(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Ist Transsexualität eine Krankheit?

Für 99% der Bevölkerung und für einen Grossteil der Fachleute dürfte diese Frage kaum zur Frage stehen, Transsexualität resp Transidentität ist eine Krankheit. Aber ist das wirklich so? Und wenn Transsexualität eine Krankheit wäre, wäre es dann eine psychische Störung oder eine körperliche Fehlbildung? Als ich mich an der Psychiatrischen Universitätsklinik angemeldet habe, habe ich beim Einweisungsgrund “Geburtsgebrechen” angekreuzelt, somit dürfte meine eigene Haltung klar sein, ob sie den Tatsachen gerecht wird, bleibt aber offen.

Wir können Transsexualismus nicht als eine Störung der Geschlechtsidentität betrachten, sondern müssen ihn als Normvariante ansehen, die in sich, wie alle sexuellen Orientierungen, das ganze Spektrum von psychischer Gesundheit bis Krankheit enthält.
(Prof. Dr. Udo Rauchfleisch)

Interessant in dieser Frage ist der Standpunkt von Prof. Dr. Udo Rauchfleisch, er war jahrelang als klinischer Psychologe und Psychotherapeut an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel tätig und hat dort unzählige Transsexuelle behandelt. Nach all seinen Erfahrungen kommt Rauchfleisch zur Überzeugung, dass Transsexuelle nicht krank sind sondern, dass Transsexualität eine “Normvariante” ist. Die Norm ist, dass ein Mensch männlich oder weiblich ist und dass das biologische Geschlecht mit der inneren Geschlechtsidentität übereinstimmt. Transsexuelle sind also eine Variante zu diesen Norm-Fällen. Die gesellschaftliche Akzeptanz wäre wohl deutlich höher, wenn wir es so sehen könnten und die Stigmatisierung Transsexueller wäre ebenfalls stark reduziert. Aber Rauchfleisch ist wohl in der Minderheit mit seinem Standpunkt, betrachten wir also die Alternativen.

Was ist Krankheit? Wann ist jemand krank? Das Kranksein wird in der Regel so verstanden, dass jemand dann krank ist, wenn etwas an seiner psychischen oder physischen Gesundheit zu Leiden führt. Transsexuelle leiden enorm unter der Kluft zwischen ihrem biologischen Geschlecht und der Geschlechtsidentität. Somit kann man also von einem krankhaften Zustand sprechen. Aber was ist krank, Körper oder Geist?

Die offiziell medizinische Haltung ist seit je her so, dass Transsexualität eine Geschlechtsidentitätsstörung ist (Gender Identity Disorder), schon das Wort sagt also, dass die Identität gestört ist und nicht der Körper. Woher man diese Gewissheit nimmt, ist und bleibt ein Rätsel, denn bis zum heutigen Tag konnte niemand den Beweis dafür erbringen und niemand konnte diesen Standpunkt widerlegen.

Das einzige was man mit Sicherheit weiss ist, dass Transsexuelle schwerstem Leiden ausgesetzt sind, weil ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem “biologischen Geschlecht” übereinstimmt. Wenn man aber die wissenschaftlichen Arbeiten anschaut, wird verwirrenderweise klar, dass es da verschiedene Denkansätze gibt. Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? War zuerst, die Geschlechtsidentität oder das biologische Geschlecht? Tatsache ist, dass ein Embryo die ersten Tage weder männlich noch weiblich ist, selbst das primäre Geschlechtsorgan unterscheidet sich nicht. Erst nach ein paar Wochen beginnt sich der Körper in eine Richtung zu entwickeln. Was, frage ich, wenn die Geschlechtsidentität bis zu diesem Zeitpunkt bereits festgelegt ist?

Es gibt eine Vielzahl sich gegenseitig bestätigender Studien die davon ausgehen, dass eine hormonelle Störung im Körper der Mutter den Prozess der biologischen Geschlechtsbildung beeinflussen kann. Was also, wenn die Identität bereits festgelegt ist und der Körper sich plötzlich anders entwickelt? Es gibt sogar neurologische Studien, die zeigen, dass transsexuelle Frauen dieselbe anatomische Hirnstruktur haben wie andere Frauen auch, der Bereich BSTc der für die Geschlechtsentwicklung zuständig ist, hat dieselbe Grösse und Neuronendichte. Transsexualität hat auf jeden Fall biologische Ursachen.

Über die verschiedenen möglichen Ursachen möchte ich ein anderes Mal detailierter sprechen, fürs Erste möchte ich den Leser einfach mal mit der Frage konfrontieren, was nun krank sein soll, der Körper, der Geist…. oder eine Gesellschaft, nur nur schwarz-weiss Kategorien anerkennt?

Das einzige was wir mit Sicherheit wissen: Transsexuelle leiden und ihr Leiden kann reduziert werden, das alleine ist wichtig und hier soll Betroffenen auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden. Welche das sind, werde ich in einem nachfolgenden Beitrag erläutern.

Milton Diamond: Medizinische Ursachen für Transsexualität (Kapitel 2)

Transsexualität: Entwürdigung per Gesetz

Die Schweizer Bundesverfassung schreibt im ersten Kapitel über die Grundrechte in Artikel 7: Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen. Dieser ethische Grundsatz ist Bestandteil jeder anständigen Nation, doch gilt dieses Grundrecht auch für transsexuelle BürgerInnen? Verstösst es nicht gegen unsere Verfassung, wenn Transsexuelle ein Leben führen müssen, das ihnen im Alltag immer wieder aus formal-juristischen Gründen die Würde entzieht?

Heute musste ich einen Arzttermin abmachen weil mir die Leute von Uni-Spital empfohlen haben, ich solle die Blut- und Leberwerte überprüfen lassen. Dieses kurze Telefon hat mich mal wieder ziemlich erschüttert, nicht wegen der Behandlung durch die Dame am Telefon sondern dadurch, dass ich von Gesetzes wegen gezwungen war, meine Würde als Frau abzulegen und mich als Mann für die Behandlung anzumelden.

Der Grund dafür ist relativ einfach, wenn auch bizarr. Nach Schweizer Gesetz ist eine transsexuelle Frau solange formal-juristisch als Mann zu betrachten, bis ihr primäres Geschlechtsteil umoperiert wurde. Ich will mich jetzt nicht darüber auslassen, dass es ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft ist, wenn das Mannsein oder Frausein allein durch das primäre Geschlechtsorgan definiert wird und so das Geschlecht auf einen Zellklumpen reduziert wird, darüber werde ich bei anderer Gelegenheit schreiben. Diese reduktionistische Sichtweise hat jedoch zur Folge, dass ich als TransFrau in allen formalen Situationen den alten Namen und das falsche Geschlecht angeben muss. Im Falle eines Arztbesuches wird die Behandlung der Krankenkasse weitergeleitet und für die bin und bleibe ich ein Mann, bis zu ebendiesem operativen Eingriff, deshalb muss mich die Arztpraxis im Computer auch als Mann aufführen. Ich habe also schlicht keine andere Wahl als mich beim Arzt als Mann anzumelden, auch wenn ich dann als Frau dort eintreffe, um dann wieder als Mann von der Krankenkasse abgerechnet zu werden.

Das ist nur eine von vielen Situationen in denen Transsexuelle gezwungen werden, trotz Diagnose “Transsexualismus” für mindestens zwei Jahre als Frau im Alltag zu leben und gleichzeitig weiterhin als Mann zu gelten. Wie in aller Welt soll so eine Schizophrenie ausgehalten werden und mit welcher Logik rechtfertigt sich so ein Zustand? Und wo bleibt die Würde eines Menschen, wenn man zwar als transsexuelle Frau diagnostiziert wurde aber formal-juristisch nicht als Solche gilt? Entweder ich bin transsexuell oder ich bin es nicht, entweder ich bin eine (Trans)Frau oder ich bin es nicht, das kann und darf doch nicht davon abhängig sein, ob meine “Behandlung” abgeschlossen ist resp. ob dieser Zellklumpen nun die gesetzeskonforme Anordnung hat.

Egal ob ich mich für eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz bewerbe, ob ich ein Zug-Abo löse oder ein Bankkonto eröffne, ich muss das stets mit der falschen Geschlechtsidentität tun obwohl ich ärztlich bestätigt eine Frau bin die in einem männlichen Körper lebt. Und das ist eine Entwürdigung, die kaum in Worte gefasst werden kann, es ist eine Selbstverleugnung oder Identitätsabsprechung die einem das Ich-sein verunmöglicht.

Wirklich tragisch ist diese Handhabung für Transsexuelle, die keine GaOp machen werden, denn die werden ihr ganzes Leben lang in diesem unerträglichen Zustand bleiben. Genau betrachtet kommt dies schon fast einem Operationszwang gleich und spätestens dann wird die Würde des Menschen nicht nur missachtet sondern mit Füssen getreten.

Solange das so ist, bleibt der Mensch philosophisch gesehen nicht mehr als ein Geschlechtsorgan mit ein bisschen Körper dran, ohne Persönlichkeit, ohne Identität, ohne Seele – einfach ein sich bewegender Zellklumpen.

Fragen die die Welt nicht braucht – Teil 1

Die Welt ist voll von Fragen die auf eine Antwort warten.
Mit diesem Blogbeitrag beginnt eine Serie mit Fragen, die die Welt nicht braucht, nicht will oder nicht verkraftet.

