(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transgender Day of Remembrance 2009

transgender-day-of-remembrance-2009Zum elften Mal findet heute der International Transgender Day of Remembrance statt, ein Tag an dem Transgender auf der ganzen Welt den Opfern transphober Gewaltverbrechen und Morde gedenken. Dieser Erinnerungstag geht zurück auf den Mord einer Transsexuellen namens Rita Hester, die im jahr 1998 ermordet wurde. Wie viele Hate-Crimes an Transgendern ist auch dieser Fall nie gelöst worden.

Anlässlich des Todes von Rita Hester wurde die Website Remembering Our Dead gegründet, in der die Transgender-Community ihrer Toten gedenkt. Es ist unerträglich, diese Auflistung zu betrachten.

Auch wenn das Phänomen von Hate-Crimes gegenüber Transgendern hier in der Schweiz (momentan) kein grosses Thema ist, sollten wir doch nicht vergessen, dass weiterhin Transgender ermordet werden nur um ihrer Wesensart willen.

Allein dieses Jahr wurden weltweit 95 Transgender ermordet, monatlich werden also 19 Transgender getötet, einfach weil sie sind wie sie sind. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das muss uns zu denken geben!

Ebenfalls darüber geschrieben:
Aktion Menschenrecht und Transsexualität e.V.
TgEu.org (Transgender Europe’s Trans Murder Monitoring Project)
Erlebnisse und Gedanken
Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
Bad Hair Days
Queer-o-mat
Frau mit Bart

Two Spirits – die mit den zwei Seelen

In unserer westlichen Kultur dürfte es selten vorkommen, dass jemand in Begeisterung ausbricht, wenn er einem transsexuellen Wesen begegnet. Bei indigenen Völkern wär das selbstverständlich gewesen. Während Transsexuelle hierzulande als “persönlichkeitsgestört” stigmatisiert werden, hatten Transsexuelle bei Indianern ein hohes Ansehen, denn sie hatten zwei Seelen in ihrer Brust, konnten alles aus zwei Blickwinkeln betrachten – sie waren “Two Spirits”.

Als das weisse Pack Amerika entdeckte und die indianische Kultur in Schutt und Asche legte, stiessen sie überall auf das Phänomen von TwoSpirits. Biologische Männer die in Frauenkleidern Frauenarbeiten verrichteten und biologische Frauen, die als Krieger lebten. Es gab Woman Chiefs, also weibliche Häuptlinge, obwohl der Häuptlingsposten klar einem Mann zustand. Two Spirits hatten das Ansehen von Medizinmännern, sie hatten etwas, das alle anderen nicht hatten – die zweite, die erste ergänzende Wesensseite.

Aber wie unsere christlich-abendländische Kultur nunmal ist, was nicht der Norm entspricht, gehört ausradiert. So wurden die ersten Two Spirits gleich mal von den Hunden zerfleischt, die restlichen andersweitig ermordet. Doch dann kam der Kulturkrieg, man verbot Indianern ihre Sprache und Riten, ihre Religion und ihr Denken. Kinder wurden in weisse Schulen gesteckt und ein systematischer Kulturmord vollzogen. Im Rahmen dieser Hirnwäsche wurde auch das ganze indianische Weltbild zerstört und die Wurzeln zerbrochen. Mit dem Kulturverlust, verschwand auch der Wert von TwoSpirits, Indianer “lernten” die westliche Denkweise und TwoSpirits wurden immer mehr zu Geächteten. Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es fast keine TwoSpirits mehr, zumindest keine die offen so lebten.

Eine der letzten TwoSpirits die namentlich bekannt ist, hiess Fred Martinez, ein Navaho Indianer, der in beiden Geschlechtern lebte, also mal ganz Mann war, mal ganz Frau, je nachdem wie es erforderlich war. In einer warmen Sommernacht umarmte er seine Mutter ein letztes Mal und verliess als Frau gekleidet und geschminkt das Haus. Nach ein paar Stunden mit seinen Freunden zusammen ging er nachhause. Nach fünf Tagen fand man seinen übelst zugerichteten Körper in einem Canyon…. der Täter prahlte mit seiner Tat.

Gestern war der Transgender Day of Remembrance 2009, an dem weltweit der ermordeten Transgender gedacht wird. Heute, einen Tag später, ist die Weltpremiere des Films “Two Spirits”, ein Dokumentarfilm, der die Geschichte von Fred Martinez schildert. Ein erschütterndes Dokument, von dem ich sehr hoffe, dass er hierzulande in einem Kino zu sehen ist.

Im Trailer der unten anzusehen ist, steht irgendwann: “the bravest choice you can make, is to be yourself”, etwas simpel übersetzt: “Die mutigste Entscheidung die Du treffen kannst, ist Dich selbst zu sein”. Darüber nachzudenken würde sich lohnen.

Mehr über den Film findet man auf dieser Website: Two Spirits

und hier kann man den Trailer ansehen:

Einmal mehr wären wir besser beraten gewesen, wenn wir das Denken indigener Völker angenommen hätten, anstatt das Ihre zu zerstören.

Der Kerl im Spiegel – wenn Spiegel lügen

Wahrnehmung ist nie objektiv, alles was wir sehen, wird unbewusst interpretiert und das Resultat dieser “Bewertung” oder “Klassifizierung” ist immer ein subjektives Konstrukt, ein Gemisch aus dem was wir sehen und dem, was wir hinein interpretieren. Soweit nichts Neues, das betrifft uns alle, aber für Transgender versteckt sich hier einmal mehr eine Falle.

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, misst sich der Mensch in der Regel daran, wie er von Anderen beurteilt wird. Wenn ich für andere ok bin, dann ist alles in Ordnung. Für Transgender ist diese Form der Fremdbewertung fatal, weil wir für Viele schräge Freaks sind. Dieses Fremdurteil zu übernehmen würde unser Selbstbewusstsein in Schutt und Asche legen. Was bleibt, ist sich selbst zu bewerten, aber gerade beim Bewerten des Äusseren kommen wir vom Regen in die Traufe, weil wir zu einer objektiven Selbstwahrnehmung nicht in der Lage sind.

In einem Buch das ich grad lese wird von einer TransFrau geschrieben, die nach jahrelangem Prozess ein super Passing hat, sie wird von ihrem Umfeld klar als Frau wahrgenommen. Diese Frau sagte sinngemäss: “Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nachwievor diesen Kerl”. Leider kommt mir das nur allzu bekannt vor.

Wenn ich morgens vor dem Spiegel stehe, ist mein Ersteindruck dieser von mir so abgelehnte und unrasierte Kerl. Dann wird rasiert, geschminkt, frisiert und am Schluss das ganze Werk noch mit Schmuck verziert. Mit jedem Schritt wird das Bild weiblicher, gleicht immer mehr meinem Inneren. Doch wenn ich am Schluss einen letzten kritischen Blick in den Spiegel werfe, ist da wieder dieser Kerl, nur eben irgendwie umgestylt.

Vor einiger Zeit habe ich mal Fotos verglichen von Anfang Jahr zum Sommer und ich war überrascht, dass ich auf diesen Bildern eine Verweiblichung feststellen konnte. Und an guten Tagen kann ich sogar im Spiegelbild sehen, dass etwas nicht mehr ist wie es mal war. Und doch bleibt das Bild im Spiegel dieser Kerl und ich befürchte, dass sich das nicht mal ändern würde, wenn ich eines Tages wie Marylin Monroe aussehen würde – eben weil Wahrnehmung subjektiv ist und mein Spiegelbild mir nicht nur mein Gesicht zeigt sondern auch meine Ängste, wie Andere mich sehen könnten.

Klingt als ob wir einmal mehr die Arschkarte gezogen hätten. Haben wir auch. Einen Ausweg weiss ich keinen, vielleicht gibt es auch keinen. Ich versuche dem Problem so zu entgehen, dass ich versuche, mein Spiegelbild nicht mehr geschlechtlich zu klassifizieren. Ich seh dieses Gesicht und versuche das Beste rauszuholen. Mein letzter Kontrollblick ist mehr techischer Natur, ob was verschmiert ist oder sonst etwas nicht ok. Aber ich verweigere mich der Frage, ob ich da ein weibliches Wesen sehe. Würde ich das tun, würde der Tag mit einer Depro beginnen und wohl auch so weiter gehen. Es muss mir reichen, dass ich die Gewissheit habe, ein weibliches Wesen zu sein.

Und doch braucht jeder Mensch eine Vorstellung, ob er ok ist oder nicht. Mein Spiegel lügt mich an und der grosse Haufen der mich teils blöd anglotzt, sieht ebenfalls nicht mich sondern ihre eigene Vorstellung von einer “Transe”. Schach matt? Ich glaube, es gibt nur eine Form von Feedback und gerade die ist so schwierig zu erhalten. Nahestehende Menschen sehen uns mit anderen Augen an, sie können die Veränderungen miterleben und haben weder diesen Angstfilter, der meinen Spiegel zum Lügner macht noch haben sie den Vorurteilsfilter, der das Bild ebenfalls verfälscht. Aber auch hier gibts zwei Probleme. Erstens sind die meisten Menschen zu scheu oder zuwenig direkt, als dass sie einem solche “Komplimente” machen würden und selbst wenn sie es tun, zweifeln wir daran, ob diese Person nur einfach nett sein will.

Das erinnert mich an einen der schönsten Sprüche, den ich je gelesen habe und ich möchte diesen Spruch den Angehörigen und Freunden von Transgendern zum Nachdenken mitgeben, weil sie vielleicht etwas geben können, das viel mehr Wert ist als sie je denken würden……… und damit meine ich eben nicht Komplimente einfach um was Nettes zu sagen sondern ehrliches Feedback, das uns helfen kann, uns etwas weniger verzerrt zu sehen.

Wenn ich Dir etwas schenken könnte,
gäbe ich Dir meine Augen,
damit Du sehen kannst,
was für ein wundervoller Mensch Du bist.

In letzter Zeit habe ich einige gute Feedbacks bekommen und eines fällt mir grad speziell ein. Nachdem Juliet das Wochenende bei mir verbrachte, erzählte sie mir im Nachhinein, dass Ihr am frühen morgen etwas aufgefallen sei. Als ich barfuss ins Badezimmer lief und sie mir hinterher schaute, sei ihr aufgefallen, dass mein Gang genauso weiblich wirkte wie wenn ich auf hochhakigen Schuhen unterwegs bin. Das hat mir extrem gut getan, gerade weil es etwas betraf, das ich selbst nicht selber beurteilen kann, aber auch weil ich mir da im Halbschlaf garantiert keine Mühe gab, ich watschelte einfach verpennt ins Badezimmer. Dass ich dabei einen “weiblichen Gang” hinlegte, gab mir enorme Bestätigung, dass es Aspekte in meiner Erscheinung gibt, die von aussen als weiblich wahrgenommen wird. Sie hat mir ihre Augen geliehen und es war eine Wohltat, mich mit ihren Augen zu betrachten :-)

Lob auf die Transsexualität – über den Zauber der Two Spirits

Kürzlich habe ich hier erzählt, dass indigene Völker in Transgender Menschen etwas Besonderes sahen, für sie waren Transgender Two Spirits, Wesen die beide Geschlechter vereinen und sozusagen eine Vollkommnung des Menschen darstellen. Two Spirits waren Weltenwandler, die beide Seite von Ying und Yang kennen und die durch ihren Weltenwandel die ganze Welt aus zwei Perspektiven kennen. Two Spirits waren die besten Ratgeber, weil sie allen eine andere Sichtweise bieten konnten. Ich finde, es lohnt sich, das mal etwas näher zu betrachten.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht mir hier nicht darum, Transsexuelle über Nichttranssexuelle zu stellen, es geht mir darum, das herrschende Bild zu kontrastieren, dass Transsexuelle minderwertige Menschen sind. Auf den ersten Blick mögen wir seltsam sein, vielleicht für verrückt gehalten, aber schlussendlich sind wir Menschen wie alle anderen, unsere Wesensart hat Vorteile und Nachteile. Wir sollten uns Bewertungen verweigern und Andersartigkeit als das annehmen, was es ist: eine andere Art die nicht mehr oder weniger Daseinsberechtigung hat als die Wesensart der Mehrheit.

Harte Schule
Transsexuelle gehen ihr Leben durch eine herausfordernde Schule. Schon als Kinder, wenn für alle Anderen alles Friede, Freude Eierkuchen ist, werden TransKinder vor unlösbare Probleme gestellt. Ihr biologisches Geschlecht hindert sie daran, ihre Wesensart zu leben und zu entfalten. Sie müssen sich Rollenklischees aneignen, die ihrem Innersten radikal widersprechen und sie müssen lernen etwas zu sein, was sie nicht sind.

Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen
Dieser Grad der Selbstverleugnung lässt sich aber nur bewerkstelligen, wenn man die Welt genau beobachtet und genau lernt, wie man(n) zu sein hat. Transsexuelle Mengen fangen so zwangsläufig sehr früh damit an, die Welt zu beobachten, feinste Unterschiede herauszuspüren, genau zu analysieren, wie Menschen funktionieren, wie sie denken und fühlen, wie sie sich verhalten. Transsexuelle entwickeln so eine enorme Beobachtungsgabe und ein enormes Einfühlungsvermögen. Diese Beobachtungsgabe macht uns mit der Zeit zu sehr aufmerksamen Menschen, die sich in andere hineinfühlen und für vieles Verständnis aufbringen können, weil wir sozusagen hinter den Vorhang blicken.

Hinterfragen – wenn der Schein trügt
Damit verknüpft sich auch die Anforderung, alles zu hinterfragen. Früh lernen Transsexuelle, dass nichts so sein muss wie es scheint, dahinter kann sich immer etwas anderes verbergen. Sie erkennen früh, dass das Leben einem Bühnenstück gleicht, in dem jeder seine Rolle spielt und die meisten ihre Rolle für ihr eigenes Selbst halten. Zu hinterfragen, ist der Beginn aller Philosophie und Transsexuelle stehen mehr als die Meisten vor philosophischen Fragestellungen, die anderen ein Leben lang erspart bleiben.

