(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Fünf Monate Diana – Dank Euch allen!

Ein Freund ist jemand, der die Melodie Deines Herzens kennt
und der sie Dir vorsingt, wenn Du sie vergessen hast

Jeden Monat am 13. feiere ich innerlich ein kleines Jubiläum. Es war der 13. Januar, als ich die Hormontherapie begann, seit diesem Tag geistern Östrogene durch meinen Körper und arbeiten fleissig an meiner Metamorphose. Seit diesem Tag empfinde ich mich auch körperlich als werdende Frau, es ist sozusagen mein zweiter Geburtstag. Heute feiere ich diesen Tag zum fünften Mal, seit fünf Monaten bin ich auf meinem Weg und dieser Tag macht mich wiedermal sentimental – im positiven Sinn.

Seit fünf Monaten bin ich so glücklich wie ich es vorher nie war. Jeder Tag beginnt mit einem inneren Lächeln, ich wache auf und der erste Gedanke ist, dass ich eine Frau bin, als Frau lebe und als Frau wahr!-genommen werde. Ich mache mir einen Kaffee, leg mich wieder ins Bett und überlege was ich heute anziehen soll, es ist jedes Mal ein erneuter Genuss. Dann gehts ins Badezimmer und spätestens wenn ich mit der Gesichtsbemalung beginne, ist es erneut ein Glücksgefühl, wenn das Gesicht immer weiblicher wird und meinem Inneren zu gleichen beginnt. Oft in so Momenten wird mir bewusst, wie sehr ich mich seit meinem Gender-Change schätze und wie nah ich mir selber bin seit diesem Tag. Ich selbst zu sein und mich darzustellen, ist einfach unbeschreiblich schön. Es ist etwas, was niemand wirklich verstehen kann, denn für Andere ist es selbstverständlich, sich selbst zu sein. Für mich nicht, ich musste mir dieses Recht erkämpfen und ich bin froh, dass ich diesen doch nicht einfachen Weg beschritten habe.

Diese fünf Monate waren eine schwere Zeit, vorallem am Anfang brauchte es wahnsinnig viel Mut und Überwindung, täglich musste ich mich wieder neu zusammensetzen und aus einem Trümmerhaufen ein neues Selbstbewusstsein wachsen lassen. Das ist mir gelungen und dass mir das gelungen ist, habe ich nicht nur meiner Renitenz zu verdanken sondern vorallem auch all den Menschen, die zu mir gehalten haben, die mich angenommen haben und mir beigestanden sind. Deshalb möchte ich mich an diesem Tag einmal bei allen bedanken, ohne Euch hätte ich das nicht geschafft.

Am meisten Dank gebührt meiner letzten Lebenspartnerin Eliane, Du hast mich von Anfang an unterstützt und bist bis heute und für immer meine beste Freundin. Es ist verdammt schwer, wenn der ehemalige Lebenspartner immer mehr zur Frau wird und das was man einst liebte immer mehr verschwindet, Du hast das ertragen und stehst mir immer und überall bei, Du bist meine grösste Kraftquelle.

Danken möchte ich auch all meinen Mitarbeitern, Ihr habt mich als Frau angenommen und mir jeden Tag 8 Stunden Leben in einer weiblichen Rolle ermöglicht. Das Zusammensein mit Euch gibt mir sehr viel, nicht zuletzt weil wir einfach ein cooles Team sind und immer etwas zum lachen haben. Das Geschäft war für mich der erste Ort an dem ich mich frei als Frau bewegen konnte und mich wohl fühlte und das hat sich bis heute nicht geändert.

Weiter danke ich dem Team meinem neuen Stamm-Pub, Ihr habt mir ein neues Zuhause gegeben und habt mich von Anfang an in einer Selbstverständlichkeit als Frau angenommen und ein paar wertvolle Freundschaften sind entstanden und werden vielleicht noch entstehen. Im speziellen gilt das für Bea, hey honey, Du bist wirklich Gold wert, danke für Deine Freundschaft und die vielen tiefgründigen Gespräche.

Ausserdem danke ich meinem Vater und seiner Frau, es ist für einen Vater alles andere als einfach, wenn der Sohn zur Tochter wird. Aber Ihr habt das respektiert und mir gezeigt, dass mein Wohlbefinden das Wichtigste ist für Euch, das gibt mir das Gefühl, wirklich geliebt zu sein.

Speziellen Dank verdient mein bester Freund Andreas. Ich war über ein Jahrzehnt lang Dein bester Freund, nun bin ich Deine beste Freundin. Ich wäre nicht, was ich bin, wenn Du mir nicht ein Jahrzehnt lang beigestanden wärst. Niemand hat mein Denken so geprägt wie Du und ich bin wirklich stolz darauf, so einen grossartigen Menschen als Freund zu haben.

Dann danke ich allen Freunden, die mich auf meinem neuen Weg begleiten. Vorallem Felix, Du warst Dir von Anfang an nicht zu schade, mit mir in den Ausgang zu gehen und damit in Kauf zu nehmen, dass man Dich genauso blöd anguckt wie mich ;-) Unsere philosophischen Gespräche sind immer wieder eine Freude.

Und last but not least danke ich meinem Psychotherapeuten, Sie haben mich jahrelang gestützt und mir beim Verständnis meiner doch eher erwirrenden Wesensart geholfen.

Es gäbe noch viele die ich hier erwähnen müsste und wollte, aber irgendwo muss jeder Blogbeitrag mal zu Ende sein, deshalb allen Andern ein herzliches Dankeschön :-)


 

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