(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Das Mädchen das ein Junge war?

In der gestrigen Stern-TV Reportage über Kim Petras wurde einmal mehr das Bild präsentiert, dass eine transsexuelle Frau ein Junge ist, der ein Mädchen sein möchte. Ich glaube, es gibt nichts was eine transsexuelle Frau mehr verletzen kann und nichts was für eine Frau entwürdigender ist als diese Aussage und es gibt nichts, was ihr mehr Unrecht antut.

Ich bin nicht mein Geschlechtsorgan sondern ich bin eine Persönlichkeit.
(Brandon – ein TransMann)

Soweit ich mich zurück erinnern kann, gab es für mich nie Zweifel daran, dass ich ein weibliches Wesen bin. Ich lernte schnell, dass ich nicht so sein darf, dass meine Genitalien mein Geschlecht bestimmen und dass ich mich gefälligst so zu verhalten hätte, wie ich gemäss dem Zellklumpen zwischen meinen Beinen hätte sein sollen. Aber ich war nie ein Junge, Genitalien hin oder her, ich bin als weibliches Wesen geboren, meine gesamte Persönlichkeit, mein ganzes Selbst, war immer und jederzeit weiblich.

Was macht das Wesen eines Menschen aus, ist es die Ansammlung der Zellen, ist der Mensch nur ein Zellklumpen oder ist die Wesensart eines Menschen durch sein Innerstes begründet?

Wenn ich DICH frage, wer Du bist, würdest Du dann antworten: “Ich bin dieser Zellklumpen und dieser Organhaufen, frei jeglicher Persönlichkeit, frei jeglichen Selbst”? Oder würdest DU sagen: “Ich bin eine Persönlichkeit, die nicht auf Äusserlichkeiten beruht, ich habe eine Seele, ein Selbst und mein Innerstes macht mich aus”?

Wäre ich ein Mann, der eine Frau sein will, würde ich mich psychiatrisch behandeln lassen und mein Leben mit etwas Travestie aufpeppen. Aber das bin ich nicht, war ich nie und werde es nie sein. Auch wenn das in den hölzernen Schädel eines Menschen kaum reingeht, ich bin mehr als die Summe meiner Körperteile, mehr als meine Genitalien und mehr als meine Chromosomen. Ich bin Mensch, habe eine Seele, eine Persönlichkeit und ein Selbst. Und dieses ist nicht einfach der Erguss eines Zellklumpens.

Was macht den Menschen aus, bestimmt der Körper was der Geist ist, formt der Körper die Seele oder ist die Identität nur eine Projektion durchgeknallter Atome? Wer bist DU? Was macht DICH aus?

Es tut so unglaublich weh, derart verkannt zu werden. Es ist schon schwer genug, als Frau in so einem Körper aufwachsen zu müssen, aber es ist um ein Vielfaches schwerer zu ertragen, dass die Umwelt einem einreden will, man sei nicht sich selbst, nur weil eine anatomische Sonderbarkeit den Anschein erweckt, man sei nicht was man in Wirklichkeit ist.

Ich will keine Frau sein, ich bin eine – und ich wäre glücklich wenn ich ein normales Leben führen könnte und mein Körper mir selbst entsprechen würde. Aber dem ist nicht so und ich muss damit leben, dass sich die Natur mit mir einen grausamen Scherz erlaubt hat.

Aber ich bin nicht bereit zu erdulden, dass die Welt mir einredet, ich wolle nur sein, was ich in Wirklichkeit bin.

Man mag mich verkennen, man mag mich verurteilen, als Freak ansehen oder als “Transe” benennen. All das wird nichts daran ändern, dass ich bin was ich immer war und dass ich zu mir selbst stehe und nichts anders tue als mich selbst zu sein. Was auch immer man mir für Namen gibt, was auch immer man für Vorurteile über mich verhängt, all das ändert nichts daran, dass ich eine Frau bin, schon immer eine Frau war und für immer eine Frau bleiben werde.

Dieses Recht nehme ich mir heraus, weil ich der festen Überzeugung bin, dass der Mensch mehr ist als ein Zellklumpen und das die Persönlichkeit eines Menschen nicht durch Atome, Zellen oder Körperteile bestimmt wird.

Und auch wenn ich eines Tages blutige Tränen weinen werde, weil mich diese Welt in ihrem reduktionistischen Denken zu einem Zellklumpen degradiert, ich werde nie, wirklich nie aufhören, mich selbst zu sein. Weil das meine Bestimmung ist, weil ich so geschaffen wurde und weil alles andere pure Selbstverleugnung wäre.

