(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Rauchfreies Leben – Der grosse Kampf beginnt

Seit bald drei Jahrzehnten rauche ich und die meiste Zeit tue ich das in meiner mir eigenen Art der Exzessivität. Wenn ich etwas mag, dann geniesse ich es auch gern im Übermass. Die unausgesprochene Todesdrohung, dass mich das Rauchen töten kann, in jedem Fall aber körperlich aufreibt, konnte mir nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Schädlich? Für diesen Körper? So what? Anfang Jahr hat sich das in verblüffender Weise verändert. Mir liegt etwas an mir, ich will mich weder vergiften noch zusammen mit der Hormontherapie auf eine Trombose hinarbeiten. Ich will leben, dieses Leben das mir erst nach so langer Zeit vergönnt ist und ich will diesem endlich erwachenden Mädel Sorge tragen. Zeit, das Rauchen aufzuhören.

Dieser Entscheid stand so ziemlich am Anfang meiner Transformation fest. Eine 20-fach höhere Trombosegefahr bedroht mein nun endlich wertvolles und schützenswertes Leben, ich finds nicht im Geringsten lady-like, wenn ich mit meinem Raucherhusten die Aufmerksamkeit des gesamten Zugabteils auf mich ziehe. Aber ich wusste, dass ich in der ersten Zeit meiner Metamorphose alle Nerven brauche und dass ein Rauchentzug in so einem Moment definitiv nicht sinnvoll ist. Nun, nach bald zehn Monaten hat sich vieles eingespielt und dieser Schritt, der eine enorme Belastung wird, zu wagen….. weil ich es mir wert bin.

Eine Rauchentwöhnung besteht aus zwei Faktoren. Einerseits ist es die Nikotinsucht, die jedoch nach wenigen Tagen erträglich wird. Anderseits muss man die Gewohnheit durchbrechen und das ist ein lang dauernder Kampf. Bei meinem letzten Versuch war ich auch nach drei Monaten noch so aufgedreht, hatte ständig das Gefühl mir würde etwas fehlen, dass ich wieder aufgab. Da beide Faktoren an die Substanz gehen, habe ich mich diesmal entschlossen, Nikotinpflaster zu nehmen. Die erste Zeit ist der ständige Drang der Gewohnheit sehr zermürbend, wenn dann gleich zu Beginn auch noch der Nikotinentzug mit von Partie ist, steht man ganz schön unter Druck. Bei diesen Pflastern ist es so, dass es die in vier Stärken gibt und die Idee ist, dass man mit der Stärksten anfängt und alle 3-4 Wochen einen Gang runter schaltet. Ich kann mir gut vorstellen, dass das relativ sanft ist und hilfreich in der ersten Zeit. Aber eben, der härteste Brocken kommt zuerst und das gruselt mir schon ziemlich.

Heute morgen habe ich mir mein erstes Plaster auf den Rücken geklatscht. Da diese Pflaster erst nach paar Stunden wirken, hatte ich ursprünglich vor, zuerst noch a bissrl zu qualmen am morgen, bis das Pflaster das Nikotin abgibt. Aber irgend etwas hielt mich davon ab und ich liess es, was den Morgen etwas harzig machte, ich fühlte mich viel träger als sonst – und doch ging es überraschend gut dabei. Ich habe mir vorgenommen, dass ich mich dabei nicht verrückt machen werde. Wenn ich wirklich das grosse Reissen bekomme, dann gönne ich mir auch eine Ausnahme, zumindest in der ersten Zeit. Deshalb nahm ich ein angefangenes Zigipäckli mit, als ich zu meinem Vater und seiner Frau zum Mittagessen ging. Am Bahnhofkiosk deckte ich mich mit Fisherman’s Friend ein (die heizen so schön den Hals runter als ob man rauchen würde). Nach dem Mittagessen (ein riesiges feines Entrecote mit Zeuch dazu) und einem Kuchen war ich so richtig vollgefressen und dann hatte ich erstmals eine unbändige Lust auf eine Zigarette, die gönnte ich mir dann auf dem Balkon. Jetzt ist bald 20 Uhr und bisher war’s das. Klar, ich musste oft so Impulse unterdrücken, aber was war nicht die grosse Qual sondern eher einfach lästig. Damit lässt es sich leben.

Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wenn ich alleine im Wohnzimmer rumliege, TV gucke oder im Web rumgeistere, dann raucht’s wie blöd vor sich hin. An einem Abend rauch ich mehr als den Rest des Tages zusammen. Es scheint als ob das mit dem Alleinesein verstärkt wird. Als ich früher bei meiner Freundin war, hatte ich wie auch im Geschäft ungefähr einen Stunden-Zyklus. Wenn ich zuhause war, hatte ich pro Stunde 4-5 Stück weggeputzt. Manchmal denk ich scherzhaft, dass ich immer, wenn ich neben mich greife und nix kuschliges finde, mir eine Zigi anstecke. Vielleicht hat’s ja sogar was.

Jedenfalls ist’s tatsächlich so, dass ich seit einer Stunde wieder in der Horizontalen liege, TV gucke und alle paar Minuten von einer heftiger heftigen Lustattacke besprungen werde. Es braucht viel mehr Widerstandskraft um jetzt noch nein zu sagen. Aber ich sags trotzdem, ich bin schliesslich mittlerweile ein renitentes Mädel. Dennoch scheint mir ein harter Abend bevor zu stehen, jetzt wär jemand zum Knutschen wirklich Gold wert ;-) Es fühlt sich jedenfalls so an, als ob es noch ziemlich strub wird heute Abend. Der Drang, an einer Zigi herumzunuckeln, kommt mit penetranter Regelmässigkeit, ich fühl mich irgendwie wie n’Kleinkind dem man den Nuggi weggenommen hat und könnte mich jetzt locker an einem Knochen verbeissen. Aber da ist sowas Trotziges in mir, das sich schützend vor mich stellt….. a T-Girl never give up ;-)

Ich denke, eine wirds heute wohl noch geben, aber selbst dann wär’s ein Riesenerfolg. Von 40 Zigis auf 2 runter am ersten Tag, ohne dabei das Gefühl zu haben, drauf zu gehen. Da beginne ich erstmals daran zu glauben, dass ich diesen Nikotin-Geist doch aus mir exorzieren kann. Möge die Stärkere gewinnen!

UPDATE 21:00 Uhr
Alle Fingernägel sind abgeknabbert, die Lippenstifte leergenuckelt, alle Schuhabsätze sind durchgebissen, alle Katzen aus dem Quartier geflohen……. ne Blödsinn, aber so wär’s rausgekommen, hätte ich da nicht diese grosse Kiste mit sauren Gummidingern und wären da in meinem Kühlschrank nicht ein halbes dutzend Hühner, resp ihre Flügel. Falls jemand ein dutzend flügellose Hühner rumrennen sieht, das sind meine. Hab mir jetzt mal die Hälfte in den Ofen geschmissen. Dumm ist nur, wenn ich viel gegessen hab, krieg ich noch mehr Lust zu rauchen, ein Pyrussieg zwar, aber immerhin fein und knusprig. Grrrrrr, zum Glück hab ich keine Vorhänge, ich würd sie jetzt zerfetzen *fauch*

Fortsetzung folgt sofern mich nicht der Notfallpsychiater abholt…… gibts für uns Mädels eigentlich pinke Zwangsjacken? Und pinke Gummizellen?`Mit Blumenmuster drauf? Echt, die Phase, in der man einen Sandsack sogar noch mehr lieben würde als Lippen die man küssen kann, hat schon irgendwie was Surreales…….. ich muss irgendwo reinbeissen, kann mir mal jemand einen Knochen bringen?

UPDATE 22:45 Uhr
Das grosse Fressen hat lustigerweise die Spannung abgebaut, dafür kam der obligate “ich hab gut und viel gegessen und möcht sooooo gern eine rauchen” Effekt, damit wars Zeit für die zweite Zigi. Aber ich fühl mich recht gut, bin echt gespannt, wie es morgen beim ackern weiter geht. Jetzt geht’s ins Bett, gute Nacht allerseits, die Kommentare beantworte ich morgen.

Uni-Termin: Die offizielle Behandlung beginnt

Heute morgen fand der lang ersehnte Termin mit dem Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik statt – ab jetzt bin ich sozusagen universitär beglaubigte Trans-Frau :-) Ich werde nun bei der Endokrinologie für die Hormonbehandlung angemeldet, einen Termin für die Logopädie habe ich bereits und sie stellen für mich sogar einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme einer Laserbehandlung.

Einziger Haken an dieser Sache: Da die Endokrinologie chronisch ausgebucht ist, müsse ich damit rechnen, dass es etwa drei Monate geht, bis ich dort antanzen darf. Bis dahin habe ich auch mein Jahr Alltagstest durch, geschenkt wurde mir also faktisch nichts. Aber damit kann ich leben, ich bin seit Anfang Jahr Selbstversorgerin in Sachen Hormone und werde das auch noch drei Monate weiter machen können.

Wichtig für mich ist, dass nun offiziell die Behandlung anfängt. Aus meiner Sicht bin ich also nicht mehr in der Abklärungsphase sondern in der Behandlungsphase. Und das ist ein extrem gutes Gefühl. Aus einer Verdachtsdiagnose ist eine Diagnose geworden (das wurde nicht wörtlich so gesagt, fühlt sich für mich aber so an) und damit habe ich den zweiten von drei Meilensteinen überschritten. Anfang Jahr war der Beginn meines offiziellen Lebens als Frau, nun beginnt die offizielle Behandlung und in einem Jahr kommt der letzte Meilenstein, die geschlechtsangleichende Operation und daraus resultierend die Personenstandsänderung, also ein Ausweis in dem ich korrekt als Frau klassifiziert bin.

