(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Drei Mädels, drei Miezen und “der Katze”

Juliet hat hier ja bereits über unser gemeinsames Wochenende berichtet, aber das soll mich ja nicht davon abhalten, selber noch was dazuzugackern

Hysterie am Reisetag
Wenn ich zu Juliet geh, bin ich immer den ganzen Tag total aufgeregt, issja klar, aber diesmal war es echt grenzwertig, was da in mir abging. Ich war sowas von aufgedreht, halb hysterisch, hatte ständig so einen Bewegungsdrang, musste immer gegen die Lust ankämpfen, quietschende Laute von mir zu geben und textete Facebook voll mit wirrem Zeug. Details hierzu findet man als Kommentar in Juliets Beitrag zum Thema.

Im Catwalk nach Hamburg
Nach einem heruntergewürgten Mittagessen gings dann endlich los und kaum unterwegs, legte sich auch die Aufregung ein wenig. Das Reisen lenkt einem seltsamerweise irgendwie ab und weils immer nur kurze Teilstücke sind, ist man da bevor man’s so richtig merkt. Zuerst gings ne knappe Stunde mit dem Zug zum Flughafen. Dort angekommen zog ich stilgerecht den Mantel aus – die Welt musste ja schliesslich mein neustes Strickkleid bewundern – und legte einen Catwalk quer durch den Flughafen hin. Ich hatte ja erwartet dass ich – hysterisch wie ich war – jedem Piloten um den Hals falle und erwartungsvoll gluckse: „Bist Du mein Pilot? Fliegst Du mich zu Schatzi, jajajaja?“. Aber da kam nix Derartiges, zum Glück. Der Flug selbst geht nur ne gute Stunde, mit nem Buch und dem gewohnten Stewardessen-Synchronballet und dem anschliessend verteilten Mäusefutter geht das im wahrsten Sinn des Wortes wie im Fluge.

Eine grosse Familie
In Hamburg angekommen stand dann auch schon dieses süsse Ding bei der Ankunft und wir zogen vergnügt nachhause, wo wir Juliets Mama begrüssten und das Wochenende beginnen konnte. Ebenfalls begrüsst wurden die vier Katzen. Tequila, Juliets unersättliche Kuschelkatze, Baileys, Juliets transsexueller Kater, Mamas Gozilla äh dicker Kater ?????, der von mir gleich den liebevollen Namen „Kugelkatze“ bekam und ihre Prinzessin Tinka, die man eigentlich nie zu Gesicht bekommt, so ein fass-mich-nicht-an Ding.

Schaut’s eklig aus, dann isses gut
Kaum angekommen, wurde ich auch gleich gemästet. Juliets Mama weigerte sich, mir meine geliebte suppenlose Suppe zu kochen, anstelledessen gabs eine Güros-Suppe (phonetisch korrekt, grammatikalisch wohl eher nicht). Fragt mich nicht was es da drin hat, ich will es eigentlich auch nicht wissen, aber es war soooooooooooo gut. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass Deutschland eine irritierende Esskultur hat. Je gruseliger etwas aussieht, umso besser ist es. Echt wahr *ganzdollmitdemkopfschüttelt*. Ganz toll waren auch die Frühstücke, ausgedehnter Brunch am frühen Morgen um 14 Uhr oder so. Da gabt’s auch so Wurstzeug, das einen arg bedrohlichen Anschein macht, aber saugut ist. Ich hab mir das jedenfalls gemerkt, in Deutschland ess ich nur noch Zeug das eklig aussieht, das ist immer gut :-) Und Zwiebeln gibt’s da, eieieiei, das Beste waren in Essig eingelegten Zwiebelringe mit Fleischscheiben. Kannste Sandwich machen damit, oooooch hab ich die geliebt. Und eimerweise gab’s das Zeug :-)

Mädelskram und Kicheralarm
Am Abend ging die grosse Tratscherei los, viel Mädelskram und Jux und Quatsch – einfach herrlich. Unsere Mama ist nämlich nicht nur eine gute Köchin sondern auch mit prächtig-skurilem Humor ausgestattet – so wie wir Zwei. Naja dementsprechend gings dann halt auch zu und her, ein aufgeregtes Gegacker, ständig unterbrochen von Gewieher, halt wie auf jedem normalen Bauernhof :o)

