unterwegs mehrmals fast ein, schaffte es dann aber doch, den Flughafen tranceartig zu erreichen. Ich rechnete nicht mehr mit Spektakulärem, in wenigen Stunden würde ich wieder am ackern sein…… denkste!

Beim CheckIn wollte ich die Stiefel ausziehen, Reissverschlüsse piepsen schliesslich beim Scanner. Aber der Fachmann dort meinte, ich soll mit Schuhen durchlaufen, probieren geht ja über nachdenken. Also stöckelte ich da durch, der Scanner piepste wild drauf los, die Zoll-Rambos fuchtelten freudig rum und deuteten an, dass ich in den Genuss einer genaueren Kontrolle komme. Jaja probieren, wer kennt meine Schuhe wohl besser, ich oder der Zollmensch? Jungs *grumbel*. Aber das Beglückende und für mich Überraschende war, dass mich die Zolljungs direkt zum Zollmädel fuchtelten. Es schien, als ob da niemand auch nur im Traum daran gedacht hat, ich wär n’Fall für die Jungs. Das brachte mich natürlich wieder zum Strahlen. Die Zöllnerin scannte mich dann mit so nem Dildo äh Scanerstab, betatschte mich ein bisschen (dieses Luder) und ich verbiss mir einen Kommentar im Stil von: “ey pass auf Süsse, ich steh auf Mädels” oder “ey anfassen darf nur mein Süssding, pass auf sonst kriegste von ihr auf die Mütze”. Dann kommte ich ans Gate, ich war also sogut wie zuhause.

Als wir einstiegen, bemerkte ich als Erstes, dass die keine Bildschirme haben, ich würde also wieder ne Synchron-Ballett-Vorführung kriegen. Die begann dann auch und ich hatte wieder einen Mordsspass, ich hätt am liebsten mitgemacht. Der Motor der Maschine lief bereits, die Kiste rollte schon vom Gate weg, als er plötzlich wieder anhielt und kurz darauf der Pilot mitteilte, irgend ein Elektronik-Kram sei ausgestiegen und wir müssten jetzt dasselbe tun. Er fuhr uns zurück ans Gate, wir wurden rausgeschmissen und durften uns in einer 3-Stunden-Kolonne beim Swiss Schalter um neue Tickets bemühen. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, da ich diese Weekendverlängerung mit kompensierten Stunden bewerkstelligte und keine Lust hatte auf künstliche Verlängerungen. Aber irgend was diebisches in mir begann sich zu freuen darüber, denn falls die keinen Ersatzflug haben, kann ich wieder zu Juliet zurück. Jauuuuhhhh, als ich nach ner Stunde endlich am Schalter stand und mir die Dame erklärte, sie hätte nur noch n’Flug mit Umsteigen in München, war bei mir der Ofen aus. Ein paar Stunden in Hannover rumstehen, nach München fliegen, umsteigen um dann des Nachts anzukommen, neeeee, ich geh zu Schatzi zurück. Und so buchte ich für den nächsten Morgen zur selben Zeit einen Flug und wuselte wieder im Retourgang Richtung Delmenhorst.

Back again

Sieben Stunden nachdem ich in Delmenhorst abgefahren war, kam ich dort wieder an, was sich irgendwie ziemlich sinnentleert anfühlte. Aber ich hatte eine Riesenfreude, ich war wieder zuhause. Irgendwann kam ein SMS von Juliet, in dem sie fragte, ob ich gut geflogen sei. Ich rief zurück und fragte wo sie grad wäre. Sie sagte, sie sei in Bremen, worauf ich mit diebischem Grinsen im Gesicht sagte: “Da bin ich eins weiter, ich bin schon in Delmenhorst”. Ich hätt ein Königreich gegeben wenn ich ihr Gesicht hätte sehen können, das muss einfach zu bekloppt ausgesehen haben. Jedenfalls wartete ich dann auf sie, haute mir noch zwei Chili-Burger rein und so gings dann einmal mehr zu ihr nachhause.