Wow, was für ein Gefühl, ich habe die Hälfte des Weges geschafft und könnte grad heulen vor lauter Freude. Voraussichtlich Ende 2010 dürfte die GaOp fällig sein, dann kann ich Jesus nachahmen und endlich sagen………
Es ist vollbracht :-)

Bowlen mit meinen Team-Jungs

Gestern hatten wir ein Team-Event, die ganze Entwickler-Truppe ging erst in eine Bowling-Bahn und anschliessend wurde gefuttert – meine über alles geliebten Spare-Rips a la Discression. Puh es war die Hölle, hab dreieinhalb so Rippenpacks in mich reingestopft, normal bin ich von einem satt. Dementsprechend war ich anschliessend überfressen wie eine Mastsau, aber so ne Gelegenheit muss man einfach ausnützen.

Aber eines ist jetzt klar, bowlen ist echt nix für uns Mädels. Für meine zehn Jungs war es sicher zumutbar, dass sie so turnschuhartige Bowling-Schuhe anziehen mussten, aber für mich als einziges Mädel war das schon arg entwürdigend ;-) Da gabs keine Bowling-Schuhe mit Absätzen und auch keine in pink, nur so hässlich buntes Zeugs, unisex, buäh. Das wird auch der Grund sein, weshalb ich in allen drei Runden die Letzte war. Während die einen an die 130 Punkte machten, kam ich in der ersten Runde auf 30, dann auf 56 und dann auf 70 Punkte. Meine ersten sechs Kugeln knallte ich alle stilvoll an die linke Bande. Das war eindeutig wegen den Schuhen, Ladies wie ich, die nur auf Absätzen rumlaufen, verlieren komplett die Orientierung, wenn sie plötzlich bodeneben stehen. Und zudem halbiert sich das Selbstbewusstsein in so ollen Schuhen um mindestens 50%. Vielleicht lags aber auch an meinem Rock. Beim bowlen muss man sich recht tief runterneigen und mit meinem relativ engen Rock ging das nur bedingt. Und wenn man deswegen die Haltung eines Kranichs mit gebrochenen Beinen einnimmt, kriegt man sowas nicht mehr richtig auf die Reihe.

Bowling-Kugeln sind übrigens lustig, die haben drei Löcher, einer davon für den Daumen. Man spart sich damit gleich die Maniküre, denn schon bei der ersten Kugel brach ein Stück des Daumennagels. Mit jeder weiteren Kugel brach noch ein bisschen und nach etwa 4 Kugeln war der Nagel bis zum Ansatz abgefressen. Ich sag ja, bowlen ist nix für Mädels.

Aber es hat Spass gemacht, mit meinen Jungs Kugeln in der Gegend rumzuschmeissen und das grosse Fressen anschliessend war auch spassig. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder mal auf, wie egal mit die Öffentlichkeit mittlerweile ist. Meist bewege ich mich in mir bekanntem Umfeld. In meinem Pub beispielsweise kennen mich alle, die Meisten sind Stammgäste und so ernte ich kaum dumme Blicke. Aber durch ein grösseres Speiserestaurant zu stöckeln, bewirkt nunmal, dass an jedem Tisch mindestens eine Person bemerkt, dass diese Lady irgendwie trans ist, das macht dann am Tisch die Runde und spätestens beim zweiten Vorbeilaufen ist man die Attraktion des Ladens. Seltsamerweise störten mich die Blicke aber nicht im Geringsten, da war sowas im Stil von “ja Du siehst richtig, vor Dir steht eine TransFrau” und dabei fühlte ich mich weder besser noch schlechter, nur einfach anders und das war ok so.

Jedenfalls war es ein gelungener Tag, nach dem Erfolg an der Uni-Klinik am morgen war das ein toller Abschluss – daran könnte ich mich gewöhnen.

Liebe und andere Kettenreaktionen

Diana Ross war in meiner Jugendzeit eine grosse Sängerin und hat uns damals mit ihren Liedern mehr als einmal verzückt. Nach langer Zeit habe ich wieder mal mein Lieblingslied von ihr, Chain Reaction, gehört. Und dabei stellte ich fest, dass mir der Text grad unheimlich aus dem Herzen spricht. Seit sie ihr Herz an ihn verloren hat, steht sie in der Mitte einer Kettenreaktion. Sie sagt ihm, er würde niemals Liebe finden, solange er flieht….. er soll mitten in diese Kettenreaktion hineinkommen……. ach ich liebe so romantische Texte :-)

You took a mystery and made me want it
you got a pedestal and put me on it
you made me love you out of feeling nothing
something that you do ooh

And I was there and not dancing with anyone
you took a little then you took me over
you set your mark on stealing my heart away
crying trying anything for you

I’m in the middle of a chain reaction
you give me all the after midnight action
I wanna get you where I can let you make
all that love to me
I’m on a journey for the inspiration
to anywhere and there ain’t no salvation
I need you to get me nearer to you
so you can set me free

We talk about love love love – we talk about love

You make me tremble when your hand moves lower
you taste a little then you swallow slower
nature has a way of yielding treasure
pleasure me for you oh

You gotta plan your future is on the run
shine a light for the whole world over
you never find your love if you hide away
crying dying all you gotta do is

Get in the middle of a chain reaction
you get a medal when you’re lost in action
I wanna get your love all ready for the
sweetest sensation instant radiation
you let me hold you for the first explosion
we get a picture of our love in motion
my arms will cover my lips will smother you
no more left to say

We talk about love love love – we talk about love

……

Leben als TransFrau – Über die Normalität des Aussergewöhnlichen

Als ich Anfang Jahr begann, meinem inneren Geschlecht entsprechend zu leben, war die erste Zeit eine unbeschreiblich euphorische Phase. Ich war ängstlich und scheu, aber von wilder Entschlossenheit beflügelt, nun endlich mein wahres Leben zu leben und all das zu sein und zu tun, was meine Seele sich vier Jahrzehnte vergeblich ersehnte – als Frau zu leben, die Frau, die ich immer war und nie sein konnte.

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Arbeitstag als Diana, als sei’s gestern gewesen. Gestern noch gab es mein Leben nicht, heute sollte ich es meistern. Aber wer bin ich, wie bin ich? Mein erster Arbeitsweg als Frau war voller Angst und gleichzeitig voller fassungsloser Freude. Ich konnte irgendwie nicht glauben, dass das nun wirklich mit mir passiert. Im Büro wurde ich erstmals mit Diana angesprochen und bei mir setzte jedesmal fast das Herz aus, wenn ich meinen Namen hörte. Immer wieder der Gedanke: “ich lebe, verdammt ich lebe wirklich, ich existiere und werde wahrgenommen”. Niemand kann sich auch nur annähernd vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man nach einer so langen Leidensstrecke plötzlich beginnt zu atmen. Der ganze Tag war voll emotionaler Ekstasen.

Es braucht wenig Fantasie um sich vorzustellen, dass ein Trans-Mädel wie ich schon bald Schuh- und Kleiderläden stürmt als ob der Krieg soeben zuende wäre. Alles bisher verwehrte lag vor mir und war mir zugänglich. Und so füllte sich der Schrank von Woche zu Woche und die morgentliche Euphorie vor dem Kleiderschrank wurde zu einem Highlight des Tages. Es war berauschend und irgendwie unfassbar, plötzlich von diesem steten TicTac begleitet zu werden, das mich mit jedem Ton ansingt, dass ich jetzt tatsächlich als Frau lebe. Es war fast wie mein Herzschlag und meine Seele lächelte mit jedem Schritt ein wenig mehr. Bei einem halbstündigen Arbeitsweg kommt man da quietschvergnügt bei der Arbeit an. Und die Kleider, all diese bunten Farben und Blumen drauf….. die ersten Hormone, die ersten Anzeichen einer Brustveränderung, das Kribbeln in der Brustwarze…….. und tausend Dinge die neu waren und tausend Dinge die alt waren, aber plötzlich ganz neu erschienen und sich ganz anders anfühlten.

Heute, zehn Monate später, stelle ich immer wieder verblüfft fest, dass diese Euphorie grösstenteils verschwunden ist. Ich krieg zwar immer noch Glubschaugen in Schuhläden und geniesse nachwievor das tägliche Vordemschrankstehen, auch das TicTac erfreut mich immer wieder von Neuem.

Aber all das hat nicht mehr diesen euphorischen Charakter. Da ist nichts Aussergewöhnliches mehr – all das, ist ganz einfach normal geworden für mich. Es ist selbstverständlich, dass ich täglich was Hübsches aus dem Kleiderschrank auswähle, es ist das Normalste der Welt, dass ich beim Schuhe anziehen ein paar Centimeter wachse, sich mein Kreuz etwas biegt und den Hintern etwas keck rausgucken lässt. Das TicTac ist nachwievor mein Herzschlag, aber wer hört noch sein eigenes Herz? All ist nicht mehr spektakulär……. sondern vertraut.

Und da fällt mir auf, wie nah diese Gefühle doch der Liebe sind. Die Euphorie des Verliebtseins nimmt einem den Atmen, katapultiert einem in den Himmel und versetzt einem permanent in Euphorie und Ekstase. Wenn diese Beziehung reift, man einander kennenlernt, sich einlebt, dann wird aus dem Verliebtsein Liebe. Was aussergewöhnlich war, gibt einem jetzt diese wohlige Vertrautheit, Geborgenheit und Sicherheit. Die Liebe ist sozusagen in den nächsten Level aufgestiegen.

Ja, irgendwie war ich glaub wirklich in mich verliebt resp in mein neues Leben, das sich mir da eröffnet hat. Wie ein Fohlen das erstmals auf einer Weide steht, gallopierte und hüpfte ich wie verrückt herum, immer wieder ängstlich umblickend, aber immer von Neuem wieder losgallopierend. Und aus dieser Verliebtheit entstand etwas Neues, Grösseres – die Liebe zu meinem neuen Leben. Ich bin mir vertraut geworden, fühle mich authentisch, habe mein Leben angenommen und fülle es ganz aus. Geschlechtstransformation hat irgendwie doch etwas mit Liebe zu tun.

