(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Beglückendes aus Dianas Beratungsstube

Mein Blog-Tagebuch hat mir in diesen eineinhalb Jahren rund 50 StammleserInnen geschenkt und unzählige Menschen, die einfach so da reintrudeln und wohl das Eine oder Andere mitnehmen. Soweit war das auch zu erwarten. Was ich nicht erwartet habe, ist, dass ich langsam aber sicher zu einer Anlaufstelle werde und aus diesem Blog eine Art Beratungsstube wird. Immer wieder bekomme ich Mails von Betroffenen, die Ratschläge brauchen, von Angehörigen Betroffener, die Verständnis suchen bis hin zu Fachleuten, die mir für meine offene Art gratulieren. Vor einiger Zeit kam wieder so ein Mail einer Angehörigen einer transsexuellen Frau, das mich so tief berührt hat, dass ich das Mail nicht fertig lesen konnte im Geschäft und erst mal eine Zigi-Pause einlegen musste, um das zu verdauen.

Sie beginnt zu erzählen, dass “ihr Mann” ihr vor wenigen Tagen als transsexuell geoutet hat. Erst wenige Tage war es her, aber im gesamten weiteren Verlauf das Mails, sprach sie konsequent in der weiblichen Form von ihrer Lebenspartnerin, die sie jahrzehntelang für ihren Lebenspartner hielt. Wow! Dass jemand der so tief verbunden ist und dementsprechend so festgefahrene Vorstellungen der Lebenspartnerin haben müsste, so schnell die Tatsachen anerkennt und respektiert, ist selten, sehr selten.

Sie sprach davon, wie schockiert sie zu Beginn war, was ich für selbstverständlich halte, weil so etwas meist scheinbar aus heiterem Himmel kommt. Sie war vorallem schockiert, dass sie es nicht vorher bemerkt hat, was kaum jemandem gelingt, weil Betroffene ihr wahres Wesen ja nicht nur vor der Welt sondern vorallem vor sich selbst verstecken. Am Meisten war sie schockiert bei der Vorstellung, was für Leiden ihre Geliebte über so eine lange Zeit durchleben musste – und das ist für mich Ausdruck höchster Liebe, weil nur Liebe das Wohl oder Leid des Anderen so hoch gewichtet. Diese Frau begreift Dinge, für die Andere Jahre brauchen um sie zu verstehen und Viele schaffen es sogar nie, wahrzunehmen, dass “dieser Mann der plötzlich eine Frau ist” schon immer eine Frau war und unsäglich gelitten hat in dieser falschen Geschlechterrolle.

Sie erzählte auch Erstaunliches, dass sie nun viel besser reden können, dass sogar die Sexualität erfüllter ist.

Das war eines von vielen Erlebnissen, die mir zeigen, dass dieses Blog wichtig ist. Immer wieder suchen Menschen hier Rat und Verständnis, manchmal still lesend, manchmal fragend, scheinbar finden Viele ein Stück weit das was sie suchen. Und das ist ein wunderschönes Gefühl, weil ich aus Erfahrung weiss, wie schwer es ist, in dieser Thematik eine Anlaufstelle zu finden. Gerade die Möglichkeit, tief in das Leben einer Betroffenen zu blicken und ihre Erfahrungen zu erleben, scheint vielen etwas zu geben.

Und das ist eines von wenigen Erlebnissen, die mir zeigen, dass es in dieser schwarz-weiss denkenden Welt wahre Wunder gibt, dass Menschen das Unvorstellbare begreifen können und dass Liebe stärker sein kann als alles Andere. Das macht Mut – und es gibt Kraft – und es soll allen Betroffenen die hier mitlesen Hoffnung geben. Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen ;-)

Deshalb möchte ich hier an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass ich gerne Fragen beantworte, soweit es mir möglich ist. Aber ich muss gestehen, dass Antworten manchmal lange auf sich warten lassen, momentan habe ich immer noch rund 50 Mails in meiner Mailbox, die noch auf eine Antwort warten. Wenn ich also nicht gleich antworte, dann habt Geduld oder in dringenden Fällen, hakt einfach nochmal nach. Ich beantworte eigentlich jedes Mail, nur finde ich halt eben oft keine Zeit. Aber das Angebot gilt ;-)



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