Schlafende Zweisamkeit

Zuhause angekommen, hauten wir uns erst ne Menge Frikadellen und Gurkensalat rein und schon schlief Dianchen seelig auf dem Sofa. So richtig viel hatten wir nicht mehr von einander, die meiste Zeit pennten wir oder zumindest eine von uns. Aber trotzdem war es schön, jede Minute ist schön, in der wir uns haben. Und dann geschah das Wunder, wir gingen um halb Eins ins Bett. Ne das Wunder ist nicht die Zeit, es war das erste Mal, dass wir nicht auf dem Sofa schliefen. Aber irgendwie hab ich mich so ans Sofa gewöhnt, ich glaub dort gefällts mir definitiv besser. Am frühen Morgen wurden wir dann wach geklingelt und ich fühlte mich wie in ner Zeitmaschine – hatten wir das nicht schonmal? Juliet begleitete mich an den Bahnhof, ich stieg wieder in denselben Zug ein, fuhr wieder halbschlafenderweise zum Flughafen – echt, das fühlte sich total schräg an und ich fragte mich echt, ob ich da vielleicht in ner Zeitschleife hängen geblieben bin und das nun für immer so weiter geht. Wär ja schon cool, Juliet täglich zu sehen, aber diese Rumfahrerei ist echt die Hölle.

Rückreise zweiter Akt

Wieder am Flughafen angelangt, ging der Rest dann weiter wie es sollte. CheckIn (diesmal ohne Stiefel, ich fall nicht zweimal auf denselben Trick rein), Synchron-Ballett, Heimflug, schon wieder Käse-Sandwich mit nix sonst drin und so war ich dann um ein Uhr im Geschäft und los gings mit Ackern.

An diesem Wochenende kam’s übrigens zu einer Reihe von Identitäts-Problemchen, aber darüber berichte ich in einem separaten Beitrag, einerseits aus thematischen Gründen und anderseits, weil Euch wohl langsam das PopCorn ausgeht :-)

Langer Rede kurzer Sinn, es war ein abenteuerliches Wochenende, voll von Liebe, Zärtlichkeit und gaaanz viel Lustigkeiten. Nun heisst’s wieder Tage zählen, vielleicht klappts ja am 1. Mai das nächste Mal. Ich vermiss Juliet jedenfalls jetzt schon wieder :-)


 

8 Reaktionen zu “Osterweekend mit Juliet”

  1. Morag

    He Ihr zwei Kuscheltiere.

    Scheint ja wirklich ein megatolles Wochenende gewesen zu sein-ich freu mich total für Euch!!

    Bier und Knabberkram sind wech, ich geh jetzt ins Bett :-)

  2. Juliet

    Und an den Lippenstift gewöhn ich mich auch noch..liegt ja nicht an der Farbe, eher an der Befürchtung, dass ich den dann irgendwo habe, wo der nicht so hübsch aussieht wie bei Dir ;-)

  3. Diana

    @Morag: es war mehr als megatoll, ich hätte bis zum jüngsten Tag so weiter machen können :-)

    @Juliet: Ach Schatzi, ich hätt ihn Dir doch soooo schön über’s Gesicht verteilt :-) ne ernst, wenn ich zu Dir komme, trag ich natürlich nur knutschfesten Lippenstift, bin schliesslich ein braves Mädel….. oder so :-)

  4. Juliet

    Also 1.Mai klappt, hab mich ganz frech mit frei eingetragen und meinem Chef hab ich ja lange in den Ohren gelegen, von wegen, acht Wochen sind einfach zu lange- hat er vollstes Verständnis ;-)

    Vielleicht ist es auch mehr dieses ich-will-deine-schnute-knutschen-und-nicht-deinen-lippenstift, aber da Du Dich ja eh nackig im Gesicht machst, bevor wir das Sofa platt machen, ist das ja kein Problem ;-)

  5. Diana

    nun muss ich nur noch gucken wie ich das Ticket bestelle, das mit meiner Kreditkarte scheint ein grösseres Problem zu sein. Hab soeben eine Meldung bekommen von dem Ort, an dem all meine Websites liegen, die konnten die monatlichen Kosten ebenfalls nicht abbuchen. Hoffentlich sind meine Sites nicht plötzlich weg *urks*. Naja ich klär das morgen ab.

    Das mit dem Lippenstift kriegen wir schon noch hin, am besten üben wir ganz viel :o)

  6. Diana

    yessss, Ticket ist bestellt, diesmal flieg ich via Hamburg, Donnerstag Abend bis Montag Morgen, noch 20 Tage, 6 Stunden und 26 Minuten :-)))

  7. Juliet

    Klar “üben” wir ganz viel, ob nun mit oder ohne Lippenstift ;-)

    Mal sehen, vielleicht kann ich Dich in Bremen ja wieder abfangen, je nachdem wie ich Schicht habe :-)

  8. Diana

    jau Baby, gable mich irgendwo auf, dann geht’s nachhause und wir üben wie doof :-)

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