Was bedeutet Transsexualität / Transidentität
Transsexualität selbst ist keine Krankheit, sondern lediglich ein wissenschaftlich anerkanntes Phänomen, dass vielerlei Ursachen haben kann. Niemand entscheidet sich aus einer Laune heraus zu diesem als “Geschlechtswechsel” wahrgenommenen Schritt. Man ist transsexuell oder man ist es nicht. Die Betroffenen leiden nicht unter einem Zwang die Kleider des somatisch anderen Geschlechts tragen zu müssen und ganz und gar so leben zu wollen, sondern sie empfinden vielmehr die Tatsache im falschen Körper gefangen zu sein und in einer als fremd empfundenen, nur dem Körper entsprechenden, gesellschaftlich geforderten Rolle leben zu müssen, als Zwang. Auch wenn Transsexualität keine Krankheit ist, so kommt doch dem extremen Leidensdruck durch die innere Zerrissenheit im falschen Körper zu stecken, ein sehr deutlicher Krankheitswert zu.
(Johanna Martina Dorsch, Sozialtherapeutin)
Würde man auf der Strasse Leute fragen, was Transsexualität resp Transidentität bedeutet, wäre die häufigste Antwort wohl: “Das ist wenn ein Mann eine Geschlechtsumwandlung macht, weil ER lieber eine Frau wäre”.
Das ist in viellerlei Hinsicht falsch:
- Transsexuell bedeutet, dass von frühster Kindheit an der biologische Körper nicht mit der inneren Geschlechtsidentität übereinstimmt. Bei einer transsexuellen Frau bedeutet das, dass ein Kind sich als Mädchen fühlt, aber den Körper eines Knaben hat. Es handelt sich also nicht um einen Mann, der eine Frau wird sondern um eine Frau, die ihren männlichen Körper ihrem inneren Geschlecht anpasst.
- Transsexualität ist keine Frage des Wollens. Niemand würde so einen folgenschweren und schmerzhaften Umwandlungsprozess durchleben, wenn es eine Frage des Wollens wäre. Viel mehr leiden transsexuelle Menschen ein Leben lang unter einem so hohen Leidensdruck, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem sie so einfach nicht mehr so weiter leben können. Der Transformationsprozess ist also nichts was man einfach tun möchte sondern tun muss um nicht zugrunde zu gehen.
Transsexualismus ist gekennzeichnet durch die dauerhafte Gewissheit, sich dem biologisch anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen. Dazu gehören die Ablehnung der mit dem biologischen Geschlecht verbundenen Rollenerwartungen und der drängende Wunsch, sozial und juristisch anerkannt im gewünschten Geschlecht zu leben.
(Dr. Pichlo, MDK Nordrhein)
Beim Thema Transsexualität gibt es eine Reihe von Missverständnissen:
- Transsexualität hat nichts mit der sexuellen Ausrichtung zu tun sondern ist eine Frage der Geschlechtsidentität. Im englischen wird unterschieden zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und der Geschlechtsidentität (gender). Viele Trans-Frauen stehen auch nach dem Transformationsprozess auf Frauen, sind also so gesehen lesbische Trans-Frauen.
- Die Geschlechtsidentität ist nicht veränderbar, man hat es jahrzehntelang mit allen Mitteln probiert, mit Elektroschocks bis hin zu Hirnoperationen, das gefühlte Geschlecht lässt sich nicht verbiegen. Deshalb sind Fachleute zum Schluss gekommen, dass man Transsexuellen keine andere Hilfe bieten kann als ihren Körper dem Inneren anzupassen.
- Transsexualität hat nichts mit Transvestitismus zu tun. Ein Transvestit (männliche Form) fühlt sich als Mann und will auch als Mann leben, er geniesst es einfach, gelegentlich in die Rolle einer Frau zu schlüpfen. Eine Transsexuelle (weibliche Form) fühlt sich als Frau und will in der gesellschaftlichen Rolle einer Frau leben und wahr!-genommen werden.
Ein weiteres folgenschweres Urteil ist, dass Transsexuelle krank oder gar pervers sind. Der klinische Psychologe Dr. Udo Rauchfleisch von der Basler Universitätsklinik, der rund hundert Transsexuelle behandelt hat, wehrt sich vehement gegen die Klassifizierung von Transsexualität als Krankheit. Er bezeichnet diese Wesensart als “Normvariante”.
