Einmal mehr – Hirnlosigkeit beim Blick
Manchmal kann einem echt die Galle hochkommen. Einmal mehr schafft es der “Blick”, in einem Artikel über die Vergewaltigung einer Transsexuellen von “Transe Peter” zu schreiben. Erstens ist “Transe” ein Schimpfwort, zweitens ist eine TransFrau eine Frau und sollte dementsprechend auch mit ihrem weiblichen Namen benannt werden. Gerade wenn es sich um ein Gewaltopfer geht, erhöhen Medien mit so respektlosen Benennungen das Risiko von Übergriffen. Es war ja nur eine Transe, was solls, dass sie vergewaltigt und entführt wurde.
Würden Medien Transsexuellen wenigstens ein Minimum an Respekt entgegen bringen, könnten vielleicht auch ihre Leser irgendwann begreifen, dass es sich bei einer transsexuellen Frau um eine Frau handelt, ein menschliches Wesen, das zusätzlich verletzt wird, durch solche hirnlosen Texte.
Es sind genau solche respektlosen Berichte, die Transsexuelle in den Augen der Leserschaft zu Untermenschen machen. Damit wird das Fundament geschaffen für Diskriminierung, Ausgrenzung, bis hin zu Gewalt. Im Jahr 2009 sollte man von einer Zeitung etwas mehr Verstand und Rücksichtnahme erwarten.
Blick: Der Freier Pascal entführt Transe Peter
UPDATE: als ich das las, war ich grad in Eile und konnte mich nur kurz darüber ereifern, nun habe ich meinen Frust in einen offenen Brief gepackt und der Blick Redaktion zukommen lassen:
Offener Brief an die Blick-Redaktion
Damit transphobe Menschen, die in Zeitung sitzen nicht weiterhin Recht und Medizin auf ihrer Seite haben, sollten wir international dafür kämpfen, dass in den medizinischen Bücher und Klassifikationen, auf die sich transphobe Menschen immer berufen können, endlich nicht weiter von “geschlechtsidentitätsgestörten Männern” gesprochen wird. Solange das nämlich so ist, brauchen sie nur diese Bücher (z.B. den DSM) aus der Tasche ziehen und sagen dir dann ins Gesicht: “Sieh’ Transi, da steht es doch – du bist ein Mann”.
Längerfristig ist das der einzige Weg und es scheint mir, dass es auch da lang geht. Unterdessen denkt ja sogar die Wissenschaft bereits darüber nach, ob nicht doch der Körper sich falsch entwickelt hat und die Geschlechtsidentität “korrekt” ist. Aber fürs Erste wärs vorallem mal wichtig, dass Medien aufhören, den Leuten solche Bilder zu implantieren. Die TV-Medien habens ja teils schon kapiert, es gab in den letzten Jahren viele gute Dokus, aber vorallem bei Tageszeitungen ist teils bizarres zu lesen.
Ich hab jetzt im nachfolgenden Blogbeitrag einen offenen Brief an die Blick Redaktion geschickt, vielleicht verhilft das ja zu unerwarteten Denkvorgägen.