(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Keine Hormone mehr – Beginn der Selbstversorgung

Heute kam der erste grosse Dämpfer und mir wurde erstmals der Boden unter den Füssen weggezogen. Ich hatte den nächsten Termin bei der Hausärztin und wollte ihr eigentlich mitteilen, dass es nun Zeit wird, die bisher tiefe Dosierung von 2mg Estradiol auf 4mg zu erhöhen und dass es auch Zeit wäre, mit einem Testosteron-Blocker zu beginnen. Ich hatte bewusst tief dosiert angefangen um erst mal zu sehen wie ich die Östrogene vertrage. Aber soweit kams gar nicht, denn sie eröffnete das Gespräch damit, dass sie mir mitteilte, dass ihr unterdessen klar geworden sei, dass sie ihre Kompetenzen überschreitet, wenn sie mir weiterhin diese Medis gibt. Anstelle dessen würde sie mich ans Kompetenzzentrum der psychiatrischen Universitätsklinik verweisen. Sie gab mir zwar nochmal eine Monatspackung Cypestra-35, aber das wars dann.

Der Haken daran ist nun, dass die Kompetenzzentren sich an einen Standard halten und der besagt, dass man erst ein Jahr lang als Frau leben muss, bevor man Hormone kriegt. Die Grundidee eines Alltagstests ist ja nachvollziehbar, man muss sich schon sehr sicher sein, bevor man zu solchen Hormonen greift. Aber ich war mir da mehr als sicher und es war für mich nie vorstellbar, diesen Weg zu gehen ohne dass mein Körper diese Entwicklung mitmacht. Somit ist also meine medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet und ich habe keine andere Wahl, als Selbstversorgerin zu werden, was leider mit gewissen Risiken verbunden ist.


 

13 Reaktionen zu “Keine Hormone mehr – Beginn der Selbstversorgung”

  1. Tamila

    Liebe Diana,
    genau das ist bei mir auch der springende Punkt. Zwar weiß ich nicht, ob Du jetzt wieder offiziell dein Hormonpräperat erhälst? Gern würde ich auch sofort eine Hormontherapie beginnen, ohne Alltagstest. Dann gäbe es wenigstens kein zurück mehr. Mit den körperlichen Veränderungen würde mir ein Outing auch wesentlich leichter fallen, vor allem meiner Familie gegenüber. Man kann doch dann z. B einen Brustansatz nicht verstecken? Schon dieser Alltagstest ohne gleichzeitige Hormontherapie ist für mich Entwürdigung per Gesetz. Mehr noch er käme so, für mich einer Hinrichtung gleich. Erst Hormontherapie, dann GaOp, dann Alltagstest so würde “ein Schuh daraus” nicht anders herum! Das wäre für mich zumindest lebbar! Den Gedanken mir illegal Hormone zu beschaffen, hatte ich auch schon. Aber das ist in Deutschland schier unmöglich, vielleicht hätte ich davor auch gesundheitlich etwas Angst. Naja so bleibt eben nur der langsame Weg.
    herzliche Grüße Tamila

  2. Diana

    @Tamila: Deinen Wunsch kann ich sehr gut verstehen, ich hätte es mir auch lieber so gewünscht. Anderseits ist der “umgekehrte Weg” ein heisses Eisen.

    Ob Du mit dem Outing klar kommst, wird erst das Outing zeigen. Dich mittels körperlichen Veränderungen dazu zu zwingen, wäre eine Selbstüberlistung, die tückisch ist. Was, wenn ein Outing aufgrund der körperlichen Veränderungen unumgehbar wird und Du dann nicht damit klar kommst?

    Der offizielle Weg ist hart, macht aber ein Stück weit auch Sinn. Was für Konsequenzen dieser Lebenswechsel hat, weiss man erst im nachhinein. Ich hatte viel Glück, das ist aber nicht bei allen so. Erst nach dem Outing weisst Du, was Du alles verlieren wirst. Darüber sollte man sich im klaren sein, bevor man den Körper verändert, denn ein Zurück gibt es nicht mehr.

