(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Bitte komm zurück, Svenja, wir brauchen Dich!

Das ist mein 200. Blogbeitrag und ich wollte den einem würdigen grossen Thema widmen, konnte mich fürs Erste aber nicht entscheiden. Heute wurde mir der Entscheid abgenommen, ich hab etwas auf dem Herzen, das mir wichtig genug erscheint, um diesem 200. Blogbeitrag würdig zu sein.

Heute hat meine Lieblings-Trans-Bloggerin Svenja ihren Blogbetrieb eingestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Sie begründet das mit den Worten: “Andere Transsexuelle, sowie auch Frauen aus dem feministischen Lager sind der Ansicht, dass ich hier ein falsches Frauenbild vermittele und damit Transsexuellen, wie BioFrauen gleichermaßen Schaden zufüge”. Weiters sagt Svenja, dass sie sich bei 14000 Lesern pro Monat Ihrer Verantwortung bewusst ist und deshalb eine Auszeit nimmt um darüber nachzudenken, ob und wie es weiter gehen soll mit dem Blog.

Liebe Svenja

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, weil es soviele Gründe gibt, weshalb wir nicht auf Deine Texte verzichten wollen und können. Du hat eine Verantwortung gegenüber Deinen 14000 Lesern, von denen ich eine bin – soweit hast Du Recht. Aber gerade weil Du diese Verantwortung hast, “darfst” Du Dein Werk nicht beenden, nur weil ein paar von diesen 14000 Lesern Dich deswegen anpinkeln. Du hättest nicht soviele Leser, wenn die Mehrheit “Dein Bild” nicht gutheissen würde, allein schon der Erfolg gibt Dir Recht.

Wie oft hast Du geniale praktische Tipps gegeben wie beispielsweise die Passing-Serie, die vielen von uns T-Girls geholfen haben? Du gehörst zu den wenigen Menschen, die mit in regelmässigen Abständen ein Lachen ins Herz katapultieren, mit Deinem Humor, Deinen Bildern und mit Deinen Ansichten.

Ich empfinde meinen Trans-Weg zwar als totale Erfüllung, aber ich empfinde es auch als einen sehr schweren Weg. Du zeigst mir immer wieder, dass der Trans-Weg zumindest zeitweise auch mit Lebenslust und Leichtigkeit gelebt werden kann. Gerade wenn ich wieder mal an den Hürden auf meinem Weg haddere, sind Deine Blogbeiträge ein grosser Trost, es tut so gut zu sehen, dass man auch als Trans-Frau quietschvergnügt sein kann. Deine Haltung zum Leben geben mir extrem viel Kraft und Hoffnung, Du bist schon fast ein Vorbild für mich und ich spüre, dass mir das gut tut.

Du sagst, dass Dir Frauen aus dem feministischen Lager Vorwürfe machen. Du wirst selber wissen, dass zumindest Radikal-Feministinnen uns in der Hölle verbrennen liessen, wenn sie könnten. Sie wehren sich gegen Gender-Stereotypen und treiben den Teufel mit dem Beelebub aus, indem sie das, was sie früher mussten, heute nicht mehr dürfen und umgekehrt – gewonnen ist damit nichts. Also ist es kein Wunder, dass so Extremistinnen ihre liebe Mühe haben wenn wir T-Girls es geniessen, weibliche Stereotypen zu .übernehmen und auszuleben. Wir geniessen es, auf hochhakigen Schuhen rumzustöckeln, wenn so Kreise damit ein Problem haben, begehen sie keine geringeren Verbrechen als das Patriarchat das sie bekämpfen.

Mehr zu denken gibt mir, dass “andere Transsexuelle” Dir so Vorwürfe machen. Es ist mir nicht neu, dass es auch in unseren Kreisen so geistige Talibans gibt, die glauben sie hätten die Weisheit mit Suppenlöffeln gegessen und sich erdreisten, sich zum Richter über Andere zu machen. Da gibt es Leute, die glauben darüber entscheiden zu müssen, wer “richtig transsexuell” ist und wer nicht. Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand mit einigermassen funktionierendem Verstand hinstehen kann und entscheiden kann, wer “echt” ist und wer nicht. Und ich kann auch nicht im Geringsten nachvollziehen, wie jemand hinstehen kann und vorschreiben kann, was “das richtige Frauenbild” denn sein soll. “Das Frauenbild” gibt es nicht, es gibt soviele Frauenbilder wie es Menschen gibt, wer etwas anderes behauptet, sollte sich mal psychologisch untersuchen lassen. Soviel Arroganz ist man sich bei Medizinern und Gutachtern vielleicht gewohnt, aber wenn Transsexuelle anfangen, andere in ihren eigenen Reihen aufzufressen, dann begehen sie sozialen Kanibalismus und sollten sich dafür in Grund und Boden schämen.

Aber egal ob extremistische Radikal-Feministinnen oder grössenwahnsinnige Transsexuelle, es steht niemandem zu dem Rest der Welt vorzuschreiben, wie sie sein sollen oder was für ein Bild sie abgeben. Du bist nicht die personifizierte Transsexualität oder ein Abbild der gesammten Transsexuellenschar. Du zeigst das Bild einer einzigen, einer ganz bestimmten und wie ich meine wundervollen Trans-Frau, Du stehst nicht für Andere sondern nur für Dich. Das ist Dein verdammtes Recht als Individuum dieser Gesellschaft, dass Du sein darfst wie Du bist, dass Du Dich so zeigen und so äussern darfst wie es Dir beliebt.

Grad diese Woche sagte ich zu einem lieben Menschen sinngemäss: “Wenn ich für jedes dumme Geschwätz einen Franken bekommen hätte, wäre ich heute Milliardärin”. Wenn wir uns exponieren, können wir es nie allen Recht machen. Es gibt immer Solche, die unsere Art oder unseren Standpunkt blöd finden, uns deswegen auslachen oder kritisieren. Man kann es wirklich nicht allen Recht machen, aber das ist auch nicht unsere Aufgabe. Dante sagte mal: “Geh Deinen Weg uns lass die Leute reden”. Nur so können wir uns selbst treu bleiben.

Ich bin wirklich froh, dass es in der Trans-Szene auch Menschen hat wie Du, die soviel Natürlichkeit ausstrahlen und eine Lebensfreude verbreiten, die den Standpunkt “Transsexuelle sind arme kranke Menschen” in wohltuender Weise relativieren. Ganz ehrlich, wenn ich jemandem sagen würde, dass ich transsexuell bin und derjenige dann entgegnen würde: “dann bist Du also so eine wie Svenja”, dann würde ich stolz “Ja” sagen und wäre froh, dass derjenige sich unter einer Trans-Frau so etwas vorstellt wie Du.

Es würde mir fern liegen, Dich zurück zu berufen, wenn Du einfach keine Lust mehr hast zum bloggen oder keine Zeit. Aber ich protestiere energisch dagegen, dass ein paar Klugscheisser unter Deinen 14000 Lesern Dir das Bloggen versaut. Gib diesen Wenigen nicht die Macht darüber zu entscheiden, ob Du weiter für die Vielen da sein sollst, die Dich schätzen.

Du schreibst für uns, für all die vielen Leser die Deine Schreibweise genauso lieben wie das Frauenbild und das Transfrauenbild, das Du in Deiner persönlichen Lebensschilderung offenlegst.

Bitte bleib uns erhalten, liebe Svenja, ohne Deine Blogbeiträge wäre die Trans-Szene um eine grosse Hoffnung ärmer…… und vielen würde das Licht eines grossen Sterns fehlen.

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Update 26.10.2009:
Juhuiiii, sie ist wieder da und beginnt gleich mit einem “Tussi Schnelltest“, Gott sei Dank, sie ist geblieben, wie viele sie lieben ;-)


 

55 Reaktionen zu “Bitte komm zurück, Svenja, wir brauchen Dich!”

  1. Nili

    Eine sehr schöne Hommage an Svenja. Ich bin genau Deiner Meinung. Neben dem Blog habe ich Svenja des öfteren im Frühjahr/Sommer auch privat getroffen. Und genau wie es sich auch im Blog liest, ist Svenja ein sehr offener Mensch, der auf eine fröhliche und erfrischende Art und Weise zeigt, dass „trans“ auch geht, ohne die „grosse Oper“ daraus zu machen. Ein fröhlicher Mensch abseits von den Klischees der Shemales, Partytransen und jener welcher die nur herumnörgeln, wie schlecht die Welt doch zu Ihnen ist.

    In dieser Zeit habe ich von Svenja sehr viel gelernt. Z.B., das es eben manchmal viel einfacher ist, auch mal zu sagen „ich bin trans, NA UND!“ Keine so ganz grosse Oper“ daraus zu machen. Einfach leben, leben ohne das es weh tut und versuchen niemals den Humor zu verlieren. Bisher bin ich damit bestens gefahren und mehr und mehr aus meiner Umwelt sehen mich mittlerweile als ganz normal.

    Aber ich kann Svenja sehr gut verstehen. Ich hatte in den letzten Wochen und Monaten, vor den aktuell jetzt nötigen Zugangsberechtigungen, auf meinen Blogs um die 200 Besucher täglich. Einige auch über die Verlinkung eines Profiles einer TG-Seite.

    Hintergrund für mich war, ebenso wie jener welcher von Svenja (so denke ich), andere „Betroffene“ zu unterstützen. Zu zeigen, dass es auch normal geht. In meinem Fall viele Bekleidungs-Tipps, wie es günstig (und gut?) geht, und wo man/frau gut einkaufen kann.

    Wie in meinem letzten Posting beschrieben, gab es nunmehr viele Gründe für meine Entscheidung. Ein nicht erwähnter waren in der Tat diese „geistigen Taliban“ aus dem Kreise der Transexuellen. Wertungen als „nicht transsexuell“ waren das geringste Übel. Beschimpfungen wie „Tussi“ fand ich soo süß – die Kombination mit „trans“ hingegen nicht so sehr!