Gefangen in den Tretmühlen einer pervertierten Sinnstiftung,
strampeln die Mäuse der Postmoderne in rasendem Tempo vor Ort,
um das Rennen der Flucht vor sich selbst zu gewinnen,
das sie immun und bewusstlos direkt in die Krematorien führt,
wo ihre sterbliche Hülle, die Hülle geblieben ist,
als ein Stück stumpfe Materie entsorgt wird.
(Author unbekannt)


 

14 Reaktionen zu “Das Mädchen das ein Junge war?”

  1. CoraCora

    Diana, du sprichst mir aus der Seele *Träne wegwisch*

    Was ist es denn, was ein weibliches Wesen ausmacht? Sind es nicht die Instinkte? Die Seele?
    Ich war immer fest davon überzeugt ein weibliches Geschöpf zu sein, sind Jungen etwa so? Oder doch nur Mädchen?

    Ich lese deinen Blog sehr gerne, du schreibst wirklich wunderbar!
    alles Liebe, Cornelia

  2. Diana

    Hi Cornelia, schön wieder eine Stammleserin kennen zu lernen. Es tut mir leid, wenn ich Wunden aufgerissen habe mit diesem Artikel, aber wenn wir so Fragen nicht stellen, stellt sie niemand, da kommen wir wohl nicht drum rum. Ich wünsch Dir alles Gute, wir lesen uns ;-)

  3. Chrisi

    Der von Dir geschilderte Tenor der Sendung überrascht mich überhaupt nicht. Zum Einen ist das genau der Stil dieser Sendung und zum Anderen entspricht es genau dem Bild in der Bevölkerung.
    Wir Alle werden es nicht mehr erleben, dass wir akzeptiert werden. Sicherlich gibt es immer mal die eine oder andere Ausnahme, aber das sind die Ausnahmen von der Regel. Die Menschheit ist nicht bereit uns zu akzeptieren. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Fragebögen von CoraCora so aussehen wie sie aussehen und die Fragen so und nicht anders gestellt sind.

    Nun kommt mal meine Sicht der Dinge, Ich erwarte nicht, dass nun jeder “hurra” schreit und sich meiner Meinung anschließt, aber ich sehe das einfach so.
    Wir sind anders und und alles was anders ist, das ist den Menschen unheimlich und sie haben Angst davor. Das ist der wahre Grund für die Repressalien denen wir uns ausgesetzt sehen. Es geht den Leuten nicht darum uns zu verstehen oder uns Leben zu lassen, man will DAS nicht. Wir passen einfach nicht in diese schöne heile Welt, wir rütteln am Weltbild und das ist nicht erwünscht. Das trifft nicht nur für die “Großen und Mächtigen” zu, das gilt auch für den “kleine Mann auf der Straße” .

  4. Diana

    @Chrisi: meine Erfahrungen sind da etwas anders….

    Du hast auf jeden Fall Recht, dass die Ablehnung von Transsexuellen ins Thema Xenophobie geht, der Mensch fürchtet sich vor allem was ihm fremd ist und das was er fürchtet, wird ausgegrenzt oder im schlimmsten Fall sogar bekämpft.

    Aber genau das ist der Knackpunkt. Das Fremde ist nur solange fremd, bis es einem bekannt resp. vertraut ist. Gerade Frauen wie Kim Petras oder Amanda Simpson haben das Potential, dem Zerrbild der Transsexualität ein neues Gesicht zu geben. In seriösen Medien findet man immer wieder Artikel, die zwar noch nicht perfekt sind aber weitaus besser als das was man früher las oder heute noch in Boulevardblättern findet.

    Im persönlichen Umfeld habe ich vielfach erlebt, dass Menschen mit einer transsexuellen Frau sehr gut klar kommen, ich habe auch schon öfters erlebt, dass ich wirklich als Frau angenommen und wahrgenommen werde. Gerade im persönlichen Umgang wird das Fremde vertraut und die Leute merken, dass eine Transfrau kein Ding vom anderen Stern ist sondern ein nettes Mädel, das halt irgendwie a bissrl anders ist. Ich erlebte in diesem Jahr viele gute Begegnungen, erlebte dass fremde Menschen auf mich zugegangen sind und Freundschaften entstanden.

    Klar, bis die Mehrheit versteht und anerkennt, dass eine transsexuelle Frau eine Frau ist und nicht nur eine sein will, wird es noch lange gehen. Aber hier gibt es nicht nur alles oder nichts, es ist ein Prozess der ablaufen muss und die Zahl derer, die mit uns klar kommen, wird sich stetig erhöhen. Der Mensch ist nicht blöd, er ist lernfähig und gerade die Angst vor dem Unbekannten kann ausgehebelt werden, eben durch das Bekanntmachen.

