(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Transsexuelle Austern

Da guckt man uns T-Girls so verwirrt an als kämen wir von einem anderen Planeten, dabei sind wir gar nicht die einzigen Transsexuellen in Gottes Schöpfung. Austern wechseln ihr Geschlecht, das gehört ganz einfach zu ihrer Natur. Wir T-Girls sind also einfach die Austern unter den Menschen :-) Interessant, was in Wikipedia darüber zu lesen ist:

Austern sind zweigeschlechtlich (Hermaphroditismus), wobei die konkrete Ausformung dieser Zweigeschlechtlichkeit bei den verschiedenen Austernarten unterschiedlich ist. Die Pazifische Felsenauster wächst zunächst als Männchen heran und bleibt dies im ersten Jahr. Ab dem zweiten Jahr wandelt sich ein Teil der Population in Weibchen, und bleibt das dann auch. Theoretisch könnte die Pazifische Felsenauster ihr Geschlecht mehrmals ändern, sie tut das aber normalerweise nicht. Im Gegensatz dazu machen die Europäischen Austern von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sie sind im ersten Jahr vorwiegend – aber nicht ausschließlich – männlich und ändern dann immer wieder ihr Geschlecht, sie sind „konsekutiv rhythmische Hermaphroditen“.

Interessant ist, dass sie sich von dem männlichen zum weiblichen Geschlecht WEITERentwickeln *zuckersüsslächelt*……. so gesehen sind wir T-Girls also Menschen, die sich weiter entwickeln. Ist doch irgendwie ulkig, erst vom Affen zum Menschen, dann vom Mann zur Frau……. von Austern kann man wirklich viel lernen :o)

Ich bin übrigens der lebende Beweis, ich habe mich so weiter entwickelt, dass ich innert eines halben Jahres zehn Centimeter grösser wurde und mein Brustumfang zugenommen hat und meine Sensibilität hat ebenfalls zugenommen.

Je weiter ich überlege….. meine optischen Selbstdarstellungsmöglichkeiten wurden erweitert, neue Geh-Techniken wurden erlernt, das Auge wurde bei der Jagd nach Kleidern geschärft……. Kenntnisse in Konfektionsgrössen, Farbenlehre, Gesichtsdekoration, Haarstyling, Versandkataloge……. hey ich kann sogar auf einem Bein stehend mit einer Hand den Duschkopf halten und mit der anderen Hand den Unterschenkel rasieren. Da können die Jungs mit ihrem blöden Einparkieren definitiv einpacken ;-)

Als Frau angenommen und akzeptiert

Als Frau angenommen und akzeptiert zu sein, ist wohl eines der grössten Geschenke, die wir T-Girls von unserem Umfeld erhalten können. Der Mensch spiegelt sich nunmal leider in der Gesellschaft und nimmt unbewusst deren Bewertung an. Gerade für T-Girls kann das fatal sein, wie ich schon an anderer Stelle dargelegt habe. Wenn mich Leute aus meinem Umfeld als “Mann der eine Frau spielt” betrachten, dann ist es sehr schwierig, ein stabiles weibliches Selbstbewusstsein aufzubauen. Natürlich versuchen die Leute freundlich zu sein, man spricht uns in weiblicher Form und mit unserem weiblichen Namen an, aber in den Köpfen bleibt man recht lange dem falschen Geschlecht zugehörig und das zeigt sich meist in subtilen Verhaltensweisen, die uns T-Girls natürlich nicht verborgen bleiben.

Umso schöner ist es, wenn sich ebendiese subtilen Verhaltensweisen ändern und das tun sie, wenn auch nur von Fall zu Fall. Aber gerade diese Veränderungen geben uns unvorstellbar viel Kraft und Bestätigung, nur so kann unser endlich nach aussen gekehrtes Ich ein stabiles Selbst werden. In letzter Zeit hatte ich einige Erlebnisse, die genau das hervorbrachten und es war jedes Mal ein tief beglückendes Erlebnis.

Die erste Veränderung war die Art, wie man über mich spricht. Die Leute gewöhnen sich schnell daran, einen “Mann in Frauenkleidern” mit weiblichem Namen anzusprechen. Aber wie sie wirklich darüber denken und fühlen, zeigt sich vorallem in der indirekten Rede. In den ersten Wochen nannte man mich zwar Diana, aber ich war ein “er” wenn man über mich sprach. Unterdessen passiert das nur noch selten, vorallem diejenigen die oft mit mir zusammen sind, reden fast ausnahmslos von “sie” und das wiederum zeigt mir, dass ich in ihren Köpfen eine (Trans-)Frau geworden bin.

Ebenfalls auffällig ist die Art wie Männer eine TransFrau begrüssen. Wenn sich gut bekannte Männlein und Weiblein begrüssen oder verabschieden, tun sie das oft mit einem Dreifachkuss auf die Wangen. Wenn ein Mann eine TransFrau begrüsst, wird er das in der Regel nicht tun, weil dieses Wesen in seinem Kopf ein Mann ist und er will ja schliesslich nicht schwul sein, also gibt man höflich die Hand. Schon vor Monaten passierte es mir das erste Mal, dass Jungs vom Personal meines Pubs mich küssenderweise begrüssten. Beim ersten Mal hat’s mich fast aus den Stöckelschuhen purzeln lassen, ich war total verblüfft und gleichzeitig unbeschreiblich glücklich. Auch als ich mal an einem Pipe-Konzert war und dort Jungs aus der Band traf, wurde ich von einzelnen zur Begrüssung geküsst. Ich war hin und weg! Und grad kürzlich hatte ich Besuch von einem sehr netten Herrn, der mir bei der Begrüssung noch die Hand gab, der sich nach ein paar Stunden Plauderei jedoch küssend verabschiedete. Einmal mehr war ich von aussen betrachtet zur Frau geworden.

Auch Komplimente sind so eine Sache. Kein Mann würde seinem Kumpel sagen: “hey Du hast aber heute ein schönes Shirt an” oder “Du hast wirklich schöne Augen”. Als mir mal ein Mann ein Kompliment machte wegen meiner Augen, war ich für den Rest des Tages in ein anderes Universum gebeamt, es verzückte mich für den ganzen Rest des Tages. Nicht weil ich unbedingt schöne Augen haben will sondern eben, weil ein Mann sowas in der Regel nur zu einer Frau sagen würde.

Eher trivial aber trotzdem aussagekräftig ist auch, wenn man als T-Girl plötzlich einen Drink spendiert bekommt, von jemandem, der sich der Transsexualität der Beschenkten bewusst ist.

Aber auch bei Frauen gibt’s solche Verhaltensweisen, die uns T-Girls zeigen, ob wir nun als Mann oder Frau betrachtet werden. Kürzlich plauderte ich mit einer Kollegin und wir landeteten – wie das bei uns Mädels halt üblich ist – irgendwann bei Kleidern. Da erzählte sie mir freudig, sie hätte einen neuen BH gekauft und der sei mega genial und preiswert und überhaupt…… und plötzlich sagte sie: “Ach Du bist ja jetzt eine Frau, dann kann ich Dir das ja zeigen”, knöpfte die Bluse auf und zeigte mir ihren BH von allen Seiten. Ich war echt sprachlos, sie tat das so ungehemmt, wie es nur unter Mädels üblich ist. Ich glaub das war eins der schönsten Du-bist-eine-Frau-Komplimente das ich je erhalten habe.

Auch bei Gesprächen mit Mädels ist das sehr spürbar. Es gibt Dinge, die Mädels nur unter sich diskutieren, so wie Jungs ja auch. Die Mädels in meinem Umfeld reden mit mir unterdessen eigentlich alle in einer Selbstverständlichkeit über all diese Dinge und spätestens wenn man als T-Girl mit Mädels über Jungs lästert, ist man definitiv im Club der Frauen angekommen.

Also Jungs, wenn Ihr einem T-Girl begegnet und sie als weiblich empfindet, dann zeigt keine Scheu sondern zieht alle Register, knutscht sie, spendiert mal einen Drink, lasst ihr den Vortritt, macht ihr Komplimente und schenkt ihr mal eine Rose, ihr könnt so einen Menschen sehr glücklich machen. Und Mädels, wenn Ihr ein T-Girl als Frau betrachtet, dann redet mit ihr über Frauenthemen, lästert über Jungs und zeigt ihr die neuste Unterwäsche ;-) ………… aber, liebe Jungs und Mädels, tut das bitte erst dann, wenn Ihr dieses T-Girl wirklich als Frau wahrnehmt, wir wollen nicht belogen werden sondern anerkannt.

Und so warte ich nun voller Sehnsucht darauf, dass mir endlich mal jemand rote Rosen schenkt, das dürfte dann sozusagen die emotionale Variante der Personenstandsänderung sein :-)

Pass auf was Du mich fragst, denn ich kann nicht “nein” sagen

Mit dem Titel dieses Beitrags endet das Lied “Good enough” von Evanescence. Sie hat ihr Herz hoffnungslos verloren, ist sie gut genug für ihn? Ich liebe diese Band und vorallem die Sängerin, sie geht mir immer wieder durch Mark und Bein.