Und doch gibts heute auch noch euphorische Momente, die mir fast den Atem rauben. Beispielsweise dann, wenn mir mal wieder bewusst wird, wie normal und vertraut doch plötzlich all das Aussergewöhnliche ist – wenn ich realisiere, dass ich wirklich in mir angekommen bin und dass wirklich ich diejenige bin, die dieses Leben lebt. Dann ist es wieder da, dieses berauschende Gefühl das mir Tränen in die Augen drückt und in mir den Wunsch auslöst, laut heraus zu jubeln.

Weshalb und wie ich schreibe

Ich wurde schon verschiedentlich darauf angesprochen, weshalb ich dieses Blog führe und noch mehr weshalb ich so oder so schreibe. Vorallem scheinen einige verwundert zu sein über die kompromisslose Offenheit, die ich manchmal an den Tag lege. Nun denn, klären wir das mal ;-)

Weshalb dieses Blog?
Mehrere Gründe haben mir dieses Blog und seine Form aufgedrängt. Als Erstes ist es für mich ein Ventil, durch das ich meine Gefühle herauslassen kann. Als Zweites möchte ich Menschen, die mich kennen und näher kennen lernen wollen, die Möglichkeit bieten, etwas in mich hinein zu schauen. Als Drittes möchte ich anderen Betroffenen zeigen, was sie erwarten kann, als ein Beispiel was auf einem zukommen kann, wenn man diesen Weg geht. Und Viertens möchte ich auch all denen, die sich aus was auch immer für Gründen mit Transsexualität beschäftigen, einen Einblick geben in die Lebenswelt und Gefühlswelt einer Trans-Frau.

Weshalb ein Tagebuch?
Da ich vorallem für mich schreibe, ist dieses Blog automatisch eine Art Tagebuch. Es soll das dargestellt werden, was mich bewegt, dann wenn es mich bewegt, so wie es mich bewegt. Ausserdem will ich ganz bewusst nicht für Andere schreiben sondern möglichst authentisch das wiedergeben, was in mir herumspukt.

Weshalb diese Offenheit?
Als ich mich zu diesem Blog entschloss, war von Anfang an klar, dass ich ein ganzheitliches Bild zeichnen möchte. Es soll das widerspiegeln was mich bewegt und das sind zwangsläufig wunderschöne und abgrundtief grässliche Gedanken und Gefühle. Das soll keine Schönwettergeschichte und keine Apokalypse sein sondern ein Abbild meinerselbst. Ich habe ein Leben lang stets überlegt, was ich tat und sagte. Damit ist seit Anfang Jahr Schluss. Ich auferlege mir keine Zensur mehr sondern stehe zu allem was mich ausmacht, möge man mich dafür lieben oder hassen, nur so bleibe ich mir selbst treu.

Weshalb diese Gefühlsschwankungen?
In einem Tagebuch stehen Momentaufnahmen, es widerspiegelt das was einem an diesem Tag oder oft sogar einfach in diesem Moment beschäftigt. Wenn ein Gefühl oder ein Gedanke stark genug ist, verführt mich das dazu, darüber zu schreiben. Dementsprechend sind die meisten Texte ebensolche Momentaufnahmen, die einmal überbordende Kindlichkeit zeigen und ein anderes Mal tiefe Trauer oder Verzweiflung. Halt so wie das sogenannt reale Leben nunmal ist ;-)

Weshalb manchmal so girlig?
Zugegeben, einer 42-jährigen TransFrau steht girliges Getue nicht grad. Aber ich konnte weder meine Kindheit, noch meine Pupertät noch mein bisheriges Leben als Frau erleben, da habe ich viel nachzuholen. Dass ich es nun tue, fühlt sich für mich oft an als sei ich ganz am Anfang, fühle mich wie ein pupertierendes Teenie und möchte diese mir noch unbekannte Welt kennen lernen. Deshalb gibts bei mir oft Momente, in denen ich mich halt girlig fühle und mit jugendlichem Leichtsinn etwas in die Welt hinaus posaune. Zumindest in meiner jetzigen Phase ist das ein wesentlicher Aspekt meiner Wesensart. So kam es, dass ich mich in diesem Blog als T-Girl vorstelle.

Was bedeuten diese Zitate?
Oft verziere ich meine Beiträge mit Zitaten oder Texten aus Liedern, meist sind diese sehr bildhafter Natur. Diese sollen in der Regel etwas unterstreichen, was gerade ausgesagt werden soll. Ich liebe Metaphern und bildhafte Sprache und es gibt soviele wunderschöne Texte. Gerade in düsteren Zeiten ist die Gothic Band Lacrimosa eine wahre Fundgrube. Mit diesen hervorgehobenen und bildhaften Texten versuche ich, die zentrale Aussage zu unterstreichen, oft sind sie der Kern des Ganzen.

Was sollen die Videos aussagen?
Es gibt Momente, in denen mir die Worte fehlen, um das auszudrücken, was ich sagen will. Dann suche ich in der Musik nach einem Lied, das mir das Sprechen abnehmen kann. Manchmal sind es Melodien, die meine Gefühle ausdrücken sollen (wie z.B. wenn Dark Sanctuary zum Einsatz kommt), meistens sind es jedoch die Texte, die etwas – wieder meist bildhaft zu verstehendes – ausdrücken.

Manchmal versteh ich das wirre Zeuchs nicht
Ja das geht mir manchmal auch so, ich schreibs dann aber trotzdem auf ;-) Wenn ich schreibe, tue ich das meist spontan und bin dann in der Regel von irgend einem Gefühl geleitet. Aber wenn es geschrieben ist, fange ich schon gar nicht an es zu kontrollieren, sonst ändere ich da was, glätte hier was und am Schluss steht nicht mehr das da, was eigentlich aus mir rausgesprudelt ist. Deshalb ist’s manchmal auch etwas wirr oder es gibt seltsame Sprünge, aber das scheint mir besser zu sein, als dass ich einen cleanen Text erstelle, dem dann die Authentizität fehlt.

Darf, soll, muss man hier kommentieren?
Ein Blog lebt unter Anderem auch von den entstehenden Diskussionen. Feedback ist von jedem Schreiberling erwünscht, ergo darf man. Müssen muss man natürlich nicht, noch sind wir auch hier noch ein relativ freies Land. Und sollen, ja ich find, wenn jemand etwas dazu sagen möchte, fragen möchte oder einfach etwas darüber denkt, was hier Platz hätte, dann sollte man das tun. Man muss zwar einen Namen und eine Mailadresse angeben, aber der Name kann ein Pseudonym sein und die Mailaddresse kann auch falsch sein, nur vom Format her muss es stimmen im Stil von niemand@nirgendwo.ch und es empfiehlt sich, jedesmal dieselbe Mailadresse zu verwenden, weil das Blog unbekannte Schreiber zur Moderation zurückhält, sprich, der Kommentar muss von mir freigeschaltet werden. Sobald eine Mailaddresse bekannt ist, werden die Kommentare automatisch publiziert.

Hey Du lachst ja auf diesem Foto schon wieder
Ja das ist Eure Schuld, weil Ihr mir beim letzten Bild, bei dem ich versehentlich doch mal lachte, so nette Komplimente gemacht habt ;-) Ausgelöst und fotografiert wurden beide lächelnden Bilder übrigens von meinem Dad, als sie mich vor einer Woche zum Mittagessen einluden. Ihr seht, ich kanns also, wenn mich die richtigen Leute anlächeln ;-)

Ich will nicht immer stark sein

Alle Menschen müssen manchmal stark sein, manchmal mutig und manchmal tapfer. transsexuelle Menschen müssen das ständig, egal ob sie stark, mutig und tapfer sind. Sie müssen es einfach sein, weil sie anders nicht überleben können.

Die häufigste von allen positiven Reaktionen, wenn eine transsexuelle Person ihr öffentliches Geschlecht auf den Kopf stellt, ist Respekt vor dem Mut, den dieser Schritt erfordert. Es braucht tatsächlich unglaublichen Mut, mehr als ich vorher in meinem Leben je aufbringen musste. Man könnte fast meinen, dass wir T-Girls unglaublich toughe Frauen sein müssen, weil wir so einen Weg so kompromisslos gehen. Wer sein öffentliches Geschlecht wechselt, muss auch Berge versetzen können.

Als TransFrau muss ich tatsächlich stark sein, weil dieser Weg uns enorm viel abverlangt. Ich muss ständig den Mut aufbringen, einer Welt zu begegnen, in der mich viele für verrückt halten und muss meine Angst davor überwinden, belächelt oder angepöbelt zu werden. Und ich muss tapfer genug sein, alle negativen Reaktionen immer wieder wegzustecken.

Aber es gibt Tage wie heute, da will ich nicht stark sein, da will ich einfach mal schwach sein und jemanden an meiner Seite haben, der mich stützt. Da möchte ich nicht mutig sein, sondern ängstlich in die Arme eines Beschützers flüchten. Und ich möchte auch mal feige sein und mich hinter einem starken Rücken verstecken. Ja es gibt wirklich Tage, da möchte ich so schwach sein, wie ich innerlich immer war, so scheu und schutzbedürftig wie ich mich eigentlich fühle.

Doch als T-Girl kann ich mir das einfach nicht leisten. Ich muss den Mut aufbringen, die Gedanken und Wertungen zu ertragen, die in den Blicken meiner Mitmenschen lautlos ausgesprochen werden. Und ich muss den Schmerz einstecken, immer wieder verkannt zu werden. Und ich muss stark sein, in einer Welt, in der die Schwachen aufgefressen werden.

