(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Ein etwas anderes Glaubensbekenntnis

Weil heute der zweite Weihnachtstag ist, will ich mal etwas über meinen persönlichen Glauben erzählen. Gestern habe ich ja dem Papst die Leviten gelesen und auch sonst schon gelegentlich gegen gewisse im Christentum anzutreffende Ansichten gewettert. Es ist mir wichtig, dass ich da nicht missverstanden werde. Ich habe nichts gegen die christliche Lehre und erst Recht nicht gegen Jesus, meine Kritik richtet sich nur gegen Auswüchse dieser Religion oder einzelne Fundamentalisten in diesen Kreisen, die meines Erachtens die Lehre des Nazareners mit Füssen treten. Aber nun zu mir resp meinem persönlichen Glauben oder viel mehr zu dem Weg, der mich dahin brachte.

Ich wußte nicht, wo ich eintrat,
aber als ich mich dort sah,
unwissend, wo ich mich befand,
begriff ich große Dinge;
ich werde nicht sagen, was ich empfand,
da ich unwissend blieb,
alles Wissen übersteigend.

(Johannes vom Kreuz)

Wenn ich heute gefragt werde, ob ich gläubig bin, dann gibt es zwei mögliche Antworten. Entweder ich sage: ich sei “konfessionslos gläubig” oder ich sage, ich sei “Nazarenerin”. Die jüdische Gruppe rund um Jesus, aus der später das heutige Christentum entstand, wurden von Anderen “die Nazarener” genannt, weil sie Nachfolger des Jesus von Nazareth waren. Damit will ich sagen, dass ich Jesus nachfolge in dem ich der von ihm postulierten Ethik nachfolge, dass ich aber nicht der Glaubensdoktrin einer Kirche folge und es für mich nur einen Gott gibt, derjenige, auf den Jesus und Andere hingewiesen hat.

Wie’s dazu kam, ist mal wieder eine lange Geschichte, also heissts einmal mehr: Bier und Popcorn holen, gemütlich hinsetzen………. Vorhang auf!

Katholisch – und wo ist Gott?
Ich wurde zwar katholisch getauft, wuchs aber in einer Familie auf, die keine religiösen Ambitionen hatte. Wir gingen in der Regel nicht in die Kirche und nur durch die Grosseltern wurde mir ab und zu etwas Religion vermittelt. Trotzdem hatte ich früh die feste Überzeugung, dass da irgendwo irgend etwas Göttliches sein musste. Die Welt war viel zu schön und perfekt, als dass sie einfach ein Zufallsprodukt sein konnte. Irgendwoher musste ja all das Zeuchs kommen, das da rumwuselt und vieles in der Natur liess mich staunen…….. und Staunen, ist der Ursprung jedes religiösen Glaubens.

Einführung ins Christentum und die Lüge vom Geschenkligott
In der Jugendzeit ging ich dann in die CVJM, eine Art katholische Antwort auf die Pfadfinder. Dort lernte ich sehr viel über den christlichen Glauben, über Jesus und die Bibel. Und dort lernte man mir auch erstmals die Vorstellung eines Gottes, von dem man alles bekommt, wenn man ihn darum bittet. Das ging in mich rein wie ein heisses Messer durch die Butter. Ich betete, bittete, denn es gab mehr als genug in meinem Leben, wo ich Hilfe gebraucht hätte. Aber es passierte nichts, einfach nichts. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich einfach nur noch verarscht fühlte. Da erzählen mir die: “Bitte und es wird Dir gegeben”, ich bat, und alles wurde nur noch schlimmer. So zerfiel der Glaube an diesen Geschenkli-Gott zu Staub, von einem Tag zum Anderen. Was blieb war mein Staunen und die feste Überzeugung, dass irgend etwas Göttliches existiert.

Vorübergehender Abschied aus dem Christentum
An meinem 18. Geburtstag bekam die Kirchgemeinde einen Brief, in dem ich um meine Exkommunikation bat und dies damit erklärte, dass ich nicht einer Religion angehörig sein kann, die Frauen auf Scheiterhaufen verbrannte, indigene Völker ausrottete und vieles mehr. Aber ich glaube, das stimmte so nicht, ich war einfach enttäuscht, weil mir diese Religion Hilfe versprach, die ich nie erhielt.