Under your spell again
I can’t say no to you
crave my heart and its bleeding in your hand
I can’t say no to you

Shouldn’t have let you torture me so sweetly
now I can’t let go of this dream
I can’t breathe but I feel

Good enough
I feel good enough for you

Drink up sweet decadence
I can’t say no to you
and I’ve completely lost myself and I don’t mind
I can’t say no to you

Shouldn’t have let you conquer me completely
now I can’t let go of this dream
can’t believe that I feel

Good enough
I feel good enough
its been such a long time coming, but I feel good

and I’m still waiting for the rain to fall
pour real life down on me
cause I can’t hold on to anything this good
enough
am I good enough
for you to love me too?

so take care what you ask of me
cause I can’t say no

Ich werde Dich immer lieben

Über ein Jahr ist es her, seit sich unsere Wege trennten. Ich dachte, ich würde es überwinden, würde auch den grössten Verlust meines Lebens irgendwann verkraften – könnte irgendwann vergessen, wie tief und allumfassend unsere Liebe war. Ich redete mir ein, dass ich irgendwann aufhören würde Dich zu lieben.

Aber es sind Tage wie diese, an denen ich mir eingestehen muss, dass meine Liebe nicht enden will, nie enden wird. Es sind solche Tage, an denen ich scheinbar ohne äusseren Grund zu weinen anfange und nicht mehr aufhören kann zu weinen, und traure um den Verlust meines höchsten Glücks.

Es sind Tränen wie diese, die wie Säure diese Worte in mein Herz ätzen:
I will always love you

Fassungslos blicke ich zurück, sehe nebenverhangen Deine Gestalt, höre Dein Lachen, spüre Deine Wärme, lasse mich erschüttern durch diese Liebe die alles zu übersteigen schien. Fassungslos sehe ich, wie diese Bilder zerbröckeln und in tausend Splitter zerspringen, von denen jeder sich in meine Seele gräbt. Bilder, die immer wieder aus dem Nichts auftauchen, um immer wieder erneut vor meinen Augen zu zerspringen.

Alles hat ein Ende – fast alles – nur die Tränen meiner Sehnsucht scheinen unerschöpflich. Ich wünsche Dir so sehr, dass Du Dein Glück findest, dass dein Weg Dich dahin führt, wo Deine Seele hingehört. Und wenn diese Tränen alles sind was mir von Dir bleibt, dann will ich wenigstens diese lieben – bis ans Ende aller Zeit.

If I should stay,
I would only be in your way.
So I’ll go, but I know
I’ll think of you ev’ry step of the way.

And I will always love you.
I will always love you.
You, my darling you. Hmm.

Bittersweet memories
that is all I’m taking with me.
So, goodbye. Please, don’t cry.
We both know I’m not what you, you need.

And I will always love you.
I will always love you.

I hope life treats you kind
And I hope you have all you’ve dreamed of.
And I wish to you, joy and happiness.
But above all this, I wish you love.

And I will always love you.
I will always love you.
I will always love you.
I will always love you.
I will always love you.
I, I will always love you.

You, darling, I love you.
Ooh, I’ll always, I’ll always love you.

(Whitney Houston – I will always love you)

Am Ende der Stille

Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann die Person die ich über alles liebe von mir stossen muss und doch ist es heute soweit. Nachdem ich wieder ein Wochenende lang rumgeheult habe und einer Beziehung nachtrauerte, die seit einem Jahr beendet ist und nachdem ich heute gegen Mittag die Arbeit niederlegen musste, weil ich einfach nix auf die Reihe kriegte, war der Punkt erreicht an dem ich mir eingestehen musste, dass es so nicht geht. Man kann nicht die Liebe seines Lebens einfach mal schnell in die “beste Freundin” umdefinieren.

Wenn man sich so nah ist und dabei doch so fern, dann wird jede Begegnung zu einem zweischneidigen Schwert. Wie soll ein Herz kapieren, dass es sich beziehungstechnisch ausquartieren muss, wenn es ständig die Stimme der Geliebten hört?

Heute habe ich den Kontakt ganz abgebrochen oder zumindest auf Eis gelegt. Damit verliere ich zwar das letzte emotionale Seil, das mich noch gehalten hat und dürfte wohl in nächster Zeit im freien Fall durch’s Universum schiessen, aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht, wer weiss, vielleicht lerne ich so doch noch fliegen.

Aber ich muss gestehen, den Menschen von sich zu stossen, den man über alles liebt, lässt sich an Surrealismus nicht mehr überbieten, das führt die Liebe definitiv ad absurdum.

Deine Worte gleiten in den Morgen
In einen zarten rosa Schleier
Der sich über der Natur erhebt
Verblassen sie und schweigen stille
Nur die Sehnsucht meiner Stimme
Im flehenden Gebet
Entsinnt sich Deiner Worte
Die Du in mich gelegt
So verstummt auch meine Hoffnung
Und die Stille entfacht den Krieg

(Lacrimosa – Am Ende der Stille)

Also fülle ich diese tosende Stille mit “Les Memoires Blessees” von Dark Sanctuary:

Vorhang!

Sterne und einstürzende Himmel

Pass auf, wenn Du nach den Sternen greifst…….

es kann sein, dass der Himmel über Dir einstürzt.

(Diana)

Nachbarschafts-Aufklärung – Chance verpasst

Manchmal könnte ich mich stundenlang in den Hintern treten, beispielsweise gestern, als ich die erste Chance zur Aufklärung meiner Nachbarschaft in den Sand setzte.

Wie hier unschwer zu entnehmen war, war ich gestern ziemlich freaked-out und nahm spontan am Nachmittag frei. Dementsprechend kam ich ausnahmsweise über Mittag nachhause und begegnete einem netten Herrn im Treppenhaus.

Da es ein relativ kleines Haus ist (ich glaub 8 Parteien) und ich im untersten Stock bin, treffe ich selten Leute dort, deshalb ergaben sich in den 3 Monaten seit ich dort wohne auch noch keine Gespräche mit Nachbarn. Das ist in meinem Fall eher unangenehm, weil ich mir vorstellen kann, dass ich doch gewisse Irritationen auslöse und nach meiner Erfahrung ist Aufklärung die einzige Waffe gegen Vorurteile.

Jedenfalls traf ich eben gestern einen meiner Nachbarn und der fragte mich dann gleich mal direkt, “sie” wüssten gar nicht recht wie sie mich ansprechen sollten, ob mit Herr oder Frau. Ok abgesehen davon, dass die Frage eher merkwürdig war, ich geh seit ich dort wohne täglich geschminkt, berockt und höhergelegt durchs Quartier, da wäre es doch etwas überraschend gewesen, wenn ich mich mit “Herr” ansprechen lassen wollte. Eigentlich war das eine geniale Gelegenheit um mal schnell mit 3-4 Sätzen zu sagen, dass ich eine transsexuelle Frau bin, seit einem halben Jahr als Frau lebe und im Prozess einer Geschlechtsangleichung bin. Aber eben, ich bin an gewissen Tagen blonder als erlaubt und gestern war ich so durch den Wind und hatte so Stalldrang, dass ich die freundliche Frage nur mit einem “Frau ist mir lieber” beantwortete. Hä? Lieber? Meine Nerven, wie kann man so Blödsinn rauslassen? Es ist mir nicht einfach lieber, ich bin eine Frau und lebe als Frau, das ist keine Frage des lieber habens. Und vorallem muss ich sehr verschlossen gewirkt haben.

Sinngemäss sagte er etwas im Stil von, sie (wer auch immer) wüssten alle Bescheid. Urks, Bescheid worüber, dass eine Transe im Haus lebt? Dass der neue Nachbar Frauenkleider trägt? Dass ich transsexuell bin? Keine Ahnung wer “wir” alles beinhaltet und worüber diese glauben, Bescheid zu wissen. Aber es klang arg danach, als ob ich meine Nachbarn schon gehörig beschäftigt habe und ich will eigentlich nicht wirklich wissen, was da wie geplaudert wurde.

Zum einen habe ich eine gute Chance verpasst, falsche Vorstellungen wegzuräumen und ich habe die Chance verpasst, mich als umgängliches und freundliches Wesen zu präsentieren. Mit meinem kurzangebundenen Satz und meiner Flucht in die Wohnung habe ich wohl mein Freak-Image perfekt untermauert. Nun hoffe ich, dass ich diesen freundlichen Herrn mal wieder sehe um das nachzuschieben, was ich gestern verpasst habe.

Man kann sich kaum vorstellen, wie sehr ich mich den ganzen Abend über mich aufgeregt habe, aber leider ist es nicht möglich, sich selbst in den Hintern zu treten, andernfallls müsste ich heute glaub im Stehen arbeiten.

Quadrat im Kreis

Hin und wieder stell’ ich fest,
dass ich nicht mehr lachen kann,
über Sachen die ich früher lustig fand.

Hin und wieder merk’ ich auch,
dass ich keine Menschen brauch’
und lieber ganz alleine bin.

Doch der Schmerz ist zuckersüss
und irgendwie auch so vertraut,
ich hab’ mich dran gewöhnt.
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bisschen Mut
und die paradoxe Wut darüber
wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins.

Hin und wieder wird mir klar,
dass alles anders geworden ist,
als es scheint, dass es früher einmal war.

Hin und wieder spüre ich,
dass ich die Sonne nicht mehr mag,
weil ich das helle Licht nicht mehr ertrag’.

Doch der Schmerz ist zuckersüss
und irgendwie auch so vertraut,
ich hab’ mich dran gewöhnt.
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bisschen Mut
und die paradoxe Wut darüber
wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins.

Wie ein Quadrat in einem Kreis,
eck’ ich immer wieder an,
obwohl ich doch schon lange weiss,
dass ich niemals ändern kann,
was sich niemals ändern wird,
weil das Schlechte immer bleibt
und doch die Sonne wieder scheint,
scheissegal was auch passiert.

Immer wieder stell ich fest,
dass das “hin und wieder” immer öfter “ständig” ist.

