(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Mal wieder gesammeltes dies-und-das

Die letzten Tage gings mal wieder strub zu und her und so kam ich nicht dazu, das Tagebuch zu füttern. Also pack ich mal wieder alles in einen Beitrag……..

Ackern wie ein Maultier
Seit ich hier in dieser Firma arbeite (1.5 Jahre), programmieren wir an einem Programmpaket rum, von dem nun der erste Teil langsam fertig ist. Da diese Woche der Bauverband eine Messe veranstaltet, wollten wir dort natürlich unser Programm vorstellen. Dementsprechend gabs letzte Woche argen Termindruck und so arbeitete ich Mittwoch und Donnerstag je 11 Stunden, am Freitag hatte ich noch den Termin in der Endokrinologie, am Samstag war ich krank, am Sonntag arbeitete ich wieder 6 Stunden und gestern als ich in Zürich beim Therapeuten sass, kam ein SMS, dass doch noch was an der Berechnung nicht stimmt, ergo gings anschliessend wieder zur Arbeit. Nun bin ich langsam aber sicher ausgepowert, aber so Zeiten gibts halt auch mal. In diesem Job kann ich ansonsten ohne Zeitdruck arbeiten und das ist extrem befriedigend, wenn Qualität stets vor Quantität geht. Aber vor so Terminen geht halt auch mal die Post ab.

Krank statt Party
Als ich am Samstag aufwachte, hatte ich mega Kopfschmerzen. Zuerst dachte ich, ich hätte am Freitag doch ein Guinness zuviel getrunken im Pub, aber im Verlauf des Tages breitete sich der Schmerz übers Genick aus und dann kam auch noch Fieber dazu. Meine Begeisterung hielt sich arg in Grenzen, denn an diesem Abend war ich an die Geburtstagsparty einer lieben Freundin eingeladen und hätte dort einige Freundinnen aus meiner neuen Frauenclique getroffen. Mann ich hab mich sowas von gefreut, im Gegensatz zu den letzten Jahren geh ich ja plötzlich liebend gern unter die Leute und lerne gern neue Leute kennen. Aber bis am Abend gings mir so übel, dass ich die Party absagen musste. So doooooooooof. In der Nacht schwitzte ich dann wie eine Eisbärin in ner Saune, wachte am Sonntag patschnass auf, war aber wieder relativ fit – fit genug um wieder zur Arbeit zu gehen. Irgendwie setzt mein Körper falsche Prioritäten, aber was solls.

Mein erstes Buch
Seit einiger Zeit arbeite ich fieberhaft daran, alle Blogbeiträge des letzten Jahres in ein Word-Dokument zu packen, weil ich wie bereits erwähnt mein Blogtagebuch in Buchform drucken lassen möchte. Das geht bei books-on-demand (bod.ch) ohne grossen Aufwand. Aber das bedeutete, dass ich alle Beiträge neu formatieren musste (Schriftarten, Abstände u.s.w.) was sicher 20-30 Stunden Arbeit erforderte. Am Schluss hatte ich dann ein PDF mit 236 Seiten und 8 ganzseitigen Bildern. Das wiederum habe ich nun hochgeladen und so Gott will, werde ich in wenigen Tagen das gedruckte Buch im Format 17x22cm im Briefkasten haben. Dann muss ich alles durchlesen, allfällig Unverständliches korrigieren, alles nochmal neu formatieren und dann wird der Spass veröffentlicht. Das Buch kann dann in allen Buchläden oder über Amazon und Konsorten bestellt werden für einen Preis von ca 35 Franken. Das ist für die Buchgrösse relativ viel, aber bei books-on-demand ist das halt so, dafür gibts keine Mindestauflage. Jedes Buch wird erst bei der Bestellung gedruckt und so gibts keine Grundkosten, ausser 70 Franken für die ISBN Nummer. So hoffe ich nun, dass das Buch im Verlauf des Februars erhältlich sein wird.

Ich bin eine Bereicherung, jawoll :-)
Als ich mich am Montag bei meinem Therapeuten verabschiedete, sagte er plötzlich zu mir: “Sie sind eine Bereicherung für mich” und ich war ganz verzückt über diesen Satz. Dabei ging es ihm nicht um die Schönheit meiner Beine oder die Verrücktheit meines Wesens sondern – wie ich vermute – geniesst er es sehr, zu erleben, wie ich in diesem Jahr aufgeblüht bin. Ein Psychotherapeut hat einen schwer verdaulichen Job. Den ganzen Tag sitzen Leute bei ihm, denen es oft nicht gut geht. Gerade mit mir hat er wirklich harte Stunden erlebt in den letzten Jahren. An den meisten Sitzungen war ich im Elend und es dürfte einige Momente gegeben haben, in denen er sich ernsthaft Sorgen um mich machte. Aber seit Anfang Jahr blühe ich auf wie eine Wüstenblume im Regen, von Monat zu Monat geht alles besser und unterdessen betrete ich die Praxis schon mit einem Lächeln und erzähle eine Stunde lang wie gut es mir geht (abgesehen von gelegentlichem Gejammer wegen meiner Beziehungslosigkeit). Ich habe den Eindruck, dass er es sehr geniesst, eine Patientin zu erleben, die nach jahrelangem Leiden und endloser Verzweiflung eines Tages so nachhaltig glücklich wird. Einmal mehr dachte ich auf dem Heimweg: Der Erfolg gibt mir Recht. Der Weg den ich vor einem Jahr eingeschlagen habe mag für viele unverständlich sein, für einige sogar verrückt, aber wer mich wirklich kennt und sieht, um wieviel besser es mir heute geht, der wird keine Sekunde daran zweifeln, dass dieser Entscheid richtig und notwendig war.