    Ich persönlich habe sozusagen einen Mittelweg gewählt. Ich habe am ersten Tag ein vollständiges Outing gemacht, genaugenommen am Tag davor. Dann habe ich von heute auf morgen gewechselt. Das gab sowohl mir als auch meinem Umfeld die Möglichkeit, hinein zu wachsen. Aber ich habe zur gleichen Zeit mit der HRT begonnen. Hätte ich nach ein paar Wochen festgestellt, dass ich mit allem nicht klar komme, hätte die HRT noch keine irreversiblen Veränderungen verursacht. So wusste ich aber nach wenigen Wochen, dass ich einerseits weder Job noch Freundeskreis verliere, wusste wieviel Akzeptanz ich in meinem Umfeld erlange und inwiefern ich mit der Öffentlichkeit klar komme.

    Die meisten von uns erlangen nie ein 100% Passing, d.h. wir müssen lernen damit zu leben, dass wir immer mal wieder blöd angeguckt werden. Wer den Alltagstest “überlebt”, wird hart genug um ein Leben lang mit negativen Erfahrungen umzugehen. Das Passing wird von Monat zu Monat besser und so geht es ständig aufwärts. Darauf zu hoffen, dass man eines Tages als Vollweib aus ner Kiste springt, halte ich für eine gefährliche Illusion.

  3. Tamila

    Liebe Diana,
    ich muss gleich Schluss machen, Vorbereitung auf das Krankenhaus.
    Nur noch so viel: Ich kann mir nach all den Jahren der Last, des Versteckens und des Verschweigens nicht vorstellen, dass ich mit einer abrupten Veränderung durch Hormone und GaOp nicht klar kommen würde. Ich bin seit 50 Jahren theoretisch Frau!
    Klar wäre das eine Selbstüberlistung aber mir wird immer klarer das ich diese Selbstüberlistung dringend brauchte um meine Entscheidungen leichter fällen zu können!
    herzliche Grüße Tamila

  4. Diana

    @Tamila: dann wünsch ich Dir fürs Erste alles Gute im Spital, bis bald wieder :-)

  5. Morag

    @Tamila: Ich könnte jetzt einen Roman schreiben, aber das laß ich wohl besser, sonst denkt Diana noch, ich wollte Ihr Blog übernehmen ;-D

    Nur soviel: Ich bin mit Diana einer Meinung-der offzielle Weg ist der prinzipiell richtige, weil er Dir und Deinem Umfeld ein langsames Hineinwachsen in die neuen Rollen erlaubt-Details wie z.B. die Zeitrahmen müßten aber verhandelbar sein.

    Die “Selbstüberlistung” halte ich für ziemlich gefährlich. Für mich bedeutet das im Wortsinn, mich selber zu überlisten-und damit möglicherweise zu etwas zu bringen, was ich tief im Herzen doch nicht zu 100% sicher will?!

    Und durch körperliche Veränderungen (die ja auch nicht abrupt kommen) gibst Du die Initiative aus der Hand-Deine Familie wird _Dich_ ansprechen und Dir damit eventuell die Chance geben, das Gepräch in einem aus Deiner Sicht günstigen Zeitpunkt zu suchen-und reden müßt Ihr in jedem Fall.

    Laß uns das Thema nach Deiner Untersuchung per Email weiterverfolgen, ok?

    Viel Glück im Krankenhaus und liebe Grüße, Morag

    PS: liebe Morag ist richtig ;-)

  6. Diana

    keine Sorge, liebe Morag, vor einem unfriendly-takeover fürchte ich mich nicht, solang Du nicht plötzlich eigene Blogbeiträge hier postest, mach ich mir da keine Sorgen. Und wie Du ja weisst, hat’s hier im Kommentarbereich saumässig viel Platz ;-)

    was den “offiziellen” Weg anbelangt, ich hab schon mehrmals gesagt, dass ich den Grundgedanken soweit ok finde, man soll sein “neues Leben” beginnen und sich dann langsam körperlich entwickeln. Insofern halte ich diesen “Alltagstest” für sinnvoll. Aber da reichen ein paar Wochen, ein Jahr wie hierzulande gefordert wird, ist unterlassene Hilfeleistung der übelsten Art.

    Ich habe in wenigen Tagen das gesamte Outing gemacht und mich sozusagen ins kalte Wasser gestürzt. Das ist zwar eine Rosskur aber dafür hat man alle Genickbrecher hinter sich und kann erahnen, ob man diesen Preis wirklich zu bezahlen bereit ist. Und so richtig befreit fühlt man sich erst wenn die grossen Hürden genommen sind, andernfalls sitzt einem die Angst im Genick vor all dem was noch vor einem steht.

