(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Haltung bewahren, Ladies!

Heute hatte ich zum dritten Mal Logopädie und ich war einmal mehr überrascht und froh darüber, dass meine Logo-Lady ihre Hilfeleistung auch auf nonverbale Themen ausweitet.

Heute kamen wir unter anderem auf das Thema Körperhaltung, etwas was vermutlich einige unterschätzen dürften. Eine “falsche Körperhaltung” kann das ganze Passing schnell mal zur Sau machen. T-Girls die mit O-Beinen rumstampfen oder breitschultrig rumlaufen, dürften auch mit der besten Schminkerei sehr männlich wirken.

Aber auch das Umgekehrte kann ins Auge gehen. Wenn ein T-Girl im Catwalk durch die Strassen läuft, hält man sie für durchgeknallt oder zumindest überkandidelt, garantiert aber für “unecht”. Der Grundsatz lautet also, typisch männliche Bewegungen und Haltungen vermeiden und typisch Weibliche anzueignen, ohne es dabei zu übertreiben. Ist a bissrl wie beim Schminken, zuviel Farbe wird schnell clownhaft und das wollen wir ja nicht unbedingt.

Laufen, stöckeln oder stolpern
Beim Laufen hab ich scheinbar Glück. Schon meine herzallerliebste Juliet sagte mir am Wochenende, dass es nett aussieht, wenn man hinter mir her läuft. Dieser Meinung war auch meine Logopädin, also glaub ich’s vorerst mal. Grad das Laufen ist ja nur schwer selber bewertbar, weil ich nur sehr selten hinter mir her laufe. Umso mehr freue ich mich, wenn mir jemand sagt wie es für andere aussieht und wirkt. Man sieht auch bei Bio-Frauen öfters mal Exemplare, die auf Pumps laufen wie ne betrunkene Giraffe auf Rollschuhen oder die auch mit hohen Absätzen einen stapfenden Schritt hinkriegen, wie es der Bauer von nebenan nur mit Gummistiefeln schafft. Dementsprechend bin ich froh, wenn meine Stöcklerei soweit mal ok ist. Der Schritt einer Frau kann für uns T-Girls sehr verräterisch sein, es lohnt sich also, sich hier von Freunden helfen zu lassen. Seltsamerweise klappte das bei mir von alleine. Mir hat mal vor langer Zeit n’Mädel gesagt, dass man auf Pumps gut laufen kann, wenn man die Hüften nicht verkrampft, dann wird der Schritt automatisch etwas katzenhaft. Mehr hab ich nicht gemacht, als eben locker bleiben und scheinbar war das schon die halbe Miete.

Stehen mit Stil
Auch wenn man sinnlos herumsteht, kann man so wirken, als ob man ein Schild über den Kopf hält auf dem “Mann in Frauenkleidern” steht. Dieses Thema haben wir nur kurz gestreift und scheinbar ist meine Steh-Haltung im Wesentlichen ok. Ich will nur kurz an einem Extrembeispiel zeigen, wie fatal es sein kann, wenn man’s eben falsch macht. Früher hatte ich so ne Eigenart, dass ich beim Stehen beide Hände in die Hosentaschen steckte. Das gibt so ein Macker-Bild, die Ellbogen drehen sich nach aussen und man steht schnell mal da wie ein Bodyguard. Hände in Hosensäcken sind ein no-go für Mädels, das sieht einfach üüüüüüübelst aus. Ebenfalls gruslig wäre es, wenn n’Mädel auf beiden Beinen mit gehörigem Abstand zueinander da steht, auch das gibt ein Bodyguard-Bild, breitbeinig stehen geht gar nicht. Mädels haben das Gewicht meist grösstenteils auf einem Bein, das andere ist ziemlich entlastet (was bei meinen Schuhen eh zu empfehlen ist). Zusätzlich bewirkt das, dass sich die Hüfte etwas abdreht, was wiederum die Kurven etwas betont. Vorallem wenn man keine hat wie ich, ist das ein sehr erfreulicher Nebeneffekt. Wir Mädels machen’s also wie die Vögel und wechseln mal von einem Bein zum andern, so kann eins von beiden sich bei einem Nickerchen gemütlich machen. By the way, wenn beide Arme runterhängen, kann das schnell mal affig wirken und das steht nur Jungs gut. Unterwegs haben wir Mädels ja unsere Schminktüte (Handtasche) an einer Schulter und können uns mit einem Arm daran festhalten, das wirkt fast immer gut. Mir erzählte mal eine Bio-Frau, dass sie im Office immer was in den Händen hat beim rumlaufen, einen Block, einen Schreiber, egal was, einfach etwas das einem davon abhält, in die Affenhaltung zu rutschen.

Sitzen wie ein Buckelwal
Ebenfalls wesentlich ist die Haltung beim sitzen und hier sieht meine Bilanz schon etwas ungünstiger aus. Gemäss meiner Logopädin sitz ich zwar in der Regel nett da, wirke also gesamthaft recht weiblich. Aber ich buckle gern mal auf dem Stuhl rum und das wirkt scheinbar wieder sehr entweiblichend, zumindest wenn man eine so elegante Lady ist wie ich ;-) Seit der Schule arbeite ich in sitzender Position, gebeugt über eine Tastatur. Das ist schon für den Rücken beschissen, wirkt aber grad bei Mädels nicht so weiblich. Auf hohen Absätzen kriegt man automatisch ein hohles Kreuz, der Hintern streckt sich a bissrl raus und überhaupt streckt sich der ganze Körper – andernfalls würde man auf die Schnauze fallen. Aber beim Sitzen geht das locker und sieht eben nicht vorteilhaft aus. Interessanterweise buckle ich mehr, wenn ich die Beine übereinander verschränke, was ich fast immer tue. Das wird nun meine Hausaufgabe für diese Woche (und die Wochen danach), mir immer mal wieder meiner Haltung bewusst zu werden und allenfalls zu korrigieren, bis sich der Körper an die neue Haltung gewöhnt hat.

Automatismus anstatt Kontrolle
Wer das jetzt liest, denkt vielleicht, dass das doch völlig unnatürlich ist, wenn man sich sozusagen umkonditionieren muss oder sich ständig überwachen muss. Aber das ist eben das Gute an unserem Denkapparat, der lernt fortlaufend dazu und alles was man genug oft macht, geht in den Automatismus über. Egal ob Sprache, Haltung oder sonstwas, nach einer gewissen Zeit der “Umerziehung” ändert sich das Ganze ohne dass man es richtig merkt. Wäre dem nicht so, würde ich mir den Spass ersparen, weil ich nicht bereit bin, ein Leben zu führen, in dem ich mich permanent kontrollieren muss. Das hab ich vier Jahrzehnte gemacht und ich will nicht vom Regen in die Traufe kommen. Aber wenn ich es schaffe, dass sich mit etwas Übung neue Haltungen rein-automatisieren, dann soll mir das mehr als Recht sein. Ausserdem ist es oft so, dass man schnell mal merkt, dass die “neuen” Haltungen oder Verhaltensweisen einem eigentlich viel mehr passen. Mir gings mit Schuhen so, der Schritt fühlt sich viel lockerer an, viel befreiter, das “männliche Laufen” war viel klotziger und verkrampfter, einfach nicht mir entsprechend.

Alles Klischees? Ja eben drum!
Das alles klingt vielleicht nach einer Betonierung von Geschlechter-Klischees, darum geht es aber nicht. Die Frage ist nicht, ob wir T-Girls solche gut finden oder nicht, die Frage ist, ob wir ein einigermassen akzeptables Passing hinkriegen und das ist für unsere Psychohygiene enorm wichtig. Eine “weibliche Haltung” setzt klare Akzente, nach denen wir wahrgenommen werden. Wer da falsche Signale aussendet, wird nunmal entsprechend falsch wahrgenommen. Das kann man gut oder blöd finden, aber die Wahrnehmung Anderer können wir nicht verändern, ihr Denken auch nicht, wir können nur an uns etwas verändern, nicht für die Anderen sondern allein für uns selbst. Und nicht zuletzt werden so oft Eigenschaften freigelegt, die schon immer in uns waren und die so endlich lernen, sich zu entfalten.

Deshalb mein Rat an alle T-Girls: Sucht Euch nette Freundinnen und bittet sie, ein Auge auf Euch zu haben und wirklich ehrlich zu sein. Betont, dass Ihr keine Komplimente wollt sondern nur Informationen, wie Ihr von aussen gesehen wirkt. Mir hat es heute geholfen, dass meine Logo-Lady mir beim sitzen zusah und sagte, wenn es besser oder schlechter aussah, so konnte ich ein Gefühl entwickeln, was “gut” aussieht. Ob sich das wirklch einschleift, wird die Zukunft zeigen, aber ich bin da eigentlich zuversichtlich, der Mensch ist ja lernfähig und wir T-Girls im Speziellen ;-)

Wer Verstand hat, der möge nachdenken

Nachwievor stehe ich unter Schock, dass das Schweizer Volk diesem primitiven Minarett-Verbot zugestimmt hat und sich so zum Handlanger rechter Brandstifter und religiöser Fanatiker machen liess. Seit Sonntag denke ich viel darüber nach und mir wird speiübel, je mehr ich darüber nachdenke.

Ich habe diese Abstimmung vom Vorfeld und im Nachhinein beobachtet, Artikel und Kommentare von Lesern gelesen. Was mir da an Ignoranz und Dummheit begegnet ist, ist nicht zu fassen, wenn man bedenkt, dass wir im Jahr 2009 leben, lange Zeit nach der Aufklärung.

Die Argumente für diese Initiative waren von so idiotischer Natur, dass sie mir einmal mehr zeigen, dass ein Grossteil der Menschen zwar einen Verstand hat, ihn aber nur in Ausnahmefällen nutzt. Es reicht Vielen, Phrasen von Parteiblättchen oder Geschwätz vom Stammtisch nachzuplappern, weshalb selber nachdenken, wenn einem doch so einfache Antworten ins Hirn getrichtert werden?

Ich möchte an diesem Beispiel mal zeigen, wie vernunftresistent Menschen sein können, deshalb liste ich hier ein paar “Argumente” auf, die ich den letzten Wochen tausendfach las und versuche zu erklären, was daran falsch gedacht ist.

Weshalb sollen wir Minarette erlauben, solange Moslems keine Kirchen erlauben?
Ethische Grundsätze sind eine persönliche Haltung, die nicht von Anderen abhängig ist. Wenn wir Religionsfreiheit erst gewähren, wenn alle anderen das tun, wird niemals Religionsfreiheit entstehen, weil alle auf den Letzten warten und der wird nie kommen weil er wiederum auf die Ersten wartet.

Wenn andere etwas falsch machen, ist das kein Grund, denselben Fehler den wir anprangern, nun selbst zu machen. Oder sollen wir wieder Folter einsetzen, solange die Amis Guantamo nicht schliessen? Sollen wir die von Moses gebotene Steinigung wieder einführen, solange bis das letzte Land auf die Todesstrafe verzichtet? Wir haben ethische Grundsätze und denen sind wir verpflichtet, nicht weil andere das tun sondern weil wir sie für richtig halten. Nur so gehen wir mit gutem Beispiel voran und können darauf hoffen, dass Andere dazu lernen.

In muslimischen Ländern gibt es auch keine Kirchen
Falsch, letztes Jahr wurde sogar in Katar (Arabien) die erste christliche Kirche eröffnet, zwar ohne Kirchturm, aber immerhin. Offenbar beginnen diese Länder, langsam umzudenken und sich zu öffnen. Mit diesem Minarettverbot haben wir den reformwilligen Moslems gezeigt, dass wir uns auch einen Dreck um Religionsfreiheit scheren und dass auch wir die Trennung von Kirche und Staat nicht mehr ernst nehmen. Damit torpedieren wir jahrelange Verhandlungen und ein Umdenken, das zwar erst ganz am Anfang stand, das sich aber hätte entwickeln können.

Islam ist gewalttätig, im Koran steht der Beweis

So spricht der HERR, der Gott Israels: Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten. (2. Mose 32,27)

Das dürfte das idiotischste Argument sein, vorallem wenn Christen sich so äussern. Erstens ist es ignorant, wenn man Sätze aus einem Buch herauszerrt, das man gar nicht kennt und sowohl Kontext als auch kulturelle Hintergründe ignoriert. Zweitens findet man genau so hässlliche Textstellen im Alten Testament der christlichen Bibel. Das ist soweit kein Wunder, sowohl Islam als auch Christentum basieren auf dem abrahamitischen Glauben und haben die mosaischen Vorschriften in ihren Texten. Fanatiker könnten sich auch auf Jesus berufen der sagte: “Ich bin nicht gekommen um Frieden zu bringen sondern das Schwert” (Mt 10,34). Spätens seit der Inquisition wissen wir nur zu gut, dass man auch die Bibel zur Grundlage von Mord und Todschlag missbrauchen kann.

Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir! (Worte von Jesus aus Lukas 19,27 – gekonnt aus dem Zusammenhang gerissen)

Im Vorfeld dieser Initiative hatte ich mal ein Streitgespräch, jemand schmiss mit Koransuren um sich, um die angebliche Gewalttätigkeit dieser Religion zu beweisen. Ich bin alle durchgegangen, es war durchwegs aus dem Zusammenhang gerissen und fehlinterpretiert im Stil von: “Geht hin und macht sie nieder”, was als Aufforderung an Gläubige verstanden wird, in Wirklichkeit sagt Gott das zu seinen Engeln, nicht weniger grausam als in der biblischen Apokalypse. Ich könnte problemlos ein halbes Buch schreiben mit Bibelversen, bei denen einem die Haare zu Berge stehen. Stelle ich sie ausserhalb des Kontext in den Raum, wird man den christlichen Gott für absolut gewalttätig wahrnehmen.

Kopftücher dienen der Unterdrückung der Frau

Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. (1. Kor 11:7)

Nach mosaischer Gesetzgebung muss jede Frau ein Kopftuch tragen, das steht heute noch im Alten Testament der Christenheit und auch Paulus fordert das im Neuen Testament. Auch da kann es als Unterdrückung verstanden werden. Unsere Grossmütter trugen Kopftücher und noch heute tragen Frauen Kopftücher wenn es ihnen danach ist. Eine Bekannte von mir trägt seit ihrer Chemotherapie ein Kopftuch. Ist es da nicht grotesk, wenn diese Scharfmacher nun ein Kopftuchverbot fordern, nur um noch etwas weiter zu gehen, mehr zu provozieren, mehr Feindbilder aufbauen? Es wäre das erste Mal, dass die SVP die Interessen der Frau vertritt, Frauen gehören für diese Leute ja an den Herd. Aber wenn man Angst und Hass schüren will, prügelt man auf jedes Attribut ein, das den “Feind” kennzeichnet.

Die Scharia fordert Steinigung, Hände abhacken u.s.w.

Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte. (5. Mose 21,18ff)

Die Scharia ist nicht Kern des Islam sondern der Koran. Die Scharia wird nur in wenigen Ländern angewandt. Ein Minarett steht genauso im Zusammenhang mit der Scharia wie ein Glockenturm mit der Inquisition. Die Scharia ist ein politisches Instrument, der Koran eine religiöse Schrift. Diese zwei Schriften zu vermischen ist wie wenn man den Hexenhammer als Bestandteil der Bibel betrachtet und somit alle Christen zum Hexenfolterer ernennt. Für die meisten Moslems hat die Scharia keine Bedeutung.

Balkan-Raser, Körperverletzungen durch Balkaner
Auch das hört man oft. Aber nur ein Teil der Balkaner ist Moslem und nur ein Teil der Moslems kommt aus dem Balkan. Das zu vermischen ist wie wenn man sagt, Amerika ist ein christliches Land, also sind Christen Kriegstreiber und foltern ihre Feinde. Oder Hitler war Christ, also ist der Papst ein Faschist. Wir haben ein Problem mit dem Agressionspotential bestimmter Kulturen und Länder, aber das ist auf die Länder und Kulturen zurück zu führen und nicht auf die Religion, die einige von ihnen haben.