Hormon-Rezept als Geburtstagsgeschenk?
Heute morgen war ich dann nochmal kurz im Unispital um mir Blut klauen zu lassen. Falls alle Werte ok sind, werde ich beim nächsten Termin das Rezept bekommen und werde von da an also offiziell die Hormonbehandlung durchführen. Als wir heute den nächsten Termin abmachten, schlug sie mir den 22. Januar vor, das ist der Tag, an dem ich am Abend meine erste Geburtstagsparty feiere. Na wenn das kein Volltreffer ist, das wird das schönste Geburtstagsgeschenk das ich je bekam :-) Ok, es könnte natürlich auch ganz anders kommen und dieser Tag wird zum Beginn meines grössten Albtraums, falls meine Blutwerte nicht ok sind und ich deswegen kein Rezept kriege, aber die Chance ist extrem klein und als ich im Sommer mal alle Werte bei der Hausärztin checken liess, war trotz Selbstmedikation alles in Ordnung. Ich rechne also fest mit diesem Geschenk und werde voraussichtlich an diesem Abend einen zusätzlichen Grund haben zu feiern.

Ist der Blick lernfähig?
Heute war auf Blick online ein kleiner Artikel über die berühmt-berüchtigte Transsexuelle Lorielle London, die sich in den TV-Sendungen DSDS und Dschungelcamp zum Affen gemacht hat und der Welt das Bild präsentierte, dass Transsexuelle komplett gestört sind. Dieses Mädel scheint extrem publicity-geil zu sein und nutzt jede Gelegenheit um in die Schlagzeilen zu kommen und damit betoniert sie so ziemlich jedes Vorurteil, das über Transsexuelle herumgeistert. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Was mich an besagtem Artikel so freut ist die Tatsache, dass Blick sie im Gegensatz zu früher nicht mehr “Dschungel-Transe” nennt sondern “DSDS Transsexuelle” und dass über sie im Wesentlichen in der weiblichen Form geschrieben wird. Ob man meinen offenen Brief an die Blick-Redaktion doch ernst genommen hat? In mir wächst die Hoffnung, dass der Blick zukünftig vielleicht doch darauf verzichtet, uns mit Schimpfworten zu betiteln.
Lorielle London liebt FDP Politiker

Respekt oder Passing? Nachbarschaftsbegegnung der netten Art
Als ich vorhin nachhause kam, stand eine ältere Frau vor der Hauseingangstür und wartete darauf, abgeholt zu werden. Obwohl ich sie nicht kannte, begrüsste Sie mich mit Frau X. (Nein ich heisse nicht X, das ist nur ein Platzhalter ;-). Im ersten Moment nahm ich natürlich an, dass sie auch gehört hat, dass da eine TransFrau im Haus wohnt, sowas spricht sich ja schnell mal rum. Aber dann war ich immer mehr unsicher, denn sie begann freundlich mit mir zu plaudern und das tat sie in einer Art und Weise, dass ich den Eindruck hatte, ich sei das Normalste was einem vor der Haustür so begegnen kann. Ich bin nachwievor unsicher, ob Sie nichts davon gehört hat und mich für eine BioFrau hält oder ob sie es weiss und so gut akzeptiert. Mir persönlich wäre Zweiteres lieber. So sehr ich gutes Passing schätze, aber es ist für mich immer noch das wertvollste Gefühl, wenn mich jemand im Wissen um meine Eigenart akzeptiert.

FeedReader graben altes Zeuchs aus
Für diejenigen, die einen FeedReader benützen um hier mitzulesen, noch ein kleines Info. Da ich mein Blog entgegen sonstigen Blogs chronologisch führe, sind FeedReader langsam überfordert mit der Datenmenge. Die meisten benützen wie ich den von Google und der liest meine neuen Beiträge nun nicht mehr ein. Deshalb muss ich bei jedem neuen Beitrag im Blog die Sortierfolge kurz umstellen, dann den Reader aktivieren und dann die Sortierung wieder zurücksetzen. Neuerdings habe ich dabei aber den Nebeneffekt, dass Google manchmal noch irgend einen alten Beitrag ausgräbt und diesen auch für neu hält. Also wundert Euch nicht, wenn in Eurem FeedReader vermeintlich neue Beiträge erscheinen, die uralt sind.