  1. Bin ich ich und wenn nicht, wieviele?
  2. Wenn  man Tiere nicht essen soll, weshalb sind sie dann aus Fleisch?
  3. Dürfen Vegetarier meinem Futter das Futter wegessen?
  4. Gibt es ein Leben vor dem Tod?
  5. Kann man Männer ernst nehmen, wenn sie nicht mal auf High-Heels laufen können?
  6. Wer herrscht über diesen Planeten wenn wir uns selbst zerstört haben?
  7. Kann man von artgerechter Haltung sprechen, wenn Gummibärchen in Plastiktüten gehalten werden?
  8. Ist Leben ohne Liebe Leben oder nur noch keine Liebe?
  9. Warum trägt der Papst ein Kleid und was trägt er darunter?
  10. Darf man Vasellas Haus abfackeln oder sollte man lieber Tiere quälen?

Antworten oder der vergebliche Versuch dessen können beim Bundesamt für Statistik, bei den Akademien für groteske Philosophie oder in diesem Blogbeitrag abgegeben werden.

Egal wer ich bin, Hauptsache ich bin

Da ich mich auch heute nirgends fand, führte ich ein längeres Gespräch mit meinem besten Freund. Er schafft es immer wieder, mir andere Sichtweisen aufzuzeigen und ist mir seit Jahren ein treuer Helfer in so Situationen.

Einmal mehr überraschte er mich mit einem ganz anderen Denkansatz. Im Gegensatz zu mir fand er meine momentane Ich-losigkeit gar nicht so übel, weil das die beste Ausgangslage ist, um sich wirklich zu finden.

Dieses Gespräch hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht und hat eine Reihe von Fragen resp Gedanken hervorgebracht, die mich wieder etwas auf die Beine gestellt haben.

Vielleicht ist es heutzutage nicht das Ziel,
herauszufinden, was wir sind,
sondern zu verweigern,
was wir sind.

(Hubert L. Dreyfus)

Genau betrachtet ist “das Ich” oder “die Identität” bestenfalls eine Vorstellung dessen, was man wirklich ist. Noch genauer betrachtet ist diese Ich-Vorstellung auch nur wieder eine Reduzierung auf ein Bildnis, das wie alle Bilder bestenfalls einen Teil des Ganzen zeigen kann. Ein Wesen ist viel mehr als unsere Vorstellungen, es ist viel fascettenreicher als jedes Bild es malen könnte.

Wer glaubt, sein Ich zu kennen und zu benennen, der wird zum Sklaven seiner Vorstellung und versorgt sich selbst in einer dieser niedlichen Schubladen, in die wir Menschen einander und uns selbst so gerne versorgen. Aber damit verliert man die Freiheit sich zu verändern und die Freiheit, heute anders zu sein als man sich gestern noch gedacht hat.

In der Torah resp dem alten Testament wird Gott (JHWH) nach seinem Namen gefragt. Seine Antwort wird meist übersetzt als “Ich bin, der ich bin”, aber ich liess mir mal sagen, dass es korrekterweise eigentlich heissen müsste: “Ich bin, der ich sein werde”. Diese Aussage hat mich extrem fasziniert, weil Gott damit eigentlich sagt, dass er sich nicht an einer Vorstellung festmachen lässt. Er ist Veränderung und Wandlung und lässt sich in keinem Bild und keiner Definition festlegen. Er entzieht sich jeglicher Reduzierung auf naive Vorstellungen.

Es erinnert mich auch an den Mythos des Phönix, der immer wieder verbrennt um aus der Asche neu emporzusteigen. Die Frage “wer bin ich” oder “was bin ich” ist eigentlich die absurdeste Frage der Menschheit, auch wenn sie die am häufigsten Gestellte ist. Die einzige Antwort die es darauf gäbe, wäre: “Ich bin”.

Sind Transsexuelle männlich oder weiblich?

transsexuell-mann-frauÜber Transsexuelle herrschen viele falsche Vorstellungen, der grösste Irrtum der ein Verständnis von Transsexualität nahezu verunmöglicht, ist die Frage, welchem Geschlecht Transsexuelle angehören.

Für die meisten meiner Mitmenschen dürfte ich als Trans-Frau ein Mann sein, der lieber eine Frau wäre und deshalb seinen Körper verweiblicht. Man sieht das ähnlich wie bei einem Transvestiten, der ein Mann ist, der manchmal Frauenkleider trägt. Aber ist das wirklich so?

Wenn ein Mann sich als Mann fühlt, aber manchmal Frauenkleider trägt, dann ist er “ein Transvestit”….. ergo männlich.
Wenn jemand mit weiblicher Geschlechtsidentität und männlichem Körper eine Geschlechtsangleichung vornimmt, dann ist sie “eine Transsexuelle”….. ergo weiblich.

Auch die Fachwelt scheint das so zu sehen. Wenn jemand sich für Jesus hält, wird er von Psychiatern kaum mit Jesus angesprochen. Wenn ich einmal pro Monat in der Psychiatrischen Universitätsklinik antanze, werde ich als Frau angesprochen.

Es stellt sich die Frage, was denn das Geschlecht ausmacht, ist es der Körper oder ist es die Persönlichkeit? Wäre der Körper ausschlaggebend, wäre dann ein kastrierter Mann noch ein Mann? Und wie würden wir Intersexuelle nennen, die mit beiden Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen, wären die dann Beides?

Ich glaube, dass Transsexuelle erst dann echte Akzeptanz und echten Respekt erfahren, wenn die Leute einsehen, dass eine Trans-Frau eben eine Frau ist und ein Trans-Mann ein Mann. Solange das nicht so ist, werden wir weiterhin als “gestört” stigmatisiert und werden uns weiterhin von der Welt missverstanden fühlen.

Manchmal liest man auch den Ausdruck des “dritten Geschlechts”, was besagen will, dass Transsexuelle irgend etwas zwischen beiden Geschlechtern sind. Das entspricht zwar nicht meinen Empfindungen, aber damit könnte ich leben. Womit ich nicht leben kann ist die Unterstellung, ich sei ein Mann, denn das war ich nie und werde es nie sein.

Ist Transsexualität heilbar?

Wenn Menschen erstmals mit dem Thema Transsexualität resp Transidentität konfrontiert werden, ist die erste Reaktion meistens: “ja aber kann man Transsexualität denn nicht heilen?”.

Die Antwort darauf ist klar, wenn auch überraschend:
Ja man kann Transsexualität heilen……. mittels Hormontherapie und plastischer Chirurgie…. und nein, es gibt keinen anderen Weg um Transsexuelle von ihren Leiden zu erlösen.

Bis zum heutigen Tag ist es nicht ein einziges Mal gelungen, die Geschlechtsidentität eines Menschen zu verändern. Fachleute gehen davon aus, dass spätestens im Alter von 3 Jahren die Geschlechtsidentität so stark ausgeprägt ist, dass sie nie mehr änderbar ist.

Man hat es mit allen Mitteln versucht, weder Medikamente noch Elektroschocks konnten an der Geschlechtsidentität rütteln. Deshalb kam schlussendlich auch die Fachwelt zum Schluss, dass Transsexuellen nur geholfen werden kann, in dem man den Körper der Identität angleicht soweit das möglich ist.

Ich wünschte mir, es gäbe andere Wege als eine chemische Kastration, lebenslang Medikamente einnehmen zu müssen, eine rund 8-stündige Operation mit unzähligen Risiken machen zu lassen und ein Leben lang stigmatisiert zu sein, aber es gibt nur diesen einen Weg, ein harter und beschwerlicher Weg, aber ein Weg, der uns Transsexuellen zu Würde und Lebensfreude verhilft und einer lebenslangen Verzweiflung ein Ende setzt, die für Aussenstehende nicht mal ansatzweise begriffen werden kann.

Kürzlich sah ich in einem Internet-Video eine Rede von einer postOp Transsexuellen, die erzählte, dass sie auf die Frage “bist Du transsexuell” antworten würde: “Nein, seit meiner geschlechtsangleichenden Operation nicht mehr”.

Besser könnte ich es nicht ausdrücken.

Fragen die die Welt nicht braucht – Teil 2

Es gibt Fragen, die man nicht stellen darf, solche die man nicht stellen sollte und vorallem gibt es Fragen, die man nicht stellen will. Es wird Zeit, es trotzdem oder gerade erst Recht zu tun.

  1. Wozu brauchen wir Komiker, wenn wir doch Politiker haben? Und wozu brauchen wir Horrorfilme, solange wir die Folgen der Politik ebendieser Komiker Politiker erleiden müssen?
  2. Können Gummibärchen in diesen Plastiktüten überhaupt atmen? Und wenn nein, wo bleibt da PETA?
  3. Wenn Gott tot ist und Nietzsche auch nicht mehr lebt, wer von beiden hat dann gewonnen?
  4. Wenn Anfang der Urknall war und vorher nichts, wer hat dann geschossen? Und womit? Und auf wen? Und warum?
  5. Haben Schuhe eine Seele und wenn ja, kommen sie auch in den Himmel, wenn sie der Besitzerin Blasen bescheren?
  6. Dürfen Engel High-Heels tragen oder würde das die Wolken beschädigen? Und würde Gott sich am Anblick High-Heels tragender Engel erfreuen?
  7. Wie schnell muss man laufen, um sich selbst zu entfliehen? Und wie kann man sich tarnen, damit man sich selbst nicht mehr findet?
  8. Warum rennen erwachsene Männer in kurzen Hosen und Kniesocken einem Ball hinterher und kicken ihn dann weg sobald sie ihn endlich gefangen haben? Und warum sitzen andere erwachsene Männer in zerlumpten Jogginghosen und dem elften Bier in der Hand vor dem Fernseher und brüllen wie ein Elch im Frühling, wenn sie diesen Männern in Kniesocken bei dieser doch irgendwie unsinnig wirkenden Tätigkeit zusehen?
  9. Wer hat das Bier in meinem Bierschrank Kühlschrank ausgesoffen?
  10. Und warum reden wir uns weiter ein, die Krone der Schöpfung zu sein, wenn wir doch unterdessen wissen, dass der Orgasmus eines Schweins 30 Minuten dauert?

