(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Ein heisses Wochenende mit Juliet

Jungs dürften sich jetzt vergeblich gefreut haben, mit “heisses Wochenende” ist kein Schweinskram gemeint, das bezieht sich einzig auf die Sauhitze die wir erleiden musste und die hatte es in sich :-)

Die Einen dürften den Bericht von Juliet hier bereits gelesen haben. Sie ist natürlich schneller als ich, weil ich nach der Rückreise und der anschliessenden Ackerei zu müde bin um zu schreiben. Aber lieber spät als nie, deshalb: here we go……..

Schon der Hinweg war ein wahrer Albtraum und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Eine halbe Stunde in einem nicht-klimatisierten Zug reichte, um mir das Aussehen eines Delphins zu verpassen, patschnass und innerlich glühend kam ich am Flughafen an. Das ganze Checkin Prozedere lief wie geschmiert, ich hab da langsam echt Übung drin und stöckle vom Bahnhof bis ins Flugzeug wie Andere durch n’Aldi.

Massenvernichtungsmittel im Flugzeug
Aber als wir dann im Flugi sassen, kam die Mitteilung, wir müssten ne halbe Stunde warten bis wir Starterlaubnis hätten. Halb so wild, wäre es nicht sauheiss gewesen und was noch viel schlimmer war, irgendwo in meiner Nähe sass eine wirkliche Drecksau, der furzte im Minutentakt als ob er ein wandelndes Massenvernichtungsmittel wäre. Es roch nach Tod und Verdammnis, jede Minute. Ihr fragt Euch sicher, weshalb ich davon ausgehe, dass es n’Kerl war. Ganz einfach, Mädels sind rücksichtsvolle Wesen, die würden lieber Bauchkrämpfe kriegen als die Umgebung zu verpesten. Jungs sind da anders, die sind da in der Regel richtiggehend hemmungslos. Jedenfalls verbrachte ich eineinhalb Stunden in einer geruchstechnischen Hölle, die wirklich abartig war.

Deutsche Bahn kann echt überfordern
In Hannover stürmte ich dann in den Zug und suchte mir einen Platz, was bei der deutschen Bahn echt schwierig ist. Fast über allen Plätzen steht auf einer Digitalanzeige “Hannover-Bremen” oder sowas, womit angezeigt wird, dass der Platz reserviert ist. Als ob das nicht schon anstrengend genug wäre, stand dann teilweise auch “Bahn Comfort” drauf. Häääää? Wat’n das? Ich fragte dann mal n’herumsitzendes Mädel und die klärte mich auf, dass es irgend so ne Bahnkarte gibt (für VIP-Schnösel oder so) und diese Plätze sind für diese Leute reserviert. Na toll. Und bei den Plätzen die nicht reserviert sind, sitzt meist jemand und auf dem Platz neben ihm sitzt seine Tasche. Da sind Deutsche echt unanständiger als Schweizer, bei uns würden die Meisten die Tasche auf den Boden stellen, aber Germanen haben da eine andere Vorstellung von territorialem Besitzanspruch. Irgendwann fand ich dann doch noch einen Platz ohne Reservierung und kaum sass ich da, kam der Bahnmensch und informierte uns, dass in diesem Wagen die Klimaanlage am Arsch kaputt ist *urks*. Also ging die Sucherei wieder los, aber unterdessen waren alle eingestiegen und ich stöckelte durch die Abteile, bis ich einen freien Platz neben nem Mädel fand. Ich sitz immer neben Mädels wenn es geht, bei Jungs – wir kennen das vom Flugzeug – riskiert man unterwegs zugefurzt zu werden und davon hatte ich für heute definitiv genug.

Zwei süsse Blondinen
Unterwegs kühlte ich dann langsam ab, füllte seitenweise Sudokus aus und so kam ich einigermassen heil bei Schatzi an, die mich in einem wunderschönen Kleid am Bahnhof abholte. Wow muss das ein Anblick gewesen sein, wir zwei Blondinen und beide in so nem schönen Kleid :-) Zu diesem Kleid trug Juliet neue Ballerinas (des Teufels Schuhwerk) und – man glaubt es kaum – sie lief dann die Hälfte des Weges barfuss, weil ihre Ferse aufgesäbelt war. Ich sags ja, Ballerinas sind ganz böse Schuhe, wirklich wirklich böse. Die Gute hatte bereits Futter erbeutet (türkische Pizza mit allem drauf) und die hauten wir dann zuhause in uns rein. Der Abend war leider kurz, weil Juliet am nächsten Tag ackern musste, aber immerhin war ich endlich wieder da, an dem Ort, an dem das wahre Leben stattfindet.

Ein heisses Wochenende
Am Samstag musste Juliet in aller Herrgottsfrühe ackern gehn und ich konnte bis Elf ausschlafen. Die geplante Shoppingtour fiel dann im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser. Bis um zwei Uhr war ich bereits wieder nass wie n’Delphin und so shoppen zu gehen wäre echt kein Vergnügen mehr gewesen. Also kam sie nachhause, mit ihrer Mama und deren Freund Lars im Schlepptau. Wir tratschten ne Menge, während Lars im Schlafzimmer den Fussball-Match guckte und sich dabei die Seele aus dem Leib brüllte. Issja krass, was Jungs da so für Geräusche von sich geben können, wenn ein Ball in ein Netz fällt. Da versteht man die Römer, die volller Furcht berichteten, wie Germanen laut brüllend auf sie zurannten und sie niedermetzelten. Germanen sind ein Kriegervolk, ein ganz grausames, das merkt man heute noch, wenn sie Fussball kucken :o)

Die Zwei gingen dann am Abend an ein Familienfest, an dem wir ursprünglich auch teilnehmen wollten, aber weil wir aufgrund von Juliets Ackerei auch noch Zeit für uns wollten (Knuddelentzug und so), blieben wir zuhause. Aber aus der gewohnten Endlosknuddelei wurde nicht viel, es war sowas von heiss (über 35 Grad), dass wir nie lange aneinander kleben konnten, ohne Gefahr zu laufen, dabei zu schmelzen.

