(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Ja zur geschlechtsangleichenden Operation

WICHTIGE VORINFORMATION
Die hier gebotenen Links auf andere Webseiten sind teils sehr schwer zu verdauen. Es geht hier um Operationen und die hier aufgeführten Webseiten enthalten Bildmaterial in teils blutiger Art. Bitte lest diesen Artikel genau und entscheidet erst nach dem Lesen eines Kapitels, ob Ihr euch den Link wirklich zumuten wollt. Da gehts teils sehr gruslig zu und her.

Als ich mich Anfang 2009 entschloss, meine zweite Lebenshälfte in der meinem Inneren entsprechenden Geschlechterrolle zu leben, wollte ich mich noch nicht festlegen, ob ich am Schluss auch die geschlechtsangleichende Operation (GaOp) mache oder nicht. Klar wollte ich das, aber die Risiken und Strapazen eines solch imensen Eingriffs (6-8 Std Op), beflügelten meinen Verstand zu deutlichem Einspruch. Also sagte ich mir, ich lebe jetzt als Frau, mach die Hormontherapie und am Schluss entscheide ich, ob ich diesen letzten Schritt wirklich brauche.

Die Entscheidung – Ja zur GaOp
Unterdessen ist viel in mir passiert und ich bin so in meinem Leben als Frau angekommen, dass es für mich nicht mehr vorstellbar ist, bis ans Lebensende eine Frau mit falschem primärem Geschlechtsteil zu sein. Ich kann und will nicht den Rest meines Lebens jeden Tag dieses Ding sehen, das mich daran erinnert, was ich früher einmal sein musste. Dementsprechend kann ich heute mit abschliessender Gewissheit sagen: alea iacta est – die Würfel sind gefallen.

Auf der einen Seite erfüllt mich das mit unbeschreiblicher Freude, ich weiss jetzt, dass der Tag kommen wird, an dem ich vor dem Spiegel stehen kann und mich als ganze Frau wahrnehme. Und ich weiss, dass ich eines Tages einen Ausweis besitzen werde, in dem ich als Frau ausgewiesen werde. Nie wieder Post an diesen Herrn adressiert, nie wieder männliche Ansprachen bei Behördengängen, nie wieder Angst vor einer allfälligen Leibesvisitation am Zoll….. nie wieder männlich.

Damit beginnt für mich die Phase, in der ich mich noch mehr mit der GaOp beschäftigen will, diesmal nicht als Hypothese oder zukünftige Option sondern als Tatsache, was nächstes Jahr mit mir geschehen wird. Und daran möchte ich Euch auch teilhaben lassen, auch wenn vorallem Jungs bei diesem Thema idealerweise nichts essen sollten vor dem Lesen. Im speziellen die hier gebotenen Links auf medizinische Seiten sollten nur betrachtet werden, wenn man eine dicke Haut hat.

Geschlechtsangleichende Operation
Bei der GaOp wird das männliche Geschlechtsteil in eine sogenannte NeoVagina umgeformt. Was kaum vorstellbar ist, wird dank pastischer Chirurgie mit überraschend gutem Resultat möglich. Kurz zusammengefasst und stark vereinfacht wird dabei folgendermassen vorgegangen:

  1. Die Hoden werden entfernt.
  2. Der Schwellkörper und der Grossteil der Eichel werden entfernt.
  3. Die Harnröhre und ein Stück der Eichel (für die NeoKlitoris) wird verlegt.
  4. Im “Innenraum” wird durch Verschieben und Herumwürgen etwas Platz geschaffen.
  5. Die nun hohle Penishaut wird am Ende zusammen genäht und nach innen gestülpt.
  6. Aus dem Rest der Eichel wird die Klitoris geformt
  7. Aus einem Teil des Hodensackes werden die Schamlippen geformt.

Risiken einer GaOp
Diese GaOp birgt eine Reihe von Risiken, wenn beispielsweise wichtige Nerven versehentlich gekappt werden, fühlt man da nichts mehr. Es kann mit der Harnröhre Probleme geben und vieles mehr. Die Chancen stehen zwar gut, dass man diesen Eingriff schadlos übersteht, aber die Risiken sind nunmal da.

Genesung nach der GaOp
Wenn alles ohne Komplikationen abgelaufen ist, bleibt man 3-4 Wochen im Spital. Man kann zwar schon nach einigen Tagen das Bett ein wenig verlassen, aber wegen der Nachbetreuung muss man ne Weile da bleiben. Wie es anschliessend weiter geht, da gehen die Erfahrungen weit auseinander. Es wird auch sehr auf den Job ankommen. In meinem Fall gehe ich davon aus, dass ich schon bald wieder arbeiten kann, weil ich eh nur sitze. Ok genau das könnte am Anfang schwierig sein, aber notfalls könnte ich auch zuhause liegend mit dem Notebook auf dem Bauch programmieren. Ich blogge ja auch oft so, das geht prima. Aber bis ich wieder auf Stöckelschuhen raumlaufen kann, dürfte dann doch noch ne Weile dauern.