Der Katze und die kichernde Philosophin
An einem Abend hatten wir es so lustig, dass wir meinen Super-Kaffee reinschütteten äh tranken, Schoko-Cappucino mit Whiskey und Baileys. Boah ist das gut……… boah haut das rein! So kam es dann halt, dass ich irgendwann völlig ausklinkte und Blödsinn in Zweierkolonne aus mir raussprudelte. Angefangen hat’s ja eigentlich harmlos, ein wirklich blöder Spruch von mir, der irgendwie hängen blieb und mich zu nem Kicher-Karrussell machte. Als die Kugelkatze mal wieder angelaufen kam, sagte ich ohne was dabei zu denken: „Guck, der Katze kommt wieder“. Eine dümmliche Artikel-Verdrehung (der Kater ist ein „der“, also ist es der Katze und nicht die Katze, logo), halt so typisch kleinkindlicher Humor. Und dann war’s vorbei. Immer wenn ich das Vieh wieder sah, gröhlte ich wieder los und weiter gings mit „oh der Katze guckt“ oder so Quatsch. Glücklicherweise sind die Zwei Mädels ja auch so verrückt wie ich und so gröhlten wir halt noch ne Weile rum wegen diesem blöden Katze. „Der Katze“ blieb dann auch den Rest des Weekends ein Running-Gag und ich schmeiss mich jetzt schon weg, wenn ich mir das Gesicht von Mamas Lebenspartner vorstelle, wenn der von der Kur zurück kommt und alle von „der Katze“ reden. Ob ich Hausverbot krieg?

Mädels auf Beutezug
Samstag gabs dann eine kleine Shoppingtour, die wir erfolgreich mit ein paar Beutestücken hinter uns brachten. Kleider, Lippenstifte, Bier, naja was Mädels halt so brauchen :-) Ansonsten lagen wir rum, Juliet und ich klebten natürlich zur Belustigung der Katzen aneinander wie zwei nasse Geckos und wie jedes Mal ist es einfach wunderschön, mit diesem Süssding zusammen zu sein. Sie ist wirklich die Richtige, daran gibt’ nichts zu zweifeln. Und eine coole Mama krieg ich auch noch dazu, genial, nicht?

Nachher ist vorher
Tja und dann war’s natürlich wieder viel zu schnell Dienstag Morgen und es ging im Rückwärtsgang wieder in die Schweiz. Juliet brachte mich an den Flughafen und ich war echt froh, dass es nun nicht mehr so ne Weltreise war, von Delmenhorst aus gings fast drei Stunden länger. Aber einen grossen Trost haben wir, ich flieg Ende Monat wieder zu ihr, zum ersten Mal sind es nur gute drei Wochen, das ist schon fast morgen, so irgendwie. Und dann vier Tage lang anstatt drei wie sonst, jauh..

Und vorher freut man sich
Und darauf freue ich mich sowas von, mit diesen zwei Weibern kann man quatschen, blödeln, philosophieren und gefüttert wird man auch noch, in Paradies ist das :-) Und nächstes Mal werden wir zu Viert sein, uiuiuiui armer Kerl, er allein gegen drei gackernde Weiber und drei Katzen……. da kann ihm wohl nur noch der Katze helfen ;-)

Etwas Aufklärung zum Schluss
So….. abschliessend noch kurz eine kleine grammatiikalisch-biologisch-blödoide Erklärung zu „der Katze“. Alle nennen so einen Katzen „der Kater“. Aber das ist Quatsch, männliche und weibliche Katzen sind Katzen. Wenn also eine männliche Katze eine Katze ist, kann sie nicht plötzlich ein Kater sein. Das ist dieselbe Tiergattung, jawoll. Deshalb heisst es eben nicht „die Katze und der Kater“ sondern „die Katze und der Katze“. Wir wollen hier ja schliesslich korrekt sein und können da nicht einfach aus einem Tier ein Anderes machen. Katzen sind Katzen, es heisst ja auch nicht die Käter, sondern die Katzen. Hmmmm, ob ich das genau genug erklärt habe? Noch Fragen?


 

3 Reaktionen zu “Drei Mädels, drei Miezen und “der Katze””

  1. Juliet

    Nein, Du kriegst kein Hausverbot, Lars freut sich schon ;-)
    Und das mit “Der Katze” werden wir ihm schon mal vorher erklären :-))
    Und Mama freut sich, dass Dir das Futter gemundet hat (aber sie sagte auch “nen vierten Kaffee bekommt sie nicht mehr”) :-p

  2. Diana

    jaja nicht mal was zu Trinken kriegt man, immer nur Zwiebeln essen *jammer* :o)

  3. Juliet

    Ja nee, is klar…hast Dich ja auch bitterböse beschwert über die Zwiebeln, gelle? ;-)

    Pssst, an alle anderen: Wir, also Mama und ich konnten froh sein, dass wir von dem eingelgten Zeugs noch was abgekriegt haben…

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