Akzeptanz von Andersartigkeit
Während viele Menschen Andersartigkeit als Bedrohung oder zumindest als etwas Falsches wahrnehmen, ist Andersartigkeit für Transsexuelle Normalität und Alltag. Sie beginnen, Andersartigkeit zu hinterfragen und kommen zwangsläufig zum Schluss, dass Andersartigkeit nur Ausdruck von Individualität ist und somit Ausdruck eiens Lebens, das nur Individualität kennt. Kein Mensch gleicht dem Anderen, jeder ist für sich einzigartig und somit andersartig als der gesamte Rest der Menschheit. Das führt zu einer Offenheit gegenüber jeder Form von Andersartigkeit. Ich bin nicht länger Mass aller Dinge, wenn ich dieses Wesen des Individualismus erkenne, anders zu sein ist nicht länger eine Frage der Wertschätzung.

Frage = Antwort = Frage
Mir fällt oft auf, dass meine Mitmenschen sich mit jeder einfachen Antwort zufrieden geben, vorallem Politiker und Marketingspezialisten nutzen das schamlos aus. Meist würde es nur eine einzige Folgefrage erfordern, die die gegebene Antwort als Lüge entlarven würde. Aber Viele fragen nicht weiter, wenn sie eine Antwort bekommen. Ich funktioniere da anders und ich glaube, dass auch das eine Folge meines transsexuellen Lebens ist. Jede Antwort kann und muss hinterfragt werden. Wer Antworten nicht hinterfragt, wird manipulationsanfällig. Da hat sich bei mir schon mancher die Zähne ausgebissen. Und genau das macht Two Spirits zu guten Ratgebern.

Männlein und Weiblein
Aber die grösste Fähigkeit von Two Spirits ist ihre doppelte Sichtweise in Geschlechterfragen. Wie oft hört man von Jungs: “ach ich versteh diese Weiber einfach nicht” und wie oft hört man Mädels mit demselben Klagelied. Nicht, dass mich Menschen nicht auch in Verwunderung stürzen könnten, aber in der Regel kenne ich das so nicht, ich kann meistens sehr gut nachvollziehen, weshalb jemand so oder so ist oder sich verhält. Ich verstehe, weshalb Frauen über Männer klagen und umgekehrt. Und ich verstehe, weshalb Männer sich so verhalten, dass Frauen sich darüber an den Kopf langen und umgekehrt. Ich denke immer wieder, dass Transsexuelle die perfekten Beziehungsberater wären. Bei indigenen Völkern war das eine ihrer wichtigsten Aufgaben, weil es ihrer zentralsten Fähigkeit entspricht.

Konsequenz und Kompromisslosigkeit
Spätestens wenn transsexuelle Menschen den Schritt wagen, in ihrem richtigen Geschlecht zu leben, kommt die nächste Fähigkeit zum Einsatz – oder sie gehen auf diesem Weg jämmerlich zugrunde. Wer sich erdreistet, in dieser schwarz-weiss denkenden Welt sein öffentliches Geschlecht zu ändern, muss dazu bereit sein, die Welt vor dem Kopf zu stossen und sich mit grossen Widrigkeiten herumzuschlagen. Eine Geschlechtstransformation erfordert eine ungehörige Renitenz, enorme Willenskraft, unvorstellbare Belastungsfähigkeit, es erfordert den Willen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und jeden Schmerz zu erdulden, um das Ziel zu erreichen. Wer diesen Weg geht, geht den Weg der Kriegerin (mehr darüber demnächst). Wer diesen Prozess durchläuft, hat die härteste Schule des Überlebenskampfes ausgehalten. In diesem Jahr, seit ich mein weibliches Leben lebe, bin ich mehr gewachsen als in den 42 Jahren vorher. Und ich bin erstaunt über Kräfte in mir, die ich mir niemals zugetraut hätte. Das war die Fremdenlegion in Geschlechterfragen, dabei wächst man über sich hinaus, weit über das, was man sich einst zugetraut hätte.

Fazit
Ja, wir Two Spirits sind seltsame Wesen, wir sind anders, aber wir sind wie alle Anderen einfach Individuen, einzigartige Persönlichkeiten die wie alle Anderen ihre Vorzüge und ihre Nachteile haben. Ich werde nie die zarte Stimme einer Frau haben, werde nie so schöne Kurven haben wie eine BioFrau und werde nie Kinder zur Welt bringen können, da mag man mir Minderwertigkeit attestieren. Aber dann sollte auch nicht ignoriert werden, dass ich in anderen Aspekten sogar einen Mehrwert habe – weil ich ein Two Spirit bin.

Es gibt Tage, an denen ich mich als TransFrau einer BioFrau gegenüber als minderwertig fühle. Aber es gibt auch Tage, an denen ich mich als Two Spirit gegenüber One Spirits überlegen fühle. Die Wahrheit liegt in der Mitte und sie zeigt nur eines……… jeder, wirklich jeder, ist einzigartig.

Wikipedia: Two-Spirits (englisch)
Wikipedia: Two-Spirit Identity Theory (englisch)
Link-Sammlung: The Two-Spirit Tradition (englisch)

Einmal mehr – Hirnlosigkeit beim Blick

Manchmal kann einem echt die Galle hochkommen. Einmal mehr schafft es der “Blick”, in einem Artikel über die Vergewaltigung einer Transsexuellen von “Transe Peter” zu schreiben. Erstens ist “Transe” ein Schimpfwort, zweitens ist eine TransFrau eine Frau und sollte dementsprechend auch mit ihrem weiblichen Namen benannt werden. Gerade wenn es sich um ein Gewaltopfer geht, erhöhen Medien mit so respektlosen Benennungen das Risiko von Übergriffen. Es war ja nur eine Transe, was solls, dass sie vergewaltigt und entführt wurde.

Würden Medien Transsexuellen wenigstens ein Minimum an Respekt entgegen bringen, könnten vielleicht auch ihre Leser irgendwann begreifen, dass es sich bei einer transsexuellen Frau um eine Frau handelt, ein menschliches Wesen, das zusätzlich verletzt wird, durch solche hirnlosen Texte.

Es sind genau solche respektlosen Berichte, die Transsexuelle in den Augen der Leserschaft zu Untermenschen machen. Damit wird das Fundament geschaffen für Diskriminierung, Ausgrenzung, bis hin zu Gewalt. Im Jahr 2009 sollte man von einer Zeitung etwas mehr Verstand und Rücksichtnahme erwarten.

Blick: Der Freier Pascal entführt Transe Peter

UPDATE: als ich das las, war ich grad in Eile und konnte mich nur kurz darüber ereifern, nun habe ich meinen Frust in einen offenen Brief gepackt und der Blick Redaktion zukommen lassen:
Offener Brief an die Blick-Redaktion

Offener Brief an die Blick Redaktion

Sie respektieren die Menschenwürde und verzichten in ihrer Berichterstattung in Text,Bild und Ton auf diskriminierende Anspielungen, welche die ethnische oder nationale Zugehörigkeit, die Religion, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, Krankheiten sowie körperliche oder geistige Behinderung zum Gegenstand haben.
(Schweizer Presserat: Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten Ziffer 8)

Einmal mehr hat die Tageszeitung “Blick” in der heutigen Online-Ausgabe einen Artikel über eine Transsexuelle publiziert, der die Würde von transsexuellen Frauen mit Füssen tritt und äusserst despektierlich ist.

WAHRHAFTIGKEIT UND ACHTUNG DER MENSCHENWÜRDE
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 1)

In besagtem Artikel geht es um eine Transsexuelle, die von einem Mann vergewaltigt und entführt wurde, wir sprechen hier also wohlgemerkt über das Opfer einer grässlichen Gewalttat.

Der Titel des Artikels lautet: “Der Freier Pascal entführt die Transe Peter“. Schon in diesem einen Satz wird die journalistische Sorgfaltspflicht und die Verantwortung einer Redaktion als meinungsbildendes Organ gegenüber seinen LeserInnen aufs Gröbste missachtet.

Transen, Schwuchteln, Nigger und Krüppel

SCHUTZ DER EHRE
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 9)

Es ist erschreckend, dass ich im Jahr 2009 einer Schweizer Zeitung erklären muss, dass “Transe” ein Schimpfwort ist, mit dem man gerade als Zeitung niemanden tituliert. Oder schreibt der Blick auch: “Nigger überfahren”, “Schwuchtel überfallen” oder “Krüppel ertrunken” wenn es um Dunkelhäutige, Homosexuelle oder Invalide geht? Es ist ein Armutszeugnnis für eine Zeitung, wenn sie zugunsten eines “witzigen Titels” die Würde der Betroffenen derart mit Füssen tritt, erst Recht, wenn es sich wie in diesem Fall um ein Opfer von Gewalt handelt. Aber der Blick schafft es, dieser Gewalt noch eins draufzusetzen.

Jährlich werden weltweit an die hundert Transgender Menschen Opfer von sogenannten Hate-Crimes. Sie werden ermordet, weil es Menschen gibt, die der Auffassung sind, dass diese minderwertiges Leben darstellen. Solange Zeitungen wie der Blick jeglichen Respekt und Anstand missen lassen und transsexuelle Frauen derart despektierlich als “Transe” betiteln, legitimieren sie genau solche Taten. Über die darf man sich ja lustig machen.

Transsexuelle haben sich ihre Wesensart nicht ausgesucht, sie gehen einen beschwerlichen Weg in einer Gesellschaft, die sie ausgrenzt, verspottet, verprügelt oder im schlimmsten Fall tötet. Transsexuelle gehen diesen Weg nicht aus Spass sondern folgen einem unvorstellbaren Leidensdruck. Über diese Menschen in solch spottendem Unterton zu schreiben, ist mit Verlaub gesagt unter aller Sau.

Der Blick ist wie alle anderen Medien Meinungsmacher, das muss ich einem Journalisten ja hoffentlich nicht erklären. Wie in aller Welt kommt dann die Blick-Redaktion dazu, eine transsexuelle Frau die Opfer von Gewalt wurde so beleidigend zu betiteln und damit Nährboden zu sein für weitere solcher Taten, für weitere Ausgrenzung und weitere Ignoranz?

Redaktionelle Ignoranz

SORGFALT:
Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 2)

Auch dass die Blick Redaktion diese transsexuelle Frau im Titel “Peter” nennt, zeigt ein weiteres Mal, dass der Blick-Redaktion jegliches Feingefühl fehlt. Ich bezweifle, dass dies aus purer Dummheit geschehen ist, Journalisten sind meines Erachtens gebildete Leute. Muss man also wirklich davon ausgehen, dass in der Blick-Redaktion keinerlei Anstand und Respekt herrscht, oder ist es eher so, dass man auf Kosten von Randgruppen gern mal “witzige Artikel” schreibt, egal wie sehr man die Betroffenen damit verletzt?

Krasses Beispiel ist die Bildlegende, in der steht: “Sandrine nennt sich Peter K. als Transesexueller. Er wurde von Pascal S. entführt.”.

  1. Sandrine hiess früher Peter, es ist nicht so, dass sich Peter einfach mal anders nennt.
  2. Wenn eine Frau in einem männlichen Körper geboren wird, ist sie eine Transsexuelle und nicht ein Transsexueller.
  3. Eine TransFrau ist eine Frau, es heisst also nicht “er wurde…” sondern “sie wurde…”

Es ist schwer, in so einem kurzen Abschnitt drei solche Kapitalfehler einzubauen, Ihr habt es geschafft und zeichnet damit ein geradezu grotesk verzerrtes Bild von Transsexualismus.

Zensur im Blick? Bitte um Stellungnahme

RICHTIGSTELLUNG
Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 3)

Ich habe in besagtem Artikel einen kurzen Kommentar eingetragen, in dem sinngemäss stand: “Wann, werte Redaktion, werden Sie damit aufhören, transsexuelle Frauen mit Schimpfwörtern zu betiteln?”. Das war vor bald fünf Stunden, der Kommentar wurde bisher nicht freigeschaltet. Sie hätten meinen Kommentar freischalten können und damit das von Ihnen pervertierte Bild korrigieren lassen oder Sie hätten den Kommentar zensurieren aber dafür den Artikel ändern können. Sie haben Beides nicht getan und das gibt mir fast am meisten zu denken an dieser Sache. Es erweckt in mir den Eindruck, dass es der Blick-Redaktion scheissegal ist, ob sie mit ihren “lustigen Titeln” Menschen verletzen oder die gesellschaftliche Ignoranz erneut verstärken.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie wider Erwarten dazu Stellung nehmen könnten und noch viel mehr würde es mich freuen, wenn Sie mir Grund zur Hoffnung geben könnten, dass so entwürdigende Artikel in Zukunft nicht mehr bei Ihnen zu lesen sind – beispielsweise indem Sie besagten Artikel umschreiben.

Pressekodex des deutschen Presserates$
Schweizer Presserat: Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten

PS: Die Blick-Redaktion wurde vorhin von mir via Mail über diesen Blogbeitrag informiert, mit der Bitte, ihn zur Kenntnis zu nehmen. Ob sie darauf reagieren, erfahrt Ihr hier.

Updates und Nachträge

UPDATE 21:22
Soeben sehe ich, dass 20Minuten-Online ebenfalls darüber berichtet, dort wird zwar von “die Transsexuelle” berichtet, im Titel und Leadtext wird dieselbe Frau aber als “ein Transvestit” betitelt. Ebenfalls durchgefallen, aber es ist bei Weitem nicht so verdreht wie “Transe Peter” im Blick.

UPDATE 22:00
Ein weiteres Beispiel im Blick, selbst die Ermordung einer Transsexuellen hindert die Redaktion nicht daran, “Transe Brenda ist tot” zu titeln und zu schreiben: “Der Brasilianer, der nur Brenda heisst…”

In einem anderen Artikel mit dem geistreichen Titel “Ronaldos Skandal-Transe ist tot” ist es im Titel eine Transe, im Leadtext eine Transsexuelle und im Text geht’s um drei Transvestiten.