    In den letzten 10(?) Jahren meines mehr oder weniger offenen Lebens habe ich viele kennen gelernt. Transsexuelle, die sich nur noch über die fehlende Akzeptanz der Gemeinschaft beklagen. Aber warum tun die ein solches? Der Verdacht, dass diese mehr Oldtimer in der Garage oder Computer im Arbeitszimmer – oder was auch immer – haben als Schuhe und Handtaschen im Schrank, liegt nahe. Und nur weil ich keine GaOp will, bin ich jetzt nicht transsexuell? Bitte, geht’s noch? Die Weiblichkeit ist entweder vorher schon da, oder eben auch nicht. Aber eine OP ändert nichts. Gar nichts. Punkt.

    Und dieses ganze Gefasel, und die Wortklaubereien, dieser ganze Schnickschnack über falsche Ausdrücklichkeiten wie z.B. „ich wurde als Mann geboren“ oder „früher war ich ein Mann“ – oh Du meine liebe Güte!

    Leben und Leben lassen, oder wie war das noch gleich, Ihr Lieben?

    Ich gehe ja auch nicht zu jenen welchen und zwinge ihnen auf, sich bei Prosecco und Häppchen alle SATC-Staffeln anzusehen. Oder stundenlang und ausgiebigst zu shoppen. Oder, oder, oder …

  2. Diana

    Liebe Nili, danke für Deine Zeilen, ich könnte jeden Satz von Dir unterschreiben.

    Mich regt es vorallem auf, wenn Transsexuelle einander gegenseitig ihre Wesenart absprechen. Das tut zwar nur eine Minderheit, aber das ist schon viel zu viel.

    Besonders grotesk ist es, weil wir TS ein Leben lang darunter gelitten haben, dass es hiess: Du bist kein Mädel weil Du einen Penis hast. Und dann hadern wir mit den Gutachtern, die wieder entscheiden was für ein “wahres Geschlecht” wir nun haben. Und nun stehen Transsexuelle, denen ein Leben lang ihre Wesensart abgesprochen wird, selber hin und sagen anderen Transsexuellen, sie seien nicht Mann/Frau, weil dies und das und überhaupt…..

    T-Girls sind genauso fascettenreich wie Biofrauen, wir haben nur eines gemeinsam, wir lebten alle gezwungenermassen in der falschen Geschlechterrolle. Ansonsten ist jede von uns anders, für sich einmalig. Wie kann man dann da hinstehen und sagen: Du bist nicht echt weil ich von TS eine andere Vorstellung habe.

    Wie Du am Schluss sagst, ich sag auch nicht, eine richtige Trans-Lady müsse Röcke und Pumps tragen und in Schuhläden Glubschaugen bekommen. Das ist meine persönliche Art meine Weiblichkeit auszuleben, genauso wie es mein persönlicher Entscheid ist, wie weit ich meinen Körper dem Inneren anpasse. Transsexuell zu sein ist eine Wesensart die besteht, egal ob und wie weit man das Äussere dem Inneren anpasst.

    Selbst wenn eine Transfrau ihr Leben lang in einer männlichen Rolle lebt, ist sie und war schon immer eine Transfrau.

  3. Bad Hair Days

    Svenja steht meines Erachtens gegen alles was ihr ihr so positiv unterstellt.

    Svenja unterstreicht ein ums andre mal, dass sie mal ein Mann war, nennt klischeehaft männliche Wessenszüge und lebt wie einst das Maskuline nun das Feminine zum geht nicht mehr aus. Sie erklärt Transsexualität zum Lifestyle, den sie zelebriert und meint für alle anderen zu sprechen.

    Nein, ich trinke keinen Blanchet. Nein ich tausche den Oldtimer in der Garage nicht gegen einen begehbaren Kühlschrank, und der Computer steht nicht mal im Arbeitszimmer, sondern ganz Zentral und dominant im Wohnzimmer.

    Ich frage mich wer hier die Talibanisierung betreibt.

    Svenja hat einen herrlichen Humor und ein großes Talent zu schreiben und Comics her zu stellen. Aber wenn sie ihre Existenz nur gelebten Rollen zuschreibt tut sie sich und anderen nichts gutes, denn eine Frau wird man nicht, man ist es. Auch wenn man den Mann spielt.

    Nun habe ich das Svenja gesagt. Ich habe ihr mit Sicherheit nicht ihr Blog verboten, sondern hatte es auch von meinem Blog aus verlinkt.

    @Nili: Der Verdacht, dass diese mehr Oldtimer in der Garage oder Computer im Arbeitszimmer – oder was auch immer – haben als Schuhe und Handtaschen im Schrank, liegt nahe. Und nur weil ich keine GaOp will, bin ich jetzt nicht transsexuell?

    Und ich bin es nicht, weil ich ein nur eine Handtasche habe? Siehst du nicht, wo das Problem liegt?

    Und nun wünsche ich euch viel Spass beim Blanchet. Ich trinke ein Bier.

  4. Bad Hair Days

    *g* Kühlschrank sollte natürlich Schuhschrank heisen… da ist mir eine bestimmte Bierwerbung auf freudsche Art dazwischen gefahren.

    Ich will noch etwas mehr sagen. Svenja bloggt: Früher hatte ich einen Pickup, heute als Frau fahre ich ein typisches Frauenauto. Damit bedient sie Klischees par excellance – Erst im Kommentarthread kommt dann raus, dass es wegen finanzieller Probleme und selbstverständlich nicht aus einem Pflichtverständnis gegenüber der weiblichen Rolle geschieht. Es ist ersteres was Feministinnen auf die Palme bringt.

    Und das ist der Punkt.

  5. Juliet

    Bin geschockt…Heute vormittag war ich noch auf Svenja’s Seite lesen und habe die Diskussion mitverfolgt. hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass sie ihren Blog auf Eis legt.
    Mir bleibt fast nichts mehr zu sagen übrig, das habt Ihr ja schon erledigt, nur ein paar Worte an Svenja, ich denke, sie liest auch hier fleissig mit.

    Liebe Svenja,

    Über Diana’s Blog bin ich auch auf Deine Seite gelandet und bin regelmässige Leserin.
    Ich finde, Du machst das sehr gut, Du hast einen tollen Stil, bist sehr um Aufklärung bemüht und meines Erachtens hast Du Dich immer korrekt verhalten (also nie jemanden beleidigt und falls Du Dir nicht sicher warst, kam die Entschuldigung schon vorher).
    Die lieben Leute sollten bedenken, dass dies Dein persönliches Tagebuch ist und kein allgemeiner Leitfaden, Tipps sind ja schliesslich keine Befehle.
    Wie schon oft erwähnt, wie eine Frau zu sein hat, kann einem keiner vorschreiben, wenn Du eine “Tussi” bist, dann bist Du eben eine, Du spielst es nicht, Du bist einfach so.
    So wie Du für Dich sprichst, sollten es die, die anders denken auch tun- für sich sprechen, aber nicht verallgemeinern.
    Und noch was- als Biomädel fühle mich in keinster Weise durch Dich provoziert, ins Lächerliche gezogen oder sonst was. Eher das Gegenteil, Du zeigst, dass man durch und durch weiblich sein und das auch zeigen kann, ohne das Heimchen am Herd oder ein dummes Blondchen zu sein.
    Lass Dich nicht einschüchtern.

  6. Diana

    @Sarah: ich habe Svenja nie so gelesen, dass ihr Weg der einzig Wahre ist. Es ist ein Weg unter Vielen und ihre Ansicht ist eine unter Vielen.

    Früher lebte sie als Mann, heute als Frau, was soll daran so irritierend sein bei einer Trans-Frau? Ich fuhr früher Harley und spielte meine männliche Rolle so gut es ging, irgendwann habe ich aufgehört damit und lebe nun so wie es meinem Inneren entspricht. Auch ich kokettiere jetzt gern mal mit Gender-Stereotypen und geniesse es unglaublich, endlich all die weiblichen Attribute auszuleben.

    Ich war ein Leben lang gezwungen, männliche Klischees zu erfüllen, ist das dann so schwer verständlich, dass ich es jetzt geniesse, endlich die weiblichen etwas auszuleben? Das nenne ich: das schwer erkämpfte Leben zu geniessen.

    Da sind nunmal nicht alle gleich, ich geniesse mein Leben auf diese Weise und drücke mich so aus und andere tun das auf ihre Weise. Niemand hat das Recht anderen vorzuschreiben, welches Bild sie abgeben müssen um korrekt zu sein.

  7. Diana

    übrigens Sarah, grad die Geschichte mit dem Auto war ja nun wirklich eine offensichtliche Form des Kokettierens. Wer da beim Lesen allen Ernstes annimmt, sie hätte das Auto eingetauscht weil n’Mädel keine grosse Karre haben darf, hat definitiv etwas in den Text hinein interpretiert. Es wäre mir nicht im Traum in den Sinn gekommen, dass das wirklich der Grund war.

  8. Juliet

    So habe ich es auch gelesen, dass Svenja’s “früheres Leben” eben eine Rolle war und sie das Frau-sein nun etwas extremer auslebt, weil es vorher nicht möglich war.

    @ Sarah

    Du bist eben ein anderer Schlag von Frau und ich glaub, ich hatte das schon mal geschrieben, man muss nicht geschminkt sein, mit Handtasche und Pumps rumlaufen, wenn man Frau ist, dann ist man das auch ohne all diese Dinge.
    Aber es gibt nunmal Bio- als auch Tranfrauen, die das lieben.
    Vielleicht lese ich Svemja’s Blog auch einfach mit anderen Augen.
    Und das Bier trink ich mit ;-)

  9. Bad Hair Days

    @Sarah: ich habe Svenja nie so gelesen, dass ihr Weg der einzig Wahre ist.

    T-Girls lieben dies, T-Girls machen das…. so etwas kommt andauernd bei ihr. Das ist geradezu ein Dogma transsexuellen Lebensstils mit dem sie da um sich wirft.

