(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transsexualität und hormonelle Unverträglichkeit

Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedürfte, wäre die psycho-emotionale Wirkung der Hormone der letzte Beweis dafür, dass eine transsexuelle Frau weiblich ist resp. umgekehrt ein transsexueller Mann männlich.

Das weibliche Hirn einer transsexuellen Frau kommt mit der Wirkung von Testosteron absolut nicht klar. Da werden Signale ans Hirn gesendet, die dieses nicht mal im Ansatz zu verstehen vermag. Gerade die Hormontherapie legt Zeugnis ab über die überwältigende Wirkung der Sexualhormone.

Als ich die Hormontherapie erst mit moderater und mit der Zeit zunehmender Dosierung begann und damit meinen Hormonhaushalt auf meine weiblichen Empfindungen anpasste, kamen die Veränderungen schleichend und so Manches wurde schnell zur Selbstverständlichkeit. Aber das Absetzen der Hormontherapie mit dem rasenden Umsturz zurück in alte Verhältnisse, lässt wirklich aufschrecken. Wie inkompatibel dieser Testosteron-Zustand ist, wird erst von dieser Warte aus in aller Deutlichkeit spürbar.

Schon als Kind hatte ich mit Agressionen zu kämpfen, für die ich keine Reaktionsmuster zur Verfügung hatte. Ich wurde beispielsweise gehänselt, wurde wütend, fand aber nichts womit ich diese Gefühle hätte umsetzen können. Dieses ich-hau-dir-in-die-fresse Muster, das Testosteron von mir forderte, war einfach nicht Teil meiner Wesensart und meines Verhaltensrepertoires. Auch dieses ständig auf Erfolg und Vorwärtsstreben fixierte Denken, das keine Ruhe gönnt, war extrem überfordernd.

Jungs haben eine männliche Hirnstruktur, die zu diesen Hormonen passt, das männliche Gehirn kann damit etwas anfangen. Das war bei mir nie der Fall. In mir drin fühlte es sich immer an, als ob die Leitungen glühen, weil viel zu viel Strom auf der Batterie ist.

Ich staune wirklich Bauklötze, wenn ich wie jetzt erlebe, wie dieses Zuhausefühlen in mir selbst während der letzten zwei Jahre innert weniger Tage wie ein Kartenhaus zusammenbricht und ich plötzlich wieder den Drang hab, Tastaturen zu zerdeppern und so Quatsch.

Es erstaunt vorallem, wie unglaublich passend sich die weiblichen Hormone, die Östrogene, anfühlten. Die Gefühle kamen von da an in verständlicher Weise im Hirn an, es konnte damit etwas anfangen. Und dann, unter plötzlichem Testosteroneinfall, wird alles wieder toxisch, als hätte ich eine Grippe, da durchfluten mich Emotionen und Energien, mit denen ich überhaupt nichts anstellen kann, die einfach nur fremd und überfordernd sind.

Gestern hatte ich am Nachmittag einen halben Blutrausch. Keine Ahnung warum, alles was nicht sofort klappte, brachte mich auf 180. Auf Facebook schrieb ich irgendwann in der mir eigenen Ironie auf Facebook: “ich interessier mich ja aus Prinzip nicht für Sport, aber hat jemand einen Baseball Schläger zur Hand?” und ich bin froh, dass mir niemand einen gebracht hat. Ne echt, diese Gereiztheit war früher schon eine Belastung, aber seit ich mich in harmonischere Gefilde begeben habe, ist das echt grenzwertig.

In aller Deutlichkeit zeigt sich mir, dass ich immer Recht hatte mit der Behauptung, dass ich nichts anderes als eine Frau bin. Wenn männliche Sexualhormone derart beissend empfunden werden und ein weiblicher Hormonhaushalt so harmonisch ist, dann ist diese Frage ein für alle Mal geklärt…….. und dann wirds höchste Zeit, diese Störhormone endlich auszuschalten – heute in einer Woche :-)



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