(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Erstes Knuddelweekend mit Juliet

Regelmässige LeserInnen erinnern sich. Es war vor ein paar Monaten, als Juliet dieses Blog heimsuchte und seit da um die tausend Kommentare hier deponierte und sich manchmal aufführte wie eine Vandalin und sogar meine Blogwände einriss. Es entstand eine wunderschöne Freundschaft zwischen uns und nach ein paar hundert Kommentaren, unzähligen Diskussionen und noch mehr Gelächter kamen wir zum Schluss, dass wir uns endlich mal treffen müssen.

So lud ich sie dann zum “Ersten Luderweekend” in die Schweiz ein und wir verbrachten ein verrücktes Wochenende, an dem wir in drei Nächten insgesamt 10.5 Stunden schliefen. Den Rest der Zeit redeten und lachten wir als ob’s keine Welt da draussen gäbe. Als Juliet dann wieder ging, stellte ich mit Verblüffung fest, dass sich irgend etwas verändert hatte. Diese “gute Freundin” war mir so ans Herz gewachsen, dass in mir ein Feuerwerk von Gefühlen emporstieg.

Seit diesem Wochenende hat sich vieles geändert. Juliet kaufte sich eine Flatrate in die Schweiz und seit da telefonieren wir fast täglich und wenn wir telefonieren, dann meist bis mein Akku aufgibt, also gute zwei Stunden. Von Tag zu Tag wurden wir uns vertrauter und mit der Zeit nahmen unsere Gefühle Ausmasse an, die den Verstand in Schutt und Asche legten. Ok viel Verstand hatten wir beide eh nicht, wir sind viel zu bekloppt dafür, aber auch das bischen Restverstand schmolz irgendwann dahin und wir waren uns schlussendlich trotz rund tausend Kilometer Distanz näher, als die meisten Menschen es je sein werden.

Tja so kams wie es kommen musste und wir machten wider aller Vernunft wieder ab, diesmal geh ich von Freitag bis Montag zu ihr nach Bremen und seit Wochen freuen wir uns wie Osterhasen und mit jedem Tag nimmt die Aufregung zu. Und die letzten Tage sind wir glaub beide total aus dem Häuschen und könnens nicht mehr erwarten, bis wir uns endlich wieder sehen. Denn vieles hat sich zwischen uns verändert und es ist zu befürchten, dass wir diesmal etwas weniger zu reden haben – nicht weil wir uns nix zu sagen hätten, sondern weil wir uns sooooooo lieb haben, dass wir vor lauter Knuddeln nicht mehr ständig zum quatschen kommen.

Voraussichtlich wird man von mir also nix mehr lesen bis am Dienstag, weil ich ohne meine Arme nicht tippen kann und die müssen sich an mein Herzkäferchen klammern. Also darf ich einmal mehr androhen äh ankündigen, dass die StammleserInnen unter Euch sich am besten mit viel Bier und Popcorn eindecken, ich glaub nächste Woche gibts hier so einiges zu berichten.

Und damit Ihr Euch ungefähr ein Bild machen könnt, wie ich mich aufführen werde wenn ich endlich bei ihr bin, etwa so stell ich mir das vor – wobei ich wohl das Äffchen sein dürfte ;-)

Und wenn die Zeit mich zu Dir führt
will ich in Dir verweilen
in Deinen Augen bleiben
warten auf den Sonnenuntergang

(Illuminate – Ein neuer Tag)

Bankgeheimnis, Steuerbetrug und politische Schildbürgerei

Ich amüsier mich grad mal wieder köstlich über die Schweizer Politik, über schwerst-demente Politiker und naive Eidgenossen. Die ganze Schweiz regt sich auf, dass die deutsche Regierung eine geklaute Daten-CD kaufen will mit einer Liste von Bankkunden. Schliesslich ist das Bankgeheimnis eine heilige Kuh in der Schweiz, Politiker verteidigen es und das Volk beteiligt sich an diesem Verteidigungskampf als ginge es ums nackte Überleben. Ok, im Rahmen das aktuell hippen Deutschen-Bashings macht es natürlich Spass, auf Deutschland loszuprügeln, aber worum gehts eigentlich?

Das Bankgeheimnis dient eigentlich niemandem, ausser denen, die illegal Geld hier deponieren. Es bräuchte nur wenig Verstand um das zu erkennen, aber wer braucht den schon in der heutigen Zeit, in der wir uns lieber über Kopftücher und Türmchen aufregen als über den Klimawandel oder Working-Poor-Probleme.

Da kommt zum Beispiel ein Politclown namens Hans Kaufmann – ein unbekannter und profilloser SVP-Genosse, der zuuuuuufällig grad im Wahlkampf steckt und bringt die glorreiche Idee, dass man Angela Merkel verhaften müsste wegen Hehlerei mit gestohlenen Daten-CDs.

Würde er ein wenig nachdenken bevor er redet, sollte ihm eigentlich klar sein, dass man eher die gesamte Schweizer Regierung verhaften müsste wegen Begünstigung zum Steuerbetrug. Ob seine verwirrte Denkweise damit zu tun hat, dass er Chefökonom der Bank Julius Bär und Finanzanalyst bei der Zürcher Kantonalbank war, lässt sich nicht abschliessend beurteilen, aber amüsant ist diese Form von geistigem Notstand ja doch irgendwie.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ein Land, das Steuerflüchtlinge mittels Pauschalbesteuerung anlockt und deckt, sich darüber aufregt, dass die um Steuergelder bestohlenen Länder sich gegen diese Form von staatlich gestütztem Diebstahl wehren.

Ist ja auch eine Sauerei. Was geht die das an, ob wir ihnen Steuergelder klauen? Schliesslich ist die Schweiz der einzige Gottesstaat in Europa, es ist unser Recht, uns an anderen zu bereichern. Wie kommen andere Länder nur dazu, Ermittlungen zu führen nur weil wir illegales Geld horten und Steuerflüchtlingen Zuflucht bieten?

Wer von uns profitiert denn in welcher Form von diesem Bankgeheimnis? Was muss geheim bleiben, wenn es doch rechtmässig sein soll? Das sogenannte Bankgeheimnis ist nichts Anderes als koordinierter und staatlich geschützer Betrug. Dem Volk dient es nicht, wer von uns profitiert schon davon, dass man Geld verstecken kann?

Aber wenn die Stimmbürger eines Landes sogar dafür stimmen, dass die Kantone einander Steuergelder stehlen – was faktisch nur den Reichen dient – dann kann einem nicht mal mehr so ein Schildbürgerstreich wundern.

Nun denn, Steuerflüchtlinge, Diktatoren und mafiöse Organisationen dieser Welt, bringt Euer Geld hierher, wir bieten jedem Kriminellen Unterschlupf, sofern es sich denn für uns lohnt…….. naja für uns ja eigentlich nicht, aber für unsere Banken und die Politiker, die ihren Hintern mit Verwaltungsratsmandaten und Parteispenden vergolden lassen.

Ich liebe politische Real-Satire und das was hier gerade abgeht, ist mal wieder die Krönung politischer Absurdität……. und ein Armutszeugnis für ein Volk, dass nachwievor sogenannt bürgerliche Politiker wählt, die dieses Land so in den Dreck ziehen.

Interne Dokumente der Credit Suisse deuten darauf hin, dass sich in der Vergangenheit der überwiegende Teil deutscher Credit-Suisse-Kunden, die ihr Vermögen in der Schweiz anlegten, vor dem Fiskus versteckt haben könnte.
(Süddeutsche Zeitung)

Die umstrittene Nutzung gestohlener Daten ist selbst in der Schweiz juristisch erlaubt. Das Schweizerische Bundesgericht in Lausanne hat schon im Oktober 2007 einen einschlägigen Fall entschieden – und erklärt, dass die schweizerischen Steuerbehörden im Steuerstrafverfahren gestohlene Daten verwerten dürfen.
(Süddeutsche Zeitung)

Vier Tage mit Juliet im 7. Himmel

Endlich wars soweit und Juliet und ich konnten zum zweiten Mal ein Wochenende zusammen verbringen…….. und es war soooooooooooo schön, dass keine Worte dieser Welt das beschreiben könnten :-) Eigentlich könnte ich das Wochenende mit einem Satz zusammenfassen: Ich kam, lag und liebte. Aber ich hab Euch ja aufgefordert, Popcorn und Bier bereitzustellen, also versuch ich etwas mehr über diese vier Tage im Reich des Glücklichseins mitzuteilen – und den abenteuerlichen Weg dahin………..

Aufstehen um Vier
Die Nacht war fürchterlich, im Stundentakt wachte ich schreckhaft auf und dachte von Panik erfüllt, ich hätte verschlafen. Aber wider meiner Natur schaffte ich es dann doch, um vier Uhr aufzustehen, das tägliche Machmichhübsch-Programm (eher erfolglos) zu absolvieren und an den Bahnhof zu wuseln. Da ich aufgrund des Wetters damit rechnete, dass ich die Zugverbindung verpasse, ging ich früh genug, aber das war unbegründet, ich landete um 6 Uhr am Flughafen war somit viel zu früh dort, der Flug ging erst um 7:30.

Meine erster Grenzübertritt als T-Girl
Im Vorfeld fürchtete ich mich saumässig vor dem Grenzübertritt, weil meine ID uralt ist und das Bild aussieht als ob ich n’Kerl wäre, aber auch das war unbegründet – Schengen sei Dank. An so nem lustigen Automat musste ich eine Nummer eingeben, einmal durch den Scanner spazieren und erst beim boarding musste ich kurz die völlig veraltete ID mit dem mir so gar nicht mehr gleichenden Foto vorzeigen. Aber auch das lief überraschend problemlos.

Flugpersonal ist lustig
Im Flugzeug angekommen, begann dann gleich das Unterhaltungsprogramm von Swiss. Während eine unsichtbare Stimme irgendwelche Sicherheitsinformationen vor sich hinbrabbelte, übten sich zwei Stewardessen in Synchrontanz. Ich hab immer eine Mordsfreude daran, weils einfach lustig aussieht. “Notausgänge befinden sich blabla” sagt die Stimme und die Mädels fuchteln mit stoischem Blick im Takt in alle Richtungen des Flugzeugs. Wo die Ausgänge sind, lässt sich daraus nicht ableiten, aber wie gesagt, es sieht sauglatt aus. Das Lustigste war dann wieder die Sache mit der Sauerstoffmaske, diese halten die Mädels dann ein paar cm vors Gesicht, ohne einem darauf hinzuweisen, dass man das Ding im Ernstfall ganz aufs Gesicht drücken muss. Da wir nur über Land flogen, gabs leider den besten Teil nicht, das wär die Sache mit der Schwimmweste gewesen. Wenn die Mädels da jeweils theatralisch an Bändeln ziehen oder vorzeigen, wie man eine Pfeiffe benützt (ohne sie in den Mund zu nehmen), dann fühlt man sich immer wie in einem Monty Python Film. Dann gings auch schon los. Kaum in der Luft wurde schnell was zu knabbern verteilt, alles emsig wieder eingesammelt und schon kamen wir in Hannover an. Jöh ist das ein niedlicher Flughafen, ich glaub jeder Aldi-Parkplatz ist grösser. Dort war ich dann nochmal kräftig nervös, weil ich irgendwelche Identitätsnachweis-Probleme erwartete, aber auch da konnte ich durchspazieren als ob ich nur grad ins Nachbardorf gehen würde. Ui, ich war nun in Deutschland, nur noch Zugfahren und dann beginnt das wahre Leben :-)

Deutsche Bahn macht Spass
Zuerst musste ich kurz an den Hauptbahnhof Hannover fahren und frei nach Murphys Gesetz ging der Zug nach Bremen zehn Minuten vor meiner Ankunft, also musste ich 50 Minuten warten. Es dauerte ein paar Sekunden und ich verirrte mich in einen Schuhladen, in dem es zu Spottpreisen schöne Stiefel gab. Aber da ich nur mit Handgepäck reiste, musste ich weinend den Laden verlassen und tröstete mich mit einem Cappucino. Dann gings endlich in den Zug der mich in den Himmel fahren würde. Ich war mega erstaunt, wie freundlich die deutsche Bahn ist. Da wird jede Haltestelle angekündigt inklusive Weiterfahrtmöglichkeiten. Die sagen einem sogar, auf welcher Seite man aussteigen soll. Auch die Ticket-Kontrolleure sind spassig, eine Dame die nach Bayern unterwegs war fragte der Kerl, ob sie denn ein Visum hätte für dahin :-)

Ankunft am Bahnhof
Dann endlich kam ich an, schubste alle im Weg stehenden Leute weg und wuselte wie eine Tausendfüsslerin im Bahnhof rum – keine Juliet *urks* – falscher Bahnhof? Alles doch nur ein Traum? Aber kurz bevor ich einen hysterischen Anfall bekam (also ca 1 Minute später) kam sie mir entgegen gelaufen und mein Herz führte sich auf wie ein Heavy Metal Schlagzeug. Da war sie, kein Traum, echt, voll da, ich fühlte mich als würd ich nach tagelangem Schwimmen eine Insel sehen. Wir liefen gemeinsam zu ihr nachhause und ich staunte Bauklötze über die Windverhältnisse dort. Der Nordseewind, der eindeutig gegen die Genfer Konventionen verstösst, machte aus ein paar Grad Minus gefühlte minus 70 Grad, echt die Hölle für n’Mädel im Rock. Das norddeutsche Wetter ist wirklich nix für Mädels.

Zuhause bei Juliet
Endlich zuhause angekommen, fand ich mich in einer süssen Wohnung in der zwei noch süssere Katzen dumm aus der Wäsche guckten, weil da n’fremdes Mädel reinspazierte und gleich auf Streicheljagd ging. Wer uns kennt ahnt es, wir schmissen uns auf Sofa und quatschten und kicherten ein wenig – so ein paar Stunden lang, tranken den besten Cappucino der Welt (mit Schoko drin) und ich begann zu hoffen, dass irgend ein schwarzes Loch auftaucht und die Welt um uns rum verschluckt, damit ich nie mehr da raus muss.

Vier Katzen auf zwölf Pfoten
Kaum angekommen, freundete ich mich mit Tequila an, einer der vierbeinigen Miezen die dort wohnen. Baileys, die zweite Katze, wollte meist nix von mir wissen, olles Ding das. Dafür war Tequila umso zutraulicher und nach dem ersten Streichelangriff meinerseits klebte sie an mir als ob wir uns seit je her kannten. Die ist fast so verschmust wie ich, eine richtige Kuschelkatze. Baileys ist zwar auch ein Mädel, hat aber eher katerige Züge, spielt Fussball, meckert ständig rum, will nicht kuscheln – ich bekam mit der Zeit den Verdacht, dass es sich da um einen Trans-Kater handelt. Abschliessend konnte ich das aber noch nicht beurteilen. Jedenfalls waren wir alle ein gutes Team, vier Katzen mit insgesamt zwölf Pfoten und bis auf das Mannsweib Baileys alle ganz kuschlige Viecher.

Seltsame Fütterung
Die erste Fütterung der Zweibeiner war ein lustiges Abenteuer. Juliet fragte, ob ich Hackfleisch, Lauch, Käse und Suppe mag. Jau, alles klingt perfekt, also schmiss sie das alles in die Pfanne und machte eine Suppe, die soooo lecker roch, dass ich mich mega freute. Als sie mir dann den Teller hinstellte, war ich ziemlich irritiert. Da war keine Suppe mehr in der Suppe, resp die Suppe schien ausgetrocknet. Diese Pampe sah irgendwie aus wie schonmal gegessen und ich wagte mich nur, sie zu probieren, weil der Geruch nachwievor phantastisch war. Nach dem ersten Löffel war ich hin und weg, das Zeuchs schmeckte sowas von gut, dass ich aufpassen musste, dass ich nicht gleich den Teller mitesse (der hatte ja auch ne ähnliche Konsistenz). Zum Glück machte die Gute genug davon, dass wir auch am nächsten Tag noch davon mampfen konnten. Ey honey, nächstes Mal will ich dann wieder so eine suppenlose Suppe, gelle :-) Natürlich gabs im Verlauf des Wochenendes noch mehr zu futtern, aber wir sind ja hier nicht in ner Kochsendung, also lass ich das Thema mal so.

