(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Das letzte Kapitel – Blog geschlossen

Es war einmal ein Mädchen, sie hatte ein vergnügtes und umgängliches Wesen, war voller Liebe für diese Welt und es dürstete sie zu leben. Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr, eine Laune der Natur bescherte ihr einen männlichen Körper und zwang sie dazu, ein Leben in der männlichen Geschlechterrolle zu leben. So wurde ihr Leben zu einem Albtraum, verborgen in den Tiefen ihrer Seele war sie gefangen, konnte nie wirklich am Leben teilzunehmen. Sie begann Regie zu führen, erfand eine Rolle die sie leben konnte, wurde Junge, dann Mann, dann Vater…… und sie spielte die Rolle die man zynisch “Leben” nannte weiter und weiter, litt daran, dass niemand sie selbst je zu sehen bekam, verzweifelte, weil sie nie selber leben konnte……… bis zu dem Tag an dem sie nicht mehr die Kraft hatte, diese Lüge ihres Lebens weiter zu inszenieren.

Sie begab sich auf einen neuen Weg, ein Weg, der zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich ihr eigener Weg war. Sie wusste, dass sie sehr viel erdulden müsste, sie wusste nicht, ob sie stark genug wäre um der nun drohenden Stigmatisierung zu widerstehen, sie wusste nur eines, sie musste sich endlich zulassen, selbst wenn sie dabei zugrunde ging. Vier Jahrzehnte hatte sie leise gelitten, nun wollte sie dieses Leiden durchbrechen und sie wollte diesmal nicht mehr leise sein, sie wollte ihre viel zu lange versteckten Gefühle laut hinausschreien.

So begann sie ein Blogtagebuch im Internet zu führen, dieses Tagebuch einer transsexuellen Frau, das Du gerade liest. Zweieinhalb Jahre lang beschrieb sie ihren Weg durch die “Geschlechtstransition” in diesem Tagebuch, offenbarte ihr Innerstes und berichtete kompromisslos selbst über intimste Gefühle. So entstand ein Tagebuch, das den Weg einer transsexuellen Frau miterleben lässt, das zeigt wie schwer dieser Weg ist, mit welchen Grausamkeiten man sich auf diesem Weg herumschlagen muss aber auch wie glücklich man dabei werden kann.

Dies ist das letzte Kapitel dieser Geschichte, die nun endlich zuende geschrieben ist. Aus dem transsexuellen Mädchen wurde eine Frau mit transsexueller Vergangenheit, ihre Selbstbefreiung und Selbstentfaltung ist vollbracht, nun kann sie endlich leben als das was sie immer war und doch nie sein durfte – einfach eine Frau die ihr eigenes Leben und sich selbst lieben kann.

Liebe Leserinnen und Leser…….

Es erfüllt mich auch mit Wehmut, dieses Blog heute zu schliessen, weil ich damit den letzten Teil meiner Transition zurücklasse und weil wir hier soviele schöne Gespräche führten, weil ich hier meine Lebenspartnerin fand, weil hier meine Befreiung inszeniert wurde, weil mir dieses Tagebuch soviel gegeben hat und weil ich mit diesem Tagebuch sovielen Betroffenen helfen konnte. Gerade heute, als ich den PC startete mit dem Vorsatz, diesen Beitrag zu schreiben, bekam ich ein Mail von einer transsexuellen Frau die ganz am Anfang ihres Weges steht, sie dankte mir herzlichst für die Hilfe die ich ihr mit meinem Blog gebe, erzählte wie sie mitlachte und mitweinte beim Lesen – und zeigte mir wie wichtig dieses Tagebuch ist für jene, die kaum einen Halt finden zu Beginn dieses Weges.

Aber die Schliessung dieses Blogs ist für mich auch Befreiung, es bedeutet loslassen und das ist der letzte und wichtigste Schritt auf dem Weg einer transsexuellen Frau – loslassen und sich ganz dem Leben widmen.

Das Leben der transsexuellen Frau namens Diana ist erzählt, die Metamorphose vollendet. Es war eine Geschichte voller Höhen und Tiefen und wie ich meine mit einem grandiosen Happy End. Deshalb soll hier nun Schluss sein, weiter geht es nun in meinem neuen Blog “A girl called Diana“.

