(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Neue Strümpfe braucht das Land

So jetzt bin ich definitiv bereit für die drohende kühle Saison. Ich brauchte für diese Zeit dringend ein Rudel Strümpfe und Strumpfhosen, um auch im Herbst noch berockt raus zu können.

Tja und kürzlich verkündete mein Futterlieferant, dass ich auf die  nächste Bestellung 10% Rabatt habe. Und was tut n’Mädel, wenn sie Rabatt kriegt? Richtig, Geld sparen und zwar soviel, dass man damit grad wieder n’paar Schuhe kaufen kann :-)

Ok ganz so schlimm ist es nicht, aber ich hab schon etwas verblüfft geguckt als ich gestern das Paket öffnete, in dem ich so rein grössenmässig meine Stiefel erwartete. Anstelle der Stiefel lagen in dieser grossen Kiste eine ganze Grossfamilie von Strümpfen und Strumpfhosen für rund zweihundert Franken.

Und neugierig und verspielt wie n’pupertäres Mädel nunmal ist, habe ich natürlich verschiedenste Varianten eingekauft, von billig bis teuer, von Hochglanz bis düster-matt, da ist einfach alles drin. Nun brauch ich halt am morgen noch 10 Minuten länger, um mich zu entscheiden, welches Strumpfteil ich heute anziehen soll :-)

Um allfällige Fragen vorwegzunehmen, nein das auf dem Bild bin leider nicht ich und ich bezweifle auch, dass es so gut aussehen würde, wenn ich das wäre, also jammert nicht, ich mein’s nur gut mit den Jungs, die sollen auch mal was Nettes zu sehen kriegen ;-)

Und falls jetzt jemand einwenden will, dass man sich bei der hier abgebildeten Bekleidung an den Hintern friert……. Klappe, Klugscheisser ;-)

Adam, Eva und die Vollkommenen – Transsexualität aus biblischer Sicht

Zumindeset religiöse Transsexuelle dürften sich früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie Transsexualität denn aus biblischer Sicht zu beurteilen ist. Mir sind keine Bibelstellen bekannt, die speziell über dieses Thema sprechen, aber es gibt zumindest in der Schöpfungsgeschichte etwas, das uns diesbezüglich zu denken geben könnte, wenn wir uns denn erdreisten würden, das Denken zu wagen.

Die Bibel bietet an vielen Stellen kleine Orakel, Dinge über die man wirklich nachdenken muss, um einen auf den ersten Blick simplen Satz zu ergründen. Leider sind gerade solche Stellen oft schlecht übersetzt – solche geglätteten Stellen lassen jedoch keinen Zugang mehr zu zum innewohnenden Sinn. Es ist nunmal nicht dasselbe, ob Gott Himmel und Erde erschaffen hat oder ob Himmel und Erde aus Gott hervorgegangen ist. Ersteres ist weitum bekannt, zweiteres jedoch korrekt.

Nun gibt es in ebendieser Schöpfungsgeschichte diese etwas obskure Sache mit Adam und Eva. Jedes Kind kennt die Stelle, Gott schuf Adam, dem war’s scheisslangweilig, also klaute Gott ihm des Nachts eine Rippe und schnitzte daraus ein Weib, das sich dem Mann gefälligst unterzuordnen hat. Aber steht das so da?

Im hebräischen Text der Torah steht nichts von einer Rippe, es ist die Rede von einer Flanke, also einer Seite. Im jüdischen Textverständnis bedeutet das, dass Eva wesensgleich war mit Adam, sie ist die gespiegelte Hälfte von ihm. Da gehts nicht um Organtransplantation oder Schnitzkunst, dieser Text will einzig sagen, dass Adam und Eva zwei Hälften eines ganzen “Ur-Adams” waren.

Im jüdischen gibt es viele Namen für Gott, Bezeichnungen die die verschiedenen Aspekte Gottes benennen. Eine davon ist die Schechina, ein weiblicher Aspekt von Gott. Nach jüdischem Verständnis ist ein Mann nur mit einer Frau vollkommen, andernfalls fehlt ihm eine Hälfte. Deshalb müssen Rabbis auch verheiratet sein (Jesus war auch Rabbi, aber das sparen wir uns auf ein anderes Mal auf). Wenn nun ein Mann auf Reisen ging und seine Frau zurück lassen musste, betete er zur Schechina und bat um Begleitung, weil er ohne seine weibliche Hälfte schutzlos gewesen wäre.

Und jetzt wird’s spannend für uns T-Girls ;-)

Wenn also Mann und Frau nur zwei Hälften des “Ur-Menschen” sind, dann sind transsexuelle Menschen, die beide Geschlechtsaspekte vereinen, sozusagen die Vollkommenen. Sie sind wie Ying und Yang, Mann und Frau, sie vereinen die zwei Eckpunkte der göttlichen Schöpfung. Cool hä?