Antworten oder der vergebliche Versuch dessen können beim Bundesamt für Unsinn, bei den Akademien für obszöne Theologie oder in diesem Blogbeitrag abgegeben werden.

Wer zeichnet mein Selbstbild?

Nur allzu schnell möchte man diese Frage mit “ja ich natürlich” beantworten – das dürfte eine der grössten Illusionen des modernen Menschen sein.

Das erste, was ein Kleinkind lernt, ist sich ausserhalb seinerselbst zu orientieren. Es tut etwas, guckt wie das Umfeld darauf reagiert und misst daran, ob etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch, hilfreich oder schädlich ist. Die Welt um uns herum zeichnet unser Selbstbild und daran angelehnt entwickeln und entfalten wir uns, soweit dieses von Aussen kommende Selbstbild dies überhaupt zulässt.

Dieses Funktionsprinzip behalten wir ein Leben lang, was auch immer wir tun, wird an der Reaktion unseres Umfelds gemessen und bewertet. Und so spielt jeder seine Rolle im Schauspiel seines Lebens.

Transsexuellen wird dieses Funktionsprinzip jedoch in doppelter Weise zum Verhängnis.

Wenn ein transsexuelles Mädchen wie ich ihr Verhalten und Handeln an den Reaktionen ihres Umfelds misst, bekommt es eine vernichtende Kritik für alles, was aus ihrem Inneren kommt. Du benimmst Dich wie ein Mädchen, Du bewegst Dich wie ein Mädchen, Du weinst wie ein Mädchen, Du spielst wie ein Mädchen……. jeder Versuch der Entfaltung eines inneren Selbst wird so im Keim erstickt…. es ist nicht gut, ich zu sein. Und so zimmert sich dieses Mädchen einen Menschen, der der Vorstellung ihres Umfelds entspricht.

Wenn dieses Mädchen dann eine Frau ist und dabei das Leben eines von aussen definierten Mannes lebt, kommt irgendwann fast zwangsläufig der Tag, an dem dieses Zerrbild ihrerselbst nicht mehr aufrecht gehalten werden kann. Diese Frau legt diese männliche Karikatur in Schutt und Asche und beginnt, ihr Selbst von innen her neu aufzubauen resp entfalten zu lassen.

Spätestens jetzt ist dieses Funktionsprinzip tödlich. Wenn diese Dame ihr Selbstbild weiterhin von aussen werten lässt, wird sie im Spiegel einen durchgeknallten Mann in Frauenkleidern sehen. Die Umwelt ist spätens jetzt kein brauchbarer Spiegel mehr.

Aber was nun? Ein Leben lang war man darauf konditioniert, sein Selbst von aussen definieren zu lassen. Diese Fremdbestimmung ist weggefallen, aber was bleibt dann? In welchem Spiegel soll sie sich jetzt noch spiegeln um zu erkennen, ob sie ok ist so wie sie ist? Da ist kein Richter mehr, keine Jury, sie muss sich nun selbst beurteilen.

Dieses Mädel wird es nicht einfach haben, sich zu finden und sich neu zu erfinden, da sind keine Grenzen und Absperrungen mehr die hindern, da ist keine Orientierung ausserhalb ihrerselbst. Das ist eine grosse Herausforderung und es ist gleichzeitig die grösste Freiheit die man sich denken kann. Selbstentfaltung ohne Fremdbestimmung.

Sag mir Deinen Namen und ich sag Dir wie Du heisst

Man sagt im Volksmund: “Kleider machen Leute” und das hat ja irgendwie schon was. Gerade bei mir als TransFrau sind die Kleider neben der Schminke etwas vom Wesentlichsten, um mein Ich äusserlich darzustellen. In einem Rock oder auf Pumps fühle ich mich viel weiblicher als in Latzhosen und Gummistiefeln. Mein Aussehen verstärkt sozusagen meine Selbstwahrnehmung und gibt mir inneren Halt.

Aber es gibt etwas, was mindestens wenn nicht sogar mehr zur Selbstwahrnehmung beiträgt: der Name und die Anrede. Auch Namen machen Leute und Anreden teilen die Geschlechter, etwas was für uns Transsexuelle elementar ist.

Mir fällt auf, dass ich irgendwie eine diebische Freude habe, wenn ich irgend etwas bestellen kann im Wissen, dass dies nun an meine weibliche Identität geschickt wird. Ich freue mich sogar über Rechnungen, nur weil sie an Diana adressiert sind. Ok bei Rechnungen hält sich die Begeisterung etwas in Grenzen, aber es ist doch ein wunderschönes Gefühl, so eine Rechnung in den Fingern zu haben und die Anschrift zu lesen.

Umso schmerzlicher ist die Post von den Stellen, die aus formal-juristischen Gründen keine preOp-Transsexuelle anerkennen. Banken, Steuern, Gemeindequatsch, all das kommt weiter mit penetranter Hartnäckigkeit an einen Mann adressiert, den es nur zum Schein gab und der nun nicht mehr existiert. Hat irgendwie was Surreales, sozusagen Post an einen längst Verstorbenen oder eher eines Niegeborenen.

Dass mich die Uni-Klinik mit “Herr X.Y. (Diana)” anschreibt, entbehrt nicht einer gewissen Komik, da ich von ihnen stets mit Frau angesprochen bin und dort ja auch als Trans-FRAU in Behandlung bin. Es zeigt aber in skuriler Weise, mit was für einer Realität Transsexuelle konfrontiert werden und wie sie wahrgenommen werden.

Man könnte meinen, dass all das irgendwie nicht wirklich wichtig ist. Zumindest bei mir wirft das grosse Wellen. Wenn ich irgendwo in weiblicher Form angesprochen werde, im Restaurant gefragt wird, ob die Damen schon bestellen möchten oder Post für Diana im Briefkasten liegt, dann fühlt sich das an als ob ich wachsen würde, als ob das vier Jahrzehnte lang gefangene und verkümmerte Ich sich ausstreckt und entfaltet, mit jedem Mal ein klein wenig mehr, so wie man einen Luftballon aufbläst.

Oder wenn ich zurück denke, wie es damals war, als mich plötzlich alle mit Diana ansprachen oder mit der Zeit von “sie” anstatt von “er” redeten……..

Der Name und die Anrede definieren uns, sie sind das Fundament der äusseren Identität. So gesehen ist es tragisch, dass preOp-Transsexuellen in diesem Land dieses wichtige Stück Identität verweigert wird. Und es ist noch viel tragischer, wenn man bedenkt, dass diese Identität nur unter der Bedingung der Kastration gewährt wird. Aber diese “Zwangskastration Transsexueller” soll ein andermal Thema sein – demnächst auf diesem Kanal – bleiben Sie dran ;-)

Verhaftung von Roman Polanski – dürfen Künstler Kinder vergewaltigen?

Manchmal versteh ich die Welt wirklich nicht. Der zugegebenermassen geniale Regisseur Roman Polanski hat ein dreizehnjähriges Mädchen vergewaltigt. Er hat diese Tat zugegeben. Er wäre für diese perverse Tat ins Gefängnis kommen, flüchtete aber bevor man ihn einer gerechten Strafe hätte zuführen können. Nun wurde er in der Schweiz verhaftet aufgrund eines amerikanischen Haftbefehls……… und Politiker und Kulturschaffende sind schockiert über diese Verhaftung. Wie bitte? Seid Ihr jetzt alle komplett hirntot?

Seit wann gelten für Künstler andere Gesetze? Seit wann dürfen Künstler ein dreizehnjähriges Mädchen ungestraft missbrauchen? Seit wann halten Politiker ihre schützende Hand über Kindsmissbraucher? Und seit wann decken Kulturschaffende ihre kriminellen Mitkünstler? Sorry, aber das übersteigt mein Verständnis bei Weitem.

Polanski ist ein kleiner mieser Drecksack, der ein Kind mit Alkohol abgefüllt, mit Beruhigungsmittel ruhiggestellt und dann genüsslich missbraucht hat, Punkt. Dafür gehört er vor Gericht gestellt und ins Gefängnis gesteckt. Wer damit ein Problem hat, soll bitte konsequent genug sein und für die Legalisierung von Kindsmissbrauch einstehen oder sich wenigstens psychiatrisch untersuchen lassen.

Diese Geschichte macht mich unglaublich wütend, vorallem über Kulturschaffende, für die “Freiheit der Kultur” scheinbar sogar Kindsmissbrauch einschliesst. Shame on you!

Ich habe selber eine minderjähriges Kind und ich muss ehrlich sagen, hätte Polanski sie missbraucht, würde ihm die von mir vollzogene Todesstrafe sicher sein.