Mädchenbeschneidung und Zwangsheirat
Mädchen werden mit dem Messer beschnitten und Zwangsheirat ist nur dank der Macht des Patriarchats möglich. Ersteres ist schwere Körperverletzung, zweiteres zumindest Nötigung. Beides ist hier ein Straftatbestand, er muss nur umgesetzt werden. Mädchen werden auch nicht mit Minaretten beschnitten sondern mit Messern. Glaub wirklich irgend jemand, es gäbe auch nur einen Fall weniger ohne Minarette? Oder einen mehr mit? So naiv wird ja hoffentlich niemand sein.

Das Volk hat abgestimmt, da hat das EMRK nichts dazu zu sagen
Wenn die Gesetze oder Volksentscheide eines Landes die höchste Instanz wären, bräuchte es kein internationales übergeordnetes Recht. Diese Menschhenrechte dienen genau dazu, die nationalen Rechte zu überprüfen. Selbst wenn 100% der Schweizer dafür stimmen würden, dass Invalide erschossen werden, würde dieser Volksentscheid vom EMRK verurteilt. Genau dafür gibt es diese Menschenrechte. Wir haben dieses Recht anerkannt, nur übelste Schurkenstaaten verweigern sich diesen Grundsätzen des Zusammenlebens. Und wenn nun politische Polemiker drohen, die internationalen Menschenrechte zu kündigen, ist das einfach blanker Irrsinn. In Europa gabs das erst einmal, als das griechische Militär die Regierung putschte und eine Diktatur aufrichtete. Sind wir wirklich ein Land, das nicht in der Lage ist, grundsätzliche Menschenrechte anzuerkennen? Eigentlich erstaunlich, dass nach 1945 noch jemand auf die Idee kommen kann, das Volk hätte immer Recht.

Wir brauchen keine Minarette
Nein, brauchen wir nicht, Molems brauchen auch keine Kirchenglocken, trotzdem soll es uns erlaubt sein und ihnen das Ihre. Was für eine egoistische Einstellung muss man haben für diese Haltung? Ich brauche beispielsweise kein Auto, soll ich es nun allen Autofahrern verbieten? Die Frage ist doch einzig, ob Minarette uns schaden und das tun sie definitiv nicht, weil sie nichts anderes sind als ein Symbol. Minarett heisst Leuchtturm, da sollte einem doch langsam ein Licht aufgehen.

Man sollte erst über einen Menschen urteilen,
nachdem man tausend Meilen in seinen Mokasins gelaufen ist.
(Indianisches Sprichwort)

Amen……

UPDATE 2.12.2009 Und weil Volksverhetzung und politische Brandstiftung grad so in sind, hat nun der Präsident der angeblich christlichen Partei CVP die glorreiche Idee verkündet, dass man nun auch jüdische Friedhöfe verbieten soll. Dass Rabbi Jeshua, den er unter dem Namen Jesus anbetet, selber Jude war, scheint ihn dabei nicht zu stören. Für ein paar braune Stimmen kann man auch mal die Glaubensbrüder des Angebeteten in die Pfanne hauen. Liebe Deinen Nächsten, sprach der Nazarener, was davon übrig bleibt ist nur noch “Ich bin mir der Nächste”.
Nach dem Minarett-Verbot: Darbellay auf Kreuzzug

UPDATE 3.12.2009: Offenbar grasiert hierzulande der kollektive Wahnsinn, sind wir wirklich schon so von den rechten Brandstiftern vergiftet, dass das Hirn komplett aussetzt? Gemäss Umfrage von “20 Minuten” sind 56% für ein Kopfftuchverbot. Ich hoffe, dass einer dieser 56% meiner Bekannten dann erklärt, weshalb sie nach der Chemotherapie keins mehr tragen darf. Ich fühl mich langsam wie in einem Horrorfilm, wenn das so weiter geht, sind wir bald fanatischer als die Taliban…… seltsam, dass sich niemand an den Kopftüchern von christlichen Nonnen stört.
Auch Kopftuchverbot hätte eine Mehrheit

UPDATE 3.12.2009: Die Menschenrechtsorganisation AVAAZ ruft zum Online Protest auf. Wer mit seinem Namen einstehen möchte, kann sich hier eintragen:
AVAAZ.org: Minarett-Ban – not in my name

Chat Dialoge des Grauens – Teil 1

Damit Ihr mal seht, dass Juliet und ich tatsächlich völlig bluna sind und warum wir uns über jede Sinnlosigkeit amüsieren können, hier mal ein Ausschnitt aus einem Chat von gestern Abend. Wir versuchen seit Tagen vergeblich via Skype, MSN und Konsorten zu internet-phonieren, aber das klappt irgendwie nicht, irgendwas rauscht meine Stimme weg bei Juliet. Also kamen wir gestern während dem chatten auf die Idee, wir könnten uns wieder mal ein analoges Telefon leisten, ihr wisst schon, diese sogenannten Telefonapparate, mit denen man früher kommuniziert hat, bevor das Internet das Leben sinnvoll machte. Aber telefonieren ist doch eine gewisse Herausforderung, zumindest für zwei durchgeknallte Blondinen, das klingt dann etwa so…….. (Bild: Diana am ackern)

  • Diana: schmeiss nochmal telefonnummer, ich find sie grad nicht
  • Juliet: 049 ##### ######
  • (Diana versucht anzurufen und hört ein Besetztzeichen)
  • Diana: du bist besetzt
  • Juliet: hä?
  • Diana: du kannst nicht zwei telefonate gleichzeitig führen
  • Juliet: tu ich net
  • Diana: gomisch, ich try again
  • Juliet: nummer richtig getippt?
  • Diana: sind ja tausend zahlen, ja hab ich
  • Juliet: mom ich ruf mich mal selber an
  • Diana: falls besetzt ist, sag dir du sollst auflegen
  • Juliet: nee klingelt, habs vom handy aus probiert
  • Diana: vielleicht bist du nicht zuhause, guck mal in den spiegel ob du da bist
  • Juliet: doch bin anwesend
  • Diana: puls ok?
  • Juliet: mom……. scheint so
  • Diana: scheiss technik, war n’mann der das telefon erfunden hat. stimmts?
  • Juliet: jupp
  • Diana: und warum soviele nummern, issja abartig….. ich muss doch 0049 wählen von hier aus, oder?
  • Juliet: ja oder nur eine null vorweg
  • Diana: ich sollte die haare färben, ich kann nicht telefonieren…… eine null?
  • Juliet: zwei nullen beim handy
  • Diana: ausland ist doch immer zwei
  • Juliet: echt?
  • Diana: na ich probier mal *amkopfkratzt*
  • Juliet: sonst ruf ich dich an  wird bei dir rufnummer angezeigt?
  • Diana: ja, lass läuten und ich schreibs ab. falls es die ist die ich eingegeben hab, nehm ich ab
  • Juliet: schick nochmal deine..ich hatte eben hitradio antenne????
  • Diana: skype rauscht, telefon besetzt, da verarscht uns jemand gewaltig
  • Juliet: aber ehrlich
  • Diana: 0041 öhm……. 0041 ## ### ## ##……. oder so ähnlich….. gibts auch in grün

Darauf klingelte es bei mir, mein Telefon zeigte die Nummer an, die ich auch eingetippt habe. Ich nahm ab und die Mieze war dran. Schlau wie ich bin, haben wir dann wieder aufgelegt, ich wählte ihre Nummer in der Liste der eingehenden Telefone und siehe da, es klingelte bei ihr und wir konnten telefonieren, mal kurz, ne Stunde oder so……. aber weshalb ich eine Nummer via Anrufliste wählen kann aber nicht tippenderweise, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Irgendwie bin ich wohl doch a bissrl zu bluna für diese Welt ;-)

Niemand weiss, dass ich manchmal weine……… ausser Euch

Pink ist ja eher die durchgeknallte Nudel unter den Rockgören und gerade dafür lieben wir sie und ihre nonkonforme Art des Frauseins (Stichwort ‘So what’). Aber das Mädel hat – wie wohl jede noch so flippige Frau – auch ihre sanften Seiten die einem durchs Herz gehen. Das Lied “Noboody knows” ist eines davon, in dem sie singt, dass niemand weiss, dass sie manchmal weint, dass niemand den Rythmus ihres Herzens kennt, dass niemand weiss wie sie ist, wenn sie im Dunkeln liegt. Einmal mehr ein wunderschönes Lied, das mir so aus dem Herzen spricht. Und es macht mir mal wieder bewusst, dass es mir eigentlich nicht so geht, weil Ihr mir zuhört und weil Ihr wisst, dass ich manchmal weine, Ihr hört dem Rythmus meines Herzens zu und hört das Lied, das mein Leben ist. Danke, dass Ihr da seid :-)

Nobody knows
Nobody knows but me
That I sometimes cry
If I could pretend that I’m asleep
When my tears start to fall
And I peek out from behind these walls
I think nobody knows
Nobody knows no

Nobody likes
Nobody likes to loose their inner voice
The one I used to hear before my life
made a choice
But I think nobody knows (no no)
Nobody knows

Baby, oh the secret’s save with me
There’s nowhere else in the world that I could ever be
And baby don’t it feel like I’m all alone
Who’s gonna be there after the last angel has flown
And I’ve lost my way back home
I think nobody knows no
I said nobody knows

Nobody cares
It’s win or lose not how you play the game
And the road to darkness has a way
Of always knowing my name
I think nobody knows no no
I think nobody knows no no no no

Baby, oh the secret’s save with me
There’s nowhere else in the world that I could ever be
And baby don’t it feel like I’m all alone
Who’s gonna be there after the last angel has flown
And I’ve lost my way back home
And oh no no no no
Nobody knows no no no no no no

Tomorrow I’ll be there my friend
I’ll wake up and start all over again
When everybody else is gone
No no no

Nobody knows
Nobody knows the rythm of my heart
the way i do when I’m lying in the dark
And the world is asleep
I think nobody knows
Nobody knows
Nobody knows but me me

nobody….. but YOU!

Happy Birthday, Mam

Heute hat meine verstorbene Mutter Geburtstag, wie immer ist das ein eher trauriger Tag, weil ich ihr nicht gratulieren kann und weil es mir wieder bewusst wird, dass sie viel zu früh gehen musste. Ich weiss nicht, ob’s im Himmel Internetanschlüsse gibt, trotzdem schreibe ich hier, was ich sonst nicht sagen kann.

Meine Mutter bedeutete mir sehr viel. Sie war zwar in vielerlei Hinsicht schwierig (so wie ich), aber sie war immer für mich da, wenn sie dazu in der Lage war. Ihr Leben war nicht leicht, schon früh hatte sie mit Krankheiten zu kämpfen und im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass auch für sie das Leben selbst eine grosse Herausforderung war.

Immer wieder, wenn ich an sie denke, frage ich mich, wie sie damit umgegangen wäre, dass ihr vermeintlicher Sohn eines Tages zur Tochter wird. Hätte sie es so gut angenommen wie mein Vater, oder wäre sie daran verzweifelt? Ich weiss es nicht, werde es nie erfahren, und doch bin ich davon überzeugt, dass sie mich weiterhin geliebt hätte und als ihre Tochter angenommen und respektiert hätte.

Sie war ein liebevoller Mensch und gab alles für Andere. Und sie liess Andere so leben wie sie sind, egal ob sie das für richtig oder falsch hielt. Ja ich glaube, sie wäre zu mir gestanden und es macht mich traurig, dass sie mich nie so kennen lernen konnte, wie ich wirklich bin, eine stolze Frau die ihren schwierigen Weg mit derselben Hartnäckigkeit geht, wie sie selbst es getan hat.

Meine Mutter war in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für mich, vorallem eines hat sie mir radikal vorgelebt, ihre Renitenz. Sie war störrisch wie ein Muli, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann hat sie das durchgezogen auf Teufel komm raus. Ich bezweifle, dass ich heute da wäre wo ich bin, wenn sie mir diese Renitenz nicht vorgelebt hätte.

Sie war in vielen Dingen sehr selbstlos, setzte sich ehrenamtlich für Terre des hommes ein und half denen, die ihrer Hilfe bedurften, auch wenn sie eigentlich oft diejenige gewesen wäre, die diese Hilfe gebraucht hätte. Das habe auch ich verinnerlicht und so ist es kein Wunder, dass ich irgendwann zur Greenpeace Aktivistin wurde und mich politisch und sozial für Andere einsetze.

Und sie gab mir noch etwas anderes mit auf den Weg, den schwärzesten Humor den die Welt je gesehen hat. Dieser schwarze Humor, der sich zwischen Ironie und Zynismus bewegte, ist heute noch eine meiner grössten Kraftquellen. Worüber wir lachen können, das macht uns auch nicht kaputt.

Ich gäbe so verdammt viel, wenn sie mich wenigstens einmal so erleben könnte, wie ich heute endlich sein kann, dass sie das wahre Ich ihres Kindes wenigstens einmal erleben darf. Vielleicht sieht sie es ja, vielleicht ist sogar sie diejenige, die mir immer wieder diese Kraft gibt, aufzustehen und weiter zu gehen, diese Kraft von der ich selbst nicht weiss, woher sie kommt.

Ich bin glücklich, sie gehabt zu haben und auch wenn sie viele Seiten hatten, die sehr schwierig waren, so wünschte ich mir doch nichts an ihr weg, weil sie ein wundervoller Mensch war, nicht obwohl sondern weil sie so war wie sie war.

Wirklich tot sind nur die, an die niemand mehr denkt.
Ich werde Dich nie vergessen.

Ich liebe Dich, Mam, und ich hoffe, dass wir uns irgendwann wieder begegnen können.

DM-Konzert – ich werd langsam alt

Man kann’s drehen und wenden wie man will, Depeche Mode sind einmalig und einfach genial. Ebenfalls klar wurde, dass ich langsam wirklich in die Jahre komme, ich bin definitiv zu alt für so Konzerte, aber alles mal der Reihe nach.

Das Konzert selbst war einfach genial, alles gut abgemischt, die Band in Form, alle Klassiker wurden gespielt und das Ganze war untermalt mit coolen Bildern oder live Vergrösserungen der Musiker auf einer riesigen Wand hinter der Bühne. So gabs auch ganz hinten in der Halle noch was fürs Auge. Vorallem war ich erfreut, dass Sänger Dave Gahan wieder seine Stimme gefunden hat. Nach seiner Drogenzeit hatte er teils unangenehm daneben getroffen, Töne kamen schwach und oft schräg rüber. Aber er hats geschafft und ist wieder fast der Alte, singt in seiner markanten und himmlisch tiefen Stimme und dreht sich nachwievor so süss im Kreis wenn’s ihm dreht ;-)

Ebenfalls schön war, dass ich wieder mal eine tolle Frau kennen gelernt habe, n’Mädel aus der heutigen Ausganstruppe, die ist natürlich schon vergeben (wie könnte es auch anders sein), aber sie hat n’Knall wie ich und so Knallerinnen haben das Potential, meine besten Freundinnen zu sehen. Am Freitag sehe ich die Mädels grad nocheinmal, anlässlich einer Golden-Glamour-Keller-Party. Fragt mich nicht was das ist, ich erzähls dann am Samstag ;-)

Weniger toll war die Tatsache, dass ich nach einem Jahrzehnt Schulbank, zwei Jahrzehnten Bürotisch und einer Sport-Allergie langsam Zerfallserscheinungen zeige. Meine Füsse schmerzten wie die Hölle (ne nicht wegen den Schuhen, diese Stiefel sind recht bequem), der Rücken schmerzte und so flüchtete ich nach ner Stunde mal raus um mich ein paar Minuten hinzusetzen. Füsse sind echt doofe Wesen, lassen sich in Pumps stecken, aber mal ne Stunde einfach rumstehen geht nicht. Aber nach einer ausgedehnten Plauderei mit meinen Mädels gings dann wieder weiter in der Halle.