    > Früher lebte sie als Mann, heute als Frau

    Und das ist es wo ich mich wirklich mit ihr gestritten habe. Ihrer Aussage nach lebte sie nicht als Mann, sie war einer. Ich hab zwei, dreimal versucht sie auf den Unterschied Aufmerksam zu machen, was sie nur auf die Palme gebracht hat – mit bekanntem Ergebnis.

    > Ich war ein Leben lang gezwungen, männliche Klischees zu erfüllen, ist das dann so schwer verständlich, dass ich es jetzt geniesse, endlich die weiblichen etwas auszuleben?

    Nein. Wenn ich jetzt einfach sage, bei dir ist das etwas anderes, dann wirst du darauf schliessen, dass ich das Sage, weil ich dich Ende Monat im Gegensatz zu Svenja persönlich antreffen werden.

    Also will ich es anderst versuchen: Hast du den Dudelsack wegen des Rollenwechsels aufgegeben? So ein Dudelsack ist ja ein recht untypisches Hobby für eine Frau? Nein? Svenja hat genau solche Dinge getan. Sie wechselte von einem Rollenextrem ins andere. Und das ist es, wo ich sage “Mädchen, sei du selbst und nicht ein wandelndes Rollenklichee”.

    Und ja, auch das hat sie mehrfach in den falschen Hals bekommen.

  10. Nili

    @Diana: es ist so schade, dass selbst innerhalb der Gruppe aller Transidenten so ein Gezicke vorherrscht. Und für meine weiteren Worte hier: sorry, Süße ;D

    @Sarah: Schön Baby, dass Du hier auch mitliest ;-)

    „Svenja steht meines Erachtens gegen alles was ihr ihr so positiv unterstellt.“ Mmmh, Sarah, verstehe ich nicht. Vielleicht sind’s meine blonden Haare oder …?

    Ich war auch mal ein Mann. Ach ja, das ist jetzt wieder die falsche Ausdrücklichkeit, sorry! Natürlich habe ich die Männerrolle nur gespielt und mich nur als Mann verkleidet, aufgrund der Konventionen der Gesellschaft und aufgrund möglicher Restriktionen gegen meine Familie und andere. Aber ich habe die Rolle gut gespielt. Leider fast zu gut, sodass es mir heute gerade leider die ganz wichtigen aus meinem Umfeld (Ma+Pa) schwer glauben können, was mit mir ist. Ich hab’s ja auch fast selbst geglaubt, so gut habe ich diese Rolle gespielt und (aus)gelebt.

    Und Baby, was ich für ein Kerl war. Vielleicht sogar noch schlimmer als Svenja, nur dass ich keinen Pick-Up hatte. Aber NA UND!? Und jetzt lebe ich meine Weiblichkeit. Endlich. Und vielleicht auch genauso exzessiv (Lufthansa-Look, SATC, Prosecco am Nachmittag, Tussi-Dasein, usw.). NA UND? Aber ich bitte Dich, mit einer Erklärung der Transsexualität zum Lifestyle hat das nun wirklich so rein gar nichts zu tun. Das ist mir bei Svenja noch nirgends aufgefallen. Es ist wohl eher ihre erfrischende Art, diese ganze Sch*** auch mit Humor versuchen zu sehen, bevor man daran zerbricht. Und dieser Humor hilft. Wirklich. Und es ist auch immer besser, kein grosses Theater daraus zu machen. Es ist viiiel besser, als mit anderen nörgelnden TS zusammen zu sitzen (und gemeinsam zu zerbrechen?).

    Und wenn Svenja ein klitzekleines süßes Auto aus welchen Gründen auch immer fährt, na und! Einen SLK würde sie vielleicht – wie ich i.Ü. auch – vorziehen. Schickes, süßes und kleines wendiges Auto! Vielleicht in pink? NA UND. Können wir bitte jedem Menschen das Seine lassen? Ginge das bitte? Ohne irgendwelche Hetztiraden und Angriffe? Ohne irgendwelche Ausdrücklichkeiten, andere müssten noch zu ihrem Leben finden? Ginge das bitte, Sarah? Und natürlich darfst Du auch gerne an Deinem Oldtimer herumschrauben. Mach einfach das, was Dir Spass macht. Aber lass auch uns bitte unseren Spass!

    Und um eines auch klarzustellen: Svenja ist KEINE Freundin von mir. Ich hatte einen netten Kontakt zu ihr, ja. Irgendwann, aufgrund welcher Umstände auch immer, nicht mehr. Trotzdem denke ich aber, so objektiv sein zu dürfen und sagen zu können, dass Svenja ihre Sache gut macht. Und dass Svenja eine erfrischend andere Denke hat als so viele andere. Auch wenn es für andere nicht immer genauso und leider auch nicht komplett zu realisieren ist …

  11. Bad Hair Days

    > Auch wenn es für andere nicht immer genauso und leider auch nicht komplett zu realisieren ist …

    Und genau darum geht es mir. Denn das sind nicht nur Betroffene. Das ist der Schaden den sie anrichtet. Oder Kim Petras, wenn sie Nachrichten zelebriert die sie als ehemaligen Kerl, Transvestitenkönigin oder schlimmeres Bezeichnet und es nicht mal rafft.

    Und ich betone es noch einmal:
    Svenjas Entscheidung, ihr Blog einzustellen (was sie ja auch nicht getan hat), lag nie in meiner Absicht.
    So ein dickes Fell, wie ihr ihr bewundernd unterstellt hat sie wohl eben doch nicht, wenn sie wegen ein paar kritischen Kommentaren so reagiert. Im selben Thread, der zum Eklat führte, machte ich ihr sogar ein Kompliment – weil sie offensichtlich so langsam zu sich findet.

    Aber:
    > Ich war auch mal ein Mann. Ach ja, das ist jetzt wieder die falsche Ausdrücklichkeit, sorry!

    Nein, das ist ein riesiges Problem. Wärst du mal ein Mann gewesen gibst du jedem Idioten, der was gegen Transsexuelle hat, Recht. Wärst du mal ein Mann gewesen könntest du keine Frau werden, ob du nun eine Operation anstrebst oder nicht oder eine hinter dir hast, nichts könnte dich zu einer Frau machen, wenn du keine bist.

  12. Nili

    Und @Juliet:

    das sind wirklich süße und liebe Worte an Svenja. Ich sehe es genauso.

    Aber dieser ewige Neid (ist es das?) unter uns TS ist manchmal einfach schlimm. Schlimm das einige von sich behaupten es komplett richtig zu machen. Bei Svenja hatte ich nie dieses Gefühl. Leider gibt es aber auch Nicht-TS, die diesen Weg für komplett richtig zu halten scheinen und diesen anderen am liebsten aufdoktruieren wollen würden?

    Aber ich denke, jeder ist für sein eigenes Schicksal verantwortlich. Jede/r muss und muss so leben dürfen, wie er/sie es möchte und für am Besten hält.
    Und versuchen, aus anderen Schicksalen für sich positives zu ziehen.

    Aufgrund dieses ganzen Generves speziell unter den TS habe ich mich von diesen (bis auf wenige) nunmehr komplett zurückgezogen. Es ist zu anstrengend geworden.

    Und ich versuche mein Leben so normal wie möglich zu gestalten. Mit meinen Mädels (darf ich das so sagen?) Prosecco, SATC, Shoppen, Sightseeing usw. … einfach endlich leben!

  13. Nili

    @Sarah:

    “Nein, das ist ein riesiges Problem. Wärst du mal ein Mann gewesen gibst du jedem Idioten, der was gegen Transsexuelle hat, Recht.”

    Baby, es geht doch hier nur um das Äußere. Um das, wie mich meine Umwelt gesehen hat. Als Kerl eben.

    Und i.Ü. stand mir auch nichts anderes auf der Stirn geschrieben. Und reingeguckt hat wohl auch niemand. Und all das sind in meinen Augen nur irgendwelche Wortklaubereien.

    An der Tatsache Transsexualität ändert sich gar nichts. Absolut gar nichts. Vielmehr habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn Du “rübermachst” (jaahaaa, nur äußerlich und optisch!) und dabei einigermaßen authentisch rüberkommst, diesen Problem nur noch so zu 70 % besteht. Ja, und genau deshalb will ich auch weiblich aussehen … und wenn die turnschuhtragende Feministinnenfraktion damit ein Problem haben sollte, NA UND! Sollen die doch neidisch sein. Sind die i.Ü. auch auf andere hünsche und erfolgreiche (Bio)Frauen …

  14. Bad Hair Days

    > Aufgrund dieses ganzen Generves speziell unter den TS habe ich mich von diesen (bis auf wenige) nunmehr komplett zurückgezogen. Es ist zu anstrengend geworden.

    Und wieder gekommen. Um die Taliban TS zu kritisieren.

    > Und ich versuche mein Leben so normal wie möglich zu gestalten. Mit meinen Mädels (darf ich das so sagen?) Prosecco, SATC, Shoppen, Sightseeing usw. … einfach endlich leben!

    Ja *achselzuck* mach ich doch auch. Aber ich trinke nicht nur Blanchet, weil ein T-Girl das so nun mal so macht.

    “Die Hölle, das sind die anderen”, aber der ist noch passender “Tu, was du willst” – das steht auf dem Auryn. Und wer verstehen will, was ich damit sage, dem sei Michael Endes “Unendliche Geschichte” ans Herz gelegt.

  15. Nili

    Und ich will gut aussehen. Und fröhlich sein. Und erfrischend sein. Vor allem aber nicht soo problembelastet und demzufolge meine Umwelt belastend! Und mit hünsche meinte ich natürlich hübsche!

  16. Bad Hair Days

    > und wenn die turnschuhtragende Feministinnenfraktion damit ein Problem haben sollte, NA UND! Sollen die doch neidisch sein.

    Oder Pumps anziehen? Entschuldige, aber das ergibt keinen Sinn.

  17. Bad Hair Days

    Weist du was?

    > Und ich will gut aussehen. Und fröhlich sein. Und erfrischend sein. Vor allem aber nicht soo problembelastet und demzufolge meine Umwelt belastend! Und mit hünsche meinte ich natürlich hübsche!

