(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Gretchenfrage: transsexuell oder transident?

Wie in der Serie “Macht der Worte” angetönt und demnächst vertieft, ist die Wahl der Worte oft ausschlaggebend für das Verständnis des Hörenden. Worte portieren Bildwelten und wer falsche Bilder verwendet, wird missverstanden.

Seit einem Jahr kämpfe ich mit mir herum, ob ich mich selbst als transsexuell oder transident bezeichnen soll. Als ich mein Blog begann, lief es unter dem Untertitel “Tagebuch einer transidenten Frau”. Ich entschied mich deshalb für diese Bezeichnung, weil das “sexuell” im Wort “transsexuell” klingt als ob ich ein sexuelles Problem hätte. Aber Transsexualität hat nichts mit sexuellen Vorlieben zu tun, es geht nicht um die sexuelle Ausrichtung sondern um die Geschlechtsidentität. Im Englischen wird unterschieden zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und der Geschlechtsidentität (gender). Deshalb hat im Englischen die Bezeichnung “Transsexual” auch nicht diesen sexuellen Aspekt, jedenfalls nicht nur. Aber im Deutschen ist “sexuell” halt eben klar mit Sexualität gleichgestellt und dementsprechend ist das Wort “transsexuell” sehr irreführend.

Trotzdem habe ich mich kürzlich umentschieden, den Untertitel des Blogs geändert auf “Tagebuch einer transsexuellen Frau” und werde auch das Blogtagebuch unter dieser Bezeichnung drucken lassen. Damit nehme ich zwar das Anrüchige wieder auf, bin aber der Ansicht, dass ich mit dem Wort “transident” noch viel falscher liegen würde, auch wenn es besser klingt.

Nach meinem Verständnis würde Transidentität bedeuten, dass meine Identität “trans” ist, also verschoben oder falsch. Das Wort “Transidentität” wurde auch deshalb eingeführt, weil man unsere Andersartigkeit im Englischen als “gender identity disorder” klassifizierte, was später hierzulande als “Geschlechtsidentitätsstörung” diagnostiziert wurde. Aber ich habe nicht im Geringsten den Eindruck, dass meine Identität gestört ist, ich bin der Auffassung, dass ich unter einer Fehlentwicklung des Körpers leide. Würde ich mich als transident bezeichnen, würde ich einerseits die meines Erachtens falsche Diagnose der amerikanischen Psychiatriesekte übernehmen und anderseits damit aussagen, dass ich eine Identitätsstörung habe.

Das hat mich dazu bewogen, nun doch das leider nach sexueller Andersartigkeit klingende Wort “transsexuell” zu verwenden. Möglicherweise schade ich mir damit, weil ich mich damit in den Köpfen der Menschen in die Ecke von sexuellen Andersartigkeiten stelle, was in vielen Köpfen mit Perversion gleichgesetzt ist. Aber ich glaube, dass ich andernfalls Selbstverleugnung betreiben würde und hoffe darauf, dass es uns gelingen wird, den deutschsprechenden Menschen klar zu machen, dass nicht alles, was das Wort “sexuell” beinhaltet, zwangsläufig etwas mit Sex zu tun haben muss.

Und doch tue ich mich schwer damit. Sich als transidente Frau vorzustellen, klingt einfach harmloser. Aber es entspricht nicht meiner Selbstwahrnehmung und so würde ich einmal mehr mich selbst verleugnen, nur um dem Druck falscher Vorstellungen in der Gesellschaft zu entgehen. Und dazu bin ich einfach nicht mehr bereit. Ich habe mich lange genug versteckt und angepasst, heute stehe ich zu mir als das was ich bin, eine transsexuelle Frau, die als Ebendiese stolz der Welt entgegen tritt und sich für ihre Andersartigkeit nicht zu maskieren bereit ist.


 

6 Reaktionen zu “Gretchenfrage: transsexuell oder transident?”

  1. Bad Hair Days

    Aus dem selben Grund lehne ich den Begriff Transident schon ab, seit ich ihn kenne.

    > der amerikanischen Psychiatriesekte

    Die Deutschen sind zu einem guten Teil an der Misere beteiligt.

