(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Osterweekend mit Juliet

Hach war das schön, nach zwei Monaten Julietlosigkeit endlich vier Tage lang aneinander kleben. Dieses Wochenende hat bestätigt, was eigentlich keine Bestätigung mehr braucht, wir Zwei passen zusammen wie Arsch auf Eimer :-) Wer mich kennt, weiss, dass ich eine extrem zärtlichkeitsbedürftige Partnerin brauche und dass diese einen komplett behämmerten Humor haben muss. In Beidem schlägt Juliet die kühnsten Erwartungen. Sie ist das zärtlichste Wesen das man sich vorstellen kann und sowas von bekloppt, das glaubt keine Sau :-) Meine Liebste hat hier in unserem gemeinsamen Blog bereits über dieses Wochenende geschrieben und eigentlich kann ich dem nix hinzufügen, wir klebten, kuschelten, knutschten und kicherten uns das Hirn weg. Aber ich hab Euch schliesslich aufgefordert, Bier und Popcorn einzukaufen, also will ich da mal nicht so sein. Somit heisst’s: hinsetzen, losknabbern und mitreisen………

Flug ins Traumland

Der Hinflug war ziemlich unspektakulär, das einzig Erzählenswerte war die Tatsache, dass dieser Swissflieger eine neuere Version war in der alles mit kleinen Bildschirmen gefüllt war, auf denen man die Sicherheitsanweisungen präsentiert bekam. *Grumbel*, dabei hab ich mich so auf das Synchronballet gefreut, wenn die Stewardessen mit so lustigen Bewegungen zeigen, wo Notausgänge sind und wie man das Sauerstoffdings benützt. Ich war bitter enttäuscht, dass mir diese Vorführung verweigert wurde. Aber dafür wurden unterwegs ständig so Sachen in den Bildschirmen angezeigt. Mal zeigte es eine Landkarte, auf der ich sah, dass der Flieger in die falsche Richtung flog, was mich arg verunsicherte, dann wurden Zahlen eingeblendet, wie hoch oder wie schnell wir fliegen. Ey die waren mit 850 kmH unterwegs, kann man sich kaum vorstellen. Etwas schockiert war ich, als die mit dem Essen kamen. Käse-Sandwich mit sonst nix drin. Kein Salami, kein Senf, keine Majo, kein Meerrettich, keine Butter, einfach nix ausser dieser olle Käse – Mäuse-Futter *grumbel*. Der Grenzübertritt verlief problemlos, trotz meines nicht mehr zum Gesicht passenden Ausweises. Aber weil wir ne halbe Stunde Verspätung hatten, war nix mit dem kurzen Einkaufsbummel in Hannover und so zog ich denn gleich weiter Richtung Bremen.

Ankunft im Trallalla-Land

In Bremen angekommen, traf ich dann mein Süssding endlich wieder, nach zwei idiotischen Monaten, mann war das surreal. Juliet wollte mich nicht so recht knutschen, sie fürchtet rote Lippen wie der Teufel das Weihwasser, ich sag ja, die hat n’Knall. Wir fuhren dann zusammen mit nem Bummlerzug weiter nach Delmenhorst und spazierten in mein neues Zuhause. Unterwegs kauften wir uns dann die ersten Freundschaftsringe und ich fand noch n’Rudel Schmuck, der irgendwie mitwollte. Zuhause angekommen, zogen wir uns gemütliche Klamotten an, bauten das Sofa zum Sofabett um, holten Bier und Knabberzeug und schmissen uns in die Horizontale, wo wir dann den Rest des Weekends verbrachten. Als die Farbe mal aus meinem Gesicht war, wollte die Kleine dann doch plötzlich knutschen, ist echt n’wählerisches Mädel, aber ich hab mich nicht beschwert sondern eifrig mitgemacht :-)

Suppenlose Suppe und ein ganz seltsames Paar

Der Freitag gehörte dann ganz uns, wir hatten gar nix zu tun und genau das machten wir, den gaaaaanzen Tag lang. Rumliegen, dummes Zeug reden, Katzen streicheln, uns streicheln, knutschen (uns, nicht die Katzen), TV gucken, weiter rumliegen und so weiter. Irgendwann war dann Hunger angesagt und wir machten die langersehnte suppenlose Suppe, mit der mich Juliet schon im Februar zuerst geschockt und dann beglückt hat. Diesmal hatte die Suppe aber auch Suppe drin, was mich irgendwie verunsicherte, aber sie war trotz Flüssigkeit gut wie immer. Davon könnt ich eimerweise in mich reinhauen.

Doofes blabla mit Knutsch verziert

Irgendwie isses schon gut, dass uns an so Tagen niemand sieht, ich glaub man würde uns mittels “führsorgerischem Freiheitsentzug” in die Klapse stecken und uns ganz viele bunte Pillen geben. Man muss sich das in etwa so vorstellen. Wir liegen da und gucken beide in den TV. Plötzlich drehte eine von uns den Kopf, klatscht der Anderen einen fetten Knutscher auf die Schnute und dreht den Kopf sofort wieder weg. Meist kommt dann von der Anderen ein Kommentar im Stil von: “Du bist sooooooo dooooooof” oder “albernes Weib Du”, worauf Beide wie irr rumkichern, was wiederum mit einem Knutscher belohnt wird. Oder plötzlich dreht eine den Kopf, pustet der Anderen ins Gesicht und sagt dann: “Ich war das nicht”, worauf die Andere natürlich wieder im Stil von “doofe Nuss” antwortet. Das mag für Aussenstehende nicht wirklich nach grosser Liebe klingen, aber glaubt mir, bei uns Zweien ist das Ausdruck tiefster Liebe :-)

Vier Katzen im Knuddelrausch

Im Februar war Tequila, die weibliche Katze, schon anhänglich wie blöd. Die liess sich von Anfang an von mir streicheln bis ihr fast der Pelz abfiel, die kann wie wir Zwei einfach nie genug haben. Aber die männliche Katze (nicht Kater, männliche Katze), war meist in Juliets Schlafzimmer und machte auf Eremit. Zwischendurch kommt Baileys mal raus, jammert laut und mitleiderweckend rum und sobald man ihn anfasst, meckert er genauso entschieden und marschiert wieder davon. Aber diesmal war alles anders. Der Kerl, der biologisch ja eigentlich Mädel wäre, klebte von Freitag an an unserer Seite und liess sich manchmal die längste Zeit streicheln. Das Ding war wie ausgetauscht und wir Beide wussten nicht, woran das liegt. Aber das Bild war prächtig, vier Katzen auf nem Sofa und alle kleben aneinander. Ey soviel Hände haste gar nicht, um soviel Viecher gleichzeitig zu bestreicheln.

Diana hat jetzt ne Schwiegermama

Am Samstag kam dann Juliets Mama, ich lernte also meine Schwiegermama kennen. Ich hatte schon Einiges von ihr gehört und mochte sie allein schon von Juliets Schilderungen her. Sie wiederum hatte schon einige meiner Texte gelesen und schon über Einiges darin gekichert. Sie besuchte uns mit ihrem Freund zusammen und wir plapperten bis in alle Nacht zusammen und am andern Tag ging die Plauderei bis vier Uhr weiter. Nun, nachdem ich sie kenne, kann ich nur eines sagen, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch wenn niemand so verrückt ist wie Juliet (ausser mir), ist doch gut erkennbar, woher sie ihren Humor hat. Als ich beispielsweise mal die Hand auf Juliets Bein legte, guckte sie rüber und meinte mit ernstem Ton und Grinsen im Gesicht: “Ich hab das gesehen!”. Auch ihr Freund/Mann ist ist toller Kerl, wir hatten jedenfalls alle Viere viel Spass zusammen und das Gespräch ging nie aus. Von Beiden fühlte ich mich angenommen, für mich fühlte es sich an als wären wir eine kleine Familie – sind wir ja auch :-) Ich freu mich jedenfalls schon darauf, die Zwei wieder mal zu sehen, da gibts noch viel zu Plaudern und zu Kichern. Am Sonntag übergab ich ihr noch ein Exemplar meines Blogtagebuchs und kurz darauf verschwand die Gute in der Küche und es ward still. Bis auf gelegentliche Kichereien, die zeigten, dass sie sich prächtig mit dem Buch amüsierte. Sie kriegte dann auch noch eine Widmung ins Buch im Stil von: “Für Bärbel, die Mutter der süssesten und verrücktesten Frau der Welt. Deine Schwiegertochter Diana” :-)

Abschied nach Katzenart

Nachdem wir den Rest des Sonntags und den Montag durch dasselbe taten wie sonst, rumliegen, knuddeln, blödeln, kam langsam der Abend und wir mussten uns damit abfinden, dass diese wunderschöne Zeit bald endet. Was dann kam, war echt strange. Als wir so auf dem Sofa lagen, klebten irgendwann alle Drei an mir wie angegossen. Juliet im linken Arm, Tequila auf meinem Bauch und Baileys der Eremit zu meiner Rechten. Sicher ne Stunde lang. Die Miezen waren sowas von anhänglich, dass für mich offensichtlich war, dass die Vierbeiner genau spürten, dass ich bald gehen muss und sie wollten Tante Diana einfach geniessen. Es war mega schön, von drei so süssen Viechern umgeben zu sein, wir waren eine richtige kleine Familie.