(WIZO – Quadrat im Kreis)

Mystik der Zärtlichkeit

Manchmal an so Tagen wie diesen frage ich mich, weshalb und wozu man eigentlich eine Beziehung sucht. Wenn man es ganz pragmatisch sieht, könnte man auch gut ohne das auskommen. Man hat allein mehr Zeit für sich, muss auf nichts Rücksicht nehmen, keine Kompromisse eingehen, nicht streiten…….. reden kann man mit Freunden, lachen ebenfalls und gemeinsam etwas unternehmen grad sowieso. Wozu also Liebe?

Vieles in Beziehungen ist ersetzbar und auf vieles könnte man verzichten, nur bei einem bleibe ich immer wieder hängen, so als wäre es das Zentrum dieses unwiderstehlichen Sogs, der einem immer wieder ins Land der Schmetterlinge entführt: Zärtlichkeit.

Warum Zärtlichkeit, frage ich mich, was soll daran so toll sein? Eine Antwort habe ich nie gefunden und doch habe ich die Gewissheit, dass ich genau das so sehr brauche wie die Luft zum atmen. Es ist das einzige, das nicht ersetzt werden kann und auf das zumindest ich nicht verzichten kann.

In den Armen zu liegen oder sich aneinander zu kuscheln sind für mich der Inbegriff des Glücklichseins, es ist ein Gefühl das einfach alles übersteigt. Aber was in aller Welt ist das, diese Zärtlichkeit?

Es ist nicht die körperliche Berührung selbst, wäre dem so, könnte man sich auch selber streicheln. Zärtlichkeit ist da offenbar anders gelagert als Sexualität. Zärtlichkeit ist Ausdruck tiefer Gefühle und liebevoller Nähe, sie ist eigentlich nur Repräsentation eines dahinterliegenden Gefühls….. sie ist unmittelbarer Ausdruck von Liebe.

Aber wenn Zärtlichkeit Ausdruck von Liebe ist und Liebe eigentlich ersetzt werden könnte, ausser eben was Zärtlichkeit anbelangt, die wiederum nur Ausdruck von Liebe ist und Liebe eigentlich……… und damit. liebe LeserInnen, befinden wir uns inmitten von Mystik, an dem Punkt an dem wir anerkennen müssen, dass es Dinge gibt, die mit unserem Verstand nicht mehr greifbar sind.

Johannes vom Kreuz, der christliche Mystiker und Gründer des Karmeliter-Ordens schreib ein wunderschönes Gedicht, in dem es um die Unio-Mystica geht, die Vereinigung mit Gott……. aber ich finde, dass es auch sehr gut in dieses Thema passt.

Ich wußte nicht, wo ich eintrat,
aber als ich mich dort sah,
unwissend, wo ich mich befand,
begriff ich große Dinge;
ich werde nicht sagen, was ich empfand,
da ich unwissend blieb,
alles Wissen übersteigend.

Blöd hä, wenn man beginnt etwas zu begreifen und es doch nicht im Geringsten versteht ;-)

Neue Strümpfe braucht das Land

So jetzt bin ich definitiv bereit für die drohende kühle Saison. Ich brauchte für diese Zeit dringend ein Rudel Strümpfe und Strumpfhosen, um auch im Herbst noch berockt raus zu können.

Tja und kürzlich verkündete mein Futterlieferant, dass ich auf die  nächste Bestellung 10% Rabatt habe. Und was tut n’Mädel, wenn sie Rabatt kriegt? Richtig, Geld sparen und zwar soviel, dass man damit grad wieder n’paar Schuhe kaufen kann :-)

Ok ganz so schlimm ist es nicht, aber ich hab schon etwas verblüfft geguckt als ich gestern das Paket öffnete, in dem ich so rein grössenmässig meine Stiefel erwartete. Anstelle der Stiefel lagen in dieser grossen Kiste eine ganze Grossfamilie von Strümpfen und Strumpfhosen für rund zweihundert Franken.

Und neugierig und verspielt wie n’pupertäres Mädel nunmal ist, habe ich natürlich verschiedenste Varianten eingekauft, von billig bis teuer, von Hochglanz bis düster-matt, da ist einfach alles drin. Nun brauch ich halt am morgen noch 10 Minuten länger, um mich zu entscheiden, welches Strumpfteil ich heute anziehen soll :-)

Um allfällige Fragen vorwegzunehmen, nein das auf dem Bild bin leider nicht ich und ich bezweifle auch, dass es so gut aussehen würde, wenn ich das wäre, also jammert nicht, ich mein’s nur gut mit den Jungs, die sollen auch mal was Nettes zu sehen kriegen ;-)

Und falls jetzt jemand einwenden will, dass man sich bei der hier abgebildeten Bekleidung an den Hintern friert……. Klappe, Klugscheisser ;-)

Adam, Eva und die Vollkommenen – Transsexualität aus biblischer Sicht

Zumindeset religiöse Transsexuelle dürften sich früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie Transsexualität denn aus biblischer Sicht zu beurteilen ist. Mir sind keine Bibelstellen bekannt, die speziell über dieses Thema sprechen, aber es gibt zumindest in der Schöpfungsgeschichte etwas, das uns diesbezüglich zu denken geben könnte, wenn wir uns denn erdreisten würden, das Denken zu wagen.

Die Bibel bietet an vielen Stellen kleine Orakel, Dinge über die man wirklich nachdenken muss, um einen auf den ersten Blick simplen Satz zu ergründen. Leider sind gerade solche Stellen oft schlecht übersetzt – solche geglätteten Stellen lassen jedoch keinen Zugang mehr zu zum innewohnenden Sinn. Es ist nunmal nicht dasselbe, ob Gott Himmel und Erde erschaffen hat oder ob Himmel und Erde aus Gott hervorgegangen ist. Ersteres ist weitum bekannt, zweiteres jedoch korrekt.

Nun gibt es in ebendieser Schöpfungsgeschichte diese etwas obskure Sache mit Adam und Eva. Jedes Kind kennt die Stelle, Gott schuf Adam, dem war’s scheisslangweilig, also klaute Gott ihm des Nachts eine Rippe und schnitzte daraus ein Weib, das sich dem Mann gefälligst unterzuordnen hat. Aber steht das so da?

Im hebräischen Text der Torah steht nichts von einer Rippe, es ist die Rede von einer Flanke, also einer Seite. Im jüdischen Textverständnis bedeutet das, dass Eva wesensgleich war mit Adam, sie ist die gespiegelte Hälfte von ihm. Da gehts nicht um Organtransplantation oder Schnitzkunst, dieser Text will einzig sagen, dass Adam und Eva zwei Hälften eines ganzen “Ur-Adams” waren.

Im jüdischen gibt es viele Namen für Gott, Bezeichnungen die die verschiedenen Aspekte Gottes benennen. Eine davon ist die Schechina, ein weiblicher Aspekt von Gott. Nach jüdischem Verständnis ist ein Mann nur mit einer Frau vollkommen, andernfalls fehlt ihm eine Hälfte. Deshalb müssen Rabbis auch verheiratet sein (Jesus war auch Rabbi, aber das sparen wir uns auf ein anderes Mal auf). Wenn nun ein Mann auf Reisen ging und seine Frau zurück lassen musste, betete er zur Schechina und bat um Begleitung, weil er ohne seine weibliche Hälfte schutzlos gewesen wäre.

Und jetzt wird’s spannend für uns T-Girls ;-)

Wenn also Mann und Frau nur zwei Hälften des “Ur-Menschen” sind, dann sind transsexuelle Menschen, die beide Geschlechtsaspekte vereinen, sozusagen die Vollkommenen. Sie sind wie Ying und Yang, Mann und Frau, sie vereinen die zwei Eckpunkte der göttlichen Schöpfung. Cool hä?

Das sollte als Rechtfertigungsgrund ausreichend sein, dass wir T-Girls fortan in allen Läden gratis Schuhe und Kleider einsammeln können, oder etwa nicht? ;-)

Ich glaub ich beginne hier eine theologische Blog-Serie, nächstes Mal gehen wir der Frage nach, wozu Gott uns T-Girls auf die Erde gesandt hat und was unsere Berufung ist.

Tanz der Vampire – Totale Finsternis

Mein Hang zu metaphorischen Bildern ist ja berüchtigt. Gerade wenn es um Gefühle geht, die irgendwie nicht in rationale Worte gefasst werden können, sind Liedertexte manchmal die letzte Möglichkeit, das Unaussprechliche auszusprechen. Dabei gibt es mir nicht im Geringsten zu denken, die in den Liedern vorkommenden Bilder meinen Gefühlen anzupassen. So geht’s mir auch mit diesem Lied, das schon mehrmals herhalten musste für Bilder und Gefühle in mir, die eigentlich nichts mit Vampiren zu tun haben.

In diesem Musical gehts um eine Frau, die sich so sehr von einem Vampir angezogen fühlt, dass sie sich ihm hingeben möchte, selbst wenn es ihr Untergang wäre. Dark Romance pur. In diesem Lied finde ich mich in letzter Zeit vorallem dann, wenn sich mir die Vorstellung einer Beziehung mit einem Mann aufdrängt. Etwas in mir sucht ihn, etwas fürchtet sich vor ihm oder viel mehr vor dem Unbekannten einer solchen Erfahrung. Auch die Sängerin dieses Liedes ist sich der Gefahr bewusst, auch sie fürchtet nicht nur ihr Herz sondern auch den Verstand zu verlieren und doch ist die Sehnsucht stärker.

