(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Den Wert bestimmen meine LeserInnen

Als ich mein Blog-Tagebuch begann, war das Ziel nicht nur, den mir Nahestehenden meine etwas andere Wesensart näher zu bringen sondern auch, anderen Betroffenen oder ihren Angehörigen zu helfen und zu zeigen, was auf einem zukommen kann, wenn man diesen Weg gehen muss. Zu meinem grossen Erstaunen hat vorallem Zweiteres hohe Wellen geworfen und scheinbar viel mehr erreicht als ich mir vorgestellt habe. Immer wieder kontaktieren mich direkt oder indirekt Betroffene via Mail, immer wieder tauchen Fragen auf im Kommentarbereich und immer öfters bekomme ich Komplimente oder Dankeschöns, die mir zeigen, dass dieses eigentlich harmloss gedachte Tagebuch zu einem Leuchtfeuer durch dunkle Zeiten wurde – um die Worte aus untenstehendem Kommentar zu benützen.

Kürzlich bekam ich in meinem Fragen-Blog einen uh schönen Kommentar, der mich fast zu Tränen rührte. Ich liebe es, wenn ich Menschen helfen kann und noch mehr liebe ich es, wenn ich denen helfen kann, die kaum Hilfe finden. Dass mir das mit meinen Blogs gelingt und ich immer wieder Anderen helfen kann mit meinen Gedanken, ist unglaublich schön. Hier nun der Kommentar, der mich so berührt hat………………

Vielleicht muss es einfach einmal wieder gesagt werden – Deine Seiten, liebe Diana, sind das Beste und Hilfreichste unter all‘ den Tausend Seiten, die das weite Web uns so anbietet.

Einfühlsam, informativ und authentisch gechrieben, sorgsam recherchiert und mit selbstkritischem Hinweis, gerade dann, wenn auch Du mal nicht mehr wieter wusstest.

Mich hat das von Anfang an mehr als beeindruckt, hat viel professonelles Psychogeplapper relativiert und auf “lebensechte” Relationen reduziert.

Deine Seiten sind ein Leuchtfeuer auf einer Reise, die oft auch dunkle Passagen hat. Besonders dann bist Du für viele von uns bist das Licht auf dem Weg.

Dafür wollte ich Dir einfach hier mal “Danke” sagen.

Mir fehlen die Worte um auszudrücken, wie schön es ist, ein Licht zu sein auf dem doch öfters dunklen Weg von Betroffenen. Und es gibt mir Kraft und Energie, um mich weiter für all diese Menschen einzusetzen, auch jetzt, wo Transsexualität für mich persönlich nur noch eine Erinnerung ist an eine elend lange aber endlich vergangene Zeit. Wenn ich könnte, würde ich jede einzeln an der Hand nehmen und sie sorgsam durch diesen Weg begleiten, aber das kann ich natürlich nicht. Was ich tun kann, ist weiter von mir erzählen, meine Wege als möglichen Weg darlegen und Ratschläge zu erteilen.

Das bestärkt mich darin, dass ich mich nach meiner vollständigen Genesung ganz diesem Thema widmen möchte. Wie das genau geschehen soll, ist mir noch nicht klar. Klar ist, dass es noch viel zu schreiben gibt und ich viele Ratschläge verteilen kann, die für Manche hilfreich sein können. Aber mir schweben noch ganz andere Ideen im Kopf rum, beispielsweise ein Fragen-Forum in dem “Neulinge” von solchen mit Erfahrung Antworten bekommen können bis hin zu einer Coaching-Gemeinschaft, durch die Neulinge jemand mit Erfahrung als “Patin” bekommen. Es gibt auch viel zu tun, die bestehenden Behandlungsstandards und Diagnoserichtlinien zu kippen.

Natürlich kann ich nicht all das alleine tun, da werde ich Hilfe brauchen und um die werde ich zu gegebener Zeit hier bitten. Es gibt viele Menschen mit transsexueller Vergangenheit, die ihren Weg gefunden haben, die diesen fast ungehbaren Weg gegangen sind. Sie alle haben Erfahrungen gemacht, haben Tricks gefunden wie sie mit dem Unannehmbaren umgehen können. Dieses Kollektiv birgt einen wahren Schatz an Überlebenskunst, die es zu teilen gilt.

Aber vorerst bleibe ich egoistisch und werde mich in den nächsten Monaten vorallem um mich selbst kümmern. Schätzungsweise nächstes Frühjahr dürfte ich dann soweit sein, wieder etwas geben zu können und dann werden wir mal schauen, was wir alle gemeinsam auf die Beine stellen können. Gerade dieser Kommentar da oben hat mich bestärkt darin, es ist notwendig und es kann helfen, also muss es getan werden.


 

2 Reaktionen zu “Den Wert bestimmen meine LeserInnen”

  1. Horst Haupt

    Freue mich, dass es Ihnen gut geht. Und das alles gut gegangen ist. Die Idee mit der Patin finde ich super. Ich schreibe gerade an “Guidelines für die Begleitung, Beratung und Therapie transsexueller Menschen”. Aus konsequent neurowissenschaftlicher Sicht. Empfehlungen, mit denen sich Betroffene endlich identifizieren können. Und die menschenrechtskonform sind. Dank ATME ist das zum Thema geworden. Gut so. Ich denke, das mit der Patin werde ich mit einbauen. Wirklich – eine gute Idee. Danke. Liebe Grüsse Horst Haupt

  2. Diana

    @Horst Haupt: wir ergänzen uns offenbar gut, ich schreibe selber grad eine Guideline, aber nicht für die Begleitung sondern für die Betroffenen selbst. Wenn die Fachleute Ihren Text haben und die Betroffenen meinen, dann kommt das gut ;-)

    Das mit der Patin ist zwar eine gute Idee, das fanden auch die Leute am Zürcher Unispital, aber es dürfte daran scheitern, dass es zuwenig Patinnen gibt. Denn viele die das Ganze durch haben, wollen nichts mehr mit dem Thema zu tun haben. Da genug Patinnen zu finden wird wohl schwierig. Aber ein Versuch wär’s wert. Ich hab am Unispital jedenfalls gesagt, dass ich dazu bereit wäre und man wird mir demnächst eine “Anfängerin” weiterleiten, weil die genau darum gebeten hat.

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