    Ich setze mich genau dafür ein. Das du das kannst. Weist du, was die Leute vor dir durchmachen mussten, damit du das heute Leben kannst?

  18. Nili

    Sarah, ich wünsche Dir noch ein schönes Leben. Geniesse dieses und lebe dieses, so wie Du es Dir vorstellst. Keiner mischt sich da ein.

    Und wenn jemand schreibt, Blanchet sei das T-Girl-Getränk, mmmh!? Schon mal in Svenjas Kühlschrank das Bier gesehen? Und nur weil Svenjas Einstellung und was auch immer Dich nervt, lass sie doch einfach. Oder biste auch so’ne Tante, die überall ihren Senf zugeben muss???

    Lebe Du Dein Leben, werde für Dich glücklich. Und maße Dir bitte nicht an, andere Denkensweisen allzusehr zu kritisieren. Lass es bitte einfach. Lass uns bitte auch leben!!!

    Und @Diana, sorry, dass ich für soviel Traffic auf Deinem Blog gesorgt habe ;-)

  19. Bad Hair Days

    > Lebe Du Dein Leben, werde für Dich glücklich. Und maße Dir bitte nicht an, andere Denkensweisen allzusehr zu kritisieren. Lass es bitte einfach. Lass uns bitte auch leben!!!

    Uns? Bist du Svenjas zweites ich? Fällt dir deshalb Svenjas Vereinnahmung vielleicht auch nicht auf, weil du dich, mit dem, was sie schreibt, zu 100% identifizierst?

    Es geht doch gar nicht um Denkweisen. Es geht darum den Mist nachzuplappern, den andere über uns erzählen, damit man nicht über bessere Ausdrucksweisen nachdenken muss. Ob Aussehen bei dir oder Rolle bei Svenja. Wenn andere hören ihr war mal ein Mann, dann seit ihr keine Frau. Das ist nicht meine Aussage, sondern die, die sich immer wieder zeigt.

    Ich hab mir heute das Spiegel Dossier zu TS angeschaut. Je jünger der Artikel, desto Katastrophaler die Berichterstattung.

    Ich frage mich eh, ob du nur Vorurteilen hinterher hechelst. Ich hab einen Oldtimer in der Garage. Das bedeutet auch nicht automatisch, dass ich daran schraube.

    Neid ins Spiel zu bringen ist doch lächerlich. Das könnte ich genau mit der selben Selbstverständlichkeit anführen.

  20. Bad Hair Days

    > Und wenn jemand schreibt, Blanchet sei das T-Girl-Getränk, mmmh!? Schon mal in Svenjas Kühlschrank das Bier gesehen?

    Also die Bildberichterstattung “Transe trinkt heimlich Bier” ist mir echt entgangen. Mag sein das die Bild etwas mehr als 14000 Leser im Monat hat. Deswegen schreibt sie trotzdem Unsinn. Vielleicht guck ich nächsten Monat mal rein, “Ferraritransvestit arbeitet heimlich als Frau” ist dann ein Special feature. Gut das ich nicht gemeint bin. Ich bin ja kein Transvestist.

  21. Chrisi

    Schlimm finde ich, dass sich Leute bei Svenja gemeldet haben, die sich darüber aufgeregt haben, sie würde ein falsches Frauenbild zeichnen….was ist ein richtiges Frauenbild??? Was sind das für Menschen, die für sich alle Freiheiten fordern und auf der anderen Seite anderen Personen ihrer Freiheit beschneiden? Hey hallo, es ist IHR Leben und da hat ihr verdammt nochmal keiner herein zu reden. Ich habe nirgends im Blog gelesen, dass ihre Erlebnisse und Beiträge von nun an Allgemeingültigkeit haben.
    Auf der anderen Seite finde ich es aber noch viel schlimmer solchen Leuten nachzugeben. Das was Svenja gestern Nachmittag getan hat, ihren Blog auf Eis zu legen, ist genau die Reaktion, die von den Leuten erwartet wurde. Die Reaktion, “jetzt erst Recht”, wäre die richtige Antwort gewesen. Das habe ich Svenja gestern auch in einer Mail geschrieben. Ich kann nur hoffen, dass sie die Entscheidung noch einmal überdenkt und uns weiter mit kurzweiligen Geschichten erfreut.

  22. Nili

    Hach ja, was ist das richtige Frauenbild? Ich denke, jede sollte nach ihrer Facon leben dürfen. Punkt.

    Und @Sarah, schraub doch ruhig an Deinem Oldtimer, wenn Du daran Spass hast. Wo bitte ist Dein Problem?

    Und von Deiner Aussage – hallo, gehts noch – ich würde ein zweites Ich von wem auch immer darstellen (wollen), möchte ich mich ganz klar distanzieren. Ich bin ich. Ich bin ein Mensch. Punkt.

    Und irgendwelchen “Mist” plappere ich auch nicht nach. Vielmehr habe ich durch Svenja (nicht nur durch den Blog sondern auch persönlich) erfahren, dass es oftmals einfacher ist, nicht so das “grosse Tralala” aus den Ganzen zu machen. Ich bin halt “trans” – na und? Aber besser so und fröhlich als total problembelastet herumzunörgeln und über andere herzuziehen. Was ich i.Ü. bei keinem Mitmenschen so erquickend finde. Egal ob Mann, Frau, homosexuell, lesbisch, transsexuell oder was auch immer. Punkt.

    Für mich ist dadurch mein Leben sehr viel einfacher geworden!

  23. Diana

    @Nili: es gibt keinen Grund sich zu entschuldigen, hier im Blog hats noch viel mehr Platz für Kommentare, hier kann und soll man schreiben soviel man will. Ich habe mit mir gekämpft, ob ich diesen Blogbeitrag ins Blog stelle oder Svenja via Mail schicke. Ich fand aber, dass dieses Thema (nicht ihr Blog sondern die Attacken auf sie) diskutiert werden sollten, weil es uns alle betrifft.

    @Sarah: Ich persönlich sage auch, dass ich schon immer eine Frau war, die in einem falschen Körper leben musste. Ich finde diese Formulierung passender. Trotzdem ist es für das Umfeld nicht so, da können wir formulieren soviel wir wollen. Wir haben als Mann gelebt und viele von uns taten das so gut, dass wir “ein ganzer Kerl” waren. Aber welche Sichtweise jemand da hat, hat niemand anders zu bestimmen als die betreffende Person. Wenn jemand sagt: “früher als Kerl machte ich….”, dann verstehe ich das beim Lesen in den Sinn, dass es um die gelebte Rolle geht.

    @Sarah: da ich Handies meist auf-den-boden-werfenderweise kaputt mache, habe ich mir beim letzten Kauf so ein schwarzes stabiles Ding gekauft, das man rumschmeissen kann, so ne Art Survival-Handy. Ich überleg wirklich, erstmals im Leben ein funktionierendes Handy zu ersetzen, weil es einfach nicht zu meinem Outfit passt. Ich möcht lieber ein pinkes oder zumindest eins, das in einer Frauenhand nicht aussieht wie Werkzeug. So what? Klar bleib ich beim Guinness, weil ich Prosecco nicht mag. Würde ich beides mögen, würde ich vielleicht auch da den Schwerpunkt verschieben. Und wäre ich immer noch in meinem damaligen Motorradclub, würde ich auch da austreten, weil die MC-Szene nicht mehr dem entspricht, worin ich meine Weiblichkeit richtig ausleben könnte. So what?

    @Sarah: es ist mir wichtig darauf hinzuweisen, dass mein Blogbeitrag nicht an Dich gerichtet war. Ich wusste nicht, was diesen Eklat ausgelöst hat, weil ich die betreffende Diskussion nicht mitverfolgte. Meine Worte sind also nicht gegen Dich gerichtet sondern erstens für Svenja und zweitens generell gegen Leute, die glauben, anderen vorschreiben zu müssen, welches Bild sie gefälligst abgeben sollen.

    @Chrissi: Genau das ist der Punkt, der mich so wütend macht. Wie oft musste ich mir anhören, dass ein Junge nicht mit Puppen spielt, keine Röcke trägt, nicht weint und und und. Endlich habe ich das hinter mir gelassen und darf alles sein und tun wie es meiner Seele beliebt. Dann ist es einfach nur noch grotesk, wenn mir jemand vorschreiben will, welches Frauenbild oder Transbild ich nun abgeben soll.

    @Alle: Es gibt kein richtiges Frauenbild, es gibt Mädels die sind Mauerblümchen, andere sind Flittchen und die meisten etwas dazwischen. Aber jede ist einzigarig, da gibt es kein richtig und falsch. Dementsprechend ist es bei Transfrauen logischerweise dasselbe. Auch da gibt es solche, die eher tussig sind, oder luderhaft, oder scheu und unauffällig, oder Kampfemanzen, vielleicht geht sogar mal eine ins Kloster. Deshalb ist es m.E. eine absolute Arroganz, wenn die Eine der Anderen sagt, dass die Art wie sie ihre Weiblichkeit auslebt, nicht ok wäre.

  24. Diana

    @Chrisi: was ich noch vergessen habe, Svenja hat nicht nachgegeben, sie wurde mit Vorwürfen konfrontiert und hat sich darauf eine Auszeit genehmigt um über all das nachzudenken. Das macht m.E. Sinn, Vorwürfe so zu prüfen. Aber ich hoffe natürlich sehr, dass sie in ihrer Auszeit zum Schluss kommt, dass es ihr Recht ist, ihr persönliches Bild zu vertreten und dass niemand ihr da reinreden darf.

    @Nili: was ich auch vergessen habe, Du hast es sehr gut formuliert, dass wir unser doch recht schwieriges Leben viel besser überstehen, wenn wir gewisse Dinge mit Humor nehmen. Und ein Weg dazu ist zumindest für mich das Kokettieren mit weiblichen Klischees. Deshalb rede ich gern von Jungs und Mädels oder sage auch mal “wir T-Girls tun dies und das”. Das ist stehts mit einem Augenzwinkern gemeint und soll nie heissen, dass alle T-Girls genau gleich sind. Soviel Verstand setze ich bei meinen Lesern voraus, dass ihnen klar ist, dass ich nicht für alle spreche oder alle in einen Topf schmeisse.