Dieses Blogtagebuch ist nun geschlossen und wird so als abgeschlossene Geschichte stehen bleiben. Kommentare zu bestehenden Blogbeiträgen werden weiterhin zugelassen und von mir auch beantwortet. Aber neue Beiträge wird es nicht mehr geben, es sei denn, es gäbe noch eine für dieses Tagebuch wesentliche Ergänzung. Die Bilder die ich kürzlich selbst-zensurierend aus dem Blog entfernt habe, werde ich zu gegebener Zeit reaktivieren, bis dahin bleibt das Blog wohl oder übel so wie es momentan vorliegt.

Liebe Leserinnen und Leser…….

Ich möchte an dieser Stelle Euch allen von Herzen danken, für Euer Dasein, für Euer Mitfühlen und vorallem für all die Kommentare, mit denen Ihr mir beigestanden seid. Es war eine tolle und verrückte Zeit mit Euch und so hoffe ich, dass ich Euch auch in meinem neuen Blog wieder lesen werde.

Somit verabschiede ich mich nun hier von Euch, hier am Ende dieser Lebensgeschichte einer transsexuellen Frau……… und ich begrüsse Euch und lade Euch ein in meine zweite Lebensgeschichte, dem Tagebuch einer Frau mit transsexueller Vergangenheit, in dem ich nun bin was ich bin:
a girl called Diana.

Danke…… ich liebe Euch…….. wir lesen uns ;-)


 

3 Reaktionen zu “Das letzte Kapitel – Blog geschlossen”

  1. Mara

    Liebe Diana
    Fast von Beginn weg habe ich Deinen Blog mitgelesen, mitgelitten, mitgeärgert und mitgelacht. Ich wüsste vieles nicht in dieser Tiefe zum Thema, ohne deine ehrlichen und vielfältigen Informationen.
    Keine Ahnung, wie viele nichtbetroffene Leserinnen und Leser Gäste in Deinem Blog waren. Jedenfalls hoffe ich, dass es noch viel mehr werden und so Vorurteile abgebaut werden können.
    Ja, klar, wir lesen uns weiter. Vielen herzlichen Dank, Diana. Hab’s schön. Gruss, Mara

  2. Andreas

    Hallo Diana,
    schön von deinem Happyend zu lesen.
    Jedesmal wenn ich deine Website beginne zu lesen, dann weiss ich blitzartig wieder wer ich bin.
    Das tut gut. Denn wer ohne Namen lebt so wie ich derzeit immer noch, kann sich schwer identifizieren.

    Deine Wortschöpfungen sind einzigartig und voll Wahrheit.
    …litt daran, dass niemand sie selbst je zu sehen bekam

  3. Diana

    @Mara: Es war für mich tröstend, dass ich mich so offenbaren konnte und dass soviele Menschen an meinem Leben teilnahmen. Noch schöner war, dass ich so vielen helfen konnte, mal Trost spenden konnte indem ich zeige, dass sie nicht allein sind mit ihren Gefühlen aber auch warnen kann, damit sich Betroffene diesen Weg nicht zu leicht vorstellen. Und nicht zuletzt haben mir viele Reaktionen von Nichtbetroffenen gezeigt, dass auch Nichtbetroffene betroffen gemacht werden können und dass ich so einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, dass die Welt lernt, uns zu verstehen – unter Anderem deshalb geht’s auch im neuen Tagebuch weiter ;-)

    @Andreas: Ja es ist wirklich ein Happy-End und das ist nicht selbstverständlich, gerade deshalb bin ich so froh darüber, dass ich all das geschrieben habe und mein Weg so auch Hoffnung geben kann, all denen, die kaum zu hoffen wagen. Und wenn Menschen wie Du sich hier spiegeln können, dann kann genau das eine Stütze sein, weil man sieht, dass man gar nicht so eine Rarität ist wie man befürchtet hat und eben gerade dann ist ein Happy End auch Balsam für die Seele. Wortschöpfungen, ja das ist eine grosse Leidenschaft von mir, eben gerade weil ich betroffen machen möchte und weil ich mir der Macht der Worte bewusst bin. Gerade das Unverständliche oder gar das Unaussprechliche erfordert oft eine bildhafte Sprache, weil man es nicht verstehen kann sondern sich nur annähern kann. Oft entstehen meine Formulierungen von alleine, weil ich mich beim Schreiben mitreissen lasse und sich meine Gefühle einfach in Worte verwandeln, manchmal suche ich aber auch lange bis ich die richtige Formulierung gefunden habe. Danke jedenfalls für das Kompliment ;-)

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