(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

DSDS – Mediale Hinrichtung und der Neid der Besitzlosen

Das Finale von DSDS (Deutschland sucht den Superstar) war ein unvergleichliches Beispiel für die Macht der Medien und es war ein kaum zu überbietendes Exempel menschlicher Kleingeistigkeit. Was hier ablief, war eine mediale und zwischenmenschliche Hinrichtung, die den Akteuren eigentlich die Schamröte ins Gesicht katapultieren müsste.

Zugegeben, Mehrzad Marashi hatte die beste Stimme von Allen und er lieferte die perfektesten Auftritte, mit einer Zuverlässigkeit, die an ein Uhrwerk erinnert. Ebenfalls zugegeben, ich war von Anfang an Fan von Menowin Fröhlich. Aber Beides ändert nichts daran, dass man objektiv zugeben muss, dass hier eine riesige Schweinerei vollzogen wurde, von blutgierigen Medien und neidischen Mitstreitern. Ich erlaube mir so ein Urteil, seit Jahren sehe ich solche Talentshows und habe ein Auge für Gewinner. Seit Beginn der Mottoshows, als die besten 30 aus 30000 Bewerbern feststanden, prophezeite ich, dass es zu einem Kampf der Giganten kommen würde im Finale, zwischen Mehrzad, dem Mann mit der genialsten Stimme der Staffel und Menowin, dem Mann mit den tiefsten und authentischsten Gefühlen. Ein Kampf, Perfektion gegen Emotion. Für mich spielte es keine grosse Rolle wer gewinnt, beide hätten es verdient, aber nicht auf diese Weise.

Von Anfang an war Menowin, der von den Medien liebevoll als Ex-Knasti karikaturiert wurde, der Liebling des Publikums. Der Saal tobte wenn er auch nur Pieps sagte und die Telefonabstimmungen waren deutlich auf seiner Seite, er hatte doppelt soviele Stimmen wie sein Konkurent Mehrzad.

Aber Medien möchten einen Mr. Nice Guy, einen immer lächelnden Gewinner, mit dem man nette Bildchen machen kann, süss-romantische Reportagen bringen kann, ein Bad-Gay wie Menowin passt nicht ins Konzept, so einer ist für Skandale zu gebrauchen aber nicht für die Rekrutierung süssigkeitsliebender Fans. Und weil vorallem Primitivmedien, allgemein auch als Boulevardmedien benannt, fürs Leben gern auf Klischees rumhacken und gern mal Randständige in Schutt und Asche legen, begannen sie eine Kampagne gegen Menowin, die sich gewaschen hatte.

Von Woche zu Woche türmten sich Skandale rund um Menowin. Er soll seiner Ex-Frau kein Geld zahlen, würde die Kinder vernachlässigen, sei der böse Mensch in der Kandidatengruppe. Finale: Gut und Böse, titelte beispielsweise der Blick, geschrieben von einer ebenfalls neiderfüllten Ex-Konkurentin, Bild und Konsorten liefen die gleiche Schiene. Aber all die Schlammspritzereien ändern nichts daran, dass Menowin Publikumsliebling blieb, er verlor zwar einige Stimmen, war Mehrzad aber nachwievor haushoch überlegen.

Ich hoffe hoffe hoffe, dass er (Mehrzad Marashi) das Rennen macht. Und ich werde alle alle meine Fans mobilisieren und mit Kim noch mal sprechen, dass die ihre mobilisiert und Checker seine mobilisiert, dass der echt, dass der den Durchmarsch macht.
(Manuel Hoffmann – talentfreier Neidhammel und Intrigant)

Doch dann bekamen die Medien Schützenhilfe. Manuel Hoffmann, einer der zuletzt ausgeschiedenen Kanidaten, verkündetet öffentlich, dass er sich mit anderen Ex-Konkurenten zusammenschliessen will, damit sie ihre Fans dazu aufrufen, ihre Stimme Mehrzad zu geben, um Menowin zu bodigen. Der Neid der Besitzlosen drückte durch, ausgerechnet die zwei Kandidaten, die keinerlei Talent aufwiesen und vom Talent her nicht mal in den Top 30 hätten sein dürfen, trieften vor Neid und Missgunst, gegen diesen bösen bösen Menowin, der in jeder Sendung die Herzen des ganzen Saales an sich riss. Es muss unerträglich sein, wenn man selber kein Talent hat und dann so ein Ex-Knasti kommt, der die ganze Halle in seinen Bann zieht.

Aber auch das reichte noch nicht ganz, im letzten Moment ging bei der Polizei eine ANONYME Anzeige ein gegen Menowin, er hätte Kokain ins DSDS Haus geschmuggelt und sei dort als Dealer tätig gewesen. Diese Anzeige kann nur von Teilnehmern kommen, weil nur diese als vermeintliche Zeugen fungieren konnten. Wie schon die vorherigen Vorwürfe der Vernachlässigung seiner Frau und seiner Kinder, blieben auch diese Anwürfe frei von Beweisen und der Angeklagte kam nie in den Medien zu Wort. Er war verurteilt und sollte hingerichtet werden, von neidischen Verlierern und einer blutggierigen Medienmeute. Die Quoten sprechen für sich, die Stimmprozente in den Mottoshows lagen wie folgt (Menowin/Mehrzad):
36,2 / 9,2
26,0 / 18,7
42,6 / 14,0
27,8 / 21,9
27,3 / 18,4
35,9 / 24,2
38,6 / 37,7
56,4 / 43,6
Wie gesagt, ich habe die Sendungen genau verfolgt, weder wurde Mehrzad besser noch Menowin schlechter, es war und blieb ein Kampf zwischen Perfektion und Emtionalität. Der grosse Wechsel kam, als Mehrzad Checkers Stimmen bekam, dann bekam er Manuels Stimmen noch und sicherheitshalber wurde dann noch die Koks-Geschichte gebracht, das war das Ende des Publikumslieblings.