So wird aus einem kleinen Mädel irgendwann eine Kriegerin, die mit wilder Entschlossenheit ihr Leben meistert, Widerstände aus dem Weg räumt, weder Tod noch Teufel fürchtet, keinen Schmerz verspürt….. und doch ein kleines Mädchen bleibt – in einer viel zu grossen Rüstung – mit einem viel zu schweren Schwert – vor einer Unzahl von Gegnern umgeben…….. mit zusammengekniffenen Lippen.

Irgendwie ist es schon verdammt viel Stärke, Mut und Tapferkeit, die einem kleinen Mädchen abverlangt wird, das eigentlich nie stark, mutig oder tapfer sein wollte. Da sollten wir Gott preisen dafür, dass wir Mädels wenigstens auch eine hohe Leidensfähigkeit haben….. und diese herrliche Trotzigkeit, die jede Widrigkeit des Lebens zum Anlass nimmt, weiter zu gehen.

Viel auf’s Mal – Diana als Gastgeberin, Logopädie, Laserbeschuss, Rauchschlacht und gaaanz viel Kleider und Schminke

Nachdem ich mich am Mittwoch über den Zwang zum Starksein beschwerte, gings dann die darauf folgenden Tage drunter und drüber, glücklicherweise aber im positiven Sinn. Ich fasse hier alles mal “kurz” zusammen, am besten holt Ihr Bier und Popcorn und macht es Euch gemütlich……..

Phoniatrie und Logopädie
Am Donnerstag stand ich wieder auf und die Stärke war einmal mehr über Nacht wieder regeneriert – spätestens bei der Orakelstunde vor dem Kleiderschrank begann es in mir wieder zu leuchten. Am Nachmittag hatte ich meinen ersten Termin bei der Logopädie am Uni-Spital. “Hä, kann das Mädel etwa nicht reden”, wird sich der eine oder andere nun fragen, doch seyed beruhigt, ich kann, mehr als meinem Umfeld lieb ist ;-)

Spass beiseite, mir wurde von anderen T-Girls Logopädie empfohlen, weil man damit die Stimme ein klein wenig erhöhen kann, vorallem aber weil man “das weibliche Sprechen” lernen kann. Jungs und Mädels reden nicht gleich, Wortwahl, Satzmelodie und vieles mehr unterscheidet sich in der Regel.

Zuerst gings zu einer sehr freundlichen und hübschen Lady in die Phoniatrie. Dort filmte sie meine Stimmbänder während ich seltsame Laute von mir gab. Nun weiss ich, weshalb ich so seltsam bin, da ist ein lebendiges Alien in meinem Hals, ein ganz grusliges, das alles verschlingt was in seine Nähe kommt. Zumindest sieht’s so aus.

Dann gings zu einer schon wieder hübschen und sehr einfühlsamen Lady in die Logopädie. Sie erklärte mir, was wir nun mit mir anstellen werden, die nächsten ca 12 Lektionen. Dann montierte sie mir einen Heiligenschein mit einem Stängeli vorne dran an dem ein Mikro angebaut war. Erneut musste ich seltsame Laute von mir geben und sie mass meinen Tonumfang und weiss der Geier was noch.

Unter dem Strich wars ein spannendes Erlebnis und ich fühlte mich enorm verstanden und angenommen. Diese Logo-Mädels sind nicht einfach technokratische Akustikerinnen sondern verfügen über viel Einfühlungsvermögen für uns T-Girls. Nächsten Dienstag habe ich meine erste Lektion.

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Frauenabend – Diana als Gastgeberin
Anschliessend hatte ich noch eine Stunde Psychotherapie bei meinem privaten Therapeuten, dann musste ich noch kurz was einkaufen, ging nachhause und schnipselte Gemüse, denn um Acht sollten zwei Freundinnen zu Besuch kommen, Anna-Maria und Gina, die zwei Ladies, mit denen ich schon vor Monaten meinen ersten Frauenabend erlebte. Das war nicht nur seit Jahren das erste Mal, dass ich überhaupt jemanden eingeladen habe, es war auch das erste Mal, dass ich für meinen Besuch kochte. Als die Mädels ankamen, war das ganze Grünzeug zerlegt, das Fleisch lag in der Thai-Paste und der Wok wartete geduldig auf dem Herd. Aber eine ganz so gute Gastgeberin war ich wohl nicht grad, das Gespräch begann dann etwa so:

  • Hey sorry, mir ist grad vorhin in den Sinn gekommen, dass ich gar keinen Wein hab.
  • Waaas, keinen Wein, na zum Glück haben wir eine Buddel Prosecco mit.
  • Öhm, ich hab übrigens auch keine Prosecco-Gläser, aber ich hätte zwei Weingläser.
  • Keine Prosecco-Gläser? Nur zwei(!) Weingläser?
  • Tja ich trink halt immer Bier, davon hätt ich aber genug, sogar mit Biergläsern.
  • Bring mal eine Vase für die Rose die wir mitgebracht haben.
  • Ich hab keine Vasen, geht eine leere Kaffee-Büxe aiuch?
  • Waaaaas, keine Vase? Na dann trinken wir den Prosecco schnellstmöglich aus und stellen sie da rein.

Aber meine Besucherinnen zeigten sich geduldig und so gings dann los mit Prosecco schlürfen und plaudern und plaudern und plaudern. So um Zehn kam uns dann in den Sinn, dass wir eigentlich was futtern wollten, also wurde schnell gekocht und dann gegessen (es war überraschenderweise geniessbar)…… und weiter geplaudert und geplaudert.

Ich fühlte mich im 7. Himmel, weil es für n’T-Girl einfach berauschend ist, stundenlang nur noch über Frauenthemen zu reden, da spürt man wieder, wie sehr man als Frau angenommen ist. Als mein Besuch dann so um Eins ging, war ich mehr als vergnügt, nur um eines sorgte ich mich. Anna-Maria hat angekündigt, sie hätte ihren Schrank ausgemistet und würde mir n’paar Sachen mitbringen. Nun standen 6 Migros-Säcke voll Kleider und Schminkzeug bei mir rum und ich hatte keine Ahnung, wo ich mit all dem Zeugs hin soll, der Kasten ist ja bereits am überquillen. Ich freute mich jedenfalls wie blöd auf den folgenden Abend, wenn ich dann in Ruhe all die Sachen anprobieren konnte.

Laser-Epilation für das hässliche kleine Entlein
Am nächsten Morgen gings dann gleich mal unrasiert und ungeschminkt nach Zürich zur Laser-Epilation, weil sich bei der Oberlippe der Bartschatten zurück gemeldet hat. Unrasiert und ungeschminkt in einen Zug zu sitzen, ist die Königsdisziplin für masochistische T-Girls, es ist die totale Entwürdigung und die lässt sich nur überstehen, indem man in totaler Gleichgültigkeit versinkt.

Auf dem Heimweg wurde es dann noch angenehmer, weil ich nun zusätzlich noch knallrote Haut hatte oberhalb der Lippe, was betont unauffällig ist und ebenfalls nur mit gleichgültiger Kaltschnäuzigkeit zu überleben ist. Dann ging ich kiurz nachhause, rasierte mich, schmiss Conceiler auf die verbrutzelten Stellen, dann Makeup drüber – vergeblich, es sah weiterhin Scheisse aus. Also ab ins Geschäft und einfach weiter gleichgültig bleiben: “heut seh ich scheisse aus, so what?”

Am Abend wühlte ich erstmals a bissrl in den Kleidertüten rum und war fassungslos, was die Gute mir da alles reingepackt hat. Kleider, Jacken, wahnsinnig viel Schminkzeug und sogar Schmuck – verrücktes Weibsbild :-) Aber ich war irgendwie zu müde und so legte ich mich vor den TV und dachte nach, vorallem über das Thema Rauchen.

Rauch-Exorzismus für Fortgeschrittene
Mein Versuch des Rauchentzugs hatte langsam die Grenzen der Sinnlosigkeit überschritten. Trotz Nikotinpflaster rauchte ich zu Beginn 2 Zigis am Tag (darauf war ich noch stolz), dann wurden es fünf und dann an die zehn. So machte das Ganze einfach keinen Sinn mehr, zehn Zigis plus Nikotinpflaster war definitiv kein Erfolg mehr. Ein lieber Freund trat mir dann am Freitag noch kräftig aber liebevoll in den Hintern und stärkte damit meinen Willen so sehr, dass ich mir vornahm, dem Rauchdämon von morgen an die Luft ganz abzudrehen und ihn ein für alle Mal aus mir zu exorzieren oder so. Ob ich das überleben würde war unklar, aber es war einfach die Zeit zu kommen, um – einmal mehr – stark zu sein……. und den einzigen Gegner, den ich nie besiegen konnte, platt zu machen.

Mit Kleidern, Schminke und Gummibärchen gegen den Rauchdämon kämpfen
Gestern morgen war’s dann soweit, ich stand auf, erfreute mich vor dem Spiegel an meinem verbrutzelten Gesicht, das ein allfälliges Shopping für heute gleich im Keim erstickte, begann Kaffee zu schlürfen, Joghurt und Aufschnitt zu futtern, Fisherman’s Friend zu lutschen, saure Gummibärchen in mich reinzustopfen, Giott und die Welt zu verfluchen……… und irgendwann war es Abend und ich war nachwievor rauchfrei. Und das wohlgemerkt in der Königsdisziplin, denn mein Rauchzwang ist weitaus am stärksten, wenn ich alleine zuhause vor dem TV liege und nichts anderes habe ich gestern getan.