Es sind Stellen wie “Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer der mich führt und beschützt” und viel mehr “Manchmal in der Nacht kann ich es nicht mehr erwarten ich will endlich eine Frau sein und frei”, die mich tief in mir in einer Art und Weise berühren, dass mir grad erst Recht die Worte fehlen. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll und ich weiss nicht, was ich dazu sagen sollte…… lassen wir also wieder mal Bilder sprechen………

Sei bereit….. Manchmal in der Nacht fühl ich mich einsam und traurig doch ich weiß nicht was mir fehlt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht hab ich fantastische Träume aber wenn ich aufwach quält mich die Angst
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht lieg ich in Dunklen und warte doch worauf ich warte ist mir nicht klar
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht spür ich die unwiderstehliche Versuchung einer dunklen Gefahr

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich kann eine Stimme hörn…

Sei bereit….. Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers der mich unsichtbar berührt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer der mich führt und beschützt
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht kann ich es nicht mehr erwarten ich will endlich eine Frau sein und frei
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht möcht ich Verbot’nes erleben und die Folgen sind mir ganz einerlei

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…

Sich verliern heißt sich befrein
du wirst dich in mir erkennen
was du erträumst wird Wahrheit sein
nichts und niemand kann uns trennen
Tauch mit mir in die Dunkelheit ein
zwischen Abgrund und Schein
verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit
ich hüll dich ein in meinen Schatten und trag dich weit
du bist das Wunder das mit der Wirklichkeit versöhnt

Mein Herz ist Dynamit das einen Funken ersehnt

Ich bin zum Leben erwacht
die Ewigkeit beginnt heut Nacht
die Ewigkeit beginnt heut Nacht

Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verliern
jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis, ein Meer von Gefühl und kein Land
Einmal dachte ich bricht Liebe den Bann
jetzt zerbricht sie gleich meine Welt
Totale Finsternis, ich falle und nichts was mich hält

Sei bereit….. Machmal in der Nacht denk ich ich sollte lieber fliehn vor dir solang ich es noch kann
Sei bereit….. Doch rufst du dann nach mir bin ich bereit dir blind zu folgen selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht gäb ich mein Leben her für einen Augenblick in dem ich ganz dir gehör
Sei bereit….. Manchmal in der Nacht möcht ich so sein wie ich dich haben will und wenn ich mich selber zerstör

Sei bereit Sternkind….. Ich hör eine Stimme die mich ruft
Sei bereit Sternkind….. Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…

Haben Transsexuelle einen 7. Sinn?

Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen, dass ich so eine Art 7. Sinn habe. Ich kann mich sehr gut in andere Menschen hineindenken und hineinfühlen, vorallem scheint es, als ob ich die Gefühle und die Wesensart meines Gegenübers sozusagen intuitiv wahrnehme. Meist kann ich das rational gar nicht recht erklären, ich empfinde irgendwie einfach was mein Gegenüber bewegt.

Oft habe ich mich gefragt, weshalb das bei mir so ist, ich mach das ja nicht mal absichtlich und wollte es auch nicht lernen, es passiert einfach mit mir, so als ob ich mit anderen Augen sehen würde. Meine Sensibilität ist sozusagen zur Empathie ausgereift.

Unterdessen habe ich einige T-Girls kennengelernt und dabei ist mir aufgefallen, dass die durchs Band sehr einfühlsame und aufmerksame Wesen sind. Ob diese Mädels auch so einen Wesens-Scanner eingebaut haben wie ich, entzieht sich meiner Kenntnis, aber auf jeden Fall ist die Sensibilität weitaus höher als man es sonst gewohnt ist. So drängt sich mir langsam die Frage auf, ob Transsexuelle wirklich sowas wie einen 7. Sinn haben, vorstellbar wäre es nämlich.

Wenn ich darüber nachdenke und in meiner Vergangenheit rumwühle, dann fällt mir auf, dass Transsexuelle ihr ganzes Leben lang vor einer grossen Herausforderung stehen. Sie müssen etwas sein und darstellen, dass sie nicht sind. Das geht aber nur, indem man die benötigte Rolle erlernt und das wiederum macht man durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn ein Kind von klein an in den Anderen lesen muss, wie es selbst sein sollte, dann muss es eine gehörige Portion Aufmerksamkeit aufbieten. Es beginnt genau zu beobachten was andere tun, wie sie es tun und warum. Hier geht es aber um weit mehr als das tun, das Kind muss auch lernen, wie es denken und fühlen darf. Was anderes kann so ein Kind tun als ins Innere seiner Mitmenschen zu schauen? Und wenn man ein Leben lang so beobachtet, schärft sich der Blick immer mehr und geht immer tiefer, bis man irgendwann durch Menschen hindurch sehen kann resp tief in sie hinein.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zum Schluss, dass Transsexualität zwangsläufig zur Ausbildung eines 7. Sinns führt, mit den herkömmlichen 6 Sinnen wäre so ein Leben gar nicht zu führen.

Es wäre interessant der Frage nachzugehen, ob dieses Phänomen unter Transsexuellen wirklich so verbreitet ist, zumindest bei mir ist dieser Sinn stark ausgeprägt, so stark, dass es manchmal nicht zum aushalten ist. Wenn ich in ein Gesicht sehe, dann fühle ich den Menschen sozusagen, ich spüre wenn jemand traurig ist, verbittert oder gefährlich. Ich weiss nie warum, aber ich weiss wie er sich fühlt, selbst auf Fotos.

Transsexuelle Profilerin?
Auf Fotos kann man keine Gefühle sehen, werden die Meisten jetzt denken. Denkste! Ich hab so ein kleines Privatspiel, das ich leidenschaftlich spiele. Zu meinen Lieblings TV-Serien gehört so TrueCrime-Zeugs wie Autopsie, also Sendungen, die über tatsächlich stattgefundene Verbrechen berichten. Das läuft meist nach dem Muster ab, dass gezeigt wird was passiert ist (inklusive Tatortfotos und so Zeuchs), dann wird von den Ermmittlungen erzählt, Verdächtige werden präsentiert, irgendwann wird der Fall abgeschlossen. Seit ein paar Jahren “rate” ich mit, wenn Verdächtige gezeigt werden und – man mag mich für verrückt halten – ich habe eine Trefferquote, die jeden Profiler vor Neid erblassen liesse. Wenn ich so einen Fall vorgeführt bekomme und dann ein Verdächtiger gezeigt wird, kann ich fast mit Sicherheit sagen, ob der Betreffende das Potential für diese Tat hat. Ich kann nicht sagen ob er dieses Verbrechen beging – ich bin keine Hellseherin – aber ob diese Tat seiner Wesensart entspricht. In so Momenten geht mir beispielsweise der Satz durch den Kopf: “Du bist zwar eine brutale Sau, ein Menschenleben bedeutet Dir nichts, aber Du bist nicht so lustgesteuert, dass Du so ein Sexualdelikt in dieser Form machen würdest”. Und was passiert? Es stellt sich heraus, dass er ein Schwerkrimineller ist, genauso wie ich es empfunden habe, aber mit dem Fall hatte er nichts zu tun. Das Verrückte ist, dass ich nur wenige Sekunden habe um das Bild anzuschauen, aber zurück bleibt schon fast sowas wie ein Täterprofil.

Die Polizei ist gefragt
Und falls jetzt irgendwelche PolizistInnen mitlesen (z.B. die gute Svenja) und falls diese denken, ich hätte einen an der Waffel, dann fordere ich hiermit zu einem Duell auf. Zeigt mir beliebige Fälle und ich erstelle ein Täterprofil, legt mir beliebige Fotos auf den Tisch und ich sortiere sie nach Verbrechensgruppen. Ich verwette meinen Hintern, dass Euch die Augen aus den Höhlen treten würden ;-)

Und wie steht’s mit Euch, T-Girls?
Aber nun zurück zur ursprünglichen Frage: Ist das “erfühlen” von Anderen einfach eine Privatfähigkeit von mir oder haben Transsexuelle aufgrund ihrer Lebensweise alle so einen 7. Sinn? Falls mitlesende Transsexuelle das von mir beschrieben oder Ähnliches kennen, dann her damit ;-)

Dinner mit Daddy

Es ist gleich zwölf und ich bin soeben zurück von meinem ersten gediegenen Dinner mit meinem Vater. Einmal mehr wird mir klar, wie wichtig es ist für T-Girls wie mich, dass ihre Familien zu ihnen stehen und sie nicht nur akzeptieren sondern so lieben wie sie sind. Aber alles der Reihe nach, das gibt eine laaaange Geschichte.

gediegen-essen-mit-daddy

Mein Vater wohnt mit seiner liebenswerten Frau in einem anderen Kanton (für Teutonen: Bundesländer) und so sehen wir uns halt nicht allzu oft. Aber wir telefonieren regelmässig und die Zwei gehören zu meinen regelmässigsten Bloglesern. Mein Dad hat seit über vier Jahrzehnten einen besten Freund, die zwei haben diese Art von Männerfreundschaft, von denen viele nicht mal wissen dass es das gibt, sie teilen alle Gedanken und Gefühle und gehen jede Woche zusammen auswärts essen. Da hat niemand was zu suchen, in dieser kleinen Männerrunde – bis heute, da war n’verrücktes T-Girl mit von Partie :-)

Lady-like gekleidet dinieren
Heute steckte ich mich also logischerweise in mein Lieblingskleid, ein einteiliges Ding bei dem auch die Knie noch was von der Welt sehen und meine neuen schwarzen Lieblingsstiefel durften natürlich auch mit. Und damit ich meine Weiblichkeit auch so richtig fühlen kann, gabs drunter mein Miederdings und Strümpfe. Schliesslich hatten wir in einem für meine Verhältnisse doch relativ gediegenen Restaurant abgemacht, also wollte ich natürlich auch eine richtige Lady sein. Zwar – ich hätte doch das kurze Schwarze anziehen sollen, naja das kommt dann halt nächstes Mal dran ;-)

Reiseweg auf Blondinenart
Schon der Hinweg war abenteuerlich und zeigte, dass mein Hirn tatsächlich von Tat zu Tag blondinnen-artiger wird. Wir hatten um 18 Uhr im Restaurant Central in Zürich abgemacht. Wenn ich um 17:30 auf den Zug geh, bin ich 17:55 am Zürcher Hauptbahnhof und stöckle fünf Minuten zum Restaurant, passt perfekt. Also ging ich in einer Selbstverständlichkeit um 17:30 aus dem Haus, fuhr mit dem Bus zum Bahnhof, stand auf dem Perron, guckte irgendwann auf die Anzeigetafel…… und wunderte mich darüber, dass der nächste Zug erst um 17:45 kam. Der sollte doch um 17:30 fahren, was ist da los? 17:30 Zug, 17:30 Haus verlassen, mir begann zu dämmern, dass ich da irgendwas falsch durchgedacht hatte.