  2. Diana

    mir war zu Beginn der Ausdruck transident sympathisch, eben weil’s den Fokus von diesem “sexuell” nimmt. Gerade Leute die nix von Transsexualität wissen, denken zwangsläufig, es ginge da um die sexuelle Orientierung. Erst als ich mich vertiefter mit Diagnosefragen und Formulierungen beschäftigte, wurde mir klar, dass Transidentität eigentlich völliger Quatsch ist.

    Die deutsche Psychoanal-yse scheint wirklich massgeblich beteiligt zu sein an dieser kollektiven Faktenresistenz. Ich habe beim Lesen des ATME Menschenrechtsbericht Bauklötze gestaunt, dass dieses deutsch-amerikanische Psycho-Denken faktisch von Leuten stammt, die Schüler waren von denen, die für Hitler die Rassenreinhaltung vollzogen. Mein Verweis auf die Ami-Sekte war eher ein Seitenhieb auf den DSM-V der da grad ausgebrütet wird, da sind deutsche Psychoanalytiker natürlich mit eingeladen.

  3. Britta

    Oje … was Ihr da an Argumenten ins Feld führt, kann ich, die ich mich wie Ihr mit der Materie weit über das populärwissenschaftliche hinaus auseinandergesetzt habe, gut nachvollziehen.
    Der Normalbürger hingegen versteht, wenn er “sexuell” hört, “EROTISCH” – und sonst gar nichts. Für mich (und für Euch vermutlich ganz genau so) hat mein Trans-irgendwas-sein aber nichts, null-komma-nichts mit Erotik oder was auch immer zu tun. Und ich will auf gar keinen Fall mit wie auch immer gearteten sexuellen Deviationen in einen Sack! Meine sonstigen Absonderlichkeiten (und wahrlich! Da hab ich so einiges!) sind nämlich eine vollkommen andere Baustelle.
    Ich könnte mich gerade noch so eben mit “transGESCHLECHTLICH” anfreunden – das Wort bietet die deutsche Sprache immerhin -, obwohl es meiner unmaßgeblichen Meinung nach wirklich weit mehr um Identität, denn um rein Körperliches geht.
    Der Fisch stinkt doch eh vom Kopf her: TRANS ist doch die Crux. “Trans” impliziert eine Bewegung von-nach. Und bei mir bewegt sich gar nichts: Ich habe eine weibliche Hirnstruktur. Und einen männlichen Körper. Punkt.
    Dass wir an unseren Körpern ÜBERHAUPT herumfieseln, ist doch ein neuzeitlicher Bonus: In früheren Zeiten hätten wir uns gerade mal selbst den Schwanz abschneiden können (ist ja wohl auch oft genug passiert)! Bei den indigenen Völkern (übrigens längst nicht bei allen), die immer wieder gerne verklärt Erwähnung finden, ging es nie um den Körper – Menschen wurden da nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten verortet. Die trugen dann eben die Kleidung des “Wunschgeschlechts”, übernahmen die entsprechenden Tätigkeiten und fertig!

    Am ehesten kann man doch unsere Befindlichkeit als “einhäusig-zweigeschlechtlich” bezeichnen – und das ist keine Störung (was immer die Psycho-Faschisten auch behaupten mögen), sondern einfach eine Prädisposition, die es gilt, lebbar zu machen.
    WENN sich allerdings tatsächlich mal die Auffassung durchsetzen sollte, dass wir nicht krank, sondern allenfalls … speziell sind – werden wir uns wohl jemand anders suchen müssen, der all unsere Hormone und OPs bezahlt. Warum sollte eine Krankenkasse, mithin die Allgemeinheit, das dann noch tun?? Zillionen Menschen sind mit ihren Phänotyp unzufrieden – weil sie sich zu dick, zu klein, zu kahlköpfig oder kleinbrüstig finden. Schön! Ist zwar teuer – KANN man aber etwas gegen tun. Das zahlen die dann allerdings schön brav aus eigener Tasche.
    Wir sollten also vielleicht ein wenig vorsichtig sein mit dem, was wir uns wünschen …