  25. Diana

    @Juliet: Damit wir es wirklich allen Recht machen, würde ich vorschlagen, dass wir uns an unserem gemeinsamen Weekend im November am ersten Abend mit Guinness besaufen, am zweiten Abend mit Prosecco und am dritten Abend saufen wir alles durcheinander. So sind wir sicher für alle politically correct ;-)

  26. Bad Hair Days

    > generell gegen Leute, die glauben, anderen vorschreiben zu müssen, welches Bild sie gefälligst abgeben sollen.

    Ja, wie Svenja.
    Denn Svenja würde etwas anders über den Handykauf schreiben: In etwa:
    “T-Girls lieben alles in Pink, natürlich ist das genau die Farbe meines nächsten Handys.”

    Und damit trifft sie bei mir genau den Nerv, den du ansprichst:

    > Wie oft musste ich mir anhören, dass ein Junge nicht mit Puppen spielt, keine Röcke trägt, nicht weint und und und.

    Und was sie in Ihrem Blog vermittelt ist nicht Authentizität sondern Verpflichtung einer Rolle gegenüber. Deswegen war ich froh zu hören, dass sie sich wieder auf ein altes Hobby besinnt. Fast noch besser finde ich, was sie in ihrer Pausenankündigung schreibt:
    > … und meine Enduroseite http://www.svendura.de zu aktualisieren

    > Wenn jemand sagt: “früher als Kerl machte ich….”, dann verstehe ich das beim Lesen in den Sinn, dass es um die gelebte Rolle geht.

    Wenn man sich selbst immer dieser Worte bedient, kann man dann von den Medien erwarten, dass sie es besser machen? Und was landet dann wieder in den Köpfen? Da will dann, oh Graus, ein Mann eine Brustvergrößerung, weil er eine Frau spielen will. Und das auch noch auf Kosten der Allgemeinheit.

    > schraub doch ruhig an Deinem Oldtimer, wenn Du daran Spass hast. Wo bitte ist Dein Problem?

    Eine gute Werkstatt zu finden, ich pfusche doch nicht an einem Ferrari rum? Das Auto ist zum fahren, nicht zum basteln.

  27. Juliet

    @Diana

    Ich mag aber keinen Prosecco…lieber nen schönen Charlie ;-)

    @Sarah

    Ich verstehe, was Du meinst..jemand, den es betrifft oder jemand, der sich mit der Thematik beschäftigt hat, versteht es natürlich in dem Sinne, dass es sich um die Rolle handelt, wenn geschrieben wird “als Kerl machte ich..”, aber es besteht die Gefahr, dass andere es eben nicht so verstehen. Aber das ist wohl einfach so Sprachgebrauch und jeder versteht es anders..

    Die Handysache- Svenja’s Blog heisst ja nunmal “Svenja and the city” und ich empfinde es so, dass sie gerade deswegen in diesem Stil schreibt, in Anlehnung an die Serie und solche Formulierungen verstehe ich so, dass sie mit “Wir T-girls” eigentlich sich selber meint, es also eher mit einem Augenzwinkern gemeint ist.
    Auch wieder so eine Sache, die jeder anders auffasst.

  28. Diana

    @Sarah: Wenn ich in Svenjas Blog lese, habe ich nicht im Geringsten den Eindruck, dass sie aus “Verpflichtung” so ist wie sie sich gibt sondern dass sie es einfach unbeschreiblich geniesst, dass sie nun endlich all das ausleben darf, was ihr ein Leben lang verboten ist – mir geht es nämlich genauso. Wie gesagt, ich kokettiere auch gern mit so Klischees, sage auch gelegentlich “wir Mädels lieben Schuhe” obwohl ich weiss, dass nicht alle Mädels so einen Schuh-Fetish haben. Und ich sage auch manchmal “Jungs sind ja so und so”, obwohl nicht alle gleich sind. Ich halte der Welt einen Spiegel vor und gerade indem ich mit so Klischees spiele, zeige ich wie verrückt diese Welt eigentlich ist.

    Ich bin der Meinung, dass man sowohl bei Svenja als auch bei mir den Hyperkontext klar herausspürt, wir versuchen unser nicht grad einfaches Leben mit Humor zu nehmen, vieles ist mit einem Schmunzeln geschrieben und wird m.E. von den Meisten auch so gelesen.

    Was mir langsam echt auf den Kecks geht, ist dass Du ständig behauptest, Svenja würde ihren Livestyle anderen aufzwingen. Sorry aber das kann ich beim besten Willen nicht aus ihren Texten herauslesen und ich habe den Eindruck, dass Du das stark hinein interpretierst. Es gibt nunmal verschieden Transfrauen, es gibt solche wie Svenja, solche wie mich, solche wie Du, es gibt solche die SM praktizieren und solche die in androgynen Kleidern rumlaufen. Keine von denen nimmt in Anspruch, die personifizierte Transsexualität zu sein und es sollte auch niemand so etwas hinein lesen. Wir alle sind Individuen und jede von uns ist so wie sie ist und das ist ok so. Wer in so persönlichen Äusserungen eine Verpflichtung herausliest, liest etwa so, wie Evangelikale die Bibel lesen und das wird dem Geschriebenen nie gerecht.

    @Juliet: ich mag Prosecco auch nicht, aber wir wollen schliesslich allen Ansichten gerecht werden, sonst geht gleich wieder ein Kleinkrieg los ;-)

  29. Diana

    Liebe Mitdiskutierende, ich mach mir grad Sorgen, dass diese Diskussion in eine Schlacht ausartet und möchte deshalb alle Beteiligten (inklusive mich selbst) bitten, einander mit Anstand und Respekt zu begegnen. Wir sind hier um etwas zu diskutieren, bei dem die Standpunkte extrem unterschiedlich sind und auch das ist ok. Dazu ist ein Blog auch da, wir dürfen uns hier mit Argumenten zudecken und jede darf sagen was sie denkt und es darf auch kritisiert werden. Aber bevor es ausartet, möchte ich doch darum bitten, dass wir das auf anständige Weise tun. Und ich möchte mich bedanken bei allen Mitdiskutierenden, dass sie sich diesem Thema annehmen.

  30. Kim

    Hmmm…. dann schreibe ich nun auch mal was. Also ich finde, solange die Medizin und das Rechtswesen die öffentliche Meinung bestimmen und behaupten: “Transsexuelle Frauen waren mal Männer”, nämlich Männer mit Identitätsstörung… also solange wir noch nicht als die Menschen anerkannt sind, die wir tatsächlich sind, sondern immer noch Geschlechterklischees dazu verwendet werden um uns die gleichen Rechte wie allen Menschen zuzugestehen (z.B. das Recht auf dem Standesamt seine Papiere zu ändern anstatt sich vor Gericht zu einem geisteskranken Mann zu erklären und dafür sogar noch tausende Euro zu zahlen)… solange das so ist, ist es für diejenigen, welche uns in die Schublade “seht her, das sind nur verrückte Männer, die sich als Frauen verkleiden” ein gefundenes Fressen, wenn sie von transsexuellen Frauen selbst Aussagen hören wie “ich war mal ein Mann”. Egal, wie diese Aussagen gemeint sind, dienen sie einer weiteren Transphobie und Aberkennung unserer Rechte – ein gefundenes Fressen für all die RTL2-Redakteure, die uns gerne in die Freakshow-Schublade stecken.

    Solange wir keine wirklich gleichen Rechte haben, wie alle Menschen, liegt es an uns, welche Selbstdisziplin wir zeigen um klar zu machen: Wir sind und waren Frauen. Hätten wir gleiche Rechte, dann, ja dann wäre das in der Tat bereits anders. Doch gerade zur Zeit, in der wir erleben müssen, dass wieder einmal die Öffentlichkeit durch gefärbte Medienbeiträge so manipuliert wird, dass wir immer mehr Schwierigkeiten haben, die kleinste Kassenleistung für medizinische Massnahmen zu erhalten sollten wir alle, jede für sich, in der Tat überlegen, wie wichtig es ist, immer wieder darauf hinzuweisen, wer wir sind: Frauen. Nicht weil wir “Frauen werden” durch Kleidung, dem Leben von Geschlechtsrollenklischees oder genitale Operationen… sondern weil wir Frauen SIND. Zu zeigen, dass wir Frauen sind (auch durch Mode, Kleidung oder einer genitalen OP) sollte immer klar als Folge unseres eigenen Selbst erkennbar bleiben (eben als Folge und nicht als primäres Geschlechtsmerkmal), wenn wir in unserem Selbst ernst genommen werden wollen. Jede von uns kann und wird das auf ihre Weise tun, ob als Modejunkie oder nicht… aber es ist nun mal so, dass wir eben noch nicht gleichberechtigt sind und genau solange wir das nicht sind, liegt es auch in unserer Verantwortung immer wieder zu betonen, dass wir nicht “Frauen geworden” sind, sondern immer waren. Was ist daran so schwer? Nichts, wenn wir wissen, warum wir das tun, was wir tun.

    Der Satz “Ich war mal ein Mann” ist eben für die Öffentlichkeit nicht verständlicher (wie immer behauptet), sondern genau dieser ist der Grund dafür, warum wir immer noch diskriminiert werden – weil er Unverständnis erzeugt. Warum soll ein Mann eine medizinische Massnahme erhalten? Warum sollte sich ein Mann “wie eine Frau” benehmen? Warum soll ein Mann “Frau sein dürfen”? Warum will ein Mann überhaupt Frau werden?