Quasel-Pausen dank TV
Unsere Plapper-Stürme unterbrachen wir vorallem Abends mit TV gucken. Ihr werdet Euch jetzt vielleicht fragen, weshalb man TV guckt wenn man so lange aufeinander gewartet hatt. Das Problem ist, dass wir halt eben ununterbrochen aufeinander einreden und rumkichern und so kann man einfach nicht in Ruhe kuscheln. Deshalb war der TV die einzige Möglichkeit, um uns Plappermäuler mal etwas Ruhe zu gönnen und zu ermöglichen, dass wir uns gemütlich hinlegten und genüsslich aneinander kleben konnten.

Bekloppte Eichhörnchen
Von dem was wir im TV sahen, kriegten wir aber nur bedingt was mit, denn ständig wurde die “Aufmerksamkeit” unterbrochen, weil eine von uns der anderen ins Ohr pustete und sofort wieder wegguckte als ob nix wäre oder weil wir einander Eichhörnchengeräusche und ähnlich bescheuerte Töne entgegenwarfen oder einander plötzlich unerwartet n’Knutsch auf die Schnute klatschten. Mal so ganz unter uns, wir benahmen uns echt wie Kleinkinder, schwer gestörte Kleinkinder, aber wir mögen uns so :-)

Männer sind primitiv, aber glücklich
Aber eine Sendung schaffte es doch, uns ganz in den Bann zu ziehen, das Comedy Programm von Mario Barth mit dem Titel “Männer sind primitiv, aber glücklich“. Schon mit dem Titel waren wir voll einverstanden und was dann eine Stunde lang folgte, war die Hölle für die Lachmuskeln, vorallem wenn zwei so bekloppte Weiber sowas sehen. Ich glaub wir haben mit unserem Gelächter das ganze Haus unterhalten, es war einfach zum wegschmeissen lustig.

Liegen ist schöner denn sitzen
Tja und so kam es halt, dass wir vier Tage fast ausschliesslich liegend verbrachten. Mal lag Juliets Köpfchen an meiner Schulter, mal meins an Ihrer – und die meiste Zeit waren wir irgendwie aneinander geklammert. Wer jetzt denkt, das müsse langweilig sein, dürfte eindeutig n’Kerl sein. Wir Mädels mögen das, wir können nie genug kuscheln. Sicherheitshalber, damit die hier lesenden Jungs nicht gleich Amok im Kopfkino haben: Nein, ich rede von nichts was der Papst nicht auch erlauben würde. Wir sind schliesslich kleine verliebte Mädchen und die tun nix was nicht ihrem Kleinkind-Alter entspricht ;-)

Liebesgeflüster der bekloppten Art
Wie liebevoll wir miteinander umgehen, lässt sich am besten an einem Beispiel aufzeigen. Als ich irgendwann in einem der vielen verzückten Momente in verliebtem Ton zu ihr sagte: “Ach Süsse, mit Dir möchte ich alt werden”, antwortete sie ohne eine Sekunde nachzudenken, mit keckem Blick und purer Unschuld in der Stimme: “Aber alt bist Du doch schon” :o)

Zeitdiebe sind überall
Auch diesmal tauchten die Zeitdiebe auf und klauten ne Menge der Zeit die uns zugestanden wäre. Aber diesmal war es nicht ganz so schlimm, wir hatten immerhin von Freitag um Zwölf bis Montag um Vier Zeit füreinander und das ist echt viel für zwei Mädels, die zwei Monate lang nur telefonieren und chatten konnten.

Vom Himmel zu fallen ist doof
Aber irgendwann war die Zeit halt doch rum und ich musste den Himmel wieder verlassen und auch diesmal tat es weh. Juliet ist mir soooooooo fest ans Herz gewachsen, dass es eigentlich viel schlimmer hätte sein müssen als beim ersten Weekend, aber dem war nicht so, weil ich diesmal tief in mir fühlte, dass das nur ein “kurzer” Unterbruch sein wird. Nach diesem Wochenende bin ich mir sicher, dass uns nichts mehr trennen kann und dass die Gefühle in uns stärker sind als jede Distanz und jede Zeit. Vier Tage mit Juliet sind so schön und geben soviel, dass die sieben Wochen bis zum nächsten gemeinsamen Wochenende ein Klacks sind. Und doch war ich etwas wehmütig auf dem Heimweg. Aber trotzdem sass ich glücklich lächelnd im Zug und später im Flugzeug und hatte ein Gefühl von Geborgenheit in mir, dass ich mich fühlte, als würde meine Seele gestreichelt……. und so fühle ich mich jetzt noch.

Verliebte Katzen
Im Zug kam dann ein SMS an in dem mir Juliet erzählte, dass Tequila sie beim Nachhausekommen vorwurfsvoll angeguckt hätte als würde sie sagen: Hey wo haste Diana hingetan? Und dann hat sie mich in der Wohnung gesucht. So süss :-) Offenbar gibts nun dort in der Wohnung zwei Katzen, die ganz in mich verschossen sind und Baileys ist damit nicht gemeint :-)))

Heimflug mit dem fliegenden Holländer
Der Heimflug artete dann noch in ein eigenwilliges Abenteuer aus. Zuerst wurde uns kurz vor dem boarding mitgeteilt, dass sich der Abflug verspätetet, weil sie die Treppe nicht andocken könnten weil alles vereist war. Ich begann mir Sorgen zu machen. Wenn die nicht mal die Treppe rankriegen, weil der Vogel zugefroren ist, werden dann die Raddeckel aufgehn bei der Landung oder landen wir ohne Räder? Eine halbe Stunde später konnten wir dann rein und es stellte sich heraus, dass ich denselben Pilot hatte, offenbar ein Holländer, der hiess Johannsen oder sowas. Aber als uns via Mikro begrüsste, erhöhten sich meine Sorgen. Beim Hinflug sprach er deutlich, jetzt verstand ich fast nix. Ob dieser Holländer den ganzen Tag gekifft hat? Könnte ja sein, dass er zu denen gehört, die den Tag noch clean beginnen und bis am Abend völlig stoned sind. Als es dann losging, fuhr er erst mal etwa hundert Meter rückwärts und ich begann das Schlimmste zu befürchten. Aber ich glaub das hatte damit zu tun, dass der Flughafen so klein ist, die müssen da irgendwie rückwärts einparkieren oder so. Jedenfalls fand er den Weg zur Startpiste und schaffte es entgegen meinen Erwartungen, den Vogel in die Lüfte zu heben. Neben mir sass ein Mann, der irgendwie saumässig an mir interessiert war. Er starrte mir den ganzen Weg ständig Löcher in den Körper und ich hatte keine Ahnung, ob er irritiert ist weil ein T-Girl neben ihm sitzt oder ob er sich so an meinen Beinen erfreute. Sein Glubschaugen-Scanner ging jedenfalls immer von oben nach unten und blieb in der zweiten Weghälfte hängen. Egal was ihn so beschäftigte, es war irgendwie eklig, aber heute konnte mich nichts erschüttern. Natürlich gabs auch diesmal wieder den Synchrontanz. Der Hammer kam dann aber bei der Landung. Wir waren etwa zwanzig Meter über Boden, als der Vogel plötzlich hinundher schaukelte, als ob wir da auf ner Achterbahn wären. Das Ding neigte sich links, rechts, links, rechts, etwa viermal auf jede Seite und es fühlte sich so an, als ob wir jeden Moment einen der Flügel am Boden abstreifen. Sowas hab ich echt noch nie erlebt. Ich bekam die Vermutung, dass der fliegende Holländer gar nicht bekifft sondern besoffen war. Aber im letzten Moment stabilisierte sich das Flugzeug, landete und die Schnapsnase im Cockpit machte eine Vollbremsung, dass wir einer kynetischen Energie ausgesetzt waren, die sogar den Start überstieg. Wenn ich wieder mit Swiss flieg, frag ich ob der Pilot Holländer ist, falls ja, nehm ich n’Flug am morgen solang er noch klar sieht.

Wieder zuhause, ab ins Internet
Zuhause angekommen hechtete ich natürlich gleich ins Internet um mit Juliet via MSN zu chatten. Wir haben ja schliesslich vier Tage nicht chatten können, da mussten wir schon noch a bissrl rumtippen.

Beziehungsstatus geändert
Dann beendete ich den Tag durch eine Art virtueller Trauung, ich änderte auf Facebook den Beziehungsstatus von “Single” auf “in einer Beziehung” und das Gefühl, das mich dabei erfüllte, ist einfach wunderschön. Und ich war tief gerührt bei dem Gedanken, dass ich so ein Glück habe, ich lebe endlich als die Frau die ich nie sein durfte…….. und darf die tollste, liebenswürdigste und bekloppteste Frau dieser Welt lieben.

Der Tag danach
Der heutige erste Arbeitstag zeigte mir dann auch in aller Deutlichkeit, was ich da für ein Glück habe. Den ganzen Tag hatte ich dieses dümmliche Grinsen im Gesicht, dieser Ausdruck grenzenloser Verzückung, die man normalerweise nur in einer Gummizelle zu sehen bekommt. Den ganzen Tag war ich quietschvergnügt, blödsinnig glücklich und war von einer Wärme erfüllt, die eine Seele schmelzen lässt. Man müsste meinen, dass es ja irgendwie eher traurig ist, dass ich wieder so weit von ihr entfernt bin, aber es fühlt sich nicht im Geringsten so an, weil ich Juliet in meinem Herzen herumtrage und sie immer bei mir ist, tief an mir an diesem einmaligen Ort, an den sonst niemand hinfindet, dieser Ort der nur für sie bestimmt ist, im Zentrum meines Herzens.

Hey Juliet, doofe Nuss, ich hab Dich sooooooooooooooooooooooo lieb :-)

My dreams came true because of you

Für Juliet – weil Worte einmal mehr nicht reichen :-)

I do swear that I’ll always be there.
I’d give anything and everything and I will always care.
Through weakness and strength, happiness and sorrow,
for better, for worse,
I will love you with every beat of my heart.

From this moment life has begun
From this moment you are the one
Right beside you is where I belong
From this moment on

From this moment I have been blessed
I live only for your happiness
And for your love I’d give my last breath
From this moment on

I give my hand to you with all my heart
Can’t wait to live my life with you, can’t wait to start
You and I will never be apart
My dreams came true because of you

From this moment as long as I live
I will love you, I promise you this
There is nothing I wouldn’t give
From this moment on

You’re the reason I believe in love
And you’re the answer to my prayers from up above
All we need is just the two of us
My dreams came true because of you

From this moment as long as I live
I will love you, I promise you this
There is nothing I wouldn’t give
From this moment
I will love you as long as I live
From this moment on

(Shania Twain – From this moment on)

Juliet, Diana und Amors goldene Pfeile

Weil ich grad soooooooo der Liebe verfallen bin, möchte ich mich mal ein bisschen über Amors Treffsicherheit auslassen. Wir alle kennen das ja zu Genüge. Der gute Amor ballert ständig mit seinen Pfeilen in der Gegend rum und nur zu oft trifft er nur eine anstatt zwei Personen. Die Folgen sind dann traurig, jemand ist verliebt wie blöd und das passende Gegenstück spaziert ungetroffen weiter. So geht es uns allen immer mal wieder und man fragt sich mit Recht, ob Amor einfach nicht so recht mit dem Pfeilbogen klar kommt (da könnte er von der Jagdgöttin Diana einiges lernen) oder ob er wie die anderen im Götterhimmel einfach eine seltsame Form von Humor hat. Wir wissen es nicht, wir müssen einfach damit leben.

Ich hörte einst von Zeiten reden
als es Dich für mich nicht gab
Und hätt ich Flügel wie die Vögel
so wär die Sonne wohl mein Grab
(Illuminate – Jade – Anfang)

Aber Amor hat auch eine zweite Seite, die wie ich glaube nur wenigen Menschen zuteil wird. Ganz selten, an gewissen Tagen (wann weiss niemand), wird er von wildem Eifer gepackt. An diesen Tagen zieht er zwei goldene Pfeile aus seinem Köcher, weiht sie im Namen aller Götter und schiesst beide Pfeile gleichzeitig gerade in die Luft. Diese goldenen Pfeile sind ein Mysterium, sie fliegen weiter als alle anderen Pfeile und wer von ihnen getroffen wird, der verliebt sich unsterblich und kann sich der Macht dieser Pfeile nicht entziehen. In hohem Bogen fliegen die Pfeile in die Luft und landen irgendwo, möglicherweise tausende von Kilometern von einander entfernt und sie treffen immer Zwei – und die gucken dann schon mal ganz schön blöd aus der Wäsche. Und weil der Segen der gesamten Götterwelt in diesen Pfeilen liegt, können die Getroffenen nicht anders als sich zu suchen und sie hören nicht auf sich zu suchen, bis sie sich gefunden haben.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken riechen.
(Novalis)

Es ist viele Monate her, als Amor mal wieder seine guten Tage hatte und zwei dieser goldenen Pfeile in den Himmel schoss. Einer landete hier in der Schweiz, einer flog bis nach Bremen und traf Juliet mitten ins Herzchen. Die Gute wusste natürlich nichts davon – das haben die goldenen Pfeile so an sich – aber von da an stand sie im Bann dieser göttlichen Liebe.

Bald darauf geisterte sie wie so oft durchs Internet und stolperte ins Blog einer transsexuellen Frau – ohne zu wissen, dass dieses verrückte Trans-Mädel das Gegenstück ihres goldenen Pfeiles in der Brust hatte. Sie fühlte sich unerklärlich angezogen und die Zwei begannen in diesem Blog zu kommentieren, sie quatschten, sie lachten und nach monatelangem blödsinnigem Geplauder waren sie sich so nah, dass sie sich für ein Wochenende in der Schweiz verabredeten. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits die besten Freundinnen die man sich vorstellen kann, aber sie ahnten nicht, dass da viel mehr in ihnen steckte – im wahrsten Sinne des Wortes.

Als sie drei Tage lang zusammen waren und soviel Spass miteinander hatten, dass sie nicht mal mehr zum schlafen kamen, begannen diese zwei kleinen Herzchen zu verschmelzen und als sie sich nach diesen drei Tagen verabschiedeten, spürten beide, dass da irgend etwas Seltsames passiert war.

Auf Morpheus Armen trag` ich Dich
Im Karussell um Deine Seele
Zwei Adlerschwingen breiten sich
Um Dein Herz und schützen es.
(Illuminate – Ein Erwachen)

Diana – sie scheint etwas schnellmerkiger zu sein als Juliet – fühlte von da an dieses Feuer in ihrem Herz und sie verstand die Welt nicht mehr. Wie sehr hatte sie sich danach gesehnt, eine Lebenspartnerin zu finden, jemand der sie von ganzem Herzen liebt und den sie selbst von ganzem Herzen lieben konnte, jemand der sie täglich in die Arme nimmt….. moment…… was in aller Welt soll sie mit einem Mädel, das tausend Kilometer entfernt in Bremen wohnt? Das macht keinen Sinn, sagte der Verstand, das bringt nix. Ein Kampf begann zwischen Herz und Verstand, aber wie das mit Herzen so ist, die von Amors goldenen Pfeilen getroffen sind, da hat der Verstand einfach nix mehr zu melden, egal wie überzeugend die Argumente sind und so begann Diana wider aller Vernunft, die arme Juliet zuzusülzen.

Juliet wiederum, war immer mehr angetan von diesem ulkigen Trans-Mädel und Amors Feuer brannte immer mehr in ihrer Brust…… aber moment…… das war ja ein Mädel und sie steht ja gar nicht auf Mädels. Aber weshalb fühlt sie sich trotzdem so hingezogen? Und die Schweiz lag ja soooooo weit entfernt, wie kann es sein, dass man sich so zu jemandem hingezogen fühlt, der so überhaupt nicht ins Planschema passt?

Verwirrt und von Amors Kraft ferngesteuert, begannen die Zwei regelmässig zu telefonieren – täglich – zwei Stunden pro Tag – und die Zuneigung wurde immer grösser und es entbrannte eine Liebe, die rational nicht zu begreifen war. Ratlos sassen da zwei Hirne in zwei Köpfen, meilenweit entfernt voneinander, und redeten wild gestikulierend auf ihre Herzen ein, versuchten zu erklären und zu überzeugen, dass sowas doch nicht gut gehen kann, überhaupt dass es nicht sein kann – aber diese zwei kleinen Herzchen guckten nur trotzig nach oben und sagten: Halt die Klappe, dumme Nuss!