Und in einem Artikel namens “Schwule Fussballer: Das letzte Tabu” steht “Sogar eine Affäre mit einer Transe wurde Guti angedichtet”, was heisst da “sogar”, ist hier das Undenkbare eingetreten, das Höchste aller Abartigkeiten oder was will diese Formulierung aussagen?

UPDATE 16.12. 08:30
In der heutigen Print-Ausgabe des Blicks ist dieser idiotische Artikel abgedruckt, natürlich ebenfalls mit “Transe” im Titel. Ist in der Blick-Redaktion wirklich Hopfen und Malz verloren?

UPDATE 16.12. 12:00
Zwei Kommentare wurden nun freigeschaltet, einer ist von mir von heute morgen, der von gestern sowie der von Sarah ist nicht drin. Am Text wurde bisher nichts geändert und eine Antwort habe ich nicht erhalten.

UPDATE 16.12. 12:50
Ich habe nun nachfolgenden Leserbrief an den Blick geschickt und hoffe, dass die Redaktion nach ihrem FauxPas wenigstens diese Klarstellung abdruckt:

Erneut hat der Blick eine transsexuelle Frau, die Opfer von Gewalt wurde, mit dem Schimpfwort “Transe” betitelt. Die Richtlinien des Schweize Presserats fordern von Journalisten, die Menschenwürde zu respektieren und auf diskriminierende Anspielungen zu verzichten. Mit diesem Artikel und der despektierlichen Benennung als “Transe Peter” hat der Blick diesen Grundsatz missachtet. Transsexuelle Frauen sind in dieser Gesellschaft mit grossen Vorurteilen belastet. Wenn Medien als Meinungsmacher transsexuelle Frauen mit Schimpfworten betitelt und in der Er-Form über sie schreiben, betonieren diese Medien all die Vorurteile und Respektlosigkeiten, die uns das Leben schon schwer genug machen. Ich bitte die Redaktion, zukünftig nicht mehr beleidigend über Transsexuelle zu berichten, erst Recht nicht, wenn die Betroffene bereits Opfer von Gewalt wurde und mit solchen Umschreibungen erneut verletzt wird. Ich als transsexuelle Frau habe es mir nicht ausgesucht, im falschen Körper geboren zu werden und ich habe nie jemandem etwas angetan. Deshalb kann ich beim besten Willen nicht einsehen, weshalb ich im Blick mit solchen Schimpfwörtern konfrontiert werde.

UPDATE 5.1.2010
Während hierzulande Blick und Konsorten transsexuelle Frauen als “Transe” beschimpfen, ist England da weiter, eine Kommission hat einer TransFrau Recht gegeben bei der Klage gegen eine Zeitung, die “tranny” als Schlagzeile verwendete. Ich sollte mir das mit der Beschwerte beim Schweizer Presserat wirklich überlegen:
Trans woman wins complaint against newspaper for ‘tranny’ headline

UPDATE 12.1.2010
Es geschehen doch noch Wunder, Blick online berichtet heute kurz über Lorielle London, die Transsexuelle die sich bei DSDS und Dschungelcamp zum Affen gemacht hat. Und man glaubt es nicht, obwohl Lorielle in vielen Medien als “Dschungel-Transe” herumgereicht wird, nennt Blick sie heute “DSDS Transsexuelle” und spricht in der weiblichen Form von ihr. Ob man in der Blick-Redaktion doch nachgedacht hat über die Verwendung von Schimpfworten?
Lorielle London liebt FDP Politiker

Transsexualität und Selbstsicherheit

Transsexuelle stehen vor einer riesigen Herausforderung, wenn sie in einer Gesellschaft, die Transsexualität stigmatisiert, Selbstsicherheit entwickeln wollen. Es braucht ganz neue Denkstrategien um trotz allen Vorurteilen eine stolze Frau zu sein. Wenn ich zurück denke und mein Selbstbewusstsein von Anfang Jahr mit dem von heute vergleiche, dann staune ich Bauklötze, wieviel sich da verändert hat. Ich wünschte mir, ich könnte anderen T-Girls mit Worten erklären, wie ich diese Veränderung ausgelöst habe, aber das dürfte mir kaum gelingen – versuchen will ich es trotzdem.

Schon an anderer Stelle habe ich betont, dass Menschen so konditioniert sind, dass sie ihren Wert daran messen, ob sie von ihrem Umwelt gutgeheissen werden oder nicht. Transsexuelle sind da in der Regel auch nicht anders, aber sie müssen anders werden, weil sie sich sonst mit einer abwertenden Zerrbrille bemessen, die Ihr Selbstbewusstsein in Schutt und Asche legt.

Aber wie kann ich mich ok finden und stolz auf mich sein, wenn mich Leute angucken, als ob ich eine singende Kröte auf dem Kopf hätte? Wie kann ich Achtung vor mir selbst haben, wenn mir immer wieder Menschen begegnen, die mich verachten?

Fremdbewertung vermeiden
Der wichtigste und schwerste Teil ist der, zu erkennen, dass der Wert von etwas nie durch einen Beobachter gemessen wird. Wenn etwas wertvoll ist, spielt es keine Rolle, ob jemand es nicht für wertvoll hält, der Wert liegt in etwas oder nicht. Wenn ich einen Diamanten mit Dreck verschmiere, werden ihn die meisten für einen dreckigen Stein halten, hat er wirklich an Wert verloren? Dasselbe ist mit uns. Ich bin nicht eine Frau, weil die ganze Welt mir dies attestiert, ich bin eine Frau, weil ich weiblich bin. Und ich bin auch nicht weniger weiblich, wenn man mir meine Weiblichkeit mit Blicken abspricht.

Wenn ich heute so eine negative Wertung zu bemerken glaube, betrifft mich das nicht wirklich. Ich nehme zur Kenntnis, dass da jemand ein falsches und verzerrtes Bild von mir hat, aber das ändert meine Persönlichkeit und mein Geschlecht nicht. In der Regel kenne ich diese Person ja nicht mal, was interessiert es mich, ob diese Person mir Weiblichkeit attestiert?

Ich bin eine TransFrau – na und?
Der grösste Fehler, den wohl die meisten Transfrauen vorallem am Anfang machen, ist der Versuch eines hundertprozentigen Passings. Das ganze Denken wird vernebelt vom Gedanken: “Hoffentlich sieht niemand was ich bin, hoffentlich werde ich als Frau wahrgenommen”. Gerade am Anfang ist der Versuch, als “biologisch korrekte Frau” durchzugehen, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Resultat ist, dass man von einem “Mist sie habens gemerkt” zum Nächsten geschleudert wird.

Aber ich bin keine biologisch korrekte Frau und da kann ich auch nix dafür, warum sollte ich mich also dafür schämen? Ich bin eine TransFrau, also eine Frau mit männlichen Geschlechtsmerkmalen. Aber ich bin eine Frau – das alleine ist für meine Geschlechtsidentität wesentlich. Wir T-Girls sollten nicht versuchen, unser ‘T’ loszuwerden und zu verleugnen. Ich bin eine TransFrau und das ist ok so.

Während ich früher, wenn mich jemand blöd musterte, etwas im Stil von “Mist sie habens bemerkt und halten mich jetzt für einen rocktragenden Mann”, denke ich heute in derselben Situation eher etwas im Stil von: “Ja Du siehst richtig, vor Dir steht eine transsexuelle Frau” und bin nicht im Geringsten der Meinung, dass dies etwas Schlechtes ist. T-Girls sieht man nicht täglich und oft dürften Leute in so Situationen viel weniger Schlimmes denken als wir befürchten. Nicht jeder der uns genau mustert, denkt: “wäh eine Transe”, bei vielen dürfte es eher so in ihrem Kopf klingen: “gibts ja nicht, ist das nicht eine transsexuelle Frau? hätte nicht gedacht, dass mir mal so jemand begegnet”. Heutzutage haben viele Menschen schon etwas darüber erfahren, in Medizinsendungen oder sonstigen Dokus.

Ich bin der festen Auffassung, dass man als TransFrau nur dann mit der Öffentlichkeit klar kommt, wenn man die eigene Transsexualität nicht als Makel betrachtet sondern zu seiner andersartigen und ungewöhnlichen Wesensart steht.

Identifikation mit den positiven Aspekten transsexueller Menschen
Aber Transsexuelle stehen von Anfang an im Sumpf der Vorstellung, dass Transsexuelle krank, kaputt oder minderwertig sind. Ok, wir haben körperliche Makel, aber wir haben dafür auch Wesensarten und Fähigkeiten, die im positiven Sinn aussergewöhnlich sind. Unser “Leben unter erschwerten Bedingungen” hat uns stark und hart gemacht, es lernte uns Toleranz und Einfühlungsvermögen, es öffnete uns den Vorhang zum Geheimnis der Geschlechtsunterschiede. Ich bin wirklich der festen Überzeugungen, dass viele meiner Wesensarten, die von meinem Umfeld speziell geschätzt werden, eine direkte Folge meines Lebens im falschen Körper und eines Lebens in falschen Rollenmustern sind. Ja ich bin ausser-gewöhnlich, aber wer will schon gewöhnlich sein? An diesen positiven Aspekten muss sich eine TransFrau festhalten, denn das ist es, was unser Wesen ausmacht, nicht diese kleinen anatomischen Anomalien.

Fazit und Ratschlag
Solange eine TransFrau versucht, eine BioFrau zu sein, wird sie endlos in die Wand rennen. Jedes Lebewesen muss stolz sein auf das was es ist, das ist bei uns T-Girls nicht anders. Alle Menschen sind einzigartig und ihre Einzigartigkeit macht sie zu dem, was wir schätzen oder ablehnen. Transsexuelle müssen lernen, ihre Einzigartigkeit als das anzunehmen was sie ist. Wenn eine TransFrau das ist, was sie ist und dieses so-sein ganz entfaltet, dann hat sie allen Grund stolz zu sein – egal ob Andere das auch so sehen.

Transsexualität: Öffentliche Wahrnehmung und Faktenresistenz

Transsexuelle Menschen leiden primär unter zwei grossen Problemen.

Zum einen sind sie im falschen Körper geboren und werden dadurch in Geschlechterrollen gezwungen die ihre Seele tagtäglich vergewaltigen. Dieses Problem kann heutzutage dank plastischer Chirurgie und der chemischen Keule grösstenteils bewältigt werden.

Das zweite Problem sind die enormen Vorurteile und das erschreckende Falschwissen, das in dieser Gesellschaft verbreitet ist. Man kennt das ja, wenn jemand mal glaubt, etwas zu wissen, dann kriegt man dieses “Wissen” auch mit besten Argumenten und Beweisen kaum noch aus seinem Kopf raus.

Die Blick-Geschichte hat mir gezeigt, dass es notwendig ist, solche gestreuten Falschbilder zu korrigieren und deshalb habe ich mir vorgenommen, von nun an solchen Bildern und Fehlinformationen eine andere Sichtweise gegenüber zu stellen. Bereits der erste Versuch zeigt, dass es Menschen gibt, die eine ungeheure Faktenresistenz haben und nichts an sich heranlassen, was ihr vereinfachtes Weltbild irgendwie ankratzen würde.

Dieser Tage ist im “Mamablog” des Tages-Anzeigers eine Diskussion eröffnet worden wegen dem “schwangeren Transsexuellen”. Das Grundthema war, ob Transsexuelle Kinder haben dürfen. Mal abgesehen davon, dass diese Frage bereits faschistoide Züge trägt, zeigte auch die dort aufkommende Diskussion, dass es zwar Leute gibt die mit viel Verständnis auf das Thema eingehen, dass aber auch immer wieder Exemplare der menschlichen Spezies auftauchen, die ihren persönlichen Glauben resp. ihre naive Meinung über alle wissenschaftlichen Fakten stellen – ähnlich wie Kreationisten daran festhalten, dass die Erde nur 6000 Jahre alt ist, C4-Messungen hin oder her.

Ein paar Beispiele in der Diskussion im Mamablog sollen das verdeutlichen.

Transsexualität als Suchterkrankung?
Da stellt jemand die Hypothese auf, Transsexualität sei eine Suchterkrankung, diese Leute sollen ähnlich wie Michael Jackson eine Art Operationssucht haben. Abgesehen davon, dass ich noch nicht ein einziges Mal in Fachkreisen von dieser Theorie hörte, ist sie bei genauem Hinsehen völlig absurd. Wer auch nur mal eine kurze Medizinsendung über Sucht gesehen hat, der weiss, dass Sucht dann entsteht, wenn eine Handlung viele Male ausgeführt wurde und stets vom Belohnungssystem des Hirns belohnt wurde. Wer lange Zeit Drogen nimmt oder Glücksspiele macht, regt immer wieder das Belohnungssystem an und legt damit tiefe Spuren in sein Hirn, die irgendwann die Sucht nach erneuter Belohnung entstehen lassen.

Wäre Transsexualität eine Suchterkrankung, hätte ich bereits viele “positive Erfahrungen” machen müssen bevor ich transsexuell “geworden” wäre. Aber meine tiefe Überzeugung, ein weibliches Wesen zu sein, stand bereits in frühem Kindheitsalter fest, zu einer Zeit, in der ich niemals Röcke trug oder sonstige weibliche Attribute gelebt hätte. Hinzu kommt, dass die geschlechtsangleichende Operation eine einmalige Sache ist, die erst am Ende der Angleichungsphase ausgeführt wird. Da gibt es keine suchterzeugenden Reize vorher und keine mehr nachher. Diese These ist völlig absurd, trotzdem vermögen gewisse Menschen daran festhalten auf Teufel komm raus.

Transsexuelle Verhaltensweisen?
Ein Anderer hält Transsexualität für eine Verhaltensweise und beweist damit, dass sein Wissensstand nicht mal dem eines Blick-Schreibers entspricht. Das Problem von Transsexuellen ist ja gerade, dass ihre Verhaltensweisen ein Leben lang ins falsche Geschlecht gezwungen wurden. Die Meisten bekämpfen sich selbst und versuchen ihre Geschlechtsidentität zu unterdrücken um gesellschaftskonform zu funktionieren. Transsexuellen geht es frühstens dann besser, wenn Sie ihre Verhaltensweise ändern und in dem ihrer Identität entsprechenden Geschlechterrolle leben.