Wer sucht, soll solange weiter suchen, bis er findet.
Wenn er aber findet, wird er erschrocken sein.
Wenn er erschrocken ist, wird er erstaunen.
Und er wird König sein über die unsichtbare Welt.

(Thomas Evangelium 2)

Eine zwanzigjährige spirituelle Reise
Dann begann eine lange spirituelle Reise durch die Welt der Religionen. Eine Reise die mir zeigte, dass alle Religionen wertvolle Schätze zu verschenken hatten. Überall waren Einsichten zu gewinnen, überall gab es etwas zu lernen, was einem im Leben weiter bringt. Aber ich fand keine Religion, die es verdient hätte, den alleinigen Wahrheitsanspruch, den zumindest monotheistische Religionen per Definition beanspruchen, auch zugesprochen zu bekommen.

Buddhismus, Zen, Schicksal und Demut
Zuerst gings los mit Buddhismus und Zen. Dort lernte ich vorallem, das Schicksal anzunehmen. Shunryu Suzuki, ein Zenmeister, fasste es wunderschön zusammen: “Weil wir alle Aspekte des Lebens als eine Entfaltung des grossen Geistes betrachten, deshalb haben wir diese unerschütterliche Ruhe” (frei nachgeplaudert). Ich lernte, dass alles was kommt auch sein Gutes hat, auch wenn ich es noch so ablehne. Selbst Krankheit oder Sonstiges können mich weiter bringen, wenn ich mich nicht dagegen sträube und diese “Lehre” annehme. Diese Lebenshaltung war vermutlich der Hauptgrund, dass ich viele Jahre später, als ich an einem Burnout erkrankte, diesen zur grössten Schule meines Lebens machen konnte…… bis Anfang dieses Jahres, da trat ich in die Königsklasse ein.

Naturvölker und der “grosse Geist” der Indianer
Weiter ging es dann mit Religionen der Naturvölker, im Speziellen der indigenen Völker Nordamerikas, die mich seit Kindheit unerklärlich faszinieren. Die Sioux Indianer nennen Gott “Wakan Tanka”, was im englischen lapidar mit “Great Spirit” übersetzt wird und im deutschen noch sinnentleerter mit “Grosser Geist”. Aber es heisst nicht Great Ghost sondern Great Spirit, damit ist kein Huhu-Gespenst gemeint sondern eine Wesenskraft. In einem Buch las ich dann mal, dass die korrekte Übersetzung von Wakan Tanka in etwa heissen müsste: “Das Wesen, das in allen Dingen ruht”. Unter Wakan Tanka verstanden Indianer so eine Art göttliche Energie, die in allem drin ist, alles ist eine Entfaltung Gottes. Egal ob ein Tier, ein Fluss, ein Stein oder ein Mensch, alles war durchdrungen von dieser göttlichen Wesensart. Das war auch der Grund, weshalb Indianer beispielsweise ein bei der Jagd getötetes Tier um Verzeihung baten – eine rührende Vorstellung, die meinem Empfinden enorm entsprach. Damals hätte ich nie gedacht, dass mir diese Vorstellung eines Tages ausgerechnet in der christlichen Religion wieder begegnen würde.

Odin, Thor und andere Vorstellungen
Auch mit kelto-germanischen Religionen beschäftigte ich mich, auch da fand ich spannende Aspekte, die mich auf meinem Weg weiter brachten und das Bild abrundeten.

