(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Erstgespräch an der Psychiatrischen Universitätsklinik

Die letzten Tage habe ich mir unheimliche Sorgen gemacht, weil ich befürchtete, dass mich die Jungs an der Psychiatrischen Universitätsklinik auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil ich ohne göttlichen äh ärztlichen Segen Hormone nehme. Ausserdem hatte ich auch Angst, dass sie mich nicht ernst nehmen und meine Selbstdiagnose nicht bestätigen. Das ist leider ein bisschen das Elend von uns T-Girls. Transsexualität ist nicht messbar, es ist primär eine Selbstdiagnose und der Arzt kann nur versuchen herauszufinden, wie authentisch diese Selbstwahrnehmung ist und ob irgendwelche Krankheiten vorliegen, die eine Transsexualität in Frage stellen würden.

Zu meiner grossen Überraschung fühlte ich mich dort nicht seziert und zerlegt sondern sehr verstanden und wahr!-genommen. Schlussendlich sagte mir der Oberarzt, er würde Transsexualismus (so nennen die das neuerdings) als „Verdachtsdiagnose“ stellen. Soweit ein grosser Erfolg, scheinbar sieht er in mir dasselbe wie ich selbst.

Aber was die Hormone anbelangt, war er genauso stur wie ich. Glücklicherweise akzeptiert er, dass ich mich nicht an ihren Standard halte und mich selbst therapiere, aber er selbst fühlt sich diesem Standard verpflichtet und wird mir keine Hormone verschreiben bis Ende Jahr. Das ist insofern schade, weil ich mich dadurch Risiken aussetzen muss, die eigentlich nicht nötig wären. Aber was will man machen, wenn die Einhaltung eines Behandlungsstandards wichtiger ist als die Gesundheit der Betroffenen, dann muss ich das halt akzeptieren. Trotzdem bin ich dankbar, dass man meinen Weg respektiert. Ich werde nun einmal pro Monat an der Uni antraben und bin wirklich froh, dass ich wenigstens die therapeutische Unterstützung habe.


 

2 Reaktionen zu “Erstgespräch an der Psychiatrischen Universitätsklinik”

  1. Bad Hair Days

    Dann war es bei dir recht ähnlich wie bei mir. Warst du in Zürich, also bei Krämer?

    Wenn man wie ich damals noch keinen laufenden Alltagstest (d.h. in Frauenklamotten herumlaufen) hat, hält er einen auch nicht für TS. Zwar sagte er mir auch dass er einen Verdacht auf TS hat, meiner Therapeutin, die mich überwiesen hatte allerdings, dass er nicht glaube, dass ich Trans sei, sondern eine andere “Persönlichkeitsstörung” hätte.

    >Einhaltung eines Behandlungsstandards wichtiger ist als die Gesundheit der Betroffenen

    Eigentlich ist das unterlassene Hilfeleistung, aber ohne Eigenversorgung ist man dem System ja Hilflos ausgeliefert. Ich besorgte mir meine Hormone übrigens mit kleinen Ausflügen in Spanien. Und auf weitere Besuche in der Uniklinik (auch mir machte er das Angebot mit den monatlichen Besuchen) verzichtete ich ob der Sinnlosigkeit.

  2. Diana

    Ja ich war/bin bei ihm. Ich find ihn soweit ganz umgänglich und hab mich wie gesagt sehr verstanden gefühlt, nur eben mit diesem Behandlungsstandard sind wir uns nicht einig.

    Als ich erstmals da hin ging, war ich schon 3 Monate en-femme unterwegs, hatte auch schon jahrelang Psychotherapie gemacht und mein Doc ist meiner Meinung was meine Diagnose anbelangt.

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