Als der Zug dann kam, legte ich meinen Schirm neben mich und dachte, dass ich den aber ja nicht vergessen dürfte. Das dachte ich sicher ein dutzend Mal auf dieser kurzen Strecke. Naja, ich kaufte dann am Zürcher Hauptbahnhof einen neuen Schirm, der andere fährt nun im Zürcher Oberland rum und geniesst die Freiheit. Ich werd wirklich langsam a bissrl blöd.

Treppen-Voyeurismus
Dann fuhr ich die Rolltreppe hoch und ein paar Meter vor mir war eine Lady, die hatte einen ähnlich langen Rock an wie ich. Still geniessend nahm ich zur Kenntnis, dass man von da unten verblüffend viel Bein sieht, die Blickwinkel auf Treppen sind eindeutig von Männern erfunden worden. Dann kam die Erkenntnis des Tages: Wenn man von unten soviel Bein sieht, dürfte sich die Männerwelt hinter mir wohl grad an meinen Strumpfhaltern erfreuen. *urks*. Meine Begeisterung ob meines Bekleidungs-Experimentalismus sank mal kurz ins Bodenlose. Aber trotzdem muss ich zugeben, dass irgend etwas in mir mit diebischer Freunde irr vor sich hinkicherte. Ach könnte ich doch Gedankenlesen, das wär in dem Moment Gold wert gewesen. Na jedenfalls hab ich wieder was gelernt, auch halbkurze Kleider sollte man mit so Strümpfen nur anziehen, wenn man geradeaus läuft. Oops, ich glaub ich muss mich achten, dass zukünftig im Geschäft keiner mehr hinter mir die Treppe hochläuft ;-)

Ich seh schon, diese Berichterstattung zieht sich etwas hin, ich bin immer noch ziemlich aufgedreht :-)

Erstes Vater-Tochter Live-Date
Jedenfalls schaffte ich es dann doch, pünktlich eine Viertelstunde zu spät im Restaurant anzukommen und begrüsste dort erstmals als Frau live meinen Vater und er hatte erstmals seine Tochter vor sich. Seltsamerweise erschien mir das gar nicht so ausserordentlich, es war für mich eigentlich fast das Normalste der Welt, dass ich als Frau vor ihm stehe. Erst als ich darüber nachdachte wurde mir klar, wie speziell diese Situation eigentlich war. Wir plauderten einen Aperitiv lang und gingen dann runter in den gediegenen Futterkeller.

Im Restaurant
Dort gings dann quer durch den Raum (es sollen mich schliesslich alle bemerken) und ganz hinten war eine kuschlige Ecke und dort wartete meines Vaters Freund. Ihn hab ich über ein Jahrzehnt nicht mehr gesehen, er hat mich als Kind zeitweise gehütet, auch das war ein sehr spezieller Moment.

Irgendwann guckte ich mal in die Runde und stellte fest, dass ich hier definitiv nicht standesgemäss parkiert war. Ich bin eher die Pup-Lady, ein Restaurant voll kravattierten Männern und Ladies mit beneidenswerten Kleidern war ich glaub nicht so am rechten Ort. Aber es war sooooo schön da drin, diese Steinmauern, die Kerzen, das gediegene Ambiente und schliesslich war ich ja auch ganz nett rausgeputzt. Ein ungewohntes aber irgendwie angenehmes Gefühl.

Trans-Plaudereien und echte Freunde
Und da sassen wir nun, assen, tranken, plauderten und ich wunderte mich immer wieder, wie normal mir all das erschien. Ok noch sehr ungewohnt, aber doch irgendwie normal. Wir redeten auch viel über Trans-Themen und ich war wie immer froh, mich mal wieder ein wenig erklären zu können. So offene Gespräche tun wahnsinnig gut und ich begann zu begreifen, weshalb die Zwei so gute Freunde sind. Sie können reden, zuhören und mitfühlen – das klingt nach wenig, ist aber sehr viel.

Mit dem Kellner rumalbern
Nebenbei gings auch sehr lustig zu und her. Wir hatten einen jungen deutschen Kellner und der war sowas von süss und liebenswert und aufmerksam, man hatte bald das Gefühl, wir seien alles ein Haufen guter Freunde. Immer höflich und mit Stil, aber irgendwie auch lausbübisch. Und meine zwei Begleiter hatten auch sichtlich ihre Freude daran, mit ihm ab und zu ein wenig rumzualbern. Einmal zwischendurch plauderten sie lauthals auf den Kellner ein, so dass am Tisch nebenan ein paar Köpfe eine verwirrte Drehung machten. Und ich hab mir Sorgen gemacht, dass es meinen Begleitern peinlich sein könnte, wenn sie wegen mir auffallen.

Mann sieht Erscheinung
Apropos auffallen, an ebendiesem Tisch hatte einer der dort mit Kravatte zugeschnürten Herren eine Art Erscheinung, den ganzen Abend drehte er immer wieder den Kopf und starrte immer an dieselbe Stelle, als ob er sich immer wieder vergewissern müsste, dass er diese Erscheinung wirklich sieht. Gegen den Schluss hab ich mir wirklich überlegt, ob ich mal nett rüberwinken sollte, er hätte garantiert nach einem Exorzisten gerufen. Es hat irgendwie auch was Amüsantes, eine Erscheinung zu sein ;-)

Heimweg auf Blondinenart
Na jedenfalls wollten wir dann so nach Zehn gehen, behielten die Uhr im Auge, weil ich nur jede halbe Stunde einen Zug hab, plauderten noch etwas und dann kam der Zug und ich sass noch im Restaurant. Hmmm, da gibts wohl nix anderes als noch was zu trinken, also bestellten wir Irish Coffee, tranken den und schon wars wieder sauspät. Also hüpfte ich vom Bank und stöckelte im Eiltempo durch den Regen. Diesmal hatte ich den Schirm nicht vergessen, erstaunlich.

Im Zug geht der Punk ab
Am Bahnhof angekommen, waren die Türen bereits auf und erwischte ihn im letzten Moment. Aber das auch nur, weil ich so schnell wie möglich lief und dabei wieder Hitzeschübe kriegte wie verrückt. Patschnass kam ich also im Zug an und staunte……. zwei Meter vor mir liefen die Jungs von der Punk-Band, deren Musikraum ich nutzen kann. Ich setzte mich natürlich zu ihnen, tropfte wie ein sich auf dem Feuer drehendes Spanferkel vor mich hin und so wurde auch der Heimweg zu einem überraschenden Ereignis. By the way, in einer Woche spielen die Jungs in der Kulturfabrik, ich glaub ich geh nach einem Vierteljahrhundert erstmals wieder an ein Punk-Konzert…… was ich da nur anziehen könnte, ich glaub ich muss vorher noch shoppen gehn :-)

Fazit – wer Dich liebt, steht zu Dir
Dann gings noch im strömenden Regen heimwärts und nun sitz ich hier und fühl mich wie ein Eichhörnchen das grad vom Nüssesammeln kommt. Und ich merke, dass mich der Abend innerlich wirklich auf Trab gehalten hat, im positiven Sinn.

Wenn ein Vater seine transsexuelle Tochter in ein gediegenes Restaurant einlädt und sich nicht scheut, dafür vielleicht dumm angeguckt zu werden und wenn er sich auch nicht scheut, das zusammen mit seinem besten Freund zu machen, dann zeigt so ein Vater, dass er seine Tochter wirklich als Tochter annimmt, respektiert und so liebt wie sie ist……. und stolz zu ihr steht. So hat sich das angefühlt und ich bin jetzt noch gerührt deswegen. Nicht, dass ich das nicht erwartet hätte, er und seine Frau haben mich von Anfang an voll angenommen. Aber wie ich an anderer Stelle schon sagte, jemanden annehmen ist eine Sache, öffentlich zu jemandem zu stehen eine ganz andere, vorallem wenn es um ein “andersartiges Wesen” geht.

Deshalb von Herzen……… Danke, Daddy :-)

Stiefel-Todgeburt am frühen morgen

stiefel-braun-schwarz-ackermannOk, dass ich heute verschlafen habe, ist wohl meine Schuld, man sollte nicht um Mitternacht heimkommen und dann noch bis zwei Uhr bloggen, wenn man um halb Sieben aufstehen sollte. So hat der Tag schonmal relativ hektisch angefangen, aber was dann kam, war der Albtraum einer Frau.