Trotzdem hat es mich mega gepackt, es war einfach ein Erlebnis der Spitzenklasse. Wer DM kennt, weiss was ich meine, wer sie nicht kennt, dem kann ich es auch nicht erklären, man muss diese Musik einfach erleben und eintauchen in diese Welt, die einzigartig ist.

Natürlich ging das Ganze mal wieder nicht ohne die für Dianchen üblichen Sonderbarkeiten über die Bühne, diesmal war der Hinweg das Problem. Schlau wie Blondinen sind, hab ich zuhause genau rausgeschrieben, wann ich wo in den Bus muss, wann wo in welches Tram umsteigen, alles war perfekt getimet, so dass ich die andern Mädels vor dem Hallenstadion treffen konnte. Naja, fast perfekt, wenn Blondinen richtig lesen würden resp das was sie aufs Papier kritzeln auch dem entspricht, was auf dem Monitor steht.

Dort stand: 33er Bus nehmen RICHTUNG Morgenthal, 10 Minuten später AM Schaffhauserplatz umsteigen auf den 11er. Diana geht schön brav in den 33er Richtung Morgenthal, guckt irgendwann aufs Display und sieht, dass es bis Morgenthal 40 Minuten geht. Mist, das kann nicht sein, ich soll doch in 10 Minuten in Morgenthal umsteigen – falsche Richtung? Falscher Bus? Falsche Fahrplanangaben? Dimensionensprung? Ich fragte dann den Busfahrer, aber der wusste glaub selber nicht wo’s lang geht. Jedenfalls kam ich zum Schluss, dass sowas nicht sein kann, also hüpfte ich aus dem Bus. Dass ich gar nicht bis Morgenthal sondern nur Schaffhauserplatz hätte fahren müssen, überforderte mein Spatzenhirn mal wieder. So stand ich dann verwirrt an sonst ner mir unbekannten Haltestelle und guckte ratlos und ziemlich deppert in die Gegend. In ner halben Stunde sollte ich dort sein, aber wo in aller Welt ist “dort”?. Da sah ich ein Taxi, die Rettung, ich hin, Taxi leer, wo ist der olle Fahrer hin? Ok, hab ich also die Nummer gewählt vom Taxidienst, die schickten mir n’Neues, dauert 20 Minuten, bis es hier ist. Ach da ist ja noch ne Menge Zeit, wenn er fliegt schaffen wir das locker. Wieder Erwarten kam das Taxi dann pünktlich und wir schafftens tatsächlich, dass ich zu abgemachter Zeit am Ziel ankam…… und halb hysterisch war, wegen diesem ich-komm-zu-spät-Debakel.

Doch Debakel hin oder her, wir T-Girls lassen uns durch keine Widrigkeit von der Lust am Leben abhalten und wurde es trotz anfänglicher Hysterie doch ein wundervoller Abend. Soviel ist klar, ich würde jederzeit wieder an ein DM-Konzert gehen, ebenfalls klar ist, dass ich bei einem Heiratsantrag des Sängers Dave Gahan sofort ja sagen würde, unter der Bedingung, dass er mir jeden Tag beim ins Bett gehen vorsingt:

Let me see you stripped down to the bone ;-)

Der Kerl im Spiegel – wenn Spiegel lügen

Wahrnehmung ist nie objektiv, alles was wir sehen, wird unbewusst interpretiert und das Resultat dieser “Bewertung” oder “Klassifizierung” ist immer ein subjektives Konstrukt, ein Gemisch aus dem was wir sehen und dem, was wir hinein interpretieren. Soweit nichts Neues, das betrifft uns alle, aber für Transgender versteckt sich hier einmal mehr eine Falle.

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, misst sich der Mensch in der Regel daran, wie er von Anderen beurteilt wird. Wenn ich für andere ok bin, dann ist alles in Ordnung. Für Transgender ist diese Form der Fremdbewertung fatal, weil wir für Viele schräge Freaks sind. Dieses Fremdurteil zu übernehmen würde unser Selbstbewusstsein in Schutt und Asche legen. Was bleibt, ist sich selbst zu bewerten, aber gerade beim Bewerten des Äusseren kommen wir vom Regen in die Traufe, weil wir zu einer objektiven Selbstwahrnehmung nicht in der Lage sind.

In einem Buch das ich grad lese wird von einer TransFrau geschrieben, die nach jahrelangem Prozess ein super Passing hat, sie wird von ihrem Umfeld klar als Frau wahrgenommen. Diese Frau sagte sinngemäss: “Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nachwievor diesen Kerl”. Leider kommt mir das nur allzu bekannt vor.

Wenn ich morgens vor dem Spiegel stehe, ist mein Ersteindruck dieser von mir so abgelehnte und unrasierte Kerl. Dann wird rasiert, geschminkt, frisiert und am Schluss das ganze Werk noch mit Schmuck verziert. Mit jedem Schritt wird das Bild weiblicher, gleicht immer mehr meinem Inneren. Doch wenn ich am Schluss einen letzten kritischen Blick in den Spiegel werfe, ist da wieder dieser Kerl, nur eben irgendwie umgestylt.

Vor einiger Zeit habe ich mal Fotos verglichen von Anfang Jahr zum Sommer und ich war überrascht, dass ich auf diesen Bildern eine Verweiblichung feststellen konnte. Und an guten Tagen kann ich sogar im Spiegelbild sehen, dass etwas nicht mehr ist wie es mal war. Und doch bleibt das Bild im Spiegel dieser Kerl und ich befürchte, dass sich das nicht mal ändern würde, wenn ich eines Tages wie Marylin Monroe aussehen würde – eben weil Wahrnehmung subjektiv ist und mein Spiegelbild mir nicht nur mein Gesicht zeigt sondern auch meine Ängste, wie Andere mich sehen könnten.

Klingt als ob wir einmal mehr die Arschkarte gezogen hätten. Haben wir auch. Einen Ausweg weiss ich keinen, vielleicht gibt es auch keinen. Ich versuche dem Problem so zu entgehen, dass ich versuche, mein Spiegelbild nicht mehr geschlechtlich zu klassifizieren. Ich seh dieses Gesicht und versuche das Beste rauszuholen. Mein letzter Kontrollblick ist mehr techischer Natur, ob was verschmiert ist oder sonst etwas nicht ok. Aber ich verweigere mich der Frage, ob ich da ein weibliches Wesen sehe. Würde ich das tun, würde der Tag mit einer Depro beginnen und wohl auch so weiter gehen. Es muss mir reichen, dass ich die Gewissheit habe, ein weibliches Wesen zu sein.

Und doch braucht jeder Mensch eine Vorstellung, ob er ok ist oder nicht. Mein Spiegel lügt mich an und der grosse Haufen der mich teils blöd anglotzt, sieht ebenfalls nicht mich sondern ihre eigene Vorstellung von einer “Transe”. Schach matt? Ich glaube, es gibt nur eine Form von Feedback und gerade die ist so schwierig zu erhalten. Nahestehende Menschen sehen uns mit anderen Augen an, sie können die Veränderungen miterleben und haben weder diesen Angstfilter, der meinen Spiegel zum Lügner macht noch haben sie den Vorurteilsfilter, der das Bild ebenfalls verfälscht. Aber auch hier gibts zwei Probleme. Erstens sind die meisten Menschen zu scheu oder zuwenig direkt, als dass sie einem solche “Komplimente” machen würden und selbst wenn sie es tun, zweifeln wir daran, ob diese Person nur einfach nett sein will.

Das erinnert mich an einen der schönsten Sprüche, den ich je gelesen habe und ich möchte diesen Spruch den Angehörigen und Freunden von Transgendern zum Nachdenken mitgeben, weil sie vielleicht etwas geben können, das viel mehr Wert ist als sie je denken würden……… und damit meine ich eben nicht Komplimente einfach um was Nettes zu sagen sondern ehrliches Feedback, das uns helfen kann, uns etwas weniger verzerrt zu sehen.

Wenn ich Dir etwas schenken könnte,
gäbe ich Dir meine Augen,
damit Du sehen kannst,
was für ein wundervoller Mensch Du bist.

In letzter Zeit habe ich einige gute Feedbacks bekommen und eines fällt mir grad speziell ein. Nachdem Juliet das Wochenende bei mir verbrachte, erzählte sie mir im Nachhinein, dass Ihr am frühen morgen etwas aufgefallen sei. Als ich barfuss ins Badezimmer lief und sie mir hinterher schaute, sei ihr aufgefallen, dass mein Gang genauso weiblich wirkte wie wenn ich auf hochhakigen Schuhen unterwegs bin. Das hat mir extrem gut getan, gerade weil es etwas betraf, das ich selbst nicht selber beurteilen kann, aber auch weil ich mir da im Halbschlaf garantiert keine Mühe gab, ich watschelte einfach verpennt ins Badezimmer. Dass ich dabei einen “weiblichen Gang” hinlegte, gab mir enorme Bestätigung, dass es Aspekte in meiner Erscheinung gibt, die von aussen als weiblich wahrgenommen wird. Sie hat mir ihre Augen geliehen und es war eine Wohltat, mich mit ihren Augen zu betrachten :-)

Testosteron und Hirnschwund – Teil 1

Nach allem was ich in diesem Jahr mit Jungs im Internet so erlebt habe, scheint es mir an der Zeit, auf das Phänomen von testosteronbedingtem Hirnschwund hinzuweisen. Wenn Frauen Männern erzählen, sie würden plump und idiotisch angebaggert, dann denken Männer natürlich, das sei übertrieben. Isses nicht. Um das zu beweisen, werde ich in nächster Zeit gelegentlich Fallbeispiele darlegen und hoffe, damit den Friedensnobelpreis zu erhalten oder wenigstens lebenslang Gratisschuhe oder irgend sowas zu kriegen.

Beginnen wir dieses wissenschaftliche Abenteuer mit einem Kontaktmail. Es gibt im Web Transgender-Communities, die auch Kontaktmöglichkeiten bieten. Dort kann man ein Profil erstellen, in dem man sich vorstellt und sagt, was man sucht. Ich bin da an einem Ort angemeldet und in meinem Profil ist angekreuzt, dass ich nur an einer festen Beziehung oder an neuen Freunden interessiert bin. Man könnte auch One-Night-Stand und so Sachen ankreuzen, hab ich aber nicht. Auch im Text weise ich darauf hin, dass ich nur ernsthafte Freundschaften welcher Art auch immer suche. Umso mehr verwundert es dann, was man da alles so für Mails kriegt. Nachfolgendes Exemplar eines Testosterongeschädigten dürfte als ersten Eindruck erhellend sein:

hallo
würde dich gerne besammen.bin 184,47,17×4
wohne in zürich stadt.
melde dich
gruss *****

Gehen wir dieses epische, inhaltsschwere und tief philosophische Mail mal der Reihe nach durch……

hallo
ja hallo, wenn Du mich nun auch noch namentlich angesprochen hättest, könnte ich wenigstens im Ansatz hoffen, dass ich dasselbe Mail von Dir in 2 Monaten nicht wieder kriege

würde dich gerne besammen
Also erstens schreibt man besamen mit einem ‘m’, zweitens bin ich keine Zuchtkuh, drittens bist Du mit 17×4 kein Zuchtstier und viertens ist der Bauer in den Ferien

bin 184,47
hmmm, mit 184 Höhe dürfte 47 kaum das Gewicht sein, aber wenn ich Dein Mail so betrachte, könnte 47 als IQ ungefähr hinkommen

17×4
na jetzt kann ich mir ja wirklich etwas unter Dir vorstellen. Weisst Du, ich finds wichtig, dass man einander etwas kennt bevor man so rumbesamt und so. Ich mein, ich muss ja nicht gleich wissen, wer Du bist, was Du liebst, woran Du glaubst, was Dich glücklich und was traurig macht oder was Du für einen Charakter hast, Hobbies oder all das Zeuchs. Unter diesen 17×4 kann ich mir soviel vorstellen, auch wenns noch so wenig ist, dass in mir schon fast die grosse Liebe ausbricht

wohne in zürich stadt.
nachdem was ich bisher von Dir gelesen habe, könntest Du im selben Haus wohnen wie ich und ich würd Dein Mail nicht beantworten

melde dich
Yes Sir…… und merke, wenn Du einer Dir fremden Person etwas befiehlst, dann gehört da ein Ausrufezeichen dahinter, verstanden? Jetzt bist Du dran, sag “Yes Ma’am”!

gruss *****
ach so romantische Grussfloskeln sind einfach umwerfend, ja auf Dich habe ich ein Leben lang gewartet.

Es ist ja schon erstaunlich, dass gewisse Männer allen Ernstes glauben, sie würden mit so einer Anfrage Mädels rumkriegen. Aber sie erhöhen immerhin mit ihrer grenzüberschreitenden Dummheit den Unterhaltungswert des Internets :-)

Liebe, Einsamkeit und eine nicht beantwortbare Frage

In den letzten Monaten habe ich hier ja zu Genüge über Sehnsucht nach Liebe und Hoffnungslosigkeit in Beziehungsfragen gejammert. Das Thema war meistens, dass ich niemand zum lieben habe und befürchte, dass das auch so bleiben wird.

Aber in den letzten Monaten tauchte auch oft eine ganz andere Frage auf, nämlich die, ob ich jetzt überhaupt eine Beziehung will oder ob ich meinen jetzigen Weg nicht alleine gehen sollte.

Eine Frage, die ich bis jetzt nicht beantworten konnte, weil es mir scheint als müsste ich zwischen Erschiessen und Ersäufen wählen.

Einmal mehr stehe ich am Abgrund zwischen Herz und Verstand.

Auf der einen Seite gibt es gute Gründe, die gegen eine Beziehung sprechen

  • Momentan bin ich emotional mehr als genug belastet, ich kann mir das Risiko nicht leisten, auch noch im empfindlichsten Bereich verletzt zu werden.
  • Mir fehlt die Zeit um eine Beziehung wirklich zu pflegen. Am meisten Zeit brauche ich, um mit meiner Metamorphose klar zu kommen und die Fragmente meiner weiblichen Seele auszugraben, die tief in mir verschüttet sind. Das Blog braucht seine Zeit, gute Freunde brauchen Zeit, ich bezweifle wirklich, dass ich da noch genug geben könnte.
  • Gerade das nächste Jahr wird ziemlich heftig werden. Ungefähr nächsten Herbst dürfte die GaOp sein und die wird mich wohl arg beuteln. Kann ich jemandem zumuten, das mit zu durchleben? Es wird eine Zeit sein, in der ich nur nehmen würde und kaum geben könnte, in der ein Partner mehr mitleidet als gesund ist.
  • Vieles in mir verändert sich stetig und ich weiss nicht, wie ich mich als Nächstes entwickeln werde. Ich habe mein Selbst zum Leben erweckt und es entfaltet sich so wie es ihm bestimmt ist. Ich weiss weder was ich eigentlich will noch wo es mich hinführen wird, ich weiss ja nicht mal ob ich einen Mann oder eine Frau suche, irgendwie gehts mir da wie Sokrates, der sagte: “Ich weiss nur, dass ich gar nichts weiss”.
  • Eine Beziehung erfordert mit Recht eine gehörige Portion Aufmerksamkeit. Aber momentan muss ich alle Aufmerksamkeit auf mich richten.
  • Ich halte mich jetzt in dieser Übergangsphase für zu “unvollkommen” als dass ich mich jemandem zumuten möchte. Irgendwie fühle ich mich wie in einem Cocoon, nicht mehr Raupe und noch nicht Schmetterling.

Auf der anderen Seite gibt es mindestens soviele Gründe, die dafür sprechen, dass ich weiterhin auf eine Beziehung hoffe.