Rückreise erster Akt

Am Dienstag morgen früh hiess es dann Abschied nehmen. Nach üppigen drei Stunden Schlaf kämpften wir uns in den Halbwachzustand, tranken wie das ganze Weekend Capucino, dann gings los mit duschen, Gesichtsverzierung u.s.w. Noch vor Sieben standen wir am Bahnhof, fuhren zusammen los und kurz danach stieg Juliet aus um ackern zu gehen. Ich fuhr weiter, schlief unterwegs mehrmals fast ein, schaffte es dann aber doch, den Flughafen tranceartig zu erreichen. Ich rechnete nicht mehr mit Spektakulärem, in wenigen Stunden würde ich wieder am ackern sein…… denkste!

Beim CheckIn wollte ich die Stiefel ausziehen, Reissverschlüsse piepsen schliesslich beim Scanner. Aber der Fachmann dort meinte, ich soll mit Schuhen durchlaufen, probieren geht ja über nachdenken. Also stöckelte ich da durch, der Scanner piepste wild drauf los, die Zoll-Rambos fuchtelten freudig rum und deuteten an, dass ich in den Genuss einer genaueren Kontrolle komme. Jaja probieren, wer kennt meine Schuhe wohl besser, ich oder der Zollmensch? Jungs *grumbel*. Aber das Beglückende und für mich Überraschende war, dass mich die Zolljungs direkt zum Zollmädel fuchtelten. Es schien, als ob da niemand auch nur im Traum daran gedacht hat, ich wär n’Fall für die Jungs. Das brachte mich natürlich wieder zum Strahlen. Die Zöllnerin scannte mich dann mit so nem Dildo äh Scanerstab, betatschte mich ein bisschen (dieses Luder) und ich verbiss mir einen Kommentar im Stil von: “ey pass auf Süsse, ich steh auf Mädels” oder “ey anfassen darf nur mein Süssding, pass auf sonst kriegste von ihr auf die Mütze”. Dann kommte ich ans Gate, ich war also sogut wie zuhause.

Als wir einstiegen, bemerkte ich als Erstes, dass die keine Bildschirme haben, ich würde also wieder ne Synchron-Ballett-Vorführung kriegen. Die begann dann auch und ich hatte wieder einen Mordsspass, ich hätt am liebsten mitgemacht. Der Motor der Maschine lief bereits, die Kiste rollte schon vom Gate weg, als er plötzlich wieder anhielt und kurz darauf der Pilot mitteilte, irgend ein Elektronik-Kram sei ausgestiegen und wir müssten jetzt dasselbe tun. Er fuhr uns zurück ans Gate, wir wurden rausgeschmissen und durften uns in einer 3-Stunden-Kolonne beim Swiss Schalter um neue Tickets bemühen. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, da ich diese Weekendverlängerung mit kompensierten Stunden bewerkstelligte und keine Lust hatte auf künstliche Verlängerungen. Aber irgend was diebisches in mir begann sich zu freuen darüber, denn falls die keinen Ersatzflug haben, kann ich wieder zu Juliet zurück. Jauuuuhhhh, als ich nach ner Stunde endlich am Schalter stand und mir die Dame erklärte, sie hätte nur noch n’Flug mit Umsteigen in München, war bei mir der Ofen aus. Ein paar Stunden in Hannover rumstehen, nach München fliegen, umsteigen um dann des Nachts anzukommen, neeeee, ich geh zu Schatzi zurück. Und so buchte ich für den nächsten Morgen zur selben Zeit einen Flug und wuselte wieder im Retourgang Richtung Delmenhorst.

Back again

Sieben Stunden nachdem ich in Delmenhorst abgefahren war, kam ich dort wieder an, was sich irgendwie ziemlich sinnentleert anfühlte. Aber ich hatte eine Riesenfreude, ich war wieder zuhause. Irgendwann kam ein SMS von Juliet, in dem sie fragte, ob ich gut geflogen sei. Ich rief zurück und fragte wo sie grad wäre. Sie sagte, sie sei in Bremen, worauf ich mit diebischem Grinsen im Gesicht sagte: “Da bin ich eins weiter, ich bin schon in Delmenhorst”. Ich hätt ein Königreich gegeben wenn ich ihr Gesicht hätte sehen können, das muss einfach zu bekloppt ausgesehen haben. Jedenfalls wartete ich dann auf sie, haute mir noch zwei Chili-Burger rein und so gings dann einmal mehr zu ihr nachhause.

Schlafende Zweisamkeit

Zuhause angekommen, hauten wir uns erst ne Menge Frikadellen und Gurkensalat rein und schon schlief Dianchen seelig auf dem Sofa. So richtig viel hatten wir nicht mehr von einander, die meiste Zeit pennten wir oder zumindest eine von uns. Aber trotzdem war es schön, jede Minute ist schön, in der wir uns haben. Und dann geschah das Wunder, wir gingen um halb Eins ins Bett. Ne das Wunder ist nicht die Zeit, es war das erste Mal, dass wir nicht auf dem Sofa schliefen. Aber irgendwie hab ich mich so ans Sofa gewöhnt, ich glaub dort gefällts mir definitiv besser. Am frühen Morgen wurden wir dann wach geklingelt und ich fühlte mich wie in ner Zeitmaschine – hatten wir das nicht schonmal? Juliet begleitete mich an den Bahnhof, ich stieg wieder in denselben Zug ein, fuhr wieder halbschlafenderweise zum Flughafen – echt, das fühlte sich total schräg an und ich fragte mich echt, ob ich da vielleicht in ner Zeitschleife hängen geblieben bin und das nun für immer so weiter geht. Wär ja schon cool, Juliet täglich zu sehen, aber diese Rumfahrerei ist echt die Hölle.

Rückreise zweiter Akt

Wieder am Flughafen angelangt, ging der Rest dann weiter wie es sollte. CheckIn (diesmal ohne Stiefel, ich fall nicht zweimal auf denselben Trick rein), Synchron-Ballett, Heimflug, schon wieder Käse-Sandwich mit nix sonst drin und so war ich dann um ein Uhr im Geschäft und los gings mit Ackern.

An diesem Wochenende kam’s übrigens zu einer Reihe von Identitäts-Problemchen, aber darüber berichte ich in einem separaten Beitrag, einerseits aus thematischen Gründen und anderseits, weil Euch wohl langsam das PopCorn ausgeht :-)

Langer Rede kurzer Sinn, es war ein abenteuerliches Wochenende, voll von Liebe, Zärtlichkeit und gaaanz viel Lustigkeiten. Nun heisst’s wieder Tage zählen, vielleicht klappts ja am 1. Mai das nächste Mal. Ich vermiss Juliet jedenfalls jetzt schon wieder :-)

Identitäts-Notstand der berauschenden Art

Vor einem Jahr war ich mich gewohnt, dass die Leute mich ansehen als käm ich von nem anderen Stern und über ihren Köpfen tauchten Sprechblasen auf, auf denen stand: “warum in aller Welt zieht sich der Kerl wie n’Mädel an?“. Klar nahm ich an, dass sich das mit der Zeit bessern würde, aber ich ging doch davon aus, dass ich im Grossen und Ganzen für die Welt für immer ein “Mann in Frauenkleidern” sein werde. Und der Blick in den lügenden Spiegel bestätigte das auch immer, nachwievor seh ich im Spiegel die Fratze meiner Vergangenheit.

In den letzten Monaten war der Spiegel etwas netter zu mir und ich begann wahrzunehmen, dass sich da doch sehr viel getan hat. Wie es scheint, mehr als ich selbst sehen kann. Zumindest Leute die mich nicht kennen, reagieren meist gar nicht mehr auf mein Auftauchen. Wenn ich überhaupt noch angesehen werde, dann am ehsten von Jungs die sich an meinen Beinchen erfreuen oder Mädels die sich fragen woher ich diese Klamotten hab. Unterdessen ist es eine Minderheit, die diesen Ui-eine-Transe-Blick aufsetzen. Wie gross der Unterschied zu früher scheinbar ist, wurde mir aber erst jetzt so richtig klar, nachdem ich in einer Serie von Ereignissen in einen Identitäts-Notstand geriet.