Das heisst, doch, etwa zwei bis drei Stunden sortierte ich diese 6 Kleidertüten aus, probierte alles und war gänzlich überfordert beim Anblick von dutzenden von Lippenstiften, Lidschatten und tausend Dingen von denen ich nicht mal wusste was man damit macht. Ich fühlte mich, als ob es heute Glück regnen würde und rund um mich türmten sich unzählige Dinge, die ich mir nicht leisten könnte oder würde, plötzlich war all das Zeugs einfach da……. thanks honey :-)

Sonntag
Tja und jetzt ist es Sonntag Nachmittag, seit vier Stunden bin ich wach und rauche immer noch nicht, die Familienpackung Gummibärchen ist fast alle, ich verfluche weiterhin die Schaffung des Universums, aber irgend etwas ist erwacht in mir, der Wille zur Freiheit. Jedes Mal wenn wieder dieses ich-will-jetzt-eine-Zigi in mir aufkommt, erklingt eine laute Stimme in mir die ruft: “Diana!…. Nein!!!” und obwohl ich ansonsten nicht grad allzu folgsam bin, diese Stimme bremst mich jedes Mal aus. Weil diese Stimme Recht hat, weil ich es wert bin, nicht mehr vergiftet zu werden.

Trotzdem könnte ich manchmal die Wände hoch kllettern und verspüre das dringende Bedürfnis, meine Fingernägel tief ins Fleisch von jemandem zu graben. Falls jemand sowas mag, bitte bei mir melden ;-)

Wenn das Herz mitsingt

Celine Dion ist seit Langem eine meiner Lieblingssängerinnen. Nur wenige erfüllen ihren Gesang mit soviel Gefühl wie sie. Eher zufällig fand ich vorhin beim youTube-zappen einen Fernseh-Auftritt bei dem sie das Lied “Alone” mit soviel Gefühl singt, dass ihr dabei Tränen kommen. Mir würde spätestens da die Stimme versagen, aber sie zeigt was eine toughe Lady mit Schmerz macht, sie nimmt ihn auf und setzt ihn ein, in ihrem Fall schreit sie ihn hinaus. Für mich wird Musik erst dann zur Magie, wenn Musiker Gefühle übertragen können, die ich selber fühlen kann. Celine zeigt hier, was das wirklich bedeutet.

Die Textfragmente, die ich beim ersten Lesen verstehe, sprechen mir kräftig aus dem herzen. Aber der Gesamtkontext ist mir bisher nicht klar, vorallem was “How do I get you alone” bedeutet. Da würd mich etwas Aufklärung freuen.

I hear the ticking of the clock
I’m lying here the room’s pitch dark
I wonder where you are tonight
No answer on the telephone
And the night goes by so very slow
Oh I hope that it won’t end though
Alone

Till now I always got by on my own
I never really cared until I met you
And now it chills me to the bone
How do I get you alone
How do I get you alone
you don’t know how long i have wanted
to touch your lips and hold you tight
You don’t know how long I have waited
and I was going to tell you tonight
But the secret is still my own
and my love for you is still unknown
Alone

Till now I always got by on my own
I never really cared until I met you
And now it chills me to the bone
How do I get you alone
How do I get you alone
How do I get you alone
How do I get you alone
Alone, alone

Wenn Himmel und Hölle sich kreuzen

Und das ist die Einsamkeit
Die mich geboren hat
Versucht ihr zu entkommen
Hab ich meine Hoffnung verloren
Ich schrie nach Liebe mich zu wärmen
Verlor ich meine Stimme und blieb stumm
Ruhelos verurteilt
Träumte ich die Wahrheit
Ergriff ich die Flucht
Und fiel zu Boden

(Lacrimosa – Loblied auf die Zweisamkeit)

Schon letzte Woche ging es ziemlich strub in mir zu und her und alles fühlte sich so an als ob mir bald mal die Luft ausgeht. Heute habe ich den Zenit des Erträglichen überschritten und es folgte ein Sturzflug sondergleichen.

Ich bin es gewohnt, immer wieder tief zu fallen und mich immer wieder genauso schnell wieder in die Lüfte zu erheben, aber das heute hat selbst mich überrascht. Ich muss komplett wahnsinnig sein, dass ich in dieser Gemütslage auch noch mal schnell nebenbei mir rauchen aufhören wollte, aber ich habs versucht und damit vermutlich das Fass zum überlaufen gebracht.

Und übergelaufen ist es grosszügig. Nachdem ich den ganzen Tag schon mit Kopfweh und Übelkeit nur knapp auf den Beinen stehen konnte, wurde dann der Druck in mir so gross, dass ich nachhause musste und dort angekommen begann ein Heulkrampf noch bevor ich die Stiefel ausziehen konnte. Nach fast einer Stunde war meine Schminke bis zum Hals verteilt, so am Boden war ich echt seit langer Zeit nicht mehr.

Himmel und Hölle müssen sehr nah beieinander liegen, es scheint fast als ob sie sich im selben Raum befinden. Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie jetzt, konnte mir nach vier Jahrzehnten endlich die Freiheit erkämpfen, mich selbst zu sein. Aber genauso zermürbend sind die täglichen Kämpfe, die immer wiederkehrende Hoffnungslosigkeit in Beziehungsfragen, die Ratlosigkeit über eine gefühlsbefreite Menschlichkeit, die Fassungslosigkeit über die Ignoranz einer schwarz-weiss denkenden Welt.

Manchmal in so Momenten wie jetzt, kann ich mir gar nicht vorstellen, genug Kraft zu haben, um all das auszuhalten. Und doch kenne ich mich gut genug um zu wissen, dass mich das Leben nicht in die Knie zwingen kann, dass ich immer wieder aufstehe und nicht aufgeben kann, dass in mir Kräfte mobilisiert werden, deren Herkunft mir ewig ein Rätsel bleiben wird. Und doch ist es beängstigend, den Glauben an seine eigene Kraft zu verlieren. Wie jemand der im offenen Meer treibt und glaubt, die Arme nicht mehr bewegen zu können, aber sie bewegen sich wie von Geisterhand weiter, einem fernen, noch unsichtbaren Ziel entgegen.

Wie ich kürzlich mal hier geschrieben habe: Wer nach den Sternen greift, muss sich nicht wundern, wenn ihm irgendwann der Himmel auf den Kopf fällt. Offenbar führt mein Weg in den Himmel quer durch die Hölle – wenn dem so ist, dann werde ich auch diesen Weg gehen.

Wer auch immer die Spielregeln für dieses Spiel des Lebens festgelegt hat, er muss eine merkwürdige Art von Humor haben. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen, ich werde meinen Weg gehen, selbst wenn ich das auf allen Vieren tun müsste. Morgen ist wieder ein neuer Tag und ich werde wieder neu erstarkt aufstehen und mich wieder wie ein Phönix aus der Asche emporheben und dieses Spiel, das man in so zynischer Weise “Leben” nennt, weiter führen……… T-Girls geben nicht auf – nie!

Update 19.11.2009
Es geht wieder aufwärts: Gratwanderung zwischen Glücklichsein und Verzweiflung

Für Euch ein fremdes Wesen

Mit einem Zitat aus einem Lied der Trilogie “Fassade” begann mein erster Blogbeitrag. Es wird Zeit, mal über den 1. Satz dieser Trilogie von Lacrimosa nachzudenken. Kaum ein Liedtext geht mir öfters durch den Kopf wenn ich mich mit dieser Gesellschaft beschäftige oder wenn ich im Alltag die Ignoranz der Menschheit ertragen muss. Ja ich bin für Euch vielleicht ein fremdes Wesen und doch ein Menschenkind wie jeder von Euch. Und ja, ich kenne den Abgrund zwischen Herz und dem Verstand, jenen Abgrund, den die Meisten nicht mal aus ihren Albträumen kennen. Und ja, ich klage diese Welt an, die Selbstbestimmung garantiert, sie aber bei allfälliger Nonkonformität mit allen Mitteln bekämpft. Und ja, ich fordere die Menschen auf, ihren Blick tief in sich selbst zu werfen.

Schaut mich nicht an!
Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind – für euch ein fremdes Wesen – vielleicht
Mit Augen und Ohren
Einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand!
Vielleicht bin ich nur ein Schatten
Der euren Plan verdunkeln will
Vielleicht bin ich ein Gewitter
Dessen Regen manches Samen Durst nach Wachstum leiste stillt

Schaltet – die Menschen – Maschinen – gleich und seht -
Im Gleichschritt – sie schreiten – ganz ohne – Bedacht und -
Sie glauben – zusammen – verschieden – zu sein und -
Ganz eigen – ganz frei und – selbstbestimmt – zu sein

Schaut mich nicht an!
Tief in euch werft euren Blick!
Nicht die anderen sind Täter – und vergiften diese Welt
Nein – ein Jeder kämpft und streitet und gestaltet dieses Leben
Und wenn ihr redet
Wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?
Wart ihr jemals an dem Abgrund zwischen Herz und dem Verstand?
Könnt ihr sagen: Ich erlerne mich?
Eure schreckliche Einfältigkeit
Zu glauben was man euch erzählt:
Natürlichkeit und Selbstbestimmung
Aber bitte nur im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft

Schaltet – die Menschen – Maschinen – gleich und seht -
Im Gleichschritt – sie schreiten – ganz ohne – Bedacht und -
Sie glauben – zusammen – verschieden – zu sein und -
Ganz eigen – ganz frei und – selbstbestimmt – zu sein

Warum Fassade?
Gibt es nicht genügend Egoismus in der Welt?
Gibt es nicht genügend Selbstsucht die den Selbsthass überspielt?
Reicht es nicht dass jeder sich der nächste ist und nicht versteht?
Dass die Mauern des Alleinseins die des Egoismus sind?

Schaut mich nicht an!
Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind – für euch ein fremdes Wesen – vielleicht
Mit Augen und Ohren
Einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand

(Lacrimosa – Fassade 1. Satz)

Cry Baby

Manchmal, wenn eine Frau diesen lautlosen Schrei in sich hört und ihre Seele mit ein bisschen Whiskey wärmt, ist Janis Joplin die beste Medizin, wenn sie wie kaum jemand vorher oder nachher mit tiefster Inbrunst singt oder eher schreit: Cry Baby……….