  • Der transsexuelle Weg ist kein gemütlicher Spaziergang sondern ein harter Kampf in dem man sich das Recht zu Leben erkämpft, es braucht oft viel Kraft um mit allem klar zu kommen. Aber niemand hat unerschöpfliche Kräfte und das einzige, was einem wirklich stärken kann, ist die Liebe eines geliebten Menschen.
  • Wenn ich zwischendurch in Trauer oder Verzweiflung falle, dann ist es fast ausnahmslos wegen meiner Beziehungslosigkeit. Das Fehlen von Geborgenheit und Zärtlichkeit zermürbt mich so sehr, dass es mir eine Menge Energie abzieht, Kraft die ich dringend für mich brauchen würde.
  • Ich glaube, dass ich gerade wegen meiner Doppelwesenhaftigkeit jemanden in einer Beziehung extrem glücklich machen könnte und es würde mich wiederum sehr glücklich machen, wenn ich das jemandem schenken könnte.
  • und last but not least, ist die Sehnsucht nach Geborgenheit und Zärtlichkeit in mir so gross, dass ich machmal fast durchdrehe, wie ein Vakuum das mich zu verschlingen droht.

Egal wie ich mich entscheide, es kann gehörig ins Auge gehen, sowohl eine Beziehung als auch Beziehungslosigkeit können mir das Genick brechen. Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust! Die eine ist die Kriegerin, die wild entschlossen allein ihren Weg gehen will und sich voll und ganz auf diesen Weg konzentriert. Auf der anderen Seite ist dieses zerbrechliche Mädchen, das lautlos um Hilfe ruft weil ihr die Stärke der Kriegerin fehlt.

Es gäbe soviel was ich brauchen würde und soviel was ich geben möchte, aber kann ich es mir leisten, es zu riskieren? Oder kann ich es mir leisten, es nicht zu riskieren? Zweimal ein klares Nein! Einmal mehr, Schach Matt.

Eine glamouröse und leicht dekadente Ladies-Night

Gestern hatte ich wieder mal das Vergnügen, an einer Ladies-Night teilzunehmen und im Kreis von einer guten Handvoll komplett verrückter Weibsbilder einen Abend zu verbringen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut mir das tut, in einer Frauenrunde zu sein. Ich glaub für ein T-Girl gibt es kaum eine grössere Bestätigung der Akzeptanz als zu einer solchen Frauenrunde zu gehören.

Eine meiner besten Freundinnen hat ihren Keller ausgebaut und einen gemütlichen kleinen Partyraum daraus gemacht. Gestern wurde dieser mit viel Champis eingeweiht und ihre besten Freundinnen, zu denen ich glücklicherweise gehören darf *stolzerhebtihrhaupt*, die alle fast so verrückt oder vielleicht sogar noch verrückter sind als ich, gaben sich die grösste Mühe, diese Party zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Jungs, ich sag Euch, wenn Ihr wüsstet, wie vergnügt und lebensfroh Frauen unter sich sein können, würdet Ihr ernsthaft über eine Geschlechtstransformation nachdenken…… ehrlich, Ihr glaubt nicht, was Euch im Leben so entgeht ;-)

Ein Mann kann das bestätigen, eine der Teilnehmerinnen hat ihren Liebsten mitgeschleppt, was eigentlich an sich höchste Blasphemie wäre, aber er hatte so eine witzige und unterhaltsame Art, dass er super da reinpasste. Wir wollten dann mal n’Mädel aus ihm machen, aber das schätzen Jungs irgendwie nicht so recht ;-)

Jedenfalls sassen wir stundenlang um ein Tischchen verteilt, auf dem es von Fingerfood und Sektgläsern wimmelte und die Musik wurde im 10-Sekundentakt von schallendem Gelächter übertönt. Die Luft war richtiggehend geschwängert von Lebensfreude und Lebenslust.

So um zwei Uhr gings dann mit dem Nachtzug nachhause und ich hatte das Vergnügen, von einer wundervollen Frau begleitet zu werden, was den Heimweg sogar in dieser plötzlich wieder testosteron-geschwängerten Atmosphäre zum Vergnügen machte. (Danke Schätzchen fürs Zuhören, hätten alle so ein Verständnis, könnten T-Girls ein wirklich schönes Leben führen)

Den ganzen Abend lang tauchte immer wieder das böse Wort “Facebook” auf, dieses Internetportal zur Freundessuche oder Freundschaftspflege, das in Wirklichkeit eine von ausserirdischen gesteuerten Zeitfressmaschine ist. Dieses Jahr war ich ne Zeit lang drin, aber wegen der Zeitfresserei von diesem Portal habe ich meinen Account im September deaktiviert. Naja….. der Teufel soll mich holen, aber heute morgen habe ich ihn wieder reaktiviert. Diese Ladies von letzter Nacht sind alle dort und ich kann einfach nicht darauf verzichten, das Echo des Gelächter von letzter Nacht wieder zu lesen.

Eins ist klar, mit diesen Ladies will ich wieder feiern, wann, wo und wie verrückt werdet Ihr dann hier wieder erfahren :-)

PS: ein Foto zu diesem Beitrag wird baldmöglichst folgen. Ich hab die Mädels bereits elektronisch angefragt, dass sie mir ein Bild zukommen lassen, aber die liegen glaub alle noch flach oder sind bereits unterwegs zur nächsten Party ;-)

Wer braucht schon Menschenrechte

Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, in diesem Blog nie über Politik zu reden. Aber der hierzulande grasierende Trivialfaschismus und Deppennationalismus nimmt so lustige Ausmasse an, dass ich mich doch wenigstens in satirischer Weise ein wenig über den Niedergang der Schweiz lustig machen möchte, soviel Spass muss sein.

Wir erinnern uns, Anfang Dezember wurde in diesem Land mittels Minarettverbot die Rechtsgleichheit und das Diskriminierungsverbot faktisch abgeschafft. Damit konnten wir uns erfolgreich weltweit zum Affen machen und haben nun endlich die ersten Schritte eingeleitet, um aus diesen schönen Land einen Gottesstaat zu machen. Infolgedessen ist nun eine Diskussion entbrannt, ob das Volk wirklich das letzte Wort haben darf, selbst wenn internationales Völkerrecht damit verletzt würde. Das Volk hat das letzte Wort, rufen Nationalisten, wer braucht schon Menschenrechte.

Die NSAP SVP hat nun die Lösung für diesen Konflikt gefunden, sie will mit einer Initiative erreichen, dass die direkte Demokratie über allem steht und das Schweizer Volk das Recht hat, notfalls auch zwingendes Völkerrecht kippen zu dürfen (guckst Du hier). Es ist ja auch nicht einzusehen, weshalb uns irgend jemand vorschreiben darf, ob wir Menschen foltern, ausgrenzen oder auf Scheiterhaufen verbrennen, wenn wir das wollen, dürfen wir das als suveräner Staat auch. Nun drängt sich natürlich die Frage auf, was für Initiativen SVP, EDU und Konsorten zukünftig vors Volk bringen möchten, wenn sie dazu erst die Völkerrechte für nichtig erklären müssen. Lassen wir unserer Fantasie doch einfach mal freien Lauf……..

  • SVP: Invalide kosten viel zuviel Geld, ohne zwingendes Völkerrecht könnte man sie für Tierversuche verwenden, das würde der Pharma Geld einsparen und die IV-Kosten massiv senken.
  • EDU: Die Frau ist des Mannes Untertan, steht in der Bibel geschrieben. Wegen so sinnlosen Gleichstellungsgesetzen dürfen Frauen aber nicht mal mehr auf dem Scheiterhafuen verbrannt werden. Eine Wiedereinführung der Inquisition gäbe Männern wieder die Möglichkeit, renitente Weibsbilder mittels Folter zu bändigen und notfalls wegen Hexerei anzuklagen und auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Damit werden Scheidungskosten in Milliardenhöhe eingespart und in der Familie wäre endlich wieder Ruhe.
  • SVP: Der Rechtsstaat ist in Gefahr, die Polizei hat keine effizienten Verhörmethoden zur Verfügung. Die Behörden sollen die Möglichkeit haben, Verdächtige oder sonst irgendwie Auffällige mittels Folter zum Reden zu bringen. Damit sparen wir ne Menge Geld für Ermittler, die ohne Foltertechniken schliesslich keine Erfolge vorweisen können.
  • EDU: Ein zu mildes Rechtssystem hat keine abschreckende Wirkung. Die Wiedereinführung der mosaischen Gesetze wären da viel erfolgversprechender und öffentliche Steinigungen von Andersgläubigen Rechtsbrechern würde den religiösen Zusammenhalt der Gesellschaft verstärken.
  • SVP: Weil Ausländer auch eingebürgert werden können, verfälscht das die Kriminalitätsstatistik. Eine Tätowierung aller Ausländer – beispielsweise ein Visier auf der Stirn – würde da Klarheit schaffen.
  • Die Haltung von Sklaven würde das Bruttosozialprodukt der Schweiz enorm erhöhen und unseren Lebensstandard in neue Höhen katapultieren. Es ist doch nicht zumutbar, dass beispielsweise wir Mädels unsere Einkaufstaschen selber schleppen müssen, wir würden uns sehr über einen Einkaufssklaven freuen.
  • Die AHV ist nicht mehr finanzierbar, eine Ausrottung aller über 65-jährigen wäre ein wichtiger Schritt zur Gesundung unserer Sozialwerke.
  • Viele Eidgenossen sind traurig, weil die 1. August Feuer nur einmal im Jahr brennen. Die Wiedereinführung der Inquisition würde das ganze Land 365 Tage im Jahr in ein Flammenmeer verwandeln. Das sieht schön aus, das Volk hat etwas zur Belustigung und renitente Weiber, Transsexuelle, Schwule und Linke wären bald mal von der Bildfläche verschwunden.

Vor fünfzig Jahren hat uns Deutschland vorgelebt, dass eine Nation ohne Einhaltung von Menschenrechten viel effizienter vorwärts kommt. Das Volk wird geeint, neue Autobahnen entstehen, billige Arbeitskräfte stehen zur Verfügung……. dieses Modell hätte Erfolg gehabt, wenn die bösen Aliierten nicht alles zugebombt hätten. Aber uns kann man nicht zubomben, wir sind ein christlicher Gottesstaat und die Engel der Apokalypse werden uns beistehen, wenn uns das Ausland wieder so idiotische Menschenrechte aufzwingen will.

Wir sind auf einem guten Weg, dass unser glorreiches Land in 50 Jahren einen genauso prominenten Platz in den Geschichtsbüchern aller Länder bekommt wie Deutschland. Wir sind zwar nur ein kleines Land, aber mit Hilfe von SVP und EDU wird uns bald die ganze Welt kennenlernen.

Lob auf die Transsexualität – über den Zauber der Two Spirits

Kürzlich habe ich hier erzählt, dass indigene Völker in Transgender Menschen etwas Besonderes sahen, für sie waren Transgender Two Spirits, Wesen die beide Geschlechter vereinen und sozusagen eine Vollkommnung des Menschen darstellen. Two Spirits waren Weltenwandler, die beide Seite von Ying und Yang kennen und die durch ihren Weltenwandel die ganze Welt aus zwei Perspektiven kennen. Two Spirits waren die besten Ratgeber, weil sie allen eine andere Sichtweise bieten konnten. Ich finde, es lohnt sich, das mal etwas näher zu betrachten.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht mir hier nicht darum, Transsexuelle über Nichttranssexuelle zu stellen, es geht mir darum, das herrschende Bild zu kontrastieren, dass Transsexuelle minderwertige Menschen sind. Auf den ersten Blick mögen wir seltsam sein, vielleicht für verrückt gehalten, aber schlussendlich sind wir Menschen wie alle anderen, unsere Wesensart hat Vorteile und Nachteile. Wir sollten uns Bewertungen verweigern und Andersartigkeit als das annehmen, was es ist: eine andere Art die nicht mehr oder weniger Daseinsberechtigung hat als die Wesensart der Mehrheit.

Harte Schule
Transsexuelle gehen ihr Leben durch eine herausfordernde Schule. Schon als Kinder, wenn für alle Anderen alles Friede, Freude Eierkuchen ist, werden TransKinder vor unlösbare Probleme gestellt. Ihr biologisches Geschlecht hindert sie daran, ihre Wesensart zu leben und zu entfalten. Sie müssen sich Rollenklischees aneignen, die ihrem Innersten radikal widersprechen und sie müssen lernen etwas zu sein, was sie nicht sind.

Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen
Dieser Grad der Selbstverleugnung lässt sich aber nur bewerkstelligen, wenn man die Welt genau beobachtet und genau lernt, wie man(n) zu sein hat. Transsexuelle Mengen fangen so zwangsläufig sehr früh damit an, die Welt zu beobachten, feinste Unterschiede herauszuspüren, genau zu analysieren, wie Menschen funktionieren, wie sie denken und fühlen, wie sie sich verhalten. Transsexuelle entwickeln so eine enorme Beobachtungsgabe und ein enormes Einfühlungsvermögen. Diese Beobachtungsgabe macht uns mit der Zeit zu sehr aufmerksamen Menschen, die sich in andere hineinfühlen und für vieles Verständnis aufbringen können, weil wir sozusagen hinter den Vorhang blicken.

Hinterfragen – wenn der Schein trügt
Damit verknüpft sich auch die Anforderung, alles zu hinterfragen. Früh lernen Transsexuelle, dass nichts so sein muss wie es scheint, dahinter kann sich immer etwas anderes verbergen. Sie erkennen früh, dass das Leben einem Bühnenstück gleicht, in dem jeder seine Rolle spielt und die meisten ihre Rolle für ihr eigenes Selbst halten. Zu hinterfragen, ist der Beginn aller Philosophie und Transsexuelle stehen mehr als die Meisten vor philosophischen Fragestellungen, die anderen ein Leben lang erspart bleiben.

Akzeptanz von Andersartigkeit
Während viele Menschen Andersartigkeit als Bedrohung oder zumindest als etwas Falsches wahrnehmen, ist Andersartigkeit für Transsexuelle Normalität und Alltag. Sie beginnen, Andersartigkeit zu hinterfragen und kommen zwangsläufig zum Schluss, dass Andersartigkeit nur Ausdruck von Individualität ist und somit Ausdruck eiens Lebens, das nur Individualität kennt. Kein Mensch gleicht dem Anderen, jeder ist für sich einzigartig und somit andersartig als der gesamte Rest der Menschheit. Das führt zu einer Offenheit gegenüber jeder Form von Andersartigkeit. Ich bin nicht länger Mass aller Dinge, wenn ich dieses Wesen des Individualismus erkenne, anders zu sein ist nicht länger eine Frage der Wertschätzung.

Frage = Antwort = Frage
Mir fällt oft auf, dass meine Mitmenschen sich mit jeder einfachen Antwort zufrieden geben, vorallem Politiker und Marketingspezialisten nutzen das schamlos aus. Meist würde es nur eine einzige Folgefrage erfordern, die die gegebene Antwort als Lüge entlarven würde. Aber Viele fragen nicht weiter, wenn sie eine Antwort bekommen. Ich funktioniere da anders und ich glaube, dass auch das eine Folge meines transsexuellen Lebens ist. Jede Antwort kann und muss hinterfragt werden. Wer Antworten nicht hinterfragt, wird manipulationsanfällig. Da hat sich bei mir schon mancher die Zähne ausgebissen. Und genau das macht Two Spirits zu guten Ratgebern.

Männlein und Weiblein
Aber die grösste Fähigkeit von Two Spirits ist ihre doppelte Sichtweise in Geschlechterfragen. Wie oft hört man von Jungs: “ach ich versteh diese Weiber einfach nicht” und wie oft hört man Mädels mit demselben Klagelied. Nicht, dass mich Menschen nicht auch in Verwunderung stürzen könnten, aber in der Regel kenne ich das so nicht, ich kann meistens sehr gut nachvollziehen, weshalb jemand so oder so ist oder sich verhält. Ich verstehe, weshalb Frauen über Männer klagen und umgekehrt. Und ich verstehe, weshalb Männer sich so verhalten, dass Frauen sich darüber an den Kopf langen und umgekehrt. Ich denke immer wieder, dass Transsexuelle die perfekten Beziehungsberater wären. Bei indigenen Völkern war das eine ihrer wichtigsten Aufgaben, weil es ihrer zentralsten Fähigkeit entspricht.