Transsexuelle Austern

Da guckt man uns T-Girls so verwirrt an als kämen wir von einem anderen Planeten, dabei sind wir gar nicht die einzigen Transsexuellen in Gottes Schöpfung. Austern wechseln ihr Geschlecht, das gehört ganz einfach zu ihrer Natur. Wir T-Girls sind also einfach die Austern unter den Menschen :-) Interessant, was in Wikipedia darüber zu lesen ist:

Austern sind zweigeschlechtlich (Hermaphroditismus), wobei die konkrete Ausformung dieser Zweigeschlechtlichkeit bei den verschiedenen Austernarten unterschiedlich ist. Die Pazifische Felsenauster wächst zunächst als Männchen heran und bleibt dies im ersten Jahr. Ab dem zweiten Jahr wandelt sich ein Teil der Population in Weibchen, und bleibt das dann auch. Theoretisch könnte die Pazifische Felsenauster ihr Geschlecht mehrmals ändern, sie tut das aber normalerweise nicht. Im Gegensatz dazu machen die Europäischen Austern von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sie sind im ersten Jahr vorwiegend – aber nicht ausschließlich – männlich und ändern dann immer wieder ihr Geschlecht, sie sind „konsekutiv rhythmische Hermaphroditen“.

Interessant ist, dass sie sich von dem männlichen zum weiblichen Geschlecht WEITERentwickeln *zuckersüsslächelt*……. so gesehen sind wir T-Girls also Menschen, die sich weiter entwickeln. Ist doch irgendwie ulkig, erst vom Affen zum Menschen, dann vom Mann zur Frau……. von Austern kann man wirklich viel lernen :o)

Ich bin übrigens der lebende Beweis, ich habe mich so weiter entwickelt, dass ich innert eines halben Jahres zehn Centimeter grösser wurde und mein Brustumfang zugenommen hat und meine Sensibilität hat ebenfalls zugenommen.

Je weiter ich überlege….. meine optischen Selbstdarstellungsmöglichkeiten wurden erweitert, neue Geh-Techniken wurden erlernt, das Auge wurde bei der Jagd nach Kleidern geschärft……. Kenntnisse in Konfektionsgrössen, Farbenlehre, Gesichtsdekoration, Haarstyling, Versandkataloge……. hey ich kann sogar auf einem Bein stehend mit einer Hand den Duschkopf halten und mit der anderen Hand den Unterschenkel rasieren. Da können die Jungs mit ihrem blöden Einparkieren definitiv einpacken ;-)

Sterne und einstürzende Himmel

Pass auf, wenn Du nach den Sternen greifst…….

es kann sein, dass der Himmel über Dir einstürzt.

(Diana)

Mystik der Zärtlichkeit

Manchmal an so Tagen wie diesen frage ich mich, weshalb und wozu man eigentlich eine Beziehung sucht. Wenn man es ganz pragmatisch sieht, könnte man auch gut ohne das auskommen. Man hat allein mehr Zeit für sich, muss auf nichts Rücksicht nehmen, keine Kompromisse eingehen, nicht streiten…….. reden kann man mit Freunden, lachen ebenfalls und gemeinsam etwas unternehmen grad sowieso. Wozu also Liebe?

Vieles in Beziehungen ist ersetzbar und auf vieles könnte man verzichten, nur bei einem bleibe ich immer wieder hängen, so als wäre es das Zentrum dieses unwiderstehlichen Sogs, der einem immer wieder ins Land der Schmetterlinge entführt: Zärtlichkeit.

Warum Zärtlichkeit, frage ich mich, was soll daran so toll sein? Eine Antwort habe ich nie gefunden und doch habe ich die Gewissheit, dass ich genau das so sehr brauche wie die Luft zum atmen. Es ist das einzige, das nicht ersetzt werden kann und auf das zumindest ich nicht verzichten kann.

In den Armen zu liegen oder sich aneinander zu kuscheln sind für mich der Inbegriff des Glücklichseins, es ist ein Gefühl das einfach alles übersteigt. Aber was in aller Welt ist das, diese Zärtlichkeit?

Es ist nicht die körperliche Berührung selbst, wäre dem so, könnte man sich auch selber streicheln. Zärtlichkeit ist da offenbar anders gelagert als Sexualität. Zärtlichkeit ist Ausdruck tiefer Gefühle und liebevoller Nähe, sie ist eigentlich nur Repräsentation eines dahinterliegenden Gefühls….. sie ist unmittelbarer Ausdruck von Liebe.

Aber wenn Zärtlichkeit Ausdruck von Liebe ist und Liebe eigentlich ersetzt werden könnte, ausser eben was Zärtlichkeit anbelangt, die wiederum nur Ausdruck von Liebe ist und Liebe eigentlich……… und damit. liebe LeserInnen, befinden wir uns inmitten von Mystik, an dem Punkt an dem wir anerkennen müssen, dass es Dinge gibt, die mit unserem Verstand nicht mehr greifbar sind.

Johannes vom Kreuz, der christliche Mystiker und Gründer des Karmeliter-Ordens schreib ein wunderschönes Gedicht, in dem es um die Unio-Mystica geht, die Vereinigung mit Gott……. aber ich finde, dass es auch sehr gut in dieses Thema passt.

Ich wußte nicht, wo ich eintrat,
aber als ich mich dort sah,
unwissend, wo ich mich befand,
begriff ich große Dinge;
ich werde nicht sagen, was ich empfand,
da ich unwissend blieb,
alles Wissen übersteigend.

Blöd hä, wenn man beginnt etwas zu begreifen und es doch nicht im Geringsten versteht ;-)

Adam, Eva und die Vollkommenen – Transsexualität aus biblischer Sicht

Zumindeset religiöse Transsexuelle dürften sich früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie Transsexualität denn aus biblischer Sicht zu beurteilen ist. Mir sind keine Bibelstellen bekannt, die speziell über dieses Thema sprechen, aber es gibt zumindest in der Schöpfungsgeschichte etwas, das uns diesbezüglich zu denken geben könnte, wenn wir uns denn erdreisten würden, das Denken zu wagen.

Die Bibel bietet an vielen Stellen kleine Orakel, Dinge über die man wirklich nachdenken muss, um einen auf den ersten Blick simplen Satz zu ergründen. Leider sind gerade solche Stellen oft schlecht übersetzt – solche geglätteten Stellen lassen jedoch keinen Zugang mehr zu zum innewohnenden Sinn. Es ist nunmal nicht dasselbe, ob Gott Himmel und Erde erschaffen hat oder ob Himmel und Erde aus Gott hervorgegangen ist. Ersteres ist weitum bekannt, zweiteres jedoch korrekt.

Nun gibt es in ebendieser Schöpfungsgeschichte diese etwas obskure Sache mit Adam und Eva. Jedes Kind kennt die Stelle, Gott schuf Adam, dem war’s scheisslangweilig, also klaute Gott ihm des Nachts eine Rippe und schnitzte daraus ein Weib, das sich dem Mann gefälligst unterzuordnen hat. Aber steht das so da?

Im hebräischen Text der Torah steht nichts von einer Rippe, es ist die Rede von einer Flanke, also einer Seite. Im jüdischen Textverständnis bedeutet das, dass Eva wesensgleich war mit Adam, sie ist die gespiegelte Hälfte von ihm. Da gehts nicht um Organtransplantation oder Schnitzkunst, dieser Text will einzig sagen, dass Adam und Eva zwei Hälften eines ganzen “Ur-Adams” waren.

Im jüdischen gibt es viele Namen für Gott, Bezeichnungen die die verschiedenen Aspekte Gottes benennen. Eine davon ist die Schechina, ein weiblicher Aspekt von Gott. Nach jüdischem Verständnis ist ein Mann nur mit einer Frau vollkommen, andernfalls fehlt ihm eine Hälfte. Deshalb müssen Rabbis auch verheiratet sein (Jesus war auch Rabbi, aber das sparen wir uns auf ein anderes Mal auf). Wenn nun ein Mann auf Reisen ging und seine Frau zurück lassen musste, betete er zur Schechina und bat um Begleitung, weil er ohne seine weibliche Hälfte schutzlos gewesen wäre.

Und jetzt wird’s spannend für uns T-Girls ;-)

Wenn also Mann und Frau nur zwei Hälften des “Ur-Menschen” sind, dann sind transsexuelle Menschen, die beide Geschlechtsaspekte vereinen, sozusagen die Vollkommenen. Sie sind wie Ying und Yang, Mann und Frau, sie vereinen die zwei Eckpunkte der göttlichen Schöpfung. Cool hä?

Das sollte als Rechtfertigungsgrund ausreichend sein, dass wir T-Girls fortan in allen Läden gratis Schuhe und Kleider einsammeln können, oder etwa nicht? ;-)

Ich glaub ich beginne hier eine theologische Blog-Serie, nächstes Mal gehen wir der Frage nach, wozu Gott uns T-Girls auf die Erde gesandt hat und was unsere Berufung ist.

Bitte komm zurück, Svenja, wir brauchen Dich!

Das ist mein 200. Blogbeitrag und ich wollte den einem würdigen grossen Thema widmen, konnte mich fürs Erste aber nicht entscheiden. Heute wurde mir der Entscheid abgenommen, ich hab etwas auf dem Herzen, das mir wichtig genug erscheint, um diesem 200. Blogbeitrag würdig zu sein.