Ich hab ja kürzlich so schwarze Stiefel bestellt und weil die sooooo genial waren, hab ich dieselben nochmal in Braun dazu gekauft. Nach zwei Wochen kamen die nun an und ich freute mich wie blöd darauf, heute die braunen Schwestern meiner neuen Lieblingsstiefel anzuziehen, denn in braun sehen die noch viel schöner aus als in schwarz. Obwohl es dasselbe Modell ist und dieselbe Grösse, hatte ich einiges zu kämpfen mit dem Reissverschluss. Aber schlussendlich klappte es und ich stand auf um nun stolz meine neuen Stiefel im Quartier spazieren zu führen.

Als ich aufstand, gabs so ein gruuuusiges Ratsch-Geräusch und mit schreckverzerrtem Gesicht guckte ich fassungslos auf den rechten Stiefel, dessen Reissverschluss von unten her aufgerissen war. Mehrere Versuche ergaben dasselbe Resultat, ratsch und das Ding war wieder offen. Fehlgeburt, würd ich da mal diagnostizieren.

Jedenfalls muss ich die Stiefel jetzt wieder zurückschicken, wohl wieder zwei Wochen sehnsüchtig warten und bangen, dass mit dem nächsten Exemplar nicht wieder dasselbe passiert. So ein Erlebnis am frühen Morgen kann einem Mädel ganz schön den Tag versauen.

Schwachsinniges aus der Blogstatistik

Eigentlich sollte das mit der Blogstatistik ja kein running-gag werden, aber hier landen soviele seltsame Google-Suchanfragen, dass ich es mir einfach nicht verkneifen kann, mich darüber auszulassen. Here we go……

  1. spitze girls: Danke! Hmmm, Moment, oder meint der Kerl gar nicht “Spitze” sondern “spitz”? Heeeeyyyy Du Sürmel!
  2. t-girl sekretärin: Ha, ich wusste doch, dass ich noch mehr Jobangebote krieg, erst kam die Putzfrau, jetzt die Sekretärin, bin gespannt, wozu man(n) uns T-Girls sonst noch engagieren will. Achja, was genau wäre eigentlich der Aufgabenbereich für die hier gesuchte T-Sekretärin? Ich ahne, dass es nix mit schreiben und tippen zu tun hat, stimmts?
  3. was bedeutet das andere geschlecht: Kommt auf den eigenen Standpunkt an. Bist Du ein Mädel, dann sind Jungs das andere Geschlecht. Bist Du n’Kerl, dann sind die Weibsbilder die Anderen. Und falls Du transsexuell bist, kommt eh kein Schwein mehr draus, dann kannst Du es Dir aussuchen, glaub ich jedenfalls.
  4. ich liebe stiefel: ja wem sagst Du das :-)
  5. zehenstopper für schuhe: sowas gibts echt? Erinnert mich an meine Peeptoes, da wollen die Zehen immer vorne rausdrängen um etwas von der Welt zu sehen. Ob so Zehenstopper da helfen?
  6. wo kann ich transen finden: zieh Dir n’Kleid an und guck in den Spiegel Du Idiot
  7. geschlechtsbildung hühner: *vomstuhlfall* und sowas fragst Du mich? Hast Du n’Knall? Ich renn ja manchmal morgens rum wie ein aufgescheuchtes Huhn, aber siehst Du Federn an mir oder kackere ich oder picke ich Körner vom Boden? Ist ja ok, wenn Du Dich für meine Geschlechtsbildung interessiert, aber mich dann gleich als Huhn zu betiteln ist ja wirklich die Höhe.
  8. transen alt: ich bin nicht alt Du dumme Nuss Du *schmoll*
  9. girl ganze nacht 1000.- fr: Du bist nicht zufällig der, der eine Putzfrau sucht? Weil, putzen würd ich für den Lohn. Irgendwie glaub ich nicht so recht, dass dieser Herr eine Putzfrau sucht, hmmmm, oder suchst Du eine Köchin? Ich kann Dir die ganze Nacht lang Pizzas bestellen, für n’Tausender mach ich das echt.
  10. ist transsexualität heilbar: Die Exorzisten des Vatikans sind der Auffassung, dass eine Verbrennung auf dem Scheiterhaufen die Trans-Dämonen austreibt. Die Medizin wiederum hält eine Gehirnamputation für den geeignetsten Weg, SVP-Politiker empfehlen eher einen Genickschuss. Wir können also wählen, cool was?
  11. damen latzhose: Ne, echt nicht, das geht definitiv zu weit. Vielleicht noch diese hässlichen Croqs dazu oder dreckige Gummistiefel?
  12. transfrau wird mann: also das würd mich jetzt aber gröber wundern. Eine Transfrau ist eine Frau, die idiotischerweise einen männlichen Körper hat, wozu soll die Mann werden, sie will ja ihre vermeintliche Männlichkeit loswerden? Oder meinst Du: “Transmann wird Mann”? Das kann ich mir vorstellen, obwohl er es ja eigentlich schon ist. Hmmm, Transsexualität in Worte zu fassen ist wirklich ein Ding der Unmöglichkeit, ich schaffs selber nicht.
  13. treppen aus kopfsteinplaster: Ja sag mal, hast Du n’Knall oder bist Du einfach extremer Sadist? Treppen sind schon schwer zu bestöckeln und Kopfsteinpflaster bricht uns fast das Genick, aber beides zusammen? Du bist echt krass drauf *schauder*
  14. wie fühlt sich sex mit transsexueller an: *urks*… hä? ich habs zwar nie erlebt, aber ich würde mal raten, es fühlt sich irgendwie an wie Sex. Wie stellst Du Dir vor, dass man mit Worten ausdrücken kann, wie sich etwas anfühlt?
  15. transvestiten in ketten: Hälst Du das für artgerechte Haltung? Na dann pass nur auf, dass Dich PETA nicht dabei erwischt
  16. ist man als transvestit krank: nein, nur phantasievoll und offen
  17. welche frau ab 40 will mit mir heute abend in ausgang: Du missverstehst das Funktionsprinzip von Google. Das ist nicht das Orakel von Delphi, das kann keine Fragen beantworten und erst Recht nicht weissagen. Aber wie dem auch sei, ich hätte nächste Woche sicher mal Zeit, wohin gehen wir?
  18. transexuelle normal menschen: Ja Mann, Transsexuelle sind krass normal Mensch aber kommen von ausserirdisch und haben anatomisch Krassheit auf Genitalien, guckst Du blöd Mann, aber sind voll coole Bitches.
  19. mein selbstbild: guck in den Spiegel oder wenn Du ganz viel Mut hast, dann schliess die Augen und schau in Dich selbst. Google kann Dir da jedenfalls nicht helfen, Du wirst das da nirgends aufgelistet bekommen.
  20. meine füsse: ja meine Nerven! Was kommt jetzt, meine Achselhöhle, mein Blinddarm, mein Trinitus?
  21. in welchem land leben die meisten transen: In Transilvanien, issja logo.
  22. gratis pfeilbogen: sagt mal, bin ich eigentlich für alles zuständig hier? und woher weisst Du, dass ich einen Pfeilbogen habe?
  23. diana macht es von hinten: *vomstuhlfall* nein, wirklich, garantiert, zu hundert Prozent, ich mache gar nichts in der Art….. aber Du kriegst für diese Woche den Pokal für die dümmste Suchanfrage.
  24. fühlen transsexuelle frauen wie frauen: Nein, eher wie Frauen die idiotischerweise einen männlichen Körper bekommen haben. Manchmal fühlen sie sich an der Öffentlichkeit auch wie Ausserirdische und ganz selten wie schwangere Seepferdchen mit Schwimmring. Aber schlussendlich sind es halt einfach Frauen und fühlen sich entsprechend, Körper hin oder her.
  25. transsexuell noch jungfrau: ja, bin ich……. aber erlaub mir doch die Frage, warum in aller Welt die von Dir gesuchte Transsexuelle unbedingt Jungfrau sein soll – bist Du katholisch?
  26. gummistiefel: ne sorry Schätzchen, da bist Du bei mir garantiert falsch.
  27. schuhe liebhaberin: oh, hat sich das schon rumgesprochen? aber keine, ich betone, keine Gummistiefel
  28. hübsche transfrau: wow, danke……. ok Google, dafür verzeihe ich Euch alle anderen Zuweisungen :-)
  29. trans diana zürich: Mist, sie sind wirklich hinter mir her

Alles wird kompliziert: Röcke und Privatsphäre

Röcke sind schön, sie sind sexy und sie sind unglaublich bequem. Aber Röcke haben auch ihre Tücken, ein weiteres Kapitel zum Thema, dass alles komplizierter wird, wenn man beginnt als Frau zu leben.

Eine der heimtückischsten Fallen habe ich kürzlich hier beschrieben. Wenn wir Mädels Röcke tragen und drunter etwas, was nicht jederMann sehen sollte, dann benützen wir idealerweise nur noch Lifte um höhere Etagen zu erklimmen, weil Treppen – egal ob rollende oder normale – den hinter uns laufenden Jungs einfach zu tiefe Einblicke in unsere Privatsphäre genehmigen.

Ebenfalls fies sind frauenfeindliche Windverhältnisse. Wie bereits hier beschrieben, reagieren vorallem so dünne und luftige Sommerröckchen ganz euphorisch auf Windstösse und bevor man sich’s versieht, präsentiert man den Leuten rundum eine Unterwäsche-Modeshow der unfreiwilligen Art.