Man wird also nicht transsexuell, weil man zuviel in Frauenkleidern herumgelaufen ist sondern man läuft irgendwann in Frauenkleidern herum, weil man transsexuell ist und schon immer war. Diese Verdrehung von Ursache und Wirkung zeugt wirklich von überwältigendem Unwissen.

Ignoranz und Faktenresistenz
Der Höhepunkt der Ignoranz wird dann erreicht, wenn ich beispielsweise diesen Link auf Forschungsergebnisse als Argument vorbringe, die sogar fürs Auge sichtbar mit Bildern und Fakten zeigen, dass die Hirnregion BSTc, die für die Geschlechtsentwicklung zuständig ist, bei transsexuellen Frauen mit der von anderen Frauen übereinstimmt. Es geht hier nicht darum, was im Hirn gespeichert ist, also psychologisch zu verstehen ist, wir reden hier von einer anatomischen Gemeinsamkeit zwischen TransFrauen und BioFrauen. Wenn ich nun so ein Argument einwerfe und niemand darauf eingeht und nichtsdestotrotz schnoddrig an seinem selbst-erfundenen Erklärungsmodell festhält, dann fehlen einem echt die Worte. Das erinnert mich irgendwie an Platons Höhlengleichnis, nur um einiges abstruser.

Transsexuellen gehts nach der “Umwandlung” schlechter
Ein Mythos der sich hartnäckig hält, auch wenn er noch so widerlegt wird. Prof. Udo Rauchfleisch, der am Basler Universitätsspital über hundert Transsexuelle langfristig betreut hat, spricht von einem einzigen Fall, bei dem die Betroffene die GaOp bereut hat, allen anderen ging es anschliessend deutlich besser. Trotzdem hält sich der Mythos hartnäckig, dass sich Transsexuelle angeblich umbringen. Einmal mehr dringen Fakten nicht bis an eine breite Öffentlichkeit.

Fazit – es gibt viel zu tun
Es bedarf wohl noch jahrelanger Öffentlichkeitarbeit, bis einer Mehrheit klar wird, dass TransFrauen eigentlich ganz normale Frauen sind, die nur ein einer körperlichen Ungewöhnlichkeit und ein unsäglicher gesellschaftlicher Ignoranz leiden.

Es ist keine Schande, unwissend zu sein,
aber es ist ein Armutszeugnis, wenn man Fakten leugnet,
um an der eigenen Unwissenheit festzuhalten.

Es ist schon schwer zu begreifen, dass Andere sich im Recht glauben, über Menschen wie mich zu urteilen und uns zu ver-urteilen. Aber wenn sich diese Gesellschaft schon das Recht nimmt, über uns zu richten, dann erwarte ich doch wenigstens soviel Fairness, dass man bei diesem gesellschaftlichen Gerichtshof in den Köpfen der Menschen Fakten nicht leugnet und die eigenen Vorurteile nicht über erwiesene Tatsachen stellt. Alles andere kommt einer neuzeitlichen Inquisition gleich und ist ein Armutszeugnis für eine angeblich aufgeklärte Welt.

Update 1.1.2010
Nachdem ich eine Weile mitgelesen habe und den menschenverachtenden Dreck eines gewissen Schmidli gelesen habe, konnte ich nicht umhin, nachfolgenden Beitrag in besagtem Forum zu posten. Dass der Tagi so faschistoiden Dreck überhaupt veröffentlicht, ist meines Erachtens ein Armutszeugnis, die Redakteure dieses Blogs wären nicht schlecht beraten, wenn Sie zukünftig lesen würden, was für perverse Sichtweisen auf ihrem Portal aufgelistet werden……….

falls das eine offizielle Umfrage ist, ich halte Schmidli ebenfalls für schwer gestört und wundere mich sehr, dass der Tages-Anzeiger so faschistoiden Dreck durchgehen lässt. Schmidli hat mehrfach den Straftatbestand der Ehrverletzung und der Beleidigung vollzogen, dass der Tagi so menschenverachtende Zeilen in sich sitzen lässt, ist ein Armutszeugnis für eine Zeitung, die sich einst der Seriösität verpflichtet fühlte. Ich bleibe bei meinem Angebot und würde eine psychotherapeutische Behandlung Schmidlis wegen Homophobie und Kastrationsangst finanziell unterstützen.

Ein weihnachtlicher Denkanstoss für Papst Benedikt

Ehrwürdiger Papst
Anlässlich Ihrer letztjährigen Weihnachtsrede, sagten Sie wörtlich:

Es ist ebenso wichtig,
die Menschheit vor homosexuellem oder transsexuellen Verhalten zu bewahren,
wie den Regenwald zu schützen
(Papst Benedikt XVI)

Ich habe Sie in den Jahren, in denen Sie das Oberhaupt der Inquisition Glaubenskongregation waren, als klugen und rationalen Denker erlebt. Sie scheinen mir nicht auf den Kopf gefallen.

Wie in aller Welt kommen Sie dann dazu, Transsexualität als Verhaltensweise zu verstehen? Haben Sie sich wirklich nie mit Transsexualität auseinander gesetzt? Und trotzdem richten Sie über Transsexuelle, deren Wesensart genauso von Gott geschaffen wurde wie die Ihre?

Keine biblisches Verbot von Transsexualität
Als Bibelkenner wissen Sie ganz genau, dass in der Bibel nichts über Transsexualität steht. Selbst Moses, der Schweinefleisch essen als kultisch unrein deklarierte und Holz sammeln an einem Samstag unter Todesstrafe stellte, kam nicht auf so eine Idee. Es gibt Menschen, die sind nunmal von Geburt an transsexuell, ob die Betroffenen das wollen oder nicht. Wenn Gott uns aber so geschaffen hat, wer glauben Sie zu sein, dass Sie über uns richten dürfen?

Moses im Übereifer – lustiges Steinewerfen für Gott
Der gute Moses hat es mit seinen Gesetzen ja arg übertrieben, das hat Jesus richtig erkannt. Gott gab Moses zehn Gebote und er machte daraus ein Gesetzeswerk mit hunderten von Vorschriften. Haben Sie je Schweinefleisch gegessen? Oder an einem Samstag (Sabbath) gearbeitet? Dann würden Sie nach mosaischem Gesetz zum Tode durch Steinigung verurteilt. Jesus hat den Widersinn dessen erkannt und reduzierte sogar die zehn Gebote auf ein Einziges: Liebe Deinen Nächsten so wie Dich selbst – damit erfüllst Du alle Gesetze und Gebote.

Jesus ernst nehmen, auch beim Thema Homosexualität
Aber Sie scheinen Jesus irgendwie nicht so richtig ernst zu nehmen. Sie hetzen gegen Homosexuelle, obwohl Jesus sich nie dazu geäussert hat und nur der übereifrige Moses Homosexualität als kultische Unreinheit deklarierte (Leviticus 18,22 und 20,13) – so wie das Essen von Schweinefleisch (Leviticus 11,7) und so wie er auch forderte, dass unartige Kinder gezüchtigt werden sollen (Deuteronomium 21,18). Haben Sie wirklich nicht bemerkt, dass Jesus alle Menschen liebte? Und hat er uns – also auch Ihnen – nicht verboten über andere zu richten?

Transsexuelle Geschöpfe Gottes
Wenn man bedenkt, dass nach aktuellem Stand der Wissenschaft Transsexualität nicht im Kopf entsteht sondern biologische Ursachen hat, dann führen Sie sich auf wie die Pharisäer, indem Sie Menschen ausstossen aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes. Ist das im Sinne des jüdischen Rabbi Jeshua, den Sie als Jesus Christus anbeten?

Transsexuelle und Umweltzerstörung….. hä?
Und wenn man bedenkt, dass Sie die globale Umweltzerstörung (sie sprachen beispielhaft von Regenwaldabholzung) mit Transsexualität und Homosexualität gleichsetzen, dann mache ich mir wirklich Sorgen um Ihre geistige Gesundheit oder um ihre Geisteshaltung. Die Umweltzerstörung – also die Zerstörung von Gottes Schöpfung – bedroht das gesamte Leben dieses Planeten. Sowohl transsexuelle als auch homosexuelle Menschen sind für niemanden eine Gefahr, sie schaden niemandem und zerstören nichts. Wenn Sie solche Menschen mit der systematischen Ausbeutung und Zerstörung von Gottes Schöpfung gleichsetzen, dann fehlen mir wirklich die Worte, um soviel Unsinn noch zu kommentieren.

Vom Kreuz steigen
Mit Verlaub, aber ich glaube, wenn Sie diese Weihnachtsrede unter dem Kreuz gehalten hätten, wäre der Nazarener vom Kreuz gestiegen und hätte Sie kräftig in den Hintern getreten und er hätte Ihnen gesagt, dass Sie nichts, auch wirklich gar nichts verstanden haben von dem, was er ein Leben lang lehrte und für das er zu sterben bereit war. Jesus predigte Liebe, Sie predigen Ausgrenzung.

Jesuanisches Denken und Ausgrenzung
Die moderne Welt braucht mehr denn je das jesuanische Denken, wir richten viel zu viel über andere, vergeben können und wollen wir schon gar nicht. Wenn Sie, als Oberhaupt der römischen Kirche, nun zum Hassprediger werden und Transsexuelle ausgrenzen und verteufeln, dann verraten Sie Jesus und entfernen sich von seiner Lehre – nein Sie entfernen sich nicht nur, sie verraten sie.

Kinder Gottes
Denn er lehrte uns, dass wir alle Kinder Gottes sind und alles von Gott Geschaffene gut ist. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um Verhaltensweisen sondern um Wesensarten und wenn Gott es gut findet, Menschen wie mich zu schaffen, dann wird das seine Ordnung haben und es steht Ihnen nicht zu, über Gottes Geschöpfe zu urteilen.

Besinnung
Ich hoffe sehr, dass Sie diese Zeit der Besinnung nutzen und sich wieder an die Werte der jesuanischen Nächstenliebe erinnern und bei der diesjährigen Weihnachtsrede nicht wieder zum Hassprediger werden.

Frohe Weihnachten, wünscht Ihnen
Diana, als transsexuelles Wesen von Gott erschaffen

NACHTRAG: Es sei darauf hingewiesen, dass ich das nicht war ;-)
Frau attackiert Papst

Ein platonischer Mythos und eine kleine Uminterpretation

Kürzlich habe ich auf Facebook n’nettes Mädel kennen gelernt, die hat mich nun auf ein Lied aufmerksam gemacht, das ich nicht kannte und das in meinem Kopf wildeste Pirouetten vollzieht. Das Lied “Origin of Love” (Ursprung der Liebe) ist von einer Band namens “Hedwig and the angry inch” und kommt aus dem gleichnamigen Film über eine TransFrau aus der DDR, die in einer Rockband singt. Den Film kenne ich noch nicht, werde zu gegebener Zeit aber darüber berichten.

Das Lied übernimmt einen Mythos von Platon, in dem es um “Kugelmenschen” geht. Die Geschichte besagt kurzgefasst, dass Menschen ursprünglich Doppelwesen waren. Alle hatten zwei Seiten, so wie wenn man zwei Menschen am Rücken zusammen klebt. Da gab es drei Geschlechter, es gab Doppelmänner, Doppelfrauen und MannFrau-Wesen. Die Götter sahen dann, dass diese Kugelmenschen viel zu mächtig waren und so entschieden sie sich, diese zu trennen. Pointe dieser Geschichte ist, dass wir alle eigentlich nur halbe Menschen sind und unser gegenteiliges Stück suchen und erst dann wieder zu voller Kraft kommen, wenn wir mit der verlorenen Hälfte vereint sind. Ein wunderschöner Mythos über die Liebe…… und ein wunderschönes und kraftvolles Lied…….

Aber wie so oft, tauchen in meinem Köpfchen gleich Folgegedanken auf, die irgendwie faszinierend sind. Vielleicht sind transsexuelle Wesen dieser MannFrau-Kombination, die aus unerfindlichen Gründen nicht getrennt werden konnten. Diese MannFrauen wurden Kinder des Mondes genannt. Ich bin am Vollmond geboren und die Göttin Diana ist unter Anderem auch die Göttin des Mondes. Und tatsächlich haben Transsexuelle eine Art von Macht, die Doppelsichtigkeit, die Fähigkeit, beide Geschlechter zu vereinen, sie zu verstehen und sich in sie hineinfühlen zu können.

Nach jüdischer Mythologie ist ein Mensch erst vollkommen, wenn Mann und Frau vereint sind, andernfalls ist man unvollständig und schutzlos, es braucht beide Seiten so wie Ying und Yang. Wenn jüdische Männer das Haus verlassen mussten und die Frau zurück liessen, baten Sie die “Schechina“, der weibliche Aspekt Gottes, um Hilfe, dass diese sie begleitet und beschützt, weil sie wussten, dass sie ohne ihre andere Hälfte schutzlos wären.

Irgendwie spannend, wie sich der Kreis immer wieder schliesst. Und irgendwie faszinierend, wie etwas, was in unserer Kultur ein Makel ist, auch als wundervolle Gabe verstanden werden kann.

When the earth was still flat,
And the clouds made of fire,
And mountains stretched up to the sky,
Sometimes higher,
Folks roamed the earth
Like big rolling kegs.
They had two sets of arms.
They had two sets of legs.
They had two faces peering
Out of one giant head
So they could watch all around them
As they talked; while they read.
And they never knew nothing of love.
It was before the origin of love.

The origin of love

And there were three sexes then,
One that looked like two men
Glued up back to back,
Called the children of the sun.
And similar in shape and girth
Were the children of the earth.
They looked like two girls
Rolled up in one.
And the children of the moon
Were like a fork shoved on a spoon.
They were part sun, part earth
Part daughter, part son.