Heute hat meine Lieblings-Trans-Bloggerin Svenja ihren Blogbetrieb eingestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Sie begründet das mit den Worten: “Andere Transsexuelle, sowie auch Frauen aus dem feministischen Lager sind der Ansicht, dass ich hier ein falsches Frauenbild vermittele und damit Transsexuellen, wie BioFrauen gleichermaßen Schaden zufüge”. Weiters sagt Svenja, dass sie sich bei 14000 Lesern pro Monat Ihrer Verantwortung bewusst ist und deshalb eine Auszeit nimmt um darüber nachzudenken, ob und wie es weiter gehen soll mit dem Blog.

Liebe Svenja

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, weil es soviele Gründe gibt, weshalb wir nicht auf Deine Texte verzichten wollen und können. Du hat eine Verantwortung gegenüber Deinen 14000 Lesern, von denen ich eine bin – soweit hast Du Recht. Aber gerade weil Du diese Verantwortung hast, “darfst” Du Dein Werk nicht beenden, nur weil ein paar von diesen 14000 Lesern Dich deswegen anpinkeln. Du hättest nicht soviele Leser, wenn die Mehrheit “Dein Bild” nicht gutheissen würde, allein schon der Erfolg gibt Dir Recht.

Wie oft hast Du geniale praktische Tipps gegeben wie beispielsweise die Passing-Serie, die vielen von uns T-Girls geholfen haben? Du gehörst zu den wenigen Menschen, die mit in regelmässigen Abständen ein Lachen ins Herz katapultieren, mit Deinem Humor, Deinen Bildern und mit Deinen Ansichten.

Ich empfinde meinen Trans-Weg zwar als totale Erfüllung, aber ich empfinde es auch als einen sehr schweren Weg. Du zeigst mir immer wieder, dass der Trans-Weg zumindest zeitweise auch mit Lebenslust und Leichtigkeit gelebt werden kann. Gerade wenn ich wieder mal an den Hürden auf meinem Weg haddere, sind Deine Blogbeiträge ein grosser Trost, es tut so gut zu sehen, dass man auch als Trans-Frau quietschvergnügt sein kann. Deine Haltung zum Leben geben mir extrem viel Kraft und Hoffnung, Du bist schon fast ein Vorbild für mich und ich spüre, dass mir das gut tut.

Du sagst, dass Dir Frauen aus dem feministischen Lager Vorwürfe machen. Du wirst selber wissen, dass zumindest Radikal-Feministinnen uns in der Hölle verbrennen liessen, wenn sie könnten. Sie wehren sich gegen Gender-Stereotypen und treiben den Teufel mit dem Beelebub aus, indem sie das, was sie früher mussten, heute nicht mehr dürfen und umgekehrt – gewonnen ist damit nichts. Also ist es kein Wunder, dass so Extremistinnen ihre liebe Mühe haben wenn wir T-Girls es geniessen, weibliche Stereotypen zu .übernehmen und auszuleben. Wir geniessen es, auf hochhakigen Schuhen rumzustöckeln, wenn so Kreise damit ein Problem haben, begehen sie keine geringeren Verbrechen als das Patriarchat das sie bekämpfen.

Mehr zu denken gibt mir, dass “andere Transsexuelle” Dir so Vorwürfe machen. Es ist mir nicht neu, dass es auch in unseren Kreisen so geistige Talibans gibt, die glauben sie hätten die Weisheit mit Suppenlöffeln gegessen und sich erdreisten, sich zum Richter über Andere zu machen. Da gibt es Leute, die glauben darüber entscheiden zu müssen, wer “richtig transsexuell” ist und wer nicht. Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand mit einigermassen funktionierendem Verstand hinstehen kann und entscheiden kann, wer “echt” ist und wer nicht. Und ich kann auch nicht im Geringsten nachvollziehen, wie jemand hinstehen kann und vorschreiben kann, was “das richtige Frauenbild” denn sein soll. “Das Frauenbild” gibt es nicht, es gibt soviele Frauenbilder wie es Menschen gibt, wer etwas anderes behauptet, sollte sich mal psychologisch untersuchen lassen. Soviel Arroganz ist man sich bei Medizinern und Gutachtern vielleicht gewohnt, aber wenn Transsexuelle anfangen, andere in ihren eigenen Reihen aufzufressen, dann begehen sie sozialen Kanibalismus und sollten sich dafür in Grund und Boden schämen.

Aber egal ob extremistische Radikal-Feministinnen oder grössenwahnsinnige Transsexuelle, es steht niemandem zu dem Rest der Welt vorzuschreiben, wie sie sein sollen oder was für ein Bild sie abgeben. Du bist nicht die personifizierte Transsexualität oder ein Abbild der gesammten Transsexuellenschar. Du zeigst das Bild einer einzigen, einer ganz bestimmten und wie ich meine wundervollen Trans-Frau, Du stehst nicht für Andere sondern nur für Dich. Das ist Dein verdammtes Recht als Individuum dieser Gesellschaft, dass Du sein darfst wie Du bist, dass Du Dich so zeigen und so äussern darfst wie es Dir beliebt.

Grad diese Woche sagte ich zu einem lieben Menschen sinngemäss: “Wenn ich für jedes dumme Geschwätz einen Franken bekommen hätte, wäre ich heute Milliardärin”. Wenn wir uns exponieren, können wir es nie allen Recht machen. Es gibt immer Solche, die unsere Art oder unseren Standpunkt blöd finden, uns deswegen auslachen oder kritisieren. Man kann es wirklich nicht allen Recht machen, aber das ist auch nicht unsere Aufgabe. Dante sagte mal: “Geh Deinen Weg uns lass die Leute reden”. Nur so können wir uns selbst treu bleiben.

Ich bin wirklich froh, dass es in der Trans-Szene auch Menschen hat wie Du, die soviel Natürlichkeit ausstrahlen und eine Lebensfreude verbreiten, die den Standpunkt “Transsexuelle sind arme kranke Menschen” in wohltuender Weise relativieren. Ganz ehrlich, wenn ich jemandem sagen würde, dass ich transsexuell bin und derjenige dann entgegnen würde: “dann bist Du also so eine wie Svenja”, dann würde ich stolz “Ja” sagen und wäre froh, dass derjenige sich unter einer Trans-Frau so etwas vorstellt wie Du.

Es würde mir fern liegen, Dich zurück zu berufen, wenn Du einfach keine Lust mehr hast zum bloggen oder keine Zeit. Aber ich protestiere energisch dagegen, dass ein paar Klugscheisser unter Deinen 14000 Lesern Dir das Bloggen versaut. Gib diesen Wenigen nicht die Macht darüber zu entscheiden, ob Du weiter für die Vielen da sein sollst, die Dich schätzen.

Du schreibst für uns, für all die vielen Leser die Deine Schreibweise genauso lieben wie das Frauenbild und das Transfrauenbild, das Du in Deiner persönlichen Lebensschilderung offenlegst.

Bitte bleib uns erhalten, liebe Svenja, ohne Deine Blogbeiträge wäre die Trans-Szene um eine grosse Hoffnung ärmer…… und vielen würde das Licht eines grossen Sterns fehlen.

Mehr zum Thema:
Chrisis neues Leben: Ich bin ‘not amused’
Gastbeitrag bei ‘Erlebnisse und Gedanken’ von Farah: Trauer wegen der kreativen Schaffenspause von Svenja
T-Girl Diana: Sind Klischees für eine ‘richtige Frau’ tabu?
Wenn Emanzipation und Feminismus zum Rohrkrepierer werden

Update 26.10.2009:
Juhuiiii, sie ist wieder da und beginnt gleich mit einem “Tussi Schnelltest“, Gott sei Dank, sie ist geblieben, wie viele sie lieben ;-)

Sind Klischees für eine “richtige Frau” tabu?

Aus aktuellem Anlass mache ich mir grad Gedanken über Klischees, im speziellen Geschlechter-Stereotypen und die Frage, ob eine “richtige Frau” resp eine “richtige TransFrau” diese Klischees erfüllen darf oder muss oder sollte.

Gerade Geschlechtsstereotypen sind Klischees, die das Leben von Transsexuellen extrem erschweren. Es ist schon grausam, wenn man im falschen Körper leben muss, aber es ist noch viel grausamer, dass man damit gezwungen wird, falsche, nicht mit dem Inneren korrespondierende Klischees spielen zu müssen. Wenn man als Mädchen im Jungenkörper auf dem Pausenplatz eine grosse Röhre haben muss und nicht weinen darf, obwohl das Innere ganz andere Bedürfnisse hätte, wird das eh schon komplizierte Leben zu einer Höllenfahrt. Deshalb sind so Stereotypen für uns Transsexuelle ein rotes Tuch.

Das ändert sich bei Vielen, wenn sie endlich in ihrer wirklichen Geschlechterrolle leben dürfen. Transsexuelle haben sehr viel Unterdrücktes, das sie kompensieren möchten. Ein Leben lang klotzige Halbschuhe? Her mit denn Pumps. Ein Leben lang Hosenzwang? Her mit den Röcken. Und bevor wir uns versehen, erfüllen wir nun leidenschaftlich Geschlechterstereotypen und leben Klischees genüsslich aus. Klingt paradox, nicht? Aber ist es deshalb falsch? Wenn sich eine Waffe ein Leben lang gegen Dich richtet und Du irgendwann die Kontrolle über diese Waffe übernimmst und sie zu Deinen Gunsten führst, ist das dann so unverständlich?