    Der Traffic auf meiner Website nach dieser Sendung zeigt mir klar, dass viele Leute durch diese Sendung berührt wurden. Sie setzen sich damit auseinander. Währen sie nur von der Angst und der Abscheu vor dem Unbekannten erfüllt, würden sie nicht nach der Sendung rumgoogeln.

    Es ist ein weiter Weg, aber mit jedem Schritt werden wir dem Licht etwas näher kommen.

    Deshalb möchte ich Dir insofern widersprechen, dass ich überzeugt bin, dass wir Akzeptanz erlangen, ich erlebe das selber oft genug. Aber bis zu wahrem Verständnis ist noch ein weiter weg. Halten wir uns an Ersterem fest und arbeiten an Zweiterem.

    Also Kopf hoch honey, wir schaffen das ;-)

  5. Chrisi

    Klar erreichen wir ein gewisses Maß an Akzeptanz, aber nur in unserer kleine Welt. Sobald wir uns in einem unbekannten Umfeld bewegen, haben wir wieder mit den gleichen Probleme zu kämpfen. Uns schafft das vielleicht ein dickeres Fell, aber es gibt viel, die daran zerbrechen werden.
    Sicher spielen die Medien eine große und wichtige Rolle. Aber vergessen wir nicht, die Medien heulen auch mit den Wölfen und so werden gewisse Themen ausgeblendet oder aber man manipuliert damit die Bürger. Klar sind Auftritte wie der von Kim wichtig und bei einigen Leuten bewirken sie vielleicht auch etwas, aber wenden sie das Erlernte auch an? Ich glaube nein, zumindest nicht, wenn sie sich nicht weiter mit dem Thema befassen oder aber ständig mit Transgender umgehen.
    Und nein, ich bin nicht pessimistisch, ich sehe die Welt nur sehr realistisch.

  6. Diana

    ich hatte auch nicht vor Dir Pessimismus zu attestieren, unser Weg ist alle andere als einfach und wir spüren die hässliche Seite unserer Spezies sehr intensiv. Da sind wir uns alleweil einig.

    Trotzdem sehe ich, dass es vorwärts geht, in kleinen Schritten. Noch vor zwanzig Jahren hätten wir einiges heftigere Reaktionen erlebt. Bei meinen Outings habe ich immer wieder festgestellt, dass viele Leute immerhin ein wenig über das Thema wissen. Vor zwanzig Jahren kannte beispielsweise niemand den Unterschied zwischen TV und TS, das ist heute vielen klar. Das zeigt mir, dass die Leute dazu lernen können, mal abgesehen von den Idioten, die überhaupt keine Lernfähigkeit oder keinen Charakter haben.

    Ich persönlich glaube, dass es mit der Akzeptanz schon viel besser ist und auch wir noch ein erträgliches Mass erleben werden. Aber das Verständnis wird noch lange auf sich warten lassen, da muss zuerst die Medizin über ihren Schatten springen, dann müssen die Medien umdenken und irgendwann wird es vielleicht sogar einer Mehrheit klar, was wir sind.

    Nur als Beispiel, die letzte transsexuelle Frau die in die US-Regierung gehen sollte, wurde abgeschossen bevor sie ihre Stelle antrat. Amanda hat ihren Job und in den Medien liest man auch viel Gutes über sie. Das wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Die Welt dreht sich, aber sie dreht sich langsam.

    Ich bin auch nicht diejenige, die alles in einer rosa Brille sieht, sonst hätt ich diesen Beitrag da oben nicht geschrieben. Dieses missverstandensein tut extrem weh und es ist schwer, damit klar zu kommen. Trotzdem sehe ich, dass es vorwärts geht und daran versuche ich mich festzuhalten.

  7. Chrisi

    Ob heute die Akzeptanz besser ist wie vor 20 Jahren bin ich mir nicht so ganz sicher. Gerade die 70′ger und 80′ger Jahre waren meiner Meinung toleranter und offener wie die heutige Zeit.
    Was heute eindeutig besser ist, ist die Tatsachen, dass man sich einfacher in der Szene integrieren kann. Da muss man dem Internet danken, das hat vieles einfacher gemacht.
    Bei positiven Berichten in den Medien über “vorzeige” Transsexuelle bin ich immer sehr skeptisch. Da muss man schauen, ob in dem Fall die Medien nicht nur auf der Jagt nach Lesern sind. Man muss schauen, ob es nicht gerade mal schick ist sich mit dem Thema zu befasse und ich hoffe immer, dass die Leute nicht von den Medien verheizt werden.

