(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Erste Logopädie-Stunde

Nach allem Gejammer und Crash und Apokalypse und so, will ich aber das Positive des heutigen Tages nicht auslassen: meine erste Logopädie-Stunde.

Letzte Woche war ich ja erstmals an der Zürcher Universitätsklinik in der Plapperabteilung, also dort wo man lernt zu reden oder wir T-Girls lernen, wie richtige Ladies zu sprechen. Zuerst wurden meine Stimmbänder in der Phoniatrie gefilmt und gemessen (bei einer soooo lieben Dame) und darauf gings in die Logopädie (bei der nächsten soooo lieben Dame) um den aktuellen Tonumfang und so Sachen zu messen und mich zu informieren, wo’s nun lang geht in meiner Stimmentwicklung.

Heute hatte ich nun meine erste Stunde und war erst mal kräftig überrascht, was es da zu lernen gab. Denn das erste Thema war, wie man(n) resp Frau hustet, niesst und sich räuspert. Dann suchten wir meine aktuelle Tonhöhe beim Sprechen und suchten den höchsten Ton der beim Sprechen nicht zur Kopfstimme wurde. Meine Tonart liegt bei A, der höchste Ton der noch Kopf- und Bruststimme vereint, war D. Ziel wird es also sein, meine Plapperei von A auf D zu erhöhen, was doch schon eine deutliche Verweiblichung der Stimme bewirken würde.

Um das zu schaffen, hab ich nun bizarre Hausaufgaben zu machen und werde damit meine Wohnungsnachbarn wohl in eine gewisse Irritation stürzen. Wieviel das Ganze bringt wird die Zukunft zeigen und ist vorallem von meiner Lerndisziplin abhängig.

Aber eines kann ich jetzt schon sagen, ich fühl mich bei meiner Logistin ;-) extrem aufgehoben. Sie hat eine sehr einfühlsame Wesensart und wenn sie mir etwas “Weibliches” vormacht, hat das etwas geradezu bezirzendes an sich, da sprüht eine Weiblichkeit rüber, die enorm ansteckend ist.

Und als ob das alles nicht schon Geschenk genug ist, sagte sie am Schluss beim Verabschieden, ihre Kollegin hätte gefragt, ob heute “die Frau mit den schönen Beinen” wieder kommt……. und auch wenn ich mich ja eigentlich von Oberflächlichkeiten fernhalten sollte und Fremdbewertungen für mich in der Regel pures Gift sind, es fühlte sich an als ob meine Seele von tausend Engeln geküsst würde. Ein Kompliment für schöne Beine zu bekommen ist eine Sache, aber dies von einer Frau zu hören, ist wirklich ein ernsthaftes Kompliment…… und das wiederum kann ich – wie Ihr Euch vorstellen könnt – mehr als gut gebrauchen, gerade an so Tagen wie heute :-)

Juliet, wir müssen unbedingt Bilder von meinen Beinen machen. Schon Marilyn Monroe sagte: “Give a girl the right shoes and she can conquer the world”, die richtigen Schuhe habe ich, die passenden Beine auch, also wirds Zeit die Welt zu erobern ;-)


 

10 Reaktionen zu “Erste Logopädie-Stunde”

  1. Juliet

    Sachen gibt’s, wie niest denn eine Frau, das musst Du mir vormachen..ich niese in der gleichen Art wie mein Vater, nur eben nicht so tief.
    Klar machen wir Fotos von Deinen Beinen, wär ja schade, wenn die keiner zu sehen kriegt, Du hast wirklich schöne Beine, das kann ich bestätigen ;-)

  2. Diana

    bei Mädels kommt alles weniger aus dem Brustkorb raus. Es gibt da irgendwie drei Tonlagen oder Tonquellen oder sowas, die Bruststimme, die Kopfstimme und was dazwischen. Wenn man nur noch mit Kopfstimme spricht, klingt man wie ne Porno-Tante, es ist ein echter Balance-Akt, höher zu kommen ohne da rüberzukippen.

  3. Juliet

    Kopfstimme klingt auch ein bischen wie Mickey Mouse ( siehe Bee Gees). Mir hat mal jemand gesagt, ich hätte ne tiefe Stimme ( ????!!!!!), da hab ich wohl was vor mich hingegrummelt, dann war das wohl gerade Bruststimme.

  4. Diana

    genau, ausser Carla Bruni und ein paar Pornostars macht das niemand, aber zuviel Bruststimme wirkt dann auch wieder nicht gut für n’Mädel. Einmal mehr muss ich zwischen den Extremen balancieren

  5. Juliet

    Kommt auf das Mädel an, zu manchen passt das ganz gut, aber die haben meist einfach so eine Stimme.
    Wünsch Dir viel Erfolg beim Balancieren.

  6. Diana

    na ich bin jedenfalls gespannt ob das wirklich etwas bewirkt. Ich will keinesfalls beim Reden darauf achten müssen, wie ich spreche, das wäre das Ende jeder Spontanität und Authentizität. Aber scheinbar gibt es Übungen die eine sanfte Veränderung bringen, die sozusagen in den Automatismus übergeht. Wenn das wirklich möglich ist und davon gehen die Logoistikerinnen aus, dann wäre mir das mehr als Recht.

  7. Juliet

    Das musst Du auch nicht, rede so, wie Du es tust, denn das bist Du.
    Ich hab Dir doch mal von der einen Kundin erzählt, die scheint wohl auch Logopädie gemacht zu haben, also muss das möglich sein.

  8. Diana

    meine Logopädin hat sowas betörendes, da muss ich das einfach glauben

  9. Juliet

    Ich schätze mal, sie hat genug Erfahrung, um so ein Versprechen zu machen.

  10. Diana

    das sowieso, das ist einer der Hauptgründe weshalb ich mich in die Hände des Universitätsspitals geworfen habe. Auch wenn ich mit dem dort herrschenden Dogmatismus manchmal meine liebe Mühe habe, so sind dort doch fachlich hochgebildete Leute die in der Regel einen guten Job machen. Ich werde Euch jedenfalls auf dem Laufenden halten, ob die Logopädie bei mir geholfen hat.

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