Mit Klischees ist das so eine Sache. Auf der einen Seite zwängen sie uns in ein Rollenverhalten, das wir schon fast zwangsweise annehmen müssen, ob es uns entspricht oder nicht. Der Klassiker, Jungs weinen nicht, zeigt das auf dramatische Weise. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Jungs und Mädels gleich oft. Dann hören die Jungs damit auf. Wenn man bedenkt, dass zubetonierte Geschlechterstereotypen die Hälfte der Menschheit daran hindert, ihre Trauer so auszudrücken, dann wird offensichtlich, wie vernichtend so Klischees sein können.

Aber heisst das nun, dass deswegen Klischees tabu sind? Wenn es einem Klischee entspringt, dass Frauen kistenweise Handtaschen und Schuhe besitzen, muss ich dann Turnschuhe tragen und alles in einer Tüte rumtragen, damit ich ja kein Klischee bediene? Und wenn ein Klischee besagt, dass Männer Hosen und Frauen Röcke anhaben, muss ich dann als emanzipierte Frau Hosen tragen? Diesen Fehler hat meines Erachtens leider der “Radikal-Feminismus” gemacht. Was ich früher musste, das darf ich heute nicht. Aber wenn ich mir verbiete, was mir eins von Aussen geboten wurde, was habe ich dann gewonnen? Bin ich dann nicht an denselben Ketten angebunden?

Emanzipation heisst: “ich muss keinen Rock mehr tragen, ich darf auch Hosen tragen”. Emanzipation heisst nicht: “ich darf keinen Rock mehr tragen”

Klischees sind in der Regel nicht vom Himmel gefallen. Das Bild der shoppenden Frau wurde nicht von den Gebrüdern Grimm erfunden sondern war eine Folge davon, dass Frauen mehrheitlich einen Hang dazu haben. Männlein und Weiblein sind nunmal nicht gleich und ich würde auch nicht wollen, dass sie es sind. Die Ausnahme bestätigt hier die Regel.

Klischees werden erst dann zum Problem oder sogar zur Falle, wenn man sich einredet, dass man sie erfüllen muss. Und man läuft in dieselbe Falle, wenn man sich einredet, dass man sie nicht erfüllen darf.

Deshalb glaube ich, dass diejenigen, die zwanghaft jedes Klischee erfüllen, genauso gefangen sind wie diejenigen, die um jeden Preis jedes Klischee vermeiden. Wirklich frei ist man dann, wenn man sein Innerstes auslebt. Wenn dies einem Klischee entspricht, ok. Wenn es ihm widerspricht, auch ok.

Ich möchte das an meinem Beispiel illustrieren. Es gibt Klischees, die ich leidenschaftlich auslebe:

  • Meine Schuhsammlung hat in weniger als einem Jahr ein Regel gefüllt
  • Ich trage fast nur Röcke und versuche die äussere Weiblichkeit auch sehr zu betonen
  • Bei jeder erdenklichen Emotionalität wässern sich meine Augen
  • Charmante Komplimente schmeicheln mir und ich schätze es, wenn mir ein Mann die Tür aufhält
  • Ich lästere gegen Männer und männliche Klischees
  • Ich kokettiere fürs Leben gern :-)

Aber genauso gibt es Klischees, die ich nicht erfülle, weil sie nicht meinem inneren Bedürfnis entsprechen

  • Handtaschen sind für mich einfach praktische Objekte, ich hab zwei, eine kleine Schwarze und eine grosse Beige
  • Wenn ich mich aufrege, fluche ich gelegentlich wie ein Henkersknecht oder hau die Faust auf den Tisch, dass die Leute im Büro einen Satz machen auf dem Stuhl (bisher 3 tote Tastaturen und ein komatöser Bildschirm)
  • Guinness ist und bleibt mein Lieblingsgetränk, gefolgt von IrishCoffee und Cider
  • Meine Great Highland Bagpipe wurde zwar in den Pausenmodus versetzt, weil ich momentan genug mit mir zu tun habe, aber ich werde weiterhin dieses archaische und sehr männliche Instrument spielen, das einst sogar als Kriegswaffe eingestuft war
  • Wenn ich das Geld dazu hätte, würde ich jederzeit wieder eine Harley kaufen, obwohl, das muss ich gestehen, ich würde mir arge Sorgen machen wegen der reduzierten Frisiermöglichkeit, Helme sind echt nix für Mädels ;-)

Beide Listen könnte ich noch lange erweitern, das sind nur ein paar Beispiele, die zeigen sollen, was ich unter einem freien Leben vorstelle.

Fazit: Verweigere Dich jedem Klischee, das Dir nicht entspricht…. und leb jedes Klischee, das Dir entspricht, so leidenschaftlich und exzessiv aus wie möglich.

Wenn Emanzipation und Feminismus zum Rohrkrepierer werden

Seit längerem wollte ich etwas schreiben über Emanzipation und – wie ich es nenne – Radikal-Feminismus. Aus aktuellem Anlass drängt sich mir das Thema heute auf, also scheint der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein, auch wenn sich das Thema teils mit meinem letzten Beitrag über Klischees kreuzt und ich mich teils widerholen muss.

Emanzipation war dringend nötig und der Feminismus verhalf diesem bitter nötigen Menschenrecht zur Geburt. Es liegt in der Natur der Sache, dass man, wenn man etwas Festgefahrenes aufbrechen will, radikale Forderungen stellen muss, um wenigstens kleine Fortschritte zu machen. Aber man kann damit auch über’s Ziel rausschiessen.

Ich selber habe mal schockiert von einer gleichaltrigen Freundin hören müssen, dass ihr Vater heute noch den Stimmzettel seiner Frau ausfüllt, weil “Frauen eh nix von Politik verstehen”. Es gab Zeiten, da waren Frauen schon fast Unmündige vor dem Gesetz, kein Wahlrecht, keine Politikerinnen, keine Karriere, tiefere Löhne und vieles mehr. Die Notwendigkeit von Veränderungen zugunsten der Frau dürften heute kaum von jemandem bestritten werden. Aber wie weit soll sich diese Emanzipation ausweiten und was soll vom Feminismus bekämpft oder erkämpft werden?

Heute noch gibt es Lohnunterschiede und heute noch sind Frauen in Geschäftsleitungen und in der Politik in der Minderheit. Aber es wurde schon viel erreicht, es gibt Geschäftsleiterinnen, hierzulande haben wir Bundesrätinnen und in Germanien herrscht Angela Merkel. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel. Aber in meinen Augen hat der Feminismus oder wie ich es zu nennen pflege, der Radikal-Feminismus, Grenzen gesprengt die nicht gesprengt werden sollten.

Männlein und Weiblein sind nunmal nicht gleich, es gibt nicht nur Rollenmuster, die indoktriniert wurden sondern auch Rollenmuster, die tatsächlich Aspekte der Geschlechter sind. Wäre dem nicht so, gäbe es keine Transsexuellen, sie sind der lebende Beweiss, dass alle Indoktrination und aller Rollenzwang nichts daran ändert, dass Mädels tendenziell eher so fühlen und reagieren und Jungs auf ihre Weise. Vieles wird gesellschaftlich zur Norm und zum Zwang erhoben, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es tatsächlich Geschlechterunterschiede gibt. Diese sind nicht in Stein gemeiselt, auch Männer können weinen und auch Frauen können fluchen, aber sie tun’s tendenziell weniger oder mehr, je nach Geschlecht. Das gilt es zu respektieren.

Kürzlich las ich in einem anderen Blog eine Geschichte: An einer Bar sitzen ein Mann und eine Frau. Er will sie einladen, sie besteht darauf, sie könne selber bezahlen. Nach langem hin und her sagt plötzlich der Barkeeper zur Frau: “Ach jetzt lass ihn doch endlich zahlen, mit Eurer Gleichberechtigung zerstört ihr noch das letzte bisschen Romantik”.

Wie Recht er doch hat. Warum sollte ich als Frau ein Problem haben, wenn mir jemand charmant den Hof macht oder mich zu einem Drink einlädt? Wenn mir jemand die Tür aufhält, sich an den Ladies-first-Kodex hält? Wenn mir ein Mann die schwere Tasche trägt? …… Wenn mir jemand die Autotür aufhält, nehme ich nicht an, dass er mich für zu blöd hält um sie selber zu öffnen, es ist Ausdruck seiner Wertschätzung. Und wenn er mir Rosen schenkt, ist auch das eine Form der Anerkennung, die mir nicht im Geringsten schadet und nichts, einfach gar nichts mit Emanzipation zu tun hat resp dagegen spricht.

Ich selbst erlebte noch Zeiten, in denen Frauen gelegentlich auch mal Komplimente bekamen. Heute traut sich kein Mann mehr, einer Teamkollegin zu sagen: “hey Du siehst ja super aus in diesem Kleid” oder “wow das sind ja Hammer-Schuhe”. Sie befürchten, mit der Emanzipationskeule erschlagen zu werden oder gleich einen Prozess wegen sexueller Belästigung zu erhalten. Ich persönlich bedaure das ganz ehrlich.

Emanzipation darf nicht in Gleichmacherei ausarten, aber in den Köpfen gewisser Leute passiert genau das. Wenn ich als Frau keinen kurzen Rock tragen darf, nur weil wir Frauen früher Röcke tragen mussten, dann hat die Gleichberechtigung nichts geschenkt sondern gestohlen, dann wird Emanzipation zum Rohrkrepierer.

Ich will nicht gleich sein wie ein Mann, ich will nur gleiche Rechte, das ist ein ganz grosser Unterschied.

