(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Hormontherapie geändert….. und ab geht die Post

Als ich mein Leben Anfang Jahr umstellte, war für mich undenkbar, diesen Prozess zu durchlaufen ohne dass der Körper mitkommt. Deshalb war klar, dass ich von Anfang an mit der Hormontherapie anfange. Aus bereits beschriebenen Gründen unterstützte mich das Uni-Spital dabei nicht, weil sie sich einem veralteten Standard verpflichtet fühlen, der einen einjährigen Alltagstest fordert. Aber sie akzeptierten meine Selbstversorgung, immerhin etwas. Ich habe mehrfach darum gebeten, dass ich wenigstens ein informatives Gespräch mit einem Endokrinologen bekomme, damit ich mich da nicht falsch medikamentös versorge, auch das wurde verweigert.

Ich begann mit der unter T-Girls verbreiteten Antibabypille Diane-35. Bei der ersten Dosiserhöhung von 2 auf 4mg setzte dann das Brustwachstum ein, was mir unglaublich viel Kraft geb, zu erleben, dass aus der Raupe tatsächlich ein Schmetterling wird. Später nahm ich zusätzlich den Testosterionbklocker Androcur und war so der Meinung, recht gut versorgt zu sein. Auch eine spätere Überprüfung der Blut- und Leberwerte und der Hormonpegel zeigte, dass alles prima läuft.

Trotzdem setzte irgendwann im Sommer das Brustwachstum aus, noch bevor ich die kleinste BH-Grösse richtig hätte füllen können. Eine weitere Dosiserhöung auf 6mg Estradiol änderte daran auch nicht viel. Weil diese Wachstumsprozesse schubweise verlaufen, gab mir das zu Beginn auch nicht zu denken. Aber im Herbst begann ich mir Sorgen zu machen.

An einem Stammtisch des Zürcher Transensyndikats erklärte mir dann eine Freundin, dass Diane-35 Beta-17-Estradiol beinhaltet anstatt irgend ein anderes Estradiol (das Ganze ist mir irgendwie zu hoch). Sie meinte, Diane-35 sei zwar gut für den Anfang, tauge ab er nichts längerfristig. Sie empfahl mir Hormonpflaster. Diese haben auch den Vorteil, dass sie nicht über die Leber gehen, also gesundheitlich viel sicherer sind. Bisher war ich aber der Meinung, dass über die Haut zuwenig Estradiol aufgenommen würde, deshalb habe ich diese Option nie ausprobiert.

Vor etwa zwei Wochen stellte ich also alles wieder auf den Kopf und nahm zwei Estradiol-Pflaster Evopad-100 sowie ein Progesteron Zäpfchen Progeffik-100 und das Androcur. Ich war gespannt, was nun passieren würde.

Und gespannt ist ein guter Ausdruck, denn seit Tagen spannt meine Brust immer wieder, mal juckt es in den Brustwarzen, mal quiekt es innerhalb der Brust, da geht wirklich etwas ab, das ich seit Sommer so nicht mehr erlebt habe. Gerade jetzt während des Schreibens zieht es wieder in beglückender Weise, das war auch der Auslöser für diesen Blogbeitrag. Es ist noch zu früh um abschliessend darüber zu urteilen, aber die ersten Anzeichen sind vielversprechend. Dank an dieser Stelle an Sarah, Dein Tipp war Gold wert :-)

Und so blicke ich einmal mehr etwas ratlos in Richtung Zürcher Universitätsklinik und frage mich, wem diese “unterlassene Hilfeleistung” dienen sollte. Mir hat es definitiv nicht geholfen, ich bin monatelang die Risiken einer Hormonbehandlung eingegangen, ohne dass es zu nennenswerten Fortschritten kam. Umso mehr freue ich mich, dass diese Zeit nun vorüber ist und ich ab 8. Januar mit der offiziellen Hormontherapie beginnen kann und von da an professionell versorgt bin.

Nachtrag: Ich frag mich grad, ob ich Alkohol jetzt wieder besser vertrage, da ja die Leber nun entlastet ist. Das muss ich Anfang Jahr so rasch wie möglich rausfinden. Hey Barkeepers, stellt schon mal das Guinness kühl, Diana kommt bald mal zum Testtrinken – aus rein wissenschaftlichen Gründen ;-)


 

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