Konsequenz und Kompromisslosigkeit
Spätestens wenn transsexuelle Menschen den Schritt wagen, in ihrem richtigen Geschlecht zu leben, kommt die nächste Fähigkeit zum Einsatz – oder sie gehen auf diesem Weg jämmerlich zugrunde. Wer sich erdreistet, in dieser schwarz-weiss denkenden Welt sein öffentliches Geschlecht zu ändern, muss dazu bereit sein, die Welt vor dem Kopf zu stossen und sich mit grossen Widrigkeiten herumzuschlagen. Eine Geschlechtstransformation erfordert eine ungehörige Renitenz, enorme Willenskraft, unvorstellbare Belastungsfähigkeit, es erfordert den Willen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und jeden Schmerz zu erdulden, um das Ziel zu erreichen. Wer diesen Weg geht, geht den Weg der Kriegerin (mehr darüber demnächst). Wer diesen Prozess durchläuft, hat die härteste Schule des Überlebenskampfes ausgehalten. In diesem Jahr, seit ich mein weibliches Leben lebe, bin ich mehr gewachsen als in den 42 Jahren vorher. Und ich bin erstaunt über Kräfte in mir, die ich mir niemals zugetraut hätte. Das war die Fremdenlegion in Geschlechterfragen, dabei wächst man über sich hinaus, weit über das, was man sich einst zugetraut hätte.

Fazit
Ja, wir Two Spirits sind seltsame Wesen, wir sind anders, aber wir sind wie alle Anderen einfach Individuen, einzigartige Persönlichkeiten die wie alle Anderen ihre Vorzüge und ihre Nachteile haben. Ich werde nie die zarte Stimme einer Frau haben, werde nie so schöne Kurven haben wie eine BioFrau und werde nie Kinder zur Welt bringen können, da mag man mir Minderwertigkeit attestieren. Aber dann sollte auch nicht ignoriert werden, dass ich in anderen Aspekten sogar einen Mehrwert habe – weil ich ein Two Spirit bin.

Es gibt Tage, an denen ich mich als TransFrau einer BioFrau gegenüber als minderwertig fühle. Aber es gibt auch Tage, an denen ich mich als Two Spirit gegenüber One Spirits überlegen fühle. Die Wahrheit liegt in der Mitte und sie zeigt nur eines……… jeder, wirklich jeder, ist einzigartig.

Wikipedia: Two-Spirits (englisch)
Wikipedia: Two-Spirit Identity Theory (englisch)
Link-Sammlung: The Two-Spirit Tradition (englisch)

Abgedrehtes aus der Blogstatistik

Die letzten Wochen habe ich wieder fleissig eingehende Google Suchanfragen gesammelt und mit meinem Senf versehen, hier die gesammelten Werke:

  1. tgirl kennenlernen: *zuckersüsslächelt* wann, wo?
  2. bastelideen, krawatten: Es erstaunt mich zwar, dass Google mich bereits für Bastelanleitungen zuständig hält, aber wenns denn sein muss….. aus Krawatten kann man lustige Galgen bauen, indianisch Angehauchte können sich ein Stirnband daraus machen und Mädels basteln am besten Strumpfhalter draus. Eigentlich ist es egal, was man damit macht, hauptsache man verwendet es nicht als Symbol für elitäre oder überkonforme Männlichkeit.
  3. aussergewöhnliche geschlechtsteile: na Du bist mir ja vielleicht krass drauf, Mann oh Mann!
  4. sind transsexuelle krank: nein, aber sie leben in einer kranken Gesellschaft, die Transsexuelle dank der weit verbreiteten Schwarz-Weiss-Denkerei und der damit verbundenen Intoleranz krank machen
  5. wie kann ich eine frau lieben: klingt so, als ob man in Deinen Augen Frauen eigentlich nicht lieben kann. Versuch’s mal so: Schmier eine beliebige Frau mit Sahne ein, von Kopf bis Fuss. Häng sie dann an den Zehen an die Decke und beobachte wie die Sahne langsam auf den Boden tropfst. Falls Du sie dann noch nicht liebst, entführ im Quartier eine beliebige Katze und guck ihr zu wie sie die Creme aufleckt, trete sie anschliessend kräftig in den Hintern. Sollte das immer noch nichts nützen, kauf Dir zwei Farbsprays und Karton, schneid aus dem Karton quadratische Sprühschablonen und spritz die Dame schön regelmässig mit Quadraten voll. Sammle im ganzen Haus Schachfiguren ein und kleb sie auf die Quadrate. Wirf nun eine Handvoll Konfetti in die Luft und schrei laut: “Ich liebe Dich, holde Dame”. Sollte all das nichts nützen, versuch dasselbe mit einem Mann. Oder einem Kamel. Und falls Du dann noch immer nicht weisst, wie man liebt, dann kann wohl nur noch ein Schützenpanzer helfen, da kann ich Dich aber mangels Fachwissen nicht beraten. Halt uns auf dem Laufenden ;-)
  6. schöne abendkleider: kann man jederzeit und in jeder Menge bei mir abgeben
  7. tgirl nadia: Hey Nadia, da sucht Dich jemand
  8. ich liebe eine transsexuelle: kennen wir uns *hoffnungsvollguckt*
  9. wie heißen die 3 naturgesetze: 1. Schuhe können nicht schön und gleichzeitig bequem sein…… 2. Mädels haben nie genug Kleider im Schrank……. 3. Testosteron und Alkohol führen zu totalem Hirnausfall :-)
  10. wie leiden transsexuelle: das in Worte zu fassen würde selbst Hesse an seine Grenzen führen
  11. ich schreib dir einen liebesbrief: ohja bitte bitte tu das, es wär der erste Liebesbrief, den Diana bekommt :-)
  12. transen kastrieren: *urks” lass mich raten, Du bist katholisch oder Mitglied bei der SVP, stimmts? Jedenfalls gehörst Du sowohl für das Wort “Transe” als auch fürs kastrieren an dem Galgen aufgehängt, den wir mit obiger Krawatte gebastelt haben.
  13. darf ein mann in frauenkleider ausgehen?: und sowas fragst Du Google? Der Mensch ist ein Individuum, man(n) darf alles, solange man niemandem damit schadet, also tu einfach was Dein Herz begehrt ;-)
  14. malerkostüm: Juliet, ich glaub das betrifft Dich, ich bin nur für Röcke und Schuhe zuständig
  15. suche eine zärtliche transexuelle zum verlieben: genau auf Dich habe ich gewartet, honey :-)
  16. tierisches geschlecht: manchmal ist es schon fast erschreckend, was für Fragen sich die Menschheit stellt
  17. auf was stehen transsexuelle: in der Regel auf hochhakigen Pumps, manchmal auf sexy Stiefeln und auch auf Balerinas hat man sie schon gesehen. Aber mit Sicherheit stehen sie auf ihren Beinen, im Handstand laufend ist mir bisher noch kein T-Girl begegnet.
  18. tussi beschimpfung: hä? suchst Du alternative Schimpfworte für Tussis oder was? Und ich dachte immer, ich hätte n’Knall, unglaublich
  19. schwachsinniges land: ja hier in der Schweiz bist Du am richtigen Platz. Wir stimmen beispielsweise darüber ab, ob einer einzigen Religion das Bauen von Türmen verboten werden soll. Das verstösst zwar gegen unsere eigene Bundesverfassung und gegen internationale Menschenrechte…… ich glaub das sollte schwachsinnig genug sein.
  20. spreiz deinen beine tiefer einblick: Jungs, also echt…… *empörtguckt*
  21. lang-schoen diana: danke :-)
  22. einkaufssklave: ja davon träumen wir Mädels alle :-)
  23. transsexuelle im wald: und was genau soll daran so toll sein? Google erstaunt immer mal wieder, Diana ist Göttin des Waldes, ich bin transsexuell, also wird das wohl irgendwie passen
  24. komm, ich will dir nah sein: ok ich komme, wo bist Du?
  25. haare gefärbt: heeeeyyyy….. meine Haare sind naturblond *empörtguckt*
  26. können austern rülpsen: keine Ahnung, ich weiss nicht mal ob sie furzen können, geschweige denn, ob sie dies überhaupt wollen. Kauf Dir doch welche und beobachte sie…… und halt uns auf dem Laufenden
  27. sex mit tieren: wären Austern ok? Also echt, es ist ja schon bedenklich, dass nach sowas gesucht wird, aber es wird mehr als bedenklich, wenn Google so Leute an mich verweist….. habt Ihr n’Knall?
  28. schönes abendkleid bedeckte schultern: oh, das passt, kannste bei mir abgeben :-)
  29. karikatur selbstbild: heeeey ich bin keine Karikatur, Frechdachs
  30. diana transsex model: ok das mit dem Model find ich ja nett, aber den Rest kannst Du Dir abschminken, Mistfink
  31. svenja kriminalbeamtin: hey Svenja, jetzt sind sie auch hinter Dir her *paranoidguckt*
  32. das kannst du vergessen ich werde dich immer lieben: nein, das werde ich nie vergessen, also tu es endlich anstatt darüber zu schreiben
  33. erfolgreiche transsexuelle frauen: dass mich Google bei diesen Stichworten empfiehlt…. Jungs, dafür könnt ich Euch knutschen ;-)
  34. putzfrau putzt nackt: denkst Du, es wird dann sauberer, wenn Deine Putzfrau nackt putzt? Jungs haben echt null Ahnung von Haushalt.
  35. transfrauen mit penissen: wieviele Penisse wären Dir denn recht, reicht einer vorne und zwei auf dem Rücken?
  36. wieviel kostet kebab maschine: seh ich aus, als ob ich Kebab Maschinen verkaufe?
  37. juliet transfrau hamburg: Hey Juliet, hast Du mir da was verheimlicht? ;-)
  38. t-girls mit tieren: Die Fantasie von Männern gibt doch immer mal wieder zu denken. Falls ich mir doch irgendwann ne Katze zulege, mach ich ein Foto für Dich.
  39. fetisch schuhe verbrennen: spinnste? ich hab ja Verständnis für jede Form von Fetischismus, aber Schuhe verbrennen, das ist Blasphemie, dafür wirstse in der Hölle brennen
  40. seltsame brüste: Google-Jungs, jetzt reichts, dafür tret ich Euch gelegentlich mal kräftig in den Hintern ;-) trotzdem stellt sich mir aber jetzt die Frage, was dieser Besucher eigentlich suchte und warum
  41. transe diana zürich: Du bist so gut wie tot, Mann! Für dieses “Transe” werd ich Dich häuten, im Salz schwenken, in heissem Öl baden und anschliessend ausweiden *fauch*
  42. ach was solls: damit sprichst Du das beste Lebensmotto aus, oder wie ich jeweils zu sagen pflege: so what?

Madame geht in die Frauenheilkunde – Gebt dem Mädel ihre Hormone!

Es geschehen doch noch Wunder in den universitären Anstalten, ich habe nun nach einem Jahr Alltagstest den ersten Termin in der Endokrinologie bekommen, in der man mich zuerst in Grund und Boden stampfen wird, weil ich ein Jahr lang selbstversorgend Hormone eingenommen habe und dann dürfte es losgehen mit der offiziellen Hormonersatztherapie (HRT). Damit reduzieren sich meine gesundheitlichen Risiken massiv und dürfte auch optimierter ablaufen.

Die Einladung zum Termin hat mich gleich mehrfach beglückt, erstens eben weil die HRT losgeht, zweitens weil ich damit offiziell die Halbzeit meiner Geschlechtstransformation überschreite und weil ich erstmals eine Einladung ins Departement für Frauenheilkunde gekriegt habe. Ey Leute, Frauenheilkunde, wow wenn das keine Beförderung ist, was dann? Es fühlt sich soooo gut an, da reinzugehören, das ist wie eine Einladung an einen Frauenabend – auf Lebenszeit. Ich muss unbedingt fragen, ob ich mich mal auf einen Gynäkologiestuhl legen darf, einfach um das Ritual des Eintritts in die Welt der Frauenheilkunde mit Stil zu zelebrieren ;-)

Etwas bedenklich stimmt mich aber, dass es sich genau genommen um die “Klinik für Reproduktions-Endokrinologie” handelt. Hey ich will mich nicht reproduzieren, es reicht völlig, wenn’s mich einmal gibt. Als echt, wenn die mir da ein Embryo einpflanzen, krieg ich die Krise. Ich werd mit Argusaugen aufpassen, was die da mit mir anstellen.

Ich bin gespannt, ob die sich genauso über meine Hormonwerte freuen wie ich. Testosteron dürften sie kaum noch finden, dafür einen Östrogenpegel wie Marylin Monroe :-) Aber ich befürchte, einen Zusammenschiss krieg ich trotzdem, auch wenn ich meines Erachtens gut dosiert habe. Und falls gemeckert wird, hoffe ich, dass ich die Nerven behalte und nicht erstmals komplett ausflippe. Ich wollte schliesslich schon lang in die Endokrinologie, an mir wärs nicht gelegen. Aber da an der Uni die Einhaltung von Standards scheinbar wichtiger ist als die Gesundheit der Patientinnen, übte man sich ja eifrig in unterlassener Hilfeleistung. Auf das Thema bin ich langsam ziemlich gallig, wenn mich nun auch noch jemand deswegen anstänkert, dürfte mir langsam ne Sicherung durchbrennen.

Aber nein, ich bin ja ein braves Mädel und vorallem ein ein strategisch kalkulierendes Weibchen. Ich bin froh um all die Unterstützung die ich kriege, beispielsweise die Logopädie, da will ich keine Streitereien mit denen, die mir ja helfen wollen. Und schlussendlich zählt nicht die Vergangenheit, eine Behandlung beginnt jetzt und da will ich nicht nachtragend sein.

Und diesen Donnerstag hab ich auch noch einen Doppeltermin, erst in der Logopädie und anschliessend ein paar Häuser weiter in der Psychoabteilung. Dort werd ich mal versuchen rauszufinden, bis wann ich die GaOp erwarten kann. Offiziell wär das Ende 2010. Man hat signalisiert, dass es ein klein wenig früher sein könnte, also vielleicht schon Herbst 2010. Aber ich finde, sie haben mich lange genug hängen gelassen, Sommer 2010 wär deshalb angebracht. Ich hab ein Leben lang nie schöne Geburtstagsparties feiern können, weil man im Dezember nicht draussen rumlungern kann. Meinen neuen Geburtstag will ich gefälligst im Sommer, dann können wir an meinem ersten Geburtstag 2011 festlich grillieren :-)

Einmal mehr – Hirnlosigkeit beim Blick

Manchmal kann einem echt die Galle hochkommen. Einmal mehr schafft es der “Blick”, in einem Artikel über die Vergewaltigung einer Transsexuellen von “Transe Peter” zu schreiben. Erstens ist “Transe” ein Schimpfwort, zweitens ist eine TransFrau eine Frau und sollte dementsprechend auch mit ihrem weiblichen Namen benannt werden. Gerade wenn es sich um ein Gewaltopfer geht, erhöhen Medien mit so respektlosen Benennungen das Risiko von Übergriffen. Es war ja nur eine Transe, was solls, dass sie vergewaltigt und entführt wurde.

Würden Medien Transsexuellen wenigstens ein Minimum an Respekt entgegen bringen, könnten vielleicht auch ihre Leser irgendwann begreifen, dass es sich bei einer transsexuellen Frau um eine Frau handelt, ein menschliches Wesen, das zusätzlich verletzt wird, durch solche hirnlosen Texte.

Es sind genau solche respektlosen Berichte, die Transsexuelle in den Augen der Leserschaft zu Untermenschen machen. Damit wird das Fundament geschaffen für Diskriminierung, Ausgrenzung, bis hin zu Gewalt. Im Jahr 2009 sollte man von einer Zeitung etwas mehr Verstand und Rücksichtnahme erwarten.