Irgendwie ist es schon seltsam, dass man in so Momenten solche Musik braucht und dass sie einem auffängt aus dem freien Fall und einem die Gewissheit gibt, dass dieser Schrei in einem drin nicht der einzige Schrei dieser Welt ist. Ich wüsste nicht, was ich ohne so Musik mit solchen Gefühlen machen würde.

Prost Janis, Königin der 68er, danke für das was Du uns vermacht hast.

Erste Logopädie-Stunde

Nach allem Gejammer und Crash und Apokalypse und so, will ich aber das Positive des heutigen Tages nicht auslassen: meine erste Logopädie-Stunde.

Letzte Woche war ich ja erstmals an der Zürcher Universitätsklinik in der Plapperabteilung, also dort wo man lernt zu reden oder wir T-Girls lernen, wie richtige Ladies zu sprechen. Zuerst wurden meine Stimmbänder in der Phoniatrie gefilmt und gemessen (bei einer soooo lieben Dame) und darauf gings in die Logopädie (bei der nächsten soooo lieben Dame) um den aktuellen Tonumfang und so Sachen zu messen und mich zu informieren, wo’s nun lang geht in meiner Stimmentwicklung.

Heute hatte ich nun meine erste Stunde und war erst mal kräftig überrascht, was es da zu lernen gab. Denn das erste Thema war, wie man(n) resp Frau hustet, niesst und sich räuspert. Dann suchten wir meine aktuelle Tonhöhe beim Sprechen und suchten den höchsten Ton der beim Sprechen nicht zur Kopfstimme wurde. Meine Tonart liegt bei A, der höchste Ton der noch Kopf- und Bruststimme vereint, war D. Ziel wird es also sein, meine Plapperei von A auf D zu erhöhen, was doch schon eine deutliche Verweiblichung der Stimme bewirken würde.

Um das zu schaffen, hab ich nun bizarre Hausaufgaben zu machen und werde damit meine Wohnungsnachbarn wohl in eine gewisse Irritation stürzen. Wieviel das Ganze bringt wird die Zukunft zeigen und ist vorallem von meiner Lerndisziplin abhängig.

Aber eines kann ich jetzt schon sagen, ich fühl mich bei meiner Logistin ;-) extrem aufgehoben. Sie hat eine sehr einfühlsame Wesensart und wenn sie mir etwas “Weibliches” vormacht, hat das etwas geradezu bezirzendes an sich, da sprüht eine Weiblichkeit rüber, die enorm ansteckend ist.

Und als ob das alles nicht schon Geschenk genug ist, sagte sie am Schluss beim Verabschieden, ihre Kollegin hätte gefragt, ob heute “die Frau mit den schönen Beinen” wieder kommt……. und auch wenn ich mich ja eigentlich von Oberflächlichkeiten fernhalten sollte und Fremdbewertungen für mich in der Regel pures Gift sind, es fühlte sich an als ob meine Seele von tausend Engeln geküsst würde. Ein Kompliment für schöne Beine zu bekommen ist eine Sache, aber dies von einer Frau zu hören, ist wirklich ein ernsthaftes Kompliment…… und das wiederum kann ich – wie Ihr Euch vorstellen könnt – mehr als gut gebrauchen, gerade an so Tagen wie heute :-)

Juliet, wir müssen unbedingt Bilder von meinen Beinen machen. Schon Marilyn Monroe sagte: “Give a girl the right shoes and she can conquer the world”, die richtigen Schuhe habe ich, die passenden Beine auch, also wirds Zeit die Welt zu erobern ;-)

Gratwanderung zwischen Glücklichsein und Verzweiflung

Langsam aber sicher geht es wieder aufwärts nach meinem Crash diese Woche, aber ich bin noch immer ziemlich durch den Wind. Je höher man fliegt, desto tiefer fällt man. Seit Anfang Jahr fliege ich sehr hoch, entsprechend heftig fällt dann der Fall auch aus. Hesse kritisierte am modernen Menschen mit Recht deren Hang zur Mittelmässigkeit, nur ja in kein Extrem verfallen, alles soll immer schön neutral gelebt werden. Der Weg einer Geschlechtstransformation ist genau umgekehrt, man lebt in vielerlei Hinsicht fast ausschliesslich in den Extremen, vorallem wenns um Emotionen geht.

Niemand kann sich vorstellen, was für Glücksgefühle es auslöst, wenn jemand beginnt in seiner wahren Geschlechtsidentität zu leben, die man ein Leben lang unterdrückte. Sich selbst zu sein, etwas das für Andere eine absolute Selbstverständlichkeit ist, wird zu einem unfassbaren Wunder. Ich wünschte mir, ich wüsste Worte, die dieses Gefühl auch nur annähernd ausdrücken können, aber mir fällt nicht mal ein bildhafter Vergleich ein, weil es einfach unvergleichlich ist. Eigentlich wären wir hier bereits beim Happy-End einer tragisch beginnenden Lebensgeschichte angelangt, wären da nicht auch die Schattenseiten, die das neue Leben manchmal zu einem Spiessrutenlauf machen.

Über die beziehungsmässige Hoffnungslosigkeit mag ich gar nicht gross reden, darüber ist hier bereits zuviel zu lesen und der Grad meiner Resignation nimmt mir die Lust, mir darüber Gedanken zu machen. Damit habe ich mich abzufinden, nicht zuletzt weil es auch mit dem zusammen hängt, was nun folgt.

Auch wenn ich mich von Monat zu Monat mehr an blöde Blicke und Ähnliches gewöhne und auch wenn dies zumindest an guten Tagen viel seltener geworden ist und auch wenn ich stark genug bin um über der Sache zu stehen, das ändert nichts daran, dass es jedes Mal ein klein wenig schürft. Steter Tropfen höhlt den Stein und wenn man immer an derselben Stelle kratzt, kommt man irgendwann beim Knochen an.

Das Problem sind eigentlich nicht die einzelnen Leute oder Blicke, es ist mehr, dass es mich immer wieder daran erinnert, dass diese Gesellschaft und ihr westlich-dualistisches Weltbild in mir nicht das sehen was ich bin. Für Fachleute habe ich eine Persönlichkeitsstörung (gender identity disorder), für Laien bin ich irgend etwas zwischen krank, gestört, exzentrisch und pervers. Ich werde von Leuten die mich nicht kennen verurteilt, einzig aufgrund meiner Wesensart, die niemandem Schaden zufügt. Bei indigenen Völkern gelten Transgender nicht als minderwertig oder kaputt, sie werden als vollkommener wahrgenommen, als Wesen, die mehr haben als andere, die zwei Seelen in ihrer Brust haben (mehr über TwoSpirits demnächst).

Sich diesen Wertungen immer wieder auszusetzen, ist eine der grössten Herausforderungen und auch Stolperstein für Transgender, im Speziellen für Transsexuelle. Eigentlich hätten Transgender allein schon deshalb Anerkennung verdient, weil sie im Gegensatz zu den meisten “Individuen” ihren Weg konsequent gehen und sich nicht vorschreiben lassen, wer, was oder wie sie sind. Anstelle dessen belächelt man diejenigen, die einem eigentlich in drastischer Weise vorleben, was im eigenen Leben fehlt – Individualismus und Selbstentfaltung.

Ich empfinde mich nicht als minderwertig sondern habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich auf zwei Seiten blicken kann, mit männlichen und weiblichen Augen sehen und denken kann, ich schätze das an mir – und trotzdem tut es weh immer wieder zu spüren, dass andere das ganz anders sehen.

Und so sammeln sich die Erfahrungen, es schürft sich tiefer und tiefer und all diese Eindrücke werden begleitet durch gelegentliche Ängste, angegriffen zu werden, Opfer von Mobbing zu werden oder den Job zu verlieren und vieles mehr. Hinzu kommen ständige Arzttermine, Logopädie, Psychotherapie, Hormonbeschaffung und all die Kleinigkeiten, die mir zwar helfen, für die ich dankbar bin, die aber doch Zeit rauben und Energie kosten und mir immer wieder vor Augen halten, dass da etwas kaputt ist und repariert werden muss.

All das ist ein harter Weg der enorme Stärke erfordert und er wird nur deshalb möglich, weil wir Transgender durch unser so erkämpftes Ich-sein unvorstellbare Kräfte entwickeln, die allein aus dem Glücklichsein resultieren. So wird das Leben zu einer richtigen Achterbahn, in der es hoch und runter geht und manchmal geht es sogar fast gerade runter.

So ein gerade-hinunter hatte ich diese Woche, ohne grösseren Auslöser, es war einfach der Zenit des Erträglichen überschritten und es hat gerumpelt. Noch heute, zwei Tage später, sind meine Augen zugeschwollen, so dass sich das Blickfeld richtiggehend verengt hat. Und doch gab es schon heute wieder die ersten Glücksmomente, diese nennen Kleinigkeiten, die für Andere so selbstverständlich sind und für mich auch nach einem Jahr als TransFrau immer wieder kleine Wunder darstellen.

Wieder den ganzen Tag meinen Namen hören, der wie ein Weckruf durch meine erstarrte Seele hallte. Meist fällt mir das mit dem Namen gar nicht mehr so auf, es ist bereits so normal geworden. Aber an Tagen wie heute ist es wirklich erquickend. Einmal ergab sich ein relativ heftiges Fachgespräch zwischen zwei meiner Jungs, bei dem es um eine Schnittstelle ging in einem meiner Programmteile. Ich stand da in der Tür und war nur indirekt an der Diskussion beteiligt, da ging ein Ping-Pong los im Stil von: “ja wenn sie das so macht”, “aber sie müsste dann”, “für sie ist es besser wenn”…… und zig Mal gings hin und her, ständig wurde über mich gesprochen und das in einer Selbstverständlichkeit in der “sie”-Form. Ich stand fasziniert da, sog die Worte wie ein Schwamm auf und meine grad mal wieder in Trümmer liegendes Frausein wuchs von Satz zu Satz.