    Ich hab damals als Bildnis gesagt: bleib vor dem Feuer stehen bis Du Dir 100% sicher bist, dass Du da wirklich durch musst und bereit bist, den Weg zu erdulden. Aber wenn Du losläufst, schau nicht mehr zurück, halt nicht an, geh einfach weiter so schnell wie möglich ;-)

  7. Morag

    @Diana: Ein “unfriendly takeover” würde ich garnicht übers Herz bringen :-) *treuherzigguck*

    Und beim Coming Out (ich fin den Begriff toll, weil er ein “aktives loslaufen” andeutet, Outing hat für mich irgendwie etwas passives) ists genauso, wie Du sagst. Wenn man sich tief drin 100% sicher ist, daß es der einzige Weg ist, dann muß man irgendwann die Entscheidung zum Gehen treffen und darf dann das Ziel nicht mehr aus den Augen verlieren.
    Davon abgesehen: sobald die ersten Leute im sozialen Umfeld informiert sind, gibts doch sowieso eine Kettenreaktion, oder?

  8. Tamila

    Liebe Diana, Liebe Morag,
    hab doch noch etwas Zeit zwischen den Vorbereitungen gefunden. Aber so ab 16 Uhr ist dann wirklich erst einmal Funkstille
    Ihr magt ja beide total Recht haben, ich spreche mit meiner Frau über alles und jedes Problem nur deshalb hält unsere Ehe seit nunmehr über 20 Jahren aber niemals würde ich über dieses Problem mit ihr sprechen. Ich bin mir absolut sicher, dass wäre das Ende unserer Ehe! Das ist so sicher wie das “Amen in der Kirche”. Ich habe eine sehr selbstbewußte, kluge und dazu noch sehr hübsche Frau an meiner Seite. Sie will mich als ganzer Mann und nicht als Frau. Nach einem Bericht in der Zeitung über die Sportlerin Frau Buschmann haben wir über dieses Problem diskutiert. Meine Frau meinte dazu, wenn ich TS wäre würde Sie sich sofort scheiden lassen. Das war für mich der absolute Schlag ins Gesicht. Schön ich weiß jetzt wenigsten woran ich bin. Ich träume als Frau, ich denke wie eine Frau, ich weiß das ich theoretisch eine bin! Trotzdem ist da auch noch das Wörtchen Liebe mit im Spiel und das kann ich nicht so einfach vom Tisch wischen. Wer mich näher kennt, weis, dass das für mich der Supergau wär. Die Selbstüberlistung, wäre die einzige Hilfestellung (will es mal so nennen) mich dorthin zu bringen wohin ich gehöre aber mir der Mut aus Angst vor ungeahnten Konsequenzen fehlt. Ich bin mir zu 100 % sicher das ich diesen Weg gehen werde, muss! Ich bin mir auch zu 100 % sicher, dass ich als Frau leben will. Aber an der Hürde meine Familie zu verlieren scheitern momentan alle Bewegungen zu diesem Weg. Warum mir das so schwer fällt, werde ich Euch per e- mail nach meinem Krankehausaufenthalt berichten. Den Aufenthalt werde ich auch zu einer Beratung nutzen, irgendwie das Ding anschieben, hoffentlich versagt mir nicht der Mut.
    Bis dahin danke für Eure Hinweise und Geduld mit meinen Kommentaren. Leider bin ich noch weit entfernt von der Normalität eines Frau Daseins wie Svenja oder Du Diana deshalb hämmere ich immer nur dieses alte Anfangs-und Outingsgejammer in die Tastatur, tut mir leid ich kann leider noch nicht anders bitte verzeiht.
    herzliche Grüße Tamila

  9. Diana

    @Tamila: es gibt keinen Grund Dich zu entschuldigen, glaub mir, ich versteh Dich besser als Du ahnst. Ich habe zwanzig Jahre dagegen angekämpft und grösstenteils war die Beziehung das Todschlagargument. Erst als ich das “Glück” hatte, dass meine Beziehung beendet wurde, fand ich die Freiheit, meinen Weg zu gehen. Die Outinggeschichte ist nunmal der härteste Teil des Ganzen, die ersten Schritte sind die Schwersten weil sie den grössten Teil der Konsequenzen einfordern. Da ist “Gejammer” auch legitim ;-)

