(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Ein platonischer Mythos und eine kleine Uminterpretation

Kürzlich habe ich auf Facebook n’nettes Mädel kennen gelernt, die hat mich nun auf ein Lied aufmerksam gemacht, das ich nicht kannte und das in meinem Kopf wildeste Pirouetten vollzieht. Das Lied “Origin of Love” (Ursprung der Liebe) ist von einer Band namens “Hedwig and the angry inch” und kommt aus dem gleichnamigen Film über eine TransFrau aus der DDR, die in einer Rockband singt. Den Film kenne ich noch nicht, werde zu gegebener Zeit aber darüber berichten.

Das Lied übernimmt einen Mythos von Platon, in dem es um “Kugelmenschen” geht. Die Geschichte besagt kurzgefasst, dass Menschen ursprünglich Doppelwesen waren. Alle hatten zwei Seiten, so wie wenn man zwei Menschen am Rücken zusammen klebt. Da gab es drei Geschlechter, es gab Doppelmänner, Doppelfrauen und MannFrau-Wesen. Die Götter sahen dann, dass diese Kugelmenschen viel zu mächtig waren und so entschieden sie sich, diese zu trennen. Pointe dieser Geschichte ist, dass wir alle eigentlich nur halbe Menschen sind und unser gegenteiliges Stück suchen und erst dann wieder zu voller Kraft kommen, wenn wir mit der verlorenen Hälfte vereint sind. Ein wunderschöner Mythos über die Liebe…… und ein wunderschönes und kraftvolles Lied…….

Aber wie so oft, tauchen in meinem Köpfchen gleich Folgegedanken auf, die irgendwie faszinierend sind. Vielleicht sind transsexuelle Wesen dieser MannFrau-Kombination, die aus unerfindlichen Gründen nicht getrennt werden konnten. Diese MannFrauen wurden Kinder des Mondes genannt. Ich bin am Vollmond geboren und die Göttin Diana ist unter Anderem auch die Göttin des Mondes. Und tatsächlich haben Transsexuelle eine Art von Macht, die Doppelsichtigkeit, die Fähigkeit, beide Geschlechter zu vereinen, sie zu verstehen und sich in sie hineinfühlen zu können.

Nach jüdischer Mythologie ist ein Mensch erst vollkommen, wenn Mann und Frau vereint sind, andernfalls ist man unvollständig und schutzlos, es braucht beide Seiten so wie Ying und Yang. Wenn jüdische Männer das Haus verlassen mussten und die Frau zurück liessen, baten Sie die “Schechina“, der weibliche Aspekt Gottes, um Hilfe, dass diese sie begleitet und beschützt, weil sie wussten, dass sie ohne ihre andere Hälfte schutzlos wären.

Irgendwie spannend, wie sich der Kreis immer wieder schliesst. Und irgendwie faszinierend, wie etwas, was in unserer Kultur ein Makel ist, auch als wundervolle Gabe verstanden werden kann.

When the earth was still flat,
And the clouds made of fire,
And mountains stretched up to the sky,
Sometimes higher,
Folks roamed the earth
Like big rolling kegs.
They had two sets of arms.
They had two sets of legs.
They had two faces peering
Out of one giant head
So they could watch all around them
As they talked; while they read.
And they never knew nothing of love.
It was before the origin of love.

The origin of love

And there were three sexes then,
One that looked like two men
Glued up back to back,
Called the children of the sun.
And similar in shape and girth
Were the children of the earth.
They looked like two girls
Rolled up in one.
And the children of the moon
Were like a fork shoved on a spoon.
They were part sun, part earth
Part daughter, part son.

The origin of love

Now the gods grew quite scared
Of our strength and defiance
And Thor said,
“I’m gonna kill them all
With my hammer,
Like I killed the giants.”
And Zeus said, “No,
You better let me
Use my lightening, like scissors,
Like I cut the legs off the whales
And dinosaurs into lizards.”
Then he grabbed up some bolts
And he let out a laugh,
Said, “I’ll split them right down the middle.
Gonna cut them right up in half.”
And then storm clouds gathered above
Into great balls of fire

And then fire shot down
From the sky in bolts
Like shining blades
Of a knife.
And it ripped
Right through the flesh
Of the children of the sun
And the moon
And the earth.
And some Indian god
Sewed the wound up into a hole,
Pulled it round to our belly
To remind us of the price we pay.
And Osiris and the gods of the Nile
Gathered up a big storm
To blow a hurricane,
To scatter us away,
In a flood of wind and rain,
And a sea of tidal waves,
To wash us all away,
And if we don’t behave
They’ll cut us down again
And we’ll be hopping round on one foot
And looking through one eye.

Last time I saw you
We had just split in two.
You were looking at me.
I was looking at you.
You had a way so familiar,
But I could not recognize,
Cause you had blood on your face;
I had blood in my eyes.
But I could swear by your expression
That the pain down in your soul
Was the same as the one down in mine.
That’s the pain,
Cuts a straight line
Down through the heart;
We called it love.
So we wrapped our arms around each other,
Trying to shove ourselves back together.
We were making love,
Making love.
It was a cold dark evening,
Such a long time ago,
When by the mighty hand of Jove,
It was the sad story
How we became
Lonely two-legged creatures,
It’s the story of
The origin of love.
That’s the origin of love.

Und dieses Video erinnert mich wieder daran, dass ich seit meiner Kindheit auf die Bühne wollte und dass ich in diesem Jahr öfters davon träumte, wie schön es sein könnte, Sängerin einer Rockband zu sein. Ein T-Girl als Frontfrau einer Band stell ich mir extrem spannend vor und ich liebe Musik so sehr, dass ich mir das wirklich wünschen würde. Nur müsste ich erst mal singen lernen und dazu erst mal ein Talent haben. Aber wer weiss, wenn das Schicksal es so vorgesehen hat, wird es irgendwann soweit sein :-)


 

2 Reaktionen zu “Ein platonischer Mythos und eine kleine Uminterpretation”

  1. Kim

    Ich hatte den Film “Hedwig and the angry inch” mal gesehen und fand ihn schrecklich und transphob zugleich. Er soll ja auch Preise bekommen haben… gruselig.

  2. Diana

    echt? na da bin ich ja gespannt. Ich kenn bisher nur die Musikvideos und die find ich gut, vorallem eben das von Origin of Love. Und die Musik gefällt mir auch sehr, habs von iTunes runtergeladen und bin begeistert. Ich werd dann über den Film berichten, wenn ich ihn gesehen habe.

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