Sexuelle Empfindungen
Da dieser Eingriff so ziemlich an die Grenzen der Möglichkeiten der plastischen Chirurgie geht, kann nicht erwartet werden, dass alles wundervoll läuft. Schwere Schädigungen sind zwar selten, aber die Frage wieviel man nach der Op fühlt, ob und wie es mit der Erregbarkeit steht, ob man “penetrationsfähig” ist oder sogar orgasmusfähig, all das ist in Frage gestellt. Eine gute Freundin von mir, die bei dem Chirurgen operiert wurde, der auch meine Op machen wird, kann all diese Fragen positiv beantworten, sie ist rundum zufrieden. Aber bei einigen ist das eine oder andere beeinträchtigt. Gerade bei diesem Thema müssen Betroffene sich bewusst sein, dass sie mit entsprechenden Verlusten rechnen müssen. Bei mir persönlich ist es so, dass mir die sexuellen Aspekte nicht soooo wichtig sind, aber nichts zu fühlen wär doch schwer zu verdauen. Aber wenn einem die Sexualität sehr wichtig ist, muss man sich dieses Risiko wirklich gut überlegen.

Fakten über Fakten – alles über die GaOp
Das ist wie gesagt stark vereinfacht. Eine sehr ausführliche Geschichte der Geschlechtsangleichungen samt detaillierter Erklärung des Operationsvorgangs samt aussagekräftigen Skizzen und am Schluss einige Fotos der Operationsergebnisse nach erfolgter Verheilung.

Operativ aufgebaute Vagina bei Mann zu Frau Transsexualität

Fotos einer NeoVagina
Nun geht’s ans Eingemachte, ich weise nochmal darauf hin, dass die in diesen Links gezeigten Bilder nichts für schwache Nerven sind, also draufklicken auf eigene Gefahr. Nachfolgender Link zeigt Fotos einer NeoVagina kurz nach der Operation und ein Jahr später. Während Ersteres ziemlich gruslig ist, zeigt Zweiteres doch ein überraschend schönes Resultat: Operation Frau (Dr. Krege)

Fotos mit Erklärung einer GaOp
Falls jemand noch stärkere Nerven hat, dann wird in nachfolgendem Link sowohl mit Bildern als auch viel technischen Informationen detailliert gezeigt, wie eine GaOp abläuft. Was hier gezeigt wird, sind sehr blutige Bilder einer Operation, deren Anblick wirklich schwer zu verdauen ist. Im Speziellen Jungs sollten sich das nicht ansehen, Ihr habt sonst monatelang Albträume ;-)
WARNUNG – SEHR BLUTIGE BILDER:
Operation Mann zu Frau (Dr.Krege)

Fazit – wenn’s sein muss, muss es halt sein
Ich denke, man sollte diese Operation nicht machen, nur weil man es möchte. Man sollte es nur machen, wenn man es machen muss. Das ist keine Blinddarmoperation, es ist ein schwerer Eingriff mit möglicherweise fatalen Konsequenzen. Nur wenn jemand ohne diesen Schritt nicht sein kann, dann muss es halt sein….. und dann ist es auch die einzige Möglichkeit.


 

9 Reaktionen zu “Ja zur geschlechtsangleichenden Operation”

  1. Mette

    Also, ich finde das sehr mutig von dir auch den letzten Schritt zugehen. Ich wünsche dir viel Erfolg.
    Ich werde deinen Blog weiter verfolgen.

    Viel Glück
    Mette

  2. Diana

    Hallo Mette, danke für Deine Glückwünsche, auch Dir wünsche ich alles Gute

  3. Raina

    Hallo Diana,

    ja, Du hast das sehr gut beschrieben, dieses Gefühl: “Es muss sein!” Auch ich habe lange überlegt, ob ich es mir wirklich zumuten soll, aber nach drei Jahren Hormontherapie, Namensänderung und nach Aussen hin kompletten Wechsel, konnte ich nicht mehr anders, ich wollte kein Wesen zwischen den Geschlechtern sein und so erfolgte am 2. März diesen Jahres im Uniklinikum in Essen der letzte Schritt.
    Wenn ich auch noch nicht so richtig wieder auf den Beinen bin, ich bin glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben. Jetzt kann ein neues Leben beginnen. Liebe Diana,
    für Deinen weiteren Weg wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.

    Raina

  4. Diana

    @Raina: sowas hört man doch nur zu gerne, schön, dass Du wohlauf die Op hinter Dir hast. Ich wünsch auch Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg :-)

  5. Jasmin

    Ich bewundere diejenigen die den Schritt zur Operation gewagt haben,auch ich kann nich mehr zwischen 2 stühlen sitzen und mach mit 57 jahren auch die op.
    Jasmin

  6. Ronny

    Hallo Diana…

    Ich wünsche dir Aaaaaaalllles Glück der Welt für deine Op, damit alles genauso wird, wie du es dir vorstellst…
    Lese nun schon seit geraumer Zeit deinen Blog und gehe vielleicht irgendwann den selben Weg…
    Muß mir aber nch überlegen, wie ich das mit der Arbeit mache.
    Bin niemand, der ohne Arbeit sein kann, doch der Gedanke 1Jahr als “WeibMann” mehr schlecht als recht durchs Leben zu dümpen…
    Du kennst das ja.
    Habe mir lustigerweiße auch die Diane bestellt.
    Mal schauen.

  7. Diana

    @Ronny: Danke für die Glückwünsche….. und pass auf mit den Medis, lies am besten mal diesen Artikel durch den ich mal geschrieben hab ;-)
    http://fragen.tgirl.ch/hrt-hormone-im-internet-bestellen/

  8. Jutta

    IHr Lieben, ich habe all das noch vor mir, obwohl ich jetzt schon fast 66 Jahre alt bin,/am 23.12.) und erst wieder in der Frauenrolle seit ca. 3 Monaten lebe. Aber ich lege alles in Gottes Hand, Er wird es schon so lenken, ich habe jedenfalls großen Glauben und vollstes Vertrauen!

  9. Diana

    @Jutta: dann wünsch ich Dir auf Deinem Weg alles Liebe und Gute :-)

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