(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Bowlen mit meinen Team-Jungs

Gestern hatten wir ein Team-Event, die ganze Entwickler-Truppe ging erst in eine Bowling-Bahn und anschliessend wurde gefuttert – meine über alles geliebten Spare-Rips a la Discression. Puh es war die Hölle, hab dreieinhalb so Rippenpacks in mich reingestopft, normal bin ich von einem satt. Dementsprechend war ich anschliessend überfressen wie eine Mastsau, aber so ne Gelegenheit muss man einfach ausnützen.

Aber eines ist jetzt klar, bowlen ist echt nix für uns Mädels. Für meine zehn Jungs war es sicher zumutbar, dass sie so turnschuhartige Bowling-Schuhe anziehen mussten, aber für mich als einziges Mädel war das schon arg entwürdigend ;-) Da gabs keine Bowling-Schuhe mit Absätzen und auch keine in pink, nur so hässlich buntes Zeugs, unisex, buäh. Das wird auch der Grund sein, weshalb ich in allen drei Runden die Letzte war. Während die einen an die 130 Punkte machten, kam ich in der ersten Runde auf 30, dann auf 56 und dann auf 70 Punkte. Meine ersten sechs Kugeln knallte ich alle stilvoll an die linke Bande. Das war eindeutig wegen den Schuhen, Ladies wie ich, die nur auf Absätzen rumlaufen, verlieren komplett die Orientierung, wenn sie plötzlich bodeneben stehen. Und zudem halbiert sich das Selbstbewusstsein in so ollen Schuhen um mindestens 50%. Vielleicht lags aber auch an meinem Rock. Beim bowlen muss man sich recht tief runterneigen und mit meinem relativ engen Rock ging das nur bedingt. Und wenn man deswegen die Haltung eines Kranichs mit gebrochenen Beinen einnimmt, kriegt man sowas nicht mehr richtig auf die Reihe.

Bowling-Kugeln sind übrigens lustig, die haben drei Löcher, einer davon für den Daumen. Man spart sich damit gleich die Maniküre, denn schon bei der ersten Kugel brach ein Stück des Daumennagels. Mit jeder weiteren Kugel brach noch ein bisschen und nach etwa 4 Kugeln war der Nagel bis zum Ansatz abgefressen. Ich sag ja, bowlen ist nix für Mädels.

Aber es hat Spass gemacht, mit meinen Jungs Kugeln in der Gegend rumzuschmeissen und das grosse Fressen anschliessend war auch spassig. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder mal auf, wie egal mit die Öffentlichkeit mittlerweile ist. Meist bewege ich mich in mir bekanntem Umfeld. In meinem Pub beispielsweise kennen mich alle, die Meisten sind Stammgäste und so ernte ich kaum dumme Blicke. Aber durch ein grösseres Speiserestaurant zu stöckeln, bewirkt nunmal, dass an jedem Tisch mindestens eine Person bemerkt, dass diese Lady irgendwie trans ist, das macht dann am Tisch die Runde und spätestens beim zweiten Vorbeilaufen ist man die Attraktion des Ladens. Seltsamerweise störten mich die Blicke aber nicht im Geringsten, da war sowas im Stil von “ja Du siehst richtig, vor Dir steht eine TransFrau” und dabei fühlte ich mich weder besser noch schlechter, nur einfach anders und das war ok so.

Jedenfalls war es ein gelungener Tag, nach dem Erfolg an der Uni-Klinik am morgen war das ein toller Abschluss – daran könnte ich mich gewöhnen.



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