    Für viele Menschen heisst es dann: Weil dieser Mann einen an der Waffel hat. Und solange dies geschrieben steht im DSM und um ICD (Geschlechtsidentitätsstörung), solange Menschen aus der Psychoszene dem Gesetzgeber genau die gleiche Ansicht diktieren und Gesetze erlassen können, die für viele von uns nicht nur finanzielle sonder vorallem grosse psychische Pein bereiten, solange sollte sich jede von uns ein wenig bewusster werden, was es heisst zu sagen “Ich war mal ein Mann”. Diese Auseinandersetzung hat etwas mit Verantwortung zu tun.

  31. Diana

    @Kim: wie oben erwähnt finde ich Sätze im Stil von “Ich war mal ein Mann und werde jetzt Frau” auch unkorrekt und alles andere als uns dienlich. Ich selbst würde da beispielsweise schreiben: “Ich lebte als Mann und lebe jetzt als die Frau, die ich innerlich schon immer war” oder ähnlich.

    Aber so Sätze wie “ich war einmal ein Mann…” lese ich eigentlich selten. Was ich öfters lese ist z.b. “Früher als Mann machte ich dies, heute als Frau das”. So ein Satz kann also sowohl heissen “als ich Mann war” als auch “als ich in der Rolle als Mann lebte”. Die LeserInnen werden dann das Eine oder Andere rauslesen, je nachdem wovon sie ausgehen.

    Deshalb bemühe ich mich nach Möglichkeit, alles so eindeutig wie möglich zu formulieren.

    Aber ich sehe nicht ein, was am Trans-Bild beschädigt wird, wenn es T-Girls gibt, die Prosecco trinken und auf hochhakigen Schuhen rumstöckeln oder mit irgendwelchen Klischees herumspielen. Jeder BioMann und jede BioFrau bedient sich geschlechtsspezifischer Klischees, da ist es auch uns Transidenten erlaubt, Klischees zu bedienen, wenn sie denn unserem Inneren entsprechen.

    Um ein Beispiel zu nennen. Ich war schon in meiner Jugendzeit hin und weg von Pumps, sie sind seit je her für mich der Inbegriff weiblicher Schuhe. ich find die einfach unglaublich schön. Wenn ich nun nach 4 Lebensjahrzehnten endlich mich selbst sein kann, ist es auch ok, wenn ich mir mit so Schuhen die Füsse wundlaufe und hier im Blog ganz verzückt von irgendwelchen Schuhläden schwärme. Ich präsentiere hier auch das Klischee einer Frau die fürs Leben gern shoppt, aber ich tue das weil es wirklich eine meiner Leidenschaften ist – das ist meine Authentizität die auch dann authentisch ist, wenn sie einem Klischee entspricht.

  32. Kim

    @Diana Klar, dass frau mitunter auch… wie sagte meine OP-Bettnachbarin gleich… “fraulich” aussehen will – ich selbst gehöre ja auch zu denen, die gerne schick’ aussehen wollen – dennoch ist es gerade (leider) für transsexuelle Frauen immer noch wichtig, genau dann, wenn so was fehlinterpretiert werden könnte, klar und eindeutig zu formulieren. Es wäre schön, wenn wir bereits weiter wären in Sachen gesellschaftlicher Anerkennung… sind wir aber noch nicht. Deswegen benötigen wir als transsexuellen Frauen eben noch (wäre ja schön, wenn sich das bald mal ändern würde) ein Tickchen mehr Selbstdisziplin, als nicht-transsexuelle Frauen. Oder um es mit einem Beispiel zu verdeutlichen… Homosexuellen Menschen ging es ähnlich, bis sie es schafften, dass Homosexualität nicht mehr als “Identitätsstörung” definiert war… dieses Selbstbewusstsein, das in den End-60er, Anfang 70ern aufkam (u.a. mit dem Stonewall-Riot) nannte sich seitdem “Gay Pride”. Genau dieses Selbstbewusstsein klar und deutlich zu machen, wer wir sind (und wer nicht… wie z.B. Männer mit Identitätsstörung) gehört eben zu einem, nennen wir es mal… Trans* Pride. Sich modisch zu kleiden oder Pumps zu tragen steht zu einem Klar-Machen und Deutlich-Stellen “Ich bin eine Frau” (und eben keine “geworden”) nicht im Widerspruch.

  33. Diana

    @Kim: da gebe ich Dir voll und ganz Recht. Trotzdem habe ich auch schon von “meiner Frauwerdung” gesprochen und meinte damit den Tag, an dem ich für diese Welt zur Frau wurde resp als ich begann die Frau in mir zu leben. Vor diesem Tag gab es diese Frau in dieser Welt nicht, es gab sie nur unsichtbar in mir.

  34. Diana

    weil mich das Thema “Klischees” grad so beschäftigt, hier ein paar Gedanken dazu in einem neuen Blogbeitrag:

    Sind Klischees für eine ‘richtige Frau’ tabu?

  35. Diana

    und weil mich auch das Thema “Emanzipation” beschäftigt, gehts hier entsprechend weiter:

    Wenn Emanzipation und Feminismus zum Rohrkrepierer werden

  36. Svenja-and-the-City

    Liebe Diana,

    dein Beitrag hat mich gleichermaßen glücklich, stolz und verlegen gemacht. Ich danke dir von Herzen dafür.

    Ich war bis gestern immer so stolz darauf, wie toll es mir gelungen ist, mein Leben in den Griff zu bekommen. Es gibt viele weibliche Kriminalbeamtinnen, aber trotzdem ist das noch immer eine ausgesprochene Männerwelt. Ich habe es nicht nur mit guter Laune geschafft, mich dort als Frau durchzusetzen, sondern auch damit, dass ich ganz offen zu meinen Unzulänglichkeiten gestanden habe. Und ich denke wirklich, dass ich so ungefähr jeden Fehler gemacht habe, den man nur machen konnte.

    Ich glaube auch, dass ich in meinem beruflichen und in meinem privaten Umfeld dazu beigetragen habe, dass eine Menge Menschen heute weniger Vorurteile gegen Transfrauen haben, als das vorher der Fall war.

    Die Lust am Bloggen ist mir vorerst gründlich vergangen und auch an unserem Kieler Stammtisch, den ich seit einem Jahr intensiv mache. Und den mache ich ganz sicher nicht, weil es mir etwas hilft. Was viele nicht wissen: Ich brauche keine Tipps, wie man als Transsexuelle gut durchs Leben kommt, oder sein Passing verbessern kann. Ich brauche auch keine Tipps, wie ich das Outing im Berufsleben vorbereiten kann. Das habe ich alles hinter mir und wollte anderen ein paar Hilfen an die Hand geben, oder zumindest Mut machen.

    Und in diesem Punkt gebe ich Sarah sogar recht: Was maße ich mir übeerhaupt an, anderen Transsexuellen Ratschläge zu geben? Mögen sie selbst ihren Weg finden.

    Ich selbst habe vom Bloggen nichts, außer sehr viel Arbeit und dem Spaß an einem Fototagebuch meiner eigenen Erlebnisse.

    Übrigens laufe ich keineswegs in irgendwelchen HighHeels FetishSachen herum. Das würde weder meinem Passing gut tun, noch dem Verhältnis zu meinem Dienstherren. Aber es stimmt: Ich trage so gut wie niemals Hosen. Diese Freiheit nehme ich mir, auch wenn Frauen hundert Jahre dafür gekämpft haben, endlich Hosen anziehen zu dürfen. Aber müssen sie das deshalb auch?

    Blanchet ist tatsächlich mein persönlicher Lieblingswein und in den letzten beiden Sommern habe ich oft mit Kieler und Hamburger T-Girls bei mir auf dem Balkon gesessen und wir haben uns richtig toll unterhalten und dazu Blanchet getrunken. Deshalb schrieb ich: “Das Getränke der Kieler T-Girls ist Blanchet” Nein, ich möchte diese Marke anderen nicht aufzwingen. Es ist schon übel genug, dass Blanchet der einzige Wein ist, der bei SKY oft vergriffen ist. Kann ich denn nicht einmal einen Joke machen? Ist Transsexualität denn immer nur ernst und grausam und heulig und abgelehnt? Empfinde ich nicht so!

    Es macht keinen Spaß, wenn ich Humor erklären muß. Ein erklärter Witz ist witzlos und deshalb macht es mir auch keinen Spaß mehr zu bloggen.

    Solange humorlose Ultrafeministinnen wie Sarah, die eine Alice Schwarzer geradezu Girly aussehen lassen, jedes meiner Postings auf die Goldwaage legen und jeden Humor gewollt falsch verstehen, solange macht es einfach keinen Spaß mehr, etwas Neues zu schreiben. Dazu bekomme ich von Sarah auch noch gönnerhafte Weisheiten zu meinem FrauSein, die ich vom Inhalt nicht einmal verstehe, weil mir dazu die Bildung fehlt. Und ich habe mein Abitur mit zweiKommaIrgendwas gemacht.

    Natürlich werde ich irgendwann wieder etwas schreiben und hier hat Diana völlig richtig erkannt: Weshalb wohl heißt mein Blog Svenja-and-the-City? Weil ich mich im Stil an den Duktus der Serie SATC anlehne. Eine Mischung aus den Events einer Stadt, den Erlebnissen einer Person und das alles vor dem Hintergrund des transsexuellen Grundthemas. Die Idee finde ich heute so gut wie am ersten Tag. Aber Humor funktioniert nur, wenn Menschen auch das Lachen gelernt haben und dem Schreiber grundsätzlich wohlgesonnen sind.

    Und wer dann noch bereit ist, ein ganz klein wenig genauer hinzuschauen, der erkennt sogar, dass meine Beiträge gar nicht so oberflächlich sind, wie sie dem mißgünstigen Leser auf den ersten bösen Blick erscheinen.

    Fazit: Danke Diana, dass du bereit gewesen bist, dieses Gefecht auf deinem Grund und Boden stattfinden zu lassen. Ich weiß sehr wohl, welches Risiko du damit eingegangen bist.