    Aber zurück zu dem mMn völlig hirnrissigen “trans” – findet denn wirklich so etwas wie eine Transition statt? Ist das nicht nur – zugegebenermaßen notwendige – Staffage? Reine Kosmetik? Ändert sich irgendetwas an den natürlichen Gegebenheiten, mit denen wir auf diese Welt gekommen sind? Jede verdammte Zelle unseres Körpers weist, einem Kainsmal gleich, das verdammte Y-Chromosom auf (Trans-Männer mögen sich alles, was ich hier so absondere, spiegelverkehrt vorstellen) – wenn man von den paar haploiden Keinzellen absieht. So wir denn noch welche haben.
    Mal ehrlich, Mädels: Und wenn wir uns das noch so eifrig einzureden versuchen mögen, Homone fressen, bis der Doktor kommt und uns operativ aufpimpen lassen wie durchgeknallte Super-Models – wir werden NIE einfach nur “normale” Frauen sein!
    Selbst die glücklichen unter uns, die so rechtzeitig mit ihren Bedürfnissen wahr- und ernstgenommen worden sind, dass sie eine relativ lückenlose weibliche Sozialisation genossen haben und um die ünerwünschten pubertären Auswirkungen herumgekommen sind, menstruieren nicht, werden nicht schwanger, kommen auch nie in eine natürliche Menopause. Da wird ein Leben lang substituiert. Künstlich zugeführt, was eine halbwegs weibliche Erscheinung garantiert, auf dass unsere hartleibig am Dimorphismus sich festkrallende Gesellschaft sich an der Nase herumführen lassen möge.
    That’s it: Schöner Schein, ebenso kosten- wie risikointensiv aufrechterhalten (gibt es eigentlich Zahlen, wie viele von uns auf OP-Tischen verreckt, an Komplikationen eingegangen oder schließlich Thrombosen, Karzinomen und Leberschäden erlegen sind??), damit man uns fühlen, denken und handeln läßt, wie es unserer Hirnstruktur entspricht!
    Bei den Intersexuellen (da ist es wieder – dieses völlig irreführende, dämliche Wörtchen!) ist alles noch mal komplizierter, weshalb es da auch einige gibt, die darauf bestehen, “Zwitter” genannt zu werden. Weil sie sich nicht damit abfinden mögen, sich auf männlich oder weiblich festnageln zu lassen oder gar (wie leider immer noch üblich!) schon als Kleinkinder nach Gutdünken von Eltern und Medizinern “zurechtgeschnippelt” zu werden. Auch bei denen hat es es ja einige, die trotz auf ersten Blick normalem XX- oder XY-Genotyp körperlich uneindeutig auf die Welt kommen. Sind wir also vielleicht ALLE “zwischengeschlechtlich”?
    “Bio” jedenfalls sind wir allesamt. Bio-Frauen (auch so ein kackendoofes Wort, dass ich mangels vernünftiger Alternativen gelegentlich widerstrebend benutze), Bio-Männer … und eben Bio-Zwitter??
    MEINE Identität mag auch von meinem Körper und seinem spezifischen Empfinden mitgeprägt sein – in erster Linie wohnt die allerdings zwischen meinen Ohren. Und das schon immer – niemand hat die da hinein trans-portiert! Biologischer gehts nimmer.
    Meinen Körper trans-portiere ich nun allerdings so weit als irgend möglich von A nach B – nicht aber gleich auch noch meine Sexualität, die, wie gesagt, auf einem völlig anderen Blatt steht.

    Also … was bin ich denn jetzt bloß?? Eine Hirn-Frau? Mit Körper-Mann? Ist mein Mann eine Körper-Frau mit Hirn-Mann?
    Alex hat in seiner Not mal den Begriff “Außenfrau” erfunden, die den “Innenmann” umhüllt – treffender habe ich das noch nicht zu formulieren vermocht.
    Wie dem auch sei: Ich denke, dass unserer Umwelt der Begriff “transident” klarer zu vermitteln ist als “transsexuell”, egal, was die Psycho-Hanseln damit ausdrücken wollen – zuhause fühle ich mich aber weder hier noch dort.
    Vielleicht gelingt es uns ja irgendwann, ein wirklich passendes Wort zu erfinden! Eines, dass uns nicht von Wissenschaftlern, die uns wie seltsame Insekten untersuchen, übergestülpt worden ist.