The origin of love

Now the gods grew quite scared
Of our strength and defiance
And Thor said,
“I’m gonna kill them all
With my hammer,
Like I killed the giants.”
And Zeus said, “No,
You better let me
Use my lightening, like scissors,
Like I cut the legs off the whales
And dinosaurs into lizards.”
Then he grabbed up some bolts
And he let out a laugh,
Said, “I’ll split them right down the middle.
Gonna cut them right up in half.”
And then storm clouds gathered above
Into great balls of fire

And then fire shot down
From the sky in bolts
Like shining blades
Of a knife.
And it ripped
Right through the flesh
Of the children of the sun
And the moon
And the earth.
And some Indian god
Sewed the wound up into a hole,
Pulled it round to our belly
To remind us of the price we pay.
And Osiris and the gods of the Nile
Gathered up a big storm
To blow a hurricane,
To scatter us away,
In a flood of wind and rain,
And a sea of tidal waves,
To wash us all away,
And if we don’t behave
They’ll cut us down again
And we’ll be hopping round on one foot
And looking through one eye.

Last time I saw you
We had just split in two.
You were looking at me.
I was looking at you.
You had a way so familiar,
But I could not recognize,
Cause you had blood on your face;
I had blood in my eyes.
But I could swear by your expression
That the pain down in your soul
Was the same as the one down in mine.
That’s the pain,
Cuts a straight line
Down through the heart;
We called it love.
So we wrapped our arms around each other,
Trying to shove ourselves back together.
We were making love,
Making love.
It was a cold dark evening,
Such a long time ago,
When by the mighty hand of Jove,
It was the sad story
How we became
Lonely two-legged creatures,
It’s the story of
The origin of love.
That’s the origin of love.

Und dieses Video erinnert mich wieder daran, dass ich seit meiner Kindheit auf die Bühne wollte und dass ich in diesem Jahr öfters davon träumte, wie schön es sein könnte, Sängerin einer Rockband zu sein. Ein T-Girl als Frontfrau einer Band stell ich mir extrem spannend vor und ich liebe Musik so sehr, dass ich mir das wirklich wünschen würde. Nur müsste ich erst mal singen lernen und dazu erst mal ein Talent haben. Aber wer weiss, wenn das Schicksal es so vorgesehen hat, wird es irgendwann soweit sein :-)

Hormontherapie geändert….. und ab geht die Post

Als ich mein Leben Anfang Jahr umstellte, war für mich undenkbar, diesen Prozess zu durchlaufen ohne dass der Körper mitkommt. Deshalb war klar, dass ich von Anfang an mit der Hormontherapie anfange. Aus bereits beschriebenen Gründen unterstützte mich das Uni-Spital dabei nicht, weil sie sich einem veralteten Standard verpflichtet fühlen, der einen einjährigen Alltagstest fordert. Aber sie akzeptierten meine Selbstversorgung, immerhin etwas. Ich habe mehrfach darum gebeten, dass ich wenigstens ein informatives Gespräch mit einem Endokrinologen bekomme, damit ich mich da nicht falsch medikamentös versorge, auch das wurde verweigert.

Ich begann mit der unter T-Girls verbreiteten Antibabypille Diane-35. Bei der ersten Dosiserhöhung von 2 auf 4mg setzte dann das Brustwachstum ein, was mir unglaublich viel Kraft geb, zu erleben, dass aus der Raupe tatsächlich ein Schmetterling wird. Später nahm ich zusätzlich den Testosterionbklocker Androcur und war so der Meinung, recht gut versorgt zu sein. Auch eine spätere Überprüfung der Blut- und Leberwerte und der Hormonpegel zeigte, dass alles prima läuft.

Trotzdem setzte irgendwann im Sommer das Brustwachstum aus, noch bevor ich die kleinste BH-Grösse richtig hätte füllen können. Eine weitere Dosiserhöung auf 6mg Estradiol änderte daran auch nicht viel. Weil diese Wachstumsprozesse schubweise verlaufen, gab mir das zu Beginn auch nicht zu denken. Aber im Herbst begann ich mir Sorgen zu machen.

An einem Stammtisch des Zürcher Transensyndikats erklärte mir dann eine Freundin, dass Diane-35 Beta-17-Estradiol beinhaltet anstatt irgend ein anderes Estradiol (das Ganze ist mir irgendwie zu hoch). Sie meinte, Diane-35 sei zwar gut für den Anfang, tauge ab er nichts längerfristig. Sie empfahl mir Hormonpflaster. Diese haben auch den Vorteil, dass sie nicht über die Leber gehen, also gesundheitlich viel sicherer sind. Bisher war ich aber der Meinung, dass über die Haut zuwenig Estradiol aufgenommen würde, deshalb habe ich diese Option nie ausprobiert.

Vor etwa zwei Wochen stellte ich also alles wieder auf den Kopf und nahm zwei Estradiol-Pflaster Evopad-100 sowie ein Progesteron Zäpfchen Progeffik-100 und das Androcur. Ich war gespannt, was nun passieren würde.

Und gespannt ist ein guter Ausdruck, denn seit Tagen spannt meine Brust immer wieder, mal juckt es in den Brustwarzen, mal quiekt es innerhalb der Brust, da geht wirklich etwas ab, das ich seit Sommer so nicht mehr erlebt habe. Gerade jetzt während des Schreibens zieht es wieder in beglückender Weise, das war auch der Auslöser für diesen Blogbeitrag. Es ist noch zu früh um abschliessend darüber zu urteilen, aber die ersten Anzeichen sind vielversprechend. Dank an dieser Stelle an Sarah, Dein Tipp war Gold wert :-)

Und so blicke ich einmal mehr etwas ratlos in Richtung Zürcher Universitätsklinik und frage mich, wem diese “unterlassene Hilfeleistung” dienen sollte. Mir hat es definitiv nicht geholfen, ich bin monatelang die Risiken einer Hormonbehandlung eingegangen, ohne dass es zu nennenswerten Fortschritten kam. Umso mehr freue ich mich, dass diese Zeit nun vorüber ist und ich ab 8. Januar mit der offiziellen Hormontherapie beginnen kann und von da an professionell versorgt bin.

Nachtrag: Ich frag mich grad, ob ich Alkohol jetzt wieder besser vertrage, da ja die Leber nun entlastet ist. Das muss ich Anfang Jahr so rasch wie möglich rausfinden. Hey Barkeepers, stellt schon mal das Guinness kühl, Diana kommt bald mal zum Testtrinken – aus rein wissenschaftlichen Gründen ;-)

Ja zur geschlechtsangleichenden Operation

WICHTIGE VORINFORMATION
Die hier gebotenen Links auf andere Webseiten sind teils sehr schwer zu verdauen. Es geht hier um Operationen und die hier aufgeführten Webseiten enthalten Bildmaterial in teils blutiger Art. Bitte lest diesen Artikel genau und entscheidet erst nach dem Lesen eines Kapitels, ob Ihr euch den Link wirklich zumuten wollt. Da gehts teils sehr gruslig zu und her.

Als ich mich Anfang 2009 entschloss, meine zweite Lebenshälfte in der meinem Inneren entsprechenden Geschlechterrolle zu leben, wollte ich mich noch nicht festlegen, ob ich am Schluss auch die geschlechtsangleichende Operation (GaOp) mache oder nicht. Klar wollte ich das, aber die Risiken und Strapazen eines solch imensen Eingriffs (6-8 Std Op), beflügelten meinen Verstand zu deutlichem Einspruch. Also sagte ich mir, ich lebe jetzt als Frau, mach die Hormontherapie und am Schluss entscheide ich, ob ich diesen letzten Schritt wirklich brauche.

Die Entscheidung – Ja zur GaOp
Unterdessen ist viel in mir passiert und ich bin so in meinem Leben als Frau angekommen, dass es für mich nicht mehr vorstellbar ist, bis ans Lebensende eine Frau mit falschem primärem Geschlechtsteil zu sein. Ich kann und will nicht den Rest meines Lebens jeden Tag dieses Ding sehen, das mich daran erinnert, was ich früher einmal sein musste. Dementsprechend kann ich heute mit abschliessender Gewissheit sagen: alea iacta est – die Würfel sind gefallen.

Auf der einen Seite erfüllt mich das mit unbeschreiblicher Freude, ich weiss jetzt, dass der Tag kommen wird, an dem ich vor dem Spiegel stehen kann und mich als ganze Frau wahrnehme. Und ich weiss, dass ich eines Tages einen Ausweis besitzen werde, in dem ich als Frau ausgewiesen werde. Nie wieder Post an diesen Herrn adressiert, nie wieder männliche Ansprachen bei Behördengängen, nie wieder Angst vor einer allfälligen Leibesvisitation am Zoll….. nie wieder männlich.

Damit beginnt für mich die Phase, in der ich mich noch mehr mit der GaOp beschäftigen will, diesmal nicht als Hypothese oder zukünftige Option sondern als Tatsache, was nächstes Jahr mit mir geschehen wird. Und daran möchte ich Euch auch teilhaben lassen, auch wenn vorallem Jungs bei diesem Thema idealerweise nichts essen sollten vor dem Lesen. Im speziellen die hier gebotenen Links auf medizinische Seiten sollten nur betrachtet werden, wenn man eine dicke Haut hat.

Geschlechtsangleichende Operation
Bei der GaOp wird das männliche Geschlechtsteil in eine sogenannte NeoVagina umgeformt. Was kaum vorstellbar ist, wird dank pastischer Chirurgie mit überraschend gutem Resultat möglich. Kurz zusammengefasst und stark vereinfacht wird dabei folgendermassen vorgegangen:

  1. Die Hoden werden entfernt.
  2. Der Schwellkörper und der Grossteil der Eichel werden entfernt.
  3. Die Harnröhre und ein Stück der Eichel (für die NeoKlitoris) wird verlegt.
  4. Im “Innenraum” wird durch Verschieben und Herumwürgen etwas Platz geschaffen.
  5. Die nun hohle Penishaut wird am Ende zusammen genäht und nach innen gestülpt.
  6. Aus dem Rest der Eichel wird die Klitoris geformt
  7. Aus einem Teil des Hodensackes werden die Schamlippen geformt.

Risiken einer GaOp
Diese GaOp birgt eine Reihe von Risiken, wenn beispielsweise wichtige Nerven versehentlich gekappt werden, fühlt man da nichts mehr. Es kann mit der Harnröhre Probleme geben und vieles mehr. Die Chancen stehen zwar gut, dass man diesen Eingriff schadlos übersteht, aber die Risiken sind nunmal da.

Genesung nach der GaOp
Wenn alles ohne Komplikationen abgelaufen ist, bleibt man 3-4 Wochen im Spital. Man kann zwar schon nach einigen Tagen das Bett ein wenig verlassen, aber wegen der Nachbetreuung muss man ne Weile da bleiben. Wie es anschliessend weiter geht, da gehen die Erfahrungen weit auseinander. Es wird auch sehr auf den Job ankommen. In meinem Fall gehe ich davon aus, dass ich schon bald wieder arbeiten kann, weil ich eh nur sitze. Ok genau das könnte am Anfang schwierig sein, aber notfalls könnte ich auch zuhause liegend mit dem Notebook auf dem Bauch programmieren. Ich blogge ja auch oft so, das geht prima. Aber bis ich wieder auf Stöckelschuhen raumlaufen kann, dürfte dann doch noch ne Weile dauern.

Sexuelle Empfindungen
Da dieser Eingriff so ziemlich an die Grenzen der Möglichkeiten der plastischen Chirurgie geht, kann nicht erwartet werden, dass alles wundervoll läuft. Schwere Schädigungen sind zwar selten, aber die Frage wieviel man nach der Op fühlt, ob und wie es mit der Erregbarkeit steht, ob man “penetrationsfähig” ist oder sogar orgasmusfähig, all das ist in Frage gestellt. Eine gute Freundin von mir, die bei dem Chirurgen operiert wurde, der auch meine Op machen wird, kann all diese Fragen positiv beantworten, sie ist rundum zufrieden. Aber bei einigen ist das eine oder andere beeinträchtigt. Gerade bei diesem Thema müssen Betroffene sich bewusst sein, dass sie mit entsprechenden Verlusten rechnen müssen. Bei mir persönlich ist es so, dass mir die sexuellen Aspekte nicht soooo wichtig sind, aber nichts zu fühlen wär doch schwer zu verdauen. Aber wenn einem die Sexualität sehr wichtig ist, muss man sich dieses Risiko wirklich gut überlegen.

Fakten über Fakten – alles über die GaOp
Das ist wie gesagt stark vereinfacht. Eine sehr ausführliche Geschichte der Geschlechtsangleichungen samt detaillierter Erklärung des Operationsvorgangs samt aussagekräftigen Skizzen und am Schluss einige Fotos der Operationsergebnisse nach erfolgter Verheilung.

Operativ aufgebaute Vagina bei Mann zu Frau Transsexualität

Fotos einer NeoVagina
Nun geht’s ans Eingemachte, ich weise nochmal darauf hin, dass die in diesen Links gezeigten Bilder nichts für schwache Nerven sind, also draufklicken auf eigene Gefahr. Nachfolgender Link zeigt Fotos einer NeoVagina kurz nach der Operation und ein Jahr später. Während Ersteres ziemlich gruslig ist, zeigt Zweiteres doch ein überraschend schönes Resultat: Operation Frau (Dr. Krege)

Fotos mit Erklärung einer GaOp
Falls jemand noch stärkere Nerven hat, dann wird in nachfolgendem Link sowohl mit Bildern als auch viel technischen Informationen detailliert gezeigt, wie eine GaOp abläuft. Was hier gezeigt wird, sind sehr blutige Bilder einer Operation, deren Anblick wirklich schwer zu verdauen ist. Im Speziellen Jungs sollten sich das nicht ansehen, Ihr habt sonst monatelang Albträume ;-)
WARNUNG – SEHR BLUTIGE BILDER:
Operation Mann zu Frau (Dr.Krege)

Fazit – wenn’s sein muss, muss es halt sein
Ich denke, man sollte diese Operation nicht machen, nur weil man es möchte. Man sollte es nur machen, wenn man es machen muss. Das ist keine Blinddarmoperation, es ist ein schwerer Eingriff mit möglicherweise fatalen Konsequenzen. Nur wenn jemand ohne diesen Schritt nicht sein kann, dann muss es halt sein….. und dann ist es auch die einzige Möglichkeit.