Blick: Der Freier Pascal entführt Transe Peter

UPDATE: als ich das las, war ich grad in Eile und konnte mich nur kurz darüber ereifern, nun habe ich meinen Frust in einen offenen Brief gepackt und der Blick Redaktion zukommen lassen:
Offener Brief an die Blick-Redaktion

Offener Brief an die Blick Redaktion

Sie respektieren die Menschenwürde und verzichten in ihrer Berichterstattung in Text,Bild und Ton auf diskriminierende Anspielungen, welche die ethnische oder nationale Zugehörigkeit, die Religion, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, Krankheiten sowie körperliche oder geistige Behinderung zum Gegenstand haben.
(Schweizer Presserat: Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten Ziffer 8)

Einmal mehr hat die Tageszeitung “Blick” in der heutigen Online-Ausgabe einen Artikel über eine Transsexuelle publiziert, der die Würde von transsexuellen Frauen mit Füssen tritt und äusserst despektierlich ist.

WAHRHAFTIGKEIT UND ACHTUNG DER MENSCHENWÜRDE
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 1)

In besagtem Artikel geht es um eine Transsexuelle, die von einem Mann vergewaltigt und entführt wurde, wir sprechen hier also wohlgemerkt über das Opfer einer grässlichen Gewalttat.

Der Titel des Artikels lautet: “Der Freier Pascal entführt die Transe Peter“. Schon in diesem einen Satz wird die journalistische Sorgfaltspflicht und die Verantwortung einer Redaktion als meinungsbildendes Organ gegenüber seinen LeserInnen aufs Gröbste missachtet.

Transen, Schwuchteln, Nigger und Krüppel

SCHUTZ DER EHRE
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 9)

Es ist erschreckend, dass ich im Jahr 2009 einer Schweizer Zeitung erklären muss, dass “Transe” ein Schimpfwort ist, mit dem man gerade als Zeitung niemanden tituliert. Oder schreibt der Blick auch: “Nigger überfahren”, “Schwuchtel überfallen” oder “Krüppel ertrunken” wenn es um Dunkelhäutige, Homosexuelle oder Invalide geht? Es ist ein Armutszeugnnis für eine Zeitung, wenn sie zugunsten eines “witzigen Titels” die Würde der Betroffenen derart mit Füssen tritt, erst Recht, wenn es sich wie in diesem Fall um ein Opfer von Gewalt handelt. Aber der Blick schafft es, dieser Gewalt noch eins draufzusetzen.

Jährlich werden weltweit an die hundert Transgender Menschen Opfer von sogenannten Hate-Crimes. Sie werden ermordet, weil es Menschen gibt, die der Auffassung sind, dass diese minderwertiges Leben darstellen. Solange Zeitungen wie der Blick jeglichen Respekt und Anstand missen lassen und transsexuelle Frauen derart despektierlich als “Transe” betiteln, legitimieren sie genau solche Taten. Über die darf man sich ja lustig machen.

Transsexuelle haben sich ihre Wesensart nicht ausgesucht, sie gehen einen beschwerlichen Weg in einer Gesellschaft, die sie ausgrenzt, verspottet, verprügelt oder im schlimmsten Fall tötet. Transsexuelle gehen diesen Weg nicht aus Spass sondern folgen einem unvorstellbaren Leidensdruck. Über diese Menschen in solch spottendem Unterton zu schreiben, ist mit Verlaub gesagt unter aller Sau.

Der Blick ist wie alle anderen Medien Meinungsmacher, das muss ich einem Journalisten ja hoffentlich nicht erklären. Wie in aller Welt kommt dann die Blick-Redaktion dazu, eine transsexuelle Frau die Opfer von Gewalt wurde so beleidigend zu betiteln und damit Nährboden zu sein für weitere solcher Taten, für weitere Ausgrenzung und weitere Ignoranz?

Redaktionelle Ignoranz

SORGFALT:
Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 2)

Auch dass die Blick Redaktion diese transsexuelle Frau im Titel “Peter” nennt, zeigt ein weiteres Mal, dass der Blick-Redaktion jegliches Feingefühl fehlt. Ich bezweifle, dass dies aus purer Dummheit geschehen ist, Journalisten sind meines Erachtens gebildete Leute. Muss man also wirklich davon ausgehen, dass in der Blick-Redaktion keinerlei Anstand und Respekt herrscht, oder ist es eher so, dass man auf Kosten von Randgruppen gern mal “witzige Artikel” schreibt, egal wie sehr man die Betroffenen damit verletzt?

Krasses Beispiel ist die Bildlegende, in der steht: “Sandrine nennt sich Peter K. als Transesexueller. Er wurde von Pascal S. entführt.”.

  1. Sandrine hiess früher Peter, es ist nicht so, dass sich Peter einfach mal anders nennt.
  2. Wenn eine Frau in einem männlichen Körper geboren wird, ist sie eine Transsexuelle und nicht ein Transsexueller.
  3. Eine TransFrau ist eine Frau, es heisst also nicht “er wurde…” sondern “sie wurde…”

Es ist schwer, in so einem kurzen Abschnitt drei solche Kapitalfehler einzubauen, Ihr habt es geschafft und zeichnet damit ein geradezu grotesk verzerrtes Bild von Transsexualismus.

Zensur im Blick? Bitte um Stellungnahme

RICHTIGSTELLUNG
Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.
(Deutscher Pressekodex – Ziffer 3)

Ich habe in besagtem Artikel einen kurzen Kommentar eingetragen, in dem sinngemäss stand: “Wann, werte Redaktion, werden Sie damit aufhören, transsexuelle Frauen mit Schimpfwörtern zu betiteln?”. Das war vor bald fünf Stunden, der Kommentar wurde bisher nicht freigeschaltet. Sie hätten meinen Kommentar freischalten können und damit das von Ihnen pervertierte Bild korrigieren lassen oder Sie hätten den Kommentar zensurieren aber dafür den Artikel ändern können. Sie haben Beides nicht getan und das gibt mir fast am meisten zu denken an dieser Sache. Es erweckt in mir den Eindruck, dass es der Blick-Redaktion scheissegal ist, ob sie mit ihren “lustigen Titeln” Menschen verletzen oder die gesellschaftliche Ignoranz erneut verstärken.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie wider Erwarten dazu Stellung nehmen könnten und noch viel mehr würde es mich freuen, wenn Sie mir Grund zur Hoffnung geben könnten, dass so entwürdigende Artikel in Zukunft nicht mehr bei Ihnen zu lesen sind – beispielsweise indem Sie besagten Artikel umschreiben.

Pressekodex des deutschen Presserates$
Schweizer Presserat: Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten

PS: Die Blick-Redaktion wurde vorhin von mir via Mail über diesen Blogbeitrag informiert, mit der Bitte, ihn zur Kenntnis zu nehmen. Ob sie darauf reagieren, erfahrt Ihr hier.

Updates und Nachträge

UPDATE 21:22
Soeben sehe ich, dass 20Minuten-Online ebenfalls darüber berichtet, dort wird zwar von “die Transsexuelle” berichtet, im Titel und Leadtext wird dieselbe Frau aber als “ein Transvestit” betitelt. Ebenfalls durchgefallen, aber es ist bei Weitem nicht so verdreht wie “Transe Peter” im Blick.

UPDATE 22:00
Ein weiteres Beispiel im Blick, selbst die Ermordung einer Transsexuellen hindert die Redaktion nicht daran, “Transe Brenda ist tot” zu titeln und zu schreiben: “Der Brasilianer, der nur Brenda heisst…”

In einem anderen Artikel mit dem geistreichen Titel “Ronaldos Skandal-Transe ist tot” ist es im Titel eine Transe, im Leadtext eine Transsexuelle und im Text geht’s um drei Transvestiten.

Und in einem Artikel namens “Schwule Fussballer: Das letzte Tabu” steht “Sogar eine Affäre mit einer Transe wurde Guti angedichtet”, was heisst da “sogar”, ist hier das Undenkbare eingetreten, das Höchste aller Abartigkeiten oder was will diese Formulierung aussagen?

UPDATE 16.12. 08:30
In der heutigen Print-Ausgabe des Blicks ist dieser idiotische Artikel abgedruckt, natürlich ebenfalls mit “Transe” im Titel. Ist in der Blick-Redaktion wirklich Hopfen und Malz verloren?

UPDATE 16.12. 12:00
Zwei Kommentare wurden nun freigeschaltet, einer ist von mir von heute morgen, der von gestern sowie der von Sarah ist nicht drin. Am Text wurde bisher nichts geändert und eine Antwort habe ich nicht erhalten.

UPDATE 16.12. 12:50
Ich habe nun nachfolgenden Leserbrief an den Blick geschickt und hoffe, dass die Redaktion nach ihrem FauxPas wenigstens diese Klarstellung abdruckt:

Erneut hat der Blick eine transsexuelle Frau, die Opfer von Gewalt wurde, mit dem Schimpfwort “Transe” betitelt. Die Richtlinien des Schweize Presserats fordern von Journalisten, die Menschenwürde zu respektieren und auf diskriminierende Anspielungen zu verzichten. Mit diesem Artikel und der despektierlichen Benennung als “Transe Peter” hat der Blick diesen Grundsatz missachtet. Transsexuelle Frauen sind in dieser Gesellschaft mit grossen Vorurteilen belastet. Wenn Medien als Meinungsmacher transsexuelle Frauen mit Schimpfworten betitelt und in der Er-Form über sie schreiben, betonieren diese Medien all die Vorurteile und Respektlosigkeiten, die uns das Leben schon schwer genug machen. Ich bitte die Redaktion, zukünftig nicht mehr beleidigend über Transsexuelle zu berichten, erst Recht nicht, wenn die Betroffene bereits Opfer von Gewalt wurde und mit solchen Umschreibungen erneut verletzt wird. Ich als transsexuelle Frau habe es mir nicht ausgesucht, im falschen Körper geboren zu werden und ich habe nie jemandem etwas angetan. Deshalb kann ich beim besten Willen nicht einsehen, weshalb ich im Blick mit solchen Schimpfwörtern konfrontiert werde.

UPDATE 5.1.2010
Während hierzulande Blick und Konsorten transsexuelle Frauen als “Transe” beschimpfen, ist England da weiter, eine Kommission hat einer TransFrau Recht gegeben bei der Klage gegen eine Zeitung, die “tranny” als Schlagzeile verwendete. Ich sollte mir das mit der Beschwerte beim Schweizer Presserat wirklich überlegen:
Trans woman wins complaint against newspaper for ‘tranny’ headline

UPDATE 12.1.2010
Es geschehen doch noch Wunder, Blick online berichtet heute kurz über Lorielle London, die Transsexuelle die sich bei DSDS und Dschungelcamp zum Affen gemacht hat. Und man glaubt es nicht, obwohl Lorielle in vielen Medien als “Dschungel-Transe” herumgereicht wird, nennt Blick sie heute “DSDS Transsexuelle” und spricht in der weiblichen Form von ihr. Ob man in der Blick-Redaktion doch nachgedacht hat über die Verwendung von Schimpfworten?
Lorielle London liebt FDP Politiker

Verschneite Weihnachten – Tagebuch der besonderen Art

Nachfolgender Text geisterte vor Jahren im Internet rum und ich hab mich damals fast todgelacht.

Dieses “Tagebuch” beginnt ganz harmlos, artet aber immer mehr aus, das könnte glatt von mir sein, vom schrägen Humor her. Der Author ist mir leider nicht bekannt……. Egal, lesen und vom Stuhl fallen vor lachen…….

8. Dezember, 18:00 Uhr
Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen, wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schwebten. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch – wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.

9. Dezember
Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!

12. Dezember
Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nachbar sagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Sepp sagt, dass wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, dass ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Sepp ist sehr nett – ich bin froh, dass er unser Nachbar ist.

14. Dezember
Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute Nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, dass ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte, ich würde nicht so pusten und schnaufen.

15. Dezember
60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Hab den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich – schließlich sind wir nicht in Alaska.

16. Dezember
Eissturm heute morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam.

17. Dezember
Immer noch weit unter Null. Die Straßen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Der Strom war 5 Stunden weg. Mußte mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun, als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Glaube wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie Recht hat! Ich hasse es, in meinem eigenen Wohnzimmer zu erfrieren.

20. Dezember
Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der beschissene Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht, eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagten, sie hätten keine Zeit, weil sie Hockey spielen müssten. Ich glaube, dass sie lügen! Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, dass sie lügen! Sepp sagt, dass ich schaufeln muss oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, dass der lügt!

22. Dezember
Sepp hatte Recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist, und es ist so kalt, dass es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln und dann musste ich pinkeln. Als ich mich schließlich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht, für den Rest des Winters Sepp anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, dass er viel zu tun hat. Ich glaube, dass der Arsch lügt!

23. Dezember
Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die bekloppt? Ich habe keine Zeit – ich muss schaufeln! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, Sie hat, aber ich glaube, dass sie lügt!

24. Dezember
20 Zentimeter. Der Schnee ist vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, dass ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte, ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch kriege, der diesen Schneepflug fährt…. Ich weiß genau, dass er sich hinter der Ecke versteckt und wartet, bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt er mit 150 km/h die Straße runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, wo ich gerade war. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit. Musste nach dem Schneepflug Ausschau halten.

25. Dezember
Frohe Weihnachten. 60 cm mehr von der weißen Scheiße. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschaufeln läßt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, dass ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, dass sie eine Idiotin ist!

26. Dezember
Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.

27. Dezember
Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.

28. Dezember
Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. Und die Alte macht mich verrückt!

29. Dezember
Noch mal 30 Zentimeter. Sepp sagt, dass ich das Dach freischaufeln muß, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste, was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich?

30. Dezember
Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000 € Schmerzensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter Schnee vorhergesagt.

31. Dezember
Habe den Rest vom Haus angesteckt. Endlich warm. Nie mehr schaufeln.

1. Januar
Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Warum bin ich an das Bett gefesselt…?!

Eine geballte Ladung Highlights

Es ist halb zwei Uhr Nachts, in fünf Stunden wird mich der Wecker erbarmungslos durchschütteln und ich sollte jetzt wirklich ins Bett. Aber dieser Tag hatte es so in sich, dass ich es mir nicht verkneiffen kann, das nun hier loszuwerden. Ihr kennt das ja, es gibt Tage an denen läuft gar nix und es gibt Tage, da hüpft man von einem Highlight zum Nächsten. Der heutige Tag war diesbezüglich ein Prachtstück, also holt Euch Popcorn und Bier und machts Euch gemütlich, das dürfte etwas länger dauern :-)

Leben um des Lebens willen
Angefangen hat der Tag ganz normal, also wunderschön und voller Lebenslust. Ich verpennte mal wieder sinnlos, hatte einen stressigen Tagesbeginn mit hecktischer Gesichtsmalerei und so weiter, weil ich heute gleich zwei Uni-Termine hatte und um 14 Uhr von der Arbeit wuseln musste. An einem Tag, an dem man drei Minusstunden im Geschäft macht, ist verpennen definitiv nicht angesagt, aber was will man machen, der Geist ist willig, aber das Fleisch nunmal schwach ;-) Der Morgen verlief soweit wie immer, ich stöckelte nach vollbrachter Fassadenverzierung ins Geschäft, genoss einen alltäglichen Morgen mit dem Programmieren von spannenden Programmen und erfreute mich sinnlos an der Tatsache, dass ich “Ich” bin, ich sein darf und von einem Rudel Jungs umgeben bin, die mir das Ich-Sein so angenehm und einfach machen.