Begonnen hat es letzte Woche, als ich meine Bücher auf der Post abholte. Als ich den Ausweis hinlegte, war die Dame sichtlich verwirrt und sagte sinngemäss: “Das sind aber gar nicht Sie auf dem Foto”. Ich freute mich wie doof darüber, ging aber davon aus, dass dies eher eine Ausnahme sei. Aber dieses Wochenende wurde ich eines Besseren belehrt. Auf dem Hinweg lief soweit alles gut, aber auf meinen zwei Rückwegen gabs gleich mehrere Situationen, die mir zeigten, dass ich nicht mehr als das erkennbar war, was ich einst scheinbar war.

  • Zuerst war diese Sache mit dem Scanner beim Checkin. Weil meine Stiefel piepsten, wurde ich von Hand gecheckt und man verwies mich in einer Selbstverständlichkeit an eine Zöllnerin. Ich hatte sogar den Eindruck, dass sie nicht mal nach dem Abtasten bemerkte, dass bei dem Mädel etwas anders ist.
  • Als dann das Flugzeug nicht starten konnte und wir wieder aussteigen und neue Flüge buchen mussten, legte ich den Ausweis hin, worauf die Dame etwas verwirrt dreinguckte und dann sagte: “Ah sie buchen nicht für sich selbst?”.
  • Beim Gate angekommen, guckte die Dame die Bording-Karte an, sah dass dort “Mr.” stand, guckte mich verwirrt an und wollte einen Ausweis sehen. Dann schien es ihr zu dämmern, was da abgeht und ich konnte einsteigen. Aber zuerst war ihr völlig unklar, weshalb da ein Mädel mit nem Ticket für n’Herrn einsteigen will.
  • Wieder in der Schweiz angekommen, kam ich im Zug in ne Ticket-Kontrolle, zeigte meine Bahnkarte, der guckte ebenfalls verwirrt aus der Wäsche und meinte dann: “Aber das ist nicht ihre Karte, oder?” und guckte mich wieder an.

Ich hatte den Eindruck, dass mich in all diesen Situationen nur meine Stimme “gerettet” hat. Dass ich ein “Herr” sein soll oder mit dem Bild auf dem Ausweis was zu tun habe, glaubten sie im ersten Moment nicht. Nur die Stimme löste das Rätsel auf und ich war ehrlich gesagt froh drum, nicht weitere Erklärungen abgeben zu müssen.

Bemerkenswert daran sind drei Dinge:

  1. scheine ich von Vielen wirklich als Frau wahrgenommen zu werden, scheinbar sogar so sehr, dass sie die Welt nicht mehr verstehen, wenn dann z.B. “Mr.” auf der Karte steht.
  2. hat sich mein Äusseres offenbar so stark verändert, dass man mir nicht mehr abnimmt, dass ich dieselbe Person bin, wie die, die in diesem Ausweis abgebildet ist.
  3. hat sich mein Selbstbewusstsein schon so stabilisiert, dass ich in all den Situationen nicht im Geringsten irritiert bin sondern mich eher über die Situationskomik amüsiere. Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte ich Angstzustände gekriegt, heute begegne ich so Situationen mit einem selbstbewussten Lächeln und denke: “Ja Du siehst richtig, vor Dir steht eine transsexuelle Frau, so what?”.

Die Normalität des Aussergewöhnlichen ist etwas unbeschreiblich Schönes.

Macht der Worte – Die Metapher

Und weiter geht’s zum Thema Macht der Worte……. Worte sind mehr als aneinandergereihte Buchstaben, sie portieren Bilder und geben so die Möglichkeit, sogar Gefühle verbal auszudrücken. Aber es gibt auch Gefühle oder Beschreibungen, die sich mit keinem Wort adäquat umschreiben lassen, es sind sozusagen unaussprechliche Dinge. Um das auszudrücken, was nicht in Worte gefasst werden kann, gibt es oft nur noch einen Weg: die Metapher, die Königin der Sprachgewalt.

Metaphorische Vergleiche und Gleichnisse gehören zu unserer Alltagssprache. Man hat Hunger wie ein Bär oder ist stark wie ein Bär. Es ist eis-kalt oder heiss wie in der Hölle. Er ist ein Wolf im Schafspelz oder eine diebische Elster. Man geht durch die Hölle, wenn man unsagbar Schlimmes erlebt.

Die Kunst der Verwendung von Metaphern liegt darin, dass man etwas das kaum zu verstehen ist, in bildhafter Sprache auf eine andere Ebene transportiert, in der die Erzählung vom Zuhörer verstanden wird, damit der Zuhörer selbst die Erkenntnisse dann zurücktransportieren kann zum ursprünglichen Thema.

Jesus von Nazareth war ein Meister im Ungang mit metaphorischen Erzählungen. Das ist soweit kein Wunder, die hebräische Sprache ist an sich schon sehr bildhaft und die jüdische Erzählweise ist seit je her eine sehr metaphorische Schilderung.

Wie will man den Wert des “Reiches Gottes” mit menschlichen Worten beschreiben? Es ist, sprach der Nazarener, wie wenn jemand einen Schatz in einem Acker findet. Er verkauft all sein Hab und Gut um diesen Acker zu kaufen. Er gibt alles hin für dieses Eine. Dann, wenn der Acker ihm gehört, kann er den versteckten Schatz ausgraben und er gehört ihm. Jeder versteht, wie wertvoll ein Schatz ist, dass man ihn kaum findet und wenn man ihn findet, dass man alles daran geben würde, ihn zu bergen.

Auch in der Moderne gibt es Menschen, die Metaphern in höchster Vollendung verwenden und so Dinge ausdrücken können, die eigentlich nicht in Worte gefasst werden können. Einer der genialsten Metapher-Akrobaten ist Tilo Wolff, der Mann hinter der Band Lacrimosa. Seine Texte sind wie bei Gothic Musik üblich meist düster, melancholisch und traurig. Wenn er beispielsweise singt, dass sein Leben ist wie eine Flamme im Wind, dann spürt man wie verletzlich er ist. Oder wenn er im Lied “Einsamkeit” singt: “Zerfallen in tausend Stücke, krieche ich in tausend Richtungen”, lässt sich die Zerrissenheit schon fast schmerzhaft mitfühlen.

Einer meiner ersten Blogbeiträge hiess “Die verbeulte Kugel“, den Text habe ich vor Jahren geschrieben. Er ist genau so ein metaphorisches Bild. Es lässt sich nicht ableiten, was genau damit gemeint ist, wer oder was diese Kugel verbeult hat, aber man spürt wie sich diese verbeulte Kugel fühlt. So drückt der Text etwas aus, was ich bis heute nicht in Worte fassen könnte, was ich nicht erklären kann und doch kann man es so erfühlen. Das ist die Metapher, die das Unaussprechliche ausdrückt.

Und noch ein Blog: News Transsexualität

Bloggen macht irgendwie süchtig, wenn man mal damit anfängt, hört man nie wieder auf. So habe ich kürzlich ein Satire-News Blog eröffnet, das jedoch aufgrund mangelnder Zeit und überbordender Telefoniererei mit meiner Süssen zu kurz kommt und ausserdem habe ich mit Ebendieser noch ein gemeinsames Blog eröffnet, das Duo Infernale, in dem wir nebst unsinnigem Blabla auch von uns erzählen werden.

Aber das kann ja nicht alles gewesen sein, oder? Isses auch nicht, denn nun geht’s mit dem nächsten Blog weiter, das sich schlicht “News Transsexualität” nennt. Das soll keine grosse Geschichte werden, ich werde dort einfach bei entsprechenden Gelegenheiten News veröffentlichen, die irgendwie mit dem Thema Transsexualität zu tun haben. Das werden keine epischen Hintergrundberichte sein und es wird auch frei von Humor sein (ja ich kann das) sondern einfach Fakten liefern, die unsereiner interessieren.

Der Grund, weshalb ich mich in mehrere Blogs verzettle, hat vorallem damit zu tun, dass dieses hier vorallem mein Tagebuch sein soll und ich den Umfang dieses Tagebuchs ein Grenzen halten möchte. Das ist für StammleserInnen zwar etwas mühsamer, weil man so an verschiedenen Orten nachlesen muss, aber etwas Ordnung muss sein ;-)

Bisher hat’s in diesem neuen News-Blog erst wenige Beiträge und einige davon sind Kopien solcher Beiträge, die ich hier veröffentlich habe.

