Zigaretten oder Vergewaltigung? Bitte wählen!
Ich hab mich ja langsam daran gewöhnt, dass die Antiraucher-Lobby in einem Akt sektiererischer Kollektivhysterie auf RaucherInnen herumhackt und am liebsten die Ausrottung aller RaucherInnen fordern würde – aber was zu weit geht, geht wirklich zu weit.
Wie 20-Minuten berichtet, hat in Frankreich so eine Nichtraucher-Sekte namens “Les Droits des Non-Fumeurs (DNF)” (Die Rechte der Nichtraucher) soeben eine originelle Kampagne gestartet, in der Jugendliche auf die Gefahren von Rauchen hingewiesen werden. Soweit so gut – aber um das zu illustrieren, werden Bilder wie dieses hier gezeigt und Rauchen mit erzwungenem Oralsex verglichen.
Wie bitte? Wie grenzdebil und entartet muss ein Hirn sein, um Rauchen mit sexuellem Missbrauch zu vergleichen? Vergewaltigung und sexueller Missbrauch sind gang und gäbe und die von Männern dominierten Regierungen dieser Welt tun nichts dagegen, sexueller Missbrauch wird juristisch nachwievor wie ein Kavaliersdelikt behandelt, obwohl die Opfer lebenslang schwer unter den Folgen leiden. So eine Kampagne ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer von sexueller Gewalt. Wer solche Vergleiche zieht und damit sexuelle Gewalt bagatellisiert, ist wirklich schwer gestört, hat absolut kein Rechtsempfinden und kein Mitgefühl, so jemand sollte dringend seinen fehlenden Realitätsbezug therapieren lassen.
Ich habe absolutes Verständnis, dass Nichtraucher ihr Recht auf gesunde Luft einfordern……… und gehe natürlich davon aus, dass diese alle auf ein Auto verzichten, weil sie ja sonst selber ihre Mitmenschen mit gesundheitsschädlichem Rauch verpesten würden.
Nichts gegen rauchfreie Speiserestaurants und ähnliches, aber die kollektive Anti-Rauch-Hysterie nimmt wirklich langsam groteske Züge an. Und eine Gesellschaft, die trotz Klimawandel und unzähligen Kranken und Toten infolge von Autoabgasen nicht bereit ist, etwas zu verändern, muss sich mit Recht fragen lassen, ob sie in ihrem Krieg gegen RaucherInnen nicht eine Art Schuldprojektion betreibt.
Ich stehe dafür ein, dass nichtrauchende Mitmenschen möglichst wenig durch unseren Rauch belästigt werden, das soll so sein. Aber solche Kampagnen zeigen, dass diese kollektive Problem-Projektion langsam Ausmasse annimmt, die einfach nur noch absurd sind.
Damit meine ich auch Sekten wie die Schweizer Lungenliga, die mit geradezu inquisitorischem Eifer hinter RaucherInnen herhetzt, Zigarettenpäckchen mit ekligen Bildern und Suggestivbotschaften verziert, so als ob sie mittels selbsterfüllenden Prophezeiungen die Raucherfrage endgültig lösen möchten……… und sich dabei einen Dreck darum scheren, dass Babies in Kinderwagen auf Höhe von Auspuffrohren durch Städte gekarrt werden.
Nichts gegen ein bisschen Fanatismus, aber spätestens mit so einer Werbung entlarven sich diese Kreise als ein Haufen Psychotiker, die jeglichen Realitätsbezug und jegliche Art von Verhältnismässigkeit verloren haben.
Und – um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen – mir wird echt speiübel wenn ich mir vorstelle, wie sich all die tausenden von Frauen fühlen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, wenn sie vor so einem Plakat stehen.
UPDATE 27.2.2010: Da ich hier scheinbar teilweise missverstanden wurde und den Eindruck erweckt habe, dieser Beitrag richte sich gegen Nichtraucher, habe ich dieses Thema nun nochmal detailiert abgehandelt:
Antirauch-Fundamentalismus unter der Lupe