Gott – das Unvorstellbare und Unaussprechliche
Erst viel später, am Ende dieser Suche, wurde mir klar, dass alle Religionen eigentlich vom Gleichen reden. Es gibt nur eine göttliche Macht, die hinter allem Sein steht und das Göttliche ist unvorstellbar und undenkbar, es übersteigt unsere Vorstellungen bei Weitem. Deshalb brauchte es Religionen, die das Unvorstellbare vorstellbar machten und das geht nur durch Vereinfachung. Und da spielt es keine Rolle, ob man sich dieses Unvorstellbare als einen einzelnen Gott vorstellt oder die verschiedenen Aspekte von verschiedenen Göttern darstellen lässt. Auch monotheistische Religionen wie das Judentum haben viele Namen für diesen einen Gott, jeder Name steht für bestimmte Aspekte Gottes. Bei diesen Namen Gottes sind solche dabei wie der “Herr der Heerscharen” aber auch die weibliche Schechina, ein für Juden wesentlicher Aspekt Gottes. Andere Religionen machten aus diesen Aspekten einzelne Götter. Aber im Endeffekt bleibt es dasselbe und auch wenn Christen zwischen Gott, Jesus und dem “heiligen Geist” unterscheiden, bleibt doch hinter all dem das eine Göttliche, das Unaussprechliche.

Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander.
Ihr sollt einander so lieben, wie ich Euch geliebt habe..

(Johannes 13,34)

Evangelikalismus oder die Pervertierung der jesuanischen Lehre
Eines Tages stolperte ich in ein christliches Forum, in dem es von evangelikalen Christen wimmelte. Das evangelikale Christentum stammt aus Amerika und wie vieles, was von dort kommt, ist (meines Erachtens) der Evangelikalismus die grösste Pervertierung des christlichen Glaubens. Die Bibel wird absolut wörtlich genommen (wenn es einem in den Kram passt), Homosexuelle werden verteufelt, Selbstbefriedigung dämagogisiert und alles mit Verweis auf aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstellen. Ich war dort mit einer Form von Grausamkeit konfrontiert, die mir das Blut in den Adern gefrieren liessen. Da konnte Jesus sich den Munde fuslig reden über Liebe, Vergebung und Nicht-Richten. Diese selbsternannten Heiligen der Neuzeit zerrten alles in die Hölle in ihrem Kopf, was nicht 100% mit ihrem Glauben übereinstimmte.

Derjenige von euch, der ohne Sünde ist,
soll als erster einen Stein auf sie werfen.

(Johannes 8,7)

Die Bibel als Waffe? Das kann ich auch!
Da konnte ich einfach nicht anders als mit diesen Leuten rumzustreiten und so kamen in kurzer Zeit 800 Forumbeiträge zusammen. Da mir diese Leute ständig Bibelstellen um die Ohren hauten, begann ich mich selber wieder mit der Bibel zu beschäftigen und es war in der Regel ein Leichtes, ihre obskuren Fehlinterpretationen aufzudecken – natürlich ohne dass sie das bemerkt hätten. Das machte mich wieder vertrauter mit dieser Schrift und ich entdeckte da wieder wundervolle Stellen, vorallem die sogenannten Jesusworte. Das was Jesus predigte, war einfach nicht das, was ich heute im Christentum antreffe. Irgendwann wurde es sogar mir zu blöd dort und ich verliess das Schlachtfeld.

Laientheologie und urchristliche Überlieferungen
Doch ich war neugierig geworden und wollte unbedingt mehr über das Denken und die Lehre von Jesus erfahren. Ich las sehr viel und erfuhr einerseits, dass die Bibel kritisch gelesen werden muss. Es gibt redaktionelle Veränderungen, theologische Einschübe und vieles mehr (siehe z.B. Textkritik). Jedes der vier Evangelien, die die Geschichte des Nazareners beschreiben, beinhaltet eine eigenständige Theologie. Jeder dieser Berichte ist sozusagen eine Sichtweise des jeweiligen Evangelisten und diese unterscheiden resp widersprechen sich teils in interessanter Weise (siehe Evangelien-Synopse). Aber eines zieht sich wie ein roter Faden durch diese Erzählungen, die Jesus-Worte. Ich erfuhr, dass es noch andere urchristliche Überlieferungen gab, wie es auch verschiedene christliche Gruppierungen gab. Aber nach dem 1. Konzil von Nizäa im Jahr 325 siegte eine Gruppe dank Hilfe des römischen Kaisers Konstantin und alle anderen Gruppierungen wurden samt ihren Überlieferungen verboten. Aber viele dieser Schriften haben die Verfolgung überlebt und bieten ganz neue Sichtweisen. Im Speziellen das sogenannte Thomas Evangelium, eine Spruchsammlung von über hundert Jesus-Worten (Aussprüche). Viele dieser sogenannten Logien entsprechen denen der Bibel und sind teilweise sogar älter als die Urschriften der Bibel – sprich authentischer. Aber es hat auch eine Vielzahl von “unbekannten” Jesus-Worten und diese haben es in sich….. und haben es mir angetan….. und hier begann sich der Kreis zu Wakan Tanka zu schliessen und ich begann auch die Jesus-Worte in der Bibel mit neuen Augen zu sehen – und mein Staunen erreichte nie dagewesene Ausmasse.

