(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Adam, Eva und die Vollkommenen – Transsexualität aus biblischer Sicht

Zumindeset religiöse Transsexuelle dürften sich früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie Transsexualität denn aus biblischer Sicht zu beurteilen ist. Mir sind keine Bibelstellen bekannt, die speziell über dieses Thema sprechen, aber es gibt zumindest in der Schöpfungsgeschichte etwas, das uns diesbezüglich zu denken geben könnte, wenn wir uns denn erdreisten würden, das Denken zu wagen.

Die Bibel bietet an vielen Stellen kleine Orakel, Dinge über die man wirklich nachdenken muss, um einen auf den ersten Blick simplen Satz zu ergründen. Leider sind gerade solche Stellen oft schlecht übersetzt – solche geglätteten Stellen lassen jedoch keinen Zugang mehr zu zum innewohnenden Sinn. Es ist nunmal nicht dasselbe, ob Gott Himmel und Erde erschaffen hat oder ob Himmel und Erde aus Gott hervorgegangen ist. Ersteres ist weitum bekannt, zweiteres jedoch korrekt.

Nun gibt es in ebendieser Schöpfungsgeschichte diese etwas obskure Sache mit Adam und Eva. Jedes Kind kennt die Stelle, Gott schuf Adam, dem war’s scheisslangweilig, also klaute Gott ihm des Nachts eine Rippe und schnitzte daraus ein Weib, das sich dem Mann gefälligst unterzuordnen hat. Aber steht das so da?

Im hebräischen Text der Torah steht nichts von einer Rippe, es ist die Rede von einer Flanke, also einer Seite. Im jüdischen Textverständnis bedeutet das, dass Eva wesensgleich war mit Adam, sie ist die gespiegelte Hälfte von ihm. Da gehts nicht um Organtransplantation oder Schnitzkunst, dieser Text will einzig sagen, dass Adam und Eva zwei Hälften eines ganzen “Ur-Adams” waren.

Im jüdischen gibt es viele Namen für Gott, Bezeichnungen die die verschiedenen Aspekte Gottes benennen. Eine davon ist die Schechina, ein weiblicher Aspekt von Gott. Nach jüdischem Verständnis ist ein Mann nur mit einer Frau vollkommen, andernfalls fehlt ihm eine Hälfte. Deshalb müssen Rabbis auch verheiratet sein (Jesus war auch Rabbi, aber das sparen wir uns auf ein anderes Mal auf). Wenn nun ein Mann auf Reisen ging und seine Frau zurück lassen musste, betete er zur Schechina und bat um Begleitung, weil er ohne seine weibliche Hälfte schutzlos gewesen wäre.

Und jetzt wird’s spannend für uns T-Girls ;-)

Wenn also Mann und Frau nur zwei Hälften des “Ur-Menschen” sind, dann sind transsexuelle Menschen, die beide Geschlechtsaspekte vereinen, sozusagen die Vollkommenen. Sie sind wie Ying und Yang, Mann und Frau, sie vereinen die zwei Eckpunkte der göttlichen Schöpfung. Cool hä?

Das sollte als Rechtfertigungsgrund ausreichend sein, dass wir T-Girls fortan in allen Läden gratis Schuhe und Kleider einsammeln können, oder etwa nicht? ;-)

Ich glaub ich beginne hier eine theologische Blog-Serie, nächstes Mal gehen wir der Frage nach, wozu Gott uns T-Girls auf die Erde gesandt hat und was unsere Berufung ist.


 

19 Reaktionen zu “Adam, Eva und die Vollkommenen – Transsexualität aus biblischer Sicht”

  1. Juliet

    Wir hatten auch mal eine Theorie erstellt, allerdings war ich da nicht so massgeblich dran beteiligt. Sie lautet in etwa so:

    Nachdem Gott Adam und Eva geschaffen hatte, schaute er sich so um und sah, dass noch zwei “Bauteile” herumlagen, eine Seele und ein Körper. Es gab nur ein Problem, die Seele war weiblich und der Körper männlich. “Ach, was soll’s” dachte Gott, “Ich brauche Platz in meiner Werkstatt und baute beide Teile zusammen. Kaum auf die Erde gesandt, entdeckte er in einer Ecke weitere Bauteile, wieder eine Seele und ein Körper, dieses Mal aber war die Seele männlich und der Körper weiblich. “Ich bin aber auch schusselig” grummelte Gott vor sich hin, “jetzt ist auch egal…”, er schraubte auch diese Teile zusammen und schickte sie auf die Erde.

    Hehe, aber das Kleider und Schuhe drin vorkommen habe ich mir fast gedacht…und ich glaub, ich wäre doch sehr verwundert gewesen, wenn nicht ;-)

  2. Diana

    schusselig ist er garantiert, oder er hat einen bizarren Humor……..

    und weil das Leben so saulustig ist, haut’s mich momentan grad zwischen dem Elend verlorener Liebe und dem Wahnwitz neu erwachender Verliebtheit von einer Ecke des Universums in die andere. Gott hat sich nicht nur mit meinem Körper einen Spass erlaubt, er hat mir auch ein experimentelles Gefühlssystem eingepflanzt, das offensichtlich völlig out-of-control ist. Bringt dem Mann mal n’Akuschrauber, ist ja nicht zum aushalten sowas *grumbel*

  3. Juliet

    Vermutlich beides.
    Am besten gibt man ihm überhaupt kein Werkzeug in die Hände, dann kann er auch keinen Blödsinn machen.
    “Neu erwachende Verliebtheit”? Hört sich doch eigentlich nicht so übel an..

