(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Kostengutsprache der Krankenkasse

Jauh, etwas Gutes braucht der Mensch! Nach dem emotionalen Chaos und all den frei rumfliegenden Ängsten kann ich nun immerhin eine der grössten Ängste ad-acta legen, heute ist die Kostengutsprache für die GaOp angekommen. Damit fällt auch die zugegebenermassen eher irrationale Angst, die SVP könnte mit ihrer Motion in der Herbstsession noch eine Vollbremsung einleiten, denn meines Wissens sind diese Gutsprachen verbindlich. Somit steht der GaOp nichts mehr im Weg, ausser vielleicht noch ein dutzend Terminverschiebungen bis 2034, weil immer jemand n’Zahnarzttermin hat oder ich wegen Menstruationsbeschwerden nicht operiert werden kann. Ok Zweiteres können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliessen, der Rest bleibt ungewiss bis zur Narkose.

Damit habe ich wenigstens einen ganz grossen Trost, die letzten Formalitäten sind geregelt. So bestätigt sich immerhin ein grosser Vorteil des Unispitalsl. Gutachten von dort werden kaum noch angezweifelt und da die Helsana zwar teuer aber recht kulant ist, musste ich nicht mal zum Vertrauensarzt der KK sondern wurde einfach mit einem Brief durchgewunken.

Ansonsten geht’s hier wieder langsam dem Leben entgegen. Die körperlichen Systeme beginnen sich wieder zu räckeln, heute jedenfalls gings mir körperlich deutlich besser als gestern noch, mal abgesehen von einer erneuten Gruselnacht. Erst lag ich von Zehn bis Ein Uhr wach, dann stand ich wieder auf, trank ne Rindsbouillon (das einzige Nahrungsmittel das ich seit 5 Tagen runterkrieg), guckte Mentalist, heulte mal kurz am Schluss weil der Mentalist weinte und dann gings mit Schlafen, wenn auch wieder in schwer genässter Form. Wenns so weiter geht, kann ich morgen vielleicht wieder zur Arbeit.

Psychisch geht’s auch aufwärts, das Durcheinander beruhigt sich mit jedem Telefon mit Juliet etwas mehr (gestern waren’s sechs Stunden), jedenfalls wirds langsam wieder rationaler in meiner Birne drin und das tut gut.

Nur ändert all das wenig an meiner emotionalen Lage. Irgend ein Tropfen bringt ein Fass zum Überlaufen, bei mir ist es geborsten. Das Vertrauen in diese Institution dürfte am Boden bleiben und die Überzeugung, dort nicht ernst genommen und verstanden zu sein, wird mich nun halt begleiten, genauso wie die verlorene Zuversicht was die GaOp betrifft. Und dass ich immer mal wieder spontan losweine, will auch nicht aufhören.

Aber übermorgen um diese Zeit werde ich mit Juliet hier auf diesem Sofa liegen, ganz fest in ihre Arme reingekuschelt und spätestens dann wird es mir auch emotional gut gehen, selbst wenn die ganze Welt brennen würde :-)


 

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