Experimentale Hormontherapie
Als ich dann um 14 Uhr Richtung Zug loswanderte, ging ich noch kurz zuhause vorbei, weil ich hoffte, dass meine neu bestellten Medis angekommen sind. Ich habe mich die letzten Monate arg gewundert, weshalb die Brustentwicklung irgendwie stehen geblieben ist. Am letzten Stammtisch des Transensyndikats (ja wir dürfen uns Transe nennen, das nennt man exzessive Ironie, der Blick darf das aber nicht) liess ich mir sagen, dass die Diane-35 die ich nehme, zwar gut für den Einstieg ist, aber dann irgendwann nix mehr bringt. Es gibt verschiedene Östrogen-Arten und die hat irgendwie das Falsche drin. Cool, wenn das stimmt, habe ich ein halbes Jahr lang gesundheitsgefährdende Medis reingepfiffen, die mich theoretisch töten könnten und zumindest den Körper (im Speziellen die Leber) belasten und das für null Heilwirkung. Das hat mich dann einmal mehr ziemlich knurrig gemacht betreffend der mir unverständlichen Tatsache, dass die Verantwortlichen der Uni-Klinik mir nicht mal ein informatives Gespräch mit einem Hormonspezialisten gewähren wollten. Jedenfalls liess ich mir da eine neue Medi-Kombination empfehlen und will nun natürlich raschmöglichst herausfinden, ob sich so etwas verändert. Also stresste ich heim, fand das Zeuchs im Briefkasten, ging rein, öffnete das Packet, nahm die Hormonpflaster raus, riss die Jacke von mir, Kleid hoch, zwei Pflaster an den Rücken gepappt, Kleid runter, Jacke an, rausstressen und weiter geht’s im Terminplan. Ab heute ändert sich also meine Medikation von 3 x Diane-35 täglich (6mg Estradiol) und 50mg Androcur auf zwei Estradiol-Pflaster alle 3-4 Tage, ein Progesteron-Zäpfchen täglich sowie das Androcur, bei dem ich mir überlege, ob ich es auf 25mg reduziere, weil das Progesteron das evtl nicht mehr so nötig macht. Erstens habe ich damit das “richtige Östrogen” und zusätzlich gehen die Pflaster im Gegensatz zur Pille nicht über die Leber und sind deutlich weniger gefährlich. Diesen Tipp hätt ich gern an der Uni gekriegt, aber lassen wir das jetzt. Ob ich jetzt ohne Antibabypille schwanger werden könnte, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich gehe eher davon aus, dass ich zu alt und zu verrückt bin für sowas ;-)

Logopädie – das Äussere mit dem Inneren in Einklang bringe
Dann eilte ich los nach Zürich an die Uni-Klinik, um dort wieder eine faszinierende Logopädie-Stunde zu verbringen. Es macht eine Menge Spass, das Äussere dem Inneren immer mehr anzugleichen und so ist ein philosophieren über geschlechtsspezifische Sprechweisen eine spannende und hilfreiche Sache und einmal mehr erfreute ich mich an einer Logopädin, die erstens eine Super-Lady ist und damit ein perfektes Vorbild, die andererseits aber mit enormem Feingefühl etwas zu vermitteln vermag. Man fühlt sich zwar a bissrl deppert, wenn man Worte ab Blatt lesen muss wie eine Erstklässlerin, aber mit ihr zusammen ist es einfach schön. Es geht nicht darum, etwas an mir zu verfremden sondern darum, das Weibliche das in mir verschüttet ist wieder zur Entfaltung zu bringen und das schafft diese Lady in verblüffender Weise. Wenn ich mit ihr rede, fühlt sich das an, als ob sich die Schale meines zubetonierten Äusseren mit jeder Minute mehr entblättert, bis ich ganz aus mir emporsteige.

Psychiatrisches, GaOp, ein schönes Kompliment und ein bisschen stänkern
Dann gings ein paar Häuser weiter in die Psychosoziale Abteilung zu meinem monatlichen Termin. Der Termin, der bisher der Begutachtung diente, der nun für mich zumindest zum Behandlungsort wurde. Die Logopädie wurde von ihnen beauftragt, die Krankenkasse zu einer Kostengutsprache für Epilation bewegt, die Endokrinologie mit meiner Hormonifizierung beauftragt (ja ich weiss, zweimal dasselbe Wort ist blöd, fällt mir aber grad nix anderes ein). Jedenfalls hat diese Stunde für mich eine ganz neue Qualität bekommen. Es war schon immer angenehm, weil die Assistentin, die mich da betreut, grosses Einfühlungsvermögen hat und mir immer das Gefühl gibt, verstanden und respektiert zu werden, nicht als Patientin sondern als Frau. Von ihr habe ich schon mehrmals Komplimente bekommen im Stil von, dass ich sehr authentisch wirke und “ein klarer Fall” sei. So etwas hört man als TransFrau gerade in der Begutachtungsphase natürlich gern. Auch heute wurde mir erneut attestiert, dass ich n’Klasse-Mädel bin. Ok so hat sie es nicht formuliert, aber so ist’s bei mir angekommen. Trotzdem, obwohl ich mich dort gut aufgehoben fühle, konnte ich es diesmal nicht lassen, mich mal ein wenig darüber auszulassen (diese zwei “lassen” sind aber cool, hä?), dass ich die einjährige Zeitschinderei, die man zynisch Alltagstest nennt, für menschenunwürdig halte und es meines Erachtens unterlassener Hilfeleistung gleich kommt, wenn man die Einhaltung eines Standards für wichtiger hält als das Wohl resp. die Behandlung der Patientin. Diese “Fristenlöstung” musst wirklich überdacht werden, ein Jahr ist pure Menschenquälerei. Aber meine Stänkerei hin oder her, für mich ist das letzte Jahr, dieses Begutachtungsjahr, vorbei. Nun werde ich behandelt und will auch nicht nachtragend sein, ich bin einfach froh, dass ich nun ernstgenommen werde und ich nicht mehr meine einzige Ärztin bin.

Transsexualität hat biologische Ursachen
Am Schluss habe ich dann ein Thema angesprochen, das ich in letzter Zeit öfters gelesen habe, nämlich, dass nach neustem Stand der Forschung Transsexualität keine Persönlichkeitsstörung ist, so wie es in den offiziellen “Krankheitsregistern” noch drin steht sondern dass man heute weiss, dass es biologische Ursachen sind. Mit anderen Worten, in unseren Köpfen ist alles ok, wir spinnen nicht, unser Körper hat einfach irgendwie die falsch Weiche erwischt und ist in die falsche Richtung gefahren. Darüber dann ein anderes Mal mehr, da möchte ich mich erst etwas schlauer machen. In Kürze kann man sagen, dass man einerseits in den Hirnen von TransFrauen Dinge entdeckt hat, die sonst nur bei BioFrauen so sind, wir haben also sozusagen ein weibliches Gehirn (sehr vereinfacht ausgedrückt) und anderseits hat man genetische Gemeinsamkeiten unter TransFrauen entdeckt. Beides zeigt, dass eine TransFrau halt eben doch – wie wir das immer empfunden und vertreten haben – eine ganz normale Frau ist, deren Körper sich nicht der “Norm” entsprechend entwickelt hat. Diese Erkenntnis könnte auch das gesellschaftliche Ansehen Transsexueller extrem verändern, weil in unserer Kultur leider psychische Erkrankungen weitaus mehr stigmatisiert sind als körperliche Krankheiten. Körperliche Krankheit bewirkt Mitgefühl oder Mitleid, psychische Krankheit bewirkt Ablehnung. Ich hoffe wirklich, dass diese Fakten bald mal der breiten Öffentlichkeit kundgetan werden.

Jupes sind anhänglich wie verrückt
Als Nächstes gings wieder Richtung Nachhause für den Rest des Tagesprogramms. Aber das Tram das ich erwischte, hielt nicht am Bahnhof direkt wie ich erwartete sondern ein paar Meter in der Nebenstrasse, der berüchtigten Bahnhofstrasse, dem Einkaufsmekka für uns Mädels. Naja, ich hatte ja abgemacht, aber wenn mich das Tram direkt vor einem H&M auslädt, wie könnte ich da widerstehen? Also gings ein paar Minuten da rein und als ich nach etwa zehn Minuten wieder rausging, hing an meiner Hand eine Tüte mit drei Jupes und einem Paar Din-40 Strumpfhosen. Weshalb die mit mir gekommen sind ist mir ein Rätsel, sowas passiert mir immer wieder, aber ich erfreute mich doch sehr daran, dass diese drei Teile mega schön waren, unter Anderem ein halbkurzer Jeans-Jupe mit blauem Rosenmuster. Sooooooo schön :-) Achja irgendwo muss ich eine Hunderternote verloren haben, jedenfalls hab ich jetzt einen weniger.

Was guckst Du?
Dann schaffte ich es doch noch Richtung Zug, obwohl’s noch gaaanz viele Läden gehabt hätte. Das zeigt mal wieder, was für eine Willenskraft T-Girls haben. Ich schnappte mir noch einen HotDog und einen Hörndlisalat und wartete auf dem Perron auf den Zug. Einmal mehr, wie so oft in den letzten Wochen, wunderte ich mich wieder darüber, wie egal mir die Leute um mich herum sind, resp wie egal mir war, ob sie mich beachten und was sie allenfalls von mir halten. Dieses Selbstbewusstsein, das in mir entstanden ist, entwaffnet irgendwie alles. Ich bin eine Frau, von mir aus mit einem “Trans” vorne dran, aber ich bin voll und ganz Frau und ich find mich ok so, ich gefalle mir im Grossen und Ganzen und finde es absolut ok, nein sogar bewundernswert, wie tough ich das hier allels durchziehe. Ich dachte zurück an die Zeiten Anfang Jahr, an denen ich am liebsten verschleiert oder noch besser gar nicht raus gegangen wäre. Heute ist es einfach schön und irgendwie normal, am Leben teilzunehmen, ich sehe mich nicht mehr mit den Augen Anderer sondern mit meinen eigenen Augen, deren Blick ich nicht zuletzt den Augen meiner FreundInnen verdanke, die mir ihre geliehen haben. Es erstaunt mich ungemein, wie stark ich in diesem Jahr innerlich geworden bin und wie souverän ich dieses Leben meistere und wie etwas, was ich ein Leben lang versteckte, zum öffentlichen Aspekt meines Lebens geworden ist.

Brettspiele mit den Jungs
Dann ging ich zu meinem Teamchef und einem Entwickler aus meinem Team, um mit denen wie öfters das Brettspiel “Siedler” zu spielen. Wir haben immer einen Mordsspass, lachen viel dabei und nicht zuletzt hats irgendwie auch was Prickelndes, als einzige Frau mit zwei netten Jungs zu spielen ;-) Ich kann wirklich froh sein, so einen coolen Chef zu haben. Ich hab noch nie mit Chefs privat etwas angestellt, eigentlich nicht mal mit Arbeitskollegen. Überhaupt wimmelts in dieser Firma von Leuten, die ich sehr mag, die anständig mit mir umgehen und mit denen ich mich täglich krummlachen kann. Software-Leute haben irgendwie alle n’Knall, da hat man einfach ne Menge Spass beim ackern, vorallem wenn man so verrückt ist wie ich :-)

Und ab ins Pub
Da die Zwei in der Nähe meines Stamm-Pubs wohnen, wars natürlich naheliegend, dass ich anschliessend um Halb Zehn Uhr ins Pub abwanderte und dort bis fast ein Uhr an der Bar sass und mit netten und vertrauten Leuten plauderte.

Meine erste Geburtstagsparty planen
Mit der Barkeeperin diskutierte ich dann etwas, was mir seit Langem im Kopf rumgeisterte. Das Pub kann man auch für Privatanlässe mieten. Die Getränke gehen dann einfach über die Bar, das ist ihr Verdienst, dafür kann man dort abfeiern, wird getränkemässig betreut und kann selber Futter mit bringen oder was weiss ich. Nachtrag resp. Korrektur: Ursprünglich schrieb ich hier, dass ich eine Riesenparty machen möchte. Nach einigen Abklärungen scheint das nicht so umfangreich möglich zu sein, wie ich mir wünschte. Aus “logistischen” und terminlichen Gründen wird diese Party wohl doch eher in kleinem Rahmen stattfinden. Mehr dann demnächst in diesem Blog.

Power-Ladies sind kälteresistent
An dieser Stelle sollte ich kurz erklären, dass ich n’ziemlich hartnäckiges Mädel bin, was Mode anbelangt. Einerseits trage ich nicht was modern ist sondern was mir gefällt, anderseits lasse ich mir keine saisonalen Einschränkungen auferlegen. Anders gesagt, selbst wenn Petrus den kältesten Scheiss-Winter seit Menschengedenken einleutet, werde ich es mir nicht nehmen lassen, im Rock oder Kleid durch die Welt zu tingeln. So kommt es, dass ich auch in diesem grusligen Wetter nachwievor trotzig im Stiefel-Strümpfe-Kleid Tenue durch den Alltag zittere. Ich konnte vier Jahrzehnte nicht anziehen was mir gefällt, jetzt können auch dämliche Schneeflocken und eisige Winde mich nicht davon abhalten, dass ich das trage, was aus dem Kleiderschrank springt. Und so hatte ich halt auch heute ein Kleid an, kurzärmlig, mit nem Jäckchen drüber, dazu die für den Winter konzipierten schwarzen Din-70 Strümpfe und dazu scharze Stiefel. Fürs Geschäft ist das kein Problem, ne dicke Jacke drüber, 10 Minuten ins Geschäft laufen, Jache weg und fertig ist das Mädel. Zehn Minuten etwas kühl und dafür den Tag lang heiss, ich find das ist ein guter Deal. Naja, ausser man geht Abends noch ins Pub, denn das bedeutet eine halbe Stunde heimlaufen nach Mitternacht. Aber zum Glück hat man einen MP3-Player in der Handtasche (zusammen mit tausend Dingen die Frau braucht sowie drei neu gekauften Jupes), denn Musik kann kleine Wunder bewirken, vorallem wenn man so schöne Stiefel anhat (ok der Zusammenhang ist schwer zu erklären, nehmen wir es einfach mal so an). Mit Halo von Beyonce im Ohr, gings im Sauseschritt durch die Nacht, von der Musik getragen fast schwebend und von den Gefühlen (das ist meine Diana-Auferstehungshymne) die diese Musik in mir auslöst, war dieser Spaziergang eine wirklich schöne Sache und den ganzen Weg ergötzte ich mich an der Vorstellung, wie wunderschön sich mein Leben nun doch so verändert hat, wie ich es nie zu träumen wagte.

Unsichtbare Freunde
Zuhause angekommen, wollte ich diesen Beitrag schreiben, ich schreibe meist dann, wenn mich etwas beschäftigt, egal ob die Zeit dazu da ist, also war klar, dass ich mich jetzt noch leertexten werde. Doch erst musste natürlich die Mailbox begutachtet werden, es gibt einige Menschen die mir soviel bedeuten, dass ich ihre Mails so rasch wie möglich lesen möchte. Nebst solchen Mails fand ich aber etwas, was diesem Tag noch das Sahnehäubchen aufsetzte. Oben habe ich ja geschrieben, dass ich auch Leute an meine Geburtstagsparty einladen möchte, die hier regelässig mitlesen, selbst wenn ich diese nicht kenne. Diese Idee ist relativ neu und den Entschluss fasste ich heute. Es gibt ja Zufälle, Dinge die einem zufallen, sie tun das nie zufällig, es hat immer irgendwie seine Richtigkeit. Als ich meine Mails prüfte, fand ich da ein Mail einer mir unbekannten Frau, die mir mit liebevollen und mitfühlenden Worten sagt, sie sei eine Freundin meines Vaters, würde seit einiger Zeit hier mitlesen und mitfühlen. Es waren ein paar Sätze, die jeder eine Nähe ausdrückte, die einfach schön war. Da ist jemand, der an meinem Leben Anteil nimmt ohne mich zu kennen und der in gewisser Weise mitlebt und mitfühlt. Irgendwie mindblowing, ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen, es berührt mich einfach ganz tief und macht mich extrem glücklich, dass sogar mir unbekannte Menschen mir so nah sind. Ich bin nicht allein, selbst wenn ich alleine bin, unglaublich :-)

Das Mädel hat echt n’Knall
Und so ist es nun drei Uhr geworden, ich bin immer noch hellwach, die Tasten glühen und ich stehe fast unter Schock, weil ich grad diesen Beitrag in der Vorschau angeguckt hab und nicht fassen kann, wieviel ich da soeben geschrieben hab. Um drei Uhr sowas? Aber was will ich machen? Ich bin nunmal ein enthusiastisches und ekstatisches Mädel, wenn ich etwas tue, versinke ich darin und wenn es soviel zu erzählen gibt, tippt es halt auch entsprechend eifrig.