  10. Maba

    Also ich würde Tamila Recht geben im grossen und ganzen.
    Wenn man ganz sicher ist und alles so einigermaßen stimmt sollte man doch den Weg so gehen wie es Tamila vor hat.
    Ich werde und tue dies schon seit einiger Zeit , natürlich nach genausten Informationen und eigenen Gedanken der ganzen Problematik .Es gibt ja auch nicht nur Transgender allein , sondern auch die Shemaile , die Vorstufe so zusagen.Ich selbst habe erst einmal Shemaile zu sein im Sinn , alles andere wird sich dann weiter finden/ergeben.
    Nun bin ich schon der Meinung wenn alles stimmt , das man selbst anfangen sollte mit Eigenmedikamentation die den Körper verändert.Natürlich alles immer mit größter Vorsicht und kranhaften Bedenken.Es gibt ja immer die Möglichkeit für einen Arztbesuch und den Check des ganzen Körpers.Für mich ist dies kein Problem , da ich sowieso ständig krankheitsbedingt mehrere Male im Jahr voll durchgecheckt werde (auch Blut und Gefäße) usw.
    Kann auch von mir selbst bisher sagen das ich alle Medikamente bestens vertrage und darum zur Zeit alle in der Dosis auf stocke.Sollt ich mich einmal zur GaOP entschliessen so ist halt wie Tamila schon sagte alles irreversiblen vorbereitet was die weiblichkeit anfänglich Körperlich aus macht.
    Damit sieht alles garantiert besser aus für einen Besuch beim Psychologen.
    Ja ich hasse auch den langen Weg zur Weiblichkeit der viele fertig macht.
    Schon das ” ersteinmal ein Jahr so leben ” ist für mich nicht nachvollziehber.
    Wenn ich etwas tue , sodann gleich und mit allem was dazu gehört.
    Das Irreversibel wird für mich eine Erlössung , das weiss ich jetzt schon sicher.Schön ist`s auch wie bei mir , wenn man eine liebe Freundin an der Seite hat die dies alles auch möchte und bestens voll unterstützt.
    Gibt nicht`s schöneres für mich Frau zu sein (vorerst Shemaile)und wenn man das möchte sollte man dies tun.Es ist schon allel ganz bestimmt schwer aber der Lohn für alles überwiegt doch dann dennoch.

  11. Diana

    @Maba: ich persönlich habe dieses Jahr Wartezeit auch durch Selbstmedikation aufgefüllt, das erleichtert den Weg doch deutlich. Aber das sollte wenn es irgendwie geht medizinisch begleitet werden. Anders sehe ich es bei der Zielsetzung. Ich halte es für sehr gefährlich, wenn man einen Weg einschlägt den man nicht mehr ändern kann, wenn man sich des Ziels nicht sicher ist. Deshalb empfehle ich persönlich, dass man sich erst ganz im Klaren sein muss, wohin man gehen will resp. wie weit man gehen will und ob man bereit ist, den Preis dafür zu zahlen und die Stärke dafür aufzubringen. In dem Sinn rate ich allen einem wohlüberlegten Entscheidungsprozess. Bleib vor dem Feuer stehen, bis Du Dir im Klaren bist ob Du da wirklich durch musst…… und wenn Du diese Sicherheit hast, dann renn los und blick nicht mehr zurück ;-)

  12. Apollonia

    Hallo zusammen.

    Ich möchte damit beginnen, meine Achtung vor Tamilas Stärke und Ausdauer auszudrücken. Ich weis seit Dezember 2005 das ich TS bin, und noch bevor mir das klar wurde, entwickelte ich, als leidenschaftliche Rollenspielerin eine regelrechte lesbische Obsession. Das war so Ende 2003. Männliche Charaktere waren für mich tabu, ich habe nur noch Frauen gespielt, mir Bücher und Filme mit lesbischem Hintergrund geholt. Meiner Frau war das damals suspekt, und obwohl sie meine Obsession nicht ablehnte, stand sie im Jahr 2004 neben mir und sagte etwas, das mir später Jahre lang wie Hammerschläge in den Ohren klingeln sollte: “Ich hoffe, dass du mir niemals sagst, das du plötzlich eine Frau bist.”