Endlich – mein erstes Ballkleid

Jauuuuhhhhh, wie lange habe ich von sowas geträumt und nun hab ich endlich eins bestellt, ein richtiges Ballkleid. Ok ich hab keine Ahnung, zu was für einem Anlass ich so ein Kleid anziehen könnte, aber was solls.

Heute hab ich mal wieder zufällig in die deutsche Meisterschaft des Show-Tanzens reingeschaut, war wieder hin und weg wegen diesen wunderschönen Kleidern und da wars aus mit mir. Also ab ins Internet und suchen bis man findet. Und man glaubt’s kaum, dieses unglaubliche Kleid kostet lausige 35 Euro. Naja, die Qualität wird entsprechend bescheiden sein und ob die Grösse wirklich passt bleibt zu hoffen und ob ich überhaupt was krieg oder über den Tisch gezogen werde ist ebenfalls unklar. Aber no risk no fun, für so ein Kleid würd ich töten, also her damit :-)

Uiiiiii wenn mir das wirklich steht, glaubt mir, ich werd’s anziehen, notfalls ins Pub, mag man mich für noch so verrückt halten :-))) Hmmmm, so ganz unter uns, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mir das Teil steht, ich hab weder das Decolté noch die Tailie dazu…….. aber was solls, wie Juliet heute am Telefon sagte, egal ob man’s braucht, hauptsache man hat’s….. ich muss echt völlig bescheuert sein :o)

Zerbrochene Töpfe rinnen ewig

Und so geschehen –
es gibt kein zurück – was bleibt ist Schweigen
Und es bleibt der Verlust, gefolgt von Schmerz
Der Welt war sie eine Lichtgestalt – Doch nur für mich
war sie mein schlagendes Herz in meiner Brust
Doch an diesem Tag und an jenem Ort
Es brach der Stolz und so ihr Herz.

Heute – streif ich durch die Wälder, zurück in’s Tal
Heute – zieh’ ich durch die Schluchten, ziellos – rastlos
Heute – zieh’ ich Durch die Dörfer, ihr Bild in mir,
Heute brennen ihre Tränen, so trinke ich von ihr.
Hier bin ich Mensch – und ich küsse meine Sehnsucht wach
Hier bin ich fremd – und ich küsse meine Sehnsucht wach

Doch viel tiefer – tiefer als die Sehnsucht
Dort versteckt sie ihr Leben vor der Welt
Kraftlos zitternd – die Hände ausgestreckt
Blutbefleckt und verstümmelt ist ihr Leib

(Lacrimosa – Die Schreie sind verstummt)

Gestern hat’s mal wieder heftig gekachelt in mir drin. Wie so oft wenn das passiert, war der Auslöser relativ unspektakulär, die Wirkung dafür umso heftiger. Auf VOX kam eine Dokumentation “Stern TV Reportage: Früher Tim, heute Kim“. Ich kannte die Doku und erst Recht das Mädel um das es ging, Kim Petras. Sie hatte das grosse Glück, dass sie von klein an für sich einzustehen vermochte und man sie so ernst nahm, dass sie noch vor der Pupertät die Hormonbehandlung beginnen konnte und schon im Jugendalter die geschlechtsangleichende Operation hatte.

Das war auch der Punkt, an dem ich zerscherbelte, als der Satz fiel: “Als erstes bekam sie Hormone, um die Pupertät zu verhindern”…… und dann floss es in Strömen aus mir heraus. Das ist der grosse Fluch unseres Lebens, dass fast alle transsexuellen Frauen die Pupertät durchmachten, den Stimmbruch bekamen, der Bartwuchs begann und das Testosteron wie Säure unaufhaltsam den Körper veränderte. Ein Zurück gibt es nicht, niemals. Was in dieser Zeit zerstört wird, bleibt für immer zerstört, allem voran die Stimmbänder, die irreversibel vermännlicht werden.

Die Reportage ging weiter, man sah Kim tanzen, hörte sie mit zierlicher Stimme singen, vernahm ihr glückliches Lachen, da war einfach nichts, das auch nur im Ansatz ahnen liess, dass sie einst einen männlichen Körper hatte. Ich freute mich unsäglich für sie und noch mehr freute ich mich, dass so ein tolles Mädel der Welt ein anderes Bild von transsexuellen Frauen präsentiert. Doch genauso unsäglich schmerzhaft war der Gedanke, dass mir all das versagt bleibt. Was damals in der Pupertät kaputt ging, wird für immer so bleiben. Die Hormone können den Schaden zwar etwas glätten, aber ich werde nie diese eindeutige Weiblichkeit einer Kim Petras haben und werde nie so singen können – etwas was seit frühster Kindheit mein Traum gewesen wäre.

Heute kann ich immerhin als mich selbst leben, das ist ein grosser Trost, aber es ist keine Entschädigung und kein Ersatz. Ich erinnerte mich zurück daran, wie feminim ich vor der Pupertät ausgesehen habe und es zerreisst mich beim Gedanken, wieviel davon hätte erhalten bleiben können, wenn dieses Hormon nicht alles demoliert hätte.

Mit so Momenten müssen wir leben, weil uns solche Gedanken und Erinnerungen verfolgen wie unser eigener Schatten. Die Trauer um den Tod dessen, was nie wirklich zum Leben kam, ist etwas, womit man sich wohl nie wirklich abfinden kann. In so Momenten fühle ich mich als würde ich an meinem eigenen Grab stehen und trauern um mein eigenes Ich, das nie leben konnte und nie leben wird, jedenfalls nicht in dieser allumfassenden Ganzheit, die für Andere so selbstverständlich ist. Was mir bleibt ist ein Abbild meinerselbst, immerhin etwas, eigentlich sogar sehr viel, aber eben nicht das, was ein wahres Leben wäre.

Und was auch bleibt ist die Renitenz, aus den übriggebliebenen Scherben wieder ein Gefäss zu machen, das zwar nie ganz sein wird, ewig rinnen wird, aber das wenigstens ein bisschen Leben in sich aufnehmen kann…… und der unbeugsame Wille, alles aus dem Leben herauszuholen, was noch herauszuholen ist…….. und dank Juliet ist das jetzt schon mehr, viel mehr, als ich je erhofft hätte – weil ich erstmals als Frau geliebt werde :-)

Doch mein Durst ist nicht gestillt
Mein Durst ist nie gestillt
Aufsteigen werde ich erneut
Schon bald aus dem Wasser treten
Den Wind und die Wellen erlegen
Und mir nehmen wonach meine Seele schreit

(Lacrimosa – Vermächtnis der Sonne)

PS: Diesen Samstag um 13:30 kommt die Wiederholung auf VOX
PPS: seit gestern sind rund 500 Leute in meinem Blog gelandet wegen der Sendung
PPPS: ich hab mir heute über Mittag ein mega schönes Kleid bestellt, mein Durst ist wie gesagt nie gestillt :-)

Online-Petition gegen DSM-V: Transsexualität ist keine psychische Krankheit!

Vor einiger Zeit habe ich hier darüber berichtet, dass die amerikanische Psychiatriesekte APA (American Psychiatric Association) im Entwurf der neuen Diagnoserichtlinien (DSM-V) Transsexualität weiterhin als psychische Störung auflistet, in derselben Rubrik wie beispielsweise Pädophilie, obwohl diese These mitterweile wissenschaftlich widerlegt ist und bewiesen wurde, dass Transsexualität biologische Ursachen hat.

Nun wurde auf ‘thepetitionsite’ eine Online-Petition lanciert, in der man sich gegen diese Psychopathologisierung aussprechen kann. Ich bitte die LeserInnen, diese Petition zu unterzeichnen, weiterzuverbreiten und vorallem diejenigen, die im Internet aktiv sind (BloggerInnen u.s.w.) diese Petition entsprechend publik zu machen. Zugegeben, so eine Petition hat keinen direkten Einfluss, erst Recht nicht auf die offenbar faktenresistente APA, aber es scheint mir wichtig, dass wenigstens ein Zeichen gesetzt wird.

Die Petitionsunterzeichner fordern, dass Transsexualität (ehemals gender-identity-disorder), die im DSM-V nun als “gender incongruence” verzeichnet ist, mit folgendem Text ergänzt wird:

Gender incongruence, regardless of its etiology or how it is experienced by any person, shall in no way be considered a psychopathology, mental illness or mental disorder. Gender incongruence may, however, be the focus of significant clinical interest and attention.

Kern dieses Zusatzes bedeutet etwas frei übersetzt: Geschlechts-Inkontruenz soll keinesfalls als Psychopathologie, psychische Krankheit oder psychischen Störung betrachtet werden.