Die verpasste Jugend eines T-Girls

Die Tatsache, dass ich vier Jahrzehnte im falschen Körper verbrachte, raubte mir in meinem Leben viele Dinge, viele Zeiten gingen vorüber ohne dass ich sie in mir entsprechender Art hätte leben können. Am meisten traure ich um meine Jugendzeit, die Jahre in denen aus Mädchen Frauen werden, die aufregend sind und neue Erfahrungen im Multipack bringen, die Zeit in der man sich sucht, findet und präsentiert. Ich glaube, keine Zeit des Lebens ist so abenteuerlich, es ist die Zeit der geschlechtlichen Entfaltung – sofern einem dies erlaubt wird.

Bei uns Transsexuellen ist das definitiv nicht der Fall. Wir haben in der Regel bis dahin längstens verstanden und gelernt, wie wir sein müssen. Aber ein Mädchen kann sich nicht zum Mann entfalten und sie kann sich auch nicht zur Frau entfalten, sie bleibt irgendwie stehen. Für mich war es die Zeit, in der ich anfing mich mit Computern zu beschäftigen. Die stellen keine Geschlechternormen auf, da gibt es nur klare Fakten und als Programmiererin habe ich die Kontrolle über diese kleine Welt – ganz im Gegensatz zur Welt da draussen, die mir mit der pupertären Entfaltung ein unlösbares Problem stellt.

Was wäre aus diesem Mädchen geworden, wenn es damals schon Diana hätte sein können, was hätte sie erlebt, wie hätte sie sich entfaltet? Wir werden es nie erfahren.

Auch heute, als ich im Kino “Alvin and the Chipmonks 2″ schaute, rutschte ich trotz des lustigen Films zeitweise ab. Der Film spielte an einem College, in der Zeit die ich am meisten vermisse, die Zeit an dem mein Leben innerlich stehen blieb. Wenn ich in solche Welten hinein blicke, öffnet sich ein Tor zu meinem Inneren, des eine Leere zeigt, eine Lücke die nie wieder gefüllt werden kann und es entsteht eine ungeheure Sehnsucht nach dieser verpassten Zeit – ich wünschte mir, ich hätte wenigstens einmal an einem Schüllerball tanzen können.

Auch wenn ich mich heute des Öfteren pupertär fühle wie verrückt und auch wenn ich teilweise pupertäre Gefühlswallungen habe, kann diese Lücke nie wirklich gefüllt werden. Jede Zeit ist einmalig, man kann die Jugend nicht nachholen, jedenfalls nicht vollumfänglich.

Ich habe gelernt mit Verlusten umzugehen, was verloren ist, wird losgelassen. Nur in ganz seltenen Fällen gelingt mir das nicht, weil der Verlust einfach zu gross ist um loszulassen. Meine verpasste Jugend gehört definitiv dazu.

Also wenn ich wieder mal eine girlige Phase habe, habt Verständnis, da ist einfach zu viel was verpasst wurde…… und deshalb halte ich es nachwievor für ok, dass ich mich auch mit 43 Jahren noch T-Girl nenne, weil etwas in mir diesen Sprung zum Frausein nie schaffte und nie schaffen wird…… und auf eine gewisse Weise schätze ich das sogar. Das was ich nie wirklich hatte, geht mir dafür im Gegensatz zu Anderen auch nie verloren – hat ja irgendwie auch was Schönes.

Ich habe schon vor langer Zeit gesagt, ich sei ein “ewiges Kind”, wie Recht ich habe und weshalb dem so ist, wird mir erst jetzt so richtig klar.

Transsexuelle Frau in Obamas Regierung

Soooooooooooooo genial, Obama hat eine transsexuelle Frau in die Regierung aufgenommen. Amanda Simpson gilt als hochqualifziert (so sind TwoSpirits halt), arbeitete bisher als Direktorin von “Raytheon Missile Systems” in Tucson und wird nun und wird nun technische Beraterin im Handelsministerium. Beim Amtsantritt sagte sie:

Als erste transsexuelle Regierungsbeauftragte hoffe ich, dass ich bald eine von Hunderten bin

(Amanda Simpson)

Nun denn, da hoffe ich mit, wenn Transsexuelle solche Posten einnehmen, wird das sicher auch das Image von uns allen verändern. Wer sich nachwievor am Mythos festbeisst, dass Transsexuelle eh alle im Rotlicht-Milieu arbeiten, dürfte da langsam in einen Argumentationsnotstand rutschen.

Aber natürlich gehen christliche Hassprediger Fundamentalisten bereits auf die Barrikaden und verschmutzen mit ihrem pervertierten Denken die Landschaft. Peter LaBarbera, Präsident einer rechtskonservativen Organisation namens «Americans for Truth», ereifert sich bereits öffentlich und fragt: “Wie weit soll diese Politik des homosexuellen Aktivismus gehen?”. Damit entlarvt sich einmal mehr eien christlicher Fanatiker und zeigt, dass er erstens dumm wie Brot ist, weil Transsexualität nichts mit Homosexualität zu tun hat und zweitens, weil er zeigt, dass er von der selbst gepredigten Nächstenliebe überhaupt nichts hält.

Schön an dieser Sache ist auch, dass 20minuten-Online diesen Artikel korrekt wiedergegeben hat, ohne hämischen Unterton oder beleidigende Wortwahl. Da können wir mal gespannt sein, wie derselbe Artikel im Blick erscheinen wird, es graut mir jetzt schon.

Ich werde mal die Medien im Auge behalten und hier allfällige Beiträge veröffentlichen:
20min: Erste Transexuelle in Obamas Regierung
Heute.At: Obama holt Transsexuelle in US-Regierung
Welt.de: Die Transsexuelle im Ministerium
Wienerzeitung: Simpson – Harter Kerl und zarte Frau

Auf Facebook entsteht soeben eine Unterstützungsgruppe, ich bin die 38. die mit von Partie ist :-)
Amanda Simpson Support Group

PS: jetzt erobern wir die Welt und wenn wir die Weltherrschaft an uns gerissen haben, verbieten wir Testosteron und Kopfsteinpflaster, jawoll :o)

Frauenklinik – for girls only :-)

Heute wars endlich soweit und ich durfte zum ersten Mal in die Frauenklinik am Universitätsspital in die Endokrinologie. Das Ganze lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen:

Es war ein berauschendes Gefühl, erstmals die Frauenklinik zu betreten, der Ort im Unispital, an dem nur Mädels ein und ausgehen…… Ich wurde wegen meiner bisherigen medikamentösen Selbstversorgung wider Erwarten nicht öffentlich hingerichtet….. Demnächst werde ich mein Rezept kriegen und werde von da an offiziell mit Hormonen versorgt….. Die Verantwortlichen der Psychiatrischen Polyklinik hätte ich heute am liebsten gevierteilt und in heissem Öl gebadet….. So in etwa ist die Kurzfassung, aber Ihr kennt mich ja, dabei kann ich’s nicht lassen, also alles der Reihe nach…….

Nur Frauen dürfen in die Frauenklinik
Als ich durchs Portal in die Frauenklinik stöckelte, war ich den Tränen nah, einfach weil es so ein unbeschreiblich schönes Gefühl ist, da rein zu dürfen, wo nur Frauen reingehen – sozusagen eine medizinische Frauwerdung der akademischen Art. Mir war zwar mulmig, weil ich mit einem Zusammenschiss rechnete, aber dass ich nun da hingehöre, war einfach umwerfend und nicht zuletzt ist das der erste Schritt in die offizielle Behandlung. Bei der Anmeldung wimmelte es von Frauen und ich war eine davon, wow, man muss echt transsexuell sein um sich vorstellen zu können, wie sich das anfühlt.

Doch keine Hinrichtung
Als ich dann zur Hinrichtung äh zum Gespräch berufen wurde, war ich hocherfreut, dass meine Endokrinologin eine Frau ist, denn Frauen sind meistens verständnisvoller und Verständnis brauchte ich jetzt, wenn ich erklären musste, warum ich mich selbst mit Medis versorgt habe. Und genauso kam es dann auch. Sie war zwar wenig begeistert ob meiner einjährigen Selbstversorgung, aber sie ersparte mir eine Standpauke, informierte sich über ein paar medizinische Fragen und erklärte dann, wie es weiter geht.

Die offizielle Hormontherapie geht los
Und weiter gehts folgendermassen. Nächsten Dienstag morgen muss ich zur nüchternen Blutabnahme, ich darf also an diesem Morgen keinen Whiskey in den Kaffee schütten oder so ähnlich. Falls die Blutwerte ok sind und nichts gegen die Hormontherapie spricht, kriege ich einen Folgetermin und kann mein Rezept abholen. Von da an werde ich alle drei Monate wieder kontrolliert und die HRT allenfalls angepasst. Beim Testosteronblocker Androcur meinte sie, dass sie ansonsten auch die doppelte Dosis abgeben, als ich mir verordnet habe, aber da mein Testosteronpegel zumindest beim letzten Check auf nahezu null war, scheint das bei mir nicht nötig zu sein.

Östrogene versus Nikotin
Bei den Östrogenen wird sie mir aber nur die Hälfte geben von dem, was sie sonst abgeben, weil ich Dummchen halt immer noch nicht aufhören konnte zu rauchen. Das dürfte nicht soooo schlimm sein, weil die dort eh ziemmlich heftig dosieren, somit wäre auch die Hälfte noch relativ viel. Anderseits will ich natürlich dass es vorwärts geht und somit habe ich nun ein gutes Argument mehr um diese idiotische Sucht endlich zu überwinden. Sie sagte, dass sie die Dosis erst erhöhe, wenn ich deutlich weniger rauche, also nicht unbedingt aufhören muss aber zumindest reduzieren. Das wär mir selber lieb und mit dieser Motivationshilfe klappt es vielleicht endlich, zumindest das Reduzieren. Mir gehts eh seit einiger Zeit mega gut, da traue ich mir langsam wieder zu, meinen ärgsten Feind niederzumachen.

Diane-35 hätte mich mein Leben kosten können
Soweit also das Erfreuliche und Bejubelnswerte, nun aber das, was mich heute verdammt wütend gemacht hat. Als ich ihr erzählte, dass ich die Antibabypille Diane-35 ein Jahr lang genommen habe und das auch noch grosszügig dosiert, verdrehte sie die Augen und erklärte mir, dass ich damit so ziemlich die schlechteste Wahl getroffen habe. Auf Diane-35 kam ich, weil diese Pille bei TransFrauen vorallem in der Anfangszeit sehr beliebt ist, weil sie ein klein wenig Testosteronblocker drin hat. Aber da ich ja Androcur nehme, brauchts das eh nicht. Aber das grosse Problem dabei ist, dass Diane-35 eine Östrogenvariante beinhaltet, die ein deutlich höheres Tromboserisiko hat als andere Östrogenarten. Und da ich rauche, war der ganze Spass brandgefährlich und hätte mich das Leben kosten können.

Im Dezember habe ich Diane-35 abgesetzt, weil mir eine Freundin erklärte, dass das Östrogen in dieser Pille für eine wesentliche Verweiblichung des Körpers gar nicht taugt. Ich hab dann auf Östrogenpflaster umgstellt und prompt fing das Ziehen in der Brust wieder an, das diesen Sommer nach dem ersten Entwicklungsschub stagnierte.

Lieber eine tote Patientin als ein nicht eingehaltener Standard
Mit anderen Worten, ich habe ein Jahr lang ein Medikament geschluckt, das nicht das brachte, was ich mir erwünschte, das mich aber hätte umbringen können. Und damit war ich an dem Punkt, an dem ich wirklich sauer wurde. Ich habe dem Oberarzt der Psychiatrischen Uniklinik von Anfang an gesagt was ich nehme und wie hoch ich dosiere, ich habe ihn mehrfach fragen lassen, ob ich nicht wenigstens mal ein informelles Gespräch in der Endokrinologie haben kann um sicherzustellen, dass ich da nichts falsch mache. Aber nein, die Einhaltung eines veralteten Standards ist ja viel wichtiger als die Frage, ob ich aufgrund ihrer unterlassenen Hilfeleistung abkratze. Es hätte ihn ein kurzes Telefon gekostet um darüber informiert zu werden, dass ich mit dieser Pille meinen Hintern riskiere. Was zum Teufel ist das für eine idiotische Einstellung für jemanden, der mal geschworen hat, kranke Menschen zu heilen?

Der Alltagstest als Endlösung der Transsexuellenfrage?
Der von dem USZ geforderte einjährige Alltagstest ist menschenverachtend und sinnlos, er verlängert das Leiden der Betroffenen in unnötiger Weise. Ich habe akzeptiert, dass man mir die Medikamente ein Jahr lang verweigert, solange sie akzeptieren, dass ich mich selbst versorge. Aber die Verweigerung eines informellen Gesprächs mit Hormonfachleuten ist meines Erachtens grobfahrlässig und verantwortungslos.

Kriegserklärung an die Schweizer Standards of Care(less)
Momentan habe ich weder Zeit noch Energie für weitere Kämpfe, aber soviel ist klar, wenn mein Prozess mal abgeschlossen ist und ich wieder genug Freiraum habe, werde ich alles daran setzen, um die gängige Praxis auszuhebeln, selbst wenn ich diese Frage bis nach Strassburg ziehen muss. Diese Hinhaltetaktik des Alltagstests ist hochgradig suizidfördernd und da viele TransFrauen das nicht mit sich machen lassen und zur Selbstversorgung greifen, ist es auch noch massiv gesundheitsschädigend. Und wozu das Ganze? Mir fehlt wirklich jeglisches Verständnis für diese menschenverachtende und gefährliche Praxis.

Und doch ein dickes Lob an das Unispital
So nun hab ich mich genug darüber ausgelassen – fürs Erste. Trotzdem bin ich nachwievor froh darum, dass ich meinen Weg über das USZ gehe. Ich werde dort von wirklich guten Fachleuten betreut, habe eine tolle Psychologin, eine ebenfalls tolle Logopädin und nun auch noch eine fähige Endokrinologin und schlussendlich auch einen Chirurgen mit jahrelanger Erfahrung. Ich fühl mich nachwievor dort gut aufgehoben und kann allen nur empfehlen, diesen Weg zu gehen. Aber eben, diese Standard-Einhaltungs-Manie muss ein Ende haben und dafür werde ich eines Tages sorgen.