Das sollte als Rechtfertigungsgrund ausreichend sein, dass wir T-Girls fortan in allen Läden gratis Schuhe und Kleider einsammeln können, oder etwa nicht? ;-)

Ich glaub ich beginne hier eine theologische Blog-Serie, nächstes Mal gehen wir der Frage nach, wozu Gott uns T-Girls auf die Erde gesandt hat und was unsere Berufung ist.

Tanz der Vampire – Totale Finsternis

Mein Hang zu metaphorischen Bildern ist ja berüchtigt. Gerade wenn es um Gefühle geht, die irgendwie nicht in rationale Worte gefasst werden können, sind Liedertexte manchmal die letzte Möglichkeit, das Unaussprechliche auszusprechen. Dabei gibt es mir nicht im Geringsten zu denken, die in den Liedern vorkommenden Bilder meinen Gefühlen anzupassen. So geht’s mir auch mit diesem Lied, das schon mehrmals herhalten musste für Bilder und Gefühle in mir, die eigentlich nichts mit Vampiren zu tun haben.

In diesem Musical gehts um eine Frau, die sich so sehr von einem Vampir angezogen fühlt, dass sie sich ihm hingeben möchte, selbst wenn es ihr Untergang wäre. Dark Romance pur. In diesem Lied finde ich mich in letzter Zeit vorallem dann, wenn sich mir die Vorstellung einer Beziehung mit einem Mann aufdrängt. Etwas in mir sucht ihn, etwas fürchtet sich vor ihm oder viel mehr vor dem Unbekannten einer solchen Erfahrung. Auch die Sängerin dieses Liedes ist sich der Gefahr bewusst, auch sie fürchtet nicht nur ihr Herz sondern auch den Verstand zu verlieren und doch ist die Sehnsucht stärker.

Es sind Stellen wie “Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer der mich führt und beschützt” und viel mehr “Manchmal in der Nacht kann ich es nicht mehr erwarten ich will endlich eine Frau sein und frei”, die mich tief in mir in einer Art und Weise berühren, dass mir grad erst Recht die Worte fehlen. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll und ich weiss nicht, was ich dazu sagen sollte…… lassen wir also wieder mal Bilder sprechen………

Sei bereit….. Manchmal in der Nacht fühl ich mich einsam und traurig doch ich weiß nicht was mir fehlt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht hab ich fantastische Träume aber wenn ich aufwach quält mich die Angst
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht lieg ich in Dunklen und warte doch worauf ich warte ist mir nicht klar
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht spür ich die unwiderstehliche Versuchung einer dunklen Gefahr

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich kann eine Stimme hörn…

Sei bereit….. Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers der mich unsichtbar berührt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer der mich führt und beschützt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht kann ich es nicht mehr erwarten ich will endlich eine Frau sein und frei
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht möcht ich Verbot’nes erleben und die Folgen sind mir ganz einerlei

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…

Sich verliern heißt sich befrein
du wirst dich in mir erkennen
was du erträumst wird Wahrheit sein
nichts und niemand kann uns trennen
Tauch mit mir in die Dunkelheit ein
zwischen Abgrund und Schein
verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit
ich hüll dich ein in meinen Schatten und trag dich weit
du bist das Wunder das mit der Wirklichkeit versöhnt

Mein Herz ist Dynamit das einen Funken ersehnt

Ich bin zum Leben erwacht
die Ewigkeit beginnt heut Nacht
die Ewigkeit beginnt heut Nacht

Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verliern
jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis, ein Meer von Gefühl und kein Land
Einmal dachte ich bricht Liebe den Bann
jetzt zerbricht sie gleich meine Welt
Totale Finsternis, ich falle und nichts was mich hält

Sei bereit….. Machmal in der Nacht denk ich ich sollte lieber fliehn vor dir solang ich es noch kann
Sei bereit….. Doch rufst du dann nach mir bin ich bereit dir blind zu folgen selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht gäb ich mein Leben her für einen Augenblick in dem ich ganz dir gehör
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht möcht ich so sein wie ich dich haben will und wenn ich mich selber zerstör

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…

Haben Transsexuelle einen 7. Sinn?

Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen, dass ich so eine Art 7. Sinn habe. Ich kann mich sehr gut in andere Menschen hineindenken und hineinfühlen, vorallem scheint es, als ob ich die Gefühle und die Wesensart meines Gegenübers sozusagen intuitiv wahrnehme. Meist kann ich das rational gar nicht recht erklären, ich empfinde irgendwie einfach was mein Gegenüber bewegt.

Oft habe ich mich gefragt, weshalb das bei mir so ist, ich mach das ja nicht mal absichtlich und wollte es auch nicht lernen, es passiert einfach mit mir, so als ob ich mit anderen Augen sehen würde. Meine Sensibilität ist sozusagen zur Empathie ausgereift.