Der ganze Petitionstext lautet wie folgt:

We the undersigned,
BELIEVE THAT TRANSSEXUALISM AND SIMILAR CONDITIONS ARE NOT MENTAL ILLNESS, and therefore we call for decisive action:

We recommend that to the diagnosis/criteria pages of provisional DSM-5 diagnostic categories:
302.85–”Gender Incongruence (in Adolescents or Adults)” and
302.6 –”Gender Incongruence (in Children)”
the statement shown below shall be added:

” Gender incongruence, regardless of its etiology or how it is experienced by any person, shall in no way be considered a psychopathology, mental illness or mental disorder. Gender incongruence may, however, be the focus of significant clinical interest and attention.”

We further request that the APA Board of Trustees endorse the above within an official policy statement, at least on an interim basis pending DSM-5 publication.

We ask this in order to explicitly and unambiguously call for medical treatment of transpeople to be on a basis of an overarching aim of promoting health though assessment and treatment on a somatic basis. We believe that somatic treatments of gender incongruent people, with informed consent, have an excellent track record of success and patient satisfaction whereas psychotherapeutic treatments (alone) do not.

In support of these requests we note that:-

1. Current and former gender variant persons, their families and friends, and health care providers worldwide increasingly and publicly call for the depathologization of transsexualism and gender variance as mental illnesses.

2. Recently, the APA Sexual and Gender Identity Workgroup ” … clearly indicated their rejection of the Gender Identity Disorder term because, in their view, [such pathologization] contributes to the stigmatization …”.

3. The presently proposed revisions to DSM-5 do not nearly go far enough in removing the stigma unjustly associated with gender variance.

Mehr zum Thema DSM-V:
Diana: Psychopathologisierung von Transsexuellen geht weiter
ATME – Ausweitung der Pathologisierung verhindern
BadHairDays-Blog: DSM-V Entwurf
Questioning Transphobia: DSM-V Draft
Cuban Multidisciplinary Society for Sexuality Studies: Statement on depathologisation of transsexualism

Entwurf DSM-V 302.85 Gender Identity Disorder in Adolescents or Adults
Entwurf DSM-V 302.6 Gender Identity Disorder in Children

  • Die Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen führt zu Stigmatisierung!
  • Stigmatisierung führt zu Transphobie!
  • Transphobie tötet!

Das nächste Blog: Fragen und Antworten

Seit ich mein Blog hier führe, bekomme ich immer wieder Anfragen via Mail von Betroffenen, die irgendwelche Ratschläge brauchen, am häufigsten tauchen Fragen zum Thema Hormontherapie auf.

Da ich nun gewisse Fragen mehrmals beantwortet habe, hat mich das auf die Idee gebracht, eine Frage-Ecke einzurichten. Und weil ich so einen Mordsspass habe, neue Blogs einzurichten, habe ich genau dies getan und ein neues Blog eröffnet.

Dort werde ich einerseits aus eigener Initiative gelegentlich Themen abarbeiten, von denen ich denke, dass sie für Betroffene wichtig sein könnten. Wichtigster Teil davon ist jedoch ein Kontaktformular oben rechts, in dem man Fragen stellen kann. Diese werde ich dann soweit es mir möglich ist in einem Blogbeitrag beantworten. Gerade in der Anfagszeit einer Transition steht man vor unheimlich vielen Problemen und Fragen und weiss kaum an wen man sich wenden soll. Das hier soll nun eine Art Anlaufstelle sein.

Dieses neue Frage-Blog hat bisher erst ein paar wenige Beiträge drin und ist auch sonst noch im Aufbaustadium, aber weil es bereits Artikel drin hat, die Betroffene interessieren könnten, schalte ich es nun offiziell online. Wer also Fragen hat oder Tipps braucht, soll sich hierhin wenden:
Transsexuell? Fragen?

DSDS – Mediale Hinrichtung und der Neid der Besitzlosen

Das Finale von DSDS (Deutschland sucht den Superstar) war ein unvergleichliches Beispiel für die Macht der Medien und es war ein kaum zu überbietendes Exempel menschlicher Kleingeistigkeit. Was hier ablief, war eine mediale und zwischenmenschliche Hinrichtung, die den Akteuren eigentlich die Schamröte ins Gesicht katapultieren müsste.

Zugegeben, Mehrzad Marashi hatte die beste Stimme von Allen und er lieferte die perfektesten Auftritte, mit einer Zuverlässigkeit, die an ein Uhrwerk erinnert. Ebenfalls zugegeben, ich war von Anfang an Fan von Menowin Fröhlich. Aber Beides ändert nichts daran, dass man objektiv zugeben muss, dass hier eine riesige Schweinerei vollzogen wurde, von blutgierigen Medien und neidischen Mitstreitern. Ich erlaube mir so ein Urteil, seit Jahren sehe ich solche Talentshows und habe ein Auge für Gewinner. Seit Beginn der Mottoshows, als die besten 30 aus 30000 Bewerbern feststanden, prophezeite ich, dass es zu einem Kampf der Giganten kommen würde im Finale, zwischen Mehrzad, dem Mann mit der genialsten Stimme der Staffel und Menowin, dem Mann mit den tiefsten und authentischsten Gefühlen. Ein Kampf, Perfektion gegen Emotion. Für mich spielte es keine grosse Rolle wer gewinnt, beide hätten es verdient, aber nicht auf diese Weise.

Von Anfang an war Menowin, der von den Medien liebevoll als Ex-Knasti karikaturiert wurde, der Liebling des Publikums. Der Saal tobte wenn er auch nur Pieps sagte und die Telefonabstimmungen waren deutlich auf seiner Seite, er hatte doppelt soviele Stimmen wie sein Konkurent Mehrzad.

Aber Medien möchten einen Mr. Nice Guy, einen immer lächelnden Gewinner, mit dem man nette Bildchen machen kann, süss-romantische Reportagen bringen kann, ein Bad-Gay wie Menowin passt nicht ins Konzept, so einer ist für Skandale zu gebrauchen aber nicht für die Rekrutierung süssigkeitsliebender Fans. Und weil vorallem Primitivmedien, allgemein auch als Boulevardmedien benannt, fürs Leben gern auf Klischees rumhacken und gern mal Randständige in Schutt und Asche legen, begannen sie eine Kampagne gegen Menowin, die sich gewaschen hatte.

Von Woche zu Woche türmten sich Skandale rund um Menowin. Er soll seiner Ex-Frau kein Geld zahlen, würde die Kinder vernachlässigen, sei der böse Mensch in der Kandidatengruppe. Finale: Gut und Böse, titelte beispielsweise der Blick, geschrieben von einer ebenfalls neiderfüllten Ex-Konkurentin, Bild und Konsorten liefen die gleiche Schiene. Aber all die Schlammspritzereien ändern nichts daran, dass Menowin Publikumsliebling blieb, er verlor zwar einige Stimmen, war Mehrzad aber nachwievor haushoch überlegen.

Ich hoffe hoffe hoffe, dass er (Mehrzad Marashi) das Rennen macht. Und ich werde alle alle meine Fans mobilisieren und mit Kim noch mal sprechen, dass die ihre mobilisiert und Checker seine mobilisiert, dass der echt, dass der den Durchmarsch macht.
(Manuel Hoffmann – talentfreier Neidhammel und Intrigant)

Doch dann bekamen die Medien Schützenhilfe. Manuel Hoffmann, einer der zuletzt ausgeschiedenen Kanidaten, verkündetet öffentlich, dass er sich mit anderen Ex-Konkurenten zusammenschliessen will, damit sie ihre Fans dazu aufrufen, ihre Stimme Mehrzad zu geben, um Menowin zu bodigen. Der Neid der Besitzlosen drückte durch, ausgerechnet die zwei Kandidaten, die keinerlei Talent aufwiesen und vom Talent her nicht mal in den Top 30 hätten sein dürfen, trieften vor Neid und Missgunst, gegen diesen bösen bösen Menowin, der in jeder Sendung die Herzen des ganzen Saales an sich riss. Es muss unerträglich sein, wenn man selber kein Talent hat und dann so ein Ex-Knasti kommt, der die ganze Halle in seinen Bann zieht.