  4. Diana

    ich würd auch sagen, am besten stecken wir Gott in ne Zwangsjacke, er hat echt genug Chaos angerichtet……… naja und “neu erwachte Verliebtheit” klingt zwar gut, führt mich aber nur wieder in neue Träume, die fern jeder Realität sind. Ich will jetzt endlich einen Schalter um das ganze Affentheater abzustellen, das ist einfach alles zu kompliziert für mein Blondinenhirn, echt zuviel *seufz*

  5. Juliet

    Vielleicht sollten wir dem Teufel mal eine Weile die Zügel geben hrhrhr ;-)

    Och schade, ich dachte, dass es diesmal was werden könnte bei Dir.

    Weisste was, wir brechen des Nachts in ein Elektrogeschäft ein ( ist dann auch gleich eine Szene für’s Roadmovie) und mopsen nen Pausenschalter für Dein Köpfchen ;-)

  6. Diana

    Vielleicht war Lucifer auch der erste Trans-Engel, weil er so renitent war, wurde er aus dem Himmel geschmissen. Ich sollte die Bibel wirklich neu schreiben, mit transidenten Augen liest sich das einfach anders ;-)

    Elektrogeschäft ist gut, wenn man Hirn und Herz verkabelt und 10000 Volt durchjagt, sollte die Fühlerei wohl aufhören ;-)

  7. Juliet

    Das könnte gut angehen…auja, mach mal.

    Ich fürchte, da hört dann nicht nur die Fühlerei auf, neee nix da, gib Dich mit ner Pausentaste zufrieden, wir brauchen Dich schliesslich noch und das unverschmort ;-)

  8. Diana

    aber ich glaub es gibt ne Menge Ärger, wenn ich dann zu Jesus komme und der Frage, wie ein angeblich Unverheirateter Rabbi sein konnte *fiesgrinst*

    ok versuchen wir erst mal die Pausentaste, Kellner, einmal Guinness bitte :-)

  9. Juliet

    Jesus war doch verheiratet, hab ich auf Pro7 gesehen ;-)

    Nee, nicht “einmal”, wenn schon zweimal, ich will mitbechern :-p

  10. Diana

    was man auf Pro7 und Konsorten gezeigt kriegt, basiert in der Regel auf apokryphen Schriften konkurenzierender Christengruppen der damaligen Zeit, man nennt sie deswegen gern verächtlich gnostisch. Jedenfalls steht’s hier Aussage gegen Aussage.

    Aber diese Rabbi-Frage hat’s echt in sich, ein Rabbi muss zwingend verheiratet sein, alles andere wäre undenkbar.

    PS: versoffenes Weibsstück Du ;-)

  11. Juliet

    Na gut…es war Galileo Mysterie zum Thema der Da Vinci Code…aber ich guck’s trotzdem gerne ;-)

    Stimmt, hab schon fast ne Kanne Kaffee weg ;-)

  12. Diana

    guck ich auch immer, obwohl es eigentlich sehr banal ist, was da gebracht wird, aber spannend ist es trotzdem

    eine Kanne hab ich auch schon, Kaffee geht bei mir schneller runter als Guinness und das will was heissen

  13. Juliet

    Stimmt, es wirkt manchmal sehr auswendig gelernt, was die sogenannten Experten so von sich geben. Aber meist läuft um die Uhrzeit ja auch nichts anderes gescheites..

    Kaffee ist nicht umsonst das Überlebenselixier Nr. 1 ;-)

  14. Diana

    vorallem machen sie’s uh spannend und dann kommt trotzdem nix weltbewegendes dabei raus, aber eben, spannend isses halt trotzdem gelegentlich

  15. Juliet

    Manche Themen sind auch halt blöd, es heisst schliesslich “Mysterie” und oft sind Themen dabei, die meiner Meinung nach überhaupt nicht mysteriös sind.

  16. Diana

    das stimmt, ich finds nur manchmal mühsam, wenn das Thema spannend wäre und man es auch sau-spannend macht, aber dann nix mit Tiefgang kommt.

  17. Juliet

    Vermutlich ist die Sendezeit zu kurz, es wirkt manchmal so plötzlich ruck-zuck zusammengefasst. Dann sollten sie lieber nen Zweiteiler draus machen.

  18. Kristin

    Liebe Diana,

    auch wenn das Thema nicht mehr ganz so aktuell ist, aber hier habe ich interessante Ausführungen aus biblischer Sicht zum Thema “Transsexualität” gefunden:

    http://badhairdaysandmore.blogspot.com/2009/08/danke-luther.html

    Ich finde den Artikel zumindest lesenswert.

    Liebe Grüße

    Kristin

  19. Diana

    @Kristin: Die Artikel im BadHairDays Blog sind immer sehr sehr lesenswert, deshalb findet man hier auch öfters mal Verweise darauf – dort ist eine wahre Fundgrübe für Fakten und spannenden Ausführungen ;-)

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