Aber auch Autos werden plötzlich zu einer grossen Herausforderung. Ein Auto im Rock zu beklettern artet schnell mal in eine artistische Nummer aus. Beim Einsteigen ist man(n) es gewohnt, ein Bein reinzustellen und sich hinterher zu schmeissen. Wenn ein Rock aber etwas eng geschnitten ist, geht so ein Beinspreizer definitiv nicht, ohne sich dabei die Kleider vom Leib zu reissen. Also setzt man sich erst mal quer hinein, als ob man nicht kapiert hätte, wo beim Auto vorne und hinten ist und dann versucht man beide Beine gleichzeitig ins Auto zu hiefen. Ausserdem muss man dabei höllisch aufpassen, dass der Rock dabei nicht zu arg hochrutscht. Je nachdem was man drunter trägt, kann auch das mehr Freude im Umfeld verbreiten als einem lieb ist.

In öffentlichen Verkehrsmitteln und überhaupt überall wo man sitzt, gilt die strikte Regel: Beine übereinander verschrenken. Andernfalls muss man sich nicht wundern, wenn man mit niemandem mehr Blickkontakt hat, weil alle – zumindest die männlichen Artgenossen – den Blick demütig auf Hüfthöhe senken und wie hypnotisiert ins Leere gucken.

Trotzdem liebe ich Röcke und Kleider über alles. Wie so vieles im Leben einer Frau, machen auch diese das Leben eindeutig komplizierter, aber eben, sie sind schön, sexy, bequem…… und man fühlt sich darin unbeschreiblich weiblich :-)

Tief beschmutzt und stolz im Herz

Ich war schon immer ein Wesen, das sehr intensiv empfindet und ebenso intensiv lebt. Mittelmässigkeit ist meines Erachtens ein Verzicht auf das Leben. So kann ich quietschvergnügt sein wegen ein paar neuen Schuhen, kann tief berührt sein durch einfühlsame Worte, kann in höchste Verzückung geraten wenn ich ein Eichhörnchen im Wald beobachte……. und genauso intensiv kann ich trauern, leiden und verzweifeln.

Es gibt immer wieder Tage, an denen meine Seele in Schutt und Asche gelegt wird, an denen ich in tausend Stücke zersplittere und im Spiegel nur noch ein fragendes Gesicht sehe.

Wenn es mich so umhaut und ich mich fühle als würde ich in Trümmern am Boden liegen, dann ist oft Musik die Medizin, die mich wieder auf die Beine stellt. Dass ich einen Hang zur Gothic-Band Lacrimosa habe, brauche ich den regelmässigen Lesern nicht mehr zu erklären, Zitate aus Lacrimosa-Texten ziehen sich wie ein rotes Band durch mein Blog. Aber es gibt ein Lied, das mir vorallem in so schweren Zeiten immer wieder auf die Beine hilft und die meine angeborene Renitenz immer wieder von Neuem entfacht, das mich trotzig aufstehen lässt, egal wie tief ich gefallen bin. Das Lied heisst “Stolzes Herz” und es kreuzt mein Leben in verschiedener Weise.

Einerseits ist es die “Selbstbeschreibung” am Anfang des Liedes aber vorallem auch der Refrain, in dem er singt, wie er “tief beschmutzt und stolz im Herz” ist. Heute hat mir Stoeps einen liebevollen Kommentar in mein Blog geschrieben und mir sogar einen Blogbeitrag in seinem eigenen Blog gewidmet…… und mich so daran erinnert, dass ich dieses Lied wieder mal hören sollte ;-)

Also, wenn ich wieder mal ganz down bin und nur noch mit Dark Sanctuary Videos und Ähnlichem aufwarte, dann macht Euch keine Sorgen, Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich früher oder später wieder “Stolzes Herz” hören werde ;-)

Zu fühlen um zu spühren
Meine Sinne, meine Seele
Mein Gewissen und mein Herz

Am Abgrund meines Lebens
Am Ende meiner Selbst
Gebrechlich tief im Innern
Und schwach nach aussen hin

Ist es schlecht? Und was ist gut?
Ist es krank? Und was heisst leben?
Nein! Es ist nur ehrlich, menschlich,
Und verflucht – Es ist doch nur die Wahrheit!

Im Auge der Gemeinheit – der Allgemeinheit
Schlicht verwerflich, transparent
Doch ist es tiefer, stärker und viel mehr

So ist der Mensch nur auf der Suche nach der Stärke
Nach der Lüge – blindem Wahn
Und der Oberflächlichkeit

Mit blutverschmierten Händen
Mit einer Träne im Gesicht
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick
Aufzustehen auch aus dem Dreck
Tief beschmutzt und stolz im Herz
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben

Sind meine Hände blind und stumm?
Sind meine Augen alt und schwach?
Ist mein Herz dem Blut erlegen?
Und bei allem doch nur ehrlich
Bin ich Mensch und bin ich Schmerz?
Bin ich die Träne und der Kuss zugleich?

Mit blutverschmierten Händen
Mit einer Träne im Gesicht
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick
Aufzustehen auch aus dem Dreck
Tief beschmutzt und stolz im Herz
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben

(Lacrimosa – Stolzes Herz)

PS: Das ist der 199. Blogbeitrag, für den Nächsten muss ich mir glaubs etwas ganz Spezielles einfallen lassen ;-)

Bitte komm zurück, Svenja, wir brauchen Dich!

Das ist mein 200. Blogbeitrag und ich wollte den einem würdigen grossen Thema widmen, konnte mich fürs Erste aber nicht entscheiden. Heute wurde mir der Entscheid abgenommen, ich hab etwas auf dem Herzen, das mir wichtig genug erscheint, um diesem 200. Blogbeitrag würdig zu sein.

Heute hat meine Lieblings-Trans-Bloggerin Svenja ihren Blogbetrieb eingestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Sie begründet das mit den Worten: “Andere Transsexuelle, sowie auch Frauen aus dem feministischen Lager sind der Ansicht, dass ich hier ein falsches Frauenbild vermittele und damit Transsexuellen, wie BioFrauen gleichermaßen Schaden zufüge”. Weiters sagt Svenja, dass sie sich bei 14000 Lesern pro Monat Ihrer Verantwortung bewusst ist und deshalb eine Auszeit nimmt um darüber nachzudenken, ob und wie es weiter gehen soll mit dem Blog.

Liebe Svenja

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, weil es soviele Gründe gibt, weshalb wir nicht auf Deine Texte verzichten wollen und können. Du hat eine Verantwortung gegenüber Deinen 14000 Lesern, von denen ich eine bin – soweit hast Du Recht. Aber gerade weil Du diese Verantwortung hast, “darfst” Du Dein Werk nicht beenden, nur weil ein paar von diesen 14000 Lesern Dich deswegen anpinkeln. Du hättest nicht soviele Leser, wenn die Mehrheit “Dein Bild” nicht gutheissen würde, allein schon der Erfolg gibt Dir Recht.

Wie oft hast Du geniale praktische Tipps gegeben wie beispielsweise die Passing-Serie, die vielen von uns T-Girls geholfen haben? Du gehörst zu den wenigen Menschen, die mit in regelmässigen Abständen ein Lachen ins Herz katapultieren, mit Deinem Humor, Deinen Bildern und mit Deinen Ansichten.

Ich empfinde meinen Trans-Weg zwar als totale Erfüllung, aber ich empfinde es auch als einen sehr schweren Weg. Du zeigst mir immer wieder, dass der Trans-Weg zumindest zeitweise auch mit Lebenslust und Leichtigkeit gelebt werden kann. Gerade wenn ich wieder mal an den Hürden auf meinem Weg haddere, sind Deine Blogbeiträge ein grosser Trost, es tut so gut zu sehen, dass man auch als Trans-Frau quietschvergnügt sein kann. Deine Haltung zum Leben geben mir extrem viel Kraft und Hoffnung, Du bist schon fast ein Vorbild für mich und ich spüre, dass mir das gut tut.

Du sagst, dass Dir Frauen aus dem feministischen Lager Vorwürfe machen. Du wirst selber wissen, dass zumindest Radikal-Feministinnen uns in der Hölle verbrennen liessen, wenn sie könnten. Sie wehren sich gegen Gender-Stereotypen und treiben den Teufel mit dem Beelebub aus, indem sie das, was sie früher mussten, heute nicht mehr dürfen und umgekehrt – gewonnen ist damit nichts. Also ist es kein Wunder, dass so Extremistinnen ihre liebe Mühe haben wenn wir T-Girls es geniessen, weibliche Stereotypen zu .übernehmen und auszuleben. Wir geniessen es, auf hochhakigen Schuhen rumzustöckeln, wenn so Kreise damit ein Problem haben, begehen sie keine geringeren Verbrechen als das Patriarchat das sie bekämpfen.

Mehr zu denken gibt mir, dass “andere Transsexuelle” Dir so Vorwürfe machen. Es ist mir nicht neu, dass es auch in unseren Kreisen so geistige Talibans gibt, die glauben sie hätten die Weisheit mit Suppenlöffeln gegessen und sich erdreisten, sich zum Richter über Andere zu machen. Da gibt es Leute, die glauben darüber entscheiden zu müssen, wer “richtig transsexuell” ist und wer nicht. Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand mit einigermassen funktionierendem Verstand hinstehen kann und entscheiden kann, wer “echt” ist und wer nicht. Und ich kann auch nicht im Geringsten nachvollziehen, wie jemand hinstehen kann und vorschreiben kann, was “das richtige Frauenbild” denn sein soll. “Das Frauenbild” gibt es nicht, es gibt soviele Frauenbilder wie es Menschen gibt, wer etwas anderes behauptet, sollte sich mal psychologisch untersuchen lassen. Soviel Arroganz ist man sich bei Medizinern und Gutachtern vielleicht gewohnt, aber wenn Transsexuelle anfangen, andere in ihren eigenen Reihen aufzufressen, dann begehen sie sozialen Kanibalismus und sollten sich dafür in Grund und Boden schämen.