PS: um Missverständnissen vorzubeugen, das niedergemachte Monster auf dem Bild soll kein Arzt sein sondern steht symbolisch für diese Praxis, die ich zu gegebener Zeit abmurksen werde.

Geschlechtsumwandlung aus der Grundversicherung der Krankenkassen streichen?

Heute lancierten “christlich”-konservative Kreise eine Volksinitiative, die Abtreibungen aus der Grundversicherung der Krankenkassen entfernen will. Bei dieser Gelegenheit wurde angekündigt, dass das erst der Anfang sei und dass als Nächstes “Geschlechtsumwandlungen”, unnötige Kaiserschnitte und ähnliches aus der Grundversicherung gestrichen werden soll. Soweit nichts Neues, SVP-Nationalrat Peter Föhn hat bereits 2009 eine Motion eingereicht, die zur Endlösung der Transsexuellenfrage beitragen soll.

Allein schon die Tatsache, dass der SVP-Polemiker von “Geschlechtsumwandlung” spricht, zeugt von totaler Unwissenheit. Das Geschlecht lässt sich nicht umwandeln, aber man kann einer Frau, deren Körper sich im embryonalen Stadium ins falsche Geschlecht entwickelt hat, mittels geschlechtsangleichenden Massnahmen ein einigermassen würdiges Leben ermöglichen. Leute die sich in diesem Thema auskennen, reden von Transsexualität, Transidentität oder Transsexualismus. Aber wer seinen Denkhorizont auf Blick-Niveau hat und trotzdem versucht zu politisieren, der spricht halt von Geschlechtsumwandlungen, weil das viel reisserischer und vorurteilsbelasteter ist.

Die Frage, ob geschlechtsangleichende Massnahmen nötig sind, werden von Wissenschaft und Medizin gestellt und beantwortet. Wer sich wie Herr Föhn nie damit auseinander gesetzt hat, kann nicht beurteilen, ob solche Massnahmen notwendig sind. Wie in aller Welt kommen Politiker auf die Idee, dass sie nun darüber bestimmen, welche Krankheiten mit welchen Mitteln behandelt werden? Sollen wir alle zukünftig anstatt zum Arzt ins SVP-Parteisekretariat gehen und dort um Hilfe bitten? Wie dreist muss jemand sein, um sich über alle medizinischen Fakten und internationalen Behandlungsstandards hinwegzusetzen, ohne auch nur einen Funken Fachwissen zu haben?

Natürlich geht es dabei nicht um Transsexuelle und auch nicht um die Kosten von geschlechtsangleichenden Operationen. Diese sind sehr selten und kosten keine 20’000 Franken – weit weniger als jahrelange Psychotherapie infolge einer verweigerten Geschlechtsangleichung. Aber den bürgerlichen Wirtschaftsvertretern geht es um etwas ganz anderes. Jahrelang haben sie ihre fetten Hintern in den Verwaltungsräten der Pharmaindustrie gebadet und jahrelang haben sie im Dienste der Pharma Parallelimporte verhindert, die Unsummen eingespart hätten. Das ist einer der Hauptgründe für die hohen Kassenprämien heutzutage und das muss nun verschleiert werden.

Also tut man so als ob man sparen würde, ein paar Fränkchen bei der Alternativmedizin, ein paar Fränkchen hier und dort und wenn man dann auch noch ein kleines Grüppchen von Menschen findet, die keine Lobby haben und eh schon gesellschaftlich stigmatisiert sind, lässt sich mit denen prima ein Exempel statuieren. Seht her, wir tun was, möchten die Wirtschaftslakaien jubeln und sich zum Retter der Nation aufspielen. Auf der Strecke bleiben Betroffene, für die es nur diese eine Möglichkeit gibt und denen mit so einem Vorstoss faktisch ein menschenwürdiges Leben verweigert wird.

Welche Beschwerden behandelt werden müssen und in welcher Form diese Behandlung am erfolgversprechendsten ist, das entscheiden auf der ganzen Welt Mediziner. Klar, die SVP spart seit Jahren auf dem Buckel von Invaliden und sozial Schwachen, das ist nichts Neues. Aber wenn diese politischen Brandstifter nun auch noch über medizinische Fragen regieren wollen, dann sehe ich schwarz für das Schweizer Gesundheitssystem. Und ich sehe schwarz für transsexuelle Menschen, die damit jeglicher medizinischer Unterstützung beraubt werden.

Wenn ich bedenke, wie dreckig die SVP stets ihre Abstimmungskampagnen führt, dann graut es mir wirklich davor, dass Transsexuelle wie ich eines Tages ein Visier auf der Stirn haben, zum Abschuss freigegeben werden und von den Strategen dieser Partei mit Dreck zugedeckt werden. Ich befürchte, es kommen schwere Zeiten auf uns zu. Transsexuelle haben in dieser Gesellschaft schon mehr als genug Vorurteile die sie ausbaden müssen, wenn die SVP eines Tages zum grossen Hallalli gegen Transsexuelle ruft, dürfte die gesellschaftliche Akzeptanz ganz am Boden sein und dann darf die SVP wirklich jubeln, weil sie mittels Erhöhung der Suizidrate unter Transsexuellen Geld gespart hat.

Ursachen von Transsexualität

Die Ursachen von Transsexualität sind bis heute nicht bewiesen. Aber im Gegensatz zu früher wird Transsexualismus in der Regel nicht mehr als psychische Erkrankung verstanden sondern als eine Folge biologischer Veränderungen. Transsexuelle bilden sich nicht ein, im falschen Körper zu sein, es sind tatsächlich körperliche Merkmale nachweisbar, die de-facto ausschliessen, dass es eine psychische Krankheit ist.

Im BadHairDays Blog ist schon vor einiger Zeit gut recherchierter Beitrag über “Körperliche Ursachen von Transsexualität” erschienen, der unter Anderem dutzende von Berichten und Forschungsresultaten bietet. Wer es wirklich genau wissen will, soll sich dort austoben, der Beitrag ist sehr informativ und mit den Links kann man wirklich in die Tiefe gehen. Hier möchte ich einfach mal einen einfachen Überblick geben, wie sich die Suche nach Ursachen entwickelt hat und wo wir heute stehen.

Ist Transsexualität eine psychische Krankheit?

Dass Transsexualismus eine psychische Erkrankung sein soll, war den Forschenden der Anfangszeit von Anfang an klar, ungeachtet der Tatsache, dass ihre Klassifizierung, Transsexualität sei eine Persönlichkeitsstörung, nie nachgewiesen werden konnte. Es taten sich bald massive Argumentationsnotstände auf. Wenn Transsexualität wie angenommen eine Art Wahn wäre, wären sich Transsexuelle ihres Zustands nicht bewusst, das heisst, sie würden glauben, wirklich vollumfänglich weiblich zu sein. Aber wie das bei Wissenschaften und Kirchen nunmal ist, wenn etwas mal aufgeschrieben und zum Dogma ernannt wurde, wird dieses “Fakt” zur Denksperre.

Geschlechtsidentität ist nicht änderbar

Doch man musste feststellen, dass man die vermeintlich defekte Geschlechtsidentität nicht ändern kann, weder mit Therapie, Medikamenten oder Elektroschocks. So kam man irgendwann zum Schluss, dass eine Verbesserung des Zustandes nur dann erreicht werden kann, wenn man den Körper dem Selbst anpasst. Und so begann man geschlechtsangleichende Massnahmen, wenn auch nur deshalb, weil halt das angeblich Kaputte nicht geflickt werden kann.

Transsexualität als Variante von Intersexualität?

Doch schon früh stellte der renomierte amerikanische Psychiater Harry Benjamin die Frage, ob Transsexualität nicht eine Variante von Intersexualität sein könnte. Intersexualität bedeutet, dass sich das Geschlecht teilweise in die falsche Richtung entwickelt hat. Früher entschied man sich bei der Geburt für eines der Geschlechter, operierte alles “korrekt” um und hatte somit eine 50% Chance, dass man dem Kind das falsche Geschlecht einoperiert hat. Heute findet hier langsam ein Umdenken statt – zum Glück. Jedenfalls ist die Frage berechtigt: Wenn der Körper in der Lage ist, den Körper teilweise dem falschen Geschlecht entsprechend zu entwickeln, dann kann er das auch ganz. Intersexuelle sind der Beweis dafür, dass ein Körper sich trotz eindeutiger Geschlechtsidentität anders entwickeln kann. Aber Benjamin versank in der Mehrheit, die sich an der Persönlichkeitsstörung festgebissen hatten.

Genetische Merkmale bei Transsexuellen

Weitere Forschungen ergaben, dass es verschiedene genetische Marker gibt, die ein Grossteil der Transsexuellen gemeinsam haben. Dass eine Persönlichkeitsstörung die DNA umprogrammiert, wird niemand behaupten, der auch nur annähernd ganz bei Trost ist. Spätestens hier müsste die Thema, Transsexualität sei eine psychische Erkrankung, fallen gelassen werden.

Hormone im Mutterleib als Ursache von Transsexualität?

Weitere Studien konnten nachweisen, dass Hormone während der Schwangerschaft die Geschlechtsentwicklung massiv verändern können.
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie: Hormone im Mutterleib beeinflussen Transsexualität

Die weibliche Gehirnstruktur von transsexuellen Frauen

Der meines Erachtens klarste Hinweis kommt von den Forschern J.-N. Zhou, M.A. Hofman und D.F. Swaab, die in ihrer Arbeit mit den Gehirnen verstorbener TransFrauen nachweisen konnten, dass die Stelle im Hirn, die für die geschlechtliche Entwicklung zuständig ist, bei TransFrauen und anderen Frauen gleich beschaffen sind. Die von ihnen ermittelte Neuronendichte ist eine organische Messung, es geht nicht darum was im Kopf vorgeht sondern wie er physikalisch beschaffen ist. Wenn das Zentrum für die Geschlechtsentwicklung bei TransFrauen gleich ist wie bei sonstigen Frauen, dann braucht es ein gehöriges Mass an Faktenresistenz, um dann noch von einer psychischen Erkrankung auszugehen.
NATURE, 378: 68-70 (1995) : Ein Geschlechtsunterschied im menschlichen Gehirn und seine Beziehung zur Transsexualität

Fazit

Transsexuelle bilden sich nicht ein, dem anderen Geschlecht zugehörig zu sein. Transsexuelle haben tatsächlich eine körperliche Anomalie.

Milton Diamond: Medizinische Ursachen für Transsexualität (Kapitel 2)

Transsexualität, Nazidenken, unterlassene Hilfeleistung und Menschenrechtsverletzungen

Manchmal haben wir uns schon so an menschenverachtende Dinge gewöhnt, dass wir gar nicht mehr merken, wie verdreht diese Welt ist. Dann hilft nur noch eine Analogie, um das zubetonierte Denken ein wenig aufzulockern. Mit solchen Analogien möchte ich heute beginnen, weil man das Absurde im Leben manchmal erst sieht, wenn es ad-absurdum geführt wurde.

  1. Jemand kommt zum Arzt und ein Hirntumor wird diagnostiziert. Der Arzt sagt, ja wir können Ihnen helfen, dieses krankhafte Gewebe zu entfernen. Aber dazu muss ich bei Ihnen Schizophrenie diagnostizieren. Aber ich bin ja gar nicht schizophren, antwortet der irritierte Patient. Ja das stimmt schon, das wissen wir auch, antwortet der Arzt, aber krankes Gewebe passt nicht in unser Denkmodell und deshalb müssen wir sie halt als persönlichkeitsgestört deklarieren, um Ihnen zu helfen.
  2. Ein anderer Krebspatient erhofft sich eine Chemotherapie. Das Problem ist, erklärt der Arzt, dass Ihnen nach der Chemotherapie die Haare ausfallen und das Herumlaufen mit einer Glatze kann eine schwere Belastung sein. Um sicher zu sein, dass Sie damit klar kommen, müssen Sie jetzt erst mal ein Jahr lang mit einer Glatze herumlaufen und wir beobachten, ob es Ihnen dabei besser geht. Falls es Ihnen in einem Jahr sichtlich besser geht, werden wir die Behandlung einleiten.
  3. Ein Ausländer beantragt die Einbürgerung, er spricht wie ein Schweizer, verhält sich wie ein Schweizer, alles an ihm ist schweizerisch, ausser der Hautfarbe und dem Pass. Ja klar, antwortet das Einwohneramt, wir können Sie einbürgern lassen, sie sind ja offensichtlich fast vollständig schweizerisch. Aber die Einbürgerung kann erst nach Ihrer Sterilisation resp. Kastration erfolgen. Wir müssen sicher stellen, dass Ihre Reproduktionsfähigkeit eingestellt ist.
  4. Nach einem Autounfall hat jemand ein verbranntes Gesicht und hofft auf medizinische Hilfe. Die Krankenkasse stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich hier um ästhetische Massnahmen handelt und Schönheitsoperationen nicht kassenpflichtig sind.

