(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Macht der Worte – Die Metapher

Und weiter geht’s zum Thema Macht der Worte……. Worte sind mehr als aneinandergereihte Buchstaben, sie portieren Bilder und geben so die Möglichkeit, sogar Gefühle verbal auszudrücken. Aber es gibt auch Gefühle oder Beschreibungen, die sich mit keinem Wort adäquat umschreiben lassen, es sind sozusagen unaussprechliche Dinge. Um das auszudrücken, was nicht in Worte gefasst werden kann, gibt es oft nur noch einen Weg: die Metapher, die Königin der Sprachgewalt.

Metaphorische Vergleiche und Gleichnisse gehören zu unserer Alltagssprache. Man hat Hunger wie ein Bär oder ist stark wie ein Bär. Es ist eis-kalt oder heiss wie in der Hölle. Er ist ein Wolf im Schafspelz oder eine diebische Elster. Man geht durch die Hölle, wenn man unsagbar Schlimmes erlebt.

Die Kunst der Verwendung von Metaphern liegt darin, dass man etwas das kaum zu verstehen ist, in bildhafter Sprache auf eine andere Ebene transportiert, in der die Erzählung vom Zuhörer verstanden wird, damit der Zuhörer selbst die Erkenntnisse dann zurücktransportieren kann zum ursprünglichen Thema.

Jesus von Nazareth war ein Meister im Ungang mit metaphorischen Erzählungen. Das ist soweit kein Wunder, die hebräische Sprache ist an sich schon sehr bildhaft und die jüdische Erzählweise ist seit je her eine sehr metaphorische Schilderung.

Wie will man den Wert des “Reiches Gottes” mit menschlichen Worten beschreiben? Es ist, sprach der Nazarener, wie wenn jemand einen Schatz in einem Acker findet. Er verkauft all sein Hab und Gut um diesen Acker zu kaufen. Er gibt alles hin für dieses Eine. Dann, wenn der Acker ihm gehört, kann er den versteckten Schatz ausgraben und er gehört ihm. Jeder versteht, wie wertvoll ein Schatz ist, dass man ihn kaum findet und wenn man ihn findet, dass man alles daran geben würde, ihn zu bergen.

Auch in der Moderne gibt es Menschen, die Metaphern in höchster Vollendung verwenden und so Dinge ausdrücken können, die eigentlich nicht in Worte gefasst werden können. Einer der genialsten Metapher-Akrobaten ist Tilo Wolff, der Mann hinter der Band Lacrimosa. Seine Texte sind wie bei Gothic Musik üblich meist düster, melancholisch und traurig. Wenn er beispielsweise singt, dass sein Leben ist wie eine Flamme im Wind, dann spürt man wie verletzlich er ist. Oder wenn er im Lied “Einsamkeit” singt: “Zerfallen in tausend Stücke, krieche ich in tausend Richtungen”, lässt sich die Zerrissenheit schon fast schmerzhaft mitfühlen.

Einer meiner ersten Blogbeiträge hiess “Die verbeulte Kugel“, den Text habe ich vor Jahren geschrieben. Er ist genau so ein metaphorisches Bild. Es lässt sich nicht ableiten, was genau damit gemeint ist, wer oder was diese Kugel verbeult hat, aber man spürt wie sich diese verbeulte Kugel fühlt. So drückt der Text etwas aus, was ich bis heute nicht in Worte fassen könnte, was ich nicht erklären kann und doch kann man es so erfühlen. Das ist die Metapher, die das Unaussprechliche ausdrückt.


 

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