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Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transsexuelles Gehirn und Phantomschmerz

It’s important to emphasise that there’s nothing wrong or abnormal about being a transsexual, it’s part of the whole spectrum of human sexuality and sexual behaviour.
(Professor V. S. Ramachandran)

Soeben bin ich über ein spannendes Interview gestolpert mit Professor V. S. Ramachandran, dem Direktor des Center for Brain and Cognition University of California San Diego, der sich mit “brain-based body image” (hirnbasierte Körpervorstellung) beschäftigt und im Speziellen der Frage über Phantom-Gefühle nachging. Ramachandran fand interessante Auffälligkeiten bei transsexuellen Menschen………

Phantom-Gefühle oder Schmerzen bedeutet, dass jemand nach einer Amputation das nicht mehr vorhandene Körperteil nachwievor fühlt. Der Grund dafür liegt darin, dass unser Hirn ein body-image hat, das Hirn weiss genau, was zum Körper gehört und lässt sich auch nicht von dieser Überzeugung abbringen, indem es sieht, dass es doch nicht so ist. Wird ein Körperteil amputiert, glaubt das Hirn weiterhin, es würde existieren und wertet Signale aus den Nervenenden entsprechend aus. Bei Männern, denen man aufgrund einer Krebserkrankung den Penis amputieren musste, spüren diesen in etwa 60-85% der Fälle weiterhin, Viele spüren sogar weiterhin Erektionen in diesem nicht mehr vorhandenen Glied.

Ramachandran stellte in seinen Untersuchungen fest, dass bei transsexuellen Frauen nach einer genitalangleichenden Operation nur bei etwa 30% ein Phantom-Effekt auftritt. Auch bei transsexuellen Männern folgt bei der Brustentfernung in der Regel kein Phantomgefühl, im Gegensatz zu Frauen, die eine Brustamputation durchführen mussten. Noch überraschender ist die Tatsache, dass ca 60% der transsexuellen Männer schon vor dem “Penisaufbau” einen Penis spürten, teilweise sogar Erektionen.

The answer is the majority of the transsexuals don’t experience a phantom penis. What’s amazing is that your body image, which includes your genitals, is at least in part programmed by genes and your brain is hard-wired to incorporate the genitals as part of your body image. Even more amazing is the observation that “women” (transMänner) who undergo transgender sexual surgery who acquired an artificial penis, a majority of them since early childhood have experienced a phantom penis. This is absolutely extraordinary because it means that each of us has a brain-based body image which is detailed down to the fine anatomy, including your genitals.

Da wie wir wissen transsexuelle Frauen eine weibliche Hirnanatomie haben, erklärt sich auch, dass das im Hirn verankerte body-image keinen Penis vermisst, wenn er “weg ist”. Dies ist ein weiterer von vielen Hinweisen, dass transsexuelle Menschen eben nicht einfach “dem anderen Geschlecht” angehören wollen sondern tatsächlich dem von ihnen postulierten Geschlecht angehören, zumindest von der Hirnstruktur her, die schlussendlich Seins-bestimmend ist.

Ich für meinen Teil kann diese Beobachtung bisher absolut bestätigen, ich hatte in diesen zwei Monaten nie ein Phantom-Gefühl, da kam nie ein Nervensignal das behauptete, es würde etwas fehlen, da war auch kein Erektionsgefühl, nichts. Das einzige was einmal passierte war, dass ein Kitzeln auf der ehemaligen Vorhaut vom Hirn als “ausserhalb des Körpers” interpretiert wurde. Ein einziger Kontrollblick reichte, damit das Hirn verstand, dass diese Haut nun innerhalb des Körpers ist, von da an war diese Haut im Hirn um-verortet. Aber das hat nichts mit Phantomgefühlen zu tun, denn die Haut ist ja immer noch da, nur der Ort hat gewechselt. Aber von all dem was nun weg ist, habe ich nicht ein einziges Mal etwas vermisst, es fühlt sich an, als sei da nie etwas gewesen.

Hier das ganze Interview, man muss dort den orangen Link drücken auf dem steht: “show transcript”:
ScienceShow: Transsexuals and the phantom penis

Wer’s noch etwas genauer wissen will:
Medical Hypotheses – Occurrence of phantom genitalia after gender reassignment surgery
Journal of Consciousness Studies – Phantom Penises In Transsexuals: Evidence of an Innate Gender-Specific Body Image in the Brain



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