    Und an Sarah gerichtet: Deine Art, Frau zu sein, stößt mich ebenso ab, wie meine Art dich abstößt. Trotzdem lasse ich dich sein und habe ich dich deshalb niemals angegriffen. Ich hatte im Gegenteil noch liebe Worte für dich, als es dir nach dem Klinikaufenthalt nicht ganz so gut ging.
    Du bist eine Fundamentalistin auf dem Gebiet der transsexuellen Emanzipation, ich hingegen eher eine pragmatische Realistin, denn ich muß jeden Tag so leben und kann mich nicht in feministischen Grabenkämpfen aufreiben.

    Denn ich, ICH habe wirklich Freude am Leben. Und deshalb bin ich so, wie ich bin. Svenja eben …

  37. Diana

    Liebe Svenja

    schön, dass Du Deinen Standpunkt hier darlegst,

    Ich denke, dass ein Grossteil Deiner Leser den Humor Deiner Texte sehr wohl wahrnehmen und eben gerade deshalb gern bei Dir reinlesen. Ich bin überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit Deiner Leser Deine Jokes verstehen.

    Bei mir ist das so eine Sache, mein Humor ist manchmal brandschwarz und zynisch, da gibts auch manchmal Leute, die mich zu wörtlich nehmen und die Ironie im Unterton nicht bemerken. Aber eben, ich kanns nicht allen Recht machen.

    Du schreibst nicht für die, die Dich kritisieren, Du schreibst für die Vielen, die sich über Deine Beiträge freuen, Deine Ratschläge (nicht Vorschriften) gerne annehmen und mit Dir mitkichern, wenn Du einen Joke machst.

    Wieviel Prozent Deiner Leserinnen kritisieren Deine Schreibweise oder Wesensart oder Lebensart? Es dürfte ein kleiner Prozentsatz sein.

    Mir werden Deine Beiträge extrem fehlen – ich hoffe nicht für immer. Die Gruppe der Transsexuellen ist nur dann im richtigen Bild zu erkennen, wenn alle Fascetten vertreten sind. Du gibst dem Gesamtbild den Aspekt der Lebensfreude, der sehr viel Licht auf das Gemälde wirft. Es wäre ein grosser Verlust, diese vergnügte Seite zu verlieren.

    Take care honey und bleib ja so wie Du bist ;-)

  38. Bad Hair Days

    > Kann ich denn nicht einmal einen Joke machen? Ist Transsexualität denn immer nur ernst und grausam und heulig und abgelehnt? Empfinde ich nicht so!

    Witze auf unsere Kosten gibts schon genug. Und so verallgemeinernd wie du schreibst, geht der Witz auf die Kosten von uns allen.

    > Und an Sarah gerichtet: Deine Art, Frau zu sein, stößt mich ebenso ab, wie meine Art dich abstößt.

    Du kennst mich gar nicht. Und ich selbst kenne von dir ebenfalls deine Selbstdarstellung auf deinem Blog. Von daher finde ich deine Ausage interessant:

    > Solange humorlose Ultrafeministinnen wie Sarah, die eine Alice Schwarzer geradezu Girly aussehen lassen

    Ich finde es überhaupt interessant, dass der Eindruck entstehen konnte, ich lehne Feminität ab. Aber Frau und vor allem Mensch sein ist etwas mehr als “Leben in Pink”

    Diana schrieb:
    > Die Gruppe der Transsexuellen ist nur dann im richtigen Bild zu erkennen, wenn alle Fascetten vertreten sind.

    Gerade deshalb hatte ich dein Blog auch verlinkt.

  39. Bea

    Liebe Diana,

    als ich heute Morgen Deinen Beitrag gelesen habe, war mir, als wärst Du bei meinen Gesprächen mit Svenja dabei gewesen. Du schreibst mir aus der Seele.

    Ich weiß, wie sehr Svenja ihren Blog liebt, wie viel Freude sie daran hat und dass sie ihn mit Herzblut schreibt. Ich finde, das merkt man ihren Beiträgen auch an. Was da gestern abgegangen ist, habe ich nicht verstanden und ich kann gut nachvollziehen, dass Svenja vorerst “die Schnauze voll” hat vom Bloggen. Aber ich weiß auch, dass es irgendwann weiter gehen wird und ich hoffe sehr, dass sie an ihrer Art des Schreibens und vor allem an ihrer Art Frau zu sein nichts ändern wird. Denn genau SO mögen die Leute sie (und den Blog).

    Und ich ganz besonders :-)

  40. Diana

    @Sarah: ich habe Dich ja ebenfalls verlinkt, weil ich Deine Beiträge wichtig finde. Ich schätze Deine Öffentlichkeitsarbeit sehr. Deshalb soll es auch ok sein, wenn wir mal ganz anderer Meinung sind. Dass wir hier andere Ansichten haben, ändert nichts daran, dass ich Dich weiter schätze.

    @Svenja: was ich noch sagen wollte, gerade die Geschichte mit dem Blanchet ist ein gutes Beispiel, dass Du Dich eigentlich klar genug ausdrückst. Wenn Du schreibst, dass Blanchet das Lieblingsgetränk der Kieler T-Girls ist, dann ist ja nun wirklich klar, dass dieses Gesöff in Deinem Umfeld nunmal verbreitet ist. Da darf nicht hinein interpretiert werden, dass nun alle Transfrauen der Welt das Zeuchs trinken.

    @Bea: Es freut mich, Dir aus der Seele zu schreiben. du kennst Svenja besser als wir, dann lag ich also nicht daneben. Dass sie jetzt mal Pause macht kann ich auch verstehen, aber red ihr ein bisschen gut zu, dass wir sie noch brauchen. Bestich sie mit Blanchet, ich weiss aus Insiderkreisen, dass man sie damit rumkriegt ;-) und auch ich mag sie genauso wie sie ist, es würde wirklich viel fehlen

  41. Bad Hair Days

    Hallo Diana.

    Danke, aber ich meinte eigentlich, deshalb habe ich Svenjas Blog auch verlinkt. Nun nicht mehr, das sie mich gebeten hatte, ob der Unstimmigkeiten den Link zu entfernen.

  42. Bea

    Was? Es gibt Transfrauen, für die das Zeuchs NICHT (über)lebenswichtich is? Ich muss wohl noch viel lernen … (*Schärhärz!*)

    Diana,
    ich geb mein Bestes.
    Ich sach mal so: Ofenkäse, halbe Ente und Blanchet und die Frau frisst mir aus der Hand! :-)

  43. Juliet

    Bea, sach das nicht so laut, sonst ist sie ja vorbereitet ;-)

  44. Diana

    @Sarah: hab ich wieder nicht richtig aufgepasst ;-)

    @Bea: ok ich helf beim backen

  45. Eve

    Hallo Diana,

    ich mach es kurz. Da ja ohnehin schon fast alles zu dem Thema hier geschrieben wurde.

    - Svenja, bitte mach weiter so !! wie bisher ! -
    Laß Dich nicht wieder in eine Rolle drängen, die Du nicht willst, oder die andere erwarten. Schreib so wie Du bist.

    Liebe Grüße !
    Eve

  46. Bernadette

    Ich als sogenannte “Bio” Frau….;-) da muss ich jetzt doch mal grinsen…verstehe nur sehr schwer das Problem – die Thematik wie hat man Frau zu sein (ich verstehe schon die Diskussion dazu) , denn sogenommen bin ich auch keine typische Frau (trotz Ehemann) – ich liebe Werkzeug (ja ich lasse mir auch gerne welches zum Geburtstag schenken) und handwerken und nehme eher den Hammer in die Hand, auch ziehe ich selten Highheels (ist das jetzt so richtig geschrieben?) oder Röcke an…macht mich das jetzt weniger zur Frau nur weil ich eben nicht ins typische Klischee passe?
    Aber die eigentliche Frage hierbei ist doch für mich was ist typisch Frau…gibt es das überhaupt?
    Es soll doch jeder bitteschön so wie er gerne mag und sich wohl fühlt und ich würde mir auch von einer Feministin nicht verbieten lassen Higheels und Co. zu tragen – ich hab´das einfach selbst für mich entschieden.
    Es ist schade, das in manchen feministischen Gruppierungen nur ein bestimmtes Frauenbild möglich zu sein scheint – diesen verkrampften Feminismus finde ich persönlich unerträglich den ich entscheide lieber für mich selbst was ich darf, sollte oder eben nicht und genau das macht doch meine persönliche Freiheit aus und eben nicht verkrampft einem Etikett zu folgen und mit der Gefahr zu leben wenn ich diesem Etikett nicht Folge leiste aus dieser Gruppierung ausgeschlossen zu werden – genau diese Intoleranz finde ich sehr bedauerlich!
    Ich verstehe auch nicht wie Higheels und Lippenstift dem Image einer “Bio” Frau schaden könnte oder sollte, der moderne, intelligente Mann wird ein bisschen Sexyness nicht falsch verstehen – das einzigste Problem besteht doch weiterhin nur beim Neandertaler und auf die kann Frau gerne und gut verzichten!
    Mein Frauenfreundeskreis ist ein schöner, bereichender bunter Haufen (von Higheels bis zur Lesbenehe) und das einzig wichtigste für mich und die Mädls ist doch die Freundschaft und das füreinander da sein und sich lassen wie man ist (gut eine Beratung hin und wieder hat mir auch nicht geschadet ;-).
    “Schaden” anrichten kann dieses oder jenes doch nur bei Menschen die weder über eine gewisse Intelligenz verfügen oder/ sowohl als auch ein rießiges Maß an Vorurteilen mit sich rumtragen und gegen diese geballte Ladung Ignoranz wird kaum etwas helfen bzw. wenig die Einstellung verändern.
    Natürlich gibt es Verhaltensweisen die typisch Mann oder Frau sind, aber auch dies liegt bis zu einem gewissen Grad auch eben an der Erziehung und den uns zugewiesenen, starren Rollen.
    Ich denke/fühle das wichtigste in meinem Leben als Mensch/Frau ist einfach nur das ich mich mag.