Aber auch das reichte noch nicht ganz, im letzten Moment ging bei der Polizei eine ANONYME Anzeige ein gegen Menowin, er hätte Kokain ins DSDS Haus geschmuggelt und sei dort als Dealer tätig gewesen. Diese Anzeige kann nur von Teilnehmern kommen, weil nur diese als vermeintliche Zeugen fungieren konnten. Wie schon die vorherigen Vorwürfe der Vernachlässigung seiner Frau und seiner Kinder, blieben auch diese Anwürfe frei von Beweisen und der Angeklagte kam nie in den Medien zu Wort. Er war verurteilt und sollte hingerichtet werden, von neidischen Verlierern und einer blutggierigen Medienmeute. Die Quoten sprechen für sich, die Stimmprozente in den Mottoshows lagen wie folgt (Menowin/Mehrzad):
36,2 / 9,2
26,0 / 18,7
42,6 / 14,0
27,8 / 21,9
27,3 / 18,4
35,9 / 24,2
38,6 / 37,7
56,4 / 43,6
Wie gesagt, ich habe die Sendungen genau verfolgt, weder wurde Mehrzad besser noch Menowin schlechter, es war und blieb ein Kampf zwischen Perfektion und Emtionalität. Der grosse Wechsel kam, als Mehrzad Checkers Stimmen bekam, dann bekam er Manuels Stimmen noch und sicherheitshalber wurde dann noch die Koks-Geschichte gebracht, das war das Ende des Publikumslieblings.

Aber das wird kaum das Ende sein für Menowin, er ist ein atemberaubender Bühnenstürmer und wenn er sich jetzt nicht unterkriegen lässt durch diese Schweinerei, wird er früher oder später Erfolg haben, weil er die Stimme des Volkes repräsentiert und weil er echte Emotionen liefert und Menschen tief berührt, nicht weil er so eine perfekte Stimme hat oder immer perfekte Auftritte liefert sondern weil er mit seinem Herzen singt.

Dieses Ereignis ist ein grandioses Beispiel dafür, welche Macht Medien mit ihrem Kampagnenjournalismus haben und welche Macht kleingeistige Neider haben, wenn sie sich im Rudel der Verlierer vereinen. Mehrzad hat gewonnen, aber nicht weil er Deutschlands Superstar ist sondern weil sein Gegner Opfer wurde einer infamen und neidgetriebenen Hinrichtung. Und dieses Ereignis zeigt einmal mehr, dass man Medien endlich an die Leine nehmen muss und sie dazu zwingen muss, ihren eigenen Pressekodex einzuhalten.

Menowin Fröhlich:
If you don’t know me by now
Billy Jean
We are the world

Logopädisches und audivisuelles Radikal-Passing

In letzter Zeit krieg ich immer öfters Komplimente und ich brauch glaub nicht zu betonen, wie gut mir das tut :-) Aber was ich gestern anlässlich meines letzten Logopädie-Termins zu hören bekam, schlägt einfach alles.

Vor einem Monat hat meine Logopädin von mir ein Video gemacht, damit ich mich mal sehen und hören kann, wie hier zu lesen war. Das allein war schon ein selbstbewusstseinsstärkendes Ding.

Sie fragte mich dann, ob sie dieses Video verwenden dürfe, sie hätte bald mal einen Vortrag vor Studenten oder sowas. Ich stimmte zu und bekam gestern den Bericht davon.

Da war ein Schulzimmer mit rund zwanzig Studis gefüllt. In Grossformat an die Wand projeziert sass da Dianchen auf dem Stuhl und plauderte über ne Minute lang aus dem Nähkästchen. Darauf fragte meine Logopädin, weshalb diese Person wohl bei ihr in Behandlung sei. Ich hätte erwartet, dass nun zwanzig Leute wie von der Tarantel gebissen vom Stuhl hüpfen und “Transe” kreischen. Denkste! Eine längere Diskussion entstand, grosse Ratlosigkeit, mehrere fehlgeschlagene Ratereien, diverse Halskrankheiten und Stimmprobleme wurden vorgeschlagen…… Erst nach längerer Zeit fragte eine der Studentinnen, ob es sich hier eventuell um eine transsexuelle Frau handeln könnte. Boah!

Ich steh ja nachwievor irgendwie unter dieser Angst, dass über mir ein Schild schwebt auf dem in grossen Lettern “Kerl im Rock” steht. Dass mich zwanzig Leute über eine Minute lang anstarren, wie ich aussehe, mich bewege und dazu auch noch spreche und dabei nicht auf die Idee kommen, ich könnte diese kleine Irritation im Schoss haben, das hätte ich echt nie, wirklich nie erwartet.

Und das macht mich unbeschreiblich glücklich und stolz. Nicht, dass ich der Welt etwas vormachen möchte. Ich bin eine transsexuelle Frau, dazu stehe ich und das darf man auch erkennen. Aber das Leben eines T-Girls ist nunmal viel viel leichter, wenn man nicht ständig angegafft wird und Vorurteile wie unsichtbare Sprechblasen über den Köpfen der Menschen hängen. Ich bin wirklich angekommen, ich werde langsam aber sicher als das angesehen, was ich wirklich bin :-)

In letzter Zeit ist mir das öfters aufgefallen, dass ich irgendwie nicht mehr auffalle. Auf dem Heimweg war ich noch in ein paar Läden und hatte mehrere Kurzdialoge im Stil von: “Soll ich es Ihnen einpacken?”, “Nein das geht schon, danke”……. noch vor wenigen Monaten führte meine Antwort zu Schockwellen im Körper meines Gegenübers. Verkäuferinnen analysieren ihre Kundinnen ja nicht wie ein Flughafenscanner, ein kurzer Blick, ab in die Schublade, aha wieder ein Mädel das Augenmakeupentferner kauft. Unzählige Male erlebte ich, dass diese Leute spätestens beim Erklingen meiner Stimme zusammenzuckten und mich überrascht anstarrten, ey das ist ja ein Kerl, stand in grossen Lettern in ihren Augen. Aber in letzter Zeit passiert das nicht mehr. Ich bin einfach eine dieser unzähligen Damen, die in Läden Zeuchs einsammeln, unauffällig, unbedeutend, einfach ein ganz normales Mädel.

Unbedeutend zu sein ist etwas unglaublich Schönes für jemand wie mich, nichts Besonderes, einfach eine von Vielen zu sein, mehr hätte ich mir nie gewünscht. Nur für meine Liebste bin ich etwas ganz Spezielles und das wiederum geniesse ich noch viel mehr, beim Rest der Welt reicht es jedoch, dass ich einfach eine ganz normale Frau bin.

Was bestimmt das Geschlecht – Körper oder Geist?

Die Frage um das Selbstbestimmungsrecht von transsexuellen Menschen steht und fällt mit der Frage, was im Menschen geschlechtsbestimmend ist. Für 99% der Menschen ist der Fall klar, der Körper bestimmt das Geschlecht. Wenn sich das primäre Geschlechtsteil nach aussen richtet, ist es ein Männchen, wenn es nach innen gerichtet ist, ist’s ein Weibchen. Klingt logisch, klingt einfach, ermöglicht das uns so lieb gewordene dualistische Weltbild, aber ist es wirklich so einfach, wie wir gerne hätten?

Das Geschlecht ist nicht zwingend eindeutig
Ich möchte hier am Beispiel von Intersexuellen (Zwittern) aufzeigen, dass diese Sichtweise absurd ist und nicht der Realität entspricht. Ums vorwegzunehmen, ich will hier keinen Zusammenhang zwischen Transsexualität und Intersexualität postulieren. Aber intersexuelle Menschen sind auf grausame Weise zum lebendigen Beweis geworden, dass das Geschlecht weder vom primären Geschlechtsteil noch von gesellschaftlicher Konditionierung festgelegt wird – sondern tief in uns verwurzelt ist und durch nichts, einfach überhaupt nichts, verändert werden kann.

Intersexualität / Hermaphroditismus
Das Thema Intersexualität ist nicht mein Gebiet und es steht mir nicht zu, darüber tiefgründig zu referieren. Trotzdem ist ein kleiner Einblick in dieses Thema notwendig, um zu verstehen, worauf ich hinaus will.

Wenn jemand zur Welt kommt, reicht in der Regel ein Blick zwischen die Beine um das Geschlecht eindeutig festzulegen. Bei transsexuellen Menschen erweist sich dieser kurze Blick zwar irgendwann als Irrtum, aber meistens ist die Sache klar. Nun gibt es aber einen kleinen Prozentsatz an Menschen, die nicht mit eindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen. Es lässt sich manchmal nicht klar urteilen, ob das Herausstehende ein kleiner Penis oder eine grosse Klitoris ist. Aber die moderne Welt will Eindeutigkeit und duldet keine Zwischenstufen, also wird seit Jahrzehnten so verfahren, dass man den Chirurgen holt und dass der dieses Geschöpf zurechtschnipselt, in die Richtung, die man gerade für besser hält. Resultat ist, dass meistens der Penis abgeschnitten wird, das Kind also faktisch direkt nach der Geburt kastriert wird. Dass so eine grässliche Art der Verstümmelung und der Missachtung der Menschenwürde bis heute praktiziert wird, ist ein Armutszeugnis für diese angeblich aufgeklärte Welt. Wenn Babies genitalverstümmelt werden, nur weil eine Gesellschaft an ihrem Schwarz-Weiss Denken festhalten will, dann wird das Wort “Menschenwürde” zur Farce.