    Im Übrigen – aber das ist eigentlich ein ganz eigenes Thema, das ich bei Gelegenheit ausführlicher zu beackern gedenke – springen wir eh zu kurz: Was UNS nämlich das Ausleben unseres Empfindens in ganz vielen Aspekten so schwer macht, läßt sich mühelos auf die in dieser Gesellschaft immer noch bestehende Ungleichbewertung der Geschlechter herunterbrechen. Die Grenzzäune sind ja nur deshalb so hochgezogen, so schwerdurchdringlich, weil es um MÄNNER-Pfründe geht.
    Was UNS unglücklich macht, betrifft in gewisser Weise ALLE Frauen!

    Jedenfalls beabsichtige ICH, murrend und knurrend zwar, weil in Ermangelung eines noch zu prägenden Begriffs, lieber weiterhin dem Fähnchen “Transidentität” hinterher zu dackeln, als mich mit dem Branding “transsexuell” als sexuellen Freak abstempeln zu lassen.
    Aber jede so, wie sie es mag.
    Ich betone ausdrücklich, dass ich in keiner Weise zu werten beabsichtige – oder gar meiner persönlichen Ansicht irgendeine wie auch immer geartete normative Kraft beimesse!

  4. Diana

    Britta, erst mal danke für Deine umfangreiche Stellungnahme, ich versuch mal auf einzelne Aspekte einzugehen.

    Als Erstes möchte ich betonen, dass mein Entscheid, mich als transsexuell zu bezeichnen, nicht den Anspruch erhebt, die alleinige Wahrheit zu sein. Das ist ein persönlicher Entscheid, weil ich der Auffassung bin, dass ich das körperliche Geschlecht (sex) verändere, weil eben das am falschen Ort liegt und trans-portiert werden muss und nicht die Geschlechtsidentität (gender), von der ich überzeugt bin, dass diese ganz normal ist. Dass ich nun diess “sexuell” auf meiner Schublade habe, ist zwar übel, aber es kommt meiner Selbstwahrnehmung näher als das “ident”.

    Der Wortteil “Trans” besagt, dass sich etwas bewegt und das stimmt meines Erachtens. Erstens hat sich mein Körper in der embrryonalen Phase von der Geschlechtsidentität und der Hirnstruktur entfernt und ist in die falsche Richtung gegangen. Ich versuche nun so weit das möglich ist, den Körper in die Richtung zu bewegen, dass die Diskrepanz zwischen Innen und Aussen erträglicher wird. Es findet eine Transformation statt, eine körperliche Veränderung. Das ändert nichts an meinem Wesen, meinem Denken und Fühlen, da muss auch nichts geändert werden. Geändert oder bewegt wird nur der Körper, der bisher die Lüge verbreitet hat, ich würde dem anderen Geschlecht angehören.

    Ich weiss nicht, wieviele von uns auf diesem Weg drauf gehen, aber ich weiss, dass viele durch diese chemischen und operativen Massnahmen zu einem im Wesentlichen menschenwürdigen Leben finden können. Auch eine Herzoperation birgt grosse Risiken, trotzdem tut man es wenn der Leidensdruck gross genug ist. Jede medizinische Massnahme ist ein Risiko, das hindert niemanden daran, beispielsweise bei Krebs eine Chemotherapie zu machen, die den gesamten Körper, jede Zelle, zerdeppert. Die Frage hierbei ist, ob eine medizinische Massnahme das Risiko wert ist. Ich für meinen Teil sage dazu ja, weil die Alternative, weiterhin in diesem mir so fremden Körper zu leben, nicht lebenswert ist. Als ich vor einem Jahr diesen Weg beschritten habe, war einer meiner ersten Sätze sinngemäss: Ich gehe diesen Weg und wenn es das Letzte ist, was ich tue. Damit wollte ich aussagen, dass ich mir der Risiken bewusst bin, dass ich aber davon überzeugt bin, dass es das Risiko wert ist.