Aber jetzt wird es Zeit für ins Bett, in zweieinhalb Stunden geht der Wecker los, ich werde ihn hassen, aber eigentlich kann er ja nix dafür, er folgt nur seiner Natur, ist ganz Wecker – ein Idiot, aber wenigstens ganz sich selbst :o)

Gute Nacht, danke fürs Zuhören, danke fürs Mitleben und Mitfühlen, danke, dass Ihr irgendwo da seid :-)

Transsexualität und Selbstsicherheit

Transsexuelle stehen vor einer riesigen Herausforderung, wenn sie in einer Gesellschaft, die Transsexualität stigmatisiert, Selbstsicherheit entwickeln wollen. Es braucht ganz neue Denkstrategien um trotz allen Vorurteilen eine stolze Frau zu sein. Wenn ich zurück denke und mein Selbstbewusstsein von Anfang Jahr mit dem von heute vergleiche, dann staune ich Bauklötze, wieviel sich da verändert hat. Ich wünschte mir, ich könnte anderen T-Girls mit Worten erklären, wie ich diese Veränderung ausgelöst habe, aber das dürfte mir kaum gelingen – versuchen will ich es trotzdem.

Schon an anderer Stelle habe ich betont, dass Menschen so konditioniert sind, dass sie ihren Wert daran messen, ob sie von ihrem Umwelt gutgeheissen werden oder nicht. Transsexuelle sind da in der Regel auch nicht anders, aber sie müssen anders werden, weil sie sich sonst mit einer abwertenden Zerrbrille bemessen, die Ihr Selbstbewusstsein in Schutt und Asche legt.

Aber wie kann ich mich ok finden und stolz auf mich sein, wenn mich Leute angucken, als ob ich eine singende Kröte auf dem Kopf hätte? Wie kann ich Achtung vor mir selbst haben, wenn mir immer wieder Menschen begegnen, die mich verachten?

Fremdbewertung vermeiden
Der wichtigste und schwerste Teil ist der, zu erkennen, dass der Wert von etwas nie durch einen Beobachter gemessen wird. Wenn etwas wertvoll ist, spielt es keine Rolle, ob jemand es nicht für wertvoll hält, der Wert liegt in etwas oder nicht. Wenn ich einen Diamanten mit Dreck verschmiere, werden ihn die meisten für einen dreckigen Stein halten, hat er wirklich an Wert verloren? Dasselbe ist mit uns. Ich bin nicht eine Frau, weil die ganze Welt mir dies attestiert, ich bin eine Frau, weil ich weiblich bin. Und ich bin auch nicht weniger weiblich, wenn man mir meine Weiblichkeit mit Blicken abspricht.

Wenn ich heute so eine negative Wertung zu bemerken glaube, betrifft mich das nicht wirklich. Ich nehme zur Kenntnis, dass da jemand ein falsches und verzerrtes Bild von mir hat, aber das ändert meine Persönlichkeit und mein Geschlecht nicht. In der Regel kenne ich diese Person ja nicht mal, was interessiert es mich, ob diese Person mir Weiblichkeit attestiert?

Ich bin eine TransFrau – na und?
Der grösste Fehler, den wohl die meisten Transfrauen vorallem am Anfang machen, ist der Versuch eines hundertprozentigen Passings. Das ganze Denken wird vernebelt vom Gedanken: “Hoffentlich sieht niemand was ich bin, hoffentlich werde ich als Frau wahrgenommen”. Gerade am Anfang ist der Versuch, als “biologisch korrekte Frau” durchzugehen, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Resultat ist, dass man von einem “Mist sie habens gemerkt” zum Nächsten geschleudert wird.

Aber ich bin keine biologisch korrekte Frau und da kann ich auch nix dafür, warum sollte ich mich also dafür schämen? Ich bin eine TransFrau, also eine Frau mit männlichen Geschlechtsmerkmalen. Aber ich bin eine Frau – das alleine ist für meine Geschlechtsidentität wesentlich. Wir T-Girls sollten nicht versuchen, unser ‘T’ loszuwerden und zu verleugnen. Ich bin eine TransFrau und das ist ok so.

Während ich früher, wenn mich jemand blöd musterte, etwas im Stil von “Mist sie habens bemerkt und halten mich jetzt für einen rocktragenden Mann”, denke ich heute in derselben Situation eher etwas im Stil von: “Ja Du siehst richtig, vor Dir steht eine transsexuelle Frau” und bin nicht im Geringsten der Meinung, dass dies etwas Schlechtes ist. T-Girls sieht man nicht täglich und oft dürften Leute in so Situationen viel weniger Schlimmes denken als wir befürchten. Nicht jeder der uns genau mustert, denkt: “wäh eine Transe”, bei vielen dürfte es eher so in ihrem Kopf klingen: “gibts ja nicht, ist das nicht eine transsexuelle Frau? hätte nicht gedacht, dass mir mal so jemand begegnet”. Heutzutage haben viele Menschen schon etwas darüber erfahren, in Medizinsendungen oder sonstigen Dokus.

Ich bin der festen Auffassung, dass man als TransFrau nur dann mit der Öffentlichkeit klar kommt, wenn man die eigene Transsexualität nicht als Makel betrachtet sondern zu seiner andersartigen und ungewöhnlichen Wesensart steht.

Identifikation mit den positiven Aspekten transsexueller Menschen
Aber Transsexuelle stehen von Anfang an im Sumpf der Vorstellung, dass Transsexuelle krank, kaputt oder minderwertig sind. Ok, wir haben körperliche Makel, aber wir haben dafür auch Wesensarten und Fähigkeiten, die im positiven Sinn aussergewöhnlich sind. Unser “Leben unter erschwerten Bedingungen” hat uns stark und hart gemacht, es lernte uns Toleranz und Einfühlungsvermögen, es öffnete uns den Vorhang zum Geheimnis der Geschlechtsunterschiede. Ich bin wirklich der festen Überzeugungen, dass viele meiner Wesensarten, die von meinem Umfeld speziell geschätzt werden, eine direkte Folge meines Lebens im falschen Körper und eines Lebens in falschen Rollenmustern sind. Ja ich bin ausser-gewöhnlich, aber wer will schon gewöhnlich sein? An diesen positiven Aspekten muss sich eine TransFrau festhalten, denn das ist es, was unser Wesen ausmacht, nicht diese kleinen anatomischen Anomalien.

Fazit und Ratschlag
Solange eine TransFrau versucht, eine BioFrau zu sein, wird sie endlos in die Wand rennen. Jedes Lebewesen muss stolz sein auf das was es ist, das ist bei uns T-Girls nicht anders. Alle Menschen sind einzigartig und ihre Einzigartigkeit macht sie zu dem, was wir schätzen oder ablehnen. Transsexuelle müssen lernen, ihre Einzigartigkeit als das anzunehmen was sie ist. Wenn eine TransFrau das ist, was sie ist und dieses so-sein ganz entfaltet, dann hat sie allen Grund stolz zu sein – egal ob Andere das auch so sehen.

Transsexualität: Öffentliche Wahrnehmung und Faktenresistenz

Transsexuelle Menschen leiden primär unter zwei grossen Problemen.

Zum einen sind sie im falschen Körper geboren und werden dadurch in Geschlechterrollen gezwungen die ihre Seele tagtäglich vergewaltigen. Dieses Problem kann heutzutage dank plastischer Chirurgie und der chemischen Keule grösstenteils bewältigt werden.

Das zweite Problem sind die enormen Vorurteile und das erschreckende Falschwissen, das in dieser Gesellschaft verbreitet ist. Man kennt das ja, wenn jemand mal glaubt, etwas zu wissen, dann kriegt man dieses “Wissen” auch mit besten Argumenten und Beweisen kaum noch aus seinem Kopf raus.

Die Blick-Geschichte hat mir gezeigt, dass es notwendig ist, solche gestreuten Falschbilder zu korrigieren und deshalb habe ich mir vorgenommen, von nun an solchen Bildern und Fehlinformationen eine andere Sichtweise gegenüber zu stellen. Bereits der erste Versuch zeigt, dass es Menschen gibt, die eine ungeheure Faktenresistenz haben und nichts an sich heranlassen, was ihr vereinfachtes Weltbild irgendwie ankratzen würde.

Dieser Tage ist im “Mamablog” des Tages-Anzeigers eine Diskussion eröffnet worden wegen dem “schwangeren Transsexuellen”. Das Grundthema war, ob Transsexuelle Kinder haben dürfen. Mal abgesehen davon, dass diese Frage bereits faschistoide Züge trägt, zeigte auch die dort aufkommende Diskussion, dass es zwar Leute gibt die mit viel Verständnis auf das Thema eingehen, dass aber auch immer wieder Exemplare der menschlichen Spezies auftauchen, die ihren persönlichen Glauben resp. ihre naive Meinung über alle wissenschaftlichen Fakten stellen – ähnlich wie Kreationisten daran festhalten, dass die Erde nur 6000 Jahre alt ist, C4-Messungen hin oder her.

Ein paar Beispiele in der Diskussion im Mamablog sollen das verdeutlichen.

Transsexualität als Suchterkrankung?
Da stellt jemand die Hypothese auf, Transsexualität sei eine Suchterkrankung, diese Leute sollen ähnlich wie Michael Jackson eine Art Operationssucht haben. Abgesehen davon, dass ich noch nicht ein einziges Mal in Fachkreisen von dieser Theorie hörte, ist sie bei genauem Hinsehen völlig absurd. Wer auch nur mal eine kurze Medizinsendung über Sucht gesehen hat, der weiss, dass Sucht dann entsteht, wenn eine Handlung viele Male ausgeführt wurde und stets vom Belohnungssystem des Hirns belohnt wurde. Wer lange Zeit Drogen nimmt oder Glücksspiele macht, regt immer wieder das Belohnungssystem an und legt damit tiefe Spuren in sein Hirn, die irgendwann die Sucht nach erneuter Belohnung entstehen lassen.

Wäre Transsexualität eine Suchterkrankung, hätte ich bereits viele “positive Erfahrungen” machen müssen bevor ich transsexuell “geworden” wäre. Aber meine tiefe Überzeugung, ein weibliches Wesen zu sein, stand bereits in frühem Kindheitsalter fest, zu einer Zeit, in der ich niemals Röcke trug oder sonstige weibliche Attribute gelebt hätte. Hinzu kommt, dass die geschlechtsangleichende Operation eine einmalige Sache ist, die erst am Ende der Angleichungsphase ausgeführt wird. Da gibt es keine suchterzeugenden Reize vorher und keine mehr nachher. Diese These ist völlig absurd, trotzdem vermögen gewisse Menschen daran festhalten auf Teufel komm raus.

Transsexuelle Verhaltensweisen?
Ein Anderer hält Transsexualität für eine Verhaltensweise und beweist damit, dass sein Wissensstand nicht mal dem eines Blick-Schreibers entspricht. Das Problem von Transsexuellen ist ja gerade, dass ihre Verhaltensweisen ein Leben lang ins falsche Geschlecht gezwungen wurden. Die Meisten bekämpfen sich selbst und versuchen ihre Geschlechtsidentität zu unterdrücken um gesellschaftskonform zu funktionieren. Transsexuellen geht es frühstens dann besser, wenn Sie ihre Verhaltensweise ändern und in dem ihrer Identität entsprechenden Geschlechterrolle leben.

Man wird also nicht transsexuell, weil man zuviel in Frauenkleidern herumgelaufen ist sondern man läuft irgendwann in Frauenkleidern herum, weil man transsexuell ist und schon immer war. Diese Verdrehung von Ursache und Wirkung zeugt wirklich von überwältigendem Unwissen.

Ignoranz und Faktenresistenz
Der Höhepunkt der Ignoranz wird dann erreicht, wenn ich beispielsweise diesen Link auf Forschungsergebnisse als Argument vorbringe, die sogar fürs Auge sichtbar mit Bildern und Fakten zeigen, dass die Hirnregion BSTc, die für die Geschlechtsentwicklung zuständig ist, bei transsexuellen Frauen mit der von anderen Frauen übereinstimmt. Es geht hier nicht darum, was im Hirn gespeichert ist, also psychologisch zu verstehen ist, wir reden hier von einer anatomischen Gemeinsamkeit zwischen TransFrauen und BioFrauen. Wenn ich nun so ein Argument einwerfe und niemand darauf eingeht und nichtsdestotrotz schnoddrig an seinem selbst-erfundenen Erklärungsmodell festhält, dann fehlen einem echt die Worte. Das erinnert mich irgendwie an Platons Höhlengleichnis, nur um einiges abstruser.

Transsexuellen gehts nach der “Umwandlung” schlechter
Ein Mythos der sich hartnäckig hält, auch wenn er noch so widerlegt wird. Prof. Udo Rauchfleisch, der am Basler Universitätsspital über hundert Transsexuelle langfristig betreut hat, spricht von einem einzigen Fall, bei dem die Betroffene die GaOp bereut hat, allen anderen ging es anschliessend deutlich besser. Trotzdem hält sich der Mythos hartnäckig, dass sich Transsexuelle angeblich umbringen. Einmal mehr dringen Fakten nicht bis an eine breite Öffentlichkeit.

Fazit – es gibt viel zu tun
Es bedarf wohl noch jahrelanger Öffentlichkeitarbeit, bis einer Mehrheit klar wird, dass TransFrauen eigentlich ganz normale Frauen sind, die nur ein einer körperlichen Ungewöhnlichkeit und ein unsäglicher gesellschaftlicher Ignoranz leiden.

Es ist keine Schande, unwissend zu sein,
aber es ist ein Armutszeugnis, wenn man Fakten leugnet,
um an der eigenen Unwissenheit festzuhalten.

Es ist schon schwer zu begreifen, dass Andere sich im Recht glauben, über Menschen wie mich zu urteilen und uns zu ver-urteilen. Aber wenn sich diese Gesellschaft schon das Recht nimmt, über uns zu richten, dann erwarte ich doch wenigstens soviel Fairness, dass man bei diesem gesellschaftlichen Gerichtshof in den Köpfen der Menschen Fakten nicht leugnet und die eigenen Vorurteile nicht über erwiesene Tatsachen stellt. Alles andere kommt einer neuzeitlichen Inquisition gleich und ist ein Armutszeugnis für eine angeblich aufgeklärte Welt.

Update 1.1.2010
Nachdem ich eine Weile mitgelesen habe und den menschenverachtenden Dreck eines gewissen Schmidli gelesen habe, konnte ich nicht umhin, nachfolgenden Beitrag in besagtem Forum zu posten. Dass der Tagi so faschistoiden Dreck überhaupt veröffentlicht, ist meines Erachtens ein Armutszeugnis, die Redakteure dieses Blogs wären nicht schlecht beraten, wenn Sie zukünftig lesen würden, was für perverse Sichtweisen auf ihrem Portal aufgelistet werden……….

falls das eine offizielle Umfrage ist, ich halte Schmidli ebenfalls für schwer gestört und wundere mich sehr, dass der Tages-Anzeiger so faschistoiden Dreck durchgehen lässt. Schmidli hat mehrfach den Straftatbestand der Ehrverletzung und der Beleidigung vollzogen, dass der Tagi so menschenverachtende Zeilen in sich sitzen lässt, ist ein Armutszeugnis für eine Zeitung, die sich einst der Seriösität verpflichtet fühlte. Ich bleibe bei meinem Angebot und würde eine psychotherapeutische Behandlung Schmidlis wegen Homophobie und Kastrationsangst finanziell unterstützen.



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