Two Spirits – die mit den zwei Seelen

In unserer westlichen Kultur dürfte es selten vorkommen, dass jemand in Begeisterung ausbricht, wenn er einem transsexuellen Wesen begegnet. Bei indigenen Völkern wär das selbstverständlich gewesen. Während Transsexuelle hierzulande als “persönlichkeitsgestört” stigmatisiert werden, hatten Transsexuelle bei Indianern ein hohes Ansehen, denn sie hatten zwei Seelen in ihrer Brust, konnten alles aus zwei Blickwinkeln betrachten – sie waren “Two Spirits”.

Als das weisse Pack Amerika entdeckte und die indianische Kultur in Schutt und Asche legte, stiessen sie überall auf das Phänomen von TwoSpirits. Biologische Männer die in Frauenkleidern Frauenarbeiten verrichteten und biologische Frauen, die als Krieger lebten. Es gab Woman Chiefs, also weibliche Häuptlinge, obwohl der Häuptlingsposten klar einem Mann zustand. Two Spirits hatten das Ansehen von Medizinmännern, sie hatten etwas, das alle anderen nicht hatten – die zweite, die erste ergänzende Wesensseite.

Aber wie unsere christlich-abendländische Kultur nunmal ist, was nicht der Norm entspricht, gehört ausradiert. So wurden die ersten Two Spirits gleich mal von den Hunden zerfleischt, die restlichen andersweitig ermordet. Doch dann kam der Kulturkrieg, man verbot Indianern ihre Sprache und Riten, ihre Religion und ihr Denken. Kinder wurden in weisse Schulen gesteckt und ein systematischer Kulturmord vollzogen. Im Rahmen dieser Hirnwäsche wurde auch das ganze indianische Weltbild zerstört und die Wurzeln zerbrochen. Mit dem Kulturverlust, verschwand auch der Wert von TwoSpirits, Indianer “lernten” die westliche Denkweise und TwoSpirits wurden immer mehr zu Geächteten. Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es fast keine TwoSpirits mehr, zumindest keine die offen so lebten.

Eine der letzten TwoSpirits die namentlich bekannt ist, hiess Fred Martinez, ein Navaho Indianer, der in beiden Geschlechtern lebte, also mal ganz Mann war, mal ganz Frau, je nachdem wie es erforderlich war. In einer warmen Sommernacht umarmte er seine Mutter ein letztes Mal und verliess als Frau gekleidet und geschminkt das Haus. Nach ein paar Stunden mit seinen Freunden zusammen ging er nachhause. Nach fünf Tagen fand man seinen übelst zugerichteten Körper in einem Canyon…. der Täter prahlte mit seiner Tat.

Gestern war der Transgender Day of Remembrance 2009, an dem weltweit der ermordeten Transgender gedacht wird. Heute, einen Tag später, ist die Weltpremiere des Films “Two Spirits”, ein Dokumentarfilm, der die Geschichte von Fred Martinez schildert. Ein erschütterndes Dokument, von dem ich sehr hoffe, dass er hierzulande in einem Kino zu sehen ist.

Im Trailer der unten anzusehen ist, steht irgendwann: “the bravest choice you can make, is to be yourself”, etwas simpel übersetzt: “Die mutigste Entscheidung die Du treffen kannst, ist Dich selbst zu sein”. Darüber nachzudenken würde sich lohnen.

Mehr über den Film findet man auf dieser Website: Two Spirits

und hier kann man den Trailer ansehen:

Einmal mehr wären wir besser beraten gewesen, wenn wir das Denken indigener Völker angenommen hätten, anstatt das Ihre zu zerstören.

Willkommen im Gottesstaat Schweiz

Seit gestern Abend stehe ich unter Schock und kann es immer noch nicht fassen, Bürgerin eines Landes sein, das durch Rechtsparteien und christliche Fanatiker dermassen radikalisiert wurde. Das ist der Anfang vom Ende dessen, was einmal Grundwerte dieses Landes waren. Toleranz, Rechtsgleichheit, Religionsfreiheit und Vernunft wurden bachab geschickt. Die volksaufhetzenden Brandstifter der SVP haben es im Schulterschluss mit den christlichen Fundamentalisten der EDU geschafft, dieses Land in einen Dreckhaufen zu verwandeln. Die Trennung von Kirche und Staat wurden aufgehoben und wir können uns nun mit Ländern wie dem Iran in eine Reihe stellen.

Nun steht in unserer Bundesverfassung, dass vor dem Gesetz alle gleich sind und etwas weiter unten steht nun, dass nur Muslime keinen Turm auf ihre Gebetshäuser stellen dürfen. Das Minarett-Verbot steht im Widerspruch zu unserer eigenen Verfassung und es steht im Widerspruch zu internationalen Menschenrechten. Dass so etwas von einer Mehrheit der Schweizer Wähler angenommen wurde, ist ein Armutszeugnis für das Schweizer Stimmvolk.

Vor fünfzig Jahren schaffte es eine Partei, ein ganzes Land so gegen eine Religionsgemeinschaft aufzuhetzen, dass es im Holocaust endete. Die SVP und ihre Lakaien sind auf dem besten Weg, dass sich die Geschichte wiederholt.

Die Braunen dieses Landes und die christlichen Fundamentalisten haben es geschafft, der Schweiz weltweit die Fratze einer rassistischen Nation aufzusetzen, der Erfolg wird sie weiter treiben und wenn nicht noch ein Wunder passiert, werden diese Kreise den Ruf dieses einst angesehenen Landes in Schutt und Asche legen…… und es vielleicht irgendwann sogar schaffen, aus diesem Land ein neues Nazi-Reich zu machen.

Zum ersten Mal in meinem Leben schäme ich mich abgrundtief dafür, Schweizer Bürgerin zu sein….. und ich habe Angst davor, was diese politischen Brandstifter als Nächstes machen und wie weit sich das Schweizer Volk von diesen Wahnsinnigen noch fanatisieren lässt.

Stoeps hat einen sehr guten Kommentar in seinem Blog geschrieben, den ich hier gerne weiterempfehle:
La Suisse n’existe plus!

Und wer wissen möchte, was für ein Bild die Welt von nun an über die Schweiz und ihre Bewohner hat, der kann sich hier mal ein Bild verschaffen:
Spiegel: Die Schweiz wählt die Islam-Angst
Berliner Tagesspiegel: Minarett-Abstimmung: Mit dem Rücken zur Welt
Stuttgarter Zeitung: Eine Schande für die Schweiz
Welt online: Die Schweiz fällt hinter die Aufklärung zurück
Zeit online: Ein schwarzer Tag
Süddeutsche Zeitung: Wut und Frust in der Schweiz
Times: Intolerance of Islam
Guardian: Switzerland: Hatred beneath the harmony
Washington Post: Switzerland votes to prohibit the building of mosque minarets
Los Angeles Times: Swiss voters OK ban on minarets

UPDATE 2.12.2009: Weil mich diese Entwicklung so beschäftigt, habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht:
Wer Verstand hat, der möge nachdenken

UPDATE 3.12.2009: Die Menschenrechtsorganisation AVAAZ ruft zum Online Protest auf. Wer mit seinem Namen einstehen möchte, kann sich hier eintragen:
AVAAZ.org: Minarett-Ban – not in my name

Wer Verstand hat, der möge nachdenken

Nachwievor stehe ich unter Schock, dass das Schweizer Volk diesem primitiven Minarett-Verbot zugestimmt hat und sich so zum Handlanger rechter Brandstifter und religiöser Fanatiker machen liess. Seit Sonntag denke ich viel darüber nach und mir wird speiübel, je mehr ich darüber nachdenke.

Ich habe diese Abstimmung vom Vorfeld und im Nachhinein beobachtet, Artikel und Kommentare von Lesern gelesen. Was mir da an Ignoranz und Dummheit begegnet ist, ist nicht zu fassen, wenn man bedenkt, dass wir im Jahr 2009 leben, lange Zeit nach der Aufklärung.

Die Argumente für diese Initiative waren von so idiotischer Natur, dass sie mir einmal mehr zeigen, dass ein Grossteil der Menschen zwar einen Verstand hat, ihn aber nur in Ausnahmefällen nutzt. Es reicht Vielen, Phrasen von Parteiblättchen oder Geschwätz vom Stammtisch nachzuplappern, weshalb selber nachdenken, wenn einem doch so einfache Antworten ins Hirn getrichtert werden?

Ich möchte an diesem Beispiel mal zeigen, wie vernunftresistent Menschen sein können, deshalb liste ich hier ein paar “Argumente” auf, die ich den letzten Wochen tausendfach las und versuche zu erklären, was daran falsch gedacht ist.

Weshalb sollen wir Minarette erlauben, solange Moslems keine Kirchen erlauben?
Ethische Grundsätze sind eine persönliche Haltung, die nicht von Anderen abhängig ist. Wenn wir Religionsfreiheit erst gewähren, wenn alle anderen das tun, wird niemals Religionsfreiheit entstehen, weil alle auf den Letzten warten und der wird nie kommen weil er wiederum auf die Ersten wartet.

Wenn andere etwas falsch machen, ist das kein Grund, denselben Fehler den wir anprangern, nun selbst zu machen. Oder sollen wir wieder Folter einsetzen, solange die Amis Guantamo nicht schliessen? Sollen wir die von Moses gebotene Steinigung wieder einführen, solange bis das letzte Land auf die Todesstrafe verzichtet? Wir haben ethische Grundsätze und denen sind wir verpflichtet, nicht weil andere das tun sondern weil wir sie für richtig halten. Nur so gehen wir mit gutem Beispiel voran und können darauf hoffen, dass Andere dazu lernen.