Am Sonntag blieben Juliets Mama und Lars noch n’bisschen bei uns und zogen dann Anfang Nachmittag los. Aber auch am Sonntag waren wir öfters hitzebedingt auf Distanz, jedenfalls mehr als wir es uns gewohnt sind. Die obligate suppenlose Suppe, die ich über alles liebe, gönnten wir uns erst am Abend, weil wir tagsüber einfach nix Warmes reinkriegten. Sogar der von uns so geliebte Whiskey-Baileys-Cappucino kam kaum zum Einsatz.

Der Montag war dann etwas menschenfreundlicher, wäre eigentlich ideal gewesen zum shoppen, aber weil wir sooooo wenig kuscheln konnten bis dahin, haben wir halt das gemacht und assen eimerweise Gurkensalat. Das ist mega lustig, eine grosse Schüssel, ein Suppenlöffel und ich stopf löffelweise Salat abwechslungsweise in Juliets und in meinen Mund. Schatzi füttern ist lustig, ist wie im Streichelzoo, wenn man den Ziegen Rübenstücke verfüttern kann :o)

Abschied tut weh, trotz allem Trost
Aber irgendwann wars halt doch wieder soweit und der Wecker (der Teufel soll ihn holen) lärmte nach drei Stunden Schlaf los und hetzte uns aus dem Paradies. Juliet musste zur Arbeit, ich an den Flughafen. Irgendwie ist das schon ein trauriger Moment und wir beide sind dann irgendwie neben den Schuhen. Wenn sich zwei Menschen so sehr lieben und es so schön zusammen haben, ist es im wahrsten Sinn des Wortes herzzerreissend, wenn man wieder von einander gehen muss und weiss, dass man sich jetzt wieder einen Monat lang nicht sieht.

Tröstend war einzig, dass unser nächstes Wochenende Ferien bedeutet, dann kommt Juliet zwei Wochen zu mir. Wir waren noch nie mehr als vier Tage zusammen, zwei Wochen dürften sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Und ein zweiter kleiner Trost waren die Schuhe, die mir Juliet gekauft hatte. Eigentlich hat sie sich solche für sich selbst gekauft, fand die aber so schön, dass sie nochmal in den Laden stürmte und mir auch noch ein Paar ergatterte. Diese Schuhe hab ich heute an, zusammen mit meinem neusten Lieblingskleid, das rote Etuiding. Die Schuhe sind echt schön und bequem, einzig die vielen Katzenhaare passen nur bedingt da drauf. Schatziiiiiiii? Wenn Du mir mal wieder Schuhe kaufst, dann gib die bitte nicht mehr den Katzen zum spielen, geht ja gar nicht, sowas ;-)


 

8 Reaktionen zu “Ein heisses Wochenende mit Juliet”

  1. Juliet

    Öhm, naja…die Katzen sind halt auch Mädels, und wenn die Schuhe nicht passen, weil die Pfoten zu klein sind, dann muss man sich wenigstens drauflegen…

    Und jetzt mach August ( und nicht wieder so heiss), ich will zu Diiiiiiiiiiir *Knuuuuuuuuuuuuuuuuuuutsch*

  2. Diana

    Ne, Baileys ist n’Kerl, eindeutig, das ist ein Transkater :o) auja mach August, will Dich endlich hier haben, zwei Wochen glücklich sein, das ist kaum vorstellbar :-)

  3. Juliet

    Dafür liegt derdie aber verdächtig oft auf meinen Schuhen rum..oder es ist einfach Ignoranz, so von wegen “Ich will im Schrank liegen, mir doch egal, ob Deine Schuhe vollgefuselt werden”

  4. Diana

    ich glaub die machen das absichtlich, um territoriale Ansprüche geltend zu machen, die markieren uns so, wo meine Haare drauf sind, da ist meins drin oder so :o)

  5. Juliet

    “Ohne eine paar Katzenhaare ist man nicht komplett angezogen”
    Aber was die Schuhe betrifft, können wir im August wenigstens im Partnerlook gehen – schwarze Pumps mit Fell :-)

  6. Diana

    ich versteh ja grundsätzlich die Haltung Deiner Katzen, dass man erst mit Katzenhaaren verziert richtig angezogen ist. Aber Schuhe sind sakrosankt oder so, Schuhe zu verunstalten ist Blasphemie, das geht echt überhaupt nicht.

    Aber Partnerlook ist guuuuuuut, das wird lustig :-)

  7. Juliet

    Das erklär mal den Katzen – so lange es keine passenden Pfötchen-Pumps gibt, wird ihnen das Schei…egal sein ;-)

  8. Diana

    Jauh Pfötchen-Pumps issja genial, wir haben ne Marktlücke gefunden, wir werden reich, jajajaja……….. übrigens, noch 21 Tage, 23 Stunden und 8 Minuten *klugscheissert*

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