Wir können Transsexualismus nicht als eine Störung der Geschlechtsidentität betrachten, sondern müssen ihn als Normvariante ansehen, die in sich, wie alle sexuellen Orientierungen, das ganze Spektrum von psychischer Gesundheit bis Krankheit enthält.
(Prof. Dr. Rauchfleisch, Klinischer Psychologe und Psychotherapeut an der Universität Basel)
Über die Ursachen von Transsexualität gibt es unzählige Theorien aber bis heute keine 100% erwiesene Erklärung. Aufgrund vieler sich gegenseitiger wissenschaftlicher Forschungsresultate aus der Neurologie, der Genetik und der Endokrinologie, geht die Fachwelt davon aus, dass hormonelle Auslöser im Mutterleib dazu führt, dass sich das Gehirn und der “Restkörper” sich unterschiedlich entwickeln. Wichtig ist fürs Erste zu wissen: Transsexuell wird man nicht, man ist es!
Die Ursachen für Transsexualität sind bisher nur wenig erforscht. Wir wissen, dass die Geschlechtsrolle schon sehr früh festgelegt wird und dass es nach einer gewissen Zeit keine Möglichkeit mehr gibt, die geschlechtliche Selbstidentifikation eines Menschen zu verändern.
(Magnus Hirschfeld Archiv für Sexualwissenschaft)
Obwohl nachgewiesen wurde, dass Transsexualität biologische Ursachen hat und am ehesten als endokrinologische Andersartigkeit verstanden werden muss, wird von Seiten der Psychologie grösstenteils weiterhin die Mär einer Geschlechtsidentitätsstörung postuliert.
Weitere Informationen über Transsexualität / Transidentität
- Psychiatrische Universitätsklinik – Infoblatt Transsexualismus
- Magnus Hirschfeld Archiv für Sexualwissenschaft – Transsexualität
- Debeka Krankenversicherung – Transsexualität
- Wikipedia – Transsexualität
- Gerda Maria Weiß: Was ist Transsexualität?
- Dr. Pichlo, MDK Nordrhein – Transsexualismus
- Eva Sturm – Zum Verständnis von Transsexualität
- Transgender.at – FAQ
- Dr. Hannelore Hoffmann / Dr. Inoszka Prehm
- Einige Aspekte zur Transsexualität
- Anita-Daniela Krappel – Trans-what?
- Ego-Net – Transsexualität: Frauen, die Männer sind, und Männer, die Frauen sind
Transgenderismus/Transsexualität/Intersexualität – Grundlagen (von Lynn Conway)
- Teil I: Geschlechtszugehörigkeit + Transgenderismus
- Teil IIa: Transsexualismus
- Part III: Life as a Woman After TS Transition
- Part IIIcde: Life as a Woman after TS Transition
Auch wenn ich noch so glücklich darüber bin, endlich mich selbst zu sein, gibt es doch etwas, das mich immer wieder an die Wand klatscht – heute ist es wieder mal soweit. Ich wusste von Anfang an, dass ich für meine Selbstwerdung einen unvorstellbar hohen Preis zahlen werde und ich habe bewusst ja dazu gesagt, weil kein Preis zu hoch ist dafür, dass ich endlich meine wahre Identität leben darf. Von Anfang an war klar, dass einer der Preise höher ist als alle anderen zusammen, es war die Aussicht, dass ich aufgrund meiner Andersartigkeit vielleicht nie wieder eine Beziehung haben werde.
Seien wir doch ehrlich, unsere moderne Gesellschaft hat uns zu kleinbürgerlichen Marionetten gemacht. Wir fragen nicht wer wir sind sondern wer wir sein sollen. Wir fragen nicht was wir sind sondern was wir darstellen sollen. Wir sehen nicht in den Spiegel unserer Seele um zu erkennen was uns ausmacht sondern lassen uns bestimmen durch das Bild das andere von uns haben. Ich bin nur gut, wenn man mich für gut hält. Ich bin nur soviel wert, wie andere mir an Wert zusprechen.
Für 99% der Bevölkerung und für einen Grossteil der Fachleute dürfte diese Frage kaum zur Frage stehen, Transsexualität resp Transidentität ist eine Krankheit. Aber ist das wirklich so? Und wenn Transsexualität eine Krankheit wäre, wäre es dann eine psychische Störung oder eine körperliche Fehlbildung? Als ich mich an der Psychiatrischen Universitätsklinik angemeldet habe, habe ich beim Einweisungsgrund “Geburtsgebrechen” angekreuzelt, somit dürfte meine eigene Haltung klar sein, ob sie den Tatsachen gerecht wird, bleibt aber offen.