    Du hast Recht, wir werden nie “normale Frauen” sein, wir mestruieren nicht, können keine Kinder zur Welt bringen und vieles mehr. Aber Frauen in meinem Alter menstruieren auch bald nicht mehr, sind trotzdem richtige Frauen. Wer die Gebärmutter operativ entfernen muss, bleibt trotzdem ganz Frau. Ich sehe nicht ein, weshalb ich mein Frausein auf organische Faktoren oder Chromosomen reduzieren sollte. Nun kann man einwenden, dass dann meine geschlechtsangleichenden Massnahmen ja auch überflüssig wären. Die Frage ist hier jedoch, ob ich meine Weiblichkeit in diesem Körper leben kann und das kann ich persönlich nicht, solange ich männliche Geschlechtsmerkmale aufweise. Schlussendlich will ich vor dem Spiegel stehen können und ein einigermassen weibliches Bild erkennen, so fühle ich mich in mir zuhause, egal was für Innereien ich habe. Das ist ein Kompromiss, nichts mehr, aber auch nichts weniger. Hier ist die Frage nicht, ob ich 100% erreiche sondern wieviel Prozent ich brauche, um mit mir leben zu können und da sind mir diese geschlechtsangleichenden Massnahmen eine grosse Hilfe.

    Ich persönlich halte mich im Sinne Rauchfleischs für eine Normvariante und nicht für krank in dem Sinn. Aber das Kranksein definiert sich durch den Leidensdruck und nicht durch wissenschaftliche Schubladen. Für mich als Frau mit weiblicher Hirnstruktur und weiblicher Seele ist ein Leben mit männlichen Geschlechtsmerkmalen grausam und entwürdigend. Deshalb erhebe ich Anspruch auf medizinische Leistungen und bin froh wenn mir diese gewährt werden. Ich wehre mich nur gegen das Krankheits-Etikett, wenn es die Farbe der Psychiatrie trägt. Denn ich bin überzeugt davon, dass mit meinem Kopf alles in Ordnung ist, mein Körper hat sich einfach fehlentwickelt und wenn die moderne Medizin das ein Stück weit angleichen kann, bin ich froh darum.

    Und eben deshalb, weil an meiner Identität alles in Ordnung ist und nur das körperliche Geschlecht “verschoben” ist, halte ich für mich selbst das Wort transsexuell für korrekter, auch wenn ich damit in den Köpfen Unwissender das Stigma einer sexuellen Desorientierung trage.

  5. Andi

    Wenn ich auch noch was dazu sagen darf…
    Bei mir verhält es sich mit der Deutung dieser Worte so:
    Also ich finde dass das Wort Transgender mich am besten beschreibt. Das ist mein Geschlecht.
    Weil im englischen gibt es ja zwei Wörter für Geschlecht nämlich sex und gender. Wobei sex das körperliche meint und gender das soziale.
    Da ich mich körperlich nicht zu verändern gedenke und deshalb auch nicht 100% transsexuell bin mich trotzdem von der sozialen Identität her als Mann fühle bin ich transgender – also nur im gender Bereich.
    Da dies meine Identität als Mensch ist stimmt für mich persönlich auch – Ich bin transident.
    Als ich das dem Gründer der Transmann seite aus Österreich mitteilte, meinte der dazu ich würde völlig falsch liegen. Transident und transsexuell seien dasselbe. Ich hätte das Wort Transident falsch interpretiert.
    Er bevorzuge das Wort transident weil es nicht so viele Missverständnisse aufwerfe bei Therapeuten
    und so weiter, weil eben dieses irreführende englische sex wegfällt. Das bei uns ja mit sexualität assozieiert wird.
    Ich fühle mich trotzdem transident weil ja meine Identität, mein Ich, vom Gegengeschlecht meines körperlichen Geschlechts geprägt ist, was meinen Leidensdruck ausmacht im falschen Leben zu stecken.
    Danke das ich das hier einfach mal sagen durfte.

  6. Diana

    @Andi: kein Grund zu danken, Du darfst hier alles sagen ;-)

    Trotzdem ist die Selbstdeklaration als transident heikel, weil man damit die falsche Diagnose “Geschlechtsidentitätsstörung” übernimmt. Genau hier liegt eben der Haken. So nett transident im Gegensatz zu transsexuell auch klingt, es entspricht nicht den wissenschaftlichen Fakten. Sex meint im englischen das körperliche Geschlecht, während gender das Hirngeschlecht meint. Transsexuell sagt also, dass der Körper “verschoben ist”, während transident die Verschiebung dem Hirn unterjubelt. Deshalb habe ich mich trotz des irreführenden Klangs zu transexuell entschieden. weil es der Wahrheit einfach näher kommt.

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