Aber das wird kaum das Ende sein für Menowin, er ist ein atemberaubender Bühnenstürmer und wenn er sich jetzt nicht unterkriegen lässt durch diese Schweinerei, wird er früher oder später Erfolg haben, weil er die Stimme des Volkes repräsentiert und weil er echte Emotionen liefert und Menschen tief berührt, nicht weil er so eine perfekte Stimme hat oder immer perfekte Auftritte liefert sondern weil er mit seinem Herzen singt.

Dieses Ereignis ist ein grandioses Beispiel dafür, welche Macht Medien mit ihrem Kampagnenjournalismus haben und welche Macht kleingeistige Neider haben, wenn sie sich im Rudel der Verlierer vereinen. Mehrzad hat gewonnen, aber nicht weil er Deutschlands Superstar ist sondern weil sein Gegner Opfer wurde einer infamen und neidgetriebenen Hinrichtung. Und dieses Ereignis zeigt einmal mehr, dass man Medien endlich an die Leine nehmen muss und sie dazu zwingen muss, ihren eigenen Pressekodex einzuhalten.

Menowin Fröhlich:
If you don’t know me by now
Billy Jean
We are the world


 

7 Reaktionen zu “DSDS – Mediale Hinrichtung und der Neid der Besitzlosen”

  1. hawthorne

    Wenn ich gerade so mal die kriminelle Laufbahn von Menowin Fröhlich in spiegel online lese, dann denke ich mir, der sollte erstmal ein paar Jahre in einer Fabrik arbeiten, damit der mal auf den Boden der Tatsachen zurückkommt. Für Dorgenhändler und Konsumenten habe ich Null Verständnis.

  2. Diana

    @Hawthorne: Zum Einen hat Menowin für seine Vergangenheit gebüsst, zum Anderen beurteile ich Menschen gerade in einer Talentshow nicht aufgrund früherer Fehler sondern aufgrund heutiger Talente. Ich freue mich darüber, dass er sein Leben nun mit Musik meistern möchte anstatt wie früher auf kriminellem Weg.

  3. Juliet

    Das sehe ich genauso, in erster Linie sollte das Talent zählen, ansonsten sollte DSDS ein Führungszeugnis von den Teilnehmern verlangen…und was ich der Bild ebenfalls übel nehme, war die Aufforderung an die Leser für Mehrzad zu stimmen. Gerade eine Zeitung sollte sich da neutral verhalten – und selbstverständlich sind genau in der Zeit die Vorwürde gegen Menowin aufgetaucht, von denen auch noch nichts bestätigt ist.


  4. Es gibt einen tollen Trick bei diesen Sendungen, EINFACH NICHT MEHR EINSCHALTEN.

    Die Mär das dort einfach ein neues Talent gesucht wird, mag glauben wer will. Sicher ist aber das ALLE, ALLE mehr an der Geschichte verdienen als der “Superstar” selber, ein paar Monate Erfolg gefolgt von Getingel bei Supermarkteröffnungen und schwupp geht es heim ins Prekariat…

  5. Diana

    @Juliet: klar so Leute sollen auch Vorbilder sein und wenn jemand in der heutigen Zeit beispielsweise mit Drogen dealt und das nachgewiesen wurde, versteh ich, wenn er rausfliegt. Aber bei Menowin gings um frühere Fehler und der Rest waren anonyme Anzeigen die fast mit Sicherheit von Konkurenten kamen.

    @M2: das Problem ist halt, dass ich so Talentshows liebe, nicht wegen dem Konzept sondern weil man wirklich tolle Talente erleben kann. Meine Kritik hier richtet sich auch nicht gegen DSDS und erst Recht nicht gegen Mehrzad, der eine gute Leistung geboten hat sondern gegen diesen Kampagnenjournalismus, der einfach daneben ist.

  6. re-laxed

    Wenn ich das so lese so bestätigt es mich einmal mehr diese Art von Medien-Hype nicht zu unterstützen… was ist aus all den DSDS-Sternchen geworden? Kurz verheizt und dann bleibt nicht viel übrig.

    Ich habe kurz in die Show der letzten 10 oder reingeschaut – gesehen habe ich 1-2 Talente – der Rest war ein einziges sich verbiegen und nach Bohlens Pfeife tanzen – um Talent geht es doch überhaupt nicht und ging es noch nie – es geht um Vermarktbarkeit, zuerst der Show und danach in einem Strohfeuer des zu bedauernden Gewinners. Es verdienen alle dran: Die Sender, die Presse, der Bohlen und am wenigsten die vermeintlichen Talente.

    Es gibt nur sehr wenige Talentshows, die wirklich Talente suchen – auch dort gewinnen nicht immer die besten sondern manchmal einfach diejenigen, die das Publikum mit ihrer Art am meisten begeistern (USFO z.B.)

  7. Diana

    @re-laxed: wie bereits gesagt, das Medienkonzept ist übel, trotzdem geniesse ich es, so Ausnahmetalente zu erleben, die ich ohne die Sendungen nie erlebt hätte und auch zu erleben, wie sie bei ihren Auftritten wachsen. Wenn ich beispielsweise an Sarah Kreuz denke, die eine Stimme hat wie Celine Dion, dann hat sich jede Sekunde gelohnt, die ich die Sendungen sah. Sie beispielsweise hat ihre erste CD draussen, obwohl oder vielleicht gerade weil sie nicht Erste wurde. Mich berührt es immer wieder, wenn Leute die ansonsten keine Chance hätten, plötzlich vor Millionenpublikum stehen können. Aber wie Du zu Recht sagst, der Kommerz dahinter ist widerlich.

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