Was wirklich schön war daran, war das Gefühl, dass wenigstens die Leute, die täglich mit mir zusammen sind, dass die in mir immer mehr die Frau sehen die ich bin oder mich zumindest als diese Frau respektieren. Das ist ein grosser Trost und genau genommen ist es sogar das Wichtigste, abgesehen von meinem Selbstbild und meiner Selbsteinschätzung. Von denen, die mir nahestehen, ernst genommen zu werden, ist mehr wert als tausend idiotische Blicke zerstören könnten. Mir wurde mal wieder bewusst, wie froh ich sein kann, dass ich so gute Leute um mich rum haben, ich weiss nicht, ob ich das ohne diese Akzeptanz überstehen würde.

Es wird noch viele Hochs und Tiefs geben, noch viel Lebensfreude und Verzweiflung, aber solange ich mich habe und mich sein kann und solange die mir Nahestehenden weiter so nahestehen, solange wird diese Bergundtalbahn auch sicher ihrem Ziel entgegen fahren.

Aber ich muss wirklich über die Bücher gehen. Dieser Vorfall diese Woche hat mir gezeigt, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass mir meine neue Lebensfreude jede Widrigkeit des Lebens wegfegt. Auch die schönsten Schuhe nützen wenig, wenn Du keine Füsse hast – auch die grösste Lebensfreude macht nicht unverletzlich.

Transgender Day of Remembrance 2009

transgender-day-of-remembrance-2009Zum elften Mal findet heute der International Transgender Day of Remembrance statt, ein Tag an dem Transgender auf der ganzen Welt den Opfern transphober Gewaltverbrechen und Morde gedenken. Dieser Erinnerungstag geht zurück auf den Mord einer Transsexuellen namens Rita Hester, die im jahr 1998 ermordet wurde. Wie viele Hate-Crimes an Transgendern ist auch dieser Fall nie gelöst worden.

Anlässlich des Todes von Rita Hester wurde die Website Remembering Our Dead gegründet, in der die Transgender-Community ihrer Toten gedenkt. Es ist unerträglich, diese Auflistung zu betrachten.

Auch wenn das Phänomen von Hate-Crimes gegenüber Transgendern hier in der Schweiz (momentan) kein grosses Thema ist, sollten wir doch nicht vergessen, dass weiterhin Transgender ermordet werden nur um ihrer Wesensart willen.

Allein dieses Jahr wurden weltweit 95 Transgender ermordet, monatlich werden also 19 Transgender getötet, einfach weil sie sind wie sie sind. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das muss uns zu denken geben!

Ebenfalls darüber geschrieben:
Aktion Menschenrecht und Transsexualität e.V.
TgEu.org (Transgender Europe’s Trans Murder Monitoring Project)
Erlebnisse und Gedanken
Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin
Bad Hair Days
Queer-o-mat
Frau mit Bart

Two Spirits – die mit den zwei Seelen

In unserer westlichen Kultur dürfte es selten vorkommen, dass jemand in Begeisterung ausbricht, wenn er einem transsexuellen Wesen begegnet. Bei indigenen Völkern wär das selbstverständlich gewesen. Während Transsexuelle hierzulande als “persönlichkeitsgestört” stigmatisiert werden, hatten Transsexuelle bei Indianern ein hohes Ansehen, denn sie hatten zwei Seelen in ihrer Brust, konnten alles aus zwei Blickwinkeln betrachten – sie waren “Two Spirits”.

Als das weisse Pack Amerika entdeckte und die indianische Kultur in Schutt und Asche legte, stiessen sie überall auf das Phänomen von TwoSpirits. Biologische Männer die in Frauenkleidern Frauenarbeiten verrichteten und biologische Frauen, die als Krieger lebten. Es gab Woman Chiefs, also weibliche Häuptlinge, obwohl der Häuptlingsposten klar einem Mann zustand. Two Spirits hatten das Ansehen von Medizinmännern, sie hatten etwas, das alle anderen nicht hatten – die zweite, die erste ergänzende Wesensseite.

Aber wie unsere christlich-abendländische Kultur nunmal ist, was nicht der Norm entspricht, gehört ausradiert. So wurden die ersten Two Spirits gleich mal von den Hunden zerfleischt, die restlichen andersweitig ermordet. Doch dann kam der Kulturkrieg, man verbot Indianern ihre Sprache und Riten, ihre Religion und ihr Denken. Kinder wurden in weisse Schulen gesteckt und ein systematischer Kulturmord vollzogen. Im Rahmen dieser Hirnwäsche wurde auch das ganze indianische Weltbild zerstört und die Wurzeln zerbrochen. Mit dem Kulturverlust, verschwand auch der Wert von TwoSpirits, Indianer “lernten” die westliche Denkweise und TwoSpirits wurden immer mehr zu Geächteten. Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es fast keine TwoSpirits mehr, zumindest keine die offen so lebten.

Eine der letzten TwoSpirits die namentlich bekannt ist, hiess Fred Martinez, ein Navaho Indianer, der in beiden Geschlechtern lebte, also mal ganz Mann war, mal ganz Frau, je nachdem wie es erforderlich war. In einer warmen Sommernacht umarmte er seine Mutter ein letztes Mal und verliess als Frau gekleidet und geschminkt das Haus. Nach ein paar Stunden mit seinen Freunden zusammen ging er nachhause. Nach fünf Tagen fand man seinen übelst zugerichteten Körper in einem Canyon…. der Täter prahlte mit seiner Tat.

Gestern war der Transgender Day of Remembrance 2009, an dem weltweit der ermordeten Transgender gedacht wird. Heute, einen Tag später, ist die Weltpremiere des Films “Two Spirits”, ein Dokumentarfilm, der die Geschichte von Fred Martinez schildert. Ein erschütterndes Dokument, von dem ich sehr hoffe, dass er hierzulande in einem Kino zu sehen ist.

Im Trailer der unten anzusehen ist, steht irgendwann: “the bravest choice you can make, is to be yourself”, etwas simpel übersetzt: “Die mutigste Entscheidung die Du treffen kannst, ist Dich selbst zu sein”. Darüber nachzudenken würde sich lohnen.

Mehr über den Film findet man auf dieser Website: Two Spirits

und hier kann man den Trailer ansehen:

Einmal mehr wären wir besser beraten gewesen, wenn wir das Denken indigener Völker angenommen hätten, anstatt das Ihre zu zerstören.

Eigentlich wollen wir das alles ja gar nicht wissen, aber was soll’s

Es gibt Dinge, die kaum jemand weiss und es gibt Dinge, die man eigentlich auch nicht wissen will. Spass macht’s trotzdem, also her damit:

  1. Die Muskeln Deines Herzens haben die Kraft um Dein Blut 10 Meter hoch in die Luft zu spritzen? (nein, probiert es nicht aus)
  2. Elefanten sind die einzigen Tiere die keine Sprünge machen können. (irgendwie beruhigend, nicht?)
  3. Der stärkste Muskel Deines Körpers ist die Zunge. (also auch stärker als ein Penis? na das erklärt doch die überwältigende Wirkung der Zunge)
  4. Krokodile können ihre Zunge nicht herausstrecken. (da hilft auch der stärkste Muskel nicht)
  5. Die Zunge eines Riesenchamäleons ist fast fünf Meter lang. (da guckt das Krokodil aber blöd)
  6. Der Orgasmus eines Schweins dauert 30 Minuten! (ich möchte auch ein Schwein sein *schmoll*)
  7. Schweine können nicht in den Himmel gucken (na das tröstet mich jetzt auch nicht wirklich)
  8. Statistisch haben Leute mehr Angst vor Spinnen als vor dem Sterben. (die spinnen, die Leute)
  9. Alle Polarbären sind Linkshänder (wer untersucht sowas und vorallem wie und warum?)
  10. Schmetterlinge schmecken mit ihren Beinen. (Na und, ich kann dafür auf 10cm Absätzen laufen)
  11. Kakerlaken können 9 Tage ohne ihren Kopf leben. Sie sterben nur weil sie nicht fressen können. (das können die meisten Politiker auch)
  12. Menschen und Delfine sind die einzigen Tiere welche Sex zum Genuss haben. (zusammen? und ich dachte immer, das sei nicht erlaubt *staun*)
  13. Das quacken der Enten erzeugt kein Echo und niemand weiss warum das so ist. (wenn ich meinen Verstand frage, warum, dann kommt da überhaupt nix zurück, ob ich auch eine Ente bin?)
  14. Ein Mensch besteht durchschnittlich aus 40 Liter Wasser, 7 kg Fett, 8 kg Eiweiß, 2 kg Kalk, 200 g Traubenzucker, 100g Kochsalz, Mineralstoffen und Enzymen. (trotzdem kommt aber kein Mensch dabei raus, wenn man diese Zutaten mixt)
  15. Es ist unmöglich mit offenen Augen zu niesen. (Schade, sonst könnte man zusehen wie sein Gegenüber zusammenzuckt wenn es ihn trifft)
  16. Das Auge des Strausses ist grösser als sein Hirn. (ob Papst Benedikt ein Strauss ist?)
  17. Multiplizieren 111,111,111 x 111,111,111 = 12,345,678,987,654,321. (siehste, das gesamte Universum ist reine Mathematik)
  18. Seesternchen haben kein Hirn. (sind Politiker jetzt Kakerlaken oder Seesternchen?)
  19. Mücken haben Zähne. (na das macht sie jetzt auch nicht mehr unsympathischer)
  20. Thomas Edison hatte Angst vor der Dunkelheit. (und deshalb ist ihm dann ein Licht aufgegangen und er hat die Glühbirne erfunden….. hmmm, wenn ich das auch lernen könnte, gäbs bald Gratis-Pumps in allen Läden)
  21. Es ist unmöglich, Deinen eigenen Ellbogen zu lecken. (jaja Jungs, ich weiss, “ihn” könnt Ihr auch nicht…..)
  22. 50% aller Leute die dies gelesen haben, werden versuchen an ihren Ellbogen zu lecken. (und die Jungs werden doch nochmal versuchen, ob……..)
  23. Das Feuerzeug wurde vor dem Streichholz erfunden. (und was für ein Idiot kam dann auf die Idee mit dem Streichholz?)
  24. Ratten und Pferde können sich nicht übergeben. (dann gäbs also doch Momente in meinem Leben, in dem ich lieber eine Ratte gewesen wäre)
  25. Wenn man eine Stunde Kopfhörer hört, erhöht sich die Anzahl Bakterien im Ohr auf 700%. (Bakterien mögen offenbar Musik, ob die gerne tanzen?)
  26. Bei einem alkoholischen Vollrausch sterben 10 Millionen Hirnzellen ab. (unmöglich, da wär ich ja dumm wie Brot)
  27. 23% aller Fotokopierschäden sind darauf zurückzuführen, dass Leute sich drauf setzten um ihren Hintern zu fotografieren. (also unter uns, wer von Euch macht sowas und was tut ihr dann mit den Bildern?)
  28. Man verliert 150 Kalorien wenn man sich die Birne an die Wand haut. (das wird nach dieser Auflistung auch nötig sein)
  29. In Tenesse (USA) ist es verboten, Fische mit dem Lasso zu fangen. (in den restlichen Ländern wird man nur in eine Klapsmühle gesteckt, genauso wie den Politiker, der dieses Gesetz erlassen hat)
  30. Während des gesamten Lebens isst man im Schlaf versehentlich 70 Insekten und Spinnen. (ja dafür werdet Ihr mich hassen, ich weiss, aber seltsamerweise bereitet mir diese Tatsache eine diebische Freude)