  8. Diana

    ja das Internet ist uns eine grosse Stütze, gerade in der Anfangszeit, wenn man denkt, man sei die Einzige die sich damit rumschlagen kann, hilft es enorm auf diese Weise Gleichartige zu finden und das wiederum gibt einem nebst praktischen Tipps viel Kraft.

    Was “Vorzeige” Transsexuelle anbelangt, kommt es vorallem darauf an, wie diese sich präsentieren oder instrumentalisieren lassen. Wenn sich jemand beispielsweise bei BigBrother und dem Dschungelblödsinn vorführen lässt, hilft das niemandem und die Betreffende wird verheizt. Bei Kim habe ich bisher den Eindruck, dass sie einfach sich selbst ist und das kommt gut rüber. Aber sie muss aufpassen, dass sie nicht auch verheizt wird. Ob das passiert, ist vorallem von ihr abhängig und bisher macht sie es prima. Auch wenn ich an Amanda denke, sie lässt sich nicht auf ihre transsexuelle Vergangenheit reduzieren sondern punktet mit Professionalität und der Tatsache, dass sie sich weder zur Schau stellt noch zur Schau stellen lässt.

    Schlussendlich bleibt es so, dass alles was Menschen wahrnehmen, ihr Bild beeinflusst. Wenn ein TransMann so blöd ist und sich mit Bart und Schwangerschaftsbauch vorführen lässt anstatt das Glück einfach für sich zu geniessen oder wenn jemand jede Gelegenheit nutzt um sich theatralisch in Szene zu setzen, dann sind das Bilder die bestehende Ängste verstärken. Aber genauso verbessert sich auch die Vorstellung in den Köpfen der Leute, wenn sie Transsexuelle sehen, hören oder lesen, die einfach sich selbst sind und damit zeigen, dass wir genauso wie alle anderen einfach Menschen sind.

  9. Chrisi

    ..das ist genau das Problem. Viel zu viele Menschen nehmen Leute in schlechten Fernsehshows als bare Münze und schon hat sich ein Bild im Kopf festgesetzt.
    Das aber viele von uns unbehelligt und integriert in die Umgebung ihr Leben leben wollen, dass geht viel zu oft unter. Leider ist es oft so, dass das Schlechte und Leute sich in den Köpfen festsetzt und wenn man über einen Transgender stolpert, dann werden die Schubladen aufgemacht und es macht klick und wir sitzen mit den “Spinnern” in einem Boot.

  10. Diana

    das ist einer der ärgerlichsten Punkte. Die meisten die sich für so Sendungen hergeben, sind Leute die einen ziemlichen Knall in der Tüte haben, das gilt nicht nur für unsereiner, wenn man so Sendungen anguckt, denkt man manchmal, es sei ne Livereportage aus dem Irrenhaus. Und deshalb nervt es mich auch, wenn Transfrauen sich so in Szene setzen und eben deshalb freut es mich riesig, wenn auch mal normale transsexuelle Frauen auftauchen, die dieses Bild wieder stark relativieren.

    Wenn man andere Randgruppen betrachtet, beispielsweise Homosexuelle oder “Rocker”, dann kann man gut sehen, wie sich die Haltung der Gesellschaft verändert hat. In meiner Jugendzeit war einer mit ner Harley per Definition ein Schläger, davon war auch ich überzeugt und Gays waren damals für alle einfach “Schwuchteln” und es war cool, so Leute zu verprügeln. Heute sind Homosexuelle bei den meisten Leuten akzeptiert und als ich mit meiner Harly rumfuhr, erlebte ich oft Begeisterung. Das Bild hatte sich gewandelt und das vorallem deshalb, weil diese Personengruppen entsprechend auftraten und so die Zerrbilder korrigieren konnten.

    Da haben wir einen grossen Nachteil, wir stehen noch in der Anfangszeit dieser Aufklärung. Aber ich wüsste nicht, weshalb uns nicht gelingen kann, was anderen auch gelang. Klar ist es bei uns schwieriger, weil es für den Verstand viel schwerer ist zu begreifen, weil der Mensch sich durch das Äussere definiert und so nicht verstehen kann, dass ein Wesen mit Penis eine Frau sein kann.