Aber egal ob extremistische Radikal-Feministinnen oder grössenwahnsinnige Transsexuelle, es steht niemandem zu dem Rest der Welt vorzuschreiben, wie sie sein sollen oder was für ein Bild sie abgeben. Du bist nicht die personifizierte Transsexualität oder ein Abbild der gesammten Transsexuellenschar. Du zeigst das Bild einer einzigen, einer ganz bestimmten und wie ich meine wundervollen Trans-Frau, Du stehst nicht für Andere sondern nur für Dich. Das ist Dein verdammtes Recht als Individuum dieser Gesellschaft, dass Du sein darfst wie Du bist, dass Du Dich so zeigen und so äussern darfst wie es Dir beliebt.

Grad diese Woche sagte ich zu einem lieben Menschen sinngemäss: “Wenn ich für jedes dumme Geschwätz einen Franken bekommen hätte, wäre ich heute Milliardärin”. Wenn wir uns exponieren, können wir es nie allen Recht machen. Es gibt immer Solche, die unsere Art oder unseren Standpunkt blöd finden, uns deswegen auslachen oder kritisieren. Man kann es wirklich nicht allen Recht machen, aber das ist auch nicht unsere Aufgabe. Dante sagte mal: “Geh Deinen Weg uns lass die Leute reden”. Nur so können wir uns selbst treu bleiben.

Ich bin wirklich froh, dass es in der Trans-Szene auch Menschen hat wie Du, die soviel Natürlichkeit ausstrahlen und eine Lebensfreude verbreiten, die den Standpunkt “Transsexuelle sind arme kranke Menschen” in wohltuender Weise relativieren. Ganz ehrlich, wenn ich jemandem sagen würde, dass ich transsexuell bin und derjenige dann entgegnen würde: “dann bist Du also so eine wie Svenja”, dann würde ich stolz “Ja” sagen und wäre froh, dass derjenige sich unter einer Trans-Frau so etwas vorstellt wie Du.

Es würde mir fern liegen, Dich zurück zu berufen, wenn Du einfach keine Lust mehr hast zum bloggen oder keine Zeit. Aber ich protestiere energisch dagegen, dass ein paar Klugscheisser unter Deinen 14000 Lesern Dir das Bloggen versaut. Gib diesen Wenigen nicht die Macht darüber zu entscheiden, ob Du weiter für die Vielen da sein sollst, die Dich schätzen.

Du schreibst für uns, für all die vielen Leser die Deine Schreibweise genauso lieben wie das Frauenbild und das Transfrauenbild, das Du in Deiner persönlichen Lebensschilderung offenlegst.

Bitte bleib uns erhalten, liebe Svenja, ohne Deine Blogbeiträge wäre die Trans-Szene um eine grosse Hoffnung ärmer…… und vielen würde das Licht eines grossen Sterns fehlen.

Mehr zum Thema:
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T-Girl Diana: Sind Klischees für eine ‘richtige Frau’ tabu?
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Update 26.10.2009:
Juhuiiii, sie ist wieder da und beginnt gleich mit einem “Tussi Schnelltest“, Gott sei Dank, sie ist geblieben, wie viele sie lieben ;-)

Sind Klischees für eine “richtige Frau” tabu?

Aus aktuellem Anlass mache ich mir grad Gedanken über Klischees, im speziellen Geschlechter-Stereotypen und die Frage, ob eine “richtige Frau” resp eine “richtige TransFrau” diese Klischees erfüllen darf oder muss oder sollte.

Gerade Geschlechtsstereotypen sind Klischees, die das Leben von Transsexuellen extrem erschweren. Es ist schon grausam, wenn man im falschen Körper leben muss, aber es ist noch viel grausamer, dass man damit gezwungen wird, falsche, nicht mit dem Inneren korrespondierende Klischees spielen zu müssen. Wenn man als Mädchen im Jungenkörper auf dem Pausenplatz eine grosse Röhre haben muss und nicht weinen darf, obwohl das Innere ganz andere Bedürfnisse hätte, wird das eh schon komplizierte Leben zu einer Höllenfahrt. Deshalb sind so Stereotypen für uns Transsexuelle ein rotes Tuch.

Das ändert sich bei Vielen, wenn sie endlich in ihrer wirklichen Geschlechterrolle leben dürfen. Transsexuelle haben sehr viel Unterdrücktes, das sie kompensieren möchten. Ein Leben lang klotzige Halbschuhe? Her mit denn Pumps. Ein Leben lang Hosenzwang? Her mit den Röcken. Und bevor wir uns versehen, erfüllen wir nun leidenschaftlich Geschlechterstereotypen und leben Klischees genüsslich aus. Klingt paradox, nicht? Aber ist es deshalb falsch? Wenn sich eine Waffe ein Leben lang gegen Dich richtet und Du irgendwann die Kontrolle über diese Waffe übernimmst und sie zu Deinen Gunsten führst, ist das dann so unverständlich?

Mit Klischees ist das so eine Sache. Auf der einen Seite zwängen sie uns in ein Rollenverhalten, das wir schon fast zwangsweise annehmen müssen, ob es uns entspricht oder nicht. Der Klassiker, Jungs weinen nicht, zeigt das auf dramatische Weise. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Jungs und Mädels gleich oft. Dann hören die Jungs damit auf. Wenn man bedenkt, dass zubetonierte Geschlechterstereotypen die Hälfte der Menschheit daran hindert, ihre Trauer so auszudrücken, dann wird offensichtlich, wie vernichtend so Klischees sein können.

Aber heisst das nun, dass deswegen Klischees tabu sind? Wenn es einem Klischee entspringt, dass Frauen kistenweise Handtaschen und Schuhe besitzen, muss ich dann Turnschuhe tragen und alles in einer Tüte rumtragen, damit ich ja kein Klischee bediene? Und wenn ein Klischee besagt, dass Männer Hosen und Frauen Röcke anhaben, muss ich dann als emanzipierte Frau Hosen tragen? Diesen Fehler hat meines Erachtens leider der “Radikal-Feminismus” gemacht. Was ich früher musste, das darf ich heute nicht. Aber wenn ich mir verbiete, was mir eins von Aussen geboten wurde, was habe ich dann gewonnen? Bin ich dann nicht an denselben Ketten angebunden?

Emanzipation heisst: “ich muss keinen Rock mehr tragen, ich darf auch Hosen tragen”. Emanzipation heisst nicht: “ich darf keinen Rock mehr tragen”

Klischees sind in der Regel nicht vom Himmel gefallen. Das Bild der shoppenden Frau wurde nicht von den Gebrüdern Grimm erfunden sondern war eine Folge davon, dass Frauen mehrheitlich einen Hang dazu haben. Männlein und Weiblein sind nunmal nicht gleich und ich würde auch nicht wollen, dass sie es sind. Die Ausnahme bestätigt hier die Regel.

Klischees werden erst dann zum Problem oder sogar zur Falle, wenn man sich einredet, dass man sie erfüllen muss. Und man läuft in dieselbe Falle, wenn man sich einredet, dass man sie nicht erfüllen darf.

Deshalb glaube ich, dass diejenigen, die zwanghaft jedes Klischee erfüllen, genauso gefangen sind wie diejenigen, die um jeden Preis jedes Klischee vermeiden. Wirklich frei ist man dann, wenn man sein Innerstes auslebt. Wenn dies einem Klischee entspricht, ok. Wenn es ihm widerspricht, auch ok.

Ich möchte das an meinem Beispiel illustrieren. Es gibt Klischees, die ich leidenschaftlich auslebe:

  • Meine Schuhsammlung hat in weniger als einem Jahr ein Regel gefüllt
  • Ich trage fast nur Röcke und versuche die äussere Weiblichkeit auch sehr zu betonen
  • Bei jeder erdenklichen Emotionalität wässern sich meine Augen
  • Charmante Komplimente schmeicheln mir und ich schätze es, wenn mir ein Mann die Tür aufhält
  • Ich lästere gegen Männer und männliche Klischees
  • Ich kokettiere fürs Leben gern :-)

Aber genauso gibt es Klischees, die ich nicht erfülle, weil sie nicht meinem inneren Bedürfnis entsprechen

  • Handtaschen sind für mich einfach praktische Objekte, ich hab zwei, eine kleine Schwarze und eine grosse Beige
  • Wenn ich mich aufrege, fluche ich gelegentlich wie ein Henkersknecht oder hau die Faust auf den Tisch, dass die Leute im Büro einen Satz machen auf dem Stuhl (bisher 3 tote Tastaturen und ein komatöser Bildschirm)
  • Guinness ist und bleibt mein Lieblingsgetränk, gefolgt von IrishCoffee und Cider
  • Meine Great Highland Bagpipe wurde zwar in den Pausenmodus versetzt, weil ich momentan genug mit mir zu tun habe, aber ich werde weiterhin dieses archaische und sehr männliche Instrument spielen, das einst sogar als Kriegswaffe eingestuft war
  • Wenn ich das Geld dazu hätte, würde ich jederzeit wieder eine Harley kaufen, obwohl, das muss ich gestehen, ich würde mir arge Sorgen machen wegen der reduzierten Frisiermöglichkeit, Helme sind echt nix für Mädels ;-)

Beide Listen könnte ich noch lange erweitern, das sind nur ein paar Beispiele, die zeigen sollen, was ich unter einem freien Leben vorstelle.

Fazit: Verweigere Dich jedem Klischee, das Dir nicht entspricht…. und leb jedes Klischee, das Dir entspricht, so leidenschaftlich und exzessiv aus wie möglich.



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