(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Osterhasensuche in Deutschland

Es ist kaum zu glauben, aber bald haben wir’s geschafft, in weniger als einem Tag treffen Juliet und ich uns am Bremer Bahnhof. Es wird wohl einige Irritationen auslösen, wenn zwei bekloppte Mädels wie doof aufeinander zurennen und ich meinen Lippenstift in ihrem Gesicht verteile, aber wir dürfen das, wir sind das Duo Infernale :-)

Nach zwei Monaten Abstinenz sind wir Beide langsam völlig am durchdrehen. Bei soviel Liebe und soviel Sehnsucht sind zwei Monate eine unheimlich lange Zeit. Umso mehr sind wir nun halb hysterisch, weil wir uns endlich wieder umärmeln können. Von Donnerstag 17 Uhr bis Dienstag gegen 7 Uhr wird geknuddelt, dass in Deutschland Bebenwarnungen zu erwarten sind.

Nachdem mein Buchverlag meine Bestellung irgendwie versifft hat, konnte ich denen doch noch Beine machen und man glaubt’s kaum, heute konnte ich die Bücher endlich auf der Post abholen. Heute war die letzte Chance, damit ich Juliet und ihrer Mama ein Exemplar mitbringen kann. Nachdem ich schon fast nicht mehr daran gelaubt hab, dass die Bücher noch rechtzeitig ankommen, freu ich mich nun wie blöd, dass ich doch welche mitschleppen kann.

Das Buch ist einfach genial, aus fototechnischen Gründen habe ich ein weisses Cover gewählt (es sollte ursprünglich dunkelrot sein), aber das war ein genialer Entscheid, es sieht richtig edel aus und es ist ein tolles Gefühl, sein eigenes Buch in den Fingern zu halten. Jetzt bin ich wirklich Autorin :-)

Als ich die Bücher auf der Post abholte, gab’s zum ersten Mal ein Identitätsproblem. Ich schob den Abholzettel und meinen Ausweis rüber, sie guckte den Ausweis an, dann mich, dann den Ausweis, dann mich……. und sagte etwas ratlos: “Aber das sind gar nicht Sie, da auf dem Foto”………. ich erstrahlte innerlich wie die aufgehende Sonne, weil das für mich einfach ein umwerfendes Kompliment war. Wenn ich nicht mehr als der Kerl auf dem Ausweis betrachtet werde, dann kann ich wirklich mehr als glücklich sein. Ich grinste dann und antwortete: “Doch das ist schon mein Foto, aber es ist halt nicht mehr so aktuell”. Sie dachte noch n’Moment nach und ich hatte den Eindruck, dass sie das im Kopf überhaupt nicht mehr auf die Reihe kriegte. Darauf folgte die Kapitulation, sie holte das Paket, das im Gegensatz zum Ausweis auf “Diana” lautete und übergab mir das Ding.

So stolzierte ich aus der Post raus, als Besitzerin ihrer eigenen Bücher und als eine Frau, der man die einstige männliche Erscheinung nicht mehr abnimmt :-)

Tja und jetzt muss ich noch packen, baden, Haare waschen und mich ein paar Stunden hysterisch mit der Frage beschäftigen, dass ich doch sicher irgendwas Wichtiges vergessen habe. Und dann, falls ich denn schlafen kann, werde ich morgen aufwachen und mit dem Flugzeug in den siebten Himmel fliegen. Auf die Synchron-Ballett-Vorführungen des Kabinenpersonals freu ich mich jetzt schon, auf ne kurze Shopping-Tour in Hannover ebenfalls, auf die kuschelfreudige Miezekatze Tequila natürlich auch, aber viel mehr als das freue ich mich auf mein Süssding, das ich endlich wieder festhalten kann…….. gaaaaaanz fest.


 

2 Reaktionen zu “Osterhasensuche in Deutschland”

  1. Juliet

    Hey Süsse, ich hab Dir doch gesagt, Du sollst den Lippenstift vorher abmachen, Deine Farben stehen mir nicht ;-)

    Klasse, dass das mit den Büchern doch noch geklappt hat, das war ja wirklich allerletzte Krallenspitze.

  2. Diana

    Mauuuuuuuz Schatzi, in 9 Stunden bin ich daaahaaaaa……. Lippenstift abmachen? Wozu denn sowas? Der geht von alleine irgendwann ab und ich bin sicher, was mir gut steht, steht Dir auch gut….. naja ob Lippenstift überall im Gesicht so toll aussieht wie auf den Lippen, weiss ich nicht, aber das finden wir schon raus :o) bis gleich……..tztztztz

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