Keiner ist so verrückt,
dass er nicht einen noch verrückteren findet,
der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

Und so konnten die zwei von Pfeilen durchbohrten halt nicht anders als sich wieder zu sehen und Diana flog für ein Wochenende nach Bremen, das Herz von Hoffnung erfüllt, der Verstand der Verzweiflung nahe. Und als die Zwei dann auf dem Sofa lagen, umzingelt von zwei verrückten Katzen, entfalteten die goldenen Pfeile ihre ganze Kraft und die Zwei verschmolzen zu Einem. Die Pfeile verschmolzen miteinander, die Herzen vereinten sich und die zwei der Liebe verfallenen klebten ein paar Tage aneinander als ob sie jemand zusammen geleimt hätte.

Als Diana wieder nachhause fliegen musste, gab es keine Trennung mehr – so sind die goldenen Pfeile halt – denn nach dieser Verschmelzung trugen sie sich gegenseitig in ihren Herzen und die Zwei waren sowas von glücklich, dass sie tief berührt waren von dieser nicht zu begreifenden Liebe.

Nachwievor sitzen die zwei Hirne in diesen hohlen Köpfen und staunen Bauklötze, gucken ratlos und verwirrt umher und können nicht anders, als ihre Kapitulation anzuerkennen.

Derweil sitzt der gute Amor auf einem Wölkchen und ergötzt sich an seiner Tat. Er weiss ja, dass er nur zu oft daneben schiesst, aber diesmal ist ihm wieder ein Prachtschuss gelungen und er ist sichtlich stolz, dass er diese zwei Seelen zueinander geführt hat. Der ganze Götterolymp applaudiert ihm, alle Engel singen fröhliche Seemannslieder und alle Eichhörnchen des Waldes bewerfen sich quietschvergnügt mit leeren Nussschalen.

Die Welt ist wieder reicher geworden, reicher um das Höchste was es gibt, die Liebe zweier Menschen. Mögen die Götter, Engel und Eichhörnchen ihre schützende Hand über diese zwei verrückten Mädels halten, denn sie haben einander wirklich verdient :-)

Ich hörte einst von Zeiten reden
als es mich für Dich nicht gab
Und ich bräuchte keine Flügel
denn niemals flöge ich fort von Dir
(Illiminate – Jade – Schluss)

I love you, honey :-)

Psychopathologisierung von Transsexuellen geht weiter und noch weiter

Transsexuelle Menschen werden in dieser Gesellschaft als psychisch gestört betrachtet, man darf sie ausgrenzen, verspotten, diskriminieren und ab und zu auch mal todschlagen. Grundlage dieses Denkens ist der medizinische Irrtum, dass Transsexualität eine Persönlichkeitsstörung sei. Jahrzehntelang hat man aufgrund dieser Fehleinschätzung Transsexuelle zwangstherapiert, versuchte sie mittels Verhaltenstherapie, Elektroschocks und sonstigen lustigen Errungenschaften der modernen Psychiatrie weichzukochen – ohne Erfolg. Bis zum heuten Tag ist es nicht einmal gelungen, die Geschlechtsidentität eines Menschen zu ändern. Schon zu Beginn der Transsexualitätsforschung gab es nahmhafte Stimmen, die den Standpunkt vertraten, dass Transsexualität biologische Ursachen haben könnte. Aber wer einmal im Mahlwerk der Psychiatrie landet, wird von dort nicht mehr freigelassen, niemals.

Die Forschung des letzten Jahrzehnts hat diesen Irrtum entlarvt. Man entdeckte, dass die anatomische Hirn-Struktur von transsexuellen Frauen mit der von “biologisch korrekten Frauen” übereinstimmt. Man fand verschiedene genetische Marker, die bei Transsexuellen gehäuft vorkommen. Kürzlich las ich eine Studie, welche die Forschungsresultate der letzten zehn Jahre zusammenfasste. Daraus resultiert klar, dass Transsexualität biologische Ursachen hat, vermutlich verursacht durch hormonelle Veränderungen im Mutterleib und genetischen Faktoren. Selbst in der psychosozialen Abteilung des Zürcher Universitätsspitals, an dem ich behandelt und “diagnostiziert” wurde, bestätigte man mir mehrmals, dass sie dort nicht mehr von einer psychischen Störung ausgehen sondern eindeutig biologische Ursachen hinter dem Phänomen Transsexualismus stehen.

All das bewog mich dazu, zu hoffen und zu glauben, dass die internationalen Diagnosebibeln DSM und ICD endlich geändert werden und Transsexualismus nicht mehr unter psychischen Störungen aufgelistet wird sondern irgendwo im Bereich von biologischen Erkrankungen/Veränderungen. Aber die Sektierer der Psychiatrie scheinen einen Narren an uns Transsexuellen gefressen haben, sie wollen uns einfach nicht aus ihren Fittichen entlassen, zumindest macht es diesen Anschein, wenn ich die neuste Entwicklung betrachte.

Während Transsexualität im ICD-10 unter Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen eingereiht ist, zusammen mit Schizophrenie und anderen Erkrankungen, genaugenommen in der Gruppe F64 zusammen mit Transvestitismus, wird Transsexualität nach DSM-IV unter 302.6 als “Gender Identity Disorder” klassifiziert, also eine “Störung der Geschlechtsidentität”.

Spätestens seit man von den bioligischen Ursachen von Transsexualität weiss, müsste Transsexualität aus dem DSM gestrichen werden, weil DSM nur psychische Störungen auflistet. Aber die APA (American Psychiatric Association) hat sich in so zwangsneurotischer Weise an uns festgebissen, dass dort offenbar kollektive Faktenresistenz ausgebrochen ist.

Dieser Tage wurde der erste Entwurf für DSM-V veröffentlicht und aller Fakten zum Trotz wird Transsexualität nachwievor dort eingereiht. Als ob das nicht genug wäre, wurde nun auch Intersexualität in diese Region einsortiert – das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen. Intersexuelle (Zwitter) kommen mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt und werden in der Regel zwecks Geschlechterkonformität mit dem Skalpell kastriert und umgeformt, was an sich schwerste Menschenrechtsverletzung ist. Was für eine psychische Störung soll das denn sein, die bewirkt, dass ein Embryo sich teilweise ins falsche Geschlecht entwickelt? Ich weiss nicht, wie verblödet man sein muss, um auf so eine Idee zu kommen, es ist einfach der Gipfel der Absurdität. Vielleicht haben diese amerikanischen Psychiater zuviele Transsex-Filme geschaut und möchten jetzt alles was geschlechtlich nicht eindeutig ist, in ihren Händen haben, ich weiss es nicht. Aber so eine groteske Form des Fehldenkens gehört offensichtlich dringendst psychiatrisch behandelt. Vielleicht helfen denen ja ein paar kräftige Elektroschocks oder etwas Verhaltenstherapie, auf jeden Fall ist so eine abnorme Denkweise schwer pathologisch.

Die Überarbeitung von DSM-V hat zwar auch Verbesserungen gebracht, vorallem für Kinder die nicht den gesellschaftlichen Geschlechternormen entsprechen. Es braucht nun etwas mehr um diese zu pathologisieren und so bleibt die Hoffnung, dass Kinder zukünftig nicht mehr ganz so schnell in Schablonen gepresst werden und zugunsten geschlechtlicher Eindeutigkeit von psychotischen Psychiatern zwangstherapiert werden. Es gibt nunmal Jungs die weibliche Seiten haben und umgekehrt. Diese “zweite Seite” eines Menschen zu unterdrücken ist einmal mehr eine schwere Menschenrechtsverletzung, die ein Individuum zugunsten der Konformität verkrüppelt.

Für mich als Transsexuelle bleibt der wichtigste Punkt ausgelassen. Ungeachtet der nachgewiesenen biologischen und genetischen Ursachen von Transsexualität gelten wir für die Sektierer der Psychiatrie weiterhin als geistesgestörte Männer, die “den starken Wunsch verspüren, dem ‘zugewiesenen’ Geschlecht anzugehören”. Würde es sich bei Transsexualität um einen Wunsch handeln, wäre es ein medizinisches Wunder, dass dieser Wunsch sowohl DNA als auch die anatomische Hirnstruktur verändern kann.

Die Chance wurde einmal mehr vertan, transsexuellen Menschen die Menschenwürde zukommen zu lassen, die uns gemäss internationalen Menschenrechten zustehen würde. Die Psychopathologisierung wird weiterhin ad-absurdum getrieben und die Gesellschaft weiterhin in diesem Irrtum belassen. Ausgrenzung bis hin zur Verachtung werden weiterhin unser täglicher Begleiter sein und auch dieses Jahr werden wieder eine Hundertschaft Transgender Opfer von Hate-Crimes – weil eine psychiatrische Elite sich über Fakten hinwegsetzt und nicht eingestehen will, dass sie jahrzehntelang Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

Solange transsexuelle Menschen weiterhin zusammen mit Pädophilen, Exhibitionisten, Sadomasochisten u.s.w. in einer Schachtel namens Sexual and Gender Identity Disorders einsortiert werden, wird die jahrzehntelange Stigmatisierung von Menschen mit einer biologischen Andersartigkeit weiterhin betoniert und wir zahlen weiterhin den Preis für diese akademische Ignoranz, im Alltag, bei der Jobsuche, im Freundeskreis – so bleiben wir weiterhin wider aller Fakten die Gestörten, die wir nie waren.

UPDATE 23:47…… Ich glaubs nicht, wenn das kein Trost ist für dieses Ärgernis, soeben erfahre ich, dass in Frankreich Transsexualität nicht mehr als Geisteskrankheit gilt *jubel*

Mehr zum Thema DSM-V:
ATME – Ausweitung der Pathologisierung verhindern
BadHairDays-Blog: DSM-V Entwurf
Questioning Transphobia: DSM-V Draft
Cuban Multidisciplinary Society for Sexuality Studies: Statement on depathologisation of transsexualism

Entwurf DSM-V 302.85 Gender Identity Disorder in Adolescents or Adults
Entwurf DSM-V 302.6 Gender Identity Disorder in Children

UPDATE 16. April 2010
Es gibt eine Online-Petition in der man sich gegen die Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen aussprechen kann, bitte unterzeichnet diese Petition um ein Zeichen zu setzen.
TELL THE APA ABOUT TRANSSEXUALISM

Hirnverbranntes aus der Blogstatistik

So, nachdem wir uns hier ja grad (wie ich hoffe) alle kollektiv über die Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen geärgert haben, versuch ich mal wieder mittels meiner Google-Blogstatistik nachzuweisen, dass die sogenannt Normalen viiiieeeel verrückter sind, als wir T-Girls es je sein werden. Das Verfahren ist eröffnet……..

  1. transsexuelle frau die auf frauen steht: ja, hier, aber schon vergeben, sorry
  2. transsexuelle postop schöner busen: ne ich bin preOp aber trotzdem danke fürs Kompliment
  3. transvestit flügel: Engel haben Flügel, aber ob die Frauenkleider tragen dürfen, weiss ich echt nicht, frag den Papst
  4. unterwäsche diana: na wir wollen’s mal nicht übertreiben, ich erzähl hier ja ne Menge intime Details, aber meine Unterwäsche geht Dich echt nix an.
  5. wann singen vögel bereits im januar: lass mich raten, im Januar?
  6. gute männer: na da wirste aber lange suchen müssen, aber ich kann Dich trösten, es gibt sie, such einfach weiter ;-)
  7. tgirl diana^: was soll das Dächli hinter meinem Namen, willst Du damit ausdrücken, ich hätte n’Dachschaden?
  8. bin transfrau. welche kleidung muss ich tragen: Müssen? Hey selbst wenn hier langsam ein Gottesstaat aufgezogen wird, noch gibt es keine Kleidervorschriften, Du darfst anziehen was Du möchtest.
  9. suche girls die mich auslachen: na da kann Dir geholfen werden, bei uns bist Du goldrichtig……. Mädels, legt los :-)
  10. jesus und geschlechtsidentitätsstörungen: das Gerücht hält sich scheinbar hartnäckig, was?
  11. tiefe decoltes fürs büro: da kann ich Dir noch nicht weiter helfen, mit Körbchengrösse AA bin ich da definitiv keine Expertin….. noch nicht ;-)
  12. transen dominant: sag nochmal “Transen” und ich zeig Dir was Dominanz wirklich bedeutet
  13. transexuell wie werde ich eine frau: eine Frau kann man nicht werden, man kann es nur sein und im Falle anatomischer Unkorrektheiten sind geschlechtsangleichende Massnahmen möglich
  14. transgender zürich bagpipe: hmmm, das taucht sicher schon zum zehnten Mal auf, sollte mir das zu denken geben?
  15. transsexuelle sucht: Schuhe? Röcke? Verständnis?
  16. wie merke ich das ich transsexuell bin: guck zwischen die Beine und wenn das was Du siehst nicht im Geringsten mit Deiner Persönlichkeit übereinstimmt, dann bist Du’s
  17. riesige füsse: hey ich hab Grösse 40, das ist nicht riesig für ein 172er Mädel *schmoll*
  18. als transsexuelle frau geniesse ich mein neues outfit: glaub mir, das Outfit ist noch das Harmloseste, da gibts tausend Dinge über die man sich noch viel mehr freut
  19. frau umwandeln: was willste denn aus der Frau denn machen, ein Eichhörnchen? ein Seepferdchen? ein Gummibärchen?
  20. glatze coiffeure: klingt wie wenn Du zu Fuss in ein Parkhaus gehst, bringt’s das?
  21. kim petras homepage: na ich fass das mal als Kompliment auf, so süss würd ich gern ausehen, aber so unter uns, ich bin etwa zwei Jahrzehnte älter *seufz*
  22. konfektionsgrössen rechner transen: gröööööööhhhhhlllllll, Rechner? what the f*ck, ich lach mich wech, bitte bitte erklär mir nach welcher Formel da gerechnet werden muss, Schuhgrösse mal Ohrläppchendurchmesser geteilt durch IQ oder was stellst Du Dir da vor?
  23. transsex mädchen: hab ich schonmal erwähnt, dass Jungs…….. ach lassen wir das
  24. wer diagnostiziert transsexualität: die Diagnose stellen Betroffene selbst, nur sie können das erkennen, aber schlussendlich wird diese dann von einem Psychiater bestätigt – aufgrund welcher Kriterien ist mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen
  25. wie macht man aus einem jungen ein mädchen: meines Wissens geht das nicht, die Geschlechtsidentität kann man nicht ändern
  26. diana stretch: hey mich kann man nicht stretchen, ich bin kein Gummibärchen *empörtguckt*
  27. ich trage gern frauenkleidung: ich auch :-)
  28. meine katze spinnt bei vollmond: Juliet und ich auch, aber wir haben den ganzen Monat lang Vollmond
  29. sklave und hormonbehandlung: was hast Du geraucht? nimm weniger davon!
  30. transsexuell ausprobieren: öhm, worum gehts genau? Willst Du eine Transsexuelle ausprobieren oder ausprobieren, transsexuell zu sein? Probier doch für den Anfang mal n’Beinbruch, das klappt eher
  31. männer orgasmusgeschichte: Du magst Kurzgeschichten, was?
  32. sklave kastration pissen: langsam aber sicher verliere ich echt jegliche Achtung vor Männern
  33. wie funktioniert der alltagstest für transsexuelle: man verweigert einfach ein Jahr lang jegliche medizinische Hilfe, lässt die Betroffenen im Stich und schaut ob sie diese Belastung aushalten oder dabei draufgehen
  34. transsexuelle juliet: Schätzchen, verschweigst Du mir was? :o)
  35. ts diana bayern: ne nicht Bayern, Bremen, ich geh nach Bremen am Freitag, zu Juliet, die aber nicht transsexuell ist, auch wenn das da oben jemand behauptet
  36. ich liebe eine transe: würdest Du das tun, würdest Du sie nicht so benennen, Knalltüte
  37. ab wann soll sohn weibliche hormone nehmen: ein Sohn sollte keine weiblichen Hormone nehmen, aber falls es sich um eine Tochter handelt, die mit männlichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kam, dann so früh wie möglich, am besten vor der Pupertät, weil diese den Körper irreversibel schädigt.
  38. wie werde ich eine transe: lern erst mal dass man nicht “Transe” sagt und komm dann wieder
  39. ich war einmal ein mann: mein herzliches Beileid, ich war das zum Glück nie
  40. beziehung transfrau: zu spät, Schätzchen, ich hab jetzt Juliet und die gibt mich nicht mehr her :-)
  41. brust jucken: boah darüber könnt ich Bücher schreiben, sowas von nervig und doch soooooo schön :-)
  42. freund nimmt pille busen transsexuell: entweder hat ER n’Knall oder SIE ist eine Freundin, was denn nun?
  43. ich bin eine transsexuelle: ich auch :-)
  44. ich liebe eine transsexuelle: Juliet? Bist Du das? Ich lieb Dich auch :-)
  45. jungs in röcken: geh nach Schottland, sag aber keinem er würde n’Rock tragen, das nennt man Kilt und wer da von Rock spricht, wird aufgespiesst
  46. lebenslauf einer transfrau: klingt nach ner Bewerbung, ich hab aber schon n’guten Job, sorry
  47. mann mit neovagina: Männer haben keine NeoVagina, die kriegen nur transsexuelle Frauen, das ist echt nix für Jungs
  48. mein neues leben als transe: wie wärs mit “Dein neues Leben ohne Zähne”?
  49. nackt putzfrau: davon kann ich einfach nicht genug kriegen, warum nackt putzen? Das will mir einfach nicht in den Kopf
  50. schweren folgsam stöckelte: öhm, was ist jetzt hier genau die Frage? *grübel*
  51. sklaven zur putzfrau erziehen: *prust* lass mich raten, nackt, stimmts?
  52. transsexualität heilbar: Geben Sie sich zu erkennen, Vatikan oder SVP?
  53. transvestite bitch: Du ich hau Dir gleich eine Runter, heeeeyyy Ihr Knallköppe von Google, schickt so Deppen gefälligst nicht zu mir, sonst hetz ich Euch Juliet auf den Hals und die macht Hackfleisch aus Euch, jawoll *schmoll*
  54. ts girls sehr gefragt: den Eindruck hab ich auch langsam, vorallem zum nackt putzen
  55. warum komme ich mit einer ganz bestimmten frau nicht klar: woher soll ich das wissen, wenn Du nicht sagst welche Du meinst? Vielleicht ist’s die Falsche? Mann wofür bin ich eigentlich alles zuständig hier?
  56. was heißt postop: preOp heisst “vor der Operation” und postOp heisst “nach der Operation”, ersteres kann man auch mit “auf dem Weg” benennen und zweiteres mit “am Ziel” oder so – zumindest bei mir :-)
  57. wer wurde von transsexualität geheilt: so ziemlich alle die eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich haben
  58. wie werde zur frau: wenn Du’s nicht schon bist, dann ist Reinkarnation die einzige Möglichkeit
  59. jungs zwingen mädchen röcke anzuziehen: hä? hat Dir schonmal jemand gesagt, dass Du was am Kopf hast? oder was kaputtes im Kopf?
  60. fotomodel diana: bist Du von Victorias Secrets oder Agent Provocatur? Jajaja ich nehm den Job :-)