Die Schweizer Bundesverfassung schreibt im ersten Kapitel über die Grundrechte in Artikel 7: Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen. Dieser ethische Grundsatz ist Bestandteil jeder anständigen Nation, doch gilt dieses Grundrecht auch für transsexuelle BürgerInnen? Verstösst es nicht gegen unsere Verfassung, wenn Transsexuelle ein Leben führen müssen, das ihnen im Alltag immer wieder aus formal-juristischen Gründen die Würde entzieht?
Über Transsexuelle herrschen viele falsche Vorstellungen, der grösste Irrtum der ein Verständnis von Transsexualität nahezu verunmöglicht, ist die Frage, welchem Geschlecht Transsexuelle angehören.
Wenn Menschen erstmals mit dem Thema Transsexualität resp Transidentität konfrontiert werden, ist die erste Reaktion meistens: “ja aber kann man Transsexualität denn nicht heilen?”.
Eher zufällig bin ich über eine Motion des SVP-Politikers Peter Föhn gestossen. in der er samt einem Rudel seiner
Das erste, was ein Kleinkind lernt, ist sich ausserhalb seinerselbst zu orientieren. Es tut etwas, guckt wie das Umfeld darauf reagiert und misst daran, ob etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch, hilfreich oder schädlich ist. Die Welt um uns herum zeichnet unser Selbstbild und daran angelehnt entwickeln und entfalten wir uns, soweit dieses von Aussen kommende Selbstbild dies überhaupt zulässt.
Da guckt man uns T-Girls so verwirrt an als kämen wir von einem anderen Planeten, dabei sind wir gar nicht die einzigen Transsexuellen in Gottes Schöpfung. Austern wechseln ihr Geschlecht, das gehört ganz einfach zu ihrer Natur. Wir T-Girls sind also einfach die Austern unter den Menschen :-) Interessant, was in
Als Frau angenommen und akzeptiert zu sein, ist wohl eines der grössten Geschenke, die wir T-Girls von unserem Umfeld erhalten können. Der Mensch spiegelt sich nunmal leider in der Gesellschaft und nimmt unbewusst deren Bewertung an. Gerade für T-Girls kann das fatal sein, wie ich schon
Zumindeset religiöse Transsexuelle dürften sich früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie Transsexualität denn aus biblischer Sicht zu beurteilen ist. Mir sind keine Bibelstellen bekannt, die speziell über dieses Thema sprechen, aber es gibt zumindest in der Schöpfungsgeschichte etwas, das uns diesbezüglich zu denken geben könnte, wenn wir uns denn erdreisten würden, das Denken zu wagen.
Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen, dass ich so eine Art 7. Sinn habe. Ich kann mich sehr gut in andere Menschen hineindenken und hineinfühlen, vorallem scheint es, als ob ich die Gefühle und die Wesensart meines Gegenübers sozusagen intuitiv wahrnehme. Meist kann ich das rational gar nicht recht erklären, ich empfinde irgendwie einfach was mein Gegenüber bewegt.
Gerade Geschlechtsstereotypen sind Klischees, die das Leben von Transsexuellen extrem erschweren. Es ist schon grausam, wenn man im falschen Körper leben muss, aber es ist noch viel grausamer, dass man damit gezwungen wird, falsche, nicht mit dem Inneren korrespondierende Klischees spielen zu müssen. Wenn man als Mädchen im Jungenkörper auf dem Pausenplatz eine grosse Röhre haben muss und nicht weinen darf, obwohl das Innere ganz andere Bedürfnisse hätte, wird das eh schon komplizierte Leben zu einer Höllenfahrt. Deshalb sind so Stereotypen für uns Transsexuelle ein rotes Tuch.
Als ich vor bald einem Jahr mein Leben radikal änderte und als die Frau zu leben begann, die vier Jahrzehnte in mir dahin vegetierte, wusste ich zwar dass eine Geschlechtstransformation oder Geschlechtsangleichung der einzige Weg ist, aber ich wusste weder ob mich dieser Weg glücklich macht noch ob ich stark genug bin dafür. Heute kann ich definitiv sagen, dass ich mein Glück so gefunden habe – der Erfolg gibt mir Recht.