    Damals habe ich gelächelt und gesagt, dass das nie passieren würde. Wie schnell mich das Leben eines besseren belehrte. Als mir dann 2005/2006 klar wurde, wie der Hase lief, und mir klar wurde, woher meine Depressionen kamen, leugnete ich alles und redete mir ein, das ich das schon aushalte. Aber plötzlich lief ich einen Weg entlang. Einen Weg mit spitzen Steinen, Stöcken und Schlaglöchern, der nur bergauf führte. Was am Ende stand, wußte ich nie. Aber es gab Abzweigungen, die in ein sattes, grünes Tal führten, und von dort wo ich stand, sah ich eine große Eiche stehen. Eine Eiche, wo ein potenzieller Strick hing, und an dem baumelte alles was mir lieb und teuer war, allem voran, meine Ehe. Also weiter mit der Verleugnung, selbst Verneinung und dem Versteckspiel. Immer schön in der Rolle bleiben. Der Weg wurde immer steiniger, immer steiler und immer schwerer, die Depressionen immer schlimmer, der Neid auf Frauen größer. Im Dezember 2012 war es dann soweit. Ich sah am Ende meines steinigen Weges noch eine Eiche, und an der hing ich. Und das nicht nur potenziell.

    Ich habe mir im Januar ein Herz gefasst, und mich meiner Frau geöffnet, die alles andere als begeistert ist, aber immerhin, wir versuchen es. Denn fest stand eines, ich war am Ende. Mir war klar, das ich es nicht mehr aushalten würde, und das war definitiv, und nicht potenziell, wie die Scheidung die ich fürchtete. Ich habe mir also gesagt, wenn meine Frau mich wirklich liebt, dann liebt sie mich, und nicht mein Äußeres. Manchmal sind Dinge wie “Scheidung” schnell gesagt, aber ob sie dann kommt… Zweifelhaft.

  13. Kathrin Berger

    Ich möchte hier auch mal etwas berichten da ich glaube nicht der typische Fall einer (44-jährigen) TS Frau zu sein.

    Ich habe mich bereits als ich Kind war, gern heimlich als Mädchen gekleidet. Später als Erwachsener Mensch hatte ich immer wieder Beziehungen zu Frauen die nach kurzer Zeit wieder scheiterten. Jetzt habe ich mich entschlossen einen Therapeuten aufzusuchen und fange mit der Therapie in 2 Wochen an. Auch mir steht der Alltagstest bevor. Ich laufe noch nicht immer als Frau durch die Gegend bin aber schon fast überall geoutet.

    Nun zum dem was bei mir eventuell anders ist.

    Ich wurde niemals so richtig als Mann wahrgenommen weswegen ich freiwillig in einer 6 Wöchigen Therapie war. Leider wußten die dortigen Ärzte nichts mit Transsexualität anzufangen. Sie dokterten lieber an meinem Beziehungsproblemen rum in dem sie alles andere als dieses wichtige Thema durchleuchteten. Im Gegensatz zu den meisten die sich als Frau fühlen kämpfe ich bereits das ganze Leben damit das ich eigentlich zu dem Gefühl Frau zu sein auch optisch nie ausgeprägt männlich war. Ich habe keinen Kehlkopf wie ein Mann, keine tiefe Stimme, meine Körperbehaarung entspricht eher der einer Frau außer dem Bartwuchs. Mein Geschlechtsteil ist sehr klein. Ich habe mit 44 einen Haarwuchs der dem einer Frau entspricht. Ich trage Kleidergröße 34/36 und Schuhgröße 38.
    Ich falle in der Öffentlichkeit als Frau nicht auf und führe eigentlich schon mein Leben lang ein Leben als ein Zwischending. Von Männern und Frauen nie so richtig eingeschätzt und wahrgenommen.
    Ich habe jetzt meinen weiblichen Weg gefunden denn einen männlichen Weg hat es bei mir nie gegeben. Ich möchte ehrlich gesagt auch nicht gern ein Jahr Alltagstest abwarten denn diesen habe ich in gewissem Rahmen mein Leben lang hinter mir. Mein Outing hat nur Wenige so richtig berührt denn ein großer Schritt von einem Mittelding richtung Frau war es ja nicht. Abgewandt haben sich weder Kollegen noch Freunde von mir. Selbst meine Partnerin steht zu mir.

    Dies wollte ich nur mal schreiben denn man hört immer nur von denen die Schwierigkeiten hatten sich vom richtigen Mann als Frau zu outen. Ich dagegen kämpfe mein Leben lang um Anerkennung weil ich allein optisch ein Zwischending zwischen beiden Geschlechtern bin aber als Mann geboren und optisch doch schon sehr fraulich.

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