Urtext verstehen und mit griechischen Augen lesen
Als mir klar wurde, dass Übersetzungen immer mit Verlust belastet sind und dass bei den Übersetzungen manchmal Theologie über Grammatik gestellt wurde, begann ich alt-griechisch zu lernen im Selbststudium. Es dauerte etwa ein bis zwei Jahre, bis ich in der Lage war, das Neue Testament im griechischen zu lesen und zu verstehen. Das griechische NT ist leider die älteste Überlieferung die wir haben, es gibt nichts über Jesus in hebräisch resp aramäisch und so ist auch der griechische “Urtext” bereits sehr verfremdet, weil hebräisch eine völlig andere Denkwelt voraussetzt als griechisch. Jedenfalls hatte ich den “Urtext” und ging akribisch dahinter, die Jesus-Worte zu studieren, die Paralellen in den Evangelien und die apokryphen (ausserbiblischen) Überlieferungen zu vergleichen. Einmal mehr taten sich Welten auf und das brachte mich irgendwann an den Punkt, an dem ich davon überzeugt war, dass Jesus uns genug gesagt hat, damit wir ein friedliches und glückliches Leben führen könnten – wenn wir ihn denn ernst nehmen würden und ihm nachfolgen würden.

Glühen ist besser als Wissen.

(Bernhard von Clairvaux)

Christliche Mystik und Mönchstum
Ich unternahm auch eine lange Reise in die Welt der christlichen Mystik. Mystik ist so etwas wie das Gegenteil von Dogmatismus. Ein Mystiker weiss, dass er nichts weiss und er glaubt, dass es im Glauben keine Rechthaberei gibt, dass jeder Mensch seinen persönlichen Weg hin zu Gott gehen kann, da gibt es kein richtig oder falsch, es gibt nur ein Ziel. Mystiker aller Religionen vertragen sich prächtig. Ein katholischer Mönch wird mit einem muslimischen Derwisch bestens klar kommen, sie haben keine Differenzen, sie haben nur unterschiedliche Blickwinkel und unterschiedliche Erfahrungen auf ihrem eigenen persönlichen Weg. Was für eine Wohltat im Vergleich zu dogmatischen Kirchen, die sagen: Entweder Du glaubst genau das was wir sagen und zwar so wie wir Dir das vorschreiben, oder Du brennst in der Hölle. Ich las viele Schriften und bekam viele neue Vorbilder. Der Franziskaner Franz von Assisi, der Nächstenliebe wie kein Anderer praktizierte, der Zisterzienser Bernhard von Clairvaux oder der Karmeliter Johannes von Kreuz, die den Weg zu Gott nur mit allumfassender Liebe gingen und viele andere faszinierende Gestalten in der Geschichte des christlichen Mönchstum. Das christliche Mönchstum war schon immer mystisch und es ist bis heute so geblieben. Höhepunkt war dann eine Besinnungswoche im Benediktiner Kloster in Einsiedeln, eine Erfahrung die wirklich tief geht.

Siehe, das Reich Gottes ist innerhalb von Euch!
Doch irgendwann wurde es Zeit, auch diesen Weg zu verlassen. Ich legte alles hin was ich zwanzig Jahre gelernt hatte. Ich musste nicht mehr weiter nach Gott suchen, ich hatte ihn/sie/es gefunden…… in mir – in Dir – in Euch allen. Seit diesem Tag habe ich grosse Ehrfurcht vor allen Mitgeschöpfen, weil ich nun tief in mir spüre, dass wir alle eins sind, durchdrungen von derselben Macht, Entfaltung desselben unaussprechlichen, unvorstellbaren Göttlichen, das niemals verstanden werden kann sondern nur erfahren. Es war der Tag, an dem sich mein Herz mit Liebe füllte und ich glaube sogar, es war die Grundlage dafür, dass ich mich selbst eines Tages lieben lernte und meine in einen Kerker eingesperrte Wesensart entfalten konnte. Die Fascetten der Entfaltung Gottes sind endlos zahlreich, ich bin eine von Vielen, die alle in sich einzigartig und doch wesensgleich sind.