Natürlich wird kein Tumorpatient als geisteskrank diagnostiziert, kein Krebspatient muss ein Jahr Probezeit absolvieren bis zur Chemotherapie und kein Ausländer wird vor der Einbürgerung kastriert – so Sachen gibts nicht mehr im Jahr 2010 – ausser bei Transsexuellen.
Also nochmal das Ganze von vorn, diesmal ohne Analogie:

  1. Obwohl Transsexualität nach neustem Stand der Forschung biologische Ursachen hat, obwohl die anatomische Hirnstruktur ihrem “empfundenen Geschlecht” entspricht und obwohl es genetische Faktoren für Transsexualität gibt, wird eine Behandlung nur ermöglicht, wenn man sich eine Persönlichkeitsstörung “gender identity disorder” diagnostizieren lässt. Zwangspathologisierung nennt man das und damit setzt man Transsexuelle einer gesellschaftlichen Stigmatisierung aus, die wohl einigen das Genick bricht. Die Krankheit ist eine körperliche, die Behandlung verändert den Körper, aber für krank erklärt wird der Geist – wie geistlos muss man sein für so eine Haltung?
  2. Bevor Transsexuelle auch nur die geringste Hilfeleistung erhalten, müssen sie ein Jahr lang einen sogenannten Alltagstest absolvieren, in dem sie das “weibliche Leben” erproben. Ohne hormonelle Veränderungen, ohne Bartepilation, einfach mal ein bisschen Frau spielen, sich der vollen Bandbreite gesellschaftlicher Ächtung aussetzen und ein weiteres Jahr leiden, bis vielleicht – und nur vielleicht – eine Behandlung eingeleitet wird.
  3. Eine Namens- resp. Personenstandsänderung wird nur gewährt, wenn “die Fortpflanzungsfähigkeit” zerstört wurde. Im dritten Reich wurden rund dreihunderttausend Menschen zwangssterilisiert. Heute wird das nur noch in seltenen Fällen gefordert. Transsexuelle dürften die einzigen sein, die eine körperliche Erkrankung haben und zu einer Zwangskastration gezwungen werden, um als das anerkannt zu sein, was sie sind.
  4. Transsexuelle haben – sofern sie Alltagstest und sonstige Schikanen überleben – das Recht auf eine medizinische Behandlung. Diese beschränkt sich auf das Umoperieren des Geschlechtsteils (weil der Mensch ja nur ein Geschlechtsteil mit ein bisschen Persönlichkeit dran ist) sowie die Hormontherapie. Logopädie, Bartepilation u.s.w. werden als ästhetische Behandlung bewertet, ungeachtet dessen, dass eine Frau mit Bart(schatten) sich in dieser Gesellschaft zum Gespött macht.

Warum, fragt sich wer zu fragen wagt, gelten für Transsexuelle Regeln, die sonst in der medizinischen Welt seinesgleichen suchen? Wie kann es sein, dass eugenisches Denken im Stil des dritten Reiches, hier und heute in diesem Land praktiziert wird? Diesen und vielen anderen Fragen geht ein Bericht nach, den die “Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.” zuhanden der UNO geschrieben hat. Ein erschütterndes Dokument, das nicht nur aufzeigt, dass Transsexuelle in hohem Masse Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind sondern auch aufzeigt, dass das dahinterliegende Denken seine Wurzeln direkt im dritten Reich hat und das diejenigen, die für Hitler damals die Rassenreinhaltung übernahmen, die Väter derer sind, die heute Transsexuellengesetze schustern. Und es wird aufgezeigt, dass im speziellen die deutsche Psychoanalyse eine biologische Faktenresistenz betreibt, um entgegen aller Beweise weiterhin an ihrem im Nazireich entstandenen Denken festzuhalten.

Der Bericht ist umfangreich, umso mehr ist er lesenswert:
Menschenrechtsbericht von ATME e.V. zur Situation transsexueller Menschen in Deutschland

Das ganze Thema ist viel zu weitläufig, um es in einem einzelnen Blogbeitrag abzuhandeln und doch interessieren mich einzelne Themenbereiche darin genug, dass ich in nächster Zeit ein paar Artikel schreiben werde, die einzelne von ATME aufgeworfene Aspekte thematisieren.

Erneute Charakterlosigkeit bei Blick und 20Minuten

Es ist nichts Schlechtes, dumm zu sein,
aber es ist völlig charakterlos,
wider besseren Wissens dumm zu bleiben.

Einmal mehr schafft es der Blick und 20-Minuten, anlässlich des Beziehungsendes von Lorielle London den Gipfel der Dümmlichkeit zu überschreiten.

Während der Blick erneut von einer “Transe”, “Super-Transe” oder “Dschungeltranse” (Blick am Abend) schreibt und damit einmal mehr ignorante Charakterlosigkeit betreibt, übt man sich bei 20-Minuten in Wissensresistenz und schreibt über “deN bekannten deutschen Transvestiten“.

Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn 20-Minuten Journalisten einstellt und über Themen berichten lässt, über die sie einfach gar nichts wissen und schon ein kurzer Blick auf Wikipedia ihre Unwissenheit aufzeigen würde. Aber es ist einfach jenseits des Erträglichen, wenn die Mitarbeiter des Blicks auch nach meinem offenen Brief letztes Jahr nichts, einfach gar nichts dazu gelernt haben und weiterhin in primitiver Schnoddrigkeit transsexuelle Menschen mit Schimpfworten belegen.

Bei Wikipedia wäre zu lesen: “Der Begriff Transe wird, meist abwertend, auf folgende Trans-Gruppen angewandt: Transvestiten, Transsexuelle, Transgender”. Gibt es auch nur einen vernünftigen Grund, weshalb eine Redaktion Betroffene mit abwertenden Begriffen titulieren muss?

Sie respektieren die Menschenwürde und verzichten in ihrer Berichterstattung in Text,Bild und Ton auf diskriminierende Anspielungen, welche die ethnische oder nationale Zugehörigkeit, die Religion, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, Krankheiten sowie körperliche oder geistige Behinderung zum Gegenstand haben.

(Schweizer Presserat: Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten Ziffer 8)

Zu denken geben müsste einem, dass der Grund für das Beziehungsende von Lorielle der ist, dass ihr Freund mit dem medialen Druck nicht klar kam und seine Kinder gehänselt wurden. Wundert uns das? Solange Blick, 20Minuten und sonstige Boulevard Blätter über Betroffene permanent despektierlich schreiben, sie mit Schimpfworten belegen oder Transsexuelle durch Begriffsverdrehung in den Bereich des Fetischismus drängen, werden die Leser auch dieses unsinnige Denken und Verhalten übernehmen. Und solange muss man sich auch nicht wundern, dass Transgender auf der Strasse angepöbelt werden…… und vielleicht eines Tages auch hierzulande erstmals eine Trans-Person zutode geprügelt wird, weil man vor Transmenschen ja keinen Respekt zu haben braucht.

Auch dieses Mal habe ich beiden Redaktionen ein Mail geschickt um sie auf ihren “Irrtum” hinzuweisen. Eine Antwort erwarte ich auch dieses Mal nicht und auf Besserung zu hoffen wage ich nicht. So bleibt einmal mehr die Frage, ob eine Beschwerde beim Schweizer Presserat wirklich die einzige Möglichkeit ist um diesen Menschen ein Minimum an Anstand beizubringen.

Wikipedia: Transvestitismus
Wikipedia: Transsexualität

UPDATE 13:45……… ich glaubs nicht, es geschehen doch noch Wunder, soeben hat Blick online den Text geändert, es ist nun von einer Transsexuellen die Rede. Besten Dank an die Redaktion, das gibt wieder etwas Hoffnung, dass solche Schimpfworte zukünftig nicht mehr zum Repertoire von Journalisten gehört :-)

UPDATE 29.1.2010……. ich glaubs grad nochmal nicht, heute ist ein neuer Artikel zum Thema erschienen und diesmal mit korrekter Bezeichnung. Ich bin langsam wirklich wagemutig genug um Hoffnung zu schöpfen

Nachhilfe für Journalisten: Transsexualität – für Journalisten ein Tabu?

SternTV – Im falschen Körper geboren: Wie aus Tim Kim wurde

Ich habe hier ja schon mal kurz über Kim Petras berichtet. Ein zuckersüsses Mädchen, das im falschen Körper geboren wurde. Aber im Gegensatz zu vielen Anderen war es ihr vergönnt, schon vor der Pupertät geschlechgsangleichende Massnahmen einzuleiten und so blieben ihr die Folgen der pupertären Veränderungen erspart.

Heute Abend bringt Stern-TV um 22:15 auf RTL eine Dokumentation über sie mit dem Titel: “Im falschen Körper geboren: Wie aus Tim Kim wurde“. Ob die Doku gut ist, kann ich noch nicht beurteilen. Aber sie selbst ist ein Klasse-Mädel und ich freue mich, mehr über sie zu erfahren.

Wer es verpasst, eine Wiederholung gibt es am Samstag 30.1. um 3:45.

In der Doku-Beschreibung auf stern.de steht jedenfalls nebst eher unkorrekten Sachen etwas, was doch vielversprechend klingt, zumindest wenn man’s vergleicht mit dem Schmarrn, den Medien sonst so über das Thema schreiben:

Die Ursachen für das Entstehen von Transsexualität sind nicht hinreichend geklärt. Ausschließlich psychische oder soziale Ursachen werden inzwischen ausgeschlossen. Möglicherweise sind vorgeburtliche Hormonstörungen ein Auslöser. Die meisten Transsexuellen berichten, das Gefühl, im falschen Körper zu stecken, von frühester Kindheit an gehabt zu haben – und nicht etwa erst mit Beginn der Pubertät.

Mehr über Kim Petras ist hier zu finden:
Kim Petras Homepage
Kims Petras YouTube Videos

Nachtrag – eine persönliche Bewertung
Naja, es kam wie ich angenommen habe, dass es kommen muss. Kurz gefasst würde ich es so formulieren. Wäre Kim und ihre Familie nicht dabei gewesen, wäre die ganze Doku eine Kiste voll Desinformation und ein Zeugnis für die Ignoranz des Menschen.

Sowohl Mauch als auch die Dame die in der Reportage alles moderiert hat, haben so ziemlich alle Kapitalfehler gemacht. Sätze wie: Kim war früher ein Junge – ER blabla – Geschlechtsumwandlung – jetzt ist sie ganz Frau…… das Ganze war einfach frei von jeglichem Verständnis. Kim war nie ein Junge, sie hatte nur einen männlich geformten Körper. Deshalb war sie nie ein “er”. Ein Geschlecht kann man nicht umwandeln, man kann nur den fehlentwickelten Körper dem Selbst angleichen. Und ein Mann kann keine Frau werden, unmöglich, es kann nur eine Frau, die schon immer weiblich war, das Äussere dem Inneren angleichen.

Interessant war auch, dass diese Zwei konsequent in einer männlichen Form von Kim gesprochen haben, wenn es um die Vergangenheit ging. Ihre Eltern und ihre Schwester hingegen sprachen von “ihr”, von Kim, selbst wenn sie von einer Zeit sprachen, in der sie noch glaubten, einen Jungen zu haben. Auch ihre Freundinnen waren eindrücklich, es war offensichtlich, dass sie in Kim ein Mädchen sehen, sie so behandeln und respektieren, weil sie spüren, dass sie ein Mädel vor sich haben.

Auch der “Spezialist für transsexuelle Kinder” zeigte eine Denkweise, die wirklich merkwürdig war. Es ist lobenswert, dass er Kim geholfen hat, da wo ihr niemand helfen wollte. Aber wenn er beispielsweise sagt, dass die meisten transsexuellen Frauen eine homosexuelle Orientierung entwickeln, dann frage ich mich weshalb er so jemandem hilft, wenn er doch nichts begriffen hat. Wenn eine transsexuelle Frau eine Frau ist – und davon scheint er auszugehen, sonst würde er sie nicht medizinisch behandeln – dann kann diese Frau nicht homosexuell sein, sie kann höchstens lesbisch sein. Wenn er von einer “homosexuellen Frau” redet, erweckt er den Eindruck, dass er sie für einen Mann hält. Es scheint für Fachleute extrem schwierig zu sein, sich von dieser Denkwelt zu verabschieden. Wenn eine (transsexuelle) Frau auf Männer steht, dann ist sie heterosexuell. Wenn sie wie ich auf Frauen steht, ist sie lesbisch. Solche Aussagen zeigen m.E., dass er ihr zwar hilft, weil er die Notwendigkeit einer Behandlung sieht, dass er aber nicht verstanden hat, wo das Problem liegt und dass er noch immer in einer Denkwelt gefangen ist, nach der er selbst gar nicht mehr praktiziert.

Erfreulich zu hören war dafür, dass seine Patienten ausnahmslos ihren Weg fortgesetzt haben und niemand diesen Schritt bereute. Auch diesbezüglich herrschen in der Gesellschaft völlig verzerrte Vorstellungen, auch wenn alle Fachleute davon berichten, dass es transsexuellen Frauen nach den geschlechtsangleichenden Massnahmen deutlich besser geht.

Aber – und das ist für mich der wichtigste Teil – den Zuschauern wurde durch Kim eine wundervolle, natürliche und sehr weibliche Frau gezeigt, der man ansieht, dass sie jetzt wirklich glücklich ist, die trotz aller Ausgrenzungen eine selbstbewusste Frau ist und die mit Sätzen wie “ich wusste schon immer, dass ich ein Mädchen bin” das sagte, was eigentlich die Fachleute und Reportagemacher hätten klarstellen sollen. Kim Petras ist für mich spätestens seit heute eine Botschafterin der transsexuellen Frauen. In ihr zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass eine transsexuelle Frau nichts anderes als eine ganz normale Frau ist, die eine transsexuelle Vergangenheit hat und dank der modernen Medizin ihren fehlentwickelten Körper dem Inneren angleichen konnte. Und das in einer Weise, die für jeden Zuschauer stimmig sein muss, in ihr findet man eine Authentizität, die mehr sagt als tausend kluge Worte der Fachleute, die hier einmal mehr ausblieben.

Doch, diese Reportage würde ich jederzeit weiter empfehlen, nicht weil sie gut gemacht war sondern weil Kim einfach eine absolut glaubwürdige Frau ist. Was für eine Wohltat, neuerdings von Frauen wie Kim Petras oder Amanda Simpson reprösentiert zu werden.

UPDATE 28.1.2010: Die Sendung scheint grossen Anklang zu finden. Obwohl ich bei Google zu diesem Thema keine gute Platzierung habe, hat sich der Traffic heute verdoppelt. Rund eine Hundertschaft landete hier auf der Suche nach Kim Petras Homepage. Ich werte das mal als Gutes Zeichen – eine so sympathische Frau wie Kim fördert das Verständnis und die Akzeptanz. Ich sag’s ja, Kim ist unsere Botschafterin – möge die Welt endlich begreifen, dass auch wir TransFrauen ganz normale Frauen sind, die wie alle anderen ein Recht auf ein glückliches Leben und gesellschaftliche Akzeptanz haben. Danke Kim!



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