(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Im gestreckten Galopp zur GaOp?

In nächster Zeit läuft bei mir so einiges, in kurzen Sprüngen hüpf ich von Anlass zu Anlass, ich glaub, diese 26 Tage gehen sehr schnell rum :-)

Diese Woche war schon Waschtag und Zahnarzt angesagt, morgen ist die letzte preOp-Stunde bei meinem Psychotherapeuten, Donnerstag geh ich vermutlich ins Pub und am Samstag grad nochmal, dann spielen “Red Shamrock“, eine Band die irre irische Musik macht, teils sogar mit Dudelsäcken. Die hab ich schonmal gesehen dort, die rocken einem das Dach weg. Prädikat seeeeeeehr empfehlenswert!

Nächste Woche haben wir am Mittwoch eine Firmenparty (Programm-Taufe) an der wir bei Barbeque und Bier die Sau rauslassen die Arbeit der letzten Jahre feiern. In derselben (!) Nacht steh ich um vier Uhr auf *jammer*, hübsch mich an soweit der Zustand es zulässt, rausche an den Flughafen, stöckle wieder mal im gestreckten Galopp zum Gate – im roten Stretchkleid *hüstel* – flieg nach Hamburg und werd um Neun von meiner Süssen abgeschleppt, jauuuuuuhhhhhhhh, dann wird wieder geknuddääääält, bis Montag Morgääääään :-)

Die Woche drauf hab ich – eitel äh schlau wie ich bin – habe ich noch einen Termin bei meiner Coiffeuse, die dann auch gleich wieder die Augenbrauen entwirrt. Die machen mich echt irre, diese Brauen, ich hab da um die Augen n’Pelz wie ne Katze, da zupft man sich n’Wolf. Sonst ist diese Woche noch nicht viel geplant, aber das dürfte sich wohl noch ändern.

Und dann, jajajaja, dann kommt die vierte und letzte Woche, dann kommt erst das überfällige Gespräch mit dem Oberarzt (ich hoff ich hab nicht schon zuviel Testo im Blut für ein anständiges Gespräch) dann heisst’s packen, vorbereiten, nervös gackernd durchs Wohnzimmer flattern, hysterisch diese Listen durchgehen, boah ey…….. Und am Samstag wird ans UniSpital gestöckelt (man muss schliesslich die letzte Gelegenheit noch nutzen), im roten Stretchkleid, jawoll *trötzel*, dann richte ich mein Zimmer ein (Wände lila sprayen und so Zeuchs), guck ob das mit dem Internet klappt………. und dann werd ich erst mal eine Portion Drogen äh Medikamente bestellen, die haben da ja ganz abgefahrenes Zeuchs ;-)

Und dann, ja dann ist Montag – mein Montag – dann ist Dianas Geburt vollendet *verzücktguckt*……. hmmmm, ob das Operationsteam im Aufwachraum nach der Op mit mir ein Guinness trinkt? Anstossen auf die gelungene Geburt? Muss noch Konfetti und Tischbombe auf die Einkaufsliste nehmen :o)

Apropos Geburt, wisst Ihr was das Genialste an dieser Geburt ist? Ich weiss schon die Worte der Hebamme………… “es ist ein Mädchen ;-)” ………… öhm………….. das war als Spass gedacht, aber mir kullern grad Tränen übers Gesicht, sooooooooo schön :-)

PS: Juliet hat einen spannenden Blogbeitrag geschrieben, in der sie beschreibt, wie sie den preOp Zustand einer transsexuellen Frau wie mir wahrnimmt. Ich denke, dieser teils auch intime Beitrag gehört thematisch auch in dieses Tagebuch rein, deshalb hier wenigstens ein Hinweis darauf: Die Hürden des Pre-Op-Daseins



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