Eine Freundin, die in Deutschland in einer christlichen Zen Gruppe ist, erzählte mir mal etwas, was die Erkenntnis meiner zwanzigjährigen Reise in einem Satz zusammennfasst. Wenn sie sich begegnen, dann begrüssen sie sich mit dem Wort “Namaste“………. was sinngemäss zu verstehen ist als:

Ich ehre in Dir den göttlichen Geist, den ich auch in mir selbst ehre – und ich weiß, dass wir somit eins sind.

Ich bin das Licht, das über allem ist.
Ich bin die himmlische Welt.
Sie ist aus mir hervorgegangen,
und in mir hat sie ihr Ziel erreicht.
Spaltet ein Stück Holz, ich bin da.
Hebt einene Stein auf, ihr werdet mich dort finden.

(Thomas Evangelium 77)


 

6 Reaktionen zu “Ein etwas anderes Glaubensbekenntnis”

  1. Ina

    Vatikan:
    Weder Priesteramt noch Ehe für Transsexuelle

    Direktive der Glaubenskongregation: Priester und Ordensleute müssen nach Geschlechtsumwandlung das Priesteramt aufgeben bzw. den Orden verlassen
    Auch eine Eheschließung wäre ungültig

    Wien (kath.net/CWNews)
    Die Glaubenskongregation hat eine Direktive herausgegeben, in der festgestellt wird, dass Transsexuelle nicht für den Priesterberuf oder das Leben in einer Klostergemeinschaft geeignet sind. Transsexuelle, die bereits Priester oder Mitglied eines Ordens sind, müssen das Amt niederlegen bzw. die Ordensgemeinschaft wieder verlassen.

    Auch eine gültige Eheschließung ist für Transsexuelle nicht möglich.

    Die Direktive wurde bereits im Jahre 2000 erlassen und damals den päpstlichen Nuntiaturen sowie den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen übermittelt. Allerdings wurde die Existenz des Dokumentes erst jetzt von der Glaubenskongregation bestätigt.

    http://www.kath.net/detail.php?id=4317

    Was will man von einer Organisation auch schon erwarten, die eine Million Frauen auf Scheiterhaufen ermordete, und die darüber, bis heute, keine Reue empfindet?

  2. Diana

    @Ina: Ich habe an meinem 18. Geburtstag meinen Kirchenaustritt aus der katholischen Kirche beantragt, unter Anderem, weil diese Form des Christentums meines Erachtens die jesuanischen Werte mit Füssen tritt. Aber ich schütte das Kind nicht mit dem Bade aus. Kirchen sind eine Sache, die jesuanische Lehre und Ethik eine ganz Andere. Ich war immer gläubig und werde es immer sein und Jesus gehört zu denen, die meine Glaubenswelt und meine gelebte Ethik sehr prägen. Ich halte es für wichtig, das zu unterscheiden. Jesus hat keine Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, ganz im Gegenteil. Und er hat auch niemanden ausgegrenzt, so wie es viele Kirchen tun. Kirchen können viel Unheil anrichten und sie tun’s auch. Aber das schmälert nicht den Wert der Botschaft, die sie selbst offenbar vergessen haben.

  3. Ina

    @Diana, ich Bitte mich nicht falsch zu verstehen, gegen Jesus, habe ich gar nichts.

    Doch was ist Heute, aus seiner Botschaft von Liebe und Frieden gemacht worden ?

    Eine brutale Machtkirche, die reichste, fortschritts-feindlichste Privatorganisation der Welt – dann schaudert es mich. Eines weiß ich über Gott und Jesus – sie sind nicht so, wie die Kirchen sie darstellen!

