(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Weshalb und wie ich schreibe

Ich wurde schon verschiedentlich darauf angesprochen, weshalb ich dieses Blog führe und noch mehr weshalb ich so oder so schreibe. Vorallem scheinen einige verwundert zu sein über die kompromisslose Offenheit, die ich manchmal an den Tag lege. Nun denn, klären wir das mal ;-)

Weshalb dieses Blog?
Mehrere Gründe haben mir dieses Blog und seine Form aufgedrängt. Als Erstes ist es für mich ein Ventil, durch das ich meine Gefühle herauslassen kann. Als Zweites möchte ich Menschen, die mich kennen und näher kennen lernen wollen, die Möglichkeit bieten, etwas in mich hinein zu schauen. Als Drittes möchte ich anderen Betroffenen zeigen, was sie erwarten kann, als ein Beispiel was auf einem zukommen kann, wenn man diesen Weg geht. Und Viertens möchte ich auch all denen, die sich aus was auch immer für Gründen mit Transsexualität beschäftigen, einen Einblick geben in die Lebenswelt und Gefühlswelt einer Trans-Frau.

Weshalb ein Tagebuch?
Da ich vorallem für mich schreibe, ist dieses Blog automatisch eine Art Tagebuch. Es soll das dargestellt werden, was mich bewegt, dann wenn es mich bewegt, so wie es mich bewegt. Ausserdem will ich ganz bewusst nicht für Andere schreiben sondern möglichst authentisch das wiedergeben, was in mir herumspukt.

Weshalb diese Offenheit?
Als ich mich zu diesem Blog entschloss, war von Anfang an klar, dass ich ein ganzheitliches Bild zeichnen möchte. Es soll das widerspiegeln was mich bewegt und das sind zwangsläufig wunderschöne und abgrundtief grässliche Gedanken und Gefühle. Das soll keine Schönwettergeschichte und keine Apokalypse sein sondern ein Abbild meinerselbst. Ich habe ein Leben lang stets überlegt, was ich tat und sagte. Damit ist seit Anfang Jahr Schluss. Ich auferlege mir keine Zensur mehr sondern stehe zu allem was mich ausmacht, möge man mich dafür lieben oder hassen, nur so bleibe ich mir selbst treu.

Weshalb diese Gefühlsschwankungen?
In einem Tagebuch stehen Momentaufnahmen, es widerspiegelt das was einem an diesem Tag oder oft sogar einfach in diesem Moment beschäftigt. Wenn ein Gefühl oder ein Gedanke stark genug ist, verführt mich das dazu, darüber zu schreiben. Dementsprechend sind die meisten Texte ebensolche Momentaufnahmen, die einmal überbordende Kindlichkeit zeigen und ein anderes Mal tiefe Trauer oder Verzweiflung. Halt so wie das sogenannt reale Leben nunmal ist ;-)

Weshalb manchmal so girlig?
Zugegeben, einer 42-jährigen TransFrau steht girliges Getue nicht grad. Aber ich konnte weder meine Kindheit, noch meine Pupertät noch mein bisheriges Leben als Frau erleben, da habe ich viel nachzuholen. Dass ich es nun tue, fühlt sich für mich oft an als sei ich ganz am Anfang, fühle mich wie ein pupertierendes Teenie und möchte diese mir noch unbekannte Welt kennen lernen. Deshalb gibts bei mir oft Momente, in denen ich mich halt girlig fühle und mit jugendlichem Leichtsinn etwas in die Welt hinaus posaune. Zumindest in meiner jetzigen Phase ist das ein wesentlicher Aspekt meiner Wesensart. So kam es, dass ich mich in diesem Blog als T-Girl vorstelle.

Was bedeuten diese Zitate?
Oft verziere ich meine Beiträge mit Zitaten oder Texten aus Liedern, meist sind diese sehr bildhafter Natur. Diese sollen in der Regel etwas unterstreichen, was gerade ausgesagt werden soll. Ich liebe Metaphern und bildhafte Sprache und es gibt soviele wunderschöne Texte. Gerade in düsteren Zeiten ist die Gothic Band Lacrimosa eine wahre Fundgrube. Mit diesen hervorgehobenen und bildhaften Texten versuche ich, die zentrale Aussage zu unterstreichen, oft sind sie der Kern des Ganzen.

Was sollen die Videos aussagen?
Es gibt Momente, in denen mir die Worte fehlen, um das auszudrücken, was ich sagen will. Dann suche ich in der Musik nach einem Lied, das mir das Sprechen abnehmen kann. Manchmal sind es Melodien, die meine Gefühle ausdrücken sollen (wie z.B. wenn Dark Sanctuary zum Einsatz kommt), meistens sind es jedoch die Texte, die etwas – wieder meist bildhaft zu verstehendes – ausdrücken.

Manchmal versteh ich das wirre Zeuchs nicht
Ja das geht mir manchmal auch so, ich schreibs dann aber trotzdem auf ;-) Wenn ich schreibe, tue ich das meist spontan und bin dann in der Regel von irgend einem Gefühl geleitet. Aber wenn es geschrieben ist, fange ich schon gar nicht an es zu kontrollieren, sonst ändere ich da was, glätte hier was und am Schluss steht nicht mehr das da, was eigentlich aus mir rausgesprudelt ist. Deshalb ist’s manchmal auch etwas wirr oder es gibt seltsame Sprünge, aber das scheint mir besser zu sein, als dass ich einen cleanen Text erstelle, dem dann die Authentizität fehlt.

Darf, soll, muss man hier kommentieren?
Ein Blog lebt unter Anderem auch von den entstehenden Diskussionen. Feedback ist von jedem Schreiberling erwünscht, ergo darf man. Müssen muss man natürlich nicht, noch sind wir auch hier noch ein relativ freies Land. Und sollen, ja ich find, wenn jemand etwas dazu sagen möchte, fragen möchte oder einfach etwas darüber denkt, was hier Platz hätte, dann sollte man das tun. Man muss zwar einen Namen und eine Mailadresse angeben, aber der Name kann ein Pseudonym sein und die Mailaddresse kann auch falsch sein, nur vom Format her muss es stimmen im Stil von niemand@nirgendwo.ch und es empfiehlt sich, jedesmal dieselbe Mailadresse zu verwenden, weil das Blog unbekannte Schreiber zur Moderation zurückhält, sprich, der Kommentar muss von mir freigeschaltet werden. Sobald eine Mailaddresse bekannt ist, werden die Kommentare automatisch publiziert.

Hey Du lachst ja auf diesem Foto schon wieder
Ja das ist Eure Schuld, weil Ihr mir beim letzten Bild, bei dem ich versehentlich doch mal lachte, so nette Komplimente gemacht habt ;-) Ausgelöst und fotografiert wurden beide lächelnden Bilder übrigens von meinem Dad, als sie mich vor einer Woche zum Mittagessen einluden. Ihr seht, ich kanns also, wenn mich die richtigen Leute anlächeln ;-)



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