Die Mediziner in ihrem Machbarkeitswahn waren sich stets sicher, dass sie diese göttliche Macht haben und das Geschlecht eines Menschen chirurgisch festlegen können. Wenn man einen Penis abschmeidet, kann sich dieser Mensch nicht mehr zum Mann entwickeln, logisch oder? Dass diese meist männlichen Mediziner damit faktisch das Mannsein auf dieses kleine Ding zwischen ihren Beinen reduzieren, zeugt von ihrem reduktionistischen Weltbild. Aber die Realität rächte sich grausam.

Menschenrechtsverletzung wird zur Persönlichkeitsstörung
Da der Entscheid, aus einem Menschen mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen einen Mann oder eine Frau zu schnipseln, mit der Wahrscheinlichkeit von 50% falsch entschieden wird, kann es einem nicht verwundern, dass tatsächlich viele der Betroffenen im Verlauf ihrer Entwicklung massive “Störungen” aufzeigen. Man hat beispielsweise einem Jungen aufgrund dieses Fehlentscheides den Penis amputiert und ein Mädchen aus ihm gemacht. Die Eltern haben diesen Jungen als vermeintliches Mädchen erzogen, îhn in Röcke gesteckt, ihm Puppen zu Weihnachten geschenkt, das ganze Umfeld hat diesen Jungen wie ein Mädchen behandelt…… aber dieses Kind fühlte sich nachwievor als Junge.

Wissenschaft und Medizin waren irritiert. Warum “will” dieses “Mädchen” denn ein Junge sein, es muss sich hier um eine Geschlechtsidentitätsstörung handeln. Man hätte schon nach den ersten Fehlschlägen erkennen müssen, dass das Geschlecht nunmal nicht durch das primäre Geschlechtsteil determiniert ist und dass man die Geschlechtsidentität eines Menschen nicht ändern kann. Aber weil Mediziner so umfehlbar sind wie der Papst, wurde dieser “Irrtum” nie wirklich zugegeben und so werden bis heute Babies genitalverstümmelt, in das falsche Geschlecht gezwungen um dann später als geschlechtsidentitätsgestört abgestempelt und psychopathologisiert zu werden.

Diese wohl schlimmste Form der Menschenrechtsverletzung der heutigen westlichen Welt, hat aber etwas nachgewiesen, nämlich, dass weder Skalpell noch Erziehung noch „reparative Verhaltenstherapien“ noch sonstige Wunder der Medizin die Geschlechtsidentität eines Menschen verändern können. Und damit wurde auch bewiesen, dass das Geschlecht eines Menschen nicht alleine durch die Geschlechtsmerkmale oder Erziehung bestimmt ist.

Interexualität ist nicht Transsexualität – oder umgekehrt?
Intersexuelle sind keine Transsexuellen und ich verstehe, dass sie sich uns gegenüber radikal abgrenzen. Denn solange wir den Stempel der Persönlichkeitsstörung aufgedrückt bekommen und solange wir in den psychiatrischen Bibeln in der Schublade von sexuellen Perversionen einsortiert sind, haben Intersexuelle verständlicherweise keine Lust, mit uns in Zusammenhang gebracht zu werden. Eine andere Frage ist, ob Transsexualität eine Unterart von Intersexualität ist. Ich persönlich glaube, dass dem so ist und schon Harry Benjamin, ein Pionier der Transsexualismusforschung vertrat diesen Standpunkt. Aber darum geht es in diesem Beitrag nicht.

Das Geschlecht lässt sich nicht umpolen
Es geht nur darum, dass spätestens durch die Erkenntnisse im Umgang resp. in der Verstümmelung und Konditionierung von intersexuellen Menschen nachgewiesen wurde, dass die Geschlechtsidentität völlig unabhängig von körperlichen Merkmalen und soziologischen Konditionierungen beständig ist.Wenn wir diese nachgewiesene Tatsache anerkennen und akzeptieren, müssen wir auch aufhören damit, transsexuelle Menschen einfach als gestört abzutun. Transsexuelle Menschen gehen kaputt an der Diskrepanz zwischen Körper und Geist – den Geist kann man nicht ändern, das wissen wir spätestens aufgrund dieser Erkenntnisse – deshalb muss transsexuellen Menschen auch auf körperlicher Ebene geholfen werden……… und deshalb ist es eine Frage der Menschenwürde, dass das Geschlecht transsexueller Menschen respektiert wird, unabhängig von körperlichen Merkmalen.

Keine Menschenwürde ohne Selbstbestimmung
Dass die Respektierung des Geschlechts und damit verbunden die Änderung des Personenstandes nachwievor von einer vorgängigen Sterilisation/Kastrierung abhängig gemacht wird, zeugt von der Genitalfixierung dieser Gesellschaft und zeigt, dass unsere Gesellschaft nachwievor die Menschenwürde und Menschenrechte missachtet zugunsten einer postulierten Geschlechts-Binarität.

Aber die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft und die Veränderungen in der gesellschaftlichen und politschen Sichtweise machen mich trotzdem zuversichtlich, dass irgendwann der Tag kommt, an dem wir die Tatsache anerkennen, dass die Wesensart eines Menschen und damit auch sein Geschlecht, nicht Folge der Zellenanordnung seines Körpers ist sondern dass die Wesensart des Menschen der biologischen Entwicklung vorgegangen ist.

Oder um es religiös oder spirituell zu formulieren, der Körper ist das Gefäss, das die Seele aufnimmt. Die Seele macht den Menschen aus, sie ist nicht Sklave des Gefässes und lässt sich nicht durch das Gefäss formen. Diese Erkenntnis wäre der Anfang zur Wahrung wirklicher Menschenwürde.

Mehr zum Thema Intersexualität:
Zwischengeschlecht.Org
Zwischengeschlecht.Info
Intersex.Schattenbericht.Org
Kastrationsspital.Ch

Diana in der Zeitschleife

Mein Hirn setzt glaub grad komplett aus, ich befinde mich in einer Zeitschlaufe die etwa drei Minuten dauert, alles wiederholt sich ständig und das wiederum find ich total lustig. Hab jetzt grad wieder meine zwei obligaten täglichen Stunden mit Schatzi telefoniert und währendem ständig gebannt auf den TV gekuckt, respektive auf den Harddisc-Recorder, den ich von Swisscom hab. Das Gerät ist mega cool, man kann sich da alle TV-Sendungen aufnehmen lassen, Serien programmieren u.s.w. Unterdessen hab ich ein ganzes Arsenal an Filmen, Serien und Dokus, die darauf warten, dass ich sie mir ansehe. Ein ganzes Rudel davon hab ich extra nicht geguckt, damit ich die mit Juliet in unseren Sommerferien anschauen kann und wir uns dabei todlachen können. Mit dabei wären Comedians wie Rüdiger Hofmann und viele mehr, eine wahre Goldgrube. Würde, das ist gut gesagt, denn langsam sieht’s übel aus mit unserem TV Programm.

Seit etwa vier Stunden befinde ich mich in dieser ominösen Zeitschleife, die sich endlos wiederholt, mich an meinem Verstand zweifeln lässt und in mir einen Grad an Surrealität produziert, der schon fast unerträglich ist.

Begonnen hat es ganz harmlos. Ich startete das Gerät und im Gegensatz zu sonstigen Gelegenheiten schaltete es sich aus und startete sich neu. Die Uhrzeit wird auf 12:00 gestellt, dann herrscht Ruhe. Die Zeit wechselt auf 12:01, dann erscheint in vier Sprachen die Mitteilung “Die TV-Box wird gestartet, dies kann einige Minuten dauern.”. Einige Minuten, das können ja höchstens vier sein, denk ich mir. Der TV wird blau, es vergehen einige Sekunden, dann wird er schwarz, wieder ein paar Sekunden. Es wird 12:02, ich warte, warte, es wird 12:03, ich warte weiter, der Knopf wechselt von grün auf orange um anzuzeigen, dass das Gerät ausgeschaltet ist, wird wieder grün, es ist wieder 12:00, es erscheint wieder die Meldung: “Die TV-Box wird gestartet, dies kann einige Minuten dauern”……. das läuft nun seit etwa vier Stunden so, es sind immer ein paar Minuten, genau genommen sind es drei, weil auf 12:04 kommt der Idiot nie, irgendwann um 12:03 schaltet sich dieses Deppengerät wieder aus und beginnt von vorne.