Unterdessen habe ich einige T-Girls kennengelernt und dabei ist mir aufgefallen, dass die durchs Band sehr einfühlsame und aufmerksame Wesen sind. Ob diese Mädels auch so einen Wesens-Scanner eingebaut haben wie ich, entzieht sich meiner Kenntnis, aber auf jeden Fall ist die Sensibilität weitaus höher als man es sonst gewohnt ist. So drängt sich mir langsam die Frage auf, ob Transsexuelle wirklich sowas wie einen 7. Sinn haben, vorstellbar wäre es nämlich.

Wenn ich darüber nachdenke und in meiner Vergangenheit rumwühle, dann fällt mir auf, dass Transsexuelle ihr ganzes Leben lang vor einer grossen Herausforderung stehen. Sie müssen etwas sein und darstellen, dass sie nicht sind. Das geht aber nur, indem man die benötigte Rolle erlernt und das wiederum macht man durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn ein Kind von klein an in den Anderen lesen muss, wie es selbst sein sollte, dann muss es eine gehörige Portion Aufmerksamkeit aufbieten. Es beginnt genau zu beobachten was andere tun, wie sie es tun und warum. Hier geht es aber um weit mehr als das tun, das Kind muss auch lernen, wie es denken und fühlen darf. Was anderes kann so ein Kind tun als ins Innere seiner Mitmenschen zu schauen? Und wenn man ein Leben lang so beobachtet, schärft sich der Blick immer mehr und geht immer tiefer, bis man irgendwann durch Menschen hindurch sehen kann resp tief in sie hinein.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zum Schluss, dass Transsexualität zwangsläufig zur Ausbildung eines 7. Sinns führt, mit den herkömmlichen 6 Sinnen wäre so ein Leben gar nicht zu führen.

Es wäre interessant der Frage nachzugehen, ob dieses Phänomen unter Transsexuellen wirklich so verbreitet ist, zumindest bei mir ist dieser Sinn stark ausgeprägt, so stark, dass es manchmal nicht zum aushalten ist. Wenn ich in ein Gesicht sehe, dann fühle ich den Menschen sozusagen, ich spüre wenn jemand traurig ist, verbittert oder gefährlich. Ich weiss nie warum, aber ich weiss wie er sich fühlt, selbst auf Fotos.

Transsexuelle Profilerin?
Auf Fotos kann man keine Gefühle sehen, werden die Meisten jetzt denken. Denkste! Ich hab so ein kleines Privatspiel, das ich leidenschaftlich spiele. Zu meinen Lieblings TV-Serien gehört so TrueCrime-Zeugs wie Autopsie, also Sendungen, die über tatsächlich stattgefundene Verbrechen berichten. Das läuft meist nach dem Muster ab, dass gezeigt wird was passiert ist (inklusive Tatortfotos und so Zeuchs), dann wird von den Ermmittlungen erzählt, Verdächtige werden präsentiert, irgendwann wird der Fall abgeschlossen. Seit ein paar Jahren “rate” ich mit, wenn Verdächtige gezeigt werden und – man mag mich für verrückt halten – ich habe eine Trefferquote, die jeden Profiler vor Neid erblassen liesse. Wenn ich so einen Fall vorgeführt bekomme und dann ein Verdächtiger gezeigt wird, kann ich fast mit Sicherheit sagen, ob der Betreffende das Potential für diese Tat hat. Ich kann nicht sagen ob er dieses Verbrechen beging – ich bin keine Hellseherin – aber ob diese Tat seiner Wesensart entspricht. In so Momenten geht mir beispielsweise der Satz durch den Kopf: “Du bist zwar eine brutale Sau, ein Menschenleben bedeutet Dir nichts, aber Du bist nicht so lustgesteuert, dass Du so ein Sexualdelikt in dieser Form machen würdest”. Und was passiert? Es stellt sich heraus, dass er ein Schwerkrimineller ist, genauso wie ich es empfunden habe, aber mit dem Fall hatte er nichts zu tun. Das Verrückte ist, dass ich nur wenige Sekunden habe um das Bild anzuschauen, aber zurück bleibt schon fast sowas wie ein Täterprofil.

Die Polizei ist gefragt
Und falls jetzt irgendwelche PolizistInnen mitlesen (z.B. die gute Svenja) und falls diese denken, ich hätte einen an der Waffel, dann fordere ich hiermit zu einem Duell auf. Zeigt mir beliebige Fälle und ich erstelle ein Täterprofil, legt mir beliebige Fotos auf den Tisch und ich sortiere sie nach Verbrechensgruppen. Ich verwette meinen Hintern, dass Euch die Augen aus den Höhlen treten würden ;-)

Und wie steht’s mit Euch, T-Girls?
Aber nun zurück zur ursprünglichen Frage: Ist das “erfühlen” von Anderen einfach eine Privatfähigkeit von mir oder haben Transsexuelle aufgrund ihrer Lebensweise alle so einen 7. Sinn? Falls mitlesende Transsexuelle das von mir beschrieben oder Ähnliches kennen, dann her damit ;-)



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