    Aber es ist möglich, wenn wir für uns einstehen, so wie Kim das auf ihre Weise macht, so wie bloggende Transfrauen das machen oder so wie ATME sich einsetzt. All das sind Aufklärungsfaktoren und wie ich stets zu sagen pflege – steter Tropfen höhlt den Stein ;-)

    Apropos im gleich Boot mit Spinnern, noch heute ballern Hells und Bandidos einander gelegentlich in die ewigen Jagdgründe, trotz solcher Schlagzeilen haben uns Tausende zugejubelt, als wir mit ein paar tausend Harleys durch die Dörfer kurvten am sogenannten Love Ride.

  11. Bad Hair Days

    Ich hab ein wenig Probleme, wenn Menschen von einer Szene sprechen. Man kann nicht ganz leugnen, dass es so etwas gibt – dann aber über das gesamte Trans* Spektrum. Aber Webforen oder Blogs wie dieses sind nicht gleich eine “Szene”. Es gibt Betroffene, die sich erst in der “Szene” selbst gefunden haben und daran regelrecht kleben bleiben. Der weit aus grössere Teil hat damit aber keinen Kontakt und auch andere leben früher oder später ein ganz normales Leben weiter. Letztere triffst du in Dokumentationen oder Talkshows aber kaum an. Das letzte was diese wollten ist, dass ihre medizinische Vergangenheit gross bekannt wird. Und RTL 2 freut es, bekommen sie doch die Klischeebediener ab, noch dazu meist die, die ein wenig exhibitionistisch veranlagt sind und für ihre 15 Minuten so ziemlich alles machen, um dass sie der Regisseur bittet.

  12. Chrisi

    Ich sage ja auch nicht, dass wir es nichts schaffen werden…irgendwann.
    Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich das nicht mehr erleben werde. Denn da ich die Hälfte der rechnerischen Lebenserwartung schon längst überschritten habe, bleiben keine dreißig oder vierzig Jahre mehr. Und da meiner Meinung nach ein Großteil der Menschheit Verstandesmäßig noch in der Kaiserzeit lebt, dürfte die Anerkennung von Transgendern noch ein Weile dauern.

  13. Diana

    @Sarah: das dürfte eines unserer grossen Probleme sein. Eine normale Frau, die ihre anatomische Andersartigkeit hinter sich gelassen hat, ist nichts anderes als eine normale Frau und das ist erstens für TalkShows nicht interessant und zweitens hat diese kein Interesse daran, sich öffentlich zur Schau zu stellen. Deshalb hab ich mich auch so gefreut über Amanda. Sie lässt sich nicht vorführen und doch haben die Leute jetzt mal gesehen, dass “so jemand” eine ganz normale und erfolgreiche Frau ist.

    Das mit der Szene stimmt natürlich, die gibt es nicht, ich denk Chrisi meinte damit Interessengruppen wie Foren und Stammtische und das wiederum ist für uns gerade in der Anfangszeit eine grosse Stütze.

    @Chrisi: Bis auch der Hinterletztes uns akzeptiert, wird sicher eine Ewigkeit dauern, darauf warte ich auch nicht und ich brauche auch nicht den Segen der Dümmsten unserer Artgenossen. Es gibt hier kein alles oder nichts, es gibt nur ein mehr oder weniger. Nur ein Beispiel. Als ich hier in meiner neuen Wohnung letzten Sommer einzog, gabs natürlich ein paar verwirrte Blicke. Jemand fragte mich dann mal direkt, ob sie mich denn als Frau oder Mann ansprechen sollten. Ich hab nie mit den Leuten gross geredet und mich nie erklärt, trotzdem werde ich immer freundlich begrüsst und hatte kürzlich ein langes Gespräch vor der Haustür mit einer älteren Frau. Das sind Dinge an denen ich mich fest halte, die mir Hoffnung geben und zeigen, dass es eben doch geht, nicht absolut, aber eben doch immer mehr.

  14. Chrisi

    Die Reaktion auf das Wort “Szene” zeigt mir wieder, wie negativ das Wort besetzt ist. So meinte ich das in der Tat nihct, ich hätte auch Community oder Bekanntenkreis schreiben können, war mir aber einerseits zu lang und andrerseits habe ich mir keine großen Gedanken darüber gemacht, denn ich nutze das Wort “Szene” nicht mit dieser negativen Bewertung.

    @Diana
    es ist doch schön, dass sie Dich mehr oder weniger akzeptieren. Aber die geschilderten Reaktionen zeigen doch, dass man sich über Dich so seine Gedanken macht. Ich finde es eigentlich sehr gut dass man Dich gefragt hat, denn damit sind die Fronten geklärt. Das finde ich besser, als wenn man um das Thema herum streicht wie die Katze um den heißen Brei.

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