Kennt Ihr den Film “Und täglich grüsst das Murmeltier”? Da geht es um einen Reporter, der eine Sendung machen sollte über einen Anlass, bei dem ein Murmeltier das Wetter ansagen soll. Jeden Morgen wacht er auf und derselbe Tag beginnt von Neuem, immer wieder, tagelang. Genau das erlebe ich grad. Aber nicht im Tagesrhythmus sondern im 3-Minutentakt. Oranges blinken, grünes blinken, Spruch, flackern des Bildschirms, warten, blabla, dann fängt’s wieder von vorne an.

Nach ein paar Stunden wird man dabei ganz schön irre, aber man kann nicht aufhören, auf den Bildschirm und die LCD-Displays zu starren. Man guckt, wartet, guckt, wartet und mit der Zeit hat man so ein Timing, dass man jeden LCD-Farbwechsel, jede Texteinblendung und jedes Flimmern auf die Sekunde genau voraussagen kann.

Jetzt grad ist 12:01 und blue-screen, ich starre gebannt auf den Bildschirm, die Augen hüpfen zwischen TV und LCD-Display hinundher, gleich ist es soweit, der Spruch, die TV-Box wird gestartet, das Flackern, das Warten, uäääääääääähhhhhhhhhhhh…………………

Seit Stunden geht das nun so und ich denke immer an Rüdiger Hofmann, all die Filme die gespeichert sind, die Serien die programmiert sind, aber ich werd sie nie mehr sehen, weil ich in dieser Zeitschleife gefangen bin.

Hat aber auch was Gutes, ich muss nie mehr arbeiten gehn, es bleibt für immer und ewig 12:01 bis 12:03, das wird die längste Mittagspause meines Lebens und das an einem Montag kurz vor Mitternacht, zu geil sowas.

Aber Moment mal, wenn dieser idiotische Mittag nie vorbei geht, wird es nie Donnerstag, der Tag an dem ich endlich wieder bei Juliet bin. Oh, die TV-Box wird neu gestartet, 12:00, was für unerwartete Neuigkeiten. Ich muss irgend einen Trick rausfinden, wie ich das Ding überlisten kann, so dass ich zu Juliet komme und dann die Zeitschleife weiter läuft. Ey wenn ich bei ihr bin und sich drei Minuten endlos wiederholen, gibt das den längsten Knutscher der Geschichte.

Nach vier Stunden Zeitsprung fühl ich mich langsam völlig irre. Es hat was total surreales, dieses 12:00 12:01 12:02 12:03, oranges blinken, grünes blinken, die TV-Box wird gestartet, dies kann einige Sekunden dauern *kreisch*…………….

Denjenigen die hier regelmässig mitlesen, mein herzliches Bedauern, in Zukunft kommt hier wohl nix Schlaues mehr rüber. Ich hab grad zwei Stunden mit Schatzi telefoniert und zwei Stunden lang nur wirr vor mich hingebrabbelt, orange, grün, 12:01, gestartet *irrkichert*……….. mein Hirn klinkt sich langsam aus und Schuld daran ist einzig Swisscom, oder BluewinTV, oder wer auch immer diesen idiotischen Harddisc-Recorder gebaut hat, der all meine Aufnahmen verschluckt hat, mich in eine Zeitschlaufe gekettet hat und mich nun bis zum jüngsten Tag mit orange-grünen LCDs irre macht, unterbrochen durch dieses “Die TV-Box wird gestartet, dies kann einige Minuten dauern.”, das irgendwie nervtötend und doch unheimlich spannend ist.

Na denn, es ist 12:03, gleich wird die TV-Box wieder gestartet und ich geh nun ins Bett, der heutige Tag war eindeutig zuviel an Surrealismus ;-)

Update am nächsten Morgen: es ist 12:01, die TV-Box wird gestartet…….. *urks*

Knuddelweekend und sonstiges Zeuchs

Jau morgen ist’s wieder soweit und ich kann nach Deutschland flattern und von Donnerstag Abend 22:04 Uhr bis Montag Morgen in aller Herrgottsfrühe rumknuddeln und rumblödeln und Katzen ärgern und suppenlose Suppe essen und was weiss ich. Abgesehen vom Samstag, an dem wir mit dem Rest des Hauses grillieren, werden wir wohl wieder nonstop auf dem Sofa rumliegen und uns umklammern wie neurotische Tintenfische.

Der Samstag wird sicher spannend, ich bin mich zwar langsam gewohnt mit anderen Leuten zusammen zu sein – insofern konnte ich im letzten Jahr ja enormes Selbstvertrauen aufbauen und erlebte einen wahren Sozialisierungsschub – aber mit nem Rudel Leuten die ich nicht kenne, wird das schon eine eher seltene Erfahrung. Aber mein Schatzi ist ja dabei, notfalls kann sie mich verteidigen – die hat den schwarzen Gurt im Todquatschen ;-)

Dementsprechend wird auf meinen/unserem Blog für ein paar Tage Funkstille sein, man kann ja bekanntlich ohne freie Arme nicht tippen und die Arme brauchen wir dringend zum umärmeln.

Dafür gibts jetzt noch in Kürze die latest-news………..

Mein Ballkleid ist gestern angekommen und wider Erwarten passt es recht gut. Entsprechend der Erwartung seh ich darin nicht halb so nett aus wie das Mädel im Katalog, aber das kennen wir ja. Spagetti-Träger sind halt wirklich nix für mich, aber was soll’s, hauptsache ich hab jetzt eindlich so ein edles Teil. Naja edel, es ist eher billig, sehr billig sogar, sieht aber prächtig aus.

Mein Harddisc-Recorder von BluewinTV, der mir immer meine TV-Sendungen aufnimmt und mich vorgestern fast in den Wahnsinn geritten hat, hat definitiv das Zeitliche gesegnet. Ein halbstündiges Telefon mit dem Support ergab die abschliessende Todesdiagnose. Damit sind alle gespeicherten Filme und Dokus weg *jammer*. Das kann ich der Swisscom verzeihen, Technik ist nunmal so unzuverlässig wie Jungs, aber eines kann ich denen nicht verzeihen……… dass mich der Supporter mit “Herr” angesprochen hat *schmoll*. Ok ich bin dort auch so im Computer drin, aber irgendwie war ich trotzdem etwas beleidigt. Herr…… pah! Wenn ich wieder mal Support brauche, schick ich vorab ein Foto, damit die wissen, mit was für nem Mädel sie es zu tun haben. Wenn die meine Beine sehen, werden sie das nicht nochmal wagen ;-)

Apropos Technik, letztes Wochenende habe ich ein Handy ersäuft und muss das nun ersetzen, 180 Franken kostet das Ding, das sind in Frauenwährung zwei Paar Pumps *seufz*. Mal ernst, wie beschränkt ist denn so ne Technik? Wenn ich Bier über meine Pumps schütte, gehen die auch nicht kaputt, aber so ein doofes Handy verabschiedet sich gleich in die ewigen Jagdgründe. Unglaublich – wegen so wenig Alkohol gleich die Kippe machen.

Und hier noch eine Vorwarnung, Juliet kauft sich ein neues Telefon, das zwei Telefone drin hat (sie ist ja auch im Kopf immer mindestens zu Zweit). Dementsprechend werden unsere Telefone wohl noch länger gehen, wann wir noch zum bloggen kommen, weiss ich echt nicht. Jedenfalls wird’s nun noch schwieriger, uns telefonisch zu erreichen. Wer uns also anrufen möchte, stellt am besten via Mail oder SMS einen schriftlichen Antrag :o)

So und jetzt muss ich baden, Haare waschen und überhaupt all das Finetuning für Mädels absolvieren, dann Handtasche packen (ey das mein ich ernst, in so ner Handtasche hat alles Platz was n’Mädel übers Weekend braucht), dann mit Juliet blabla machen und gleichzeitig futtern (Zeit muss kreativ genutzt werden), schlafen, von Schatzi träumen, aufstehn, nochmal ackern und dann, ja dann ist die Welt wieder in Ordnung :-)

So das war’s von meiner Seite, Ihr lest uns dann frühstens nächsten Montag Abend wieder. Bis dahin wünsch ich allen ein schönes Wochenende (so schön wie Unseres wird’s eh nicht, ätsch)….. und an die Adresse dieses bekloppten Vulkans: halt die Füsse still, falls ich wegen Dir nicht nach Germanien fliegen kann, kommt Juliet mit der Abrissbirne vorbei ;-)



Copyright © 2017 by: (t)-Girl Diana • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.