So und jetzt gibts mal wieder die heissgeliebten Pouletflügeli und dann wird blabla mit Juliet gemacht :-)


 

12 Reaktionen zu “Mal wieder gesammeltes dies-und-das”

  1. Juliet

    Hey meine Süsse,

    Du schwerarbeitendes Mädel, ist das Programm denn nun Kinderkrankheitsfrei? Das ackern soll sich ja wenigstens gelohnt haben…

    Bin sehr gespannt auf die Buchform, drück Dir was, dass Du es schnell in den Händen halten kannst ;-)

    Klar bist Du eine Bereicherung, ich bin jedenfalls froh, dass ich Dich kennengelernt habe.
    Ist schon Hammer, was Du für eine Entwicklung hingelegt hast und ich freu mich diebisch, dass es Dir so richtig gut geht :-)

    Tja, schwer zu sagen, entweder hat Deine Nachbarin Dich wirklich als Biomädel angeguckt oder- man soll ältere Menschen nicht unterschätzen, was Akzeptanz betrifft- sie findet es nicht schlimm und möchte einfach nachbarschaftlichen Kontakt.
    Und sie scheint Dich nett zu finden ;-)

  2. Diana

    Selber Süsse Du :-)

    ne Kinderkrankheiten kriegen Progis erst nach der Pupertät alle weg, aber bisher habe es recht gut funktioniert und ist auch gut angekommen. Naja kein Wunder, powered by t-girl :o)

    Wegen dem Buch bin ich ganz aus dem Häuschen, der Kurier wollte es heute bringen, hat mir aber anstelle dessen nur so n’doofen Zettel überlassen. Den muss ich jetzt morgen an den Briefkasten hängen und dann legt er es morgen rein. Männliche Logik, was? Legt n’Zettel in den Briefkasten, den ich wieder in den Briefkasten legen muss, damit er das Buch dahin legt, wo er am Vortag den Zettel hinlegte. *oink*

    Und eine Bereicherung bist Du auch, und wie, Du bringst fast täglich das Lachen in mein Wohnzimmer, das ist soviel wert :-)

    Die Nachbarin fand mich offenbar nett und ich sie auch, wir plauderten sicher zehn Minuten in klirrender Kälte.

  3. Morag

    @Diana: Ich hoffe, das Essen hat gemundet?

    Wenn es in “Deiner” Firma auch mal ruhigere Zeiten gibt, ists ja in Ordnung. “Qualität vor Quantität” ist selten geworden heutzutage.

    Deine Entwicklung ist echt irre-das Jahr dürfte in der Hinsicht ähnlich produktiv gewesen sein wie das erste nach Deiner körperlichen Geburt, oder?

    Die Nachbarin würde ich einfach unter “ein Stückchen Normalität” einordnen-wenn das Gespräch für Euch beide nett war, wirds sicher nicht das letzte seiner Art bleiben-und vielleicht findest Du ja später die Antwort auf Deine Frage (Deine “Eigenart” betreffend).

  4. Juliet

    Merkwürdig…wir kriegen nur nen Zettel in den Briefkasten bei Päckchen, die nicht reinpassen und keiner zu Hause war…Hauptsache, Du kriegst es heute ;-)

    ui….danke…macht einfach Spass, mit Dir zu plaudern, mir fehlt schon was, wenn wir mal länger als einen Tag nicht plaudern können :-)

  5. Diana

    @Morag: ja das essen war wie immer genial, ich bin halt eine gute Köchin, zumindest mit Dingen die man einfach in den Backofen schmeisst.

    Das mti der Arbeit ist wirklich genial, in der Informatik gibt’s es zwar eher, dass Qualität wirklich geschätzt wird, aber so wie hier und mit soviel kreativem Freiraum ist es schon sehr speziell.

    @Juliet: das ist bei unserer Post auch so, aber DHL geht da auf Nummer sicher……. und mir geht’s gleich, hab mich so an unsere tägliche Plauderei mit Grinsgarantie gewöhnt, dass ohne Dich hier eine grosse Leere ist :-)

  6. Juliet

    Zumindest muss ich meine tägliche Mail von Dir haben, ganz ohne irgendwas geht echt gar nicht.

  7. Diana

    ja ganz ohne geht wirklich nicht, das verstösst gegen die Genfer Konventionen, auch durchgeknallte Weiber haben ihre Rechte, jawoll :-)

  8. Juliet

    Und ich würde glatt Amnesty International anrufen, wenn es einer wagen würde, mir den Kontakt zu Dir zu verweigern.

  9. Diana

    und bei der UNO würden wir eine Generalmobilmachung beantragen, der Einsatz von Atomwaffen wäre da absolut adäquat

  10. Juliet

    Hab gestern in der Zeitung gelesen, das nicht die Atombombe die gefährlichste Waffe der Welt ist, sondern die Kalaschnikow. Solten uns so ein Teil zulegen ;-)

  11. Diana

    ich dachte der Mensch sei die gefährlichste Waffe?

  12. Juliet

    Der Mensch sowieso, irgendeiner muss das Teil ja bedienen und erfunden hat’s auch der Mensch.

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