In muslimischen Ländern gibt es auch keine Kirchen
Falsch, letztes Jahr wurde sogar in Katar (Arabien) die erste christliche Kirche eröffnet, zwar ohne Kirchturm, aber immerhin. Offenbar beginnen diese Länder, langsam umzudenken und sich zu öffnen. Mit diesem Minarettverbot haben wir den reformwilligen Moslems gezeigt, dass wir uns auch einen Dreck um Religionsfreiheit scheren und dass auch wir die Trennung von Kirche und Staat nicht mehr ernst nehmen. Damit torpedieren wir jahrelange Verhandlungen und ein Umdenken, das zwar erst ganz am Anfang stand, das sich aber hätte entwickeln können.

Islam ist gewalttätig, im Koran steht der Beweis

So spricht der HERR, der Gott Israels: Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten. (2. Mose 32,27)

Das dürfte das idiotischste Argument sein, vorallem wenn Christen sich so äussern. Erstens ist es ignorant, wenn man Sätze aus einem Buch herauszerrt, das man gar nicht kennt und sowohl Kontext als auch kulturelle Hintergründe ignoriert. Zweitens findet man genau so hässlliche Textstellen im Alten Testament der christlichen Bibel. Das ist soweit kein Wunder, sowohl Islam als auch Christentum basieren auf dem abrahamitischen Glauben und haben die mosaischen Vorschriften in ihren Texten. Fanatiker könnten sich auch auf Jesus berufen der sagte: “Ich bin nicht gekommen um Frieden zu bringen sondern das Schwert” (Mt 10,34). Spätens seit der Inquisition wissen wir nur zu gut, dass man auch die Bibel zur Grundlage von Mord und Todschlag missbrauchen kann.

Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir! (Worte von Jesus aus Lukas 19,27 – gekonnt aus dem Zusammenhang gerissen)

Im Vorfeld dieser Initiative hatte ich mal ein Streitgespräch, jemand schmiss mit Koransuren um sich, um die angebliche Gewalttätigkeit dieser Religion zu beweisen. Ich bin alle durchgegangen, es war durchwegs aus dem Zusammenhang gerissen und fehlinterpretiert im Stil von: “Geht hin und macht sie nieder”, was als Aufforderung an Gläubige verstanden wird, in Wirklichkeit sagt Gott das zu seinen Engeln, nicht weniger grausam als in der biblischen Apokalypse. Ich könnte problemlos ein halbes Buch schreiben mit Bibelversen, bei denen einem die Haare zu Berge stehen. Stelle ich sie ausserhalb des Kontext in den Raum, wird man den christlichen Gott für absolut gewalttätig wahrnehmen.

Kopftücher dienen der Unterdrückung der Frau

Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. (1. Kor 11:7)

Nach mosaischer Gesetzgebung muss jede Frau ein Kopftuch tragen, das steht heute noch im Alten Testament der Christenheit und auch Paulus fordert das im Neuen Testament. Auch da kann es als Unterdrückung verstanden werden. Unsere Grossmütter trugen Kopftücher und noch heute tragen Frauen Kopftücher wenn es ihnen danach ist. Eine Bekannte von mir trägt seit ihrer Chemotherapie ein Kopftuch. Ist es da nicht grotesk, wenn diese Scharfmacher nun ein Kopftuchverbot fordern, nur um noch etwas weiter zu gehen, mehr zu provozieren, mehr Feindbilder aufbauen? Es wäre das erste Mal, dass die SVP die Interessen der Frau vertritt, Frauen gehören für diese Leute ja an den Herd. Aber wenn man Angst und Hass schüren will, prügelt man auf jedes Attribut ein, das den “Feind” kennzeichnet.

Die Scharia fordert Steinigung, Hände abhacken u.s.w.

Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte. (5. Mose 21,18ff)

Die Scharia ist nicht Kern des Islam sondern der Koran. Die Scharia wird nur in wenigen Ländern angewandt. Ein Minarett steht genauso im Zusammenhang mit der Scharia wie ein Glockenturm mit der Inquisition. Die Scharia ist ein politisches Instrument, der Koran eine religiöse Schrift. Diese zwei Schriften zu vermischen ist wie wenn man den Hexenhammer als Bestandteil der Bibel betrachtet und somit alle Christen zum Hexenfolterer ernennt. Für die meisten Moslems hat die Scharia keine Bedeutung.

Balkan-Raser, Körperverletzungen durch Balkaner
Auch das hört man oft. Aber nur ein Teil der Balkaner ist Moslem und nur ein Teil der Moslems kommt aus dem Balkan. Das zu vermischen ist wie wenn man sagt, Amerika ist ein christliches Land, also sind Christen Kriegstreiber und foltern ihre Feinde. Oder Hitler war Christ, also ist der Papst ein Faschist. Wir haben ein Problem mit dem Agressionspotential bestimmter Kulturen und Länder, aber das ist auf die Länder und Kulturen zurück zu führen und nicht auf die Religion, die einige von ihnen haben.

Mädchenbeschneidung und Zwangsheirat
Mädchen werden mit dem Messer beschnitten und Zwangsheirat ist nur dank der Macht des Patriarchats möglich. Ersteres ist schwere Körperverletzung, zweiteres zumindest Nötigung. Beides ist hier ein Straftatbestand, er muss nur umgesetzt werden. Mädchen werden auch nicht mit Minaretten beschnitten sondern mit Messern. Glaub wirklich irgend jemand, es gäbe auch nur einen Fall weniger ohne Minarette? Oder einen mehr mit? So naiv wird ja hoffentlich niemand sein.

Das Volk hat abgestimmt, da hat das EMRK nichts dazu zu sagen
Wenn die Gesetze oder Volksentscheide eines Landes die höchste Instanz wären, bräuchte es kein internationales übergeordnetes Recht. Diese Menschhenrechte dienen genau dazu, die nationalen Rechte zu überprüfen. Selbst wenn 100% der Schweizer dafür stimmen würden, dass Invalide erschossen werden, würde dieser Volksentscheid vom EMRK verurteilt. Genau dafür gibt es diese Menschenrechte. Wir haben dieses Recht anerkannt, nur übelste Schurkenstaaten verweigern sich diesen Grundsätzen des Zusammenlebens. Und wenn nun politische Polemiker drohen, die internationalen Menschenrechte zu kündigen, ist das einfach blanker Irrsinn. In Europa gabs das erst einmal, als das griechische Militär die Regierung putschte und eine Diktatur aufrichtete. Sind wir wirklich ein Land, das nicht in der Lage ist, grundsätzliche Menschenrechte anzuerkennen? Eigentlich erstaunlich, dass nach 1945 noch jemand auf die Idee kommen kann, das Volk hätte immer Recht.

Wir brauchen keine Minarette
Nein, brauchen wir nicht, Molems brauchen auch keine Kirchenglocken, trotzdem soll es uns erlaubt sein und ihnen das Ihre. Was für eine egoistische Einstellung muss man haben für diese Haltung? Ich brauche beispielsweise kein Auto, soll ich es nun allen Autofahrern verbieten? Die Frage ist doch einzig, ob Minarette uns schaden und das tun sie definitiv nicht, weil sie nichts anderes sind als ein Symbol. Minarett heisst Leuchtturm, da sollte einem doch langsam ein Licht aufgehen.

Man sollte erst über einen Menschen urteilen,
nachdem man tausend Meilen in seinen Mokasins gelaufen ist.
(Indianisches Sprichwort)

Amen……

UPDATE 2.12.2009 Und weil Volksverhetzung und politische Brandstiftung grad so in sind, hat nun der Präsident der angeblich christlichen Partei CVP die glorreiche Idee verkündet, dass man nun auch jüdische Friedhöfe verbieten soll. Dass Rabbi Jeshua, den er unter dem Namen Jesus anbetet, selber Jude war, scheint ihn dabei nicht zu stören. Für ein paar braune Stimmen kann man auch mal die Glaubensbrüder des Angebeteten in die Pfanne hauen. Liebe Deinen Nächsten, sprach der Nazarener, was davon übrig bleibt ist nur noch “Ich bin mir der Nächste”.
Nach dem Minarett-Verbot: Darbellay auf Kreuzzug

UPDATE 3.12.2009: Offenbar grasiert hierzulande der kollektive Wahnsinn, sind wir wirklich schon so von den rechten Brandstiftern vergiftet, dass das Hirn komplett aussetzt? Gemäss Umfrage von “20 Minuten” sind 56% für ein Kopfftuchverbot. Ich hoffe, dass einer dieser 56% meiner Bekannten dann erklärt, weshalb sie nach der Chemotherapie keins mehr tragen darf. Ich fühl mich langsam wie in einem Horrorfilm, wenn das so weiter geht, sind wir bald fanatischer als die Taliban…… seltsam, dass sich niemand an den Kopftüchern von christlichen Nonnen stört.
Auch Kopftuchverbot hätte eine Mehrheit

UPDATE 3.12.2009: Die Menschenrechtsorganisation AVAAZ ruft zum Online Protest auf. Wer mit seinem Namen einstehen möchte, kann sich hier eintragen:
AVAAZ.org: Minarett-Ban – not in my name



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