    Lg, Bernadette

  47. Diana

    @Bernadette: Es gibt halt wirklich verblüffend viele Aspekte, in denen so Geschlechtsstereotypen schon ihren Hintergrund haben. Gerade jetzt seit ich die Hormontherapie absetzen musste, erlebe ich wieder in aller Deutlichkeit, wie tiefgehen Hormone einem beeinflussen. Und das ist ja nur ein Teil des Ganzen, da kommt die Hirnstruktur dazu und sicher auch gesellschaftliche Vorstellungen. Schlussendlich bleibt es eine Frage der Individualität, wie man sich entwickelt, ist einem selbst überlassen. Aber die Tendenzen sind deutlich. Man soll sich diesen nicht entziehen und ihnen nicht nachlaufen, was der eigenen Natur entspricht, soll man tun :-)

  48. Bernadette

    @ Diana

    ;-) Okay, in diesem Punkt ganz klar 1 zu 0 für dich!
    Ich denke in dem von dir angesprochenen Punkt habe ich mich zu schwammig ausgedrückt – wahrscheinlich deswegen weil ich meine Hormone/Gefühle halt schon immer so gewohnt war und deswegen halt schwerer einen Vergleich ziehen kann.
    Vielleicht auch ein klein bisschen deswegen weil mein familäres Umfeld (Vater) nicht zufrieden war mit meiner Art als Frau/Optik – ich hätte weiblicher sein sollen und wollte nicht ;-) (dies nur als Erklärung für dich damit du es besser verstehst).
    Aber genau das finde ich ja das gute und interessante daran, den Austausch und damit die Möglichkeit neue Blickwinkel zu erhalten und zu sehen.
    Ich habe übrigens kein Problem mit schicken und eleganten Frauen (also auch mit dir nicht!) – ich bewundere das teilweise auch sehr – freue mich aber für mich selbst über ein paar Jeans ;-).
    Klar habe auch ich ein paar ganz typische frauliche Verhaltens- und Sichtweisen keine Frage! – Mist ist irgendwie schwer auszudrücken… ich bin halt eher der frauliche Kumpeltyp ;-) – und irgendwie haben ja auch Frauen und Männer weibliche Seiten der eine mehr der andere weniger.
    Hoffe es ist verständlich was ich meine, wenn nicht bitte nachfragen und mir bitte nicht den Kopf abreissen – das geschriebene Wort ist manchmal so festbetoniert :-(.

    In diesem Sinne wünsche ich dir liebe Diana einen schönen Abend!

    Lg, Bernadette

  49. Bernadette

    Ich habe nochmals einige Kommentare zu diesem Bericht gelesen – stürmische See :-( .
    Ich finde es wirklich sehr traurig in dieser Diskussion lesen zu müssen (von Bad Hair Days) das Svenja eine Tussie ist…klar ein paar Details erinnern vielleicht wage daran aber wenn man zwischen den Zeilen lesen kann ist eine Menge Ernst/Traurigkeit die über den Humor ertragen wird herauszulesen und dies läßt eben doch den Schluß zu das eine Menge Tiefgang vorhanden ist und gerade auch manchmal schwarzer Humor uns Menschen am Leben erhält.
    Auch denke ich hat sie wohl eben wie alle Menschen auch glückliche/fröhliche Phasen und auch ihr Schreibstil bereitet mir Spaß beim Lesen – wäre alles so trocken geschrieben als käme es direkt vom Finanzamt würde ich es nämlich nicht lesen und somit wäre ja nichts gewonnen…

    Die Sache mit dem pinken Handy ist halt so ein Ding ;-), aber wenn man eine neues Leben beginnt probiert man eben auch viel neues aus und nicht immer alles ist gut (ich weiß wovon ich spreche ;-)…ABER eine Frau nur darüber zu beurteilen ob ihre Lieblingsfarbe Pink ist ist mir persönlich halt zu simpel mal überspitzt gesagt…

    Vielleicht ist es einfach nur Angst, Angst davor nicht Ernst genommen zu werden…im übrigen mich nicht auch nicht jeder Ernst will ich aber auch gar nicht (zumindest nicht von jedem).

    In dieser Welt laufen MILLIONEN Frauen mit pinken Handy´s, Siebenmeilenstiefel usw. durch die Gegend…so what?
    Außerdem (bis auf´s pinke Handy ;-) finde ich Svenja geschmackvoll gekleidet und wäre froh wenn ich a) so schlank wäre und b) so lange Beine hätte – würde ich da meckern wäre es zumindest bei mir einfach nur der Neid – basta.

    Ich wünsche mir nicht das sämtliche Frauen in meiner Umgebung alle so sind wie ich das fände ich a) langweilig und b) alle meine guten Seiten und Talente will ich auch nicht teilen müssen (hihi der war jetzt typisch Frau).

    Also irgendwie wird da von manchem erwartet eine transsexuelle Frau müsste also spießiger als der Rest der Welt/der Frauen sein um in dieser Welt Anerkennung zu bekommen – das ist eine Erwartungshaltung der könnte ich niemals gerecht werden – ich bin ja kein Übermensch – auch ich ecke in bestimmten Gesellschaftsschichten an (die mir aber tatsächlich scheißegal sind wozu also die Verbiegerei) aber dann müsste ich päpstlicher als der Papst sein um all´dem gerecht zu werden – hihi dafür ist es schon lange zu spät und das ist auch gut so!

    Lauter Alice Schwarzer würden mir in dieser Welt Angst machen und das obwohl ich durchaus sehr emanzipiert bin – allerdings bin ich eher für ein miteinander und die Vielfalt des Lebens denn das ist auch eine Bereicherung für meine Kreativität – ich will nicht alle Menschen gleicher als gleich denn genau dann werden wir zu Uniformierten und das Leben erstickt…

    Nix´für ungut,
    Lg, Bernadette

  50. Bad Hair Days

    Hallo Bernadette

    Ich glaube du hast meine Kommentare etwas missverstanden. Es ging mir nicht darum, Svenjas Kleidungsstil zu kritisieren, sondern dass sie so eine Art Trans-Lifestyle zelebrierte und auf andere Projezierte.
    Zuzüglich gab es aber noch eine persönliche Sorge um Svenja, da ich das gefühl hatte, sie lebt nicht nach dem, was sie will, sondern nach dem, was sie denkt, was dazu gehört. Das schöne ist, dass, nachdem sich der Rauch etwas verzogen hatte, Svenja verstand – und nun endlich freier denn je ist,

    Gruss, Sarah

  51. Diana

    @Bernadette: Ich glaube, in diesem Beitrag hat es so manches Missverständnis drin, angefangen damit, dass ich auf die Barrikaden ging, weil Svenja damals aufgrund von Kritiken das Blog schliessen wollte und ich deshalb rasend wurde, weil ich der Meinung bin, dass es niemandem zusteht, Anderen zu sagen wie sie sein oder schreiben sollen. Das habe ich getan, ohne dass ich den Ursprung des Konflikts überhaupt kannte, allzu klug war das nicht. Aber Svenjas offensichtliche Lebensfreude hat mir gerade in der Anfangszeit sehr viel gegeben, deshalb war ich dann mal schnell im roten Bereich.

    Unterdessen bin ich mir beispielsweise viel mehr bewusst, wie gefährlich “falsche Formulierungen” sein können und dass Ironie nicht immer von allen als Solche verstanden wird. Ich habe mich selber diesbezüglich etwas zurück genommen.

    Klar bleibt, dass alle so leben dürfen und sollen wie sie sind. Ich hab meinen Schuh-Fetisch, dafür nur zwei Handtaschen, ich lebe viele “weibliche Attribute” bis an die Grenze aus, nicht zuletzt weil ich ein enormes Nachholbedürfnis habe, trotzdem verwende ich heute noch meine geliebte Krieger-Metaphorik, die ein Teil von mir geworden ist. Geschlechterstereotypen sind immer dann gut, wenn sie einem behagen, andernfalls sollte man sie bleiben lassen. Und das erfordert ein gewisses Mass an Autarkie. Wir alle sind niemandem Rechenschaft schuldig, egal ob wir Pumps oder Birkenstock tragen. Sinn des Lebens ist, authentisch zu sein, worin man das tut, îst eine individuelle Frage.

  52. Bernadette

    @all

    Ja gut, das diese Thematik bereits im Hintergrund geklärt worden ist konnte ich nicht wissen (ebenso auch nicht sämtliche Verstrickungen oder Beziehungen/Gefühle), der erste Eindruck hinterließ erstmal einen Schreck bei mir (hoffe man kann das verstehen).

    Das freut mich natürlich wenn dieser Konflikt für alle im Besten Sinne gelöst werden konnte und sich sogar alles zum Besseren gewendet hat!

    Über die Reaktion von Bad Hair Days bin ich ganz froh, denn es wirkt auf mich als hätte sie verstanden das es mir nicht darum ging sie vor den Kopf zu stossen sondern (eben so wie ich es verstanden habe) mein erstes Entsetzen und die Traurigkeit darüber zum Ausdruck zu bringen.

    Wenn mein obiger Kommentar als störend empfunden wird bitte einfach löschen!

    Nachwievor nix´für unguat ;-),

    Lg, Bernadette

  53. Diana

    @Bernadette: stören tut ein Kommentar nie, ich freue mich über jeden Kommentar, weil es so immer neue Blickwinkel gibt. Dass Dir das nah ging, ist verständlich, ich hab ja auch gepoltert wie verrückt. Aber eben, Svenja verdanke ich viel und deshalb bin ich an die Decke gesprungen. Es menschelt halt überall, gerade so soll es hier auch sein, Gefühle haben hier Platz, auch wenn sie mal etwas überdreht sind. Immerhin läuft Svenjas Blog ja wieder ;-) also kommentiere ungeniert weiter, es hat noch über 400 Blogbeiträge, bei denen es am einen oder andern Ort was zu sagen gibt ;-) Fühl Dich also herzlich eingeladen.

  54. Bernadette

    @Diana

    :-)))) Dankeschön!

    Lg, Bernadette

  55. Diana

    ich habe Dir zu danken, liebe Bernadette :-)

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