Alles wird kompliziert: Stretchkleider erfordern Disziplin

kleid-rot-1Seit je her waren für mich so einteilige Stretchkleider das heisseste was es gibt unter dem Himmel der Damenbekleidung. Nichts ist so figurbetont und so sexy wie diese Stretchkleider.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich solche Dinger frühstens nach der GaOp tragen kann, vielleicht nicht mal dann, weil mir die nötigen Kurven fehlen, die so einem Kleid die Würze geben.

Hähä, denkste, ein kreatives T-Girl kriegt bekanntlich sogar das Unmögliche auf die Reihe und so wagte ich heute erstmals so ein Teil zu tragen. Ok meine Jungs im Geschäft halten mich spätestens seit heute für komplett verrückt, aber wo sie Recht haben, sollen sie auch Recht behalten.

Zu meiner grossen Überraschung stehen mir diese Dinger unglaublich gut. Ok vielleicht bin ich die Einzige, die das so sieht, aber mir gefällts saumässig und ich fühl mich in diesem Outfit wie ein Supermodel. Das Kleid ist etwas heller als auf dem Bild, klatscheng, endet deutlich über dem Knie (ist für meine Verhältnisse also recht kurz) und sieht zusammen mit Din-70 Strümpfen und Stiefeln hammermässig aus.

Aber so ein Kleid bringt einem in die nächste Stufe des komplizierten Frauenlebens, denn sowas zu tragen, ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Ich dachte immer, diese Kleider heissen Stretchkleider, weil sie so eng anliegend sind. Aber seit heute vermute ich, dass es daher kommt, dass diese Dinger sich bei jeder Bewegung stretchen und zwar Richtung oben. Nach ein paar Schritten wird daraus ein Mini und nach weiteren Schritten steht man fast in der Unterwäsche da. Deshalb muss man regelmässig an ihnen herum-stretchen. Wenn man aufsteht, oder läuft, oder atmet, einfach immer, regelmässig. Ich frag mich echt wie andere Mädels damit umgehen, doppelseitiges Klebeband oder an den Oberschenkel tackern?

Eigentlich muss man völlig verblödet sein, sowas anzuziehen, es ist einfach zu kompliziert für einen ganz normalen Büroalltag. Aber für irgend etwas bin ich schliesslich blond zur Welt gekommen, ich darf so sein, einfach bluna würd Juliet wohl sagen und wo sie Recht hat, soll auch sie Recht behalten…… und ich behalte meine neuste Kleidervorliebe :-)

Stolze Rosen die sich verlieben möchten

Ich bin beim youtubeln über ein Lied von Rosenstolz gestolpert, das ich bisher nicht kannte. Das Lied heisst “Ich möcht mich verlieben” und aufmerksame Leser dürften es ahnen, es ging mir natürlich durch Mark und Bein. Vorallem der Anfang, wenn sie singt: “Ich habe es satt allein aufzustehn, als Erster zu sehn, dass ich noch leb”, trifft mitten ins Schwarze – mitten ins Herz. Ach, die rosenstolz’sche Poesie ist einfach wunderschön……

Ich habe es satt allein aufzustehn
Als Erster zu sehn
Dass ich noch leb
Ich würd so gern das Radio aufdrehn
Mich an dir vergehn
Der Tag kann warten

Und wenn du dann gehst
Hab ich keine Angst
Weil ich doch weiss
Dass du wirklich bist
Du müsstest mich sehn
Würdest verstehn
Ich weiss, dass es geht
Ich weiss, dass es geht

Oh ­ ich will mich verlieben
Und es geht
Oh ­ werd mich verlieben
Weil ich will
Wir wären zu zweit
doppelt so stark
Und der Rest dieser Welt
der kann uns mal
Wir fragen nie mehr ob es richtig ist
Weil uns alles gelingt
egal wo wir sind
Oh ­ ich will mich verlieben

Stundenlang mit dir am Telephon
Ich erzähl dir von mir
Du hörst mir zu
Wir lieben uns
bis gar nichts mehr geht
Was draussen passiert
Wer will das wissen

Wer braucht schon Schlaf
Wenn du bei mir bist
Ich scheiss auf den Ruhm
Hab ich nie vermisst
Mit dir bin ich echt
Weil ich wirklich bin
Ich weiss, dass es geht
Ich weiss, dass es geht

Oh ­ ich will mich verlieben
Und es geht
Und ich will, dass es geht
Weil ich weiss, dass es geht
Und ich weiss, dass es geht
Weil ich will, dass es geht
Und ich will

Doch a bisserl blond oder was?

Hmmmm, ich sollte mir wirklich überlegen, die Haare zu färben. Das mit dem “blond sein” hat glaubs doch irgendwie was. Zumindest bei mir entdecke ich doch immer mal wieder seeeehr dümmliche Seiten. Soeben hab ich wieder den Vogel abgeschossen.

Vor einigen Wochen wurde mein Online-Banking Programm deaktiviert, weil die Bänkler auf eine webbasierte Lösung umstellten. Im alten Programm war die Vertragsnummer gespeichert, ergo brauchte ich sie nie, ergo wusste ich sie auch nicht mehr. Beim neuen Webzugang sollte ich das dann eingeben, fand es in meinem Saustall Office nix Derartiges und musste mir neue Zugangsdaten liefern lassen. Wie ab und zu mal, war auch da der Grund meines gewollten Zahlungsverkehrs eine Mahnung, die mich netterweise daran erinnerte, dass die Zahlungen mal wieder gemacht werden sollten. Das mit dem Erinnern klappt prima – in der Regel – wenn man Zugangsdaten hat.

Jedenfalls kriegte ich das Zeugs dann, musste gleich zu Beginn ein neues Passwort festlegen und konnte die Zahlungen ausführen. Lang lebe die Technik!

Heute war mal wieder so eine “Erinnerung” die mich ermahnte, nun mal wieder mit Geld um mich zu schmeissen, also ab an den PC, rein ins Web, Passwort eingeben…….. öhm…….. Passwort, ja klar, ich mein, ich hab viele Passwörter, ich benutz für verschiedene Sicherheitsgruppen unterschiedliche Passwörter, bin ja nicht blöd, oder? Oder doch? Scheisspasswort, das kann eigentlich nur eins sein…… ok dann muss es das sein……. na dann bleibt ja nur noch……. F**ck….. Vertrag gesperrt? Hey was heisst hier gesperrt, ich hab nur drei mal das falsche Passwort eingegeben, gebt mir noch zehn Versuche und ich habs, Himmel ich bin blond, habt Dich ein wenig Verständnis.

Stille im Raum……. n’Mädel sitzt staunend vor ihrem Bildschirm, leicht konsterniert, denkt über ihre Haarfarbe nach……..

Hmmmm, irgendwie hat’s schon was. In gewissen Dingen bin ich irgendwie wie Marylin Monroe. Nicht so schön, aber mindestens so dümmlich wie sie in “some like it hot”. Und was das Verrückteste ist, ich lern nix aus so Situationen, ich vergess es einfach irgendwann einfach, weil’s irgendwie egal ist. Wie Akuschrauber, Hubraumstärken und Kochsendungen, einfach unbedeutend, zumindest im Vergleich zu Schuhen.

Wo waren wir? Achja, Zahlungen, blond…… Mist, jetzt gehts wieder drei Tage bis ich die Zahlungen machen kann. Hey falls grad jemand von leShop und Underwear24 mitliest, sagt der Buchhaltung, dass Ihr die Kohle bald kriegt. Vorallem leShop, ich bestell am Mittwoch das Weekend-Futter für Juliet und mich, kommt mir dann ja nicht mit so offene-Rechnungen-Scheiss, wir haben Hunger und brauchen Bier und Baileys!

Irgendwie bin ich echt a bissrl ratlos, sitz hier vor einem Stapel Rechnungen, guck blöd aus der Wäsche und kann irgendwie nicht fassen, dass man sooooo doof sein kann……. ohne Filmvertrag *seufz*



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