    Wenn ich z.B. an Markus 9.43-47 denke,
    “Und wenn dein Auge dir Anstoß gibt, wirf es weg! Besser wenn du einäugig ins Reich Gottes gehst, als Zweiäugig in Gehenna”…

    Kaum ein Jesuswort lässt sich so nahe, auch auf grade unsere Ts- Probleme hin, auslegen!
    Wo, uns doch religiöse Kreise, so gern Vorwerfen, durch unsere Op, Gott gespielt zu haben! (Standard Argument konservativer Katholiken)

    Schon oft habe ich um meinen Glauben gekämpft, und ihn oft fast verloren. Dennoch glaube ich an eine göttliche Macht die alles erschaffen hat.
    Ob wir Sie nun Brahman, Shakti, Tao oder Gott nennen wollen, gemeint ist immer nur das gleiche.

    Das Anhaften, an die Vorstellung, von einem Gott, so lehrt es der Buddhismus, ist nur der Versuch der Urmenschen, ein unverständliches Universum besser zu begreifen. Alles was sie nicht verstanden rechneten sie, einem fiktiven Gott oder Göttern zu.
    Um die Erleuchtung, das Erwachen, das Nirwana zu finden muss man dieses Anhaften, an Gottes –Vorstellungen Überwinden.

    Unter Gott kann man sich nur, die gesamte Natur, das ganze Universum selbst, Vorstellen, ein Art Universal- Natur- Geist, der alles existierende selbst ist. Die Griechen nennen es Pantheismus, der Buddhismus Dharma. Alle Versuche sich eine Vorstellung von Gott zu machen, worin er über das Raum-Zeit Kontinuum hinausgeht, sind immer zum Scheitern verurteilt, weil wir nur Dreidimensional Denken können.

    Schon oft habe ich, wie schon gesagt, um meinen Glauben gekämpft, und ihn oft fast verloren. Dennoch glaube ich, an eine göttliche Macht, die das Universum erschaffen hat.
    Ob wir dass nun Brahman, Shakti, Tao, Manitu oder Gott nennen wollen, gemeint ist immer das gleiche.

  4. Diana

    @Ina: ich sehe das genauso wie Du, für mich spielen Namen keine Rolle mehr, “das Göttliche” ist halt einfach irgendwie, ich brauch da keine Benennung. Wer versucht, Gott in einen Namen oder ein Buch zu sperren, reduziert das Göttliche und macht es klein. Ich selbst masse mir nicht an zu behaupten, ich wüsste, ich weiss gar nichts und glaube einzig, das darf man als Ausdruck von Demut auffassen.

    Was Transsexualität anbelangt: Wenn mir ein selbsternannter Heiliger vorwirft, ich würde Gott ins Handwerk pfuschen, dann habe ich da nur zwei Dinge zu sagen:

    1. Wenn Gott sich schon den Spass erlaubt, eine Frau mit männlichen Geschlechtsmerkmalen zu schaffen und in eine Welt zu stellen, die diese “Schöpfung” nicht anerkennen, dann wird er wohl auch genug Humor haben um zu Lächeln am Tag meiner GaOp ;-)

    2. Jede Heilung ist de-facto ein Ins-Handwerk-Pfuschen von Gottes Schöpfung. Wie zynisch wäre es, Kranke nicht zu heilen, weil Gott sie ja so gemacht hat? Jesus hat nie Heilung verweigert, wer das bei transsexuellen Menschen fordert, tritt Jesus mehr in den Hintern als mit jeder anderen Blasphemie. Mein ich echt ernst.

  5. Religionslehrer

    Sehr interessanter Artikel! Da können christliche Fundamentalisten vieles lernen!

  6. Diana

    @Religionslehrer: ja der Ansicht bin ich auch, ich halte Religion an sich für zu wertvoll, als dass man wie es Fundamentalisten so gern tun Schabernack treibt mit all dem. Wenn man bedenkt, dass gewisse Gläubige Andersgläubige oder Andersseiende verabscheuen und bekämpfen und sich einreden, sie würden sich auf Jesus berufen, dann schaudert’s mich ob soviel Leseschwäche.

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