Haben die Angeklagten noch etwas zu Ihrer Verteidigung zu sagen?

Transsexualität ist nun in Frankreich keine Geisteskrankheit mehr

Man glaubt es kaum, aber die Welt dreht sich doch und manchmal sogar zugunsten von uns.

Gestern habe ich mich hier ja noch merklich aufgeregt über den Entwurf der zukünftigen Diagnoserichtlinien (DSM-V) der amerikanischen Psychiatrie-Sekte APA, weil diese Komiker wider wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterhin an der Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen festhalten.

Nun, kaum dass ich mich etwas beruhigt habe, ereilt mich via ATME die Meldung, dass das französische Gesundheitsministerium Transexualität aus der Liste “der psychiatrischen Langzeitleiden” des Sozialgesetzbuchs streicht. Faktisch heisst das, dass nun in Frankreich transsexuelle Menschen nicht mehr als psychisch gestört klassifiziert werden.

Das ist ein Riesenerfolg, nicht nur für Betroffene in Frankreich sondern auf der ganzen Welt. Gerade in Anbetracht davon, dass die Jünger der Psychiatrie sich in kollektiver Faktenresistenz üben, ist es enorm wichtig, dass wenigstens in den Ländern ein Umdenken stattfindet. Die Klassifizierung transsexueller Menschen bestimmt schlussendlich das Denken der Gesellschaft und es wirkt sich – wie ich hoffe – auch auf den Umgang der Medien mit diesem Thema aus.

Jede Veränderung beginnt im Kleinen und zieht immer mehr seine Kreise. Mit jedem Land, das die Fakten anerkennt und transsexuelle Menschen aus der Psychoecke herausholt, wird sich die Akzeptanz erhöhen und dadurch die Stigmatisierung und Ausgrenzung von transsexuellen Menschen reduzieren.

Noch ist ein weiter Weg, bis man uns so wahr!nimmt wie wir wirklich sind, aber solche Paradigmenwechsel sind Signale, die unsere Welt verändern können.

An dieser Stelle möchte ich allen Organisationen, Politikern und nahmhaften Persönlichkeiten danken, die sich jahrelang für diesen Denkwechsel eingesetzt haben. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass allen voran die Weltgesundheitsorganisation WHO endlich ein Signal setzt, das der Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen ein Ende setzt.

Und ich hoffe und bitte die Medien, die jahrzehntelang transsexuelle Menschen als Freaks dargestellt haben, diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen und über diesen Denkwandel samt den wissenschaftlichen Gründen für dieses Umdenken genauso zu berichten, wie sie sich bisher auf reisserische “Transen-News” gestürzt haben.

Wir brauchen keine Wissenschaft und keine Forschung, wenn die Resultate von allen Stellen ignoriert werden. Wenn wir Wissenschaft und Medizin ernst nehmen, dann sind wir auch dazu verpflichtet, deren Erkenntnise zu akzeptieren, auch wenn sie ein jahrhundert altes Denkmodell zertrümmern. Der Mythos, Transsexualismus sei eine psychische Erkrankung, ist eindeutig widerlegt. Wer daran festhält, begeht Menschenrechtsverletzungen und trägt die Mitschuld an allen Ausgrenzungen und Diskriminierungen, denen transsexuelle Menschen tagtäglich ausgesetzt sind.

Hier eine kleine Auswahl an ShortNews zu diesem Thema, bleibt zu hoffen, dass einige Medien etwas detaillierter darüber berichten:
La Provence (deutsche Übersetzung)
Deutsche Ärztezeitung
Focus.de
AFP
Thüringische Landeszeitung
Donau-Kurier

Für Juliet – weil Du mich liebst

Jaja ich weiss, dieses Liebesgelabber nervt langsam, aber ich kann nix dafür, mein Herz ist so von Liebe erfüllt, dass ich einfach nicht anders kann. Wenn Ihr Juliet kennen würdet, würdet Ihr verstehen, dass ich mich solcher Gefühlsausbrüche einfach nicht erwehren kann. Sie ist mehr als ein einzelner Mensch verdient hat, mehr als ich mir jemals erträumt hätte, sie ist einfach alles. Ich bin so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben……. weil sie mich so sehr liebt.

For all those times you stood by me
For all the truth that you made me see
For all the joy you brought to my life
For all the wrong that you made right
For every dream you made come true
For all the love I found in you
I’ll be forever thankful baby
You’re the one who held me up
Never let me fall
You’re the one who saw me through through it all

You were my strength when I was weak
You were my voice when I couldn’t speak
You were my eyes when I couldn’t see
You saw the best there was in me
Lifted me up when I couldn’t reach
You gave me faith ‘coz you believed
I’m everything I am
Because you loved me

You gave me wings and made me fly
You touched my hand I could touch the sky
I lost my faith, you gave it back to me
You said no star was out of reach
You stood by me and I stood tall
I had your love I had it all
I’m grateful for each day you gave me
Maybe I don’t know that much
But I know this much is true
I was blessed because I was loved by you

You were my strength when I was weak
You were my voice when I couldn’t speak
You were my eyes when I couldn’t see
You saw the best there was in me
Lifted me up when I couldn’t reach
You gave me faith ‘coz you believed
I’m everything I am
Because you loved me

You were always there for me
The tender wind that carried me
A light in the dark shining your love into my life
You’ve been my inspiration
Through the lies you were the truth
My world is a better place because of you

You were my strength when I was weak
You were my voice when I couldn’t speak
You were my eyes when I couldn’t see
You saw the best there was in me
Lifted me up when I couldn’t reach
You gave me faith ‘coz you believed
I’m everything I am
Because you loved me

(Celine Dion – Because you loved me)

Klein-Julietchen und der Spieltrieb eines Kleinkinds

Es gibt tausend Gründe wofür ich Juliet liebe, etwas von liebenswertesten an ihr ist ihr kindlicher Humor, der so gut zu mir passt. Wir sind halt wirklich zwei Kleinkinder und können froh sein, dass uns niemand erlebt wenn wir zusammen sind, man würde uns auf direktem Weg in eine Gummizelle sperren. Bei mir ist dieses Kindlichsein ja kein Wunder, bin auch erst ein gutes Jahr alt, aber dass sie so ein Kindskopp ist, grenzt an ein Wunder und das hat mir soviel Gekicher in mein Leben gebracht, dass ich echt nicht mehr sein könnte ohne ihren skurilen Humor.

Um das zu illustrieren, möchte ich als Beispiel mal erzählen, wie Juliet einst aus purem Übermut hier Blogwände eingerissen hat und wie sich diese Form von virtuellem Vandalismus wiederholte. Ich muss hier kurz erklären…… in diesem Blog gibts um die Texte rum Rahmen und der Internetbrowser bricht alle Sätze um sobald kein Platz mehr ist. Ausser jemand ist so bekloppt wie Juliet und macht ein soooooooo langes Wort, dass dieses grösser ist als die Gesamtbreite, dann geht das Wort über den Rand raus, was irgendwie aussieht als ob das Wort die Blogwand eingerissen hätte. Diana findet das ästhetisch voll unkorrekt, und so ergab sich ein quirrliger Running-Gag der bis in die Neuzeit weiter ging und wohl nie aufhören wird.

Begonnen hat alles hier

Juliet schrieb am 6. Oktober 2009 um 22:41 Uhr
……. Ich versteh auch nicht, warum das Dingen Leerzeichen heisst, es ist ja keins, die haben uns doch glatt angelogen…aberichweissnichtwiegutsichdasallessoliestwennmanesdenndanneinfachmalweglässtkönnteschwierigwerdenundgehtmitsicherheitirgendwannaufdieaugenoderwasmeinstdu?
Wahnsinnig kann man nur werden, wenn man da eh schon die Veranlagung zu hat. Hier kann ich das wenigstens ausleben ;-)

darauf schreibt sie in kindlicher Unschuld:

Juliet schrieb am 6. Oktober 2009 um 22:42 Uhr:
Kannst Du mal die Kommentarkästchen breiter machen? Hab den Eindruck, die sind ohne Leerzeichen hoffnungslos überfordert..;-)

kurz darauf kommt Klein-Dianchen und ist entsetzt über diesen Vandalismus:

Diana schrieb am 6. Oktober 2009 um 22:55 Uhr:
*urks* Du hast ein Loch in meine Blog-Wand gebrettert, na Du bist mir ja ein fieses Biest, na warte bis Du da bist, dafür leg ich Dich übers Knie…. Vandalen, alles Vandalen *empörtguckt*
ich seh schon, das wird bald Tante Dianas Irrenhaus, oder ist’s das schon? ;-)
achja und mach das Loch in der Wand weg, sieht ja ätzend aus :o)

keck wie das Mädel ist, sieht sie natürlich nicht ein was sie angerichtet hat:

Juliet schrieb am 6. Oktober 2009 um 23:22 Uhr:
Na hömma, ich muss doch den Bohrhammer vorher testen, bevor ich Dir nen Fahrstuhl zum Bekleidungsdachboden baue.
Sagt man nicht auch, das Internet wäre unendlich? Scheint wohl nicht zu stimmen, ich hab ne Wand gefunden..nu haben wir freie Bahn ;-)
Loch wieder zumachen….tzzzz ich rühr doch jetzt keinen Zement mehr an..häng ein Bild davor ;-p

Dianchen versuchts mit Vernunft:

Diana schrieb am 7. Oktober 2009 um 08:56 Uhr:
na das ist noch lange kein Grund um mir hier die Blog-Wand einzureissen, jetzt zieht’s hier ganz übel.

Aber Juliet versucht sich herauszureden:

Juliet schrieb am 7. Oktober 2009 um 09:21 Uhr:
Es heisst doch Windows…und ich hab hier keine Fenster gesehen…dass der Glaslieferant dieses Jahr nicht mehr liefern kann, konnte ja keiner ahnen ;-)

dann geht eine längere Diskussion los, ob man Löcher in einer Blogwand mit Postern tapezieren kann. Aber irgendwann ging die kaputte Blogwand in Vergessenheit und wäre wohl dort geblieben, wenn Juliet nicht hier einmal mehr die Sau rausgelassen hätte

Juliet schrieb am 17. November 2009 um 12:37 Uhr:
Miau? Schnurrrrrrrr..*Pfötchenleck* Miaaaauuuurrrr…*zusammenrollundheiamach*…schnurrrr…*aufspringwiebeklopptdurchdiewohnungrenn*….Nee, als Katze mach ich mich nicht wirklich gut…;-)

Diana schrieb am 19. November 2009 um 12:37 Uhr:
hey Du hast wieder n’Loch in meine Blogwand gebrettert, Du Katzenluder Du ;-)

Juliet schrieb am 19. November 2009 um 13:09 Uhr:
Merkwürden, bei mir sieht’s diesmal normal aus..ich glaub, Deine Wand mag keine langen Wörter ;-)

aber damit war das erledigt, Dianchen hat sich ja schon an Juliets Vandalismus gewöhnt. Für längere Zeit war dann Ruhe hier im Blog, es wurde zwar weiter geblödelt, aber Juliet ging doch recht sorgfältig mit der Baumasse des Blogs um, bis, naja, bis es eines Tages hier weiter ging

Juliet schrieb am 10. Februar 2010 um 23:50 Uhr:
Ganz genau, entweder haben wir was gemeinsam oder wir ergänzen uns..wenn das nicht DIE perfekte Grundlage ist :-)
*sichüberdieseltsamenlauteamüsiertunddenkopfaufdianasbauchlegt*

jeder Andere hätte nun ein schlechtes Gewissen, aber bekloppt wie die Gute ist, fand sie das saulustig, denn gleich darauf kam ein Folgekommentar:

Juliet schrieb am 10. Februar 2010 um 23:51 Uhr:
Blogwände demoliert, JAAAAAAAAAAAAAAA, ich kann’s noch ;-) Gelernt ist eben gelernt…

aber Dianchen, voll der Liebe verfallen, konnte nicht mehr so richtig böse werden deswegen

Diana schrieb am 11. Februar 2010 um 15:01 Uhr:
ey Du kleine Blogterroristin, da lieg ich mal n’Tag im Bett und schon machste mir mein Blog kaputt *empörtguckt*

darauf das freche Ding

Juliet schrieb am 11. Februar 2010 um 19:43 Uhr:
Du weisst doch, ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch ;-)

Wie Kinder im Kleinkindalter halt sind, gings dann nicht lange, bis die kleine Vandalin hier weitermachte. Eigentlich gab sie sich erst schaurig Mühe und beschränkte ihre Liebesbekundung so, dass die Wände ganz blieben, daraus resultierte dann dieser Dialog:

Juliet schrieb am 15. Februar 2010 um 05:46 Uhr:
Oder “Chance verpasst- selber schuld” für hinten ;-)
Hab Dich auch sooooooooooooooooooooooooooooooooooo lieb, mindestens (Nicht, dass ich wieder Blogwände sprenge)

Diana schrieb am 15. Februar 2010 um 13:00 Uhr:
braves Mädel, hab Ehrfurcht vor meinen Blogwänden, wenn Du die alle zusammenkachelst, fällt uns hier irgendwann das Blogdach auf den Kopf und dann haben wir hier alle einen Dachschaden……. öhm……. haben wir ja eh schon, was solls

Juliet schrieb am 15. Februar 2010 um 14:35 Uhr:
Cool, also darf ich jetzt nach Lust und Laune Wände einreissen? Darf ich?? Darf ich ??? jajaja????

Diana schrieb am 15. Februar 2010 um 15:01 Uhr:
ey und Finger wech von meinen Blogwänden, Frechding Du :o)

Juliet schrieb am 15. Februar 2010 um 18:35 Uhr:
Angefasst hab ich Deine Blogwände noch nie, das sind die bösen, bösen Buchstaben, die immer aus der Reihe tanzen…*Unschuldsengelblickaufsetz*

Diana schrieb am 15. Februar 2010 um 20:15 Uhr:
jaja Du stapels immer Buchstaben aneinander bis die Wände krachen, freche Blogterroristin biste, jawoll ;-)

Juliet schrieb am 15. Februar 2010 um 23:17 Uhr:
Dabei ist das Buchstaben-Stapeln so platzsparend…

Diana schrieb am 16. Februar 2010 um 00:02 Uhr:
was nützt all der Platz, wenn das Blog einstürzt, das gibt ne Riesensauerei und ich muss dann wieder alles aufräumen……. und Du weisst ja, wie diszipliniert ich darin bin ;-)

Juliet schrieb am 16. Februar 2010 um 05:39 Uhr:
Ich reiss ja keine tragenden Wände ein, hab vorher den Bauplan studiert ;-)
*Kusskusslinksundrechtswechlassdafürfünfmalaufdieschnuteknutsch*

Juliet schrieb am 16. Februar 2010 um 05:40 Uhr:
Strike ;-)

Diana schrieb am 16. Februar 2010 um 12:06 Uhr:
Polizei *kreisch*, Du freches Ding Du, kannst es einfach nicht lassen, meine armen Blogwände *jammer*, na warte, dafür knutsch ich Dich bis Du blau anläufst, jawoll………. öhm…… ist das wirklich eine Strafe oder ermutige ich Dich damit zu noch mehr Vandalismus? *grübel*

Juliet schrieb am 16. Februar 2010 um 16:40 Uhr:
Komm doch komm doch, mach doch mach doch *Lippenspitz*

Diana schrieb am 17. Februar 2010 um 01:24 Uhr:
Dir kann man einfach mit gar nix drohen, Du bist unverbesserlich. So ne doofe Nuss, schreibt mein Blog in Schutt und Asche und macht sich auch noch darüber lustig…….. na warte………. *knutschdichsowasvondolldassdeinehirnwändeeinfallen*

Juliet schrieb am 17. Februar 2010 um 10:41 Uhr:
Jajajaja, knutsch mich doof..lalalala ;-)

Diana schrieb am 17. Februar 2010 um 12:34 Uhr:
na dann halt mal still, Süsse
*knuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuutsch*

Diana schrieb am 17. Februar 2010 um 12:34 Uhr:
siehste, das geht auch ohne Wände einzukackeln, nimm Dir ein Beispiel :o)

tja, das ist der aktuelle Stand der Dinge, aber es bleibt zu befürchten, dass Klein-Julietchen noch weitere Blogwände hier einreisst und so ganz unter uns, wir haben ne Menge Spass dabei :o)

und wer jetzt denkt, wir Zwei seien komplett irre…….. hat Recht :o)

und weil ich sie soooooo lieb hab, könnt Ihr von nun an mitfiebern, auf jeder Seite steht ab sofort ganz unten ein Countdown, der anzeigt, wie lange es noch geht bis wir wieder ein gemeinsames Wochenende haben, momentan sinds 43 Tage, 17 Stunden und 35 Minuten……. und dann bin ich bei ihr und werd ihr ihre Wohnungswände zerlegen :o)

UPDATE 18.2.2010: langsam artet das hier in einen Volkssport aus, nun fängt Morag, die zweite Durchgeknallte unter meinen Stammleserinnen auch schon an hier zu vandalisieren………..

Morag schrieb am 18. Februar 2010 um 00:07 Uhr:
Soso, jetzt bin ich dran schuld, wenn Ihr zwei verzücktlächelndundeichhörnchengeräuschemachenderweiseundmitpfeilenherumfuchtelnd über die Stränge schlagt-na bravo!
Aber das ist eine Schuld, die ich gerne auf mich nehme-und nachdem ich mit dem Fischereiverein nichts am Hut habe, können sie mir auch garnix ;-D

Morag schrieb am 18. Februar 2010 um 00:09 Uhr:
Uuups.
Sorry
Diana,
war
keine
Absicht
;-D
Vielleicht
kannst
Du
draussen
eine
Blumenampel
dranhängen?

Diana schrieb am 18. Februar 2010 um 00:34 Uhr:
*kreisch*……. jetzt fängst Du auch noch an hier alles zu demolieren, Ihr seid beide verrückt und blogtechnisch destruktiv, jawoll, wenn das so weiter geht, wird dieses Blog zu einem zweiten Hiroshima, alles zugebombt und eingerissen und überhaupt……….. anderseits, eine Blumenampel an der Blogwand aussen, Poster innen, hat ja irgendwie auch was Gutes :o) *sichsaumässigamüsiertüberdieseblogwandeinreissereiauchwenndashaltschonsehrunästhetischausschaut*

Diana schrieb am 18. Februar 2010 um 00:34 Uhr:
oops

langsam wird das echt beängstigend hier drin *schauder*

Testosteronfreie Beziehungen sind sooooooo schön

Wir wollen uns heute mal etwas mit dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron beschäftigen, im Speziellen damit, was dieses biochemische Gebräu beziehungsmässig so alles versauen kann.
Als TwoSpirit gehöre ich zu den Wenigen, die vertiefte resp. doppelseitige Einsichten in das Wesen geschlechtsspezifischer Hormone erlangt haben, da kann es nicht schaden, meine diesbezüglichen Erfahrungen und die damit verbundenen Weisheiten mit der Welt zu teilen.

Ich gehöre zu den wenigen Frauen, die ein paar Jahrzehnte lang unter dem Einfluss von Testosteron standen. Dank der modernen Medizin und dem Testosteronblocker Androcur war es mir vergönnt, dem Teufelskreis testosteronbedingter Emotionsstörungen zu entgehen. Das erlaubt mir einen Vergleich, den ausser uns TwoSpirits eigentlich niemand nachvollziehen kann. Ich weiss wie man sich unter dem Einfluss von Testosteron fühlt und ich weiss, wie man sich ohne dieses Zeuchs fühlt……. und ich habe erlebt, wie sich die Abwesenheit von Testosteron auf eine Beziehung auswirkt.

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, sie glaubt alles,
hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.

(aus dem Hohelied der Liebe)

Meine Gefühlswelt war schon immer weiblich, trotz Testosteron. Ehemalige Freundinnen äusserten sich immer dahingehend, dass ich überraschend kuschlig und zärtlich war. Ich konnte gut eine Ewigkeit “nur” kuscheln, das sogenannte “Vorspiel” war für mich nicht einfach Vorspiel sondern wesentlicher Teil der gemeinsamen Gefühlswelt. Nichtsdestotrotz war bei all der Zärtlichkeit stets ein primäres Ziel anvisiert, ob ich wollte oder nicht. Sobald genug Körperzellen stimuliert wurden, begann das Testosteron in mir zu kochen und das Kleinhirn zwischen den Beinen übernahm die Kontrolle über das Gesamtsystem. Egal wieviel Zärtlichkeit ausgetauscht wurde, es war schlussendlich eine Frage der Zeit, bis aus Zärtlichkeit Erotik und aus der ursprünglichen Geborgenheit Ekstase wurde. So sehr ich Zärtlichkeit liebte, sie stand schlussendlich doch im Dienst der Sexualität, die fast zwangsläufig folgte.

Als ich vor einem Jahr meine Hormontherapie begann, zuerst nur durch Einnahme von Östrogen, bemerkte ich innert kürzester Zeit, dass sich in mir diesbezüglich vieles veränderte. Sexualität hatte plötzlich keine zentrale Rolle mehr in meinem Leben, Schluss mit Spontanerektionen, schluss mit lüsternen Gedanken. Sexualität war nachwievor etwas Schönes, aber sie stand nicht mehr im Zentrum meines Denkens und Fühlens. Spätestens als ich dem Testosteron mittels Androcur zuleibe rückte, war die Kontrolle der Sexualität über mein Wesen gebrochen. Diese Veränderung schenkte mir eine unglaubliche Ruhe in meinem Inneren. Der sexuelle Drang war bei mir Zeit Lebens sehr stark ausgeprägt und erotische Gefühle bestimmten immer wieder mein Denken und Fühlen, egal ob ich das grad wollte oder nicht, es hatte irgendwie ein Eigenleben.

Viele TransFrauen berichten, dass dieser Hormonwechsel zu einer grossen inneren Ruhe führt. Das Agressionspotential nimmt deutlich ab, man regt sich weniger auf, wird generell ruhiger und sanftmütiger und eben, die Dominanz der sexuellen Triebe nimmt deutlich ab. Natürlich wird man dadurch nicht gleich zu einem asexuellen Wesen, Sexualität ist eine schöne Sache und alle Menschen geniessen das. Aber sie bestimmt uns nicht mehr.

Diese Veränderung meiner Gefühlswelt war für mich eine grosse Befreiung. Der Verlust dieser Übersexualisierung war eine Bereicherung, weil es den Kopf frei machte und ich nicht mehr Dienerin meiner Triebe war. Eigentlich dachte ich, dass das alles war und war zufrieden, dass mein Innerstes zu einer neuen Form von Ruhe gefunden hatte. Aber das war nur das Vorspiel für etwas, was ich nie erwartet hätte, was meinem Leben und meinen Gefühlen neue Tiefen verleihen würde.

Manches kann lächerlich sein
zum Beispiel mein Telefon zu küssen
wenn ich deine Stimme in ihm gehört habe

Noch lächerlicher und trauriger wäre es
mein Telefon nicht zu küssen
wenn ich nicht dich küssen kann

(Erich Fried)

Als ich vor einigen Wochen ein Wochenende bei Juliet war und unsere Liebe so richtig entbrannte, erlebte ich ein Wunder, von dessen Existenz ich nie etwas wusste. Tagelang lagen wir nebeneinander, hielten uns fest, streichelten uns, küssten uns, waren zärtlich zu einander und grenzenlos glücklich. Ein Gefühl von Harmonie und Geborgenheit, die ich in dieser Form nicht kannte. Wir konnten stundenlang ohne Unterbruch aneinander kleben, berührten uns pausenlos, ohne dass auch nur ein Hauch von Sexualität diese Harmonie und Ruhe zerstörte. Da gab es kein Ziel, weil der Weg das Ziel war, da gab es keinen Plan, weil wir uns planlos unseren Gefühlen hingaben. Zärtlichkeit nicht als Vorspiel und Strategie sondern um ihrerselbst willen. Ich erlebte eine Gefühlstiefe von nie erlebtem Ausmass, ein Gefühl der Zweisamkeit, das keinen Vorsatz und kein Ziel kannte, einander einfach zu spüren, egal wie, zu verschmelzen über jede Körperzelle………

Einander zu küssen, ohne sich die Zunge tief in den Rachen zu stecken, einander zu streicheln ohne sich gierig auf primäre oder sekundäre Geschlechtsteile zu stürzen, ein Liebesspiel ohne Ende, weil ohne Ziel kein Ende zu erreichen ist, ein endloser Tanz der Gefühle, erfüllt von einer Ruhe, einer Stille und Harmonie, die tiefe Geborgenheit schenkt, die Vertrauen gibt, weil man jede Sekunde fühlt, dass dieser geliebte Mensch nichts mehr will als das was man soeben gibt und weil man selbst nichts mehr erträumt als das was man jetzt gerade erlebt. Leben und Fühlen im Hier und Jetzt, keine Vergangenheit und keine Zukunft, einfach da sein und spüren, wie sehr man geliebt wird.

Zugegeben, diese Gefühlstiefe hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass Juliet und ich eine tiefe Seelenverwandtschaft teilen, dass unsere Liebe von einer ganz speziellen Art ist, aber ich weiss wie ich früher funktioniert habe, wie mein Körper auf Berührungen reagiert hat. Das was ich da erlebte, wäre nicht möglich gewesen, wenn dieses Testosteron die Macht über mich ergriffen hätte.

Ich will keinesfalls abstreiten, dass Begierde und Ekstase wunderschöne Gefühle sind und dass wilder, hemmungsloser Sex ein wunderschönes Erlebnis ist. Aber diese Zärtlichkeit um der Zärtlichkeit willen, diese Liebe die nichts fordert und nichts im Sinn hat als einfach zu sein, das ist eine Dimension der Liebe, die ich als um ein Vielfaches wertvoller empfinde als die grösste Ekstase. Weil diese Form von Gemeinsamkeit zu seelischen Orgasmen führt, die einem im Innersten erschüttern, weil das Körperliche im Seelischen gelebt wird, weil es Ausdruck von spontaner Ehrlichkeit ist, die in ihrer Gefühlstiefe nahezu unerreichbar ist.

Um nicht missverstanden werden, wir sind keine asexuellen Wesen und auch in unserer Beziehung darf Sexualität zu gegebener Zeit ihren Platz haben – und das wird zum ersten Mal etwas sein, was ich nicht mit Euch teilen werde weil es uns allein gehören wird – aber das ist das erste Mal, dass meine Liebe zu einer Frau allein von meinem Herzen gesteuert wird und nicht mehr von meinen Lenden……… und das ist die reinste und edelste Form von Liebe, die ich je erfahren durfte.

Die Meisten dürften mich für komplett verrückt halten, wenn ich hier sage, dass ein sanfter Kuss auf die Lippen einem zutiefst erschüttern kann und dass eine streichelnde Hand auf dem Rücken intensivere Glücksgefühle auslösen kann als ein Orgasmus. Aber egal wie verrückt es klingen man, ich habe es erlebt und ich gäbe es um nichts im Leben zurück, weil nichts so beglückend ist wie diese so unschuldig wirkende Form der Gefühlsübertragung.

Es ist einige Zeit her, dass ich hier in diesem Blog einen Beitrag schrieb mit dem Titel “Mystik der Zärtlichkeit“. Heute muss ich gestehen, dass ich damals nicht ansatzweise erahnte, wie wahr das ist, was ich dort geschrieben habe. Und ich kann nur – wie damals – einmal mehr den christlichen Mystiker Johannes vom Kreuz zitieren, der im Bezug auf die Gottessuche das ausdrückte, was ich nun selber im Bezug auf die Liebe erfahren durfte:

Ich wusste nicht, wo ich eintrat,
aber als ich mich dort sah,
unwissend, wo ich mich befand,
begriff ich grosse Dinge;
ich werde nicht sagen, was ich empfand,
da ich unwissend blieb,
alles Wissen übersteigend.

Die Macht der Worte

Letztes Jahr habe ich angedroht, dass ich eine Blogserie machen werde über “die Macht der Worte”. Das hat zwei Gründe.

Zum einen hat mich Sprache schon immer fasziniert, weil hinter jedem Wort eine Bildwelt steht und weil adäquate Worte einem ganze Welten eröffnen können. Aber gerade deshalb bedeuten Worte auch Macht, die gebraucht und missbraucht werden kann.

Regelmässige LeserInnen wissen, dass ich oft metaphorische Bilder verwende und auch die Auswahl an Zitaten und Liedertexten sind in der Regel solche, die Sprache zu höchster Kunst machen, die eben nicht nur Worte aneinanderreihen sondern ganze Bildwelten darstellen und einem beim Lesen in Welten entführen können.

Wenn ich schreibe, dass ein Weg den ich gegangen bin schwer war, dann ist die Schwere nicht nachfühlbar, das kann vieles heissen. Aber wenn ich sage, ich sei barfuss durch die Hölle gelaufen, dann kann man sich vorstellen, dass das eben mehr als nur schwer war, man fühlt geradezu wie schmerzlich das sein muss. Und wenn rechtspopulistische Seiten plötzlich von Asylanten anstatt von Asylsuchenden reden, dann wird bei genauer Betrachtung schnell klar, dass diese Bildwahl ein bestimmtes Ziel hat. Es ist ein Unterschied, ob Gott die Welt erschaffen hat oder ob die Welt aus Gott hervorgegangen ist und es ist ein Unterschied, ob Jesus sagt das Reich Gottes sei mitten unter uns oder innerhalb von uns. Und es ist ein grosser Unterschied, ob man von einer transsexuellen Frau spricht oder von einer Transe.

In dieser Serie möchte ich auf verschiedene Aspekte eingehen, eine kleine Auswahl der Themen soll hier mal kurzgefasst angekündigt werden:

  1. Worte beinhalten Bildwelten und die falsche Wahl von Worten kann verwirren oder gar verletzen
  2. Über die Wortgewalt von Gleichnissen und Metaphern
  3. Gezielt gewählte Worte können der Manipulation dienen, die kaum durchschaut wird, wenn man die Macht der Worte nicht kennt
  4. Durch strategisch gewählte Worte wird gezielt politische Hirnwäsche betrieben
  5. Übersetzungen sind immer Übertragungen, die nie ohne Verluste möglich sind
  6. Texte aus anderen Kulturkreisen können nie vollumfänglich verstanden werden
  7. Religiöse Texte müssen im Bewusstsein gelesen werden, dass sowohl durch Übersetzung als auch das kulturelle Unwissen nicht eindeutig zu verstehen sind
  8. Es gibt Dinge, für die es einfach keine adäquaten Worte gibt

Zumindest über diese Punkte und vielleicht noch ein paar mehr werde ich im Verlauf dieses Jahres einzelne Beiträge schreiben, wann das sein wird, ist wie immer bei mir eine Frage des richtigen Moments resp. des äusseren Impulses, der mir das Thema aufdrängt.

Fürs Erste möchte ich einfach mal zum nachdenken anregen, sind wir uns der Macht der Worte bewusst? Kennen wir die Grenzen der Sprache und bemerken wir die Manipulationen, denen wir täglich ausgesetzt sind?

Und wenn ihr redet
Wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?

Lacrimosa – Fassade 1. Satz

Ladies-Night am Despite Konzert

Diese Woche war endlich mal wieder Ladies-Night angesagt und wir Mädels trafen uns in Zürich um im Club Hey ein Konzert von Despite zu geniessen.

Denn Sarah, ein Mädel aus unserer Truppe, spielt in diese Band Schlagzeug. Ich hab die Band noch nie gesehen und war in vielerlei Hinsicht positiv überrascht.

Einerseits war die Musik einfach hinreissend, eine Band jenseits des Mainstreams, einfach eigen, ganz sie selbst und mit einer Stimmung, die einem zeigte, wie sehr diese Musiker ihre Musik lieben.

Für mich das Highlight war jedoch Sarah, die auf ihrem Schlagzeug rumhämmerte wie ein kleiner Derwisch. Gute Musiker erkennt man daran, dass sie in Verzückung geraten sobald sie an ihrem Instrument kleben. Diesbezüglich war die Gute ein Prachtexemplar der leidenschaftlichen Musik. Kaum sass sie hinter ihrem Schlagzeug, hatte sie ein glückliches Lächeln im Gesicht und als sie endlich loslegen durfte und auf ihre Kübel einprügelte, war ihr Gesicht erfüllt von einer Verzückung, die seinsgleichen sucht. Ganz ehrlich, man sieht selten Musiker, die mir soviel sichtbarer Freude spielen – ihr dabei zuzusehen war eine Wohltat für die Seele.

Nicht zuletzt war sie auch beflügelt durch die Tatsache, dass ihre ganze “Girls-Gang” anwesend war und wer diese Frauenclique kennt, ahnt, dass das nicht in unauffälliger Weise geschah.
Vor dem Eingang des Clubs wurde erst mal ein Fanplakat gesprayt, alle Mädels wurden mit einem Glitzerzauberstab bestückt und die Meisten gaben während dem Konzert alles, damit die Leute im Club auch sicher sein konnten, wer hier die Groupies sind ;-)

Ich für meinen Teil war eher zurückhaltend. Als Transfrau gehört es nicht grad zu meinem erklärten Ziel, aufzufallen und irgendwie hätte ich mir gewünscht, ich könnte etwas mehr aus mir heraustreten.
Aber da bin ich wohl nachwievor zu scheu……… aber ich bin zuversichtlich, dass ich im Kreis dieser Ladies auch das noch lernen werde ;-)

Auf jeden Fall war es einmal mehr ein wundervoller Abend, zusammen mit einem Rudel toller Frauen eine ausgelassene Stimmung zu erleben und einem Konzert zu lauschen, das einem wirklich mitreisst.

Also Leute, wer mal die Gelegenheit hat, Despite live zu erleben, der sollte sich das echt nicht entgehen lassen, dafür verbürge ich mich mit meinem Namen ;-) Und wer jetzt neugierig geworden ist, auf ihrer Website kann man sich hier ein paar Stücke anhören – pfeifft’s Euch rein, tut echt gut ;-)

Und hey Ladies, ich kann es nicht oft genug sagen, ich bin wirklich glücklich, Euch zu haben :-)

Selbstmord – die vorweggenommene Niederlage

Ein Plädoyer gegen die Selbstaufgabe…….

Anlässlich eines Films den ich kürzlich sah, erinnerte ich mich an Zeiten, in denen mein Leben keinen Sinn mehr hatte. Zu leben bedeutete auszuharren, weiter zu leiden und in einem Meer aus Hoffnungslosigkeit zu schwimmen. Es gab viele Momente, in denen ich mir nichts mehr wünschte, als dass dieser Albtraum der sich Leben nennt, endlich enden würde. Aber ich habe nie gelernt, aufzugeben und allzuoft verfluchte ich die Tatsache, dass ich die Gabe der Selbstaufgabe nie erlernt hatte. Ich war absolut davon überzeugt, dass ich niemals wirklich glücklich sein könnte und das mein Leben für immer unter diesem Fluch stehen würde. Aber ich konnte nicht aufgeben, weil dann alles bisherige Leiden umsonst gewesen wäre. Ich musste weiter einem Ziel folgen, das ich für unerreichbar hielt, einfach weiter machen, weiter ausharren und hoffen, dass irgendwann die Erlösung folgt.

Heute blicke ich zurück zu diesen Zeiten und frohlocke darüber, dass ich die Gabe der Selbstaufgabe nie erlernt hatte. Carl Jaspers sagte einmal: “Hoffnungslosigkeit ist die vorweggenommene Niederlage”. Ich ahnte immer, dass er Recht hat, auch wenn mir die Hoffnung fehlte, wirklich daran zu glauben.

Nun finde ich mich selbst an einem Punkt, an dem es mir eiskalt den Rücken runter fährt, wenn ich mir vorstelle, dass ich doch fähig gewesen wäre, aufzugeben – mein Gott was hätte ich alles weggeworfen!

Alles was unvorstellbar war, alles woran ich nie zu glauben wagte, ist heute mein Leben. Ich bin eine unbeschreiblich glückliche Frau, jeder Tag der beginnt ist ein Grund zum feiern und im Gegensatz zu früher schreckt mich die Vorstellung, irgendwann sterben zu müssen.

Es gibt viel zu viel Menschen, die nicht mehr daran glauben, dass sie je glücklich sein würde. Und viele von ihnen verwechseln diese Unvorstellbarkeit mit Unmöglichkeit. Und sie geben auf, beenden eine Geschichte, die noch lange nicht fertig geschrieben wäre. Sie bestehlen sich selbst um die letzten Kapitel, von denen sie glauben, dass da nur Schmerz und Trauer drin stehen würde. Und sie zerreissen das Buch ihres Lebens und werfen die letzten Kapitel ins Feuer – und verbrennen vielleicht den schönsten Teil ihrer Geschichte.

Vielleicht hatte ich ja Recht, dass mir im Leben kein Glück geschenkt würde. Aber meine Unfähigkeit aufzugeben zwang mich dazu, mir mein Glück zu erkämpfen – und heute, blicke ich tief gerührt in die neuen Kapitel im Buch meines Lebens und sehe all das Glück, das ich nie zu erhoffen wagte, das ich mir nichtsdestotrotz erkämpft hatte.

Hätte ich damals wirklich aufgegeben, wäre mein Leben nur eine widersinnige Ansammlung von Leiden geblieben, aber nur deshalb, weil mir die Geduld und die Kraft gefehlt hätte, auszuharren und auf die Tage des Glücks zu hoffen. Was für eine grässliche Vorstellung, ich hätte diese Geschichte beendet, bevor ich mir mein Leben aus Frau erzwungen hätte. Wieviele Glücksmomente, wieviel Lachen, wieviele wunderschöne Gefühle hätte ich mir gestohlen, wenn ich nicht die Renitenz gehabt hätte, wider aller Hoffnungslosigkeit weiter zu gehen.

Deshalb möchte ich an all die appellieren, die aufgeben möchten, die glauben am Ende der Kraft angelangt zu sein, denen jegliche Hoffnung fehlt und die sich nicht mehr erträumen können, dass ihr Leben eines Tages von Glück erfüllt sein könnte.

Mir kommt spontan eine Geschichte in den Sinn, die in der schottischen Pipe Musik zu finden ist. Ich glaube, es war Anfang des letzten Jahrhunderts, als ein schottisches Regiment einen Hügel stürmen musste, ein Unterfangen, das nicht viel Hoffnung zulässt. An der Seite dieser Kämpfer war auch ein Piper, der zu Beginn des Gefechts schwer getroffen zu Boden fiel. Aber trotz seiner Verletzungen und trotz den schlechten Chancen für so ein Himmelfahrtskommando, gab er nicht auf, sondern spielte sein War-Tune weiter, das er begonnen hatte. Er spielte “Cock of the north” weiter und seine Gefährten kämpften diesen aussichtslosen Kampf weiter, getragen von der Renitenz ihres Pipers, der ihnen mit diesem War-Tune den Rücken deckte und sie antrieb, wider aller Hoffnungslosigkeit weiter zu gehen. Ich weiss nicht, ob dieser Piper das überlebt hat, aber wenn ich mich recht entsinne, haben sie den Hügel erstürmt und das Unmögliche möglich gemacht – weil sie nicht aufgaben und weil ein Piper unter ihnen war, der selbst verletzt am Boden nicht bereit war, aufzugeben.
NACHTRAG: Morag hat im Kommentarteil darüber informiert, dass der Piper George Findlater hiess. Er hat das “1st Battalian Gordon Highlander” 1897 am “Battle for the Heights of Dargai” begleitet, wurde von zwei Schüssen getroffen, hat überlebt und wurde mit dem “Victoria Cross”, dem höchsten militärischen Orden ausgezeichnet.

Wer sein Leben aufgibt, verschenkt jedes einzelne Lachen, das er in Zukunft noch ausgestossen hätte, er verschenkt jeden Kuss, den er noch empfangen hätte.

Mein Leben scheint mir wie ein Mahnmal und mit meiner Geschichte möchte ich die Hoffnungslosen ermuntern, nie, wirklich nie aufzugeben. Ich bin eine unbeschreiblich glückliche Frau geworden, was vier Jahrzehnte unmöglich erschien und ich habe seit Kurzem die tollste Frau dieser Welt die mich liebt und die ich lieben darf. Mein Leben ist erfüllt von soviel Glück, dass ich immer wieder erschüttert bin, über so eine drastische Veränderung des Lebens.

Das Leben endet an der letzten Seite im Buch des Lebens. Wer vorher aufgibt, betrügt sich um alle folgenden Kapitel und betrügt sich möglicherweise um ein Happy End, das allen bisherigen Schmerz hätte vergessen lassen.

Vor Dir der Berg Du glaubst Du schaffst es nicht
Doch dreh’ Dich um und sieh’ wie weit Du bist
Im Tal der Tränen liegt auch Gold
Komm lass es zu dass Du es holst

Wenn Du jetzt aufgibst wirst Du`s nie versteh`n
Du bist zu weit um umzudrehen
Wenn es auch weh tut so wird es doch gescheh`n
die dunkle Nacht wird mal vergeh’n

(Rosenstolz – Wenn Du jetzt aufgibst)

http://www.youtube.com/watch?v=GbbPEXybNFA

Zigaretten oder Vergewaltigung? Bitte wählen!

Ich hab mich ja langsam daran gewöhnt, dass die Antiraucher-Lobby in einem Akt sektiererischer Kollektivhysterie auf RaucherInnen herumhackt und am liebsten die Ausrottung aller RaucherInnen fordern würde – aber was zu weit geht, geht wirklich zu weit.

Wie 20-Minuten berichtet, hat in Frankreich so eine Nichtraucher-Sekte namens “Les Droits des Non-Fumeurs (DNF)” (Die Rechte der Nichtraucher) soeben eine originelle Kampagne gestartet, in der Jugendliche auf die Gefahren von Rauchen hingewiesen werden. Soweit so gut – aber um das zu illustrieren, werden Bilder wie dieses hier gezeigt und Rauchen mit erzwungenem Oralsex verglichen.

Wie bitte? Wie grenzdebil und entartet muss ein Hirn sein, um Rauchen mit sexuellem Missbrauch zu vergleichen? Vergewaltigung und sexueller Missbrauch sind gang und gäbe und die von Männern dominierten Regierungen dieser Welt tun nichts dagegen, sexueller Missbrauch wird juristisch nachwievor wie ein Kavaliersdelikt behandelt, obwohl die Opfer lebenslang schwer unter den Folgen leiden. So eine Kampagne ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer von sexueller Gewalt. Wer solche Vergleiche zieht und damit sexuelle Gewalt bagatellisiert, ist wirklich schwer gestört, hat absolut kein Rechtsempfinden und kein Mitgefühl, so jemand sollte dringend seinen fehlenden Realitätsbezug therapieren lassen.

Ich habe absolutes Verständnis, dass Nichtraucher ihr Recht auf gesunde Luft einfordern……… und gehe natürlich davon aus, dass diese alle auf ein Auto verzichten, weil sie ja sonst selber ihre Mitmenschen mit gesundheitsschädlichem Rauch verpesten würden.

Nichts gegen rauchfreie Speiserestaurants und ähnliches, aber die kollektive Anti-Rauch-Hysterie nimmt wirklich langsam groteske Züge an. Und eine Gesellschaft, die trotz Klimawandel und unzähligen Kranken und Toten infolge von Autoabgasen nicht bereit ist, etwas zu verändern, muss sich mit Recht fragen lassen, ob sie in ihrem Krieg gegen RaucherInnen nicht eine Art Schuldprojektion betreibt.

Ich stehe dafür ein, dass nichtrauchende Mitmenschen möglichst wenig durch unseren Rauch belästigt werden, das soll so sein. Aber solche Kampagnen zeigen, dass diese kollektive Problem-Projektion langsam Ausmasse annimmt, die einfach nur noch absurd sind.

Damit meine ich auch Sekten wie die Schweizer Lungenliga, die mit geradezu inquisitorischem Eifer hinter RaucherInnen herhetzt, Zigarettenpäckchen mit ekligen Bildern und Suggestivbotschaften verziert, so als ob sie mittels selbsterfüllenden Prophezeiungen die Raucherfrage endgültig lösen möchten……… und sich dabei einen Dreck darum scheren, dass Babies in Kinderwagen auf Höhe von Auspuffrohren durch Städte gekarrt werden.

Nichts gegen ein bisschen Fanatismus, aber spätestens mit so einer Werbung entlarven sich diese Kreise als ein Haufen Psychotiker, die jeglichen Realitätsbezug und jegliche Art von Verhältnismässigkeit verloren haben.

Und – um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen – mir wird echt speiübel wenn ich mir vorstelle, wie sich all die tausenden von Frauen fühlen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, wenn sie vor so einem Plakat stehen.

UPDATE 27.2.2010: Da ich hier scheinbar teilweise missverstanden wurde und den Eindruck erweckt habe, dieser Beitrag richte sich gegen Nichtraucher, habe ich dieses Thema nun nochmal detailiert abgehandelt:
Antirauch-Fundamentalismus unter der Lupe

Wieder mal ein abenteuerlicher Tag

Es gibt ja so Tage, an denen ein tolles Erlebnis das Andere jagt, gestern hatte ich mal wieder so einen Tag – also holt Bier und Popcorn – here we go :-)

Logopädie und Automatismus
Der Morgen begann mit einer weiteren Stunde Logopädie, der Ort an dem brummende Mädels wie ich lernen zu reden. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, geht es nicht darum, seine Stimme nun fortwährend zu kontrollieren sondern darum, durch bestimmte Übungen den Automatismus der Sprechweise zu verbessern. Dabei ist es weniger die Frage wie hoch die Stimme ist als die Frage, wie man etwas ausspricht und betont. Dabei sind die Veränderungen für einem selbst kaum bemerkbar, weil man eben nicht einfach von heute auf morgen anders spricht sondern diese Übungen das Sprechen langsam verändern. Ich hatte umstandsbedingt mehrere Wochen Pause und wurde dann von der Logopädin mit der Aussage überrascht, dass meine Stimme deutlich sanfter geworden ist. Na sowas hört man gern, vorallem wenn man selbst davon nix mitkriegt. Es scheint also etwas zu bringen und das ohne dass ich mein Sprechen bewusst kontrollieren muss. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

Barttragen im Auftrag von Amnesty
Wieder am Computer angelangt, ereilte mich eine Meldung von Amnesty International, die zu einer Solidaritätsaktion auf Facebook aufrief, für den in Lybien als Geisel gehaltenen Max Göldi. Dazu sollte man einerseits eine Online-Petition unterschreiben und anderseits das eigene Profilbild auf Facebook für einen Tag durch ein Bild von ihm ersetzen. Brav wie ich bin, hab ich natürlich beides gemacht. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass es gerade für mich irgendwie ein grusliges Gefühl war, ein bärtiges Gesicht als Profilbild zu verwenden. Aber was tut man nicht alles für Amnesty ;-)

Flug gebucht – Ostern verlängert
Ende Nachmittag ging ich dann mal wieder die Flugpreise für Ostern durch und stellte fest, dass die Preise stetig steigen. Irgendwann kam mir die Idee, mal frühere Hinflüge resp. spätere Rückflüge in die Suche mit einzubeziehen und dann fand ich eine Kombination, die nicht nur bezahlbar war (150 Euro) sondern mein Weekend mit Juliet in wundervoller Weise erweiterte. Anstatt Freitag morgen bis Montag Abend, was faktisch Freitag Mittag bis Montag Ende Nachmittag hiess, hatte ich da eine Variante von Donnerstag Mittag bis Dienstag Morgen, was faktisch Donnerstag Ende Nachmittag bis Dienstag Morgen bedeutete. Trotz blonder Haarfarbe konnte ich da ausrechnen, dass wir somit zwei Abende mehr hatten und die Anzahl ganzer Tage von zwei auf vier anstieg. Rein stundemässig ist es nicht sooooo viel mehr, aber die gefühlte Zeit wurde damit deutlich höher. Jauuuuu, da war Dianchen natürlich ganz aus dem Häuschen, freute sich wie bekloppt und buchte sofort diesen Flug.

Blond + hysterisch = doof
Aber eben, wenn ein blondes Mädel sich sooooo freut, dann bewegt sich der Geisteszustand schnell mal irgendwo zwischen Hysterie und völliger Idiotie und so kam was kommen musste. Nachdem die Bestellung durch war, stand da am Bildschirm, dass ich ne Bestätigung via Mail krieg. Ich guckte nach, fand aber nix. Also zurück auf die Website, alles nochmal lesen……….. hmmmmm………. da bemerkte ich, dass ich als Mailadresse gmx.ch anstatt gmx.net angegeben hatte. *kreisch*. Damit wurde aus totaler Begeisterung erstmal totale Panik. Denn bei diesen Ticketreservationen kriegt man nix per Post sondern nur eine eTicket Nummer via Mail, damit kann man am Flughafen die Bordkarte einlösen. Könnte man – hätte man denn diese eTicket Nummer. Zwei Stunden lang ging dann eine Mailerei zwischen mir und dem Support los und kurz vor einem Nervenzusammenbruch kriegte ich dann meine eTicket Nummer an meine richtige Mailadresse. Die Welt war gerettet, fünf Abende mit Juliet, wow wie schön das Leben doch sein kann :-)

Endlich Volumen im Haar – nieder mit den Augenbrauen
Und dann gings auch gleich schon weiter, denn meine neue Coiffeuse hat mich kurzfristig aufgeboten, um die Stufung meiner Haare zu erweitern, damit ich endlich etwas Volumen in die Haare krieg. Die sind einfach zu schwer und zu lang und ohne rechte Stufung sieht das einfach nach nix aus, alles hängt da nur blöd rum. Ausserdem sollten meine Augenbrauen endlich mal ein wenig in Form gebracht werden. Und so kams dann auch und zu meiner grossen Begeisterung hat das Mädel meine Haare sowas von aufgelockert, dass ich heute morgen grad mal kurz mit der Bürste durchging, einmal die Birne schüttelte und ne prächtige Frisur hatte. Die Augenringe auf dem Bild da oben bitte ignorieren ;-) Endlich sieht das aus wie ich mir das vorstelle. Und auch die Augenbrauen sind deutlich feminimer geworden, obwohl wir da erst mal nur wenig trimmten. Alles in Allem war es ein voller Erfolg und ich freute mich heute den ganzen Tag über meinen neuen Kopfschmuck :-) Ahja und erneut durfte ich stolz die Antwort geben: Ja die Haare sind echt und ja, die Farbe auch *stolzerhebtihrhaupt*

Vier Mädels und ein transologisches Gespräch
Die ganze Haarerei fand im Studio einer Freundin von ihr statt, die ich letzte Woche am Despite Konzert kennenlernte. Ausserdem kam dann noch ihre Mutter dazu, die ich wiederum schon lange kenne und die auch an meiner ersten Ladies-Night war und so hatten wir zu Viert schnell mal einen Riesenspass zusammen und – man ahnts – gingen anschliessend in die benachbarte Bar (oder sowas) und quaselten miteinander.

Unter Anderem gings einige Zeit über das Thema Transsexualität und ich erfreute mich einerseits daran, dass ich mal wieder meine Sicht der Dinge zum Thema kundtun konnte, noch mehr erfreute ich mich aber einmal mehr darüber, dass meine Mitmenschen unglaublich offen und verständnisvoll sein können. Und spätestens, als meine neuste Freundin in dieser Runde mir sagte, dass ich sehr weiblich aussehe, war ich wirklich gerührt und beglückt. Gerade in dieser Frauenclique ist es wirklich unglaublich, ich kam da als fremdes T-Girl in die Runde und wurde von allen absolut ernst genommen. Das tut sowas von gut, das können sich Aussenstehende gar nicht vorstellen.

Der Kebab-Mann und die hübsche Madame
Aber damit nicht genug, der Tag hatte noch mehr Komplimente für mich vorbereitet. Im Heimatort angekommen wollte ich an meinem Stamm-Kebabladen ein Dönertier aufladen, aber da der Laden mit spätpupertären Jungs überfüllt war und so Gruppen um diese Zeit für T-Girls wie mich nicht grad die ideale Umgebung sind, habe ich den zweiten Kebab-Stand unter Beschlag genommen. Dort wurde ich von einem freundlichen, grauhaarigen Mann begrüsst mit “Madame, was wünschen Sie” und ich war sogleich beglückt über diesen Umgang. Wenn mich jemand mit Madame begrüsst, schmelze ich einfach weg. Ich bestellte dann wie es sich gehört einen “Kebab im Fladenbrot mit chli scharf und ohni Tomate”. Er legte das Fladenbrot in den Ofen und während er wartete, guckte er mich an und sagte plötzlich unvermittelt und mit ehrlicher Stimme: “hübsche Madame”. Ich strahlte sogleich wie ein frisch explodiertes AKW und eine Stimme in meinem Kopf meckerte: “Schätzchen, grins nicht so bekloppt wenn Dir Jungs Komplimente machen, bleib cool Mädel”, aber da bin ich irgendwie wehrlos, bei Komplimenten kipp ich einfach weg, das ist echt Honig für mein Selbstbewusstsein. Jedenfalls dackelte ich dann schon bald mit nachwievor stolzem Gesichtsausdruck und meiner Kebab-Beute nachhause. Ausnahmsweise ass ich den unterwegs, was eigentlich ein absolutes no-go ist, weil man sich dabei vollkleckert, aber es war bald zehn Uhr und ich sehnte mich schon so nach dem täglichen Blabla mit Juliet, dass einfach jede Minute zählte.

Aufrüstung in Sachen Blabla
Apropos Blabla mit Juliet….. mein Akku hindert uns ja täglich an ausgiebigen Gesprächen, weil der nach gut zwei Stunden schon den Geist aufgibt (kann ja nix sein für Mädels, sowas). Als ich zuhause den Briefkasten öffnete, war ein gelber Zettel von der Post drin, der mich darüber informierte, dass ich mein neues Telefon abholen kann, dass ich am Wochenende bestellt hab. Zehn Stunden Sprechzeit soll das Ding haben, ich denk nun sind wir gerüstet, um die Deutsche Telekom zu ruinieren. Vier Euro zahlt Juliet monatlich für ne Flatrate in die Schweiz, dafür telefonieren wir nun monatlich so an die 50 Stunden. Das können wir noch toppen, wetten? Also kauft vorläufig keine Aktien bei der Deutschen Telekom, die gehn bald den Bach runter :o)

Juliets Outing-Spass
Kaum zuhause gegekommen, ging unser daily-blabla los und wie so oft in den letzten Tagen erheiterte sie mich mit Erzählungen von ihren “Outings”. Es hatte ja schon bei mir was real-satirisches, Freunden und Bekannten zu erzählen, dass ich gar kein Kerl bin wie sie immer meinten und fortan Diana heisse. Aber bei ihr ist das fast noch ne Spur kurioser, weil Juliet eigentlich gar nicht auf Mädels steht, ich bin das erste Mädel bei der sie eine Ausnahme macht…. und wie ich hoffe, auch das Letzte :-) Und so ergeben sich dann Gespräche wie beispielsweise dieses (etwas frei nachgeplaudert):

Sie: An Ostern seh ich mein Schatzi
Er: Oh schön, kommt er Dich besuchen?
Sie: Nicht er – sie!
Er: Ah Sie………. *denkpause*….. (3….2….1….) *funkensprüht*….. SIE?
Sie: Ja *schelmischgrinst*
Er: Oh ich wusste gar nicht, dass Du auf Mädels stehst
Sie: tu ich auch nicht, ich liebe nur Diana
Er: ????? *sicherungdurchbrennt*

Und wie auch ich, erlebt auch sie, dass Menschen überraschend offen sind. Die Meisten Reaktionen gehen in Richtung: Wo die Liebe hinfällt, da will sie halt hin…… wenn Ihr Euch liebt, dann spielt weder Geschlecht noch Distanz eine Rolle…,….
Letztes Jahr habe ich hier ja mal meine Sorge kundgetan, dass LebenspartnerInnen von Transfrauen die gesellschaftliche Stigmatisierung zwangsläufig teilen müssen. Aber einmal mehr darf ich zur Kenntnis nehmen, dass Menschen vorallem im persönlichen Umfeld extrem offen sind. Dafür möchte ich der ganzen Welt einfach mal kollektiv danke sagen :-)

Übrigens, auch meine zukünftige Schwiegermama weiss unterdessen, dass ihre Tochter ihr eine transsexuelle Schwiegertochter beschert hat und auch sie hat das wirklich toll aufgenommen. Sie und ihr Freund werden uns an Ostern besuchen und ich hab den Eindruck, sie freut sich genauso wie ich, dass wir uns endlich mal kennenlernen, nachdem wir über Juliet soviel Gutes von einander gehört haben.

Diana wird Germanin
Und weil wir’s grad von meiner Süssen haben und von unseren Telefonen….. etwas sehr Seltsames passiert da in letzter Zeit mit mir. Als Software-Bunny guck ich ja den ganzen Tag in den Bildschirm und quatsch eher wenig mit meinen Jungs im Geschäft. Wir haben zwar immer mal zwischendurch Spass zusammen und müssen ab und zu auch was programmtechnisches beratschlagen, aber in der Regel red ich da nicht soooo viel, muss ja schliesslich ackern. So kommt es, dass ich unterdessen die meisten Zeit meines Alltags – eben diese täglichen zwei Stunden am Abend – mit Juliet plappere und das tu ich natürlich in Hochdeutsch, sonst versteht die ja nix. Dass das mittlerweile recht fliessend ist und schon fast so maschinengewehrartig wie bei ihr, war ja soweit anzunehmen. Aber das Verrückte ist, dass ich unterdessen öfters auch hochdeutsch denke und manchmal im Gespräch mit Schweizern fast ins Hochdeutsche rutsche. Als ich kürzlich an der Uni bei meiner Psychologin war, die selber Deutsche ist und mit der ich immer Schweizerdeutsch geredet hab, bemerkte ich nach einer halben Stunde, dass ich die ganze Zeit im Rattertempo hochdeutsch auf sie eintextete. Echt strange, es scheint als ob Hochdeutsch langsam zu meiner Hauptsprache wird, ich werd also immer mehr zur Germanin. Das ist soweit auch korrekt, meine mütterliche DNA stammt aus dem germanischen Raum, ich bin also mütterlicherseits eh Germanin. Aber dass ich eines Tages hochdeutsch denke, hätt ich nun doch nicht erwartet.

So das wars mal wieder, die Tasten glühen, ich bin todmüde, es ist gleich ein Uhr und ich bin immer noch nicht abgeschminkt, ich denk das wars dann mal wieder, schlaft gut und bis zur nächsten Bier-Popcorn-Plauderei ;-)

Antirauch-Fundamentalismus unter der Lupe

Diese Woche habe ich mich sehr aufgeregt über eine Antiraucher-Kampagne einer französischen Gruppierung, in der Rauchen mit sexuellem Missbrauch gleichgesetzt wurde. Aufgrund von Reaktionen aus dem privaten Umfeld muss ich befürchten, dass ich da missverstanden wurde. Das ist nachvollziehbar, denn erstens habe ich mich wirklich grausam aufgeregt und zweitens viel zu kurz gefasst, um richtig verstanden zu werden. Dabei habe ich verschiedene Aspekte so eng zusammengefasst, dass kaum durchschaubar war, worauf ich hinauswollte. Das möchte ich nun nachholen und die einzelnen Aspekte einzeln durchgehen.

Nichts gegen Nichtraucher – ich wär es selber gerne
Um das gleich zu Beginn klarzustellen, ich habe nichts gegen Nichtraucher, ganz im Gegenteil, ich beneide sie um ihre Suchtfreiheit und wäre glücklich, auch dieser Gruppe anzugehören. Ich störe mich zwar an dem was ich Schuldprojektion nannte und das ich weiter unten ausführen werde, aber ich habe vollstes Verständnis, dass Nichtraucher nicht mit Rauch belästigt werden und bin auch der Meinung, dass sie ein Recht haben, diesbezüglich im Rahmen der Vernunft geschützt zu werden.

Bagatellisierung von sexueller Gewalt
Thema meines damaligen Beitrags und Grund meiner spürbaren Wut war eine Werbekampagne der DNF (Les Droits des Non-Fumeurs), die ein Foto zeigte, auf dem eine Frau in einer Haltung gezeigt wird, die an erzwungenen Oralsex erinnert, nur dass anstelle eines Penis eine Zigarette aus dem Schoss des Mannes ragte. Bilder sagen mehr als Worte und dieses Bild trägt zwei Botschaften. Zum einen sagt es bildhaft aus, dass Raucher genauso sind wie Vergewaltiger – eine Aussage, die aufs Gröbste ehrverletzend und völlig realitätsfremd ist. Passivrauchen ist ungesund, das will niemand abstreiten. Aber niemand wird lebenslang traumatisiert wegen einer Zigarette, sehr wohl aber wegen sexuellem Missbrauch. Die zweite Botschaft ist, dass Opfer von sexueller Gewalt eigentlich nicht schlimmer dran sind wie Passivraucher und spätens hier wird so eine Bildbotschaft einfach nur noch pervers. Oder glaubt jemand allen Ernstes, dass eine passiv mitrauchende Frau lieber vergewaltigt würde? So eine Gleichsetzung ist eine Bagatellisierung eines der schlimmsten Verbrechen, das von Männern verübt wird. Millionen von Frauen werden vergewaltigt und Millionen von Kindern sexuell missbraucht. Diesen Opfern so zu sagen, dass sie eigentlich nur sowas wie passiv geraucht hätten, ist menschenverachtend. Wer solche Vergleiche zieht, hat offensichtlich jeglichen Realitätssinn verloren oder ist ein gewissenloser Mensch, dem jede Achtung vor der Würde des Menschen fehlt. In meinen Augen ist sexuelle Gewalt eines der schlimmsten Verbrechen das es gibt und bis heute wird es juristisch als Bagatelldelikt behandelt, die meisten sexuellen Gewalttaten werden nicht bestraft, weil sie entweder nicht beweisbar sind oder weil es ja nicht so schlimm war. Und genau so idiotische Verzerrungen wie dieses Bild bestärken diese Tatsache und sie ermutigen Täter gerade dazu, einer wehrlosen Frau bei Gelegenheit “mal eine Zigarette anzubieten”.

Gleichstellung von RaucherInnen und Mördern
Das zuweite Bild meines Beitrags zeigte ein original Foto eines Mafia-Mordes. Ein Mann liegt in einem Restaurant tot in einer Blutlache, ein Mafia-Killer hat gemütlich das Lokal betreten und diesen Mann kaltblütig und vorsätzlich erschossen. Die Fanatiker der Zürcher Lungenliga missbrauchten dieses Bild um zu illustrieren, dass Passivrauchen tödlich sein kann. Aber mit diesem Bild setzen sie RaucherInnen mit Mördern gleich, mit Menschen die für Geld kaltblütig und bewusst andere Menschen töten. Auch hier gilt dasselbe wie oben. Zum einen ist es realitätsfremd und höchstgradig ehrverletzend, RaucherInnen mit kaltblütigen Mördern gleichzusetzen. Zum anderen ist es ein Schlag ins Gesicht aller Erschossenen und Erstochenen dieser Welt, wenn der Mord an ihnen mit dem Rauchen einer Zigarette gleichgesetzt wird. Überzeichnete Bilder sind gut und manchmal wichtig, um die Dramatik von etwas darzustellen. Aber so eine Gleichsetzung ist wirklich völlig jenseits der Realität. Oder wäre es angepasst, auf die Risiken von Autounfällen hinzuweisen mit Bildern von Auschwitz? Sorry aber irgendwo hat jede Überzeichnung ihre Grenzen und da wurde ein Mass überschritten, das nur von sehr kranken und fanatisierten Hirnen stammen kann.

Schuldprojektion und Recht auf saubere Luft – aber bitte mit dem Auto
Vielleicht war es ein Fehler, dass ich mir in der Mitte des Beitrags einen Seitenhieb nicht verkneiffen konnte, indem ich sagte, dass ich das Recht von Nichtrauchern respektiere und selbstverständlich davon ausgehe, dass sie selber kein Auto fahren, weil sie ja sonst als Luftvergifter kaum den Anspruch auf saubere Luft erheben dürften. Aber da ich das aufgeworfen habe, muss ich das jetzt auch etwas genauer erklären. Ich beschäftige mich seit einem Jahrzehnt mit Umweltschutz und erlebe genauso lange, dass diese Gesellschaft zwar zur Kenntnis nimmt, dass wir diese Welt immer mehr in Schutt und Asche legen, aber nicht im Geringsten bereit ist, etwas dagegen zu tun. Niemand will seinen Mobilitätswahn einschränken. Niemand will etwas mehr bezahlen für Autos die weniger Abgase rauslassen. Man empört sich über höhere Benzinpreise oder Umweltsteuern, die unsere Masslosigkeit etwas einschränken könnten. Wir wissen heute, dass der Klimawandel menschgemacht ist und dass nur eine massive CO2-Reduktion verhindern kann, dass die nächsten Generationen abkratzen wie die Fliegen. Es wird geschätzt, dass jährlich weltweit etwa 150 bis 200 Millionen Menschen an den Folgen von Autoabgasen sterben. Asthmakranke vermehren sich von Jahr zu Jahr und jeder Facharzt bestätigt, dass diese Entwicklung mit der Luftverschmutzung zu tun hat. Und was tun wir dagegen? Wir müssten ja etwas an unserem Lifestyle ändern, müssten uns einschränken, jeder von uns. Aber das wollen wir nicht und das löst unbewusste Schuldgefühle aus. Und was tut der Mensch in so einem Fall? Er sucht einen Sündenbock und projeziert die eigene Schuld auf Andere, idealerweise auf eine Minderheit. Es ist interessant zu beobachten, dass die Forderung nach “sauberer Luft” zuuuufällig genau in den Jahren begann, als das Thema Luftverschmutzung in allen Medien war und ins Bewusstsein der Menschen drang. Das Thema Luftverschmutzung ist verschwunden aus dem Alltag der Menschen und die nichtrauchende und autofahrende Mehrheit erfreut sich an rauchfreien Pubs und Bars, auch wenn sie da gar nie hingehen, hauptsache saubere Luft und hauptsache wir können nachwievor mit unseren Autos in diese rauchfreien Beizen fahren. Und einäugige Fundamentalisten von Lungenliga und Konsorten fordern, dass Angestellte in Bars nicht dem Rauch ausgesetzt sind, ignorieren aber alle Strassenarbeiter die 8 Stunden mit Autoabgasen vollgepumpt werden, genauso wie sie Babies in Kinderwagen vergessen, die auf Auspuffhöhe durch Städte fahren und bürgerliche Politiker bekämpfen Russfilterpflicht bei Baumaschinen und in der Landwirtschaft. Bei all dem werde ich den Verdacht einfach nicht los, dass diese Gesellschaft Opfer einer kollektiven Schuldprojektion wurde.
Berliner Zeitung: Autoabgase sind eine häufige Todesursache

Suggestivbotschaften und selbsterfüllende Prophezeiungen
Nebenbei habe ich erwähnt, dass eine Koalition von BAG (Bundesamt für Gesundheit) und Lungenliga und Konsorten RaucherInnen mit Psychoterror zuschüttet und dabei Suggestivbotschaften einsetzt, die zwangsläufig zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden. LeserInnen, die auch die Links gelesen haben, die ich an dieser Stelle beigefügt habe, dürften verstehen was ich gemeint habe. Den Anderen sei es hier nochmal erklärt. Jeder Mensch ist empfänglich für Suggestionen, das kann jeder Psychologie bestätigen. Wenn Du einem Kind täglich sagst, dass es nichts taugt, wird es das irgendwann glauben. Und wenn Du auf jedes Zigarettenpack schreibst, dass Rauchen tödlich ist, dann ist es das irgendwann. So etwas nennt man selbsterfüllgende Prophezeiungen, ein Phänomen das in der Psychologie seit Langem bekannt ist. Alle RaucherInnen wissen ganz genau, dass Rauchen schädlich ist, sie wissen dass sie sich die Lunge zukleistern und sie wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, aufgrund des Rauchens an etwas zu erkranken oder daran zu sterben. Jeder kann Lungenkrebs bekommen, wer Raucht hat ein erhöhtes Risiko. Aber die Aussage: “Rauchen IST tödlich” ist in dieser Absolutheit nicht wahr. Und was eben das Schlimme daran ist, wenn jemand tagtäglich zwanzig Mal liest, dass er sterben wird, dann erhöht sich das Risiko, dass das tatsächlich passiert, um ein Vielfaches. Mit diesen Sprüchen sagt man RaucherInnen nichts, was sie nicht schon wissen, aber man verhängt Todesurteile, die bei zwanzigfacher Wiederholung täglich zu einem Psychoterror werden. Um ehrlich zu sein, müsste man also auf die Rückseite jedes Zigarettenpakets auch schreiben: “Das Lesen dieser Suggestivbotschften ist tödlich”. Es geht mir dabei nicht darum, dass man nicht vor den Risiken warnen soll, so wie früher auch ehrlich auf den Zigaretten stand: “Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit”. Aber Menschen zig mal täglich mit absoluten Todesurteilen zu zermürben, ist aus psychologischer Sicht nichts anderes, als dass man Menschen in den Tod treibt. Das mag jetzt alles wie dummes Geschwätz klingen, für alle die sich nie mit der Macht von Suggestionen und selbsterfüllenden Prophezeiungen auseinandergesetzt haben. Aber ich habe mich darüber genug informiert, um zu wissen, dass man mit so radikalem Psychoterror die Todesrate von RaucherInnen zwangsläufig erhöht. Wer hierzu widersprechen möchte, sei dazu herzlich eingeladen, aber nicht ohne sich vorher mit diesen zwei Themen auseinanderzusetzen.

Klarstellung
Und um sicher zu sein, dass es wirklich klar ist, ich beneide Nichtraucher um ihre Suchtfreiheit und nichts liegt mir ferner als Rauchen zu befürworten. Ich wünsche mir wirklich, irgendwann aus dieser elenden Sucht aussteigen zu können. Ich habe auch nichts gegen die Lungenliga als Solches, die leistet gute und wichtige Arbeit. Aber das Ausmass an Psychoterror, dem man in letzter Zeit durch solche fanatischen Organisationen ausgesetzt ist, ist meines Erachtens menschenunwürdig – so gut es vielleicht auch gemeint sein mag. Ich spreche mich hier also nicht für das Rauchen aus und nicht gegen Nichtraucher, aber ich protestiere dagegen, dass RaucherInnen derart verteufelt werden.

Macht der Worte: Bildwelten

Wie angekündigt, wollen wir uns mit der “Macht der Worte” beschäftigen, eine wichtige Grundlage für diese Betrachtungen ist das Bewusstsein von Bildwelten. Worte sind nicht einfach nur eineinandergereihte Buchstaben und sie sind mehr als das was in einem Duden steht. Worte portieren Bilder, manchmal ganze Bildwelten, die bei der Verwendung eines Wortes mitschwingen. Wer Worte verwendet, deren Bildwelt beim Empfänger nicht der geplanten Aussage entspricht, wird missverstanden oder er verletzt oder manipuliert. Deshalb ist es wichtig, sich einerseits bewusst zu sein, dass Worte eben Bildwelten beinhalten und es ist wichtig, dass man im Bewusstsein dessen Worte adäquat wählt.

Beispiel: Schimpfworte
Ein gutes Beispiel sind Schimpfworte. Wir alle verfügen über ein grosser Arsenal von Schimpfworten, die wir in der Regel unbewusst aber doch oft situationsadäquat verwenden. Betrachten wir ein paar Beispiele.

  • Ein Schwein ist dreckig, in der Übertragung auf den Menschen nicht nur körperlich sondern auch geistig
  • Eine Drecksau ist ein ganz übles Tier
  • Ein Esel ist dumm, nicht böse aber halt doch etwas doof
  • Eine Schlange ist hinterlistig, ihr ist nicht zu trauen, ihr Biss kommt unerwartet und ist tödlich
  • Ein Idiot ist dumm, man nimmt ihn nicht ernst
  • Ein Arschloch wird mit Fäkalien assoziiert
  • Eine Ratte, lebt im Untergrund, ist Überbringer der Pest, also eine grosse Gefahr

Dabei spielt es keine Rolle, ob Schlangen tatsächlich hinterlistig sind, sie ist es in unserer Vorstellung und wenn man jemanden so betitelt, überträgt man diese Vorstellung und die damit verbundene Wertung.

Beispiel: Wertzumessungen
Ein anderes Beispiel sind all die Attribute der Wertzumessung:

  • Billiges ist auch wertlos, schlecht verarbeitet, nicht wirklich empfehlenswert
  • Preiswertes ist den Preis wert, also nicht zu teuer aber auch nicht schlecht
  • Günstiges ist als würde man in der Gunst stehen, etwas zu speziell guten Konditionen zu erhalten

Worte der Liebe
Gerade die Liebe kennt eine Vielzahl von Bildwelten, die im Speziellen in der Poesie ihren höchsten Ausdruck finden:

  • Ein Sonnenschein bringt Licht ins Dunkel, wärmt einem und erhellt das Gemüt
  • Ein Schatz ist ausserordentlich wertvoll, nahezu unbezahlbar und schwer zu finden
  • Die Liebste ist einzigartig, nicht zu übertreffen, weil der Superlativ keine Steigerungsform kennt
  • Ist jemand liebenswert, liebt man ihn nicht nur, er ist es auch wert so geliebt zu werden
  • Süss zu sein bedeutet, mit dem angenehmsten Geschmackstoff verglichen zu werden

Worte sind Wertungen
Für vieles gibt es verschiedene Worte, die vermeintlich dasselbe sagen, in Wirklichkeit aber ganz andere Bildwelten darstellen. Nehmen wir Transsexualität als Beispiel:

  • Eine transsexuelle Frau ist primär eine Frau, das Attribut “transsexuelle” ist nur eine Spezifizierung, die etwas genauer sagt, was für eine Art von Frau sie ist, aber die zentrale Aussage ist: Sie ist eine Frau – und zwar eine transsexuelle.
  • Beim Wort TransFrau gilt dasselbe, wie die Putzfrau, die Kauffrau oder die Hausfrau, geht es immer um eine Frau, der vorangestellte Teil gibt nur näher Auskunft über die Art des Frauseins.
  • Nennt man jemanden eine Transsexuelle, reduziert man sie durch das Weglassen des Wortes “Frau” auf das Attribut, so als würde man von einer Putze sprechen bei einer Putzfrau. Im diesem Fall reduziert man die transsexuelle Frau auf ihre Krankheit resp. ihre Andersartigkeit und beraubt sie um ihr Frausein.
  • Wird eine transsexuelle Frau “ein Transsexueller” genannt, wird dieser Frau das Geschlecht sogar explizit abgesprochen, es ist Ausdruck höchster Ignoranz.
  • Das Wort “Transe” wiederum ist ein sehr abschätziges Schimpfwort, das genauso verletzend ist wie wenn man invalide Menschen Krüppel nennt oder dunkelhäutige Menschen Nigger. Es ist despektierlich und entwürdigend.

Analog dazu kann man auch geistige Behinderungen betrachten, auch da kann jemand eine Behinderung haben, ein Behinderter sein bis hin zum Gestörten. Was für ein Wort man verwendet, zeigt wieviel Achtung man diesem Menschen entgegenbringt und wie ernst man ihn nimmt.

Das Bild muss nicht dem Wort entsprechen
In der Sprache gibt es viele Formulierung, deren Bildwelt nicht dem wörtlichen Sinn entsprechen.

  • Eigenartig heisst, eine eigene, nicht dem Normalfall entsprechende Art zu sein. Wir assoziieren Eigenartigkeit aber mit etwas Befremdendem, eigenartig ist seltsam und suspekt, obwohl eigentlich nichts dagegen spricht, eine eigene Art zu sein oder zu haben.
  • Transsexualität bedeutet, dass das biologische Geschlecht (englisch ‘sex’) verkehrt ist. Aber weil das Wort “Sexualität” im Gegensatzu zur englischen Sprache auf Deutsch nur Sexualität und nicht auch Geschlecht bedeutet, kann man sich der Vorstellung nicht entziehen, dass es sich hier um ein sexuelles Phänomen handelt.

Das ist einer von vielen Gründen, weshalb Texte nie klar eins-zu-eins übersetzt werden können. Weil Worte nicht in jeder Sprache oder Kulturraum oder Gesellschaftsschicht dieselbe Bedeutung haben resp. gleich verstanden werden.

Diskrepanz zwischen Sprechendem und Hörendem
Fatal an Bildwelten ist die Tatsache, dass nicht der Absender die Bildwelt bestimmt sondern der Empfänger. Wenn mich jemand eigenartig nennt, liegt es allein an mir, ob ich das als Kompliment oder als Beleidigung auffasse. Wer etwas ausspricht, muss sich bewusst sein, dass das von ihm verwendete Bild möglicherweise vom Angesprochenen völlig anders verstanden und empfunden wird. Anderseits muss sich der Angesprochene bewusst sein, dass seine Interpretation des Gehörten möglicherweise nicht mit der gemeinten Aussage übereinstimmt. Daraus haben wir zwei Dinge zu lernen. Wer spricht, sollte bildhafte Worte so adäquat wie möglich wählen. Wer hört, sollte seine eigene Interpretation als möglicherweise falsch verstanden wissen. Viele Missverständnisse und viele Konflikte entstehen allein deshalb, weil jemand Worte verwendet, deren Bildwelt er anders sieht als der Angesprochene sie dann interpretiert. So kann ein gesprochenes Wort zu einer scharfen Klinge werden.

Fazit: Sich der Bildwelten bewusst sein und respektvoll damit umgehen
Allein über das Thema “Bildwelten von Worten” könnte man Bücher schreiben, ich belasse es mal bei diesem kurzen Einblick, das sollte reichen als Fundament für die weiteren Betrachtungen. Wichtig ist, dass man sich dieser Bildwelten bewusst ist und versucht, Worte wirklich adäquat zu verwenden. Weil man sonst im besten